Super Size Me

Ausführlicher Inhalt

"Amerika ist die fetteste Nation auf Erden, herzlichen Glückwunsch!"

Das ist einer der ersten Sätze in Morgan Spurlocks preisgekrönter Doku-Satire über die Fast-Food-Manie und deren Folgen in den USA. Geschockt von den Fakten über die verfettete Bevölkerung seines Heimatlandes fragt der Filmemacher, ob es eine direkte Verbindung zwischen der Fastfood-Ernährung und dem lebensbedrohlichen Übergewicht, unter dem viele Amerikaner schon heute leiden.


Morgan Spurlock startet einen spektakulären Selbstversuch: Nachdem ihm verschiedene Ärzte und Gesundheitsberater seine absolute körperliche Fitness attestiert haben, legt er ein Gelübde ab. Zum Entsetzen seiner Freundin Alex (sie ist von Beruf "Vegan Chef", eine vegane Ernährungsberaterin!) wird er 30 Tage ausschließlich bei McDonalds essen. Seine Regeln:
  • Keine Ausnahmen. Gegessen wird nur, was es bei McDonald's gibt.
  • Jedes Gericht, das auf der Karte steht, mußs mindestens einmal gegessen werden.
  • "Super Sizing" der Menüs nur dann, wenn es von den Mitarbeitern am Counter angeboten wird, dann aber ein mußs.
  • Keine Entschuldigungen. Aufessen ist Pflicht.
  • Frühstück, Mittagessen, Abendessen - keine Mahlzeit darf ausgelassen werden.
Am ersten Tag schmeckt es dem Burger-Liebhaber Spurlock noch so richtig gut! Er lebt schließlich den Traum eines jeden Achtjährigen. Tag zwei und ein "Double-Quarterpounder-with-Cheese-Super-Size-Menü" bringen ihn schon zum ersten Mal an seine Grenzen. Spätestens ab Tag zehn wird das, was anfangs nur verrückt und witzig klang, zu einer wirklichen Herausforderung ...

McDonalds ist der Fastfood-Gigant in einem durchaus dubiosen Geschäft voller Branchen-Riesen. In den weltweit 30.000 Filialen essen täglich 46 Millionen Menschen - soviel wie die Gesamtbevölkerung Spaniens. In den USA hat McDonalds 43% Marktanteil und ist überall: in jeder Kleinstadt, an Flughäfen, Bahnhöfen und sogar - traurige Ironie - in Krankenhäusern. Aber Spurlock belässt es nicht bei der Kritik an dem viel gescholtenen Marktführer.

Während seiner Fast-Food-Diät reist er durch die USA, nimmt Schulkantinen-Essen ins Visier, sucht das Gespräch mit Fastfood-Fans und Fitness-Trainern, mit Ernährungsexperten und Marketing-Profis der Nahrungsindustrie, mit Politikern und Fastfood-Lobbyisten. Spurlock verdeutlicht, dass die Vorliebe für preiswertes, jederzeit verfügbares und schnell sättigendes Essen ein gesellschaftliches Phänomen ist, dessen Wurzeln tief im mobilen "American Way of Life" verankert sind. Und er zeigt schonungslos die Folgen dieses Lebensstils: den Horror der Radikal-Diäten; Die Geschäftemacherei mit Nahrungszusätzen; den gesundheitlichen Niedergang der "fettesten Nation der Welt".

Spurlocks zunächst amüsantes Selbstexperiment bekommt gegen Ende des Films eine unerwartet dramatische Note. "BigMacs" und "Freedom Fries" haben ihn innerhalb eines Monats um 25 Pfund schwerer gemacht. Sein Körperfett-Anteil ist von 11 auf 18 Prozent hochgeschnellt, der Cholesterinspiegel liegt bei ungesunden 230 (vorher unbedenkliche 168) und seine Leberfettwerte sind so dramatisch, dass ihm ein Arzt zum vorzeitigen Abbruch rät. Außerdem ist er depressiv, hat Kopfschmerzen und fühlt sich antriebslos. Und Spurlocks Freundin mußs zugeben, dass die Libido ihres Freundes leider auch nicht mehr das sei, was sie einmal war ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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