Die Rugrats auf Achse

Produktionsnotizen

Amerikas beliebteste TV-Babys haben in ihrem dritten Kinofilm "Die Rugrats auf Achse" den bislang stärksten Wachstumsschub. Das aufregende Zeichentrickabenteuer bringt zum ersten Mal die farbenfrohen Charaktere der zwei Emmy ausgezeichneten Nickelodeon-Serien zusammen.

Die "Rugrats" treffen auf die mit dem Humanitas Award gekürte "Expedition der Stachelbeeren". Angereichert mit zahlreichen Hommagen auf Filmklassiker, die besonders Erwachsenen Spaß machen, und mit der Neuheit Odorama - einer interaktiven Rubbel-Riech-Erfahrung mit Gerüchen von fürchterlich (zwischen Fußgeruch und altem Fisch) bis lecker (zwischen Erdbeere und Erdnussbutter) - erweckt "Die Rugrats auf Achse" garantiert das Kind in jedem von uns. Über die Story Als Verschollene auf einer gottverlassenen polynesischen Insel, bekannt nur als "Unbewohnt", finden die ausgelassenen Rugrats-Babys ihre Gegenstücke in der berühmten Naturfilmer-Familie Stachelbeere aus "Expedition der Stachelbeeren". Tommy Pickles und seine Dreikäsehochs erleben das Abenteuer ihres Lebens und entdecken bei dieser Begegnung in der Wildnis völlig neue Seiten an sich.

Spike (im Original gesprochen von Bruce Willis) bemerkt, dass sein Bellen besser ist als sein Beißen, jedenfalls wenn er mit Eliza Stachelbeere spricht, die ihn Wort für Wort versteht. Die tyrannische Angelica findet ihren Meister in der neurotischen Teen-Queen Debbie Stachelbeere. Der ängstliche Chuckie entdeckt den mutigen Jungen in sich als er Klamotten und Persönlichkeit mit dem wilden Donnie tauscht. Die Käfer fressenden Zwillinge Phil und Lil werden zu Vegetariern, nachdem sie einem echten Käfer in der Wildnis ins Gesicht geschaut haben.

Und der nette Tommy beweist, dass er nicht nur ein "Vorgarten-Entdecker mit Windeln voller Träume" ist, als er seinem großen Idol Sir Nigel Stachelbeere (im Original gesprochen von Tim Curry) begegnet, der normalerweise mit der gleichen ehrlichen Begeisterung auf Entdeckungsreisen geht. Das Abenteuer beginnt, als Tommys Vater Stu auf eine Familienkreuzfahrt einlädt, die schließlich in einem fürchterlichen Sturm endet und alle auf eine verlassene Insel verschlägt.

Sie sind Verschollene auf einer Tropeninsel und haben dazu noch einen weißen Leoparden (im Original Chrissie Hynde von den Pretenders) im Nacken, der sie am liebsten als besonders zartes Katzenfutter vernaschen würde. Doch wenn sie alle zusammen halten, können sie es heil zurück nach Hause schaffen - genau darin liegt die Lektion des Filmes, der Rugrats und Stachelbeeren zu einer großen glücklichen Familie vereint.

Spike spricht Als sich Spikes Babys verlaufen, ist ihm klar, dass keine Zeit für Spiele ist. Es ist Zeit, seine Sorgen in Worte zu fassen und jedem mal so richtig seine Meinungen zu bellen, egal ob Kind oder Katze. Rugrats-Fans auf der ganzen Welt werden nun endlich die Stimme von Spike hören, geliehen von seinem menschlichen Gegenstück Bruce Willis.

"Es ist seine Haltung und seine Persönlichkeit. Und außerdem habe ich tatsächlich seine Stimme in meinem Kopf gehört, als ich mir Spike sprechend vorstellte. Aus diesem Grund war Bruce Willis unsere erste Wahl", sagt die ausführende Produzentin Albie Hecht. "Er hat ein wundervolles komisches Timing. Seine spitzbübische, schalkhafte und verspielte Art sind all das, worum es bei Spike geht."

"Bruce ist das Original", stimmt die ausführende Produzentin Julia Pistor zu. "Weil Bruce so viel von sich gegeben hat, haben wir für diesen Film so viel aus Spike heraus holen können."

Willis ist Vater von drei Mädchen und stolzer Besitzer eines ganz jungen Labrador-Welpen namens Bella. Er kennt sowohl die "Rugrats" wie die "Expedition der Stachelbeeren" und hält beide für ausgezeichnete Familienunterhaltung.

"Ich denke, man hat mich für die Rolle von Spike gewählt, weil ich auf eine bestimmte Art und Weise wahrgenommen werde und diese Haltung projiziere", erklärt Willis. "Unglücklicherweise konnte ich mir keine Inspiration von Bella holen, denn leider kann sie nicht sprechen - zumindest denke ich, dass sie nicht sprechen kann. Aber mal im Ernst, es ist toll Teil von einem Projekt zu sein, das der ganzen Familie Spaß macht."

Der Stimmregisseur Charlie Adler hat Willis' Voiceover-Erfahrung bei "Guck mal wer da spricht" als großes Plus gesehen. Hinzu kommt, dass ihn seine eigenen Kinder einigermaßen auf die Rugrats-Welt vorbereitet haben, und er so einen Zugang zu Spikes Universum hatte. "Von Anfang an war Bruce begeistert und hat den Charakter auf Anhieb hinbekommen", erinnert sich Adler. "Es war erstaunlich, wie er sich in Spikes Persönlichkeit versetzte, sobald er das Aufnahmestudio betrat."

Laut Regisseur Norton Virgien war Spike von Anfang an einer der Lieblingscharaktere, aber man war sich eben auch nie ganz sicher, was er sich eigentlich so denkt.

"Bruce half uns dabei, Spikes Persönlichkeit so farbenfroh zu gestalten", sagt Virgien. "Ich denke, was Bruce Willis so erfolgreich gemacht hat, ist die Kombination von Heldenhaftigkeit, Mut und Kühnheit als Actionstar mit einer riesigen Portion Humor."

Der ausführende Produzent Eryk Casemiro sinniert sogar darüber, ob nicht Willis mit einem gewissen Anteil Hund zum Projekt gekommen sei. "Er ist so aufgeschlossen gewesen und hat sich so viel Mühe gegeben, es allen Recht zu machen, dass er ziemlich gut in seine Rolle als Hund passt", witzelt Casemiro. "Und so haben wir die Persönlichkeit von Spike tatsächlich teilweise erst durch Bruce entwickelt."

Laut dem ausführenden Produzenten Hal Waite repräsentiert Spikes Charakter auch den Film als Ganzes. "Wir wollten zeigen, wie Hingabe und gemeinsames Hinarbeiten auf ein Ziel jeden zum Gewinner macht", so Waite. "Tatsächlich bekommt fast jeder Charakter im Film - besonders Spike - am Ende das, was er will."

Und Bruce Willis ist vor allem froh, dass der Film etwas zu sagen hat, und dabei trotzdem ein Spaß für die ganze Familie geblieben ist.

"Weil ich selbst ein Vater bin, wollte ich etwas machen, das sich meine Kinder anschauen können, und darüber hinaus wollte ich etwas erschaffen, das sich für Eltern und ihre Kinder auf der ganzen Welt lohnt."

Nicht nur für Kinder Noch mehr als seine beiden Vorgänger, bietet das dritte Rugrats-Abenteuer sowohl Kindern als auch Erwachsenen eine ganz spezielle Form der Unterhaltung. Von der Farce, die Kindern Spaß macht, ist es kein weiter Weg bis zur Parodie, die auch Erwachsene unterhält.

"Wir haben eine große Parodie-Tradition in all unseren Filmen", erklärt der ausführende Produzent Albie Hecht, President von Spike TV, Nick Movies und Nick Records. "Hieraus entsteht ein großer Teil des Humors in ?Die Rugrats auf Achse' und so haben auch Erwachsene viel Spaß, wenn sie sich den Film anschauen."

Voller Anspielungen auf aktuelle Kinohits genauso wie auf Filmklassiker und Fernsehshows, bietet "Die Rugrats auf Achse" verschiedene Ebenen von Komik. Genau dafür ist Klasky Csupo berühmt.

"Klasky Csupo sind genial, wenn es darum geht, Satire und Hommagen zu liefern", erläutert die ausführende Produzentin Julia Pistor, Vice President von Nickelodeon Movies. "Alles, was sie heraus bringen, ist ungemein modern, weil sie die Leinwand mit visuellen und gesprochenen Anmerkungen zur Popkultur füllen. So ist für jede Altersgruppe etwas dabei."

Der Film gibt keine Ruhe, wenn es ums Veralbern geht. Von dem Moment an, in dem Angelica ihre Puppe Cynthia über die Reling hält und verkündet: "Ich bin die Königin der Welt!" (als "Titanic"-Hommage) bis zu der Szene, in der sie die angespülte Cynthia am Strand wiederentdeckt wie die Freiheitsstatue in "Planet der Affen" und sie sich mit ihr am Strand herumwälzt während die Wellen über ihnen brechen, was stark an "Verdammt in alle Ewigkeit" erinnert.

Einige naheliegende Verweise wie "Der Sturm" oder "Gilligan's Insel" sind natürlich leicht zu entdecken, als der Rugrats-Familienausflug aus dem Ruder läuft und ihr Boot vom Kurs abkommt. Aber es gibt auch zahlreiche subtilere Anspielungen, mit denen besonders Filmkenner viel Freude haben. So zum Beispiel die smarte Hommage auf "Poseidon Inferno" als die Mutter der Zwillinge Betty DeVille wie Shelley Winters in das Wrack taucht.

Obwohl Betty dort niemanden das Leben retten will, sondern nur nach einem Schnuller sucht, ist die Anspielung auf den Filmklassiker offensichtlich. Und wohl keiner wird sich ein Grinsen verkneifen können, wenn die Rugrats und ihre Eltern sich winkend von einem lächelnden Milchbehälter verabschieden - ein klarer Verweis auf Tom Hanks Volleyball und besten Freund in "Verschollen".

Die offensichtlichste Anspielung auf einen Fernsehklassiker - abgesehen von "Gilligan's Insel" - ist die Szene, in der Donnie Stachelbeere durch einen Wasserfall hindurch die Bewegungen von Chuckie Finster nachahmt, weshalb Chuckie davon überzeugt ist, nur sein eigenes Spiegelbild zu sehen.

"Das erinnert an die Spiegelroutine von Harpo Marx und Lucille Ball aus einer klassischen ?Hoppla Lucy'-Episode", merkt der ausführende Produzent Eryk Casemiro an. "Wenn sich Erwachsene daran erinnern, dann müssen sie hier einfach lachen, und für die Kinder, die diesen Bezugspunkt nicht haben, ist es trotzdem witzig."

Autorin Kate Boutilier, die auch "Die Abenteuer der wilden Stachelbeeren" geschrieben hat und Koautorin von "Rugrats in Paris" und der "Rugrats"-Fernsehserie war, hält versteckte Filmanspielungen für eine gute Methode, um einen Familienfilm auch für Erwachsene unterhaltsam zu gestalten.

"Ich halte es für wichtig, Erwachsene genauso anzusprechen wie Kinder", sagt Boutilier. "Wenn Kinderfilme etwas haben, das Erwachsenen Spaß macht, dann wird es für alle ein schöneres Erlebnis."

Über die Produktion Für den ausführenden Produzentin Albie Hecht war es immer klar, dass es früher oder später zur Begegnung von "Rugrats" und "Expedition der Stachelbeeren" kommen mußste. Albie Hecht ist seit 1997 President of Film and TV Entertainment für Nickelodeon und hatte die Kinodebüts beider Cartoons gemeinsam mit Arlene Klasky und Gabor Csupo begleitet, die er als "eines der besten Animationsteams in der Industrie" bezeichnet. Nach zwölf Jahren gemeinsamer Arbeit, aus der zahllose beliebte Charaktere entstanden sind, suchte Hecht nach einer Möglichkeit, wie sich die Erfolge der beiden Serien gegenseitig ?befruchten' könnten.

"Wir suchen immer nach Wegen, um noch einen Schritt weiter zu gehen", sagt Produzentin Arlene Klasky. "Wir hatten das Gefühl, durch die Kombination dieser beiden wundervollen Charaktersets, gleich mehrere Chancen auf ein großartiges Abenteuer zu bekommen."

Produzent Gabor Csupo fügt hinzu, dass er es aufregend fand, wie sich sein kreatives Team auf diese Herausforderung eingelassen hat. "Innovative Kinderunterhaltung zu produzieren, ist unser ausgemachtes Ziel", sagt Csupo. "Und außerdem haben wir das Gefühl, unser kreatives Produkt wird umso besser, je mehr wir auch Erwachsene mit einbeziehen."

Als sich innerhalb der kreativen Gemeinde von Klasky Csupo - wo weder Trickkünstler noch animierte Hunde an der kurzen Leine gehalten werden - die Nachricht verbreitete, dass die Rugrats und die Stachelbeeren ihre Kräfte vereinen könnten, gab es kein Halten mehr.

"Craig Elliot, einer unserer Künstler an der "Rugrats"-Serie, zeichnete ein Bild, auf dem Chuckie und Donnie ihre Kleider tauschen", erinnert sich Hecht. "Es war ein erstaunliches Kunstwerk und als wir uns diese beiden Charaktere anschauten, wurde uns klar, wie ähnlich sie sich sind. Es war ein ?Aha'-Moment beim Aufeinanderprallen zweier Welten. Von da an wussten wir, dass wir einen Crossover-Film haben."

Auch der ausführende Produzent Eryk Casemiro erinnert sich an diesen magischen Moment. "Uns war vorher gar nicht aufgefallen, dass die physische Konstruktion, die Architektur dieser beiden Charaktere in gewissen Punkten solche Ähnlichkeiten aufweist", sagt Casemiro. "Mir ist genauso wie Kate Boutilier ein Licht aufgegangen und wir fingen an, Vergleiche zwischen allen Charakteren in beiden Shows zu zeichnen."

Autorin Kate Boutilier ging den gleichen Weg und kann sich gut an den Tag erinnern, an dem sie sich die ersten vergleichenden Notizen machte: Chuckie, der ängstliche Junge = Donnie, der wilde Junge; Debbie, die große Göre = Angelica, die kleine Göre.

"Es lag auf der Hand, an Eliza zu denken, das Mädchen, das mit Tieren sprechen kann, und sie mit Spike zu paaren, dem Hund, der nie zuvor mit Menschen gesprochen hat", beschreibt Boutilier. "Und weil Tommy Pickles regelmäßig die Stachelbeeren-Natursendung sieht, war klar, dass er als abenteuerlustiges Baby den erwachsenen Entdecker Nigel verehren würde. So entwickelte sich ein tolle Chance für das Reifen aller Charaktere."

Regisseur Norton Virgien stimmt zu: "Unsere Autoren haben ein paar faszinierende Wege gefunden, um durch Interaktion miteinander den Rugrats-Babys und den wilden Stachelbeeren neue Seiten abzugewinnen. Die Erwachsenen und die Kinder gehen mit einer bestimmten Haltung an den Start und am Ende des Filmes haben sich alle zum Besseren verändert. Selbst Spike lernt ein oder zwei Dinge."

Hasenfuß Chuckie (im Original gesprochen von Nancy Cartwright) tauscht seine Klamotten mit dem mutigen Donnie. Einmal darf er nun der stolze Held sein und sagen: "Anstelle mich selbst in Sicherheit zu bringen, habe ich jemanden gerettet!"

Nancy Cartwright ist Voiceover-Veteran und spricht beispielsweise auch Bart Simpson. Über Chuckie sagt sie: "Er ist sehr kompliziert und einer der schwierigsten Charaktere, die ich je gesprochen habe. Er ist vom Leben im Allgemeinen eingeschüchtert, aber nachdem er sprichwörtlich seinen Hut mit Donnie tauscht, bekommt er seine Chance. Er kann ungeheuerliche Dinge tun und kommt damit durch. Darin liegt eine große Freiheit, aber natürlich auch das Risiko, selbst in Schwierigkeiten zu geraten."

Apropos Schwierigkeiten. Cheryl Chase, die Angelica ihre Stimme leiht, könnte sich kein besseres Teen-Diva-Vorbild für ihren Charakter vorstellen als Debbie Thornberry, die von Danielle Harris gesprochen wird.

"Nicht dass sie wirklich Nachhilfe im Herumkommandieren bräuchte, aber ein oder zwei Dinge lernt sie schon noch von Debbie", bemerkt Chase. "Und sie liebt es, etwas Zeit mit einer Fast-Erwachsenen zu verbringen und nicht ständig mit diesen verflixten Babys rumzuhängen. Trotzdem kann sie nicht widerstehen, auch Debbie eins auszuwischen, und bringt sich und ihre große Freundin damit in ziemlich viel und ziemlich tiefes Wasser."

"Debbie ist die ältere Schwester, die kleine Kinder zur Genüge kennen, und Angelica würde alles geben, um so zu sein wie sie", erklärt Harris, die das Zusammentreffen mit dem Rugrats-Klan begrüßte. "Die Stachelbeeren sind normalerweise unter sich und machen ihr eigenes Ding. Insofern war es sehr angenehm, mal mitten in Wildnis auf eine Gruppe von Leuten zu treffen, die vielleicht sogar noch verrückter als wir sind."

Zu einer weiteren besonderen Paarung in dieser Komödie der Wirrungen kommt es, als der unerschrockene Tommy sich Hilfe suchend an seinen Helden Nigel "Erdbeere" wendet. Doch nachdem Sir Nigel eine Kokosnuss auf den Kopf gefallen ist, hat sich der liebenswerte Stachelbeeren-Patriarch in sein ?inneres' Kleinkind verwandelt und nun ist es an Tommy, ihn zu retten.

"Das ist echtes Crossover", lacht Tim Curry, der Nigel Stachelbeere spricht. "Im Grunde verwandelt sich Nigel in eine Rugrat!"

"Das Wundervolle an dieser Geschichte ist, dass sie von Freundschaft und Vertrauen erzählt", sagt E.G. Daily, die Tommy spricht. "Kinder können so viel von Tommy lernen, wenn er merkt, dass sehr viel mehr in seinen Windeln steckt als nur ein paar abenteuerliche Träume."

Während des gesamten Abenteuers scheinen die Kleinkinder niemals zu verzagen, auch nicht als sich ihre Eltern darüber streiten, wie sie auf dieser Insel gestrandet sind und wie sie wieder in die Zivilisation zurück kommen wollen. An einem Punkt werden die Streitereien so hitzig, dass Betty DeVille einen ?Kreis des Chaos' in den Sand malt - eine deutliche Hommage an die Fernsehserie "Survivor" - und die Stachelbeeren sie glatt mit einem "feindseligen Stamm" verwechseln. Während die Erwachsenen weiter darüber nörgeln, dass ihr Urlaub nicht wie geplant verläuft, merken sie nicht mal, wie sich die Babys verdrücken.

Kath Soucie, die Stimme von Betty und den Käfer fressenden Zwillingen Phil und Lil, merkt an, dass die Krise zwar die schlimmsten Seiten der Erwachsenen hervorzubringen scheint, doch als ihnen klar wird, dass die Babys weg sind, reißen sie sich zusammen, um sie zu retten.

"Die Erwachsenen kommen recht schnell zur Vernunft", erklärt Soucie. "Und dann arbeiten sie als Team zusammen und gehen mit großem Einfallsreichtum und viel Herz auf die Suche nach ihren Kindern und einem Weg, wie sie alle wieder heil nach Hause kommen."

So schrullig sie auch sein mögen, am Ende hat jedes Rugrat-Elternteil irgendeinen Beitrag zum glücklichen Ausgang dieses Abenteuers geleistet. Am wichtigsten aber ist, dass den Erwachsenen auf einmal wieder einfällt, warum sie überhaupt einen Familienurlaub machen wollten: um wirklich Zeit miteinander zu verbringen.

Die ausführende Produzentin Julia Pistor ist selbst Mutter von drei Kindern und konnte sich nur allzu gut in diese Situation hinein fühlen. Denn Kinder und "Rugrats"-Filme kamen bei ihr fast zur gleichen Zeit und so gab es kaum großen Raum für Ferien, geschweige denn für "Quality Time" mit ihrer Familie.

"Wenn Familien endlich die Chance haben, zusammen Urlaub zu machen, dann sollten sie versuchen, wirklich miteinander zu sein", erklärt Pistor. "Es gibt so viele Ferienreisen heutzutage, die angeblich für die Familie sein sollen. Oft genug unternehmen die Erwachsenen dann irgendwelche Aktivitäten und lassen die Kinder bei Babysittern oder in Clubeinrichtungen: Sie könnten auch gleich auf getrennte Reisen gehen!"

Autorin Kate Boutilier kann sich gut an die Empfindungen erinnern, die während der ersten Treffen zum Film bei Paramount ausgedrückt wurden. "Sherry Lansing sagte, sie möchte, dass die Zuschauer ihre Kinder in den Arm nehmen, wenn sie das Kino verlassen, und dass sie froh sind, zusammen zu sein", sagt Boutilier. "Zu viele von uns haben diese einfachen Gefühle aus den Augen verloren."

"Manchmal braucht es außergewöhnliche Situationen, um zu begreifen, wie viel man eigentlich hat", stimmt Albie Hecht zu. "Besonders in diesen unruhigen Zeiten suchen wir nach sinnvollen Wegen, um wieder stärkeren Halt in unseren Familien zu finden. Dieser Film könnte ein guter Ausgangspunkt für einen Dialog sein. Man kann nicht verneinen, dass der Film eine Botschaft hat, aber sie steht im Kontext einer lebenslustigen, wilden und spaßigen Leinwandtollerei."

Ein größeres Abenteuer Als sich Paramount Pictures, Nickelodeon Movies and Klasky Csupo Productions entschlossen, Amerikas beliebteste Babys auf ihr drittes Kinoabenteuer zu schicken, wollten sie, dass es auf mehr als nur eine Art etwas Besonderes wird.

"Die Rugrats treffen nicht nur die Stachelbeeren zum ersten Mal, wir zeigen das auch in einem breiteren Leinwandformat", erklärt Regisseur Norton Virgien. "So zeigen wir, dass sich ihre Welt ebenso vergrößert wie ihre Reife."

Ein Teil des Charmes der Rugrats bestand von Anfang an darin, die Welt aus der Sicht von Babys zu zeigen, wozu auch die niedrigen Kameraperspektiven gehörten. Mit dem ausgedehnten Leinwandformat hat das Publikum nun das Gefühl, mitten unter den Charakteren in den Szenen zu stecken.

"Tommy hat normalerweise kleine Abenteuer hinter seinem Haus und bekommt es diesmal mit einem riesigen Abenteuer in der echten Welt zu tun. Es gibt keinen besseren Weg, die Größe dieser Welt zu zeigen, als durch die Vergrößerung der Leinwand", erläutert Virgien. "Indem wir die Babys in den tropischen Regenwald schicken und ihren Blickwinkel innerhalb dieser imposanten Umgebung einnehmen, zeigen wir, wie tief sie tatsächlich in Schwierigkeiten stecken und wie sehr sie an dieser Herausforderung wachsen."

Regisseur John Eng betont, dass auch die Komik vom breiteren Leinwandformat profitiert sowie natürlich die Spannung, wenn die Babys sich in einem wilden Dschungel herumtreiben und von einem Leoparden (Siri) verfolgt werden.

"Es gibt diesen bewegenden Moment, in dem Eliza, Spike und Darwin zum Strand zurück rennen, um Tommy und die Babys vor Siri zu finden", beschreibt Eng. "Auf ihrem Weg zum Ufer klettern sie in dieser Sequenz neben einem Wasserfall einen Berg hinunter, dann gehen wir in die Totale und sehen, wie Tommy und seine Gang gerade den Strand verlassen und eben diesen Berg an einer anderen Stelle besteigen. So verpassen sich die beiden Gruppen und mit dem Widescreen-Format können wir auf der Leinwand zeigen, dass sie in gegensätzlicher Richtung aneinander vorbei laufen, ohne es zu bemerken."

Entsprechend der Klasky Csupo Tradition haben die Filmemacher hier wie auch in "Die Abenteuer der wilden Stachelbeeren" sehr genau auf eine lebensnahe Darstellung des Regenwaldes geachtet. Das Rechercheteam sammelte ausgiebiges Material über tropische Inseln wie Bora Bora oder die Fidschiinseln, sodass die Animatoren den richtigen Look eines tropischen Eilands einfangen konnten: dazu gehörten Palmenarten, Kokosnüsse und bestimmte Felsformationen.

Daneben sind alle Charaktere im Film etwas überzogen gezeichnet, damit sie vor dem üppigen Hintergrund besser hervor treten und gleichzeitig ihre Persönlichkeiten betont werden. So sind Kopf und Mund von Nigel Stachelbeere vergleichsweise größer als seine Hände oder seine dünnen Beine, weil er eben hochintelligent ist und viel zu sagen hat. Laut Virgien sind tatsächlich alle Charaktere übertrieben dargestellt und reflektieren in ihrem Aussehen auch ihre Persönlichkeiten.

"Wir legen sehr viel Herz in jede unserer Geschichten und wenn unsere Charaktere auf eine eher sentimentale, traditionell niedliche Art gezeichnet wären, dann würden wir nicht die Emotionen erzeugen, die wir für das Publikum ausdrücken wollen", erklärt Virgien. "Ich glaube sogar, dass wir ein breitere Altersgruppe unter den Kids und auch mehr Erwachsene ansprechen, weil unsere Charaktere seltsam aussehen und wir das mit knackigem Humor kombinieren."

"Es gibt einen einfachen Grund, warum die Rugrats und die Stachelbeeren so beliebt sind und auf der großen Leinwand funktionieren", bemerkt die ausführende Produzentin Julia Pistor. "Es sind komplett ausgearbeitete, emotionale Charaktere. In ?Die Rugrats auf Achse' werden die Charakteremotionen sogar noch verstärkt während sie alle zu Helden werden. Auf die eine oder andere Art wird jeder im Lauf des Filmes ein bisschen stärker."

Der ausführende Produzent Albie Hecht stimmt dem zu und lobt das kreative Genie des Klasky Csupo-Teams mit seinem osteuropäischen Animationsstil. "Er ist besonders, sehr modern und er fällt auf", sagt Hecht, "und die Geschichten, die mit diesem Stil transportiert werden, sind ebenfalls sehr modern. Es sind keine Märchen oder historische Legenden, und doch haben sie definitv etwas zu sagen."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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