Kalender Girls

Ausführlicher Inhalt

Das Women's Institute (WI) von Knapely. Hier kommen die Frauen der kleinen, malerischen Gemeinde in der im Norden Großbritanniens gelegenen Grafschaft Yorkshire zusammen, um sich zu treffen, unter sich zu sein oder den Vorträgen zu lauschen, die die Ortsvorsitzende Mary monatlich organisiert.

"Erleuchtung, Spaß und Freundschaft" hat sich das WI zwar auf die Fahnen geschrieben, aber wenn man im Januar Gastredner zum Thema "Socken und die Geschichte röhrenförmiger Fußbekleidung", im Februar einen Vortrag über Teppiche und im Mai einen über die Vielfalt des Broccolis hören mußs, dann wird die Geduld der Frauen bei allem Wohlwollen doch auf eine harte Probe gestellt.

dass die Redner in der Tat ziemlich langweilig sind, gestehen sich nur die beiden besten Freundinnen Annie (JULIE WALTERS) und Chris (HELEN MIRREN) ein, die stets in einer der hinteren Reihen glucksen und kichern wie zwei junge Schulmädchen.

Seit Jahren stehen sich Annie und Chris ungeheuer nahe, womöglich gerade weil sie so unterschiedlich sind. Zusammen mit ihrem Ehemann Rod (CIARAN HINDS) besitzt die impulsive und erfindungsreiche Chris, ein regelrechter Wirbelwind an Enthusiasmus und Spontaneität, einen gut gehenden Blumenladen und ist so erfüllt mit Leben, dass sie auch die Entdeckung von Nacktmagazinen unter dem Bett ihres pubertierenden Sohnes vor allem belustigt aufnimmt.

Annie, glücklich verheiratet mit John (JOHN ALDERTON) und Mutter zweier erwachsener Söhne, ist wesentlich ruhiger und ausgeglichener. Während Chris zuerst handelt und dann denkt, denkt sie zunächst, bevor sie handelt. Vermutlich verstehen sich die beiden Ladys deshalb so gut.

Doch Wolken ziehen auf über Knapely. Gerade noch biegen sich Chris und Annie vor Lachen, weil es die in Haushaltsdingen völlig untalentierte Chris nicht nur gewagt hat, bei einem Backwettbewerb des Women's Institute einen Kuchen zu präsentieren, den sie beim Bäcker gekauft hat, sondern damit auch noch gewinnen konnte, da mußs Annie eine schreckliche Nachricht verdauen: Ihr geliebter Ehemann John ist an Leukämie erkrankt. Sein Zustand verschlechtert sich rapide. Bald schon kann er das nur notdürftig ausgestattete Krankenhaus, in dem es aufgrund der Finanzknappheit im Aufenthaltsraum nicht einmal ein Sofa zum Ausruhen gibt, nicht mehr verlassen.

Die Chemotherapie lässt ihn, wie er mit unvermindertem Humor meint, aussehen wie Saddam Hussein. Ein letztes Mal noch kann er seiner Annie bei einem Ausflug in die herrliche Landschaft Yorkshires seine Liebe erklären. Eine Woche später mußs Annie ihren Ehemann zu Grabe tragen. Chris hält die Grabrede. Knapely ist erschüttert.

Im Women's Institute darf die Aktivität nicht stillstehen. Eines der wichtigsten Ereignisse steht an: der alljährliche Kalender des WI, in dem meist prächtige Naturbilder abgebildet sind. In diesem Jahr will man das eingenommene Geld der Krebsabteilung im Krankenhaus spenden, wo man sich bis zuletzt aufopfernd um John gekümmert hatte: Dort soll endlich ein schönes Ledersofa für den Aufenthaltsraum gekauft werden, ganz wie es sich John gewünscht hatte. Nur: So hoch sind die knappen Gewinne nicht, die mit dem Kalender erzielt werden.

Chris hat die rettende Idee, als sie eine Werkstatt besucht und dort an der Wand einen Nacktkalender sieht. Beim Tai-Chi mit den anderen Damen unterbreitet sie ihren Vorschlag: Will man einen durchschlagenden Erfolg mit dem WI-Kalender erzielen, dann müssten sich zwölf der Damen mittleren Alters bereit erklären, sich nackt ablichten zu lassen, für jeden Monat eine. Das würde für genug Aufsehen sorgen, um in Knapely und Umgebung für gute Verkäufe zu sorgen. Man mache es ja nur für John und das von ihm gewünschte Ledersofa.

Und die findige Chris hat auch gleich die Idee, dass das alles natürlich so takt- und geschmackvoll wie möglich gemacht werden müsste, so natürlich und unverfänglich, wie es geht - am besten wären Fotos, die die Damen bei ganz normalen Tätigkeiten des WI zeigen: beim Backen, Apfelpressen, Sticken, aber eben nackt. Auch das Alter der Damen stelle kein Problem dar, so Chris, denn: "Das letzte Stadium einer Blume ist immer das glanzvollste!"

Als Annie ihre Einwilligung zu dem Geheimprojekt gibt, erklären sich auch ihre engsten Freundinnen dazu bereit. Nur die verschüchterte Ruth (PENELOPE WILTON) winkt ab: Sie leidet gerade darunter, dass ihr Ehemann sie gänzlich links liegen lässt, und hat Angst, ihre Beteiligung an einem Nacktkalender könnte seinen Missmut ihr gegenüber noch verstärken.

Sie weiß nicht, dass er sie seit längerem betrügt. Doch die anderen lassen sich als verschworener Haufen nicht mehr von der Idee abbringen. Als man endlich auch einen Fotografen gefunden hat, gibt es kein Zurück mehr.

Jetzt folgt die größte Mutprobe. Nachdem kleine Crashdiäten und endlose Stunden im Fitness-Studio die Damen so richtig in Form gebracht haben, die Fotos genau geplant und die Belichtung vorbereitet ist, müssen die Freundinnen Tabula rasa machen: Der Moment ist gekommen, sich auszuziehen.

Als unerwartet auch noch Ruth zu ihnen stößt, die sich einen Ruck gegeben hat und zu der Überzeugung gekommen ist, dass sie ihren Mann mit erotischen Fotos wieder für sich begeistern kann, ist alles klar: Während die Lebensgefährten der meisten im lokalen Pub mit ihren Frauen bangen und zittern, wird ein Foto nach dem anderen geschossen. Ein Gruppenfoto ist der krönende Abschluss. Der Fotograf vermeldet im Pub Vollzug: "Meine Herren, es ist ein Kalender!"

Nun beginnen erst die eigentlichen Probleme: Mary, die Ortsleiterin des Women's Institute von Knapely, ist entsetzt von dem fertig gestellten und für teures Geld hergestellten Kalender. Auf keinen Fall will sie sich bereit erklären, ihre Einwilligung für dieses anstößige Projekt zu geben. Chris und Annie wissen: Wollen sie ihr Werk retten, müssen sie bei der nationalen Versammlung des Women's Institute vor den Vorsitzenden und allen anderen Frauen sprechen und für ihren Kalender plädieren.

Tatsächlich gelingt es ihnen in einer mitreißenden Rede, die Damen für sich zu gewinnen. Der Kalender darf im Namen des Women's Institute verkauft werden. Doch damit ergeben sich ganz neuartige Schwierigkeiten: Denn der Kalender ist ein durchschlagender Erfolg. Nicht nur in Knapely. Nicht nur in Yorkshire. Sondern im ganzen Land und dann in Europa und in den USA. Fragt sich nur, ob die Damen mit dem urplötzlichen Ansturm der Nachrichten- und Fernsehteams umgehen können - und ob ihre Freundschaft dem unerwarteten Ruhm gewachsen ist ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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