Confidence

Produktionsnotizen

Andy Garcia zeigte sich von der Arbeit an CONFIDENCE begeistert. Er genoss nicht nur die Zusammenarbeit mit einem hochkarätigen Schauspielerensemble, sondern konnte sich auch sehr gut mit den komplizierten, vielschichtig skizzierten Charakteren und den geistreichen Dialogen aus dem Drehbuch von Doug Jung identifizieren. Inspirierend wirkte vor allem die Zusammenarbeit mit Regisseur James Foley, der seine Begeisterung für das Projekt ungefiltert an die Schauspieler weitergab.

Man sollte ihn nur nicht um eine Zusammenfassung des Films bitten, so Garcia, der nicht zu viele Handlungsdetails aus CONFIDENCE oder Informationen über seine Rolle preisgeben will. "Er stellt sich selbst als FBI-Agent vor", sagt Garcia über seine Figur Gunther Butan. "Und das ist wirklich alles, was ich dazu sagen kann, denn alles Weitere würde dem Zuschauer die Unvoreingenommenheit gegenüber dem Film nehmen, und das wäre unfair."

Garcia ist nicht der einzige, der sich passend zum Titel mit Informationen über CONFIDENCE zurückhält. Wie die Trickbetrügerbande im Film, sind alle Mitglieder des Teams sehr vorsichtig, wenn es darum geht, Details über ihre Arbeit zu preiszugeben. "Man möchte gerne darüber sprechen, aber gleichzeitig auch nicht die Story verraten und damit dem Publikum das Ende verderben", ergänzt Brian Van Holt, der die Rolle des Miles spielt. "Aber die vielschichtige Handlung wird im Laufe der Story Stück für Stück enthüllt. Ständig kommt ein neues überraschendes Detail hinzu."

Wenn man Luis Guzman, der die Rolle des Manzano spielt, auf den Inhalt von CONFIDENCE anspricht, beschränkt er sich bei seinen Erklärungen lieber auf die grundlegenden Themen des Films: "Ich denke, die Handlung kann folgendermaßen zusammengefasst werden: Du kannst wirklich niemandem trauen. Keiner ist der, für den er sich ausgibt. Und wenn jemand sagt, er könne dir helfen, wird er dir wahrscheinlich schaden."

Marc Butan hat das detaillierte Drehbuch von Doug Jung bereits zum ersten Mal gelesen, als er noch als unabhängiger Produzent arbeitete. Seine erste Reaktion war ausgesprochen positiv, und nachdem er es mehrmals Mal gelesen hatte, war er schließlich Feuer und Flamme. Wie alle anderen im Team erkannte Butan das enorme dramatische Potenzial des Stoffs mit seinen herrlichen Verwicklungen und unzähligen Wendungen. "Ich habe das Drehbuch gelesen und dachte danach, das kann doch nicht alles zusammenpassen, oder?", erinnert sich Butan. "Und dann ging ich noch mal mit einem spitzen Bleistift durch den Text und brachte all die Dinge, die passieren, in eine Reihenfolge, um sicherzugehen, dass alles kreuz und quer zusammenpasste. Es passte wirklich. Dieser Film wird jeder Prüfung standhalten."

Butan hielt auch noch am Drehbuch fest, nachdem er eine Führungsposition bei Lions Gate übernommen hatte. Alle in der Independent-Firma teilten seine Begeisterung für das Projekt, und so begann sofort die Suche nach dem Regisseur, der CONFIDENCE am besten auf die Leinwand bringen könnte. Zusammen mit Kollegen aus der Lions Gate Films-Führungsetage und den Produzenten Michael Burns und Michael Paseornek durchkämmte Butan die Liste der in Frage kommenden Regisseure. Klar war, dass sie jemanden brauchten, der bereits mit einer Reihe von erfahrenen Schauspielern gearbeitet hatte. "Durch seinen Namen wurde ich auf ihn aufmerksam", sagt Burns über James Foley. "In GLENGARRY GLEN ROSS hat er hervorragende Arbeit mit fantastischen Schauspielern geleistet."

Foley war von Anfang an begeistert von CONFIDENCE. Doug Jungs intelligentes Drehbuch und die Komplexität der so gegensätzlichen und teilweise hinterlistigen Charaktere beeindruckten ihn sehr. "Ich bin nicht so sehr an Filmen über bewaffnete Raubüberfälle, kühl kalkulierende Personen und kunstvoll ausgeklügelte Handlungen interessiert", erklärt er. "Das allein reizt mich nicht. Erst wenn man so etwas mit Figuren verbinden kann, die kompliziert sind und die hinsichtlich ihrer Selbsteinschätzung über eine Art emotionale Realität verfügen, funktioniert es. Wenn außerdem die Enthüllungen der Handlung die Lebendigkeit der Figuren stärken, umso besser."

Nachdem Regie und Finanzierung feststanden, begannen Lions Gate und Foley mit der sorgfältigen Suche nach Jake Vig. Die zentrale Figur des Films sollte trotz allem ein charmanter, charismatischer Trickbetrüger sein, dem die Zuschauer die Daumen drücken. Die Suche war von Erfolg gekrönt: Ed Burns ist ein Schauspieler, dessen natürliche Coolness die gesuchten Eigenschaften perfekt verkörpert. "Wenn wir uns für den falschen Mann entschieden hätten, wären wir geliefert gewesen", erinnert sich Foley. "Jake mußste ein ruhiger Typ sein, einer der einfach cool bleibt, wenn er andere Leute über den Tisch zieht. Doch er sollte auch eine emotionale Seite haben. Was ich an Eddie Burns mag, ist, dass er über eine starke, extrovertierte Persönlichkeit verfügt und zugleich sehr menschlich ist."

"Jake sollte sympathisch rüberkommen, obwohl er ja eigentlich ein Betrüger ist", meint Butan. "Eddie hat einfach das gewisse Etwas. Das spürt man. Er kann Menschen dazu bewegen, genau das zu tun, was er möchte, ohne dass sie überhaupt merken, dass sie es tun!"

"Was mich von Anfang an an dem Buch begeistert hat, waren Dougs Dialoge", sagt Ed Burns. "Doug schreibt wirklich großartige und witzige Dialoge." Schelmisch gibt er zu, dass ihm auch die Aussicht Spaß bereitete, die Kinogänger auszutricksen. "Darüber hinaus ist es eine großartige Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen. Die Zuschauer bleiben während des gesamten Films auf Vermutungen angewiesen."

Die Filmemacher setzten die Suche nach Schauspielern fort und fanden eine gleichermaßen liebenswürdige wie entwaffnende Frau für die Rolle der Lily, der Femme fatale in CONFIDENCE. Nach einer Reihe von Meetings gab Burns das Drehbuch an die britische Schauspielerin Rachel Weisz weiter. "Weisz war ein wahrer Glücksfall für mich", sagt Foley. "Sie mußste einerseits so glaubwürdig sein wie dieses knallharte Frauenzimmer, das nur für sich selbst verantwortlich ist, andererseits mußste sie aber auch eine gewisse Verletzlichkeit zeigen."

"Für diese Rolle haben wir uns viele Schauspielerinnen angesehen", sagt Butan. "Lily ist ein extrem vielschichtiger Charakter mit sehr viel Tiefe. Es war uns wichtig, dass einen diese Figur förmlich von der Leinwand anspringt. Sie sollte einfach mehr sein als der Liebesfaktors des Films."

Rachel Weisz hat für diese Rolle einen amerikanischen Akzent angenommen, um die "moderne Frau in den Clubs von L.A. zu verkörpern", so die Schauspielerin. "Ich arbeite allein, ich lebe allein, ich bin ein Einzelspieler", sagt sie kurz und bündig über die knallharte und unabhängige Lily. Weisz hat jedes Detail ihrer Rolle aufmerksam studiert und ist sogar so weit gegangen, Unterricht bei einem Zauberkünstler zu nehmen, um zu lernen, wie man anderen Leuten am besten die Geldbörsen aus der Tasche zieht.

Zu den weiteren Coups des Teams gehört der Umstand, dass Dustin Hoffman die Rolle des bedrohlichen Gangsterbosses übernahm. "Wir suchten einen anerkannten Schauspieler, der dieser Rolle mehr als nur das herkömmliche, große und gewichtige Auftreten geben würde", sagt Paseornek. Als Dustin Hoffmans Managerin von dem Projekt erfuhr, rief sie Paseornek an und bat um Zusendung eines Drehbuchs. Der tat dies natürlich gerne, war sich aber sicher, dass Hoffman nicht an einer Nebenrolle interessiert war.

Doch Hoffman war nicht nur von dem sarkastischen und eigenwilligen Drehbuch begeistert. Auch die Rolle des Kings reizte ihn sofort. Ein Treffen mit Foley und Butan ließ nicht lange auf sich warten. "Das Meeting lief fantastisch", erinnert sich Paseornek. "Dustin hat der Rolle eine komplett andere Richtung gegeben. Was er eingebracht hat, war einfach nur großartig."

Andy Garcia unterschrieb als nächster. Er war einfach gespannt darauf, den exzentrischen und vielschichtigen Charakter des Gunther Butan (keine Verwandtschaft mit dem Produzenten Marc) zu spielen und mit Burns, Weisz und Hoffman zu arbeiten. "Wenn ich mir ein Projekt ansehe, schaue ich erst einmal, wer daran beteiligt ist. Ed Burns und Dustin Hoffman waren bereits an Bord. Das sind Menschen, die ich bewundere."

Von da an war die weitere Besetzung ein Kinderspiel. Alles ging rasend schnell, ähnlich wie beim berühmten "Schneeballeffekt", wie Paseornek es ausdrückt. Robert Forster, Donal Logue, Franky G, Brian Van Holt, Tommy "Tiny" Lister, Luis Guzman und Morris Chestnut vervollständigten schnell die Cast-Liste.

Die Aufnahmen begannen im Frühjahr 2002 in Los Angeles und Vancouver. Obwohl bei dieser umfangreich besetzten Produktion jeder Schauspieler jahrelange Erfahrungen und zahlreiche Auszeichnungen aufweisen konnte, waren die Dreharbeiten zu CONFIDENCE frei von Ego-Trips. "Bei diesem Dreh handelte es sich um einen der seltenen Momente im Leben, in denen jeder mit jedem klarkam", sagt Ed Burns. "Besonders wenn man mit Schauspielern wie diesen arbeitet, möchte man das Gefühl haben, dass es zwischen ihnen und dem Team wirklich freundschaftlich zugeht."

Andy Garcia führt einen Großteil des Engagements der Schauspieler auf Foleys Fähigkeiten als Regisseur zurück. "Er erkennt einfach die Feinheiten, geht darauf ein und lässt sich sehr leicht mitreißen", sagt er. "James hat eine sehr präzise, aber dennoch schräge Vorstellung von den Dingen. Als Regisseur verfügt er über die komplette Palette der Fähigkeiten, die man braucht, um richtig was zu bewegen."

Was CONFIDENCE neben den Figuren entscheidend prägt, sind die Drehorte. Ob Jakes Silver Lake-Versteck, der Flughafen Ontario oder Kings Nachtclub "Deep" in Los Angeles - die Schauspieler arbeiteten an einigen der abenteuerlichsten, ungewöhnlichsten und heruntergekommensten Orte, die man sich vorstellen kann. Gelegentlich wirkten einige Locations auch auf unerwartete Weise inspirierend, was dazu führte, dass sich die Charakterprofile einiger Rollen änderten. "Ein tolles Lokal", sagt Paul Giamatti über "Little Joe's", ein höhlenartiges, geschlossenes italienisches Restaurant im Herzen von Chinatown. In Hollywood heißt es, "Little Joe's" sei eigentlich ein Euphemismus für in geheimen Hinterzimmern versteckte Würfeltische. "Da kommt erst ein Raum, dann noch einer und noch einer. Man hat eindeutig das Gefühl, dass sich hier eine Menge zwielichtiger Dinge ereignet haben."

"Mein Vater ist früher häufiger hierher gekommen", sagt Van Holt über das Restaurant. "Ich habe ihm erzählt, dass wir in Chinatown drehen. Er sagte: ?Ich und deine Onkel, wir gingen für gewöhnlich zu den Spielen der Dodgers und danach ins Little Joe's'."

Obwohl sie es nur zögerlich zugeben wollen, entdeckten Foley und seine Schauspieler beunruhigende Parallelen zwischen sich und den Figuren in CONFIDENCE. "Na ja, ich bin Regisseur und mußs also auch eine Art Trickbetrüger sein. Ich habe mein ganzes Leben daran gearbeitet", scherzt Foley. Und Burns fügt hinzu: "Ich will es mal so ausdrücken: Auch ein Schauspieler ist so etwas ähnliches wie ein Trickbetrüger."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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