Sommersturm

Ausführlicher Inhalt

?Uns kann doch nichts auseinander bringen!? Tobi (ROBERT STADLOBER) und Achim (KOSTJA ULLMANN) sind seit langem die besten Freunde ? ?wie siamesische Zwillinge?, findet Achims Freundin Sandra (MIRIAM MORGENSTERN). Gemeinsam trainieren sie im oberbayerischen Ruderclub RSC und sind die großen Hoffnungsträger von Trainer Hansi (JÜRGEN TONKEL). Ein Sommerzeltlager samt Wettkampf steht an und beim RSC setzt man ganz auf die sportlichen Leistungen der beiden. Die fiebern dem Camp jedoch aus anderen Gründen entgegen: Achim freut sich auf die Zeit mit Sandra.

Tobi, auf den Sandras hübsche Freundin Anke (ALICJA BACHLEDA-CURUS) ein Auge geworfen hat, will einfach nur Spaß haben. Genau aus diesem Grund erscheinen er und Achim auch regelmäßig zu spät beim Training. Am Tag vor der Abreise platzt Hansi schließlich der Kragen: ?Ich fahr doch nicht ins Bergische Land, damit wir uns dort blamier? n!? Prompt verdonnert er Achim und Tobi zum Putzdienst im Bootshaus.

Bei der Jubiläumsfeier des Vereins stehen die beiden als DJs gemeinsam an den Plattentellern. Tobi nimmt seinem Freund das Versprechen ab, nach dem Abi eine gemeinsame Interrail-Tour zu unternehmen. ?Glaubst du, dass wir mit 40 immer noch zusammen was losmachen?? sorgt er sich. ?Wenn Du und Sandra und ich und Anke so richtig zusammen sind, ist unsere Freundschaft doch vorbei, oder?? ?Wir lassen uns von den Weibern doch nicht auseinanderbringen!? entrüstet sich Achim. Und da sie schon beim Thema sind, spricht Achim seinen Freund auch gleich darauf an, was eigentlich mit Anke sei. Tobi drückt sich vor einer konkreten Antwort, gibt aber zu, dass Anke eine tolle Frau ist - und erweckt schließlich den Eindruck, als ob er bereits mit Anke geschlafen habe ...

Zu vorgerückter Stunde ist auf der Party Engtanz angesagt. Tobi beobachtet Achim und Sandra, die zärtlich umschlungen miteinander tanzen. Und so fordert er Anke zum Tanz auf. Genau in dem Augenblick, in dem Tobi einen neugierigen Blick von Achim spürt, beugt er sich zu Anke und gibt ihr einen langen, innigen Kuss.

?Ne ganze Mannschaft ? alles Tucken!?? Nach der Ankunft an der Bevertalsperre spioniert Ferdl als erstes die weibliche Konkurrenz aus ? und tritt dabei wie üblich ins Fettnäpfchen: Er beobachtet die katholische Mädchengruppe aus Sachsen beim Duschen. Minuten später wird er unter Schmerzensschreien von den Jungs der Berliner Mannschaft ?QueerSchlag? zum Zeltplatz des RSC geschleppt: Bei seiner Spionageaktion hat er sich sein bestes Stück im Reißverschluss eingeklemmt. Die hilfreichen ?QueerSchläger? entpuppen sich als komplett schwules Team, das anstelle des heiß ersehnten Mädchenteams aus der Hauptstadt angereist ist. Die Ruderer vom RSC reagieren auf die Bekanntschaft mit den Jungs vom anderen Ufer mit gemischten Gefühlen.

Georg (TRISTANO CASANOVA), Sohn des RSC-Präsidenten, ist empört darüber, dass ihn der muskulöse Malte (HANNO KOFFLER) sofort schamlos anbaggert und hält mit seinen Vorurteilen nicht hinterm Berg. Anke macht sich Sorgen um Tobis Gefühlsleben. ?Hast du den Eindruck, Tobi steht auf mich?? fragt sie Sandra abends im gemeinsamen Zelt. Sandra ist verwundert: Hatte ihr Achim nicht gerade erst erzählt, dass die beiden bereits miteinander geschlafen haben? Anke streitet alles ab. Sandra beruhigt die Freundin, dann müsse Achim da wohl etwas falsch verstanden haben. Im Nachbarzelt überlegt Tobi derweil, ob man wohl mit den ?QueerSchlägern? befreundet sein könnte. Für Achim ein klarer Fall: ?Warum nicht ? so lange sie nichts von mir wollen. Dann hätte ich ein Riesenproblem damit.?

Zunächst sind jedoch auch die ?QueerSchläger? nur an einem interessiert: dem Pokal. Bei den Vorbereitungen liegen die Schützlinge der attraktiven Trainerin Susanne (ALEXA MARIA SURHOLT) zu Hansis Entsetzen seiner eigenen, unkonzentriert wirkenden Truppe um einige Schläge voraus. Und Anke hat sowieso ganz andere Sorgen. Beim Training stellt sie Tobi zu Rede: Warum hat er Achim erzählt, dass sie bereits miteinander geschlafen hätten? Tobi fühlt sich ertappt und zieht sich mit der Behauptung aus der Affäre, dass er wirklich gerne mit ihr schlafen würde, aber nicht wüsste, wie er das anstellen solle. Anke ist versöhnt und nimmt sich vor, selbst die Initiative zu ergreifen ...

Hansi verschärft das Training und macht mit der Mannschaft beim Joggen einen kleinen Umweg, um Trainerin Susanne im Camp der Berliner einen Besuch abzustatten. Eine Gelegenheit für die ?QueerSchläger?, Georg wegen seiner schwulenfeindlichen Sprüche ein wenig auf die Schippe zu nehmen. Zu allem Übel gerät er dann auch noch mit Malte aneinander. Der versucht ihm weiszumachen, er sei überhaupt nicht schwul, sondern schreibe hier undercover an einer Arbeit über sexuelle Desorientierung. Und im übrigen könnte er Georg einen Kontakt zum Bundestrainer vermitteln ? denn er sei wirklich ein verdammt guter Ruderer. Georg fühlt sich geschmeichelt.

?Wer soll sich da noch auskennen?? In den nächsten Tagen wird auf beiden Seiten des Ufers getrennt von einander trainiert, gefeiert, trainiert und gefeiert ... und Tobi mußs immer häufiger feststellen, dass es unerwartete Gefühle in ihm weckt, neben Achim im selben Zelt zu schlafen. Klar, dass er gar nicht begeistert ist, als Achim ihm erklärt, dass er Sandra nach dem Abitur für ein halbes Jahr nach Südamerika begleiten will ? anstelle der geplanten Interrail-Reise. Und als Sandra daraufhin das Gespräch mit Tobi sucht, weil sie den Eindruck hat, dass er etwas gegen sie hätte, greift Tobi erneut zu einer Notlüge: Achims ständige Klagen darüber, dass Sandra nicht mit ihm schlafen wolle, gingen ihm einfach auf die Nerven. Das sitzt.

Tobis Notlügen treiben einen immer tieferen Keil zwischen die Freunde. Ihm ist klar, dass er Achim langsam gestehen mußs, dass er offensichtlich mehr als nur freundschaftliche Gefühle für ihn hegt. Er setzt alles auf eine Karte: Beim Schwimmen versucht er, den Freund zu küssen. Der reagiert anders als erhofft ? und ergreift die Flucht. Verzweifelt ruft Tobi ihm hinterher. ?Wichsen im Bootshaus ist okay ? aber ein kleiner Kuss ist gleich eine Riesenkatastrophe? Wer soll sich denn da noch auskennen?? Dann sieht er die ?QueerSchläger? am Ufer stehen, die alles beobachtet haben ? und taucht mit einem Sprung ins Wasser erst einmal ab.

Als er wieder an Land kommt, haben sich die Jungs auf dem Steg ausgebreitet. Tobi, der eigentlich beim Training erwartet wird, lässt sich von dem freundlichen Leo (MARLON KITTEL) und den anderen zum Bleiben überreden. Irgendwann schläft er entspannt in der Sonne ein. Als er aufwacht hat er einen mörderischen Sonnenbrand ? und nur noch Leo an seiner Seite. Der interessiert sich schon seit ihrer ersten Begegnung für Tobi und nutzt die Gelegenheit, ihm näher zu kommen. Leidenschaftlich beginnen sie, sich zu küssen ? und Tobi erlebt sein ?Erstes Mal?.

In der Zwischenzeit wartet auch Anke sehnsüchtig auf den richtigen Moment, um Tobi zu verführen. Als dieser ihr alleine und aufgewühlt am Ufer entgegenkommt, hofft sie, dass nun der Zeitpunkt gekommen ist. Doch als sie ihn berühren will, wendet sich Tobi verzweifelt ab ? und gesteht ihr alles: Er habe sich verliebt. Jedoch nicht in ein Mädchen. Ankes Vermutung trifft direkt ins Schwarze: Achim.

?Es geht um deine Einstellung, Tobi!? Es ist der Abend vor dem Wettkampf, der letzte Abend im Camp, an dem sich alle Mannschaften zum gemeinsamen Grillfest treffen. Tobi sitzt im wahrsten Sinne zwischen allen Stühlen. Bei seinen eigenen Leuten hat er sich mehr als unbeliebt gemacht: Hansi ist sauer, weil er schon wieder das Training verpasst hat, Sandra und Achim haben genug von Tobis Lügen, und Anke kann es nicht fassen, dass Tobi bei allem so tut, als sei nichts geschehen. ?Willst Du weiterhin alle belügen?? fragt sie aufgebracht. Und sogar der Trainer verliert die Geduld: ?Es geht ums Team, um den Sport, es geht um deine Einstellung, Tobi!?

Als die Stimmung im Zeltlager den Tiefpunkt erreicht, ziehen auch am Himmel düstere Wolken auf. Zuerst verschwindet Georg, dem Maltes spielerisch gemeinte Annäherungsversuche zugesetzt haben. Plötzlich fehlt auch jede Spur von Achim und Sandra, die sich im Wald ein geschützte Eckchen gesucht haben, um dort ganz in Ruhe ihr ?Erstes Mal? miteinander zu erleben. Und schließlich steht Tobi, der für alle immer ein sportliches Vorbild war, als Außenseiter da.

Der Sturm und das Gewitter fegen über das Camp hinweg. Es ist unmöglich, diese Nacht im Freien zu verbringen. Und so treffen sich alle Mannschaften spät in der Nacht in einer Jugendherberge wieder. Am Morgen nach dem großen Sturm soll alles anders sein: Aus den unbeschwert begonnenen Ferien wird ein Sommer der Entscheidungen für Tobi und Achim ? ein Sommer der ersten Liebe, der Suche nach dem eigenen, ganz persönlichen Glück und der Erkenntnis, dass letzten Endes alle im selben Boot sitzen ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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