King Arthur

Produktionsnotizen

"KING ARTHUR erzählt die definitive Geschichte des Führers und Kriegers, der auftauchte, um die Britannier gegen die Sachsen zu führen. Dies ist die Geschichte des Mannes, der zu König Arthur wurde", sagt Jerry Bruckheimer, Produzent von PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL ("Fluch der Karibik", 2003) und BLACK HAWK DOWN ("Black Hawk Down", 2001). "Das hat mich für diesen Stoff begeistert.

Er wagt einen völlig neuen Blick auf eine Legende, die uns allen eigentlich völlig vertraut erscheint. Die Wahrheit ist, dass König Arthur in einer viel früheren Zeit lebte, als man es in den meisten Filmvarianten gezeigt bekommt, nämlich im "Dunklen Zeitalter". David Franzoni arbeitete einen neuen Ansatz für das Thema heraus, der eine historisch korrektere Geschichte von König Arthur erlaubt."

"Es gibt einen Moment in der Geschichte, auf den man sich festlegen kann", erinnert sich Franzoni. "Es gibt einen Namen, und es gibt eine Schlacht. Der Name war Lucius Artorius Castus und die Schlacht war die Schlacht von Badon Hill. Diese Schlacht veränderte Britannien für immer und erschuf eine Legende, die über Generationen hinweg überlebt hat und viele Male aufs Neue erfunden wurde. Ich fand, dass das eine ausgezeichnete Möglichkeit sein würde, noch einmal von vorn anzufangen und herauszufinden, wie diese Menschen damals waren, und ihre Geschichte realistisch zu erzählen."

"Ich liebe es, ins Kino zu gehen und mir große, epische Filme anzusehen. Und ich liebe es, Filme zu machen, die unsere Ansichten ändern, weil man eine Geschichte auf eine realistischere Weise erzählt hat", erklärt Bruckheimer. "Nichts anderes macht KING ARTHUR. Er erzählt eine wahre Geschichte darüber, was in dieser Zeit los war."

"Dies ist KING ARTHUR als THE WILD BUNCH ("The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz", 1969)", sagt Franzoni. "Die Sarmaten-Kavallerie bzw. -Ritter waren die letzte römische Special-Forces-Einheit mit Artorius Castus als ihrem Anführer. Sie wurden mit einer letzten Mission im Gebiet des Feindes betraut. Um sie herum wankt das römische Kaiserreich und kollabiert zum Teil bereits. Diese Männer haben zum Wohle Roms rücksichtslos und brutal jeden unterdrückt. Sie sind über und über mit Blut verschmiert. Und das schweißt sie zusammen. Es unterstreicht, was sie getan haben, und definiert, wer sie sind."

Um die unromantische, harsche Welt von KING ARTHUR in ihrer Essenz einzufangen, wandte sich Bruckheimer an Antoine Fuqua, den Regisseur von TRAINING DAY ("Training Day", 2001), einem brutal realistischen Polizeidrama, das auf den Straßen von Los Angeles angesiedelt ist. "Ich war bereits seit Jahren ein Fan von Antoine, weil ich seine Videoclips und Werbespots kenne und schätze", sagt Jerry Bruckheimer. "Er drehte sogar ein Musikvideo für uns für DANGEROUS MINDS ("Wilde Gedanken - Dangerous Minds", 1995). Ich wollte immer schon bei einem Film mit ihm zusammenarbeiten."

Fuqua, der in Pittsburgh geboren wurde, wuchs auf mit Mythen und Filmen über König Artus und die Ritter der Tafelrunde. "Ich bin groß geworden mit Geschichten wie KING ARTHUR - große, epische, historische Filme", sagt Fuqua. "Im Laufe der Jahre studierte ich Mythologie und Artverwandtes - und besonders die Legende von König Arthur. Als Kind spielte ich Ritter mit meinen Freunden. Dann als Künstler wollte ich immer einen Film wie diesen drehen. Als sich durch Jerry Bruckheimer die Möglichkeit eröffnete, diesen Film zu machen, zögerte ich keine Sekunde und griff zu."

Er fährt fort: "Ich vermute, dass Jerry mich für den richtigen Mann hielt, weil ich diesen Film rau und knallhart sehe. Man kann die Gewalt und den Tod förmlich spüren und schmecken. Man fühlt die Kälte und die Verzweiflung. Er ist ziemlich apokalyptisch. In der Welt dieser Zeit gab es nicht viel Hoffnung. Hoffnung ist es, wofür schließlich am Ende Arthur steht."

Dies sollte die Grundlage für KING ARTHUR werden: ein Actiondrama, das den blutigen Abenteuern von König Arthur und seiner Gruppe von Rittern folgt. "Realität stand uns näher als Fantasy", sagt Fuqua. "Das begeisterte mich, weil man König Arthur auf diese Weise noch nie gesehen hat. Mir gefiel, dass unser Film auf einem Gespür für Realität basiert. Dem gingen historische Recherchen voraus. Und einige der Fakten, die wir aufstöberten, waren uns davor völlig unbekannt gewesen. Es ist aufregend, wenn man entdeckt, dass dieser Held, mit dem man groß geworden ist, tatsächlich existiert hat. Eine spannende Sache."

Trotz seines lebenslangen Interesses an Arthur und den Rittern hatte Fuqua noch nie von Castus gehört, bevor er das Drehbuch von Franzoni las. "Ich wusste nichts von Artorius oder den Sarmaten-Rittern", beteuert er. "Aber nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, schloss ich mich mit Jerry zusammen und begann mit eigenen Nachforschungen. Wir flogen nach England, besuchten den Hadrianswall und redeten mit einigen Arthur-Experten, darunter John Matthews. Außerdem besuchte ich die Museen, um herauszufinden, was die Ritter damals trugen. Bei meinen Recherchen fand ich heraus, dass Menschen jeder erdenklichen Nation, die von den Römern erobert worden war, Ritter werden konnten. Und ich fand heraus, dass es so etwas wie Ritterlichkeit damals noch überhaupt nicht gab. Bei diesen Jungs ging es um Blut und Kampf, aber nicht um Ehre und Ruhm. Diese Kerle kämpften jeden Tag im Schlamm und in der Kälte. Das müssen die härtesten Typen gewesen sein, die es jemals gab."

"Ich glaube, dass KING ARTHUR das Publikum spüren lässt, in welcher Realität dieser Mann, der Mensch hinter der Legende, gelebt hat", sagt Antoine Fuqua. "Arthur war nicht nur eine Legende, er war ein Mann aus Fleisch und Blut - einer, der sich aufgeopfert hat, um ein Führer zu werden, und sich damit das Recht verdiente, König genannt zu werden."

"In Wahrheit ist es doch auch so, dass es nur eines Mannes bedarf, der sich erhebt, um den Kampf gegen das Böse aufzunehmen", fügt Fuqua hinzu. "In KING ARTHUR geht es im Grunde um Gut gegen Böse, das ist ganz simple Mythologie. Man mußs seinen Dämonen entgegentreten, man mußs den Drachen töten. Man kann nicht wegrennen. Für mich ist es wichtig, dass wir uns als Einzelpersonen erheben, als Menschen. Man mußs dem Bösen ins Gesicht sehen."

"Man kann nicht vor dem davonrennen, wer oder was man ist", meint der Regisseur außerdem. "Es braucht nur eine Person, die sich erhebt und zur Schlacht bereit erklärt. Man wird überrascht sein, wie viele Menschen dieser einen Person bereitwillig folgen werden. Deshalb spreche ich auf diese Art von Material an. Nehmen Sie TRAINING DAY und die Figur, die von Ethan Hawke gespielt wird: Irgendjemand mußste sich irgendwann einmal dem von Denzel Washington gespielten Alonzo entgegenstellen. Ansonsten wird man unterjocht und man findet sich in einer Diktatur wieder. Als Schauspieler geht Clive Owen dem auf den Grund, was Arthur als Mensch und Mythos ausmacht."

"Arthur ist der eine, der die Ungerechtigkeit spürt, der eine Verantwortung spürt, dazwischenzugehen und die Welt zu einem gerechten Ort zu machen. Die Ritter, so loyal sie ihm gegenüber auch sein mögen, sind dagegen eher Militärmaschinen - sie wollen nur ihre Sache erledigen und weiterziehen", sagt Owen. "Aber deshalb ist Arthur ihr Anführer. Sie alle erkennen, dass er anders ist als die anderen. Und sie können einfach nicht anders, als ihm zu folgen. Arthur sagt im Film: ,Ihr handelt, aber Taten sind bedeutungslos, solange sie nicht im Dienst eines höheren Ziels stehen.' Das ist es, was Arthur zu dem macht, wofür man ihn heute verehrt: Alles, was er unternimmt, unternimmt er für ein höheres Ziel."

Über die Geschichte Die Geschichte von KING ARTHUR beginnt vor vielen Jahren. Damals schnappte Drehbuchautor David Franzoni erstmals etwas über den römischen Kommandanten Lucius Artorius Castus auf. "Das war, lange bevor ich ein professioneller Drehbuchautor wurde", erinnert sich Franzoni. "Ich hing in der Bibliothek herum, und ich bekam das Papier eines Studenten in die Hände, in dem Castus als möglicher Ursprung für die Arthur-Legende genannt wurde. Das blieb bei mir hängen."

Castus wurde von Marc Aurel, dem Führer von Rom, das die westliche Welt beherrschte, nach Britannien geschickt.

"Für gewöhnlich ist es so: Wenn es einen großartigen Mythos gibt, gibt es auch eine großartige Quelle", meint Franzoni. Der Autor war ungewöhnlich involviert in die Herstellung des Films. Jeden Tag besuchte er das Set. Und er war immer da, wenn ein Schauspieler eine Frage zu seiner Figur hatte oder wenn ein Designer die Authentizität seiner Arbeit überprüfen wollte.

"Wenn David einfach nur ein exzellentes Drehbuch beigesteuert hätte, wäre es mehr als genug gewesen ... aber er brachte sich noch wesentlich mehr ein", sagt Bruckheimer. "Er war immer an vorderster Front mit dabei, immer am Set. Der Film bedeutet ihm persönlich sehr viel. Er war sehr großzügig, was das Beisteuern seiner Zeit und in seinem Kopf abgespeicherter Informationen anbetrifft. Ich würde sagen, diese Art von Einsatz inspirierte den Rest der Besetzung und der Crew. Alle wollten etwas Großes leisten."

"Es war Davids Drehbuch - seine Version der Legende von König Arthur -, was mich für das Projekt einnahm", sagt Fuqua. "Sein Einsatz spornte mich an. Ich halte es für wichtig, dass der Drehbuchautor dem Film auch während des Drehs eng verbunden bleibt. Ich bin froh, dass David kopfüber in das Projekt eintauchte. Das war die Grundlage für eine bestmögliche Produktion."

"David Franzoni ist eine Kombination aus verrücktem Genie und Historiker", erklärt der ausführende Produzent Mike Stenson. "Wir diskutierten mehr als ein Jahr über unterschiedliche Ideen für einen Film. Und auf einmal fragte er, ob wir interessiert wären, die wahre Geschichte hinter der König-Arthur-Mythologie zu erzählen. Das war ein Wahnsinnsvorschlag."

"Die Arbeit mit David Franzoni war ein Traum, der in Erfüllung ging", bestätigt der ausführende Produzent Chad Oman. "Er ist ein unermüdlicher Forscher, ein talentierter Autor. Und er stellt seine Zeit sehr großzügig zur Verfügung. Er war immer zur Stelle, wenn eine Meinung gefragt war oder es eine Frage zu beantworten gab. Auf diese Weise konnten wir sein unglaubliches Drehbuch in einer unheimlich geschmeidigen Produktion mühelos umsetzen."

Für den Grundriss seines Drehbuchs griff Franzoni auf historische Tatsachen zurück. In Osteuropa, wo später Russland entstehen sollte, existierte ein Kriegergeschlecht, das sich als einer der beständigsten und gefährlichsten Gegner Roms erwies: die Sarmaten. Sie lebten am Rande des römischen Kaiserreichs, bis sie im Jahr 175 n. Chr. in der Gegend des heutigen Wien eine entscheidende Schlacht gegen Marc Aurel verloren.

Der Kaiser stellte die überlebenden Sarmaten vor die Wahl: Entweder kämpften sie fortan für Rom oder sie würden ausgelöscht. Die Sarmaten beschlossen, sich dem Imperium zu unterwerfen, und wurden in die römische Armee eingegliedert. Eine Einheit wurde nach Ägypten geschickt, die andere nach Britannien. Diese ausgezeichneten Reiter und Berufssoldaten bewachten ihre Posten über Jahre hinweg. Väter vererbten ihre Aufgabe an ihre Söhne. Im Austausch sicherte ihnen die Regierung Frieden zu.

Im fünften Jahrhundert n. Chr. begann Roms Glanz zu erlöschen. Horden von Barbaren attackierten die Außenbezirke des gewaltigen Reiches. In Britannien bereiteten sich die Sachsen auf einen Angriff von Norden und Osten vor.

Eine Einheit der Sarmaten-Kavallerie unter dem Kommando des halb römischen, halb britannischen Lucius Artorius Castus wurde dazu bestimmt, Britannien vor den barbarischen Sachsen zu beschützen, die sich hinter der großen Trennungslinie, dem Hadrianswall, zu nähern begannen. Castus' Männer, darunter Lancelot, Gawain, Galahad, Bors, Tristan und Dagonet, waren eine harte, gnadenlose Truppe, gehasst und gefürchtet von den ansässigen blau Bemalten, die unter dem Kommando des geheimnisvollen Schamanen und Guerilla-Führers Merlin standen.

In diese historische Grundlage arbeitet Franzoni die Geschichte eines letzten tödlichen Auftrags für Arthur und seine kriegserfahrene Truppe ein, eine wagemutige Such- und Rettungsmission, bevor die Einheit in die Sicherheit von Rom zurückkehren kann. Gemeinsam mit seinen Männern zieht Arthur Richtung Norden durch das Land der blau Bemalten - mitten hinein in das Territorium des Feindes. Nach der Rettung bewegt sich der Treck, mittlerweile sind Guinevere und eine Anzahl britannischer Frauen und Kinder hinzugekommen, südlich des Hadrianswalls - der die Grenze des römischen Kaiserreichs markierte -, immer verfolgt von den Sachsen unter Führung ihres grausamen Kommandanten Cerdic. Unterwegs wird Arthur von Guinevere davon überzeugt, dass er und seine Ritter die Einzigen sind, die die plündernden Sachsen von einem Massaker an Tausenden von Unschuldigen abhalten können.

Schließlich bieten Arthur und seine Ritter dem Gegner in einer entscheidenden Schlacht die Stirn. Die Schlacht von Badon Hill ist ein heftiges und blutiges Aufeinandertreffen zwischen den massiven Kräften der Sachsen, die von Norden kommen, und Arthur an der Spitze der Sarmaten-Ritter und Britannier. Der Ausgang der Schlacht entscheidet über die Zukunft Britanniens. Es ist auch der Moment, in dem Arthur sein wahres Schicksal erkennt - die Geburt einer Legende.

Arthur und Guinevere Von Anfang an waren Jerry Bruckheimer und Antoine Fuqua darauf bedacht, eine internationale Besetzung zu versammeln, um den diversen historischen Strängen der Geschichte zu entsprechen. "Ich fand, es war dem Thema angemessen, den Film so authentisch wie möglich zu gestalten. Um die besten Schauspieler aus Irland, England, Europa und Australien zu finden, sicherten sich Bruckheimer und Fuqua die Dienste der erfahrenen Casting-Direktorin Ronna Kress, die den Produzenten bereits bei PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL ("Fluch der Karibik", 2003) und REMEMBER THE TITANS ("Gegen jede Regel", 2000) unterstützt hatte.

"Ich wollte eine völlig neue, frische Idee auf der Leinwand. Und ich wollte, dass sich das in der Wahl der Schauspieler widerspiegelte", sagt Fuqua. "Ich wollte echte Europäer. Jungs, die mit der Geschichte und dem Thema vertraut waren. KING ARTHUR erzählt ihre Geschichte. Es geht um einen Mann, der halb britannisch, halb römisch ist. Ich finde manchmal, dass es schadet, wenn man eine Rolle wie König Arthur mit einem berühmten Gesicht besetzt. Lieber sollte man ein unbekanntes Talent nehmen, um dem Part eine gewisse Authentizität zu verleihen."

"Wenn man die Rolle mit einem großen Star besetzt, dann erwartet man von vornherein, dass er Heroisches leistet", erklärt Fuqua weiter. "Wenn man ein Gesicht hat, das nicht so bekannt ist, dann weiß man nicht so recht, was mit ihm geschehen wird. Das macht die Sache viel menschlicher."

Der anerkannte englische Schauspieler Clive Owen wurde als Arthur, als Kommandant der Sarmaten-Ritter, besetzt. "Ich habe Clive vor ein paar Jahren in CROUPIER ("Der Croupier", 1999) gesehen und dachte mir, das ist aber ein interessanter und talentierter Schauspieler", sagt Jerry Bruckheimer. "Ich wollte einen Stoff finden, bei dem wir zusammenkommen könnten. Dann tauchte dieser Film auf, und wir fanden, dass Clive einfach perfekt in der Rolle wäre. Er strahlt Autorität aus und verfügt über eine beeindruckende körperliche Präsenz auf der Leinwand. Das ist optimal für KING ARTHUR."

"Clive bringt eine große Intensität mit, eine spannende Art des inneren Konflikts. Und er ist ein bisschen geheimnisvoll. All das passt perfekt zu König Arthur", sagt Fuqua. "Ich wollte einen Hauptdarsteller, der über Ausstrahlung, Kraft und Anmut verfügt. Und er mußste das alles umsetzen können. Als ich dann Clive traf, bekam ich ihn nicht mehr aus dem Kopf."

Owens Interesse an KING ARTHUR wurde nicht nur durch die epische Größe und den erzählerischen Rahmen des Projekts geweckt. Vielmehr war er angetan von den Details, die seine Figur ausmachten. Besonders sprach ihn das ambivalente Wesen Arthurs an. "Der Film erzählt von der Reise, die Arthur macht. Er erzählt, wie dieser sich verändert, wie er ein Mann seines eigenen Volkes wird", berichtet Owen. "Mit anderen Worten: Arthur entdeckt, wer er wirklich ist. Ich fand immer, dass dieser Film genau da endet, wo der Mythos beginnt. Am Schluss des Films gibt es eine gewaltige Schlacht. An diesem Punkt wird Arthur ein Führer, und die Geschichten können richtig losgehen. Sein Charakterbogen ist der eines Mannes, der sich dem stellt, was er wirklich ist. Er übernimmt Verantwortung für sich und sein Volk."

"Ich bin fasziniert von der Dualität von Arthurs Herkunft", sagt Owen weiter. "Er fühlt sich römisch, aber als sich Rom verändert und den Rückzug aus Britannien antritt, beginnt er sich mehr und mehr mit seiner britannischen Seite zu identifizieren. Je mehr seine Überzeugungen und sein Glaube in Frage gestellt werden, desto mehr verändert er sich."

Die englische Schauspielerin Keira Knightley (PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL) spielt Guinevere, eine taffe, hartnäckige Britannierin, die unverkennbar ein Kind ihrer Zeit ist. Jerry Bruckheimer schlug sofort Keira Knightley für die Rolle der Kriegerin vor. "Keira war eine frische, extrem schöne und wunderbare Schauspielerin in PIRATES OF THE CARIBBEAN", sagt der Produzent. "Sie leistete exzellente Arbeit in dem Film. Er war ein großer Erfolg für uns, und wir wollten wieder mit ihr arbeiten." Für Jerry Bruckheimer war die junge Schauspielerin die ideale Wahl für die attraktive, durchtriebene Guinevere, eine Frau, die angespornt wird von dem Wunsch, ihr Volk zu befreien - und bereit ist, alles zu tun, um ihre Ziele durchzusetzen.

"Keira ist der Wahnsinn", stimmt Antoine Fuqua zu. "Sie bringt die Leinwand zum Strahlen. Jerry erzählte mir von ihr, weil er mit ihr an PIRATES OF THE CARIBBEAN gearbeitet hatte. Dann traf ich sie. Und sie war taff und witzig und einfach eine großartige Person. Als ich sie inszenierte, blies sie mich förmlich weg. Ihre Verwandlung von einem jungen, frechen Mädchen zu dieser unfassbaren Lady ist einfach unglaublich. Und Keira ist nicht kleinzukriegen. Sie machte die meisten ihrer Stunts selbst. Sie trainierte jeden Tag, brachte sich selbst in Form. Und sie jammerte nie über Beulen und blaue Flecke. Ich war besorgter als sie. Immer wieder fragte ich sie, ob es ihr gut ginge oder ob ich einen Doktor holen sollte. Aber sie antwortete immer: Ich bin O. K. Und dann ging sie wieder zurück ans Set. Ich war völlig baff."

Knightley gibt zu, dass die Talente von Guinevere einerseits darin bestehen, Arthur zu manipulieren, sie andererseits aber auch eine Meisterin im Umgang mit dem Bogen und der Garrotte ist. "Eines steht fest: Eine Jungfrau in Gefahr ist Guinevere nicht", erklärt Knightley. "Bislang kennt man Guinevere immer nur als verängstigte Frau, die von einem Mann zum nächsten herumgereicht wird, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben. Unsere Guinevere ist wesentlich härter, das kann ich versprechen. Sie ist eine Kämpferin, eine Kriegerin, steht nicht hinter den Männern zurück - und sie hat auch einen Grund zu kämpfen. Das beruht auf historischen Tatsachen: Die Frauen waren den Männern im Kampf ebenbürtig. Das wurde nur niemals zuvor gezeigt."

"Mir würde sie Angst einjagen", gesteht Knightley. "Tatsächlich ist es meine Hoffnung, dass sie allen eine Heidenangst einjagt. Wir zeigen, dass sie auch eine verletzliche, weiche Seite hat. Sie mußs das ja auch in sich tragen. Aber ich glaube, dass man diese Zartheit unterdrücken mußs, wenn es einen Grund zum Kämpfen gibt."

Keira Knightley freute sich nicht nur auf ihren ungewöhnlichen Part: Sie konnte es auch kaum erwarten, mit ihren männlichen Co-Stars vor die Kamera zu treten. "Clive Owen ist beachtlich", merkt Knightley an. "Er war klasse, genau wie Ioan Gruffudd. Tatsächlich ist jeder einzelne perfekt in seinem Part. Ich habe sieben schmucke Kerle in Leder neben mir. Was könnte ein Mädchen mehr wollen?"

Die Ritter Der walisische Schauspieler Ioan Gruffudd ist als Lancelot zu sehen, Arthurs rechte Hand, ein Tod bringender Killer. "Lancelot kennt nichts anderes. Er ist als Killer groß geworden", meint Gruffudd. "Er ist unglaublich loyal, er ist leidenschaftlich und arrogant und frech. Er weiß, dass sein Umgang mit dem Schwert ohne Beispiel ist. Ich glaube auch, dass er ehrlich ist. Er zeigt Angst. Und er ist unglaublich enttäuscht und hin- und hergerissen zwischen seiner Loyalität zu Arthur und seinem Drang nach Freiheit, als sie auf ihre letzte Mission geschickt werden. Seine Liebe für Arthur ist es, die ihn erkennen lässt, wer Arthur wirklich ist und warum es ihm so wichtig ist, diesen letzten Auftrag auszuführen."

"Lancelot ist Arthurs Ritter der Ritter", sagt Owen. "Er steht Arthur näher als all die anderen. Wenn man Arthur als denjenigen ansieht, der immer das größere Bild im Blick hat, der eine idealistische Vorstellung hat, wie die Welt sein könnte, dann ist Lancelot derjenige, der mit beiden Beinen fest auf dem Boden steht, der Realist, der Arthur immer hinterfragt. Er stellt sogar in Frage, ob Arthur die Ritter überhaupt bitten sollte, diese letzte Mission auszuführen - aber natürlich folgt er Arthur."

Ray Winstone spielt den im Faustkampf gewandten Bors, einen Furcht einflößenden Kämpfer, der auch der Veteran des Haufens ist: Er ist der Älteste unter den Rittern. "Seine Spezialität ist der Nahkampf", sagt Winstone. "Er kennt jeden schmutzigen Trick und hält nichts von ehrenvollem Schwertkampf. Er schnappt sich lieber seine Axt oder schlägt mit seinen Fäusten zu. Er liebt den Kampf, aber er spürt, dass er langsam in die Jahre kommt. Er ist nicht mehr so schnell - so wie ich auch - und Schmerzen machen ihm mehr zu schaffen als früher. Bors hat fünf Kinder und drei Frauen und könnte in seinem Dorf eine große Nummer sein."

Bei der Besetzung der restlichen Ritter wandten sich die Filmemacher an Hugh Dancy aus ELLA ENCHANTED als Galahad, Joel Edgerton aus NED KELLY als Gawain, Mads Mikkelsen aus WILBUR WANTS TO KILL HIMSELF als Tristan und Ray Stevenson aus AT HOME WITH THE BRAITHWAITES als Dagonet. "All diese Jungs sind erstklassige Schauspieler", merkt Antoine Fuqua an.

Für Jerry Bruckheimer und Antoine Fuqua stellen diese Ritter das Rückgrat der Geschichte dar: Sie sind aufs Töten spezialisierte Kampfmaschinen, die keine Sekunde zögern würden, ihr Leben füreinander und Arthur zu opfern. Jeder Ritter hat seine eigene Geschichte, aber vor allem als Einheit sind sie buchstäblich nicht zu stoppen.

"In der damaligen Zeit, dem fünften Jahrhundert, waren die Ritter das, was man als eine Art Polizei bezeichnen könnte", sagt Antoine Fuqua. "Und dann hat man diese Jungs, ,die Glorreichen Sieben' oder ,das Dreckige Dutzend' oder wie auch immer man sie nennen will. Diese Ritter sind harte Kerle, und obendrein sind sie noch unberechenbar. Sie sind zu jedem Zeitpunkt bis an die Zähne bewaffnet, weil man nie weiß, was im nächsten Moment passieren wird. Sie leben in einer Welt, die nur mit der Hilfe von Feuer beleuchtet werden kann. Und sie müssen sich gegen die Elemente behaupten. Rom marschierte ein und zivilisierte die Gegend, indem Befestigungen und der Hadrianswall errichtet wurden. Aber wenn man sich erst einmal außerhalb des Walls befindet, ist man Freiwild."

Der in Newcastle geborene Schauspieler Ray Stevenson spielt den brandgefährlichen Dagonet, einen Traditionalisten mit einem strengen Ehrenkodex. "Dagonet entstammt der alten Ritterordnung", sagt er. "Er weiß, dass Arthur die Zukunft ist. Ohne ihn als Anführer wären sie einfach nur ein Haufen Söldner. Dagonet beobachtet die Dinge aufmerksam; er versteht die Zeit und den Ort, an dem er lebt. Er weiß, dass man auf eine große Wende in der Geschichte zusteuert, er kann nur nicht sagen, wie sich das äußern wird. Er ist jemand, der eher handelt als zu reden. Dagonet ist durch und durch ein Krieger, was sich schon in seiner Kleidung ausdrückt. Er mußs nur einen Kopf zu fassen kriegen, dann kann er ihn gegen seinen mit Nieten beschlagenen Mantel hämmern - was er im Nahkampf mit Vorliebe macht."

Der dänische Schauspieler Mads Mikkelsen übernahm den Part des geheimnisvollen, aber nicht minder tödlichen Tristan. "Tristan ist ein Einzelgänger", sagt Mikkelsen. "Er ist der Fährtenleser. Und das bedeutet, dass er viel Zeit allein verbringt, begleitet nur von seinem Falken. Er glaubt an keinen Gott. Er liebt das Töten. Er findet es interessant. Das ist womöglich der Grund, warum einige der anderen Ritter ihn für merkwürdig halten. Er ist fast ein bisschen psychopathisch, aber solche Menschen findet man in jedem Krieg. Wenn man 20 Jahre seines Lebens damit zugebracht hat, andere Menschen zu töten, dann glaube ich nicht, dass man noch besonders nobel sein kann. Er sorgt sich ein bisschen um die anderen Leute in seiner Gruppe, aber eigentlich nicht allzu sehr. Vor allem sorgt er sich um den nächsten Kampf."

Der Jüngste der Ritter ist Galahad, ein Kämpfer, der davon träumt, eines Tages in seine Heimat zurückzukehren. Hugh Dancy ist überzeugt, dass es dieser Wunsch ist, der die Taten der von ihm gespielten Figur bestimmt. "Galahad ist der Jüngste und auch am leidenschaftlichsten, was die Rückkehr in die Heimat anbetrifft. Er erinnert sich nämlich noch am deutlichsten daran: Die Erinnerung ruht noch frisch in seinem Herzen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ihm das Familiengefühl, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe nicht so viel bedeutet wie den älteren Kerlen wie Bors. Bors hat eine eigene Familie in England. Für Galahad kommt das einem Verrat seines Traums von der Rückkehr in die Heimat gleich. Dieser Traum ist ihm heilig, denn er hat ihm die Kraft gegeben, seine derzeitige Lage zu überstehen."

Für Gawain gibt es diesen Traum von einer Heimat nicht. Joel Edgerton sieht es eher so, dass Gawain das Schlachtfeld als seine Heimat betrachtet. "Wenn Gawain das Schlachtfeld betritt, dann legt er es darauf an, so viele Leben wie nur möglich zu nehmen. Wenn er bei diesem Unterfangen selbst das Leben lassen sollte, ist das auch in Ordnung", beschreibt Edgerton seine Figur. "Was ich in Recherchen durch eine ganz andere Quelle in Erfahrung brachte, ist die Tatsache, dass Gawain - historisch belegt - zwei Brüder hatte. Ich habe mir das für meine Rolle so vorgestellt, dass beide Brüder in einer Schlacht gefallen sind. Die Leben, die ich als Gawain nehme, sind eine Art Kompensation für sie. Und sollte ich selbst auf dem Schlachtfeld getötet werden, dann kann ich wenigstens wieder bei ihnen sein. Er ist absolut bereit, sein Schicksal zu akzeptieren."

Die Gegenspieler Der angesehene schwedische Schauspieler Stellan Skarsgård (INSOMNIA) wurde als gnadenloser Cerdic besetzt, der Kommandant der einfallenden Streitkräfte der Sachsen. "Antoine ist ein sehr talentierter Regisseur, nicht nur visuell, sondern auch was die Entwicklung der Figuren und die Arbeit mit den Schauspielern anbetrifft", sagt Skarsgård. Der Schauspieler war fasziniert von Cerdic: einem Mann, für den der Zweck stets die Mittel heiligt, auch wenn das bedeutet, dass er seinen eigenen Sohn töten mußs. "Cerdic ist intelligent, aber er ist auch erschütternd pragmatisch. Und er ist böse", sagt Skarsgård. "Aber das "Dunkle Zeitalter" hat seinen Namen nicht von ungefähr. Wenn man etwas Macht hatte und überleben wollte, mußste man ziemlich rücksichtslos vorgehen. Wir befinden uns etwa 1.000 Jahre von Macchiavelli entfernt, das waren verdammt harte Zeiten."

Stephen Dillane (THE HOURS) fiel die Aufgabe zu, den Part des Merlin zu übernehmen. Er ist der geheimnisvolle Anführer der blau Bemalten, die sich schließlich Arthur und seinen Rittern im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind anschließen. Merlin ist ein Meister der Guerilla-Kriegsführung, ein Anführer, der seinen Kriegern beigebracht hat, nach jeder ihrer kurzen, brutalen Attacken wieder mit ihrer natürlichen Umgebung zu verschmelzen, als wären sie niemals da gewesen.

Die Ausstattung und die Kostüme Es war von größter Bedeutung für Bruckheimer, Fuqua und Franzoni, dass bei ihrer Nacherzählung dieses mythischen Kapitels im Leben von König Arthur wirklich jedes erdenkliche Detail der Zeit und dem Handlungsort entsprach. Mit dieser Maßgabe im Kopf wurde in Irland in den Bezirken Kildare und Wicklow nach geeigneten Drehorten gesucht. Die Setdetails wurden dann exakt dem Britannien des fünften Jahrhunderts angepasst. Gezielt wurde bei der Nachempfindung historischer Orte so wenig Computer Generated Imagery (CGI) wie möglich eingesetzt. Und die Kostüme wurden mit einem Gespür für die Mode der damaligen Zeit entworfen.

"Wann immer wir konnten, versuchten wir uns so eng wie möglich an den wahren historischen Unterlagen zu orientieren", erklärt Jerry Bruckheimer. "Bei der Nachstellung der Schlacht von Badon Hill war es unerlässlich, die Kampfeshandlungen so genau zu inszenieren, wie es uns möglich war. Da es sich um das "Dunkle Zeitalter" handelt, gibt es nicht allzu viele schriftliche Unterlagen. Aber anhand der uns vorliegenden Informationen und mit Hilfe unserer Setdesigner, des Kameramannes und unserer Stuntkoordinatoren fanden wir einen Weg, der Realität so nahe wie nur möglich zu kommen."

Um das um Authentizität bemühte Drehbuch zu unterstützen, lag das Hauptaugenmerk der künstlerischen Abteilung von KING ARTHUR auf Realismus. Man wollte Sets errichten, die dem harschen Naturalismus des Britanniens des fünften Jahrhunderts Rechnung tragen sollten. Mit peinlichst genauer Detailverliebtheit machte man sich an die Arbeit, die Hauptsets zu bauen. Im Kern der Arbeit der Ausstattungsabteilung steht der Hadrianswall, die gewaltige, von Menschenhand errichtete Trennlinie zwischen dem römischen Britannien und dem barbarischen Norden, die sich über 73 Meilen hinweg quer durch das Land erstreckte, von Wallsend-on-Tyne im Osten bis Bowness-on-Solway im Westen.

Um das größte jemals in Irland errichtete Filmset vorzubereiten, reisten Antoine Fuqua und Ausstatter Dan Weil nach Nordengland, wo sie den realen Hadrianswall in Augenschein nahmen. Von Anfang an stimmten die beiden Männer darin überein, so wenig CGI wie nur möglich einzusetzen. Ihr Hadrianswall, der in etwa der Hälfte aller Szenen des Films zu sehen ist, sollte real sein. "Er mußste echt sein", sagt Antoine Fuqua. "Jeder verlässt sich heutzutage so sehr auf CGI. Wir wollten alles Erdenkliche unternehmen, damit die Schauspieler ans Set kommen und spüren konnten, wie es sich in der Realität angefühlt haben mußste. Ich wollte, dass Menschen auf dem Wall gehen konnten. Und ich wollte die Kamera da oben aufstellen können."

Der Nachbau des Hadrianswalls entstand in Ballymore Eustace im Bezirk Kildare. Diese originalgetreue Version des Walls ist 950 Meter lang und an seinem höchsten Punkt zwölf Meter hoch. Es ist eine doppelseitige Struktur, die auf ihrer Anhöhe einen drei Meter breiten Fußweg vorweisen kann. Die Struktur wird von einer Reihe von Ecktürmen betont. Außerdem findet sich am Wall eine gewaltige Militärfestung, in der römische Legionäre und ansässige Britannier hausen. Ihr gewaltiges Tor ist sechs Meter breit und vier Meter hoch. "Die Details beginnen am Anfang des Walls und enden an seinem Abschluss", sagt Dan Weil.

Zur intensivsten Zeit des Baus arbeiteten mehr als 300 Crewmitglieder am Hadrianswall. Mitte 2003 waren Wall und Festung fertig gestellt, und die Kameras konnten ans Set gebracht werden. Die Festung ist eine Mischung aus verschiedenen Designs. Im Grunde handelt es sich um eine Armeebaracke, in der eine komplette Infrastruktur untergebracht ist, die alles umfasst, was man in einem derartigen Lager benötigt. Dazu gehören Geschäfte, Kneipen, Marktstände und Schlafquartiere.

Bei allen Aspekten des Setdesigns wurde gerade den Details große Aufmerksamkeit gewidmet. Neben dem Hadrianswall-Set wurden in Glenmalure im Bezirk Wicklow zwei komplette Dörfer errichtet, eines auf der Anhöhe eines Berges und ein weiteres, das Marius-Anwesen, in einem Tal. Für die Hütten wurde echtes Reet verwendet. Und die Unterkünfte der Bauern wurden aus echtem Stein gebaut. "Wann immer wir Material einsetzen konnten, das damals tatsächlich zur Verfügung gestanden hatte, taten wir das", erzählt Dan Weil.

Das Kernstück der Ritterhalle war natürlich die legendäre runde Tafel: ein Symbol für Gleichheit. Sie hat einen Durchmesser von knapp zehn Metern und hat in der Mitte einen freien Raum, in dem ein Kerzenhalter Platz findet. 40 Stühle stehen an der Tafel, deren Oberfläche aus gepresstem Kupfer besteht, in die fein ziselierte Schnörkel eingearbeitet sind.

Für die Kostümdesignerin Penny Rose (PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL) lässt sich die Herausforderung auf zwei Worte reduzieren: "Die Zeit heißt nicht umsonst "Dunkles Zeitalter": Visuell war da nicht viel geboten", erklärt Rose. "Aber wir nahmen uns als Referenz das berühmte dänische Buch ,The Bog People' von P. V. Glob vor, in dem die Kleidung abgebildet ist, die man im Gebiet des heutigen Dänemarks bestens erhalten im Torf entdeckt hatte und die aus der Zeit um 400 n. Chr. stammt. Das vermittelte uns eine ziemlich gute Vorstellung davon, wie die Schnitte damals ausgesehen haben mögen."

Rose stellte drei Mitarbeiter nur für Nachforschungen an. Sie waren sechs Wochen lang beschäftigt und arbeiteten sich durch Material im Britischen Museum und vor allem im Sutton House, einem Museum in Yorkshire.

Rose arbeitete auch eng mit Antoine Fuqua und Autor David Franzoni zusammen. Franzoni war es, der sie an einen Professor an der University of California vermittelte, dessen Spezialgebiet Volksstämme in den Jahren vor dem fünften Jahrhundert sind. Mit diesen Recherchematerialien bewaffnet, gingen Rose und ihr Team ans Werk. Sie reisten nach Italien und Spanien, um verschiedene Kostüme und Felle ausfindig zu machen. Manche, wie die Standardausgabe der Uniform eines römischen Zenturios, konnte man in verschiedenen Kaufhäusern von der Stange kaufen. Bei anderen war ein gewisses Maß an Einfallsreichtum und Zauberei an der Nähmaschine vonnöten.

Rose hatte die Aufgabe, vier Hauptgruppen einzukleiden: die Sarmaten, die Römer, die Sachsen und die blau Bemalten. "Ich begann mit der Prämisse, dass die vier Gruppen sich voneinander abheben und eine eigene Identität besitzen mußsten", erklärt sie. "Wenn ich zum Beispiel Felle kaufte, beschloss ich schon sehr früh, welche Felle zu welcher Gruppierung gehören sollten. Dann waren die entsprechenden Fellsorten bei den anderen Gruppen absolut tabu. Wenn ich also sagte, dass für die Sachsen Felle vom Bär, Wildschwein und Wolf in Frage kamen, dann setzte ich für die blau Bemalten kleinere, weniger beeindruckende Häute ein."

Die Sarmaten waren die Schlüsselgruppe des Films: König Arthur und seine Ritter, die in Roses Worten ein bisschen aussehen wie "Rockstars des fünften Jahrhunderts". Die Ritter hatten zwei verschiedene Kleidungsgarnituren: ihre Alltagskleidung und ihr Outfit für kriegerische Auseinandersetzungen. In beiden Fällen ist ihr Look eine Mischung aus römischen Schnitten und Stilen ihrer Heimat in Osteuropa. "Wir haben uns Mühe gegeben, dass die einzelnen Figuren etwas von ihrem persönlichen Hintergrund beibehielten. Dies wird modifiziert durch Kleinigkeiten und Dinge, die sie sich in ihrem Leben als Erwachsene angeeignet haben", berichtet Rose. "Diese sieben sind für mich so etwas wie Rockstars des fünften Jahrhunderts. Sie sollen sexy aussehen, stark, dynamisch und interessant. Jeder von ihnen ist völlig individualistisch in seiner Darstellung und seinem Aussehen. Sie sind so etwas wie ?die Glorreichen Sieben', aber sie sind allesamt sehr, sehr eigen."

Die Kleidung für König Arthur stellte Penny Rose vor ein besonderes Problem: "Arthur und Guinevere sind bislang immer in einem mittelalterlichen Kontext porträtiert worden. Es war ganz klar, dass das bei unserem Film überhaupt nicht möglich war. Was historische Genauigkeit in Filmen anbetrifft, kommt BRAVEHEART der Realität vermutlich am nächsten, aber ich bin mir nicht sicher, ob selbst dieser Film schmutzig genug war. Diese Menschen hatten keine Kleidung zum Wechseln - ob sie nun Könige waren oder Bettler. Sie hatten vielleicht fünf oder sechs Kleidungsstücke, und die zogen sie an und trugen sie jahrelang."

Rose arbeitete eng mit den Schauspielern zusammen, weil sie herausfinden wollte, in welchen Kostümen sie sich wohl fühlten, und um auf ihre Vorschläge und Anregungen eingehen zu können. Für seine Rolle als König Arthur hatte Clive Owen eine einzige Bitte. "Ich wollte, dass Arthur ein Paar schwarze Lederhosen trägt", erinnert er sich. Rose willigte ein.

Für den Rest der Garderobe Arthurs orientierte man sich an der historischen Realität. "Wir gingen davon aus, dass sich Arthur in seiner Kleidung auf die visuelle Identität seines Vaters bezog. Und der war durch und durch Römer", sagt Rose. "Also orientiert sich Arthurs Aussehen am Look der Römer in diesen Tagen. Er hat Metallteile in seiner Rüstung und trägt sehr viel Leder. Er ist in einen großen, dunkelroten Umhang gewandet, den man als sein Erkennungsmerkmal bezeichnen könnte. Und sein Schlachtgewand erinnert definitiv an Rom."

Lancelots und Galahads Kleidung weist ebenfalls römische Einflüsse auf, während sich Rose bei Bors' und Dagonets Look ganz unmittelbar von ihrem Treffen mit den beiden Schauspielern inspirieren ließ. "Die beiden Rays (Winston und Stevenson) hatten keine Haare. Sie sind große Kerle. Wir fanden heraus, dass sie aus dem gleichen Dorf stammen", erzählt Rose. "Körperlich sind sie sich sehr ähnlich. Also entschieden wir uns für weniger Metall, dafür aber mehr für taffe Machosachen für die beiden. Tatsächlich war es am einfachsten, Ray Winstone einzukleiden. Wir probierten einfach drei Vorschläge aus, dann war die Sache klar. Er sagte einfach: ,Das passt mir.'"

Die verbleibenden zwei Ritter, Tristan und Gawain stehen wiederum für einen gänzlich anderen Look. "Tristan und Gawain sind Hippietypen mit langen Mänteln", sagt Rose. Joel Edgerton und Mads Mikkelson wurden so hergerichtet, dass sie aussahen wie Tod bringende, langhaarige Killer des fünften Jahrhunderts.

Rose hatte mit Keira Knightley bereits an PIRATES OF THE CARIBBEAN: THE CURSE OF THE BLACK PEARL gearbeitet. "Mit Keira zu arbeiten, war einfach himmlisch", merkt sie an. Gemeinsam hatten sie sich auf diverse Kostümvariationen geeinigt, die Guinevere auf effektive Weise definieren sollten. "Zunächst erleben wir Guinevere im Verließ des Anwesens von Marius, wo sie buchstäblich in Fetzen gewandet ist", erläutert Rose. "Marius' Frau gibt ihr dann ein Kleid. Später erleben wir sie, wie sie ihr Kampf-Outfit anlegt, das sie wie eine Kriegerprinzessin aussehen lässt. Sie trägt Hosen und ist mit einem blau bemalten Geschirr sowie Armbändern ausstaffiert. Sie trägt verschiedene Waffen bei sich, darunter ein Bogen und eine Garrotte, aber sie trägt weder eine Rüstung noch einen Brustschutz."

Die klassischen Gewänder römischer Soldaten konnte Rose direkt im Kaufhaus erstehen. "Die Römer sind historisch akkurat dargestellt", berichtet Rose. "Wir haben es im Film mit verschiedenen Arten von Römern zu tun. Bei den römischen Soldaten, die die Festung bewachen, in der Arthur lebt, habe ich den Look dem Wetter angepasst, das heißt, ich habe ihn für das extrem harsche Klima adaptiert. Also tragen sie jetzt, was ungewöhnlich ist, Hosen und Halskrausen, womit wir den Temperaturunterschied zu Rom verdeutlichen. Dann gibt es die Söldner, die sich um Marius' Gruppe kümmern. Die sind wieder etwas anders, denn a) handelt es sich um Söldner und b) haben sie das Gefühl, dass sie eher die Privatarmee eines Schurken sind, sich also nicht so sehr um die modischen Gepflogenheiten in Rom kümmern müssen. Meine letzte Gruppe von Römern sind die waschechten Römer, die den Bischof begleiten. Das ist die absolut klassische Version römischer Soldaten."

Für die Sachsen fiel der Look etwas wilder und ursprünglicher aus: ein barbarischer Mix, der auch die enorme Körpergröße der Männer berücksichtigte. "Die Sachsen sind große, gefährlich aussehende Männer", sagt Rose. "Wir kleideten sie in stabiles Leder mit vielen Schichten und in mächtige Felle. Wir stellten etwa 100 dieser Outfits her und mieteten weitere, die wir dann auf unsere Weise kombinierten."

In starkem Kontrast zu den Sachsen stehen die blau Bemalten, Guerilla-Kämpfer, die urplötzlich zuschlagen und dann wieder mit der Natur zu verschmelzen scheinen. Sie sind also eine höchst bewegliche Einheit, die sich auf ihre Tarnung verlassen mußs. Sie leben von dem, was sie gerade aufstöbern, und nutzen den natürlichen Schutz, den man im Hinterland findet. Beim Entwurf ihres funktionalen und eigenwilligen Looks entschloss sich Rose, die blaue Körperbemalung mit minimalistischen und rustikalen Kostümen zu akzentuieren.

"Die blau Bemalten setzen auf blaue Körperbemalung, die in komplexen Designs ausgearbeitet ist. Ich entwarf jedes einzelne davon selbst", sagt Rose. "Aber man mußs sehr vorsichtig sein, damit sie nicht wie Höhlenmenschen oder Barbaren aussehen. Wir begannen mit einer Kombination aus Geschirren, Klammern, Sarongs und Hosen, die improvisiert aus Leder zusammengetackert wurden. Ich wollte, dass das Grundmaterial etwas wäre, was man tatsächlich im Wald finden kann. Aber schließlich entschieden wir uns doch für Leder und Wildleder. Wir nannten es die ,Eat and wear'-Kollektion: Erst wird es gejagt, dann gegessen, dann angezogen."

Die Waffen des Krieges ... im Jahr 400 n. Chr. "Es gibt eine einzige Person in KING ARTHUR, die keine Waffe trägt", so Waffenmeister Tommy Dunne. "Alle anderen tragen Waffen - selbst Guinevere ist bis an die Zähne bewaffnet." Für KING ARTHUR bedeutet dies, dass 400 Sachsen, 150 römische Soldaten und bis zu 175 Pikten auszustatten waren. Selbst die Dorfbewohner verwendeten ihr landwirtschaftliches Gerät im Kampf und wurden in die Handlung verwickelt. Jede Fraktion kämpfte auf ihre typische Art und Weise mit ganz unterschiedlichen Waffen. Harry Humphries, Spezialist für internationale Sicherheit und für das Training von taktischen Kampfeinheiten, war militärischer Berater bei KING ARTHUR. Der ehemalige Navy SEAL hatte bereits bei BLACK HAWK DOWN ("Black Hawk Down", 2001) mit Jerry Bruckheimer zusammengearbeitet und mit Antoine Fuqua an TEARS OF THE SUN ("Tränen der Sonne", 2003).

"Die Prinzipien der Kriegsführung haben sich im Laufe der Jahre nicht verändert", so Humphries, der sich selbst als "technisches Gewissen" der militärischen Sequenzen bezeichnet. "Das Konzept der Kriegsführung ist ganz genau das gleiche wie im Britannien des fünften Jahrhunderts", führt er fort. "Heute wie damals gibt es die konventionelle Kriegsführung, die unkonventionelle und Guerilla-Taktiken. Der einzige Unterschied liegt darin, dass sich die Waffen verändert haben - die Taktiken sind die gleichen geblieben."

Humphries gehörte zu dem Team, das die Kampftechniken der unterschiedlichen Gruppen für KING ARTHUR recherchierte. "Die Sachsen waren sehr diszipliniert, sehr germanisch in ihrem Verhalten", erklärt er. "Sie marschierten in einer relativ geordneten Formation, nicht ganz so wie die römischen Zenturios, aber sie zogen in Regimenten in die Schlacht und gingen taktisch vor. Sie kämpften häufig hinter einem Schutzwall und lockten den Feind zum Angriff. Solange der Schutzwall standhielt, konnten die Soldaten dahinter die Angreifer dezimieren. Es war ein Krieg der Grausamkeiten."

Die Sarmaten zeichneten sich durch die Nutzung unterschiedlichster militärischer Mittel aus und passten sich dem römischen Kampfstil an, als sie in Britannien an Land gingen. Zugleich behielten sie einen ganz bestimmten osteuropäischen Kodex bei. "Die Ritter haben sich eine Art ?wilde' Interpretation der römischen Kriegsführung zu Eigen gemacht", setzt Humphries fort. "Die Römer waren keine Guerilla-Kämpfer; sie verfolgten stets eine Taktik. Die Sarmaten wurden von einem römischen Anführer mit einem ganz eigenen Kampfstil in den Krieg geführt, aber sie neigten dazu, dabei ihren ganz persönlichen Weg zu gehen." In Kurzform: Sie gingen wie heutige Spezialeinheiten vor.

"Gemäß Antoines Interpretation funktionieren sie wie SEAL-Einheiten", so Humphries. "Wir versuchten sicherzustellen, dass darin ihre mentale Stärke und ihr Kampfgeist liegen. Sie sind entschlossene und sehr mutige Krieger, die ihr Leben für andere opfern. Die Denkweise der Soldaten hat sich nicht verändert", erklärt Humphries weiter. "Sie basiert auf primitiven Instinkten, die wir heute noch in unserer Gesellschaft finden. Das Wesen des Kriegers ist auch in unserer modernen Gesellschaft verankert, manche haben es, andere nicht. Es wird immer Menschen geben, die ihr Leben für andere aufs Spiel setzen - und das ist genau das, was ein Krieger tut: das zu bekämpfen, was er als Bedrohung ansieht."

Die Kostüme der vier wichtigsten Gruppierungen - der Sarmaten, der Römer, der Sachsen und der blau Bemalten - mußsten jeweils typische Charakteristika vorweisen. Folglich war es auch die Aufgabe von Tommy Dunne, jede Gruppe auf individuelle Art und Weise zu bewaffnen. Die erforderlichen Waffen richteten sich nach ihrer militärischen Herkunft. Die Waffen der Sarmaten-Ritter hatten einen hohen technischen Standard und ein individuelles Design. "Sie verfügen als ?Spezialeinheit' über eine High-Tech-Ausrüstung, während der Rest mit eher gleichförmiger militärischer Ausrüstung daherkommt", erklärt Dunne. Bei der Bewaffnung der unterschiedlichen Fraktionen mußste er sich strikt an die damaligen Gegebenheiten halten. Was die Römer angeht, so waren deren Rüstungen aus Geschichtsbüchern und der populären Kultur bekannt. "Wir kennen die Schilde der Römer, ihre Speere und die Art, wie sie sie tragen", so Dunne. "Ihre Waffen entsprechen denen klassischer militärischer Kampfeinheiten."

Von allen kämpfenden Männern sind die Sarmaten-Ritter diejenigen, die das größte Waffenarsenal mit sich führen. Jeder Ritter trägt bis zu 60 Teile individueller Waffen mit sich und besitzt sein eigenes Waffenarsenal. "Für die Ritter wollten wir einen unverkennbaren Look, der jedem Einzelnen genau angepasst war", führt Tommy Dunne aus. "Wir beschlossen, dass jeder ein langes Schwert besitzen sollte, ein kurzes Schwert, Messer, Äxte, längere Äxte, Schilde und eine Lanze. Die speziellen Waffen der Ritter spiegeln die komplexe Historie wider: die römischen Einflüsse, die osteuropäischen und die keltischen."

Die bekannteste aller Waffen ist Excalibur, das berühmteste Schwert der Geschichte. Dunne und seine Waffenhersteller verwendeten zusammen mit Fuqua und dem Artus-Sagen-Experten John Matthew mehrere Wochen auf die Herstellung, das Design und die Dekoration des Schwerts. "Excalibur, Arthurs Schwert, wurde nach einem auf keltischen Motiven basierenden Gemälde entworfen", berichtet Dunne. "Die Klinge trägt eine Inschrift in Ogham, einer antiken Form keltischer Buchstaben. Sie lautet: ?Verteidiger seines Landes'. Es ist das ultimative Schwert." Es mußs betont werden, dass diese ultimative Waffe nicht mit besonderen Kräften ausgestattet war. Laut Clive Owen konnte die Waffe lediglich so gut sein wie der Mann, der sie einsetzte. "Es ist kein Zauberschwert", erklärt er. "Arthur ist ein hervorragender Kämpfer - die Art, mit der er das Schwert bewegt, ist das Entscheidende. Der Film will nicht den Mythos oder die Legenden zum Leben erwecken. Excalibur ist eine ausgewählte, zuverlässige Waffe und hat nur so viel Macht, wie Arthur ihr verleiht."

Arthurs rechte Hand ist Lancelot, der mit zwei Schwertern, die er in Scheiden auf seinem Rücken trägt, in die Schlacht reitet. "Lancelot hat zwei zueinander passende Schwerter, die er auf seinem Rücken trägt und mit einem Griff über seine Schulter herausziehen kann", beschreibt Dunne die Ausrüstung von Lancelot. "Er hat einen spektakulären, zweihändigen Kampfstil, bei dem er erst das Schwert von oben nach unten herunterschnellen lässt, um dann nach vorne zuzustoßen." Der vielleicht außergewöhnlichste Kampfstil ist der von Tristan. "Tristan ist in ganz bestimmter Hinsicht einzigartig", so Dunne. "Er soll orientalische Einflüsse haben, also hat er dieses gebogene, säbelähnliche Schwert. Außerdem besitzt er Wurfmesser, die in seinen Brustpanzer integriert sind."

Der Kampfstil von Bors wurde vom Schauspieler dieser Figur mitentwickelt: Ray Winstone. "Wir wussten, dass Ray Boxer war, und beschlossen, für ihn etwas Besonderes vorzubereiten", sagt Dunne. "Also kombinierten wir die Idee des Boxhandschuhs mit einem mit Nägeln besetzten Schlagring. Bors kann mit dieser Waffe mehr Schaden anrichten als alle Ritter seiner Einheit zusammen." Was die übrigen Ritter betrifft, so ist Galahads Spezialität ein Schild, der gleichzeitig auch Angriffswaffe ist. "Er ist ein kleiner mit Messern versehener Schild, mit dem er seine Angreifer aufschlitzen kann", so Dunne. "Den größten Effekt damit erzielt er in Kombination mit seiner Axt." Gawain benutzt eine kleine, aber tödliche Axt, doch seine Keule ist seine effektivste Waffe. "Er macht aus seiner mit Nägeln besetzten Keule eine Tod bringende Waffe", führt Dunne aus. "Man sollte dieser Keule nicht in den Weg kommen." Wie es sich für seine Größe gehört, ist die wichtigste Waffe, die Dagonet trägt, ein gigantisches breites Schwert, das er mit beiden Händen schwingt.

Die übrigen zwei Protagonisten sind Guinevere und Merlin, der sagenumwobene Anführer der blau Bemalten. Guinevere, die sich den Look (einschließlich der blauen Körperbemalung) und die Kampftechniken der blau Bemalten angeeignet hat, ist eine hervorragende Kämpferin. "Sie ist eine Expertin im Bogenschießen und verwendet unterschiedliche Bogen, vom gebogenen Schilfblatt bis zum traditionellen Langbogen", berichtet Dunne. "Ihre weiteren Waffen sind die der blau Bemalten. Sie besitzt ein kurzes Schwert, ein Messer, eine Garrotte." Anstatt auf Zauberei verlässt sich Merlin auf die traditionelle Verteidigungsart - und das gute altmodische Schwert. "Wir stellten für ihn ein Schwert her, das er in einer besonderen mit Quasten und keltischen Motiven verzierten Scheide trägt."

Die Bemalten zogen als Guerilla-Einheit in den Krieg, als Meister der "Hit and run"-Taktik. Als solche haben sie nur leichte Waffen bei sich. Dunne erklärt: "Ihre Waffen ähneln denen der Kelten. Sie haben eine Axt, ein Messer und ein kurzes Schwert. Die Axt ist schmal und individuell, und sie sind gute Bogenschützen. Sie waren Guerilla-Kämpfer, konnten in der Landschaft verschwinden und bewegten sich schnell und leichtfüßig. Alles, was sie brauchten, holten sie sich auf dem Schlachtfeld." Die Bemalten und die sächsischen Invasoren waren "eine gut geölte Kampfmaschine". Wie im Fall der Römer sind der Look und die Waffen der Sachsen historisch genau dokumentiert. "Sie trugen Schilde von besonderer Größe", so Dunne. "Sie hatten besondere Waffen und trugen lange Äxte bei sich. Ein versierter Axtwerfer konnte Schaden von immensem Ausmaß anrichten, wenn er seine Axt in Form einer Acht rotieren ließ. Die Sachsen gehörten zu den härtesten Kriegern."

Die Ritter werden auf den Kampf vorbereitet Bevor die Dreharbeiten zu KING ARTHUR begannen, verbrachten die Schauspieler einige Zeit in England, wo sie sowohl das Reiten als auch die Kampfchoreographien und den Gebrauch der verschiedenen Waffen erlernten. Dem folgte ein zweiwöchiges Trainingslager in Irland, kurz bevor die Arbeit vor der Kamera im Juni 2003 begann.

Stuntkoordinator Steve Dent (COLD MOUNTAIN ("Unterwegs nach Cold Mountain", 2003)) überwachte das Training der Schauspieler in Rickmansworth, in der Nähe von London. "Wir stellten schnell fest, wie sicher die einzelnen Schauspieler im Sattel saßen, und ordneten jedem ein bestimmtes Pferd zu", erklärt er. "Jeder kann ein guter Reiter werden, wenn er genug Unterricht bekommt. Natürlich brauchten die einen mehr als die anderen." Zu den "einen" gehörte Clive Owen, der, was das Reiten anging, ganz von vorne beginnen mußste.

"Ich konnte überhaupt nicht reiten", gibt Owen zu. "Ich hatte schon ein paarmal vor der Kamera auf einem Pferd gesessen, aber höchstens für ein paar Tage. Wenn man einen Schauspieler fragt, ob er reiten kann, sagt er natürlich immer ja. Als mir die Rolle zugesagt wurde, fing ich sofort mit den Reitstunden an - fünf Tage die Woche, und das sieben Wochen lang. Arthur soll ein guter Reiter gewesen sein, also lag ein großer Teil der schauspielerischen Herausforderungen darin, wie ich mich selbst im Sattel fühlte und präsentierte."

Nicht nur, dass die Schauspieler kompetente Reiter sein sollten, sie mußsten während des Reitens auch in vollständiger Ritterrüstung gegeneinander kämpfen. Für Antoine Fuqua lag der Schlüssel zu den Actionsequenzen darin, die Ritter in ständiger Alarmbereitschaft zu halten. Die Reiter auf ihren Pferden sollten ständig in Bewegung sein, stets bereit, sich in die Schlacht zu stürzen und sich in jedem Moment verteidigen zu können. Folglich mußste für diese Dynamik während des Trainings der Schauspieler Sorge getragen werden.

"Antoine wollte Bewegung in den Film bringen, die Pferde sollten nie still stehen", so Owen. "Er wollte die größtmögliche Energie, eine Eigendynamik. Wir befinden uns ständig in gefährlichen Situationen, sind immer in Eile. Das bedeutet, dass sich die Pferde stets bewegen und den Rhythmus der Szene vorgeben. Die Herausforderung lag darin, das Pferd im Zaum zu halten und ungeachtet dessen gleichzeitig seine Dialoge vorzubringen. Nachdem ich eine Menge Zeit mit den Reitstunden verbracht hatte, fühlte ich mich eigentlich ganz wohl dabei, mit der einen Hand das Schwert und mit der anderen die Zügel zu halten."

Auch Keira Knightley kam nach Rickmansworth, lernte Reiten und verbrachte die Zeit mit den Männern im Trainingslager. "Ich übte Bogenschießen und Schwertkampf und sehr viel Boxen", erzählt sie begeistert. "Boxen war eine gute Übung darin, seinen eigenen Schwerpunkt ganz auf den Boden zu konzentrieren, so dass ich mehr nach einem Kämpfer und weniger nach einer Balletttänzerin aussah. Das hat mir zwar in dieser Hinsicht geholfen, aber wenn sich zwei Meter große Stuntmen auf dich stürzen, siehst du zu, dass dein Schwerpunkt ganz schnell ganz weit weg ist." Sie setzt fort: "Ich habe alle meine Kampfszenen selbst gedreht. Natürlich hatte ich ein Stuntdouble, aber wenn man einen Actionfilm dreht, ist es wirklich langweilig, wenn man die Action nicht selbst macht. Ich wollte so viel wie möglich selbst machen. Deshalb bin ich in jeder Szene selbst zu sehen!"

Obwohl er in dem Abenteuer-Kostümfilm "Horatio Hornblower" die Titelrolle spielte, hatte Ioan Gruffudd noch nie eine so intensive Vorbereitungszeit von so epischen Ausmaßen wie für KING ARTHUR erlebt. Er liebte es - besonders das Trainingslager. "Jeden Morgen ritten wir für ein paar Stunden, hatten dann eine Mittagspause und lernten anschließend Bogenschießen, hatten Kampf- und Gewichttraining. Es war ein richtiges Jungenabenteuer. Am Abend gab es dann noch viel soziales Training und am nächsten Tag ging es wieder von vorne los."

Vor KING ARTHUR hatte Ray Winstone das Reiten bereits für seine Rolle in COLD MOUNTAIN ("Unterwegs nach Cold Mountain", 2003) erlernt. "Ich verstehe jetzt, warum John Wayne diesen Gang hat", kommentiert er trocken. "Aber ich liebe es. Es ist, als wäre man noch einmal Kind - man wirft sich in eine Ritterrüstung und schwingt sich mit seinem Schwert und dem ganzen Drumherum aufs Pferd. Als wäre man noch einmal sieben." Wegen anderer Verpflichtungen konnte Winstone nicht am Trainingslager teilnehmen. "Gott sei Dank hatte ich nicht die Möglichkeit, ins Trainingslager zu kommen - ich bin schließlich 47!", lacht er. "Aber das macht ja auch Sinn. Bors soll auch nicht der fitteste Mann unter der Sonne sein; er kann gar nicht so trainiert wie diese jungen Typen sein. Die Leute sind damals gestorben, noch bevor sie 47 wurden."

Ray Stevenson war bereits in der Fernsehsendung "Drover's God" auf dem Pferderücken zu sehen, aber seine Reitkünste erwiesen sich dann doch als etwas eingerostet, als er in den Sattel steigen sollte. "Ich hatte nie etwas von vergleichbaren Ausmaßen gemacht - Kämpfe vom Pferderücken aus, Reiten im einhändigen Westernstil", berichtet er. "Aber das ist das denkbar beste Fitnesstraining - große Jungs mit Spielzeug! Man erzählt seinen Freunden ganz stolz, dass man am Morgen zwei Schwertkämpfe absolviert hätte, auf einem Pferd in die Schlacht geritten wäre und so weiter - aber am Ende des Tages bist du einfach nur fertig."

Mads Mikkelson gibt zu, dass er zuvor noch nie auf einem Pferd gesessen hatte. "Im Film reitest du vor der Kamera allerhöchstens mal 25 Meter und wiederholst das Ganze noch einmal, aber das ist nicht das Gleiche wie im Trainingslager - das hat wirklich Spaß gemacht. Es war, als würde man jeden Tag einen Spielplatz besuchen und dafür bezahlt werden. Es hat vor allem das Gruppengefühl unter den Schauspielern verstärkt und natürlich die Nähe zu den Pferden."

Für die Dreharbeiten zu seinem vorangegangenen Film NED KELLY ("Gesetzlos - Die Geschichte des Ned Kelly", 2003) hatte Joel Edgerton bereits mehrere Wochen auf einem Pferderücken im australischen Busch verbracht. "Ich bin auch schon als Kind geritten, mit zehn oder elf Jahren - in einem Ponyclub. Für NED KELLY hatte ich viel dazugelernt, aber für KING ARTHUR wurde das Niveau noch einmal erheblich angehoben. Aber ich fühle mich wohl im Sattel. Wir sind jeden Tag geritten, es war schon ungewöhnlich, wenn wir mal mit beiden Beinen am Boden waren."

Aber der wochenlange Einsatz zahlte sich aus - sowohl für die Schauspieler als auch für Stuntkoordinator Steve Dent. "Für mich war die schwierigste Szene die, in der alle sieben über das Feld galoppierten und dabei fünf Kameras auf sie gerichtet waren", gibt Dent zu. "Natürlich ist das für die Pferde immer ein Wettrennen, wenn sie so schnell nebeneinander laufen - und damit nicht ungefährlich. Aber es hat funktioniert - und zwar hervorragend."

"Ich hatte vorher schon einmal Pfeil und Bogen in der Hand, habe aber ganz bestimmt noch nicht mit Messern oder einer Axt gekämpft", so Keira Knightley. "Ich habe jede Sekunde genossen - und bin mittlerweile ziemlich gut."

Energie und Anspannung: Die Inszenierung der Schlachten "Dies ist ein Film, der ungewöhnlich viele Herausforderungen bietet", erklärt Kameraveteran Slawomir Idziak (BLACK HAWK DOWN ("Black Hawk Down", 2001)). "Es ist ein Actionfilm, aber gleichzeitig ein historischer Kostümfilm. Letztlich trägt aber die Action den Film, und Antoine hatte ganz bestimmte Vorstellungen davon, wie der Film aussehen sollte. Es war eine interessante Erfahrung."

Keine Sequenz forderte dem Regisseur und seinem Kameramann mehr ab als der Höhepunkt des Films, die Schlacht bei Baddon. Die Schlacht bei Baddon markiert den letzten und bedeutendsten der zwölf Siege, die Arthur über die Sachsen erringen konnte. Die vernichtende Niederlage veranlasste die Invasoren zum Rückzug und ließ sie für Jahrzehnte vollkommen ungeordnet zurück. Um die ganze Grausamkeit dieses blutigen und wichtigen Aufeinandertreffens einzufangen, verbrachte Antoine Fuqua fünf Wochen mit den Dreharbeiten zu einer der brutalsten Schlachten, die je auf Zelluloid gebannt wurden.

In einigen Momenten waren während der Dreharbeiten der entscheidenden Schlacht mehr als 19 Kameras auf dem gesamten Schlachtfeld verteilt im Einsatz - was vor allem eine Herausforderung für den mit dem Academy Award® ausgezeichneten Cutter Conrad Buff (TITANIC ("Titanic", 1997)) werden sollte. Abgesehen von den Kameras, die auf Pferderücken montiert waren, schossen Kameramänner, die wie die Komparsen gekleidet waren, Nahaufnahmen aus der Mitte des Geschehens.

"Wir hatten überall Kameras", erklärt Antoine Fuqua. "Wir hatten Kameras an den Schilden, Kameras an den Schwertern und Kameras an den Pferden. Ich wollte, dass das Publikum so tief wie möglich in die Action eintauchen konnte, auf eine ganz natürliche Art und Weise, ohne Spezialeffekte. Wir diskutierten die Möglichkeiten, die es gab, um das Ganze einzigartig, interessant und unterhaltsam zu machen. Also kreierten wir diese unterschiedlichen Kameras. Es hat großen Spaß gemacht, aber es war höllisch anstrengend."

"Ein Actionfilm ist ein Genrefilm, bei dem man zwei wichtige Begriffe nie vergessen sollte: Energie und Anspannung", fasst Idziak zusammen. "Bei der täglichen Arbeitsroutine mit der Kamera kann man diese zwei Wörter gar nicht vergessen. Bei KING ARTHUR verwendeten wir für die Actionszenen viele Kameras, die vollkommen unabhängig voneinander arbeiteten, um noch mehr Energien als gewöhnlich zu schaffen. Wir drehten sehr viel großartiges Material, und ich bin mir sicher, dass der fertige Film, wenn man ihn auf der Leinwand sieht, überwältigend sein wird - wie etwas, was man noch nie zuvor gesehen hat. Das Ergebnis ist ein prachtvoller, farbenfroher Film mit einem ganz eigenen Look."

Szenenfoto
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