The Village - Das Dorf

Produktionsnotizen

Der bahnbrechende Regisseur, Autor und Produzent M. Night Shyamalan widmet seine Talente mit The Village - Das Dorf erneut der großen Leinwand, nachdem er in den letzten fünf Jahren mit den Blockbuster-Erfolgen THE SIXTH SENSE ("The Sixth Sense", 1999), UNBREAKABLE ("Unbreakable - Unzerbrechlich", 2000) und SIGNS ("Signs - Zeichen", 2002) Kinogeschichte geschrieben hat.

Shyamalan wird von Publikum und Kritik als einer der innovativsten und originellsten Filmemacher unserer Zeit gefeiert. Mit ihren universalen Themen - Geister und Familie in THE SIXTH SENSE, Comic-Hefte und Sterblichkeit in UNBREAKABLE, Außerirdische und Glaube in SIGNS - haben Shyamalans Filme das Publikum emotional und intellektuell zutiefst berührt. Mit The Village - Das Dorf entführt Shyamalan seine Fans auf eine weitere atemberaubende Reise und erforscht, welchen Effekt Furcht auf eine ganze Gemeinde haben kann.

Der Philosoph Bertrand Russell sagte: "Der Sieg über die Angst ist der Beginn der Weisheit."

Wer sich dieser Art zu Denken verschreibt, der kann auch in Zeiten der Angst ganz normal weiterleben. Väter reden mit ihren Töchtern. Söhne verlieben sich. Freundschaften werden enger. Das herausragende, zum Teil Oscar®-prämierte oder -nominierte Darstellerensemble, zu dem Joaquin Phoenix, Bryce Dallas Howard, Adrien Brody, Sigourney Weaver, William Hurt und Brendan Gleeson gehören, lassen sich voll und ganz auf M. Night Shyamalans eigene Art und Weise des Geschichtenerzählens ein. Das ist der Grund, warum The Village - Das Dorf seine bislang intimste und emotionalste Filmleistung werden konnte.

Wie oft haben wir schon gehört, wie ein Elternteil seinem Kind versichert, dass es nichts gebe, wovor man Angst haben müsse? Aber sagen die Eltern damit wirklich immer die Wahrheit? In M. Night Shyamalans The Village - Das Dorf bedroht die Angst vor Kreaturen im Wald - oder, wie sie von den Dorfbewohnern genannt werden, "Die, über die man nicht spricht" - die Gemeinschaft und die Sicherheit der Kinder.

Die Stadtältesten haben die Entscheidung getroffen, eine Koexistenz mit den Kreaturen zu führen, innerhalb der Grenzen ihres Dorfes. Da sie sich von der Außenwelt isoliert haben, erweist sich ihre Angst vor den Kreaturen oder allem anderen Bösen, das jenseits der Stadtmauern existieren mag, als Motivation, den Alltag aufrechtzuerhalten und in Sicherheit mit ihren Lieben zu leben.

Wir können Angst nicht ignorieren. Wir leben jeden einzelnen Tag mit ihr - sei es nun die Angst vor Kreaturen im Wald oder in unserer modernen Gesellschaft die Sorge um die Sicherheit unserer eigenen Kinder, wenn sie das Haus verlassen, um zur Schule zu gehen. Angst umgibt uns Tag für Tag, wenn wir die Nachrichten sehen und von Kindesentführungen, Krieg oder Terrorismus hören. Sind denn die Worte Franklin D. Roosevelts wahr: "Wir müssen nur eine Sache fürchten: die Angst selbst"? Oder lehrt uns die Gesellschaft etwas anderes?

Was unternehmen wir, um in Zeiten der Angst unseren Sinn für Gemeinschaft nicht zu verlieren? Die Menschen in The Village - Das Dorf haben zueinander gefunden und alles Denkbare unternommen, um ihre Gemeinde abzusichern und sich vor ihren Ängsten zu schützen. M. Night Shyamalan sagt: "In unserer Welt von heute frage ich mich oft, wie weit ich gehen würde, um meine Kinder zu beschützen. Würde ich auf eine Farm in der Mitte von Nirgendwo ziehen und so leben wie die Menschen in The Village - Das Dorf Wir reden uns gerne ein, dass wir so etwas tun würden. Aber wie viele von uns haben diesen extremen Schritt tatsächlich gewagt? Zu welchen Opfern sind wir tatsächlich bereit, um unsere Lage zu verbessern?"

In Krisenzeiten kann es die Gemeinschaft sein, die uns hilft, unsere Angst zu besiegen. Produzent Sam Mercer sagt: "Das Dorf unterscheidet sich nicht wirklich von den Nachbarschaften von heute. Wenn die Angst ihr hässliches Gesicht zeigt und sich verfestigt, dann wenden wir uns anderen zu und suchen bei ihnen Unterstützung. Aus diesem Sinn für Gemeinschaft schöpft man Kraft."

Shyamalan fährt fort: "Furcht hat nicht unbedingt mit Dingen zu tun, vor denen wir Angst haben. Manchmal ist es nur unsere Fantasie, die uns einen Streich spielt. Ich hoffe, dass mein Publikum in The Village - Das Dorf eine Welt der Furcht erforschen und herausfinden kann, wie man einen Weg aus dem Chaos findet."

Der Vorgang des Geschichtenerzählens ist für M. Night Shyamalan von jeher der wichtigste Teil des Filmemachens. Shyamalan ist überzeugt, dass die Kinogänger sich nach Herausforderungen sehnen. Und es bereitet ihm Freude, ihnen genau das Gewünschte in Form von höchst unbequemer Hochspannung zu geben. Shyamalan sucht die Aufmerksamkeit des Zuschauers, indem er gezielt Informationen bis zum genau richtigen Augenblick zurückbehält.

Shyamalan sagt: "Wenn ich schreibe, dann neige ich dazu, durchgehend auf den Spannungseffekt zu setzen. Ich mag es, mein Publikum zu überraschen. Das erscheint mir völlig natürlich. Gleichzeitig gebe ich mir Mühe, meine Geschichten mit Menschlichkeit zu füllen. Ich hoffe, dass die Zuschauer etwas zu sehen bekommen, über das sich nachzudenken lohnt."

Der Filmemacher fährt fort: "The Village - Das Dorf ist anders als meine bisherigen Filme. Ich habe das Gefühl, dass ich mich als Filmemacher weiterentwickle und erwachsen werde. Ich wollte über Unschuld schreiben. The Village - Das Dorf spielt im 19. Jahrhundert, nach dem Bürgerkrieg und vor dem Beginn der Industrialisierung, als das Leben einfacher war. Damals ging es nicht um Geld oder Gier. Die Menschen waren frei von Sarkasmus. In ihren Stimmen lag Wahrheit und Aufrichtigkeit."

The Village - Das Dorf ist ein weiterer Film Shyamalans, der in der Nähe seiner Heimatstadt Philadelphia spielt: "Ich bin regelrecht vernarrt in die Idee eines simpleren Lebens, in dem alles eine Spur langsamer ist. Das Leben kann ziemlich verrückt sein. Man vergisst viel zu leicht, was wichtig ist. Und man kann ziemlich schnell auf etwas Bestimmtes fixiert sein."

Das Verfassen von The Village - Das Dorf erwies sich als langwieriger Prozess für den Filmemacher. Er erklärt: "Ich habe ein Notizbuch, in dem ich Ideen für Geschichten sammle. Ständig trage ich neue Ideen ein. Immer öfter kamen wie von selbst Einzelheiten für die Figuren von The Village - Das Dorf hinzu. Ehe ich mich versah, wurden aus einem Satz eine Seite, zwei Seiten, drei Seiten. Schließlich hielt ich ein komplettes Drehbuch in Händen."

"Es war neu für mich, Elemente einer Romanze neben den übernatürlichen Motiven über das Unbekannte, die meinem Publikum in meinen letzten Filmen so gut gefallen haben, zu etablieren. Letztendlich ist es ein Film über die Macht, mit der die Liebe bestimmte Phänomene erschaffen kann, und darüber, sie auch wieder bezwingen zu können", fährt Shyamalan fort.

Produzent Sam Mercer, der mit Shyamalan an dessen Erfolgen THE SIXTH SENSE, UNBREAKABLE und SIGNS gearbeitet hat, meint dazu: "Was Night als Filmemacher so einzigartig macht, ist seine Fähigkeit des visuellen Schreibens und Inszenierens. Wenn man ein Shyamalan-Drehbuch liest, kann man sich jedes Detail der Geschichte absolut bildlich vorstellen. Seine Bildsprache und Dialoge ermöglichen es dem Publikum auf eine höchst intelligente Weise, Teil seiner erfundenen Welt zu werden."

Bevor er die Kameras laufen lässt, arbeitet Shyamalan seine wohl durchdachten Bilder mit dem Storyboard-Künstler Brick Mason aus. Die beiden verbringen normalerweise einen Monat damit, jede einzelne Szene komplett und sorgfältig zu illustrieren. Ein Großteil des Brainstormings für The Village - Das Dorf fand in Shyamalans Büro in Philadelphia statt.

Der assoziierte Produzent Jose Rodriguez, der zu Shyamalans Produktionsfirma Blinding Edge Pictures gehört, fügt hinzu: "Wenn man sich die Einstellungen in Nights Filmen ansieht, dann stellt man schnell fest, dass hier alles eine Bedeutung hat. Er dreht keine überflüssigen Einstellungen, mit denen er sich absichern könnte. Er weiß schon im Vorfeld ganz genau, was er braucht. Und mit minimalem Aufwand erreicht er all das, was er beabsichtigt hat."

Weltweit stößt Shyamalans Erzählweise auf große Begeisterung. Vielleicht liegt es daran, dass er selbst ein leidenschaftlicher Cineast ist und nach dem Anschauen eines Films oft mit großer Begeisterung darüber diskutiert. The Village - Das Dorf ist eine weitere Shyamalan-Geschichte, die aus der Masse herausfällt und noch lange, nachdem die Lichter im Kino angegangen sind, im Gedächtnis der Zuschauer hängen bleiben wird.

The Village - Das Dorf im Jahr 1897 spielt, handelt er doch von universalen Themen, die auch heute von Bedeutung sind, wie Liebe und Angst."

Beginn der Produktion Applaus-Echo hallt durch ein tiefes Tal im Südosten von Pennsylvania. Ein Lächeln zeichnet sich auf den Gesichtern der Mitglieder der Besetzung von The Village - Das Dorf ab. Ihre Aufregung und Vorfreude ist regelrecht zu spüren, als sie erstmals das aufwändige, 40 Hektar große Set von The Village - Das Dorf sehen. Hart haben die künstlerische Abteilung und die Handwerker der Crew daran gearbeitet: zweieinhalb Monate, rund um die Uhr. Nun genießen sie den nicht enden wollenden Beifall. M. Night Shyamalans The Village - Das Dorf ist bereit, Realität zu werden.

Nur eine Woche vor Beginn der Dreharbeiten stehen die Darsteller nun also inmitten eines wunderschönen, authentischen Dorfs des Jahres 1897. Bislang hatten sie sich ihr Aussehen und ihre Atmosphäre nur anhand der Lektüre des Drehbuchs von M. Night Shyamalan vorstellen können. Shyamalan selbst führt als Reiseführer durch den Drehort und erklärt die Anordnung der Hütten, der Gemeindehalle, des Schulhauses und des Aussichtsturms. Leidenschaftlich beschreibt er, welche Szenen wo gedreht werden. Seine Begeisterung ist ansteckend.

Die Schauspieler trennen sich und erforschen das Dorf auf eigene Faust. Sigourney Weaver und Joaquin Phoenix wandeln fasziniert durch das Haus, in dem ihre Figuren, Mutter und Sohn, leben. Vorsichtig berühren sie die Requisiten, die dem Wohnzimmer sein ureigenes Flair verleihen. Adrien Brody denkt auf der Veranda der Gemeindehalle nach und lässt den Blick über die unendlich weite, tiefgrüne Aussicht schweifen. William Hurt und Bryce Dallas Howard stehen nah beieinander und ähneln bereits ihren Figuren im Film, in dem sie Vater und Tochter spielen. Gemeinsam schlendern sie den Pfad zu "ihrem" großen, weißen Haus entlang, das in Richtung der endlosen Wälder ausgerichtet ist. In diesem Moment fühlen sich nicht nur die Sets wahrhaftig und real an, auch die Vertrautheit der Schauspieler untereinander ist genuin.

Während der Vorproduktion absolvierten die Hauptdarsteller von The Village - Das Dorf ein Ausbildungslager in Sachen 19. Jahrhundert, eine geschichtliche "Rundumbehandlung", die ihnen einen Eindruck vom Leben und Überleben im vorletzten Jahrhundert gab. Bereits zu diesem Zeitpunkt trugen sie die Garderobe, die sie später vor der Kamera tragen würden. Nach und nach begannen alle Darsteller, immer stärker auf ihre Sinne zu vertrauen - eine Notwendigkeit, wenn man in den damals deutlich härteren Zeiten über die Runden kommen wollte.

Beim Besetzungsprozess war Shyamalan ganz offen und ehrlich mit den Schauspielern gewesen. Wenn sie bei The Village - Das Dorf dabei sein wollten, dann war die Teilnahme am dreiwöchigen Ausbildungslager zur Vorbereitung vor dem Dreh absolute Pflicht. Shyamalan sagt: "Ich wollte eine echte Gemeinschaft von Menschen formen, die sich aufeinander verlassen können mußsten, wenn sie überleben wollten. Ich wollte nicht einfach nur meine Version dieses Films runterkurbeln. Ich wollte überrascht werden. Ich wollte unterhalten werden. Ich wollte zur Arbeit kommen und nicht von vorneherein wissen, was passieren würde. Und das kann ich nur dann erzielen, wenn die Schauspieler mit mir am selben Strang ziehen. Sie sollten diesen Film Seite an Seite mit mir entdecken."

Die Schauspieler besuchten Museumsbauernhöfe in Pennsylvania und ließen sich die Grundzüge wichtiger Alltagstätigkeiten beibringen - Häuten und Gerben, Kerzenmachen und Schmieden, Holzhacken und Buttern und auch das Scheren von Schafen. Sigourney Weaver soll die Kunst des Pflügens augenzwinkernd als "Surfen auf Dreck" bezeichnet haben. Genossen hat sie es dennoch.

Während dieser historischen Reise schliefen die Darsteller gemeinsam in Holzhütten und Zelten in der einsamen, sehr rustikalen Umgebung eines Ortes, der normalerweise als Camp von Mädchengruppen der amerikanischen Pfadfinder genutzt wird.

Keine Einzelheit wurde ausgespart. Selbst das Essen in diesem Ausbildungslager wurde entsprechend damaligen Sitten zubereitet und serviert. Jeden Abend zog der Koch zwei Namen von Ensemble-Mitgliedern aus einem Hut. Die Gewählten waren dazu verpflichtet, bei der Zubereitung der Mahlzeit für das gesamte Team zu helfen. Alle nahmen daran teil und teilten sich die Aufgaben und Pflichten.

Aber nicht nur körperlich waren die Schauspieler bei der Vorbereitung für den Film gefordert. Shyamalan fand, dass es wichtig wäre, wenn die Schauspieler genau wüssten, was es bedeutet, in einer derartig eng zusammenhängenden, isolierten Gemeinde zu leben. Er sagt: "Und wenn wir uns für noch so unabhängig halten: Menschen brauchen das Gefühl der Gemeinsamkeit. Wir verlangen danach. Verlangen danach, Teil von etwas zu sein, das größer ist als wir selbst."

Er ließ jene, die im Verlauf ihres Lebens in gemeinschaftlichen Verhältnissen gelebt haben oder immer noch leben, über ihre Erfahrungen berichten. Sogar ein Psychologe kam hinzu, um mit den Schauspielern über jene Form von posttraumatischem Stress zu reden, unter dem Menschen leiden können, wenn sie extreme Gewalt miterlebt haben. Zudem teilte ein Experte für "utopische Gemeinden" von der Princeton University sein Wissen mit der Gruppe.

Produzent Sam Mercer versichert: "Während der Vorbereitungsphase begannen sämtliche Schauspieler nach und nach, ganz natürlich in ihre Rollen zu schlüpfen. Joaquin entwickelte sich zum schwachen Einzelgänger der Gruppe, wie seine Figur Lucius im Film. Adrien gab sich etwas lockerer und hektischer - genau wie Noah im Film. William, der Edward Walker, den Anführer der Gemeinschaft, spielt, übernahm die Führung über die Gruppe und stand allen mit Rat und Tat zur Seite. Diese Rollenverteilung prägte sich so sehr ein, dass bereits beim Drehstart alles homogen und wie aus einem Guss wirkte."

Und der assoziierte Produzent Jose Rodriguez fügt hinzu: "Diese Topstars waren auf einmal sich selbst überlassen. Es gab keine 5-Sterne-Hotels, in denen sie Zuflucht hätten suchen können. Die alltäglichen Herausforderungen gestalteten sich nach und nach völlig neu. Wenn man nicht frieren wollte, mußste man sich selbst um ein Feuer bemühen. Night war während der kompletten Zeit im Ausbildungslager stets an ihrer Seite, um mit ihnen zu proben und über ihre Figuren zu diskutieren."

Joaquin Phoenix merkt an: "Leben und Überleben waren keine einfachen Aufgaben im 19. Jahrhundert, aber die Menschen in The Village - Das Dorf scheinen zufrieden und glücklich zu sein. Das Ausbildungslager war eine Gelegenheit für uns, unsere Bequemlichkeiten hinter uns zu lassen und in den Wäldern zueinander zu finden. Die Freundschaften, die sich entwickelten, waren echt. Wir wurden zu einer richtigen Gemeinschaft. Ich hoffe, dass man das dem fertig gestellten Film auch anmerkt."

Joaquin Phoenix soll den anderen Schauspielern in einer langen Nacht im Ausbildungslager anvertraut haben, dass er tatsächlich Angst vor dunklen Wäldern hat. Mitten in der Nacht verabschiedete er sich also vom Rest und marschierte schnurstracks in den Wald und stellte sich seinen Urängsten. Erst im Morgengrauen kehrte er zurück.

Adrien Brody berichtet: "Die Teilnahme an dem Ausbildungslager erlaubte uns, in einem freien Moment ein bisschen in uns zu gehen und herauszufinden, wer wir wirklich sind - ohne dass jemand von außen Einfluss auf unsere Erfahrungen genommen hätte. Das war, glaube ich, das erste Mal seit Jahren, dass ich kein Handy bei mir hatte, mich nicht mit alltäglichen Dingen herumschlagen mußste - und obendrein noch von anderen umgeben war, die dasselbe Ziel hatten wie ich."

William Hurt wirft ein: "Ich fand es ungemein erfrischend, dass Night gleich als Allererstes den Schauspielern diese Zusage abverlangte. In Wahrheit ist es doch so, dass so was der Traum aller Schauspieler ist. Wir arbeiten doch genau dann am besten, wenn wir eng miteinander arbeiten. Was sind wir zusammen, wenn wir nicht miteinander teilen? Unsere Zusammenarbeit ist es, die das Dorf zu einer wahren Gemeinde macht."

Es war keine einfache Aufgabe, das Set von The Village - Das Dorf entstehen zu lassen, in dem die Schauspieler die Figuren Shyamalans zum Leben erwecken würden. Zwei Monate lang arbeiteten die Handwerker rund um die Uhr und erschufen eine pittoreske Kleinstadt des 19. Jahrhunderts, die sich in ein üppig bewachsenes, privates 100-Hektar-Tal in der Umgebung von Pennsbury Township, Chadds Ford, Pennsylvania, schmiegt - nur 45 Minuten entfernt vom hektischen Treiben Philadelphias.

Die 20 Gebäude, die im Zentrum des auf 40 Hektar angelegten Dorfes stehen, umfassen die Versammlungshalle, die Schule, die Bäckerei, die Schmiede, einen Stall für die Tiere, ein Treibhaus, den Friedhof, Aussichtstürme und natürlich die Wohnhäuser der "Bewohner" von The Village - Das Dorf. Die extreme Sommerhitze machte die Arbeitsbedingungen schwierig, aber die Handwerker hielten durch - obwohl sie wegen eines Wirbelsturms eine Woche zurückgeworfen wurden.

"Ich weiß: Was ich von unserem Ausstatter Tom Foden verlangt habe, war in dieser kurzen Zeit etwas unrealistisch. Aber das Set mußste sich einfach echt anfühlen, wie eine richtige Gemeinde. Nur dann konnte sich auch die Geschichte echt anfühlen. Sie haben meine kühnsten Erwartungen bei weitem übertroffen. Das Set von The Village - Das Dorf war so, als wäre es direkt einem Foto oder Gemälde von damals entsprungen", freut sich Shyamalan.

Viele der Designs für die Gebäude in The Village - Das Dorf sind von frühen amerikanischen Gemälden inspiriert. Die Werke des angesehenen amerikanischen Künstlers Andrew Wyeth beeinflussten die Entwürfe für den Film. Wyeths Kunst ist bekannt für ihre natürliche Darstellung des Lebens auf dem Lande und ihre Landschaftszeichnungen. Die künstlerische Abteilung entdeckte denselben Sinn für Realismus im Drehbuch von Shyamalan und nahm sich deshalb die Freiheit, eine Reihe der Hütten in The Village - Das Dorf auf Motiven Wyeths basieren zu lassen. Es ist reiner Zufall, dass Wyeth nicht weit vom Drehort entfernt lebt.

Wenn man es mit denkbar eng gesteckten Zeitplänen zu tun hat, um die Arbeit bis zum geplanten Drehstart erledigt zu haben, kann man es sich natürlich nicht leisten, diese Häuser des Jahres 1897 in der gleichen Weise zu bauen, wie man sie damals errichtete. Ausstatter Tom Foden und Art Director Michael Manson mußsten sich etwas "Filmmagie" einfallen lassen, um Zeit zu sparen, gleichzeitig aber nicht auf Authentizität zu verzichten.

"Night gab uns alle erdenklichen Freiheiten, das Dorf so zu gestalten, wie wir es für richtig hielten. Das war eine der seltenen Gelegenheiten für uns, unsere Gedanken in der Vorbereitung frei schweifen lassen zu können", berichtet Ausstatter Tom Foden. "Wir setzten uns mit der Geschichte der einzelnen Figuren in The Village - Das Dorf auseinander und stellten uns vor, selbst Einwohner des Dorfes zu sein."

Viele der Wohnhäuser sehen aus, als bestünden die Außenwände aus Stein. Tatsächlich wurde von einigen echten Häusern aus der Zeit ganz in der Nähe des Drehorts eine Grundform der Mauersteine genommen, die dann in Gips gegossen wurden, um den höchstmöglichen Realismus zu gewährleisten. Diese Gipsabdrücke wurden dann in unterschiedlichen Erdtönen bemalt, um damit verschiedene Steinarten zu simulieren. Das Resultat war so überzeugend, dass man die falschen Steine selbst aus der Nähe unmöglich von echten unterscheiden konnte. Die Versammlungshalle ist ein perfektes Beispiel dafür.

Die Innenräume der Hütten waren so klein, dass es bisweilen schwierig gewesen wäre, komplette Crews in ihnen unterzubringen. Die künstlerische Abteilung erkannte dieses Problem und baute die Hütten mit beliebig verschieb- oder sogar herausnehmbaren Wänden aus, so genannten "wild walls", damit Shyamalan und sein Kameramann, der fünffach Oscar®-nominierte Roger Deakins (A BEAUTIFUL MIND, THE MAN WHO WASN'T THERE), den nötigen Raum für die genau ausgetüftelten Kameramanöver zur Verfügung hatten.

Die meisten Wohnhäuser in The Village - Das Dorf sind im Erdgeschoss vollständig funktionabel: Sogar die Kamine sind einsatzbereit. Das Gleiche gilt für die Türen und Kellerzugänge. Weil moderne Werkzeuge Ende des 19. Jahrhunderts noch nicht existierten, konnten die Hausdächer nicht so gleichmäßig gerade sein, wie man es von Gebäuden der Gegenwart kennt. Zum Missfallen der Handwerker, die mit dem Bau des Dorfes betraut waren, mußsten die tragenden Balken der Häuser angebrochen werden, um die Dächer so schräg wie gewünscht aussehen zu lassen.

"Weil die Häuser auf richtigen Fundamenten gebaut wurden, hatten auch die Schauspieler eine feste Basis für ihre Arbeit. Die Liebe zum Detail, die sich durch die Ausstattung zieht wie ein roter Faden, trug zu den schauspielerischen Leistungen bei, weil man diese auf etwas absolut Echtem aufbauen konnte", sagt Sigourney Weaver.

Zusätzlich zu den natürlich wachsenden Wiesen pflanzten Foden und sein Team von Gärtnern, darunter Jimbo Breen, der für die gigantischen Kornkreise in SIGNS verantwortlich war, riesige Eschen in die Dorfmitte. Shyamalan verlangte, dass die Bäume kahl und blattlos sein sollten, als Sinnbild für den Verlust der Unschuld, den die Figuren im Verlauf der Geschichte erleben. Die Termine für den Außendreh wurden so eingerichtet, dass die Bäume genug Zeit hatten, ihre Blätter zu verlieren.

Im Inneren sind die Häuser mit authentischen Antiquitäten eingerichtet, die in derselben Region gefunden wurden, in der der Dreh geplant war. Das Brandywine Valley steckt voller Geschichte. Viele Mitglieder der künstlerischen Abteilung sahen einen Vorteil darin, dass The Village - Das Dorf in einer Umgebung gedreht wurde, deren Charakteristika im 19. Jahrhundert verwurzelt sind. Das machte es wesentlich einfacher, Gegenstände wie Schubladen, Tische, Stühle, Teppiche, Tischwäsche, Schüsseln, Flaschen, Kerzenhalter usw. aufzutreiben, mit denen die Sets ausgestattet wurden. In manchen Fällen wurden die Originalantiquitäten einfach so authentisch nachgebildet, dass man bisweilen keinen Unterschied zwischen Original und Kopie erkennen konnte.

Alle Elemente der Ausstattung mußsten der damaligen Zeit entsprechen. Selbst das Gebäck und die Speisen wurden mit Techniken zubereitet, die auch damals angewendet wurden. In der Nähe des Sets stöberte man in Lancaster County eine Bäckerei auf, die sich auf Kochmethoden der Vergangenheit spezialisiert hat. Wieder wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um The Village - Das Dorf so authentisch und realistisch wie möglich zu gestalten.

Ein funktionierendes Filmset kommt verständlicherweise nicht ohne Elektrizität und fließendes Wasser aus, um einen ordentlichen Ablauf des Drehs zu gewährleisten. Kabel, Generatoren, elektrisches Equipment, Wasserhähne und andere notwendige moderne Annehmlichkeiten mußsten verdeckt oder unter der Erde versteckt werden.

Es war wichtig für Shyamalan, dass jedes Detail von The Village - Das Dorf authentisch war. Die Tiere, die im Film zu sehen sind, bilden da keine Ausnahme.

Die künstlerische Abteilung errichtete einen Stall für Steven McAuliff und seine Firma Animal Actors, Inc., die 125 Tiere zum Dreh von The Village - Das Dorf mitbrachten. McAuliff und sein Team stellten ausführliche Recherchen an, um herauszufinden, welche Arten von Tieren damals in dieser Gegend existierten. Ein typischer Arbeitstag ihrer siebentägigen Arbeitswoche begann um vier Uhr dreißig morgens, weil um diese Zeit die Devon-Rinder gefüttert werden mußsten. Diese spezielle Gattung von Rindern war genau richtig, um zum einen Milch oder Fleisch beizusteuern, zum anderen konnte man ihnen beibringen, einen Pflug zu ziehen - eine essenzielle Voraussetzung für eine Gemeinde, die komplett auf sich selbst gestellt ist.

Außerdem sieht man gehörnte Dorset-Schafe. Die Schafe von heute tragen keine Hörner, weil sie nicht jagen. Im 19. Jahrhundert war das allerdings noch anders. Shyamalan hatte extra nicht nach Pferden verlangt, weil das darauf verweisen würde, dass die Einwohner das Dorf nach Belieben verlassen und wieder zurückkehren könnten. Und das hätte bedeutet, dass die Gemeinde nicht von der übrigen Welt abgeschnitten wäre.

Außerdem kann man im Dorf noch Hühner, Durock-Schweine und Ziegen herumlaufen sehen.

Die Einkleidung der Dorfbewohner Im Jahr 1897 dauerte es fünf Tage, bis man genug Stoff gewoben hatte, um ein Hemd anzufertigen. Frauen und Kindern fiel die Spinnerei zu, während die Männer an Webstühlen arbeiteten. Männer, die als Weber beschäftigt waren, konnten nicht für andere Arbeiten abgestellt werden, damit ihre Hände weich und geschmeidig blieben. Derartige Dinge mußsten die Oscar®-prämierte Kostümdesignerin Ann Roth (COLD MOUNTAIN ["Unterwegs nach Cold Mountain", 2003], THE ENGLISH PATIENT ["Der Englische Patient", 1996]) und ihr Team beim Entwurf der Garderobe von The Village - Das Dorf bedenken.

"Ich wollte, dass die Kleidung in The Village - Das Dorf unauffällig, unsichtbar ist. Und das meine ich so positiv wie möglich. Die Kostüme mußsten schließlich so aussehen, als wären sie von den Bewohnern des Dorfes selbst gemacht worden. Und diese hatten keinen Zugang zu feiner Spitze oder europäischen Stoffen. Für uns war das eine ziemlich schwierige Aufgabe", erklärt Ann Roth.

In ihren ersten gemeinsamen Gesprächen betonten Roth und Shyamalan, dass die Kleidung nur aus Materialien bestehen dürfe, die auch im Dorf vorrätig waren, also Leinen und Wolle. Dazu sollten ein paar besondere Baumwollstoffe kommen, die ins Dorf bei dessen Gründung mitgebracht wurden.

"Die Menschen in The Village - Das Dorf sind keine großartigen Schneider. Ihre Garderobe sollte nicht wie Designerkleidung aussehen. Sie leben auf dem Land, sie arbeiten auf Bauernhöfen. Und ihre Kleidung sollte ihren isolierten und von harter Arbeit geprägten Lebensstil reflektieren", berichtet Roth.

Eine Reihe verschiedener Siebmuster wurde entworfen und dann auf die Kleidung mit Farbe aufgetragen. Danach bearbeitete man sie, um sie älter und abgenutzter aussehen zu lassen. Diese Muster wurden mit simplen Techniken erzielt, zum Beispiel mit Kartoffeldruck oder indem man Samen auf eine Rolle klebte und dann in Farbe tauchte.

Diese Muster, die mit dem Natur-Thema des Films korrespondieren, sieht man sowohl bei der Kleidung der Hauptdarsteller als auch der Statisten im Hintergrund, womit dem Dorf ein einheitlicher Look verliehen wurde. Diese Einheit setzt Landschaft und Kostüme in eine wunderschöne symbiotische Beziehung. Die Koexistenz mußs sein, damit ein isoliertes Dorf dieser Größe tatsächlich funktionieren kann.

Die Kostümabteilung mußste sich mit Pflanzenfarben zufrieden geben, wie man sie auch seinerzeit tatsächlich im Dorf hätte einsetzen können. Rostige und schmutzige Brauntöne, Hellbraun, Beige und Moosgrün waren die vorherrschenden Farben bei den Entwürfen der Garderobe. Die Farbpalette umfasste fast ausschließlich gedeckte Farben. Eine Ausnahme bildet die von Bryce Dallas Howard gespielte Figur, die man in strahlenden Blau- und Indigoblau-Färbungen sehen kann, die ihr lebensfrohes und gutherziges Wesen unterstreichen.

Zusätzlich zu ihrer Alltagskleidung besaßen die meisten Menschen in dieser Zeit ein besonderes Sonntagskostüm, das für den Kirchgang und andere außergewöhnliche Gelegenheiten aufgehoben wurde. Wenn ihre besten Kleider abgetragen waren, machten Frauen Schürzen oder Arbeitskittel aus ihnen. Stoff wurde niemals verschwendet. Manchmal wurde er auch zu Vorhängen und Hausleinen gemacht oder umgeschnitten, damit Kinder etwas zum Anziehen hatten.

Es kam auch originale Kleidung von damals in The Village - Das Dorf zum Einsatz. Roth suchte bei der Vorbereitung des Films in Italien, England und Los Angeles nach passenden Einzelstücken. Es entpuppte sich als schwierige Aufgabe, Garderobe aufzustöbern, die sich exakt auf die Zeit um 1897 datieren lässt. Man findet mühelos Stücke aus der Zeit des Bürgerkriegs um 1860. Ebenso ist es ein Leichtes, Kleidung zu entdecken, die aus dem frühen 20. Jahrhundert stammt, weil damals die industrielle Revolution ihre ersten Blüten trug. Die Kostümabteilung integrierte die gefundenen Originalstücke mit eigenen Schneiderarbeiten, so dass das komplette Kostüm sich jeweils aktuell und doch zeitgenössisch anfühlte. Vier Schneiderinnen nahmen sich ein Kostüm nach dem anderen vor, während drei weitere sich die Einzelstücke vornahmen, um sie entsprechend den Anforderungen altern zu lassen.

Viele der Accessoires wurden komplett von der Kostümabteilung hergestellt. Alle Schuhe in The Village - Das Dorf ließ man in Italien von Hand anfertigen, 200 Unterröcke wurden aus feinster Baumwolle gefertigt. Hüte wurden ebenfalls von Hand gemacht - sie waren wichtig für die Dorfbewohner, die in der Natur arbeiteten und den Elementen ausgesetzt waren.

Weil die mehreren hundert Statisten von The Village - Das Dorf recht häufig im Bild zu sehen sind, beschloss Ann Roth, sie mit der gleichen Sorgfalt einzukleiden, die sie auf die Garderobe der Hauptdarsteller verwendete. Alle Statisten erhielten mehrere Kostüme, die gewechselt wurden - höchst ungewöhnlich für Filmarbeiten dieser Größe.

Die Besetzung The Village - Das Dorf markiert das Filmdebüt von Bryce Dallas Howard, die Ivy Walker spielt. Im Kern der komplexen Geschichte erzählt M. Night Shyamalan vom Heranwachsen eines Mädchens zu einer jungen Frau. Trotz vieler Hindernisse ist Ivy verliebt in Lucius Hunt, gespielt von Joaquin Phoenix, und wagt sich damit weiter vor, als es sich eine blinde junge Frau erlauben sollte.

Shyamalan war es wichtig, in The Village - Das Dorf romantische Themen einfließen zu lassen. "Ich habe immer und immer wieder ,Sturmhöhe' gelesen und war förmlich in diese grandiosen literarischen Momente vernarrt, in denen man sich in die richtige oder falsche Person verliebt, bis es keinen Kompromiss mehr gibt. Ob nun jemand verheiratet ist oder nicht, man mußs tun, was das Herz befiehlt. In The Village - Das Dorf geht es letztlich um die Macht der Liebe - die Dinge entstehen lassen und andere besiegen kann."

Bryce wurde besetzt, nachdem die Filmemacher sie in einem Shakespeare-Stück gesehen hatten, das in New York off Broadway aufgeführt wurde. M. Night Shyamalan erwartete sie hinter der Bühne und stellte sich ihr vor. Er lud Bryce zum Mittagessen ein und erzählte ihr, dass sie genau den ansteckenden Enthusiasmus und die unschuldige Energie besäße, um Ivy zu spielen.

Shyamalan sagt: "Dies ist das erste Mal, dass das Publikum Bryce sehen kann. Man wird glauben, dass sie Ivy ist. Die Figur und sie werden eins sein. Nach Bryce setzte sich die Besetzung wie ein Puzzlespiel selbst zusammen. Es war völlig klar, wer mit an Bord sein mußste. Das machte auf jeder Ebene Sinn."

Bryce meint: "Ich bin so dankbar, dass Night so viel Vertrauen hatte, eine völlig unbekannte Schauspielerin wie mich in dieser wunderbaren Liebesgeschichte zu besetzen. Diese unglaublich bewegende Lovestory zwischen Ivy und Lucius erzählt von einer großen Liebe, die so schön ist, dass man sich wünschte, jeder würde in seinem Leben danach streben."

Sie fährt fort: "Night zeichnet sich durch seine Großzügigkeit aus und lässt seine Schauspieler innerhalb des von ihm erschaffenen Universums völlig frei arbeiten. Und dieses Geschenk macht er auch dem Publikum: Er gibt dem Zuschauer die Gelegenheit, die Geschichte auf eigene Weise intelligent zu manipulieren und zu interpretieren. Er setzt voraus, dass die Vorstellungskraft seines Publikums hellwach ist und dass die Zuschauer nach derartigen komplizierten und anspruchsvollen Geschichten hungern."

Mit dieser im 19. Jahrhundert angesiedelten märchenhaften Geschichte wird das Publikum immer und immer wieder überrascht. Bei der Vielzahl miteinander verwobener Figuren entpuppt sich jene als Hauptfigur, von der man es am wenigsten erwartet: Ivy. Es ist ihre Geschichte. Sie schildert ihre Reise ins Erwachsenenleben, bei der sie weder ihre Reinheit noch ihre Integrität aufgibt. Night gefiel dieser Märchenansatz bereits in ALIEN, in dem die von Sigourney Weaver gespielte Ripley ein vergleichbares Abenteuer erlebt.

Shyamalan erzählt: "Ivy zeigt in The Village - Das Dorf vorbildlichen Mut. Mut bedeutet, das zu tun, wovor man Angst hat. Selbst mit ihrer offensichtlichen Behinderung wagt sie es, nach vorne zu schauen und nicht zurück. Wir alle können ihre Hartnäckigkeit bewundern und von ihr lernen."

Nach SIGNS arbeitete Shyamalan erneut mit Joaquin Phoenix zusammen, der Lucius Hunt spielt. Shyamalan hatte bereits an Joaquin gedacht, als er das Drehbuch schrieb.

"Es macht mir großen Spaß, Nights Drehbücher zu lesen und mit ihm ausführlich über die Geschichte zu reden. Er kennt die Figuren in- und auswendig. Selbst wenn sie nicht im Skript geschrieben steht, kann er jede Einzelheit aus dem Leben seiner Figuren erzählen", erklärt Phoenix.

Er meint weiter: "Lucius ist ein Rebell, aber ein leiser Typ, weil er so erzogen wurde. An dem Punkt, an dem die Geschichte von The Village - Das Dorf einsetzt, beginnt Lucius' eigene Reise - und die mit Ivy. Wie alle Figuren in diesem Projekt ist er eine einzigartige Figur, aber auch perfekt und vollkommen ausgearbeitet."

"Dies ist eine völlig andere Angelegenheit als SIGNS. Bei SIGNS ging es im Grunde um vier Figuren in einem Haus. Die Herangehensweise ist diesmal anders, aber es ist erfreulich, festzustellen, dass Night und ich eine gemeinsame Kurzschrift entwickelt haben, die ungemein gut funktioniert. Night ist sich bewusst, dass er sein Publikum unterhalten mußs, aber dennoch geht er keine Kompromisse ein, was seine Vision oder die Wahrheit der Figuren betrifft. Ich kenne nur wenige Regisseure, die diese beiden Ansprüche anscheinend mühelos vereinen können", lobt Joaquin Phoenix.

In The Village - Das Dorf leben außerdem Stadtoberhaupt Edward Walker, gespielt von William Hurt, und die Witwe Alice Hunt, gespielt von Sigourney Weaver, deren unerfüllte Liebe von beider Seite echt ist.

"Alice bewundert Edward wegen seines Humors, seiner Güte und der Art und Weise, wie er die Geschicke des Dorfes lenkt. Sie akzeptiert, dass er verheiratet ist und Kinder hat, aber die gegenseitige Anziehung, die sie füreinander empfinden, ist nicht zu verleugnen. Night zeigt dies auf sehr subtile Weise, mit kurzen Blicken oder kleinen Gesten. Diese Dinge, bei denen man im wahren Leben errötet. Night hat ein ungewöhnliches Talent dafür, diese bewegenden Momente bedeutsam zu inszenieren", erzählt Sigourney Weaver.

"Wenn man sieht, wie Edward in Alices Richtung blickt, dann ist es offensichtlich, dass er so manches Opfer gebracht hat, um die Ordnung in der Gemeinde aufrechtzuerhalten und ein guter Familienmensch und Anführer zu sein. Seine Sehnsucht nach Alice bleibt unerfüllt. Aber sie haben einen gemeinsamen Weg gefunden, sich durch ihren Einsatz für die Gemeinde nahe zu sein. Und darum geht es im Grunde in diesem Film", sagt William Hurt.

Eine der großen Herausforderungen beim Casting war es, den richtigen Schauspieler für die Rolle des Noah Percy zu finden, eines unsteten jungen Mannes, der in einer anderen Realität als der Rest der Dorfbewohner zu leben scheint. Shyamalan wagte das Risiko und rief Adrien Brody an, der gerade den Oscar® als bester Hauptdarsteller für seine Leistung in THE PIANIST gewonnen hatte, um ihn zu fragen, ob er an dieser Rolle interessiert wäre.

"Ich sagte Adrien, dass ich eine Nebenrolle für ihn hätte, die er wunderbar spielen könnte. Während ich mich so mit ihm unterhielt, wurde mir klar, was für ein unwürdiges Angebot ich ihm da unterbreitete und sagte ihm, er solle das lieber wieder vergessen. Ich wollte nicht zurückgewiesen werden, wollte kein Nein aus seinem Munde hören. Adrien zeigte sich aber interessiert und wollte das Drehbuch lesen. Er tat es und war begeistert. Als ich Adriens Zusage erhielt, wusste ich, dass der Film auf der richtigen Fährte war. Unsere Richtung stimmte."

Brody sagt dazu: " Noah hat das Jungenhafte eines Mannes, der nicht weiß, wo und wann er einen Schlussstrich zu ziehen hat. Ich recherchierte mental gestörte junge Menschen, bei denen man eine wunderbare Unschuld und etwas Liebenswertes entdeckt, das einen ganz unmittelbar berührt. Die meisten Menschen verlieren diese Seite in ihrer Jugend. Ich wollte diese Art von Freude und Überschwänglichkeit in Noahs Figur zum Leben erwecken, gleichzeitig aber auch die finstere Gegenseite nicht vernachlässigen, die von seinem unbehandelten mentalen Problem herrührt."

Noahs Liebe zu Ivy bleibt unerwidert. Er fühlt sich machtlos und ist verwirrt. Brody erzählt: "Auf der Oberfläche scheint The Village - Das Dorf eine ganz bestimmte Sorte Film zu sein. Darunter lässt sich aber eine extreme Dunkelheit entdecken, was definitiv als Kommentar zum Zustand unserer Gesellschaft zu werten ist. Noah fehlt das Angstgen, mit dem normale Menschen ausgestattet sind. Ich liebe das, denn er handelt rein nach Instinkt und nicht, weil ihm die Gesellschaft etwas vorschreibt. Seine Gefühle für Ivy bilden da keine Ausnahme."

Brody ist schon seit längerem ein großer Fan der Filme von M. Night Shyamalan und hatte bei SIGNS für eine Rolle vorgesprochen. Er sagt: "Diese Figur ist absolutes Neuland für mich. Aber ich kann mich auch wunderbar in ihr verlieren."

Da das Dorf eine kleine Gemeinde ist, die völlig auf sich selbst gestellt ist, war es eine Herausforderung für die Besetzungsabteilung, die richtigen Statisten zu finden. Weil man sie recht häufig zu sehen bekommt, mußsten sie die richtige Physiognomie besitzen, um als Figuren des 19. Jahrhunderts glaubwürdig zu sein.

Mehr als 3.000 Bewerber erschienen an zwei aufeinander folgenden Wochenenden zu öffentlichen Castings, um sich für Statistenrollen (Alter: 3-63) vorzustellen. Viele von ihnen, die stundenlang in der Schlange standen, gaben zu Protokoll, dass sie zwar keine Ahnung hätten, worum es in The Village - Das Dorf ginge, aber unbedingt bei einem Film von M. Night Shyamalan dabei sein wollten.

Die, die man schließlich auswählte, entsprachen den Vorgaben Shyamalans für den Statisten-Casting-Direktor Dee Dee Rickets (8 MILE, TRAINING DAY). Shyamalan wollte ausschließlich Statisten mit europäischem, holländischem, englischem oder deutschem Ursprung. Er bat die in Frage kommenden Kandidaten, sich fotografieren zu lassen und dabei nicht zu lächeln - genau wie sich Menschen damals hatten fotografieren lassen.

Shyamalan suchte nach etwas Faszinierendem in ihren Gesichtern und verlangte nach "einer Art Unschuld in ihren Augen". Außerdem wollte er die Familien der Hauptdarsteller zusammenstellen und deren ganz eigene imaginäre Familienstammbäume bilden.

Weil das Dorf eine derart eng gestrickte Gemeinde ist, kann man davon ausgehen, dass jeder einzelne Statist zu einem gewissen Zeitpunkt im Film zu sehen ist. Deshalb mußsten Menschen ausgesucht werden, die Shyamalans Beschreibung entsprachen. Und sie mußsten auch einige der Tätigkeiten ausführen können, die im 19. Jahrhundert typisch waren.

Schließlich fiel die Wahl auf ein paar hundert Statisten, die den Vorstellungen entsprachen. Weil man die Statisten immer wieder sehen kann, mußsten sie sich für die Dauer des kompletten Drehs verfügbar machen. Ihre Fähigkeit, kurzfristig auf Drehplanänderungen reagieren zu können, war ein entscheidender Faktor für ihre Besetzung.

Etwa die Hälfte der besetzten Statisten in The Village - Das Dorf sind Minderjährige. Alle Kinder mußsten täglich Schulstunden absolvieren. Das gab ein interessantes Bild ab: Wenn man mitten am Tag in eine der Gemeindehallen in der Mitte des Sets wanderte, traf man fast immer Kinder an, die in ihre Schularbeiten vertieft waren. Bei der Besetzung hatte man auch Wert darauf gelegt, Geschwister auszuwählen, um das Gefühl für richtige Familien in The Village - Das Dorf noch zu verstärken.

Als Resultat für die sorgfältige Planung und die harte Arbeit bei der individuellen Besetzung jedes einzelnen Statisten fühlte sich das Set tatsächlich an wie das harmonische Dorf, das sich Shyamalan als The Village - Das Dorf erdacht hatte.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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