Zwei Brüder

Ausführlicher Inhalt

Indochina 1920: In den verlassenen, fast zugewachsenen Tempelruinen von Angkor sind zwei Tiger beim Liebesspiel. Zwischen den verwitterten Statuen kreisen sie elegant umeinander, reizen sich, fauchen sich an ...

Zeitgleich findet in einem eleganten Auktionshaus eine Versteigerung wertvoller Kunstschätze statt. Die gelangweilten Damen der besseren Gesellschaft tuscheln, als der Abenteurer Aidan McRory (Guy Pearce) auftaucht, ein Jäger und Schriftsteller, der nun mit antiken Fundstücken aus dem Dschungel handelt.


Zurück im Dschungel: Die Tiger haben Nachwuchs bekommen. Die beiden Babys Kumal und Sangha tollen im Tempel und seiner Umgebung herum und müssen ihr erstes Abenteuer gegen einen anderen Dschungelbewohner bestehen, eine angrifflustige Zibetkatze. Während der ängstliche Sangha schnell auf einen Baum flüchtet, nimmt sein mutiger Bruder Kumal den Kampf auf, faucht und verjagt den Gegner schließlich.

Unterdessen ist Aidan McRory mit einem großen Expeditionstross wieder im Dschungel. Doch sie wollen keine wilden Tiere erlegen, sondern antike Statuen erbeuten. Der Lärm und die Hektik der Kunsträuber schreckt die Tigerfamilie in ihrer Tempelruine auf. Die Mutter nimmt sich Sangha ins Maul und flieht. Den kleinen Kumal mußs sie im Tempel zurücklassen. Nun haben auch McRory und seine Begleiter die Tiger entdeckt und beginnen sie zu jagen.

Während Kumal immer noch verzweifelt versucht aus dem Tempel zu entkommen, eilt ihm sein Vater zur Hilfe und greift einen der Jäger an. Doch da erscheint McRory mit seiner Flinte, um seinen Mann aus dem Griff der Raubkatze zu befreien. Ein Schuss fällt und der mächtige Tigervater bricht tödlich getroffen zusammen. Doch unter seinem leblosen Körper bewegt sich noch etwas: Ängstlich krabbelt der kleine Kumal hervor.

McRory zeigt Mitleid und nimmt den Kleinen mit in das nächstgelegene Dorf. Dort wird er vom Dorfältesten und seiner schönen Tochter Naï-Rea (Maï Anh Lê) begrüßt. Der Alte dankt McRory dafür, seinem Dorf im Kampf gegen die Tiger beigestanden zu haben, und möchte den kleinen Kumal behalten. Aber der Jäger möchte den Tiger lieber in seiner eigenen Obhut wissen. Plötzlich tauchen Soldaten im Dorf auf. Sie entdecken die Statuen und andere Kunstschätze und verhaften McRory, der unter Protest abgeführt wird.

So bleibt Kumal im Dorf gefangen. In der Nacht traut sich seine Mutter in die Nähe des Dorfes, wird aber von den Bewohnern schnell bemerkt. Mit viel Lärm und Brandpfeilen verjagen sie die mutige Tigerin. Am anderen Morgen wird Kumal mit einem Auto, sicher verpackt in einer Transportkiste auf der Ladefläche, in die nächst größere Stadt gebracht. Noch einmal versucht seine Mutter ihn zu befreien. Es gelingt ihr sogar auf das Heck des fahrenden Autos aufzuspringen, aber der Fahrer bemerkt sie bei ihrem Versuch die Kiste zu öffnen und schüttelt die Tigerin ab. Traurig bleibt sie mit dem kleinen Sangha am Straßenrand zurück. Kumal wird an einen Zirkus veräußert.

Unterdessen ist Aidan McRory im Gefängnis gelandet, wird aber auf Veranlassung des französischen Gouverneurs Eugène Normandin (Jean-Claude Dreyfuss) alsbald freigelassen. Der Gouverneur fordert dafür im Gegenzug die Hilfe des Jägers um eine Tigerjagd zu organisieren. Er möchte nämlich, dass die Statuen im Dschungel zu einer Touristenattraktion werden, und benötigt dafür das Einverständnis des einheimischen Provinzfürsten (Oanh Nguyen). Mit dem Jagdausflug will er sich bei "Seiner Exzellenz" einschmeicheln.

Der Abenteurer stimmt zu und lässt eine riesige Falle ausheben, mit der es ihm gelingt, die Tigerin und den kleinen Sangha einzufangen. Am Tag der Jagd wird die Mutter dann freigelassen. Es gelingt ihr gerade noch, ihr Baby in einer Höhle zu verstecken. Kurz darauf wird die Wildkatze vor das Gewehr "Seiner Exzellenz" getrieben und mit einem gezielten Schuss niedergestreckt. Zufrieden posiert der stolze Jäger für den Fotografen mit dem leicht blutverschmierten Raubtier im Gras. Dann springt die Tigerin jedoch überraschend auf - "Seine Exzellenz" hat ihr nur einen lupenreinen Durchschuss am Ohr versetzt - und flüchtet in den Dschungel.

Währenddessen findet der Sohn des Gouverneurs, Raoul, den verängstigten Sangha in seiner Höhle und nimmt ihn zu sich nach Hause. Beide werden unzertrennlich und richten im Hause des Gouverneurs ein Chaos nach dem anderen an. Als Sangha eines Tages einen folgenschweren Unfall verursacht, mußs Raoul auf seinen geliebten Spielgefährten verzichten. Er weiß nicht, dass Sangha in einem unterirdischen Verlies "Seiner Exzellenz" zu einem wilden Raubtier für einen Schaukampf abgerichtet werden soll.

Unterdessen ist auch Kumal herangewachsen und im Zirkus so weit dressiert worden, dass er sogar durch einen Feuerreifen springt. Sein Ruf als "gefährliche Bestie" ist auch "Seiner Exzellenz" zu Ohren gekommen. Deshalb wird Kumal dazu ausgewählt, in einer Arena vor Hunderten von Zuschauern gegen einen anderen wilden Tiger zu kämpfen. Und dieser Gegner ist ausgerechnet sein Bruder Sangha.

Am Tag des Kampfes versucht McRory von Zweifeln geplagt, vergeblich seinen ihm so lieb gewordenen Kumal zu befreien. Der dressierte Tiger scheint seinem ungezähmten Bruder Sangha rettungslos unterlegen. Die beiden Wildkatzen jagen durch die Arena und fauchen sich an dass den Zuschauern der Atem stockt. Doch plötzlich geschieht ein Wunder, denn die Tiger beginnen miteinander zu spielen und tollen voller Freude herum: Die Brüder haben sich wiedererkannt. Zu spät wird bemerkt, dass die Tür zum Gehege offen steht. Panik bricht aus und den wiedervereinten Tigerbrüdern gelingt die Flucht aus der Arena.

Doch die Jäger sind ihnen dicht auf den Fersen, und der Weg zurück in den Dschungel ist nicht ohne Gefahren. Nie haben die Tiger gelernt zu jagen und in freier Wildbahn zu überleben. Deshalb versucht McRory dem kleinen Raoul zu erklären, warum er Kumal und Sangha schweren Herzens jagen und töten mußs. Aber Raoul lässt sich nicht überzeugen und läuft seinem einstigen Spielkameraden in den Dschungel nach. McRory nimmt mit einer Flinte bewaffnet ebenfalls die Verfolgung auf. Plötzlich stehen sich die vier Schicksalsgefährten wieder gegenüber ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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