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Ausführlicher Inhalt

Der 29jährige Schwede Tobias übernimmt als frischgebackener Priester eine Gemeinde in einem tristen, als sozialer Brennpunkt geltenden Vorort. Selbst aus der gehobenen Mittelschicht stammend, sieht Tobias das neue Leben als Herausforderung und genießt die neu gewonnene Unabhängigkeit von seinen Eltern, zu deren großen Bedauern er nicht Psychologe geworden ist.

Tobias bezieht ein kleines Zimmer im großen Appartement seiner Ex-Freundin Jenny. In seiner Kirche erzählt er dem alten Pfarrer, dessen Posten er übernehmen wird, leichtsinnig und zuversichtlich von seinen Plänen, wieder mehr Leute in das sonst leere Gotteshaus zu locken. Doch nicht nur der Pfarrer hat kein Vertrauen in solch rosige Zukunftspläne, auch die Warnung der Eltern, seine Kindheit im Wohlstand habe ihn nicht genug auf ein Leben in der heruntergekommenen Vorort-Tristesse vorbereitet, bewahrheitet sich schon bald.

Denn schon der erste Tag seiner Bemühungen ist eine herbe Enttäuschung für den erfolgsverwöhnten jungen Mann: Kein Mensch interessiert sich für die Kirche, er wird abgewimmelt und sogar öffentlich bedroht. Am Ende seiner Kräfte und völlig desillusioniert trifft er auf die kettenrauchende, von Sozialhilfe lebende und im Rollstuhl sitzende Carola.

Obwohl sie offensichtlich so ganz anders ist als er, findet Tobias schon sehr bald Gefallen an der flippigen und lebenshungrigen jungen Frau. Er verbringt den restlichen Abend mit ihr und lässt sich von ihrer ausgelassenen, fröhlichen Art anstecken. Als er sie nach Hause bringt, stellt Carola fest, dass sie ihren Schlüssel vergessen hat, so dass Tobias sie durch das Fenster in ihr Zimmer schieben mußs.

Dabei wecken sie Carolas Mutter, eine Alkoholikerin, und deren Freund Leif, der auch vor einem Pfarrer gerne obszöne Witze erzählt. Als Tobias wieder aufbricht vergisst er sein Portemonnaie, aber von einem ihm völlig unbekannten Glücksgefühl befangen, rennt er lachend die Straßen entlang, ohne dies überhaupt zu bemerken. Wenn er sich auch heftig in Carola verliebt hat, so scheint diese Liebe doch unter keinem guten Stern zu stehen. So malt er sich z.B. die Reaktion seiner Eltern aus, sollte er ihnen Carola als seine neue Freundin vorstellen, wobei diese sich doch offensichtlich eine neue Romanze zwischen Tobias und Jenny erhoffen.

Am nächsten Tag kommt Carola in die Kirche, um Tobias seine Geldbörse wiederzugeben. Tobias, der plötzlich Angst vor seinen eigenen Gefühlen hat, redet sich ein, er habe seine Stellung als Priester missbraucht und versucht, Carola abzuwimmeln. Diese reagiert jedoch mit Wut und Enttäuschung und eröffnet Tobias, dass sie sein Mitleid und seine Überheblichkeit nicht brauchen würde.

Kurze Zeit später stirbt der Freund ihrer Mutter und erst auf dessen Beerdigung kommen sich Carola und Tobias wieder näher. Tobias nimmt sie sogar mit in die Wohnung seiner Eltern, deren Blumen er in ihrer Abwesenheit gießt. Dort schlafen sie auch zum ersten Mal miteinander. Doch als am nächsten Tag die Eltern wiederkommen, wachsen Tobias Zweifel wieder und er versucht, seine Gefühle zu verbergen. Carola verspricht er nur kurz, sich wieder bei ihr zu melden.

Doch als er bei ihr anruft, geht nur die Mutter ans Telefon und verbietet ihm weiteren Kontakt mit ihrer Tochter aus Angst, er könne ihr wehtun. Carola gegenüber verheimlicht sie diesen Anruf. Daraufhin macht die sich nichtsahnend und enttäuscht auf den Weg zu Tobias, der gerade mit Freunden feiert. Wütend schreit sie ihn an und wirft ihm vor, ihr gegenüber unehrlich gewesen zu sein. Als Tobias ihr noch vorwirft, ihr Rollstuhl wäre keine Entschuldigung für ihr Verhalten, gehen sie im Streit auseinander. Carola ist daraufhin so deprimiert, dass sie zu Schlaftabletten greift und schließlich bewusstlos von ihrer betrunkenen Mutter aufgefunden wird.

Von all dem bekommt Tobias nichts mit. Stattdessen fängt für ihn ein ganz neues Leben an: Er tritt von seinem Posten zurück und verlobt sich mit Jenny, während Carola sich wieder mit ihrem alten Freund Håkan trifft. Doch erst als Tobias tatsächlich Jenny heiratet wird ihm bewusst, was für einen gewaltigen Fehler er gemacht hat. Noch während der Hochzeitsfeier gesteht er seinem besten Freund in einem Nebenraum verzweifelt, dass er nur Carola und nicht Jenny lieben würde. Während dieses Geständnisses ist das Mikrofon die ganze Zeit eingeschaltet und somit bekommt die gesamte Hochzeitsgesellschaft alles mit.

Doch damit nicht genug: Jenny schmeißt Tobias nicht nur aus der Wohnung, sondern er mußs erfahren, dass auch Carola heiraten will. Zu allem Überfluss bittet ihn der kranke Priester auch noch, die Hochzeit zu übernehmen. Tobias bleibt keine andere Wahl und somit steht er schließlich vor Carola und Håkan, um sie beide vor Gott zu vereinen. Doch Tobias sieht sich außerstande, die Eheschließung zu vollziehen und bittet Carola vor der versammelten Hochzeitsgesellschaft, Håkan nicht zu heiraten.

Von Håkan vermöbelt, landet er daraufhin im Krankenhaus. Als er wieder erwacht, blickt er in die besorgten Gesichter seiner Eltern und erzählt ihnen trotzig, dass es ihm egal wäre, was sie von ihm und Carola denken würden, da er sie trotz allem wirklich lieben würde. Carola, die auch in dem Zimmer sitzt, hört alles mit und verzeiht Tobias schließlich. So kehrt er zurück zu seiner Carola und seiner Arbeit im Betonviertel.

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Dirk Jasper FilmLexikon

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