Spider-Man 2

Produktionsnotizen

"Ich bin vom Schicksal geschlagen. Ich bin sein Gefangener. Ein Gefangener meines eigenen Gewissens. Meine Gefühle für das Mädchen, das ich immer lieben werde, sind in mir verschlossen. Zusammen mit mir wäre sie immer in Gefahr vor jenen, die mich bekämpfen. Ohne sie reise ich auf einsamen Wegen. Meine Geschichte handelt immer vom Verlust eines Mädchens? und jeden Tag frage ich mich: Wie lange kann ich diese Einsamkeit ertragen?" (Spider Man)

Das Netz von Spider-Man: Ein weltweiter Erfolg Spider-Man® (2002), der Blockbuster von Columbia Pictures, spielte an den Kinokassen weltweit über 820 Millionen Dollar einund ist der fünfterfolgreichste Film in der US-Kinogeschichte. Spider-Man® basierte auf der klassischen Marvel-Comicfigur, einer Kreation der Marvel-Legende Stan Lee und dem Figuren-Designer der Firma, Steve Ditko, und trat erstmals 1962 in einer Ausgabe der gefloppten Comic-Serie "Amazing Stories" auf. Die Figur machte einen so nachhaltigen Eindruck, dass "Amazing Stories" in "Amazing Spider-Man" umbenannt wurde und im März 1963 erneut veröffentlicht wurde. Seit damals ist Spider-Man weltweit bekannt - und entwickelte sich zu einem der beliebtesten Superhelden aller Zeiten.

Die Filmemacher von Spider-Man® und SPIDER-MAN® 2 sind von der weltweiten Akzeptanz ihres Helden begeistert. Aber noch wichtiger für den Entstehungsprozess der Filme war, dass sie von der universellen Gültigkeit der Geschichte und ihrer Figuren angetan waren, die in alle Sprachen und über alle kulturellen Grenzen hinaus transportiert werden konnte.

"Es war überwältigend, mitzuerleben, wie begeistert die Kinozuschauer auf der ganzen Welt auf Spider-Man® reagierten", sagt Regisseur Sam Raimi. Als Filmemacher war mein Bemühen stets, dass die Menschen Spaß bei meinen Filmen haben, und was dies angeht, übertraf Spider-Man® meine Erwartungen. Es war ein fantastischer Lohn für alle Künstler, die an dem Film beteiligt waren - vor und hinter der Kamera! - und die so lange und so hart daran gearbeitet haben, ganz besonders die engagierten Mitarbeiter bei Imageworks? jeder Einzelne von ihnen lieferte außergewöhnliche Arbeit ab. Sie alle sind zu Recht stolz darauf, dass sie dem Publikum eine einzigartige Erfahrung bescherten."

"Wir waren von dem Erfolg des Films natürlich begeistert, aber auch ein wenig schockiert", pflichtet ihm seine Produzentin Laura Ziskin bei. "Es ist unmöglich, dieses Level der Akzeptanz hier in den USA und in der ganzen Welt vorauszusehen, obwohl wir wussten, dass Spider-Man® ein enormes Potenzial barg - unsere Hauptfigur und die Geschichte waren schließlich seit über 40 Jahren in anderer Form höchst erfolgreich. Unser Ziel war es, in diesem Film alle Elemente unterzubringen - das Abenteuer, die Romanze, den Humor -, die die Comic-Serie von Marvel so beliebt machten. Während des Prozesses achteten wir sehr sorgfältig darauf, dass wir dem Geist der Vorlage treu blieben. Und selbst heute, zwei Jahre nach Kinostart, erzählen mir Menschen noch, wie sehr sie Spider-Man® geliebt haben, und dass sie seine neuen Abenteuer kaum abwarten können."

"Die Erwartungen waren immer sehr hoch", gibt Produzent Avi Arad zu. "Denn der Zauber von Spider-Man® ist, dass ein kleiner Peter Parker in uns allen steckt - männlich, weiblich, alt, jung? Dennoch war es faszinierend zu beobachten, wie unglaublich emotional das Publikum auf diesen einen Film reagierte."

"Vom ersten Tag an war klar, dass die Zuschauer Spider-Man lieben würden" - jedenfalls meint das Tobey Maguire, der dem Superhelden wider Willen so eindrucksvoll Leben einhauchte. "Das Startwochenende werde ich nie vergessen", sagt Maguire. "Es war unvorstellbar? ich ging in ein Kino und hörte, wie sich das ganze Publikum amüsierte, und ich bekam die Stimmungen und Emotionen, die es durchmachte, mit. Ein Teil dessen zu sein, dass diese Art von Entertainment hervorbrachte, ist einfach großartig."

"Meine Gabe, mein Fluch": Spider Man 2 - Evolution eines Superhelden "Der entscheidende Punkt, der Spider-Man® von anderen Filmen mit großartiger Technologie und Action unterscheidet, ist, wie viel Augenmerk auf die Charakterisierung und auf die persönlichen Beziehungen zwischen den Figuren gerichtet war", sagt Stan Lee, einer der Erfinder der "Spider-Man®"-Comicserie. "Die Action, die fantastischen Schauplätze? das ist schon beeindruckend. Aber das Eintauchen in die Probleme von Peter Parker, wie es die Filmemacher vermochten? das macht die Einzigartigkeit dieses Films aus."

Nach dem Triumph von Spider-Man® wusste Sam Raimi um die Verantwortung, mit einer Geschichte aufzuwarten, die dem Enthusiasmus und den hohen Erwartungen der Fans an ein zweites Abenteuer gerecht werden sollte. "Dieser Film basiert auf dem Erfolg des ersten, und es besteht hohes Interesse an ihm", bemerkt er. "Spider-Man ist der Held dieser Kids, die ihn sich ansehen werden. Die Aufgabe, die dieser Film mit sich bringt, ist natürlich, sie zu unterhalten. Aber auch eine Story zu kreieren, die ihnen einen moralischen Charakter zeigt? jemanden, der schwere Entscheidungen treffen und den richtigen Weg einschlagen mußs, damit er sich ihrer Bewunderung weiter als würdig erweisen kann."

Der Reichtum an detaillierten Geschichten und Figuren in der "Spider-Man®"-Comicserie brachte eine weitere schwere Bürde mit sich, die im Plot von SPIDER-MAN® 2 berücksichtigt werden mußste. "Die Zeichner und Autoren bei Marvel haben über Jahrzehnte hinweg einen großartigen Job geleistet", fährt Raimi fort. "Ich weiß das, weil ich selbst ein großer Fan bin. Es gibt so unglaublich viel tolles Material, auf das wir uns stützen konnten. Die Figur von Spider-Man ist so klar. Es ist nicht schwer, einen Film über ihn zu machen, wenn du die Figur verstehst - die Stärke einer Story liegt immer in ihren Figuren. Eine Storyline zu finden, war nicht das Schwierige. Die richtige Geschichte zu finden, die einen würdigen zweiten Teil abgab und dem Publikum eine logische Fortsetzung und eine logische Weiterentwicklung der Figur bieten konnte, war das Schwierige Da verließ ich mich auf die Instinkte meiner fantastischen Produzenten Laura Ziskin und Avi Arad. Zusammen mit unseren großartigen Autoren fanden wir einen Plot, dessen Ideen in uns nachhallten."

Wie schon beim ersten Film war die Hauptaufgabe, dem Geist der Comicvorlage treu zu bleiben. "Wir hatten nicht im Sinn, das Rad neu zu erfinden", sagt Ziskin. "Die Zuschauer lieben diese Figuren und wollen wissen, wohin sie ihr Weg führt. Jeder Charakter in SPIDER-MAN® 2 durchlebt eine Evolution, und es ist spannend, sie auf diesem Pfad zu beobachten. All die Widrigkeiten, denen sie sich stellen müssen, haben etwas Unvermeidliches."

Ohne zu viel zu verraten, glaubt Sam Raimi, dass es in "SPIDER-MAN® 2 darum geht wichtige Entscheidungen zu treffen - ohne dass der Film versucht eine Botschaft zu vermitteln. Er zeigt uns, wie jeder von uns Entscheidungen treffen kann undwie der Weg dorthin ist? er zeigt uns, was möglich ist."

Nachdem die Storyline des neuen Abenteuers feststand, freute sich Arad auf die Wiedervereinigung der Spider-Man®-Familie, besonders auf Tobey Maguire, jenen Schauspieler, der die inneren Konflikte zwischen Peter Parker und seinen mutigen Alter Ego Spider-Man so perfekt herausgearbeitet hatte. "Tobey war so glücklich, dass er wieder Spider-Man und Peter Parker sein konnte", sagt Arad. "Er genoss die Freude an der Kreation der Figur, und er genoss es, in dem Prozess unser Partner zu sein. Er war wieder total in seiner Figur gefangen, und das kommt dem Film zugute."

"Als Schauspieler war es Tobeys Ziel, das Verständnis des Publikums zu vertiefen, wer Peter Parker ist und zu was er wird", ergänzt Ziskin. "Peter ist ein Mann, der sich verändert? jemand, der mit den Entscheidungen kämpft, die er fällen mußs."

Nachdem Spider-Man® gezeigt hat, wie Peter Parker zu seinen außergewöhnlichen Kräften gekommen ist, wird laut Avi Arad der zweite Teil nun das Verständnis des Publikums um diese speziellen Fähigkeiten und Kräfte erweitern - "nicht nur das Schwingen an den Spinnennetzen und das Wandklettern stehen im Vordergrund, sondern Peters ?Spinnensinn', sein inneres Frühwarnsystem, eine Art Gabe der Vorhersage - und die potenziellen Gefahren, wenn man diesen speziellen Gaben den Rücken kehrt."

Am Anfang von SPIDER-MAN® 2 sind zwei Jahre vergangen seit dem erinnnerungswürdigen Kuss zwischen Peter Parker (Tobey Maguire) und seiner geliebten M. J. (Kirsten Dunst), dem eine bittersüße Trennung folgte. Nun stellt sich Peter neuen Herausforderungen im Kampf mit dem, was er "die Gabe und den Fluch" seiner Kräfte nennt.

"Am Ende des letzten Films, als wir Peter verlassen haben, hat er sich entschieden, die Verantwortung auf sich zu nehmen", bemerkt Raimi. "Der zweite Film greift nun diesen Weg auf - und das, was sich aus dieser Entscheidung ergibt. Wie wägt Peter seine persönlichen Bedürfnisse gegen seinen Verantwortungssinn ab, wenn er weiß, dass er seine Gabe zum Wohl anderer nutzen kann? Sein Dilemma ist etwas, mit dem wir alle jeden Tag leben - in kleineren, weniger dramatischen Dimensionen. Verantwortungsvoll zu handeln ist immer schwer, und es ist oft genug mit Opfern verbunden. Du mußst manchmal etwas von dir selbst aufgeben, und manchmal mußst du zulassen, dass du auch ein wenig verletzt wirst. Das ist es, was diese Geschichte so befriedigend macht. Es geht darum, Entscheidungen zu treffen - und um eine Figur, die schwer damit zu kämpfen hat, weil es niemals einfach ist, das Richtige zu tun."

Maguire ergänzt: "Das Thema ?Mit großer Macht kommt große Verantwortung' ist in Peter immer präsent. Es ist schwierig, ein junger Mann zu sein und so viel zu opfern wie er - wahrscheinlich zu höheren Zwecken - und seine persönlichen Bedürfnisse zurückzustellen. Dieser innere Kampf setzt sich nun fort, und er ist schwieriger geworden, denn Peter sucht verzweifelt nach einem Weg, sein Leben ein wenig ins Gleichgewicht zu bringen."

Die Tatsache, dass sich Peter immer tiefer in seinem Dilemma verstrickt, entfremdet ihn von den wichtigen Menschen in seinem Leben. Obwohl seine Liebe zu M.J. stärker ist denn je, lebt sie ihr Leben weiter, verfolgt ihre Karriere als Schauspielerin, wohnt in Manhattan und bewegt sich in neuen sozialen Kreisen. "In diesem Film ist Peter in seiner eigenen Welt unterwegs und stellt keine zuverlässige Größe in M.J.s Leben dar", erklärt Kirsten Dunst. "Sie liebt ihn immer noch über alles, und es schmerzt sie, ihn um sich zu haben. In den vergangenen zwei Jahren haben sich beide weiter entwickelt, wobei sie sich dabei zwangsläufig gleichzeitig von einander entfernt haben."

"Am Ende des letzten Film entscheidet sich Peter, seinen Weg allein zu gehen, denn er hat Angst davor, dass er das Leben von M.J. gefährdet, wenn er ihr seine Identität enthüllt", ergänzt Raimi. "Trotz seiner starken Gefühle für sie lässt er sie allein stehen, um seine noblen Taten zu tun. Und nun ist sie des Wartens müde und geht ihren eigenen Weg weiter."

Der Effekt, den M.J.s Entscheidung auf Peter hat, ist laut Tobey Maguire verheerend. "Es quält ihn, obwohl er sich über ihren Erfolg freut", gibt er zu Protokoll. "Aber sein Herz schlägt immer noch für sie. Überall, wo er in New York geht und steht, sieht er ihr Gesicht auf Schautafeln, und das ist eine beißende Erinnerung an das, was er verloren hat. Er versucht verzweifelt, sie aus seinem Kopf zu bekommen, denn er weiß, dass er sie niemals aus seinem Herzen bekommen kann."

Darüber hinaus entfremdet sich Peter von seinem besten Freund Harry Osborn (James Franco). Harry wird von dem Gedanken getrieben, den Tod seines Vaters zu rächen, für den er Spider-Man verantwortlich macht. Dies und Peters Bemühungen, sein Leben ins Lot zu bringen, vergrößern den emotionalen Abgrund zwischen den beiden jungen Männern. "James Franco kam mit unendlich vielen Ideen zu diesem Film, die seine Performance und den Film selbst nach vorn brachten", sagt Raimi. "Seine Rolle in SPIDER-MAN® 2 ist reichhaltiger und mehr zentriert, und er interagiert mit Tobeys Figur in einer sehr viel tieferen Art und Weise."

Auch Peters Beziehung zu seiner verwitweten Tante May (Rosemary Harris) wird immer komplizierter, als sie mit finanziellen Rückschlägen kämpfen mußs und sich mehr und mehr um die Zukunft ihres Neffen sorgt.

Dann, als ob Peter Parkers Leben nicht schon kompliziert genug wäre, wird die Situation schlimmer - viel schlimmer.

Auftritt "Doc Ock" Dr. Otto Octavius (Alfred Molina) ist ein brillanter Wissenschaftler, der sein Lebenswerk Experimenten gewidmet hat, Fusion als neue Energiequelle zu nutzen. Der charmante und überaus charismatische Dr. Octavius wird Peter von Harry Osborn vorgestellt, der nun der Leiter für besondere Projekte bei OsCorp ist und die Forschung von Dr. Octavius in der Hoffnung finanziert, dass dieser die Arbeit seines verstorbenen Vaters fortsetzen kann. Peter ist begeistert, den Mann zu treffen, über den er gerade eine wissenschaftliche Hausarbeit fürs College schreibt. Im Gegenzug ist Dr. Octavius geschmeichelt von dem wissenschaftlichen Interesse dieses intelligenten jungen Mannes, der ihm wie ein Spiegelbild seiner selbst erscheint.

"Dieser Film ist die Geschichte von Peters Leben, das aus dem Gleichgewicht geraten ist", erläutert Raimi, "und Dr. Octavius ist in Peters Augen jemand, der diese Balance erreicht hat. Peter sieht in Octavius jemanden, der seine Gabe beherrscht - in diesem Fall die Wissenschaft, die er zum Wohle der Menschheit einsetzen will - und es gleichzeitig schafft, ein erfülltes Privatleben zu führen, eine liebevolle Beziehung zu seiner Frau Rosie (Donna Murphy). Das bringt Peter zu der Erkenntnis, dass es möglich ist, beides zu erreichen."

Mit der Unterstützung seiner Frau arbeitet Dr. Octavius emsig in seinem Heim-Labor und versucht, seine bahnbrechende Fusionstheorie zu perfektionieren. Aber als eine Demonstration seiner Schöpfung auf schreckliche Art fehlschlägt, durchläuft Dr. Octavius eine grauenhafte Veränderung - und wird zu dem gefürchteten "Doc Ock", der dank seiner Tentakeln zu einem mächtigen und ebenbürtigen Gegner von Spider-Man wird.

In SPIDER-MAN® 2 erweckt der talentierte, vielseitige Alfred Molina diesen mächtigen Schurken zum Leben. "Er ist ein famoser Gegner für Spider-Man", sagt Arad. "Er kann schneller und besser die Wände hochklettern als Spider-Man. Es gibt nichts, was Spider-Man tut, auf das ?Doc Ock' nicht angemessen reagieren könnte."

"Wenn man ,Doc Ock` also sieht, denkt man: Wow! Wer kann den bekämpfen?", fährt Arad fort. "Nun mußs Spider-Man nicht nur all seine Kraft und Wendigkeit zusammennehmen, sondern auch noch jemanden überlisten, dem er allerhöchsten Respekt entgegenbringt - jemand, der in seinem früheren Leben der Mann war, der Peter auch gern gewesen wäre. Das löst in ihm einen großen Konflikt aus. "Doc Ock" ist ein viel größerer Schurke - ein wahrhaft würdiger Gegner." Die Filmemacher wollten unbedingt Molina für diese Schlüsselrolle haben. "Wir brauchten jemanden, der eine greifbare Realität für den Part mitbringt und der gleichzeitig offen, sehr humorvoll und warmherzig sein sollte", sagt Raimi. "Alfred ist ein brillanter Schauspieler, und was er so effektiv zur Figur des ?Doc Ock' beisteuerte, war das Gefühl, dass man ihn als missverstandenen Mann sieht, der sich in ein Tier verwandelt."

"Alfred hat ein unglaubliches Talent und er bringt viel Erfahrung und Menschlichkeit in seine Rolle", pflichtet ihm Laura Ziskin bei. "Er fängt die zwei unterschiedlichen Seiten dieser Figur perfekt ein. Otto Octavius ist ein Mann mit Träumen, Wünschen und Makeln. Nachdem er im Dienst an etwas gescheitert ist, das seiner Meinung nach der Menschheit gedient hätte, wirft ihn seine Hybris um. ?Doc Ock' ist weniger Alter Ego als mehr die dunkle Seite von Otto Octavius, die nun zum Vorschein kommt. Das führt zu einem glaubwürdigen - und sehr erschreckenden - Schurken."

"Ich war schon immer ein großer Fan der Marvel Comics, weil ihre Figuren stets so interessant sind", gibt Molina zu. "Sie haben Probleme. Sie sind sehr realistisch." Für den Schauspieler waren die Mechanismen hinter der Rolle von "Doc Ock" ein wahres Lehrstück. "Es war irre: die Größe und Vorstellungskraft, die zutage trat, als die Aktionen meiner Figur - durch den Raum fliegen, durch die Glasfront eines Hauses krachen, ein Taxi umwerfen - ausgeführt wurden. Es ist eine einzigartige Methode zu filmen - die meisten von uns Schauspielern haben damit nichts zu tun. Eine sehr spezielle Arbeitsmethode und absolut faszinierend."

Molina war sehr erfreut darüber, dass ebenso viel Vorstellungskraft in den dramatischen Aspekt seiner Figur investiert wurde. "Sam Raimi und ich führten zahlreiche Diskussionen, um die Entwicklung von Dr. Otto Octavius hin zu ?Doc Ock' zu finden, und wie wir diese Evolution erreichen können", fährt er fort. "Sam legt sehr viel Wert auf deinen Input und deine Meinung. Ich sagte ihm, dass es mein Ziel sei, die Figur amüsant, charmant und hoffnungsvoll anzulegen - als jemanden, den das Publikum von Anfang an mag. So ist es noch schockierender, wenn diese schreckliche Veränderung stattfindet."

Eine der Figuren, die das große Pech hat, den Weg von "Doc Ock" zu kreuzen, ist Peters geliebte Tante May (Rosemary Harris), deren Auftritt im ersten Film der mit dem Tony Award ausgezeichneten, alt gedienten Schauspielerin eine neue Generation von Bewunderern einbrachte. "Es ist wunderbar, vierjährige Fans zu haben, die zu dir kommen und fragen: ?Bist du wirklich Peter Parkers Tante? ' Und wenn ich ?Ja! ' sage, werden ihre Augen größer und größer. Das ist unglaublich aufregend", lacht sie.

In SPIDER-MAN® 2 fegt "Doc Ock" Tante May buchstäblich von den Füßen und nimmt sie mit hoch auf ein mehrstöckiges Gebäude. Doch sie lässt sich von ihm nicht einschüchtern, sondern bekämpft den Schurken mit den mächtigen Greifarmen auf jedem Schritt ihres Weges mit ihrem Schirm. Harris führte ihre Stunts angeschnallt in speziell angefertigten Sicherheitsgurten durch, nachdem sie es geschafft hatte, dass die Filmemacher ihrem Stunt-Double eine Pause gönnten. "Ich hatte ein schlechtes Gewissen, denn mein wundervolles Stunt-Double sollte die meisten Drahtseil-Manöver für mich übernehmen", erinnert sich Harris. "Also fragte ich Sam und Laura: ?Warum lasst ihr mich das nicht mal versuchen? ' Zuerst wollten sie nicht. Aber ich habe sie angebettelt, mir wenigstens mal eine Chance zu geben, und schließlich haben sie zugestimmt."

"Ich habe noch nie eine Schauspielerin mit so viel Begeisterung und Mumm gesehen wie Rosemary", gibt Raimi zu. "Was für ein Teufelsweib. Sie ließ sich an die Drahtseile binden und ging mit auf diesen Höllenritt in ?Doc Ocks' Armen. Und das erste, was sie hinterher sagte war: ?Lasst uns das noch mal machen! Kann ich's noch mal machen? ' Sie war absolut unerschrocken. Ich war begeistert!"

Harris hatte ihren ersten Drahtseil-Stunt für SPIDER-MAN® 2 in New York City am Ostersonntag 2003. Als die berühmte Osterparade der Stadt in den Fifth Avenue unterwegs war, flog Tante May - gesichert durch ein Drahtseil, das im nahe gelegenen City Hall Park befestigt war - durch die Luft und brachte den Verkehr zum Stillstand, als die Passanten beobachten wollten, wie sie mit Spider-Man über die Straßen schwang. "Ich genoss jede Minute davon. Es war wundervoll, ein fantastisches Gefühl", rief Harris aus, nachdem sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. "Das einzige Mal, dass ich geflogen bin, war, als ich Peter Pan in einer Open-air-Produktion gespielt habe, und das war vor langer Zeit. Ich erinnere mich daran, dass ich als Peter Pan abhob und der Sputnik-Satellit im Orbit über mir vorbeiflog!"

J.K. Simmons kehrt ebenfalls in SPIDER-MAN® 2 zurück - als J. Jonah Jameson, Peters übellaunigem Boss beim Daily Bugle. Jameson ist eine der populärsten Figuren aus dem ersten Film und aus den Comics. "J.K. war als Jameson einfach wunderbar", sagt Arad. "Er hat seine einzigartige Energie in Spider-Man® eingebracht, dass wir alle nach mehr davon gierten."

In SPIDER-MAN® 2 ist Jameson sogar in einigen Szenen außerhalb der Daily-Bugle-Büros zu sehen. Aber einige Dinge ändern sich nicht: "Ich feuere Peter im Verlauf des Films einige Male. Ich feuere ihn eigentlich immer, wenn ich ihn sehe", lacht Simmons. "Und dann stelle ich ihn wieder ein, denn ich brauche seine Dienste immer wieder. Es machte Spaß, mal für einige Szenen aus meinem Büro zu kommen, besonders jene Szene, die während der Planetarium-Gala spielt, wo mein Sohn John der Ehrengast ist. John ist ein Held, ein Astronaut, und eine sehr prominente Figur in den Spider-Man®-Comics. Darüber hinaus lernen wir diesmal auch Jamesons Frau kennen."

Der neuseeländische Schauspieler Daniel Gillies spielt John Jameson, der von einer Mission zum Mond zurück kehrt, als Held empfangen wird und eine Beziehung mit M.J. eingeht. Ebenfalls neu im Ensemble ist Vanessa Ferlito, die M.J.s beste Freundin Louise spielt - eine Schauspiel-Kollegin, mit der M.J. in einer Off-Broadway-Produktion von Oscar Wildes "The Importance of Being Earnest" auf der Bühne steht - und Dylan Baker, der Dr. Curt Connors verkörpert, Peters einarmigen Universitätsprofessor.

"Ich bin mein ganzes Leben lang ein Filmfan, und ich hätte es nie für möglich gehalten, dass es in einem einzigen Film so viele fantastische und unterhaltsame Momente geben könnte", sagt Arad. "Einerseits gibt es da die dramatischen, tragischen und realistischen Seiten des Lebens. Aber als Kontrast haben wir einige klassisch-humoristische Momente in dem Film. Das Publikum wird sich im Verlauf des Films auf eine Reise voller verschiedener Emotionen begeben, und so soll es auch sein, wenn man ins Kino geht."

Über die Produktion "Nach dem ersten Film fragten wir uns: ?Von was wollen wir im zweiten Teil mehr sehen? '", sagt Avi Arad. "Die Antwort war: New York. Schließlich ist Peter Parker die Quintessenz des New Yorkers. Und Jameson? Jameson ist New York. Außerdem wollten wir mehr von der Größe der Stadt einfangen - ihre Wolkenkratzer, ihre Brücken, ihre Tunnel. Dank der Fortschritte der Filmtechnologie hätten wir nicht mal wirklich in New York drehen müssen. Aber wir wollten die Authentizität der Straßen und der Skyline."

Die Dreharbeiten für SPIDER-MAN® 2 begannen am 12. April 2003 in New York City, wo die Produktion rund drei Wochen an verschiedenen Drehorten in Manhatten, Queens und Brooklyn und in einem Studio in Yonkers verbrachte. Von den Straßen bis hin zu den Dächern hoch über der Stadt nutzten die Filmemacher effizient die Zeit in New York - und die Möglichkeit, die einzigartige Atmosphäre dieser Stadt einzufangen und zu erweitern, die dem ersten Spider-Man® schon so viel Energie geschenkt hatte.

"Im ersten Film haben wir New York als eigenständige Figur eingeführt. Mit SPIDER-MAN® 2 gehen wir einen Schritt weiter", sagt der Produktionsdesigner Neil Spisak. "Wir haben viel mehr von der Stadt genutzt, darunter (fotografische) Platten von echten Gebäuden und echten Straßen. Die technischen Fortschritte der letzten drei Jahre haben dem Visual Effects Designer John Dykstra und mir die Möglichkeit gegeben, echte Gebäude mit modellierten und computergenerierten Gebäuden zu kombinieren, und zwar noch besser und glaubwürdiger als im ersten Teil. Diesmal ist es eine sehr viel vollständigere Erfahrung."

Wieder arbeitete Regisseur Sam Raimi eng mit Spisak zusammen, um "der Realität die Ecken und Kanten zu nehmen", wenn der Film das Stadtbild zeigt. "Neil hat ein sehr spezielles New York geschaffen", sagt Raimi. "Es ist kein absolut authentisches New York, aber auch keine Fantasie-Stadt. Neil war in der Lage, das Fantastische in dem New York zu finden, das wir kennen. Dann hat er es konzentriert und kondensiert, so dass wir uns nun absolut glaubhaft in der Welt von Spider-Man befinden."

"Wir haben ein größeres Gefühl von New York in diesem Film", ergänzt Ziskin. "Der Film ist im Breitwandformat gefilmt, und das wird ihm auch gerecht, denn wir haben eine andere Geschichte, die nach einem anderen Zugang verlangte."

Die Produktion begann auf dem Campus der Columbia University in Manhattan, die als Drehort für die Universität von Peter Parker dient, wo er mit der Verantwortung seiner wissenschaftlichen Arbeit und seinen Pflichten als Superheld kämpfen mußs. Der hoch verehrte Comiczeichner John Romita Sr., der nach dem Abgang von Steve Ditko, dem Co-Erfinder der Serie, für seine künstlerische Arbeit an den "Spider-Man®"-Comics bekannt wurde, hat den Set während der Dreharbeiten für eine Szene im Klassenraum besucht.

Das Dach des Hotels Intercontinental, gegenüber vom Waldorf Astoria, war der Drehort, an dem Spider-Man über seine nächsten Aktionen nachdenkt, während Downtown, in der Gegend um die Wall Street, ein anderes Dach als "Startrampe" für die Spydercam-Kamera diente, die hinabstürzt und durch die Straßenschluchten schwingt, um Spider-Mans mitreißende Fortbewegungsart in der Luft zu illustrieren.

"Wir haben eine der längsten Drahtseil-Aufnahmen ausgeführt, die die Spydercam jemals gefilmt hat", sagt der Ausführende Produzent Joseph M. Caracciolo. "Die Wall-Street-Aufnahme war rund 750 Meter lang. Ich bin ein Ex-New Yorker, also hat mir diese Aufnahme in dieser Location keine schlaflosen Nächte bereitet. Aber es gibt immer irgendwelche Schwierigkeiten, wenn man in New York mit Drahtseilen arbeitet - die Platzierung der Kräne auf den Gebäuden, die Bewegung von Schauspielern, Crewmitgliedern und Equipment und, natürlich, die Schaulustigen."

"Es war eine Herausforderung für uns, die Produktion auf die Dächer der Gebäude zu verlagern, aber wir hätten nicht mehr Glück haben können - die Dächer sind schließlich Spider-Mans Welt und seine Sicht über die Stadt, wenn er durch die Straßen schwingt", bemerkt der Ko-Produzent Grant Curtis. "Es war atemberaubend, die Stadt aus der Höhe von 70 Stockwerken zu sehen - eine ganz eigene Welt. Man kann die Schönheit der Architektur von New Yorks Wolkenkratzern vom Boden aus gar nicht vollständig würdigen. Wir haben im ersten Film ein wenig davon gezeigt, aber wir wollten noch mehr von Spider-Mans Schwindel erregender Welt präsentieren, und ich glaube, das haben wir in diesem Film geschafft."

Die Produktion kehrte auch in ein Viertel von Queens zurück, das als jener Straßenzug aus dem ersten Spider-Man® bekannt ist, in dem Peter mit seiner Tante May und seinem Onkel Ben und mit seinem Schwarm M.J. als Nachbarin gelebt hat. Peter, der nun in einem winzigen Apartment in Manhattan wohnt, kehrt zu einem versöhnlichen Gespräch mit seiner geliebten Tante May zurück. Hier trifft er auch seine große Liebe M. J. wieder.

Der Cypress Hills Friedhof in Brooklyn war der Drehort für einen traurigen Besuch von Peter und Tante May an Onkel Bens Grab, und die Fassade der Anthology Film Archives im East Village von Manhattan ist der Ort, an dem nach der schrecklichen Explosion während Dr. Octavius' Fusions-Demonstration das Chaos ausbricht.

Peter und M.J. haben ein weiteres Gespräch während eines Bummels durch Chinatown, und die Fassade des The Rose Center (zu dem auch das Hayden Planetarium gehört) im Museum of Natural History war der Drehort einer Benefiz-Gala, in deren Verlauf M.J. eine unangenehme Begegnung mit Peter hat, der die Veranstaltung für den Daily Bugle fotografieren soll.

Nach der Rückkehr nach Los Angeles wurde SPIDER-MAN® 2 in verschiedenen Hallen der Sony Pictures Studios in Culver City gedreht. Halle 15 beherbergte die Büros des Daily Bugle, Peters kleines Apartment und Dr. Octavius' hoch entwickeltes Labor. In Halle 29 wurde die Villa der Osborns, wo Harry Osborn mittlerweile lebt, wieder errichtet. Halle 27 wurde mit dem Set von M.J.s Apartment, einem gigantischen Spinnennetz, dem Inneren des Planetariums, dem riesigen Uhrenturm und einigen anderen Drehorten ausgestattet.

Eine Reihe von Hochbahnen fanden in Halle 14 Platz, in der Spider-Man und "Doc Ock" ihre Kräfte messen.

Eines der kompliziertesten Sets für SPIDER-MAN® 2 war der Pier, der von Neil Spisak gestaltet und über einen Zeitraum von 15 Wochen in Halle 30 gebaut wurde. Der Pier ist "Doc Ocks" Refugium am East River, wo er seine Arbeit an den Fusions-Experimenten fortsetzt. Aber nach seiner erschreckenden Verwandlung gehen die Experimente nun in eine andere Richtung. In diesem Set wurden einige der komplexesten und wichtigsten Szenen des Films gedreht.

"Im Gegensatz zu Dr. Octavius' Labor, das Teil seines Apartments ist - ein stromlinienförmiger, organisierter und sauberer Platz -, ist der Pier ein verwüsteter, verfallener, baufälliger Ort", erklärt Spisak. "Er folgt der Entwicklung dieser Figur und illustriert, dass sie wilder, gefährlicher und ein ernstzunehmender Gegner für Spider-Man geworden ist."

Der Set, rund 18 Meter breit, 37 Meter lang und zwei Meter hoch, wurde über einem Wassertank errichtet und mit diversen Komponenten wie Hintergründen für die später computergenerierten Aufnahmen und Miniaturen ausgestattet.

"Bevor wir diesen Set bauten, haben wir aufgrund von Skizzen und Zeichnungen ein präzises Modell davon hergestellt, ungefähr 2,2 Meter lang und 1,2 Meter breit. Das Modell war besonders für die Zimmerleute sehr hilfreich, die dort Maß nehmen und dies auf die Konstruktion des echten Piers übertragen konnten, und für das Miniaturen-Team, die unsere Dimensionen, Strukturen und Materialien ermitteln konnten", erklärt der Art Director Tom Wilkins. "Wir haben Teile in San Pedro gedreht, wo wir von einem echten Pier aus aufs Wasser filmten. In der Post-Produktion haben wir den Hintergrund von New York hinzugefügt. Außerdem haben wir eine Miniatur von dem Pier - innen und außen - gebaut, um die Komposition auf dem East River zu vervollständigen.

Das Art Department entwarf weiterhin einen 42 mal 12 Meter großen Hintergrund aus Vinyl, der Ocks Blick auf Manhatten durch ein großes Fenster am Ende des Pier-Sets zeigen sollte. Wellenmaschinen wurden im Wasser angebracht, um die Bewegungen unter dem Pier in Gang zu bringen. Die Außenaufnahmen für die Szenen in "Doc Ocks" Hauptquartier fanden auf Terminal Island in San Pedro statt.

Danach zog die Produktion für die Drehzeit von zwei Wochen auf das Gelände von Universal um. Etliche Straßenzüge dort wurden in Viertel von New York verwandelt, darunter in die Fassade des Lyric Theater, in dem M.J. in einer Off-Broadway-Aufführung von Oscar Wildes "The Importance of Being Earnest" spielt. Ein Waschsalon wurde für eine amüsante Szene mit Peter Parker und einigen schmutzigen Kleidungsstücken hergerichtet, und Ari's Village Deli and Bakery wurde der Schauplatz einer extrem komplexen Szene, einer Schlüsselszene zwischen Peter und M.J. zuerst von Peters "Spinnensinn" und dann von einem Auto unterbrochen wird, das durch das Schaufenster fliegt - gefolgt von der Ankunft von "Doc Ock".

"Es war ein großer Luxus, diesen Set bauen zu können - wir konnten alles machen, was wir für diese Szene gebraucht haben", erinnert sich Spisak. "Die Wände haben wir so konstruiert, dass die Gebäude daneben geschützt waren, als das Auto durch das Fenster krachte. Als die Tricks, Gags und Stunts dann klarer herausgearbeitet waren, haben wir dafür diverse Dinge hinzugefügt, bevor er komplett fertig war."

"Das Deli war ein kompletter 360-Grad-Set inklusive Küche, Theke, Gebäck und Kronleuchtern", ergänzt Art Director Steve Saklad, der eng mit Spisak zusammenarbeitete. "Wir haben die Straße so hergerichtet, dass man aus dem Fenster sehen konnte und die Kreuzung Lafayette Street und Astor Place vor sich hatte. Dazu brauchten wir eine Menge Verkehrszeichen, Schautafeln, Straßenverkleidungen, Bäume und Ampeln. Unser Set-Dekorateur Jay Hart und sein Team brachten sogar Laternenpfähle mit und beklebten sie mit Reklamezetteln, so dass sie wie in New York aussahen."

Für Sam Raimi "war das Diner eine komplexe technische Szene, weil sie so viele verschiedene Abteilungen zusammenbrachte, die alle aufeinander angewiesen waren und miteinander kommunizieren mußsten, um ihre Aufgabe zu erledigen und so zu gewährleisten, dass jede einzelne Kameraeinstellung funktioniert. Wir benutzten mechanische Effekte.Das heisst, dass das Stunt Department mußste ein Auto nehmen, es durch das Fenster des Deli schleudern und die Requisiten-Abteilung sorgtefür die dabei wegfliegenden Gegenstände. Die Szene findet ihren Höhepunkt, als "Doc Ock" schließlich auf einer Spezialanfertigung, die wir "Geh-Vorrichtung" nannten, einfliegt.Und es wurde noch komplexer, weil ?Doc Ock' einfliegt, und zwar auf etwas, das wir ?Geh-Vorrichtung' nannten."

Diese wurde für "Doc Ock" geschaffen, weil sich die Figur nicht nur selbst bewegt, sondern auch seine Tentakel für seine Fortbewegung sorgen. Wenn er auf seinen Greifarmen läuft, unterstützen sie sein Gewicht, also mußste ein Gerät konstruiert werden, das ihn sicherte und ihn durch den Raum bewegen konnte, als würde er mit seinen vier zusätzlichen Armen tatsächlich arbeiten. Darüber hinaus schuf das Visual Effects Department "virtuelle" Tentakel, die zum Einsatz kamen, wenn sich bestimmte Aktionen mit den echten nicht ausführen ließen.

Doc Ock: Vom Wissenschaftler zum Wahnsinnigen "Doc Ock", einer der populärsten Superschurken der "Spider-Man®"-Comicserie, trat zum ersten Mal in "The Amazing Spider-Man® #3" auf, das 1963 veröffentlicht wurde. Er wurde schnell zu einem von Spider-Mans schrecklichsten Gegnern. Nach der Comicvorlage kann sich jedes von Ocks Tentakeln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 27 Metern pro Sekunde bewegen und mit der Kraft eines Presslufthammers zuschlagen. Seine extrem kraftvollen Tentakel ermöglichen es ihm, ein Auto von der Straße in die Luft zu heben, Ziegelsteine zu pulverisieren, Betonwände zu durchbrechen und über seinen Opfern zu schweben, indem er sich in die Luft schwingt.

",Doc Ock' ist ein Favorit der Fans, und wir waren uns des großen visuellen Potenzials dieser Figur sehr wohl bewusst", bemerkt Sam Raimi. "Ich glaube, wir waren alle ganz vernarrt in ?Doc Ock'."

"Alfred Molina ist einfach großartig als Otto Octavius/?Doc Ock'", sagt Arad. "Er war in der Lage, all die verschiedenen Aspekte der Figur mit seiner Mimik, seiner Körpersprache und besonders seiner einzigartigen Stimme zum Ausdruck zu bringen. Die Stimmungen, die Zweifel, die Menschlichkeit, das Leid und die Hoffnung - all das findet man in seiner Darstellung."

Nicht nur mußste Molina diese ganze Bandbreite von Emotionen zum Ausdruck bringen, auch mußste er, mit seinen vier mechanischen "Co-Stars" zu arbeiten - "Doc Ocks" hoch entwickelten Tentakeln, mit denen Molina all seine Bewegungsabläufe und Gesten koordinieren mußste. Er probte über Monate hinweg sowohl mit Raimi als auchden Puppenspielern und Designern von Edge FX, die die unglaublich detaillierten zusätzlichen Arme gestaltet hatten und bewegen sollten.

"Wir haben zahllose Gespräche darüber geführt, wie wir verschiedene Illusionen erzeugen konnten - und vor allem die Illusion, dass die Tentakel ein integraler Bestandteil von mir sind", erinnert sich Alfred Molina. "Wir haben Bewegungsabläufe des Körpers diskutiert und welchen Effekt ein sich bewegender Tentakel auf den Rest meines Körpers haben würde. Als ich zum ersten Mal mit dem Leitenden Puppenspieler Eric Hayden sprach, erzählte er von den Tentakeln, als seien es lebende Wesen. Ich mußs zugeben, dass ich anfangs ein bisschen irritiert und skeptisch war, aber dann verstand ich, wovon er sprach. Die Tentakel waren nicht nur leblose Anhängsel. Sie wurden von lebenden Puppenspielern bewegt. Was sie taten, gab den Tentakeln organisches Leben. Ich habe allergrößten Respekt vor ihrer Arbeit, denn sie haben die Tentakel mit Persönlichkeit ausgestattet."

Wenn er sein komplettes Kostüm trug, wogen Molinas Tentakel zwischen 75 und 100 Pfund, je nachdem welche Anforderungen die Szene an das Kostüm stellte. Jedes der Tentakel war voll beweglich, und bei voll ausgefahrener Länge von rund vier Metern bestanden die oberen Tentakel aus jeweils 76 einzelnen Stücken. Jeder Wirbel war handmodelliert und geschmirgelt, individuell handbemalt, verchromt, dann noch einmal bemalt und von Hand zusammengesetzt. Wenn man die komplette Kollektion der "Doc Ock"-Tentakel, Unterteile, Enden und Gelenke der Länge nach aufeinander reiht, würden sie ein 20-stöckiges Hochhaus überragen.

Der dreifache Oscar®-Gewinner, Kostümdesigner James Acheson, nutzte die Gelegenheit, das bereits klassische Spider-Man-Kostüm für SPIDER-MAN® 2 weiter zu entwickeln und zu verfeinern. "Die Kreation des Spider-Man-Kostüms für den ersten Film war eine echte Herausforderung, denn wir sollten es für eine Art Cirque-du-Soleil-Akrobat gestalten, für jemanden mit einer unglaublichen kinetischen Wendigkeit", erinnert er sich. "Also mußste das Kostüm extrem flexibel sein. Für den neuen Teil haben wir einige Verbesserungen vorgenommen, auch wenn nur echte Enthusiasten diese wahrnehmen werden. Die Farben sind ein bisschen anders, und wir haben minimale Veränderungen bei den Bewegungen in der Kappe des Kostüms durchgeführt. Wir haben die Augenstücke von Spider-Mans Maske und auch noch ein paar Aspekte des Spinnen-Designs auf der Brust und auf dem Rücken des Kostüms neu justiert."

Ganze 35 neue Spider-Man-Kostüme wurden für SPIDER-MAN® 2 hergestellt, wobei die Anfertigung jedes einzelnen einige Wochen und 30 Spezialisten erforderte. "James hat rund 100 kleine Veränderungen im Vergleich zu der Originalversion des Kostüms vorgenommen", bemerkt Raimi. "Er hat die Linsen magnetisch befestigt, so dass sie scheinbar mit der Maske verschmolzen sind, und die Spinne auf dem Kostüm wurde ebenfalls neu designt. Ich finde, es hat eine elegantere, fließendere Linie, die ihm eine größere Harmonie verleiht."

Für den Auftritt von "Doc Ock" in SPIDER-MAN® 2 verbrachten Acheson und Raimi ein Jahr lang immer wieder damit, mit Spisak und dem Visual Effects Designer John Dykstra sowie den Künstlern von Edge FX zusammenzuarbeiten - in Sitzungen, die Sam Raimi als "Gruppendenken" bezeichnet. "Ich brauchte den Input von John Dykstra, denn John mußste mit den Bewegungen von ?Doc Ock' in den computergenerierten Bildern umgehen. Also mußste er schon beim Charakter-Design involviert werden, und zwar zusammen mit Jim, der den Look der Figur bestimmen sollte", erinnert sich Raimi. "Ein Teil dieses Looks bestimmte die Bewegungsabläufe, und das Aussehen der Arme bestimmte deren Funktion. Neil war auch involviert, denn Ock ist im Film ein großer Teil von Neils Welt. Es entwickelte sich eine große Abhängigkeit zwischen den Leitern der einzelnen Abteilungen, damit wir die komplexe Natur und Physis dieser Figur erreichen konnten."

"Es war eine außergewöhnliche Gelegenheit, am Design für ?Doc Ock' zu arbeiten und meine Kräfte mit denen von Sam, John und Neil zu vereinen", sagt Acheson. "Ich mußste mit Modellbauern arbeiten, mit Ingenieuren und Roboter-Experten und natürlich den wunderbaren Menschen von Steve Johnsons Firma Edge FX. Es war sehr spannend, mit diesen Spezialisten zu arbeiten, mit denen ich normalerweise nichts zu tun habe. Der Zugang zu dieser Figur war sehr emotional. Wir wollten Tentakel schaffen, die eine Art Schönheit besaßen, aber gleichzeitig bedrohlich wirkten."

"Die Herausforderung bei ?Doc Ock' war es, eine visuell absolut glaubwürdige Welt zu erschaffen, die sich auf einen Mann fokussiert, dem vier Tentakel aus dem Rücken wachsen", erläutert Spisak. "Das war eine ziemlich harte Nuss. Bei Ocks Kreation mußsten wir Design und Ausführung so gestalten, dass es glaubwürdig rüberkam. Über einen Zeitraum von etlichen Monaten wurde uns immer klarer, was für Ock physisch möglich ist, und was wir mit CGI erreichen konnten. Wir haben den Look konzeptualisiert und uns erst danach mit den physischen Grenzen beschäftigt. Sonst hätten sie uns gleich am Anfang zu sehr eingeschränkt."

Und Dykstra ergänzt: "Es war eine gewaltige Aufgabe, ?Doc Ock' zum Leben zu erwecken. Seine Tentakel sind bestimmten Kriterien unterworfen. Sie mußsten in die Welt passen, die Neil für Spider-Man und Ock kreiert hatte. Die Komponenten des Kostüms - der Stoff und das Gewicht - mußsten so beschaffen sein, dass ein Schauspieler sie auch wirklich tragen kann. Da es nicht immer praktisch war, die Tentakel zu benutzen, mußsten wir auch eine ?virtuelle' Version mit Edge FX zusammen kreieren. Am Ende war die Integration der Tentakel in die Geschichte eine Verbindung all dieser Komponenten und der Kooperation aller Beteiligten."

Es ist aber nicht nur die Kraft der Tentakel, die "Doc Ock, unterstützen, sie helfen ihm - laut Art Director Jeff Knipp - auch visuell. "Jeder Tentakel ist mit einer eigenen Kamera ausgestattet, so dass Ock durch die Tentakel Dinge im Auge behalten kann, die außerhalb seines Sichtfeldes liegen", sagt Knipp.

Spisak und sein Team haben mehr als 100 Sets und Drehorte für SPIDER-MAN® 2 designt und ausgestattet. "Es gibt rund 10 gewaltige Sets, andere wiederum sind einfach Straßenecken. Wir haben elf Häuserblocks in Downtown Los Angeles belegt und zahllose Dächer, Straßen und Gebäude in New York City", bemerkt Spisak. "Dies ist sicherlich der größte Film, an dem ich je beteiligt war."

Spisak arbeitete eng mit dem Chefkameramann Bill Pope zusammen, um die Farbpalette für die Sets zu definieren, und die beiden saßen über Recherchematerial und Fotos der Locations zusammen, um sich für das Beleuchtungskonzept der Geschichte inspirieren zu lassen. "Im ersten Film war Peter Parker jünger, sich weniger über seine Kräfte im Klaren, und er hat erst begonnen, sie zu entdecken. Das wurde auch in dem übergeordneten Look des Films reflektiert", sagt Spisak. "Jetzt ist er schon eine Weile Spider-Man, und seine Frustration darüber, wie er sein Leben mit seinen Pflichten in Einklang bringen soll, ist viel komplexer. Das wiederum reflektiert die Farbpalette und den Ton des Films - sie sind ein wenig anspruchsvoller, komplizierter und tiefgründiger, was die Farben und den Look angeht."

Eines der zentralen Motive des Films ist der Gebrauch von Uhren, der sich durch die ganze Story zieht. Die größte davon ist in einem gigantischen Uhrenturm, wo Spider-Man und "Doc Ock" ein Treffen haben. "Am Anfang des Films gibt es viele Bilder von Uhren, weil Peter immer zu spät kommt - er mußs immer rennen, um irgendwo anzukommen, und sein Leben als Spider-Man steht seinem regulären Leben immer im Weg", bemerkt Spisak. "Darum ist der Uhrenturm ein perfekter Ort für ein Treffen zwischen ihm und seinem Gegner."

"Ich wurde immer gefragt, was die größte Herausforderung für mich an SPIDER-MAN® 2 war", gibt Dykstra zu Protokoll. "Ich habe gesagt: Spider-Man® hat neue Standards gesetzt, was die visuellen Effekte angeht, aber zwischen den beiden Teilen lagen eine Menge Filme, die ebenfalls unglaublich erfolgreich waren und spektakuläre Effekt-Neuentwicklungen boten. Also bestand unsere Herausforderung darin, in die Zukunft zu blicken, um die Standards zu erahnen, mit denen sich SPIDER-MAN® 2 messen mußs, wenn er in die Kinos kommt."

Unter den Werkzeugen, die Dykstra und seinem Team für die Aufnahmen zur Verfügung standen, die aus Spider-Mans Blickwinkel gefilmt werden sollten, während er durch die Straßenschluchten schwingt, war Earl Wiggins' Spydercam. Während der Dreharbeiten in New York wurde die speziell angefertigte Kamera, die von einem ferngesteuerten Computer kontrolliert wird, von einem Dach in der Wall Street, 30 Stockwerke über der Erde, gestartet und konnte das aufnehmen, was Spider-Man sieht, wenn er hoch über den Straßen durch die Luft schwingt. Die Kamera legte den langen Weg von mehr als vier Häuserblocks zurück, stieß in die Straßenschluchten hinab, schwebte etliche Blocks über den Fahrzeugen und an Hintergründen vorbei, die extra für den Film in den Straßen platziert worden waren.

"Wir haben die Kamera vom Dach fallen lassen und sie der Aufnahme entsprechend auf- und ab bewegt, damit sie simulieren konnte, wie Spider-Man seine Flugbahnen durch die Straßenzüge zieht, das eine Netz loslässt ein neues abschießt und sich über den Verkehr schwingt", erläutert Dykstra.

"Einer der großen Erfolge des ersten Films war die Zuneigung, die das Publikum unserer Hauptfigur entgegenbrachte. Er war sehr, sehr sympathisch", fährt Dykstra fort. "Dieser Film nun ergründet diese Figur wesentlich tiefer, und besonders die SpecialEffects betreffend hoffen wir, dass wir dem Publikum eine bessere Ahnung vermitteln können, was es heißt, Spider-Man zu sein. Im ersten Film konnten wir mit ihm fliegen. Die Idee, die hinter diesem Film steht, war es, die Flugsequenzen so poetisch und erinnerungswürdig zu gestalten, dass man einen noch stärkeren Sinn dafür bekommt, wie sich Spider-Man durch die Lüfte bewegen kann."

Diesen Zugang hatte auch Sam Raimi selbst, sagt Laura Ziskin. "Eine seiner bemerkenswertesten Stärken ist, dass er selbst einer der größten Fans der Comicreihe ist und damit weiß was das Publikum sehen will. Er macht den Film für die Zuschauer, identifiziert sich mit den Charakteren und ist sich immer darüber im Klaren, wie der Rhythmus einer Szene funktioniert oder sie aussehen soll - und zwar für ihn und die anderen Zuschauer. Das macht ihn zum perfekten Regisseur für dieses Material. Darüber hinaus ist er an einem Punkt seiner Regie-Karriere, an dem ihm keiner was vormachen kann. Er ist technisch brillant, aber er kann auch außergewöhnlich gut mit den Schauspielern arbeiten. Und schließlich ist seine ganz persönliche Beziehung zu Peter Parker und den anderen Hauptfiguren ein großartiges Geschenk ans Publikum."

"Wir durchleben gerade eine harte, Angst einflößende Zeit, und in solchen Zeiten suchen wir nach Heldengeschichten, die uns Hoffnung geben", schließt Sam Raimi. "Vielleicht ist das der Grund, warum das Publikum vor zwei Jahren von Spider-Man so hingerissen war. Ich hoffe, dass die Zuschauer in SPIDER-MAN® 2 das Gefühl haben, Zeuge einer Liebesgeschichte zu werden, dass sie an einer weiteren Episode im Leben von Peter Parker teilhaben und dass sie die Herausforderungen und Konflikte sehen, denen er sich stellt und die er meistern mußs. Meine Hoffnung ist, dass der Film das Publikum aufrichtet und belebt."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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