Yu-Gi-Oh! Der Film

Produktionsnotizen

Das Yu-Gi-Oh!-Phänomen Der ursprüngliche Comic "Yu-Gi-Oh!" entstammt der Feder des Manga-Zeichners und Texters Kazuki Takahashi und erschien 1996. Seitdem hat sich die Idee rund um den Globus zu einem ungeheuer erfolgreichen Markennamen entwickelt: Eine quotenstarke Zeichentrickserie entstand, eine Reihe von Videospielen und ein Spiel mit Sammelkarten. Der nächste logische Schritt: Yugis Debüt auf der großen Leinwand, das dem "Yu-Gi-Oh!"-Phänomen eine ganz neue Dimension erschließt. ",Yu-Gi-Oh! The Movie' (Yu-Gi-Oh! Der Film) entstand im Zuge einer ganz natürlichen Entwicklung, denn ,Yu-Gi-Oh!' erzielt als Zeichentrickserie weiterhin Spitzenquoten", sagt Alfred R. Kahn, Vorsitzender und Leiter von 4Kids Entertainment. "Wir stellen uns darauf ein, den Erfolg der Marke noch viele Jahre lang auszubauen."

Die Fernsehserie "Yu-Gi-Oh!" hat etliche Rekorde gebrochen, sie startete 2001 in den USA auf dem Kanal Kids WB!. Inzwischen läuft sie in über 60 Ländern und 20 verschiedenen Sprachen. Im amerikanischen Fernsehen hält sie nach wie vor den Spitzenplatz. In der Serie steht der gutmütige Schüler Yugi Muto im Mittelpunkt - immer wenn er sein Lieblingskartenspiel spielt, verwandelt er sich in einen offenbar unbesiegbaren Helden. ("Yu-Gi-Oh!" heißt übersetzt "König der Spiele".)

Beim Kartenspiel kommt es zum "Duell" der Spieler, wobei sie Spielkarten verwenden, auf denen fantastische Wesen abgebildet sind. Jede Karte enthält unterschiedliche Monster, Zauberformeln und Fallen mit verschiedenen Stärken und Schwächen. Die Duellanten müssen strategisch spielen, um die Karten aus ihrem "Stapel" in ihrer schlagkräftigsten Kombination einzusetzen, so ihre Gegner zu besiegen und zu den Meister-Duellanten aufzusteigen.

Über besondere Kräfte verfügt Yugi durch das "Millennium-Puzzle", ein uraltes Medaillon mit ungeahnten Energien, das er um den Hals trägt. Im Puzzle wohnt der Geist des Pharaos, Yugis Alter Ego. Der Pharao unterstützt Yugi beim Kampf gegen die unterschiedlichsten Feinde: Yugi mußs die Menschheit retten und sich als weltbester Duellant profilieren.

"Wahrscheinlich liegt der Schlüssel zum weltweiten ,Yu-Gi-Oh!'-Erfolg in der Tatsache, dass die Kids Yugis Rolle einnehmen, wenn er den Kampf gegen die unglaublichsten Monster aufnimmt", stellt Norman Grossfeld fest - er ist der Produktionschef bei 4Kids Entertainment, jener Firma, die die Marke "Yu-Gi-Oh!" in den Vereinigten Staaten auswertet. Grossfeld schrieb nicht mit an der amerikanischen Fassung und betreute die Filmversion als Executive Producer, er kann auch eine Menge Erfahrung als Produzent der äußerst erfolgreichen "Pokémon"-Kinofilme vorweisen. "Die Kids schauen sich den Film nicht einfach auf der Leinwand an, sie tauchen in ihrer Vorstellung mitten ins Geschehen."

Die Legionen von Yugi-Fans identifizieren sich auch mit den Fähigkeiten, die Yugi von seinem Alter Ego, dem Pharao, verliehen werden. "Yugi ist durchaus nicht vollkommen, sondern vielmehr ein eher durchschnittlicher Schüler, der wie alle Kids Ängste und Selbstzweifel hat", stellt Mike Pecoriello fest - er hat die "Yu-Gi-Oh!"-Fernsehserie geschrieben und produziert. "Aber in ihm steckt noch mehr, eben sein Alter Ego, das er zur Hilfe rufen kann, wenn es nötig ist. Wahrscheinlich begeistern sich die Kids für diese Vorstellung, dass solch ein schüchterner Underdog von einem starken, selbstbewussten Helden unterstützt wird."

Durch die Beliebtheit der "Yu-Gi-Oh!"-Fernsehserie verbreitete sich das Phänomen über die ganze Welt: Die Fans wollten bald selbst eine echte Version des Kartenspiels spielen. Diese Begeisterung brachte die "Yu-Gi-Oh!"-Duellanten-Liga mit über 600.000 Teilnehmern hervor - das Kartenspielturnier wird in über 4500 Läden ausgetragen.

Zur "Yu-Gi-Oh!"-Weltmeisterschaft 2004, die am 25. Juli im kalifornischen Anaheim stattfand, wurden 20.000 "Yu-Gi-Oh!"-Fans erwartet: Die besten Duellanten der ganzen Welt traten gegeneinander an, um unter sich den Champion zu ermitteln.

Außerdem entstanden zum Start von "Yu-Gi-Oh! Der Film" vier neue Sammelkarten, die es gratis mit der Kinokarte zu einer "Yu-Gi-Oh!"-Vorstellung gibt, und zwar ausschließlich in den Kinos, die den Film zeigen. Die Fans können sich auch auf den Soundtrack zu "Yu-Gi-Oh! Der Film" freuen, der zusätzliche, vom Film angeregte Tracks enthält, unter anderem von den Black Eyed Peas, Jean und Fatty Koo. Die Musik zu "Yu-Gi-Oh! Der Film" wird von 4Kids Lane produziert und von RCA Records vertrieben - in den USA erscheint die CD am 10. August 2004.

Die Kinofassung von Yu-Gi-Oh! Die "Yu-Gi-Oh!"-Fernsehserie entstand zunächst für den japanischen Markt und wurde anschließend für die Zuschauer in den übrigen Ländern übersetzt. Doch "Yu-Gi-Oh! Der Film" konzipierte man von vornherein für das weltweite Publikum, nachdem das Franchise seinen globalen Siegeszug angetreten hatte. "Früher übernahmen wir fertig produzierte Serienfolgen aus Japan, deren Story und Musik wir dann für ein größeres Publikum überarbeiteten", erklärt Grossfeld. "Das Spannende an ?Yu-Gi-Oh! Der Film' ist nun, dass wir ihn vom ursprünglichen Konzept an selbst gestaltet haben. Erstmals erleben die Fans also eine ?Yu-Gi-Oh!'-Story, die noch niemand auf der Welt zuvor gesehen hat."

Beim Drehbuch zu Yugis erstem Leinwandabenteuer mußsten die Filmemacher und das Produktionsteam eine große Aufgabe bewältigen: Die gesamte Handlung dauert knapp 90 Minuten, wobei sie aber dem Konzept der Fernsehserie treu bleiben soll, in der sich eine Geschichte über eine ganze Staffel, also im Verlauf von 50 Episoden entwickelt. Die Fans der Serie sollen ihre Helden wiedererkennen, doch der Film mußs auch für Zuschauer verständlich sein, die die Serie nie gesehen haben. "Wir entwickelten also eine komplett neue, eigenständige Story, die aber innerhalb des ,Yu-Gi-Oh!'-Universums angesiedelt ist", sagt Pecoriello.

Eine in sich abgeschlossene, abendfüllende Filmstory reichte allerdings durchaus noch nicht für den ehrgeizigen Anspruch von 4Kids und ihren japanischen Partnern: Klar war allen Beteiligten auch, dass man das dramatische Potenzial des Kartenspiels im Film erheblich intensivieren wollte. "Wir nahmen uns vor, die Fans noch unmittelbarer als bisher in das Kartenspiel einzubeziehen", berichtet Grossfeld. "Aber wie sollten wir es anstellen, das Kartenspiel so spannend zu gestalten, dass die Kids sich wirklich in Yugis Lage versetzen können?"

"Yu-Gi-Oh! Der Film" entführt die Fans in eine mitreißende neue Dimension: Yugi verstrickt sich in einen erbitterten Kampf mit seinem Erzrivalen Seto Kaiba, der all seine Kräfte aufbietet, um Yugi endgültig zu besiegen und selbst den Titel "König der Spiele" zu erringen. Plötzlich erwachen die Fantasie-Monster in den Kartenstapeln der Spieler zum Leben, und die Duellanten finden sich in einem gefährlichen Reich wieder, in dem es um ihr Leben geht - und um das Schicksal der gesamten Welt.

"Wenn in der Serie ein Spieler Lebenspunkte verliert, verliert er einfach nur das Duell", erklärt Pecoriello. "Doch im Film erscheinen die Gefahren des Spiels sehr viel realistischer."

Ein neues Abenteuer - Und ein neuer Bösewicht "Yu-Gi-Oh! Der Film" entstand als Gemeinschaftsproduktion von Nihon Ad Systems, dem japanischen Studio Gallop (der Produktionsfirma, in der die Zeichentrickserie entsteht) und der koreanischen Dong Woo Animation, wobei Handzeichnungen mit Computerbildern kombiniert werden.

Die Filmhandlung setzt kurz nach Ende des Turniers in Battle City ein: An diesem langen und harten Wettkampf hatte Yugi in der zweiten Staffel der Fernsehserie teilgenommen, um mehr über seine geheimnisvolle Vergangenheit zu erfahren. Am Ende der dritten Staffel ist das Turnier abgeschlossen, und in diesem Moment beginnt der Kinofilm. Die Zuschauer können also davon ausgehen, dass die im Film gezeigten Ereignisse wiederum Einfluss auf die Serienfolgen der vierten Staffel haben - die "Yu-Gi-Oh!"-Fans erleben ihr interaktives Universum inzwischen auf mehreren Ebenen.

In "Yu-Gi-Oh! Der Film" geht es vor allem um die Beziehung zwischen Yugi, seinem Alter Ego, dem Pharao, und ihrem ewigen Rivalen Seta Kaiba. "Im Film kämpft das Licht gegen die Finsternis, wobei es durchaus auch um Licht und Schatten der Seele geht - was haben diese gegensätzlichen Kräfte miteinander zu tun?" fragt der Regisseur und TV-Serienproduzent Hidetaka Ikuta.

Der "Yu-Gi-Oh!"-Comic-Erfinder Kazuki Takahashi fügt hinzu: "In ,Yu-Gi-Oh! Der Film' konzentrieren wir uns auf das Thema, dass Macht allein nichts nützt. Leben müssen wir, indem wir mit anderen zusammenarbeiten."

Dabei ist Yugi auf jeden Freund und jede "Yu-Gi-Oh!"-Spielkarte angewiesen, die er nur auftreiben kann, denn diesmal mußs er einen ganz neuen, schier unüberwindlichen Bösewicht besiegen, der im Kinofilm erstmals auftaucht: das ägyptische Fabelwesen Anubis, das Yugis Alter Ego vor etlichen Jahrtausenden bezwungen hat. Der Pharao lebt als Geist in dem mystischen Millennium-Puzzle weiter, das Yugi um den Hals trägt. Nachdem er Anubis vor Tausenden von Jahren überwunden hatte, schien der ein für allemal verschwunden. Doch bei archäologischen Grabungen wird Anubis zufällig wiedererweckt - jetzt will er sich an Yugi rächen und ganz nebenbei auch noch die Weltherrschaft an sich reißen.

"Anubis ist wohl noch viel gruseliger als die bisher bekannten Schurken, eben weil er kein Mensch ist", beschreibt Pecoriello das mumifizierte Monster, das im Film in den unterschiedlichsten Gestalten auftaucht.

Anubis trägt den Namen eines der ältesten und bedeutendsten Götter der altägptischen Mythologie. In diesem Fall befehligt er eine Brigade neu zum Leben erweckter Mumien und zweier Sphinx-Monster, die ihn bei seinem Rachefeldzug unterstützen: So tritt eine Armee von Ungeheuern gegen Yugi an, die alle seine bisherigen Gegner weit in den Schatten stellt. Im Verlauf der Handlung erlangt Anubis ungeahnte Kräfte - anscheinend wird er stärker, je mehr Lebenspunkte Yugi verliert. Schließlich verwandelt er sich in ein gigantisches Monster, das sich von niemandem mehr aufhalten lässt - schon gar nicht von Yugi.

Unterdessen kommt Yugi dem Geheimnis des Millennium-Puzzles immer näher: Dieses 5000 Jahre alte Medaillon hat er von seinem Großvater Muto erhalten. Als Yugi entdeckt, dass auch Anubis ein Millennium-Medaillon besitzt - die Pyramide des Lichts, die umgekehrte Version von Yugis Puzzle - gibt es für Yugis keinen Ausweg mehr: Nur er allein kann die Welt vor der Vernichtung retten.

Helden brauchen Hilfe Sogar der König der Spiele braucht manchmal Unterstützung: Beim Kampf gegen seinen Erzrivalen Seto Kaiba und seinen neuesten und mächtigsten Gegner Anubis verlässt sich Yugi auch auf die Hilfe seiner besten Freunde. "Gegen die übernatürlichen Zauberkräfte im Film hilft letztlich nur das Band der Freundschaft - es erweist sich als stärker als alles andere, es übersteht die größten Gefahren", sagt Pecoriello. "Nur als Freunde können sie zusammenhalten und gemeinsam das Böse bekämpfen."

Zu Yugis Mannschaft gehört der clevere Spieler Joey. Geduld gehört nicht gerade zu den auffälligsten Eigenschaften des impulsiven Joey, aber er erweist sich als treuer Freund und exzellenter Duellant, der Yugi bei seinen Kämpfen wertvolle Dienste leistet.

Zu Joeys besten Freunden zählt Tristan, der Yugi ebenfalls enthusiastisch unterstützt. Tristan und Joey streiten sich ständig, aber wenn Not am Mann ist, kann man sich hundertprozentig auf Tristan verlassen.

Als einziges Mädchen in Yugis Freundeskreis mußs Tea die Jungs immer wieder zur Räson bringen - ständig erinnert sie mahnend daran, wie wichtig ihre Freundschaft ist und welche Kräfte sie damit mobilisieren können. Weil Tea unbeirrbar zu ihm hält, gelingt es dem zweifelnden Yugi immer wieder, sein mangelndes Selbstvertrauen in den Griff zu bekommen.

dass Yugi bei den Duellen so hervorragend abschneidet, verdankt er vor allem auch seinem Großvater Muto, der einen Spieleladen führt und seinem Enkel alle Tricks des Kartenspiels beigebracht hat. Außerdem sorgt der Großvater dafür, dass Yugi seinen unschlagbaren Stapel mit Monsterkarten vervollständigt. Der Großvater arbeitete früher als Ägyptologe - er hat Yugis Millennium-Puzzle entdeckt.

Jeder Champion mußs herausgefordert werden - in Yugis Fall von Seto Kaiba, einem schwerreichen Schüler, der gleichzeitig seinen eigenen millionenschweren Hightech-Spielekonzern KaibaCorp leitet.

Kaiba kennt sich in Kartenspielen bestens aus und hat bereits einmal den Weltmeistertitel errungen - er erfindet ganz allein bahnbrechende neue Techniken für die Weiterentwicklung des Spiels - zum Beispiel die patentierte Holografie-Technologie, durch die die Monster und Zauberkunststücke realistisch dargestellt werden können. Der äußerst ehrgeizige und machtgierige Kaiba ist extrem eifersüchtig auf Yugis Erfolg in der Spielewelt - er wird nicht ruhen, bis er Yugi besiegt hat und seinen früheren Ruhm wieder beanspruchen kann.

Kaibas quirliger kleiner Bruder Mokuba schafft es immer wieder, bei den Duellen dabei zu sein. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder entwickelt Mokuba ein starkes Mitgefühl für alle Beteiligten, und oft genug gerät er in Konflikte zwischen seiner Loyalität zu Kaiba und seinem eigenen Gewissen.

Maximillion Pegasus war nach seiner Niederlage in der ersten Staffel der Fernsehserie von der Bildfläche verschwunden - doch in "Yu-Gi-Oh! Der Film" nutzt er die Gunst der Stunde für einen neuen, triumphalen Auftritt. Pegasus hat das Kartenspiel einst erfunden - nach seinem Rückzug aus der Spielewelt verkroch er sich auf seiner Privatinsel. Zumindest bis jetzt. Doch kehrt Pegasus nun als Freund oder Feind zurück? Das Geheimnis wird in Kürze gelüftet, und die Fans dürfen hoffen, endlich die Antworten auf einige bislang ungeklärte Fragen zu bekommen.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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