Lauras Stern

Produktionsnotizen

Wie geht ein Filmemacher vor, der einen Bilderbuch-Bestseller mittels Animation auf die Leinwand übertragen will? "Am Anfang steht nicht die Optik, sondern die Poesie", sagt Thilo Graf Rothkirch, der sich mit inzwischen klassischen Zeichentrickadaptionen wie "Tobias Totz und sein Löwe" und "Der kleine Eisbär" als einer der führenden Regisseure und Produzenten im deutschen Kinderfilm profiliert hat.

"In ,Lauras Stern' geht es um menschliche Probleme, wie Kinder sie erleben. Ausgangspunkt ist ja der Umzug einer Familie - den mußs ein kleines Mädchen erst mal verkraften. Wie kann Laura diese Schwierigkeit bewältigen? Sie klammert sich an einen Stern, der verletzt ist, also auf ihre Hilfe angewiesen ist - ein wunderbarer Ausweg für sie. Jetzt hat sie jemanden, um den sie sich kümmern, den sie gesund pflegen mußs. Er wird ihr Spielkamerad - sie braucht ihn genauso wie er sie."

Das Bilderbuch des Autors und Designers Klaus Baumgart erschien 1996 und brachte bei den Kleinsten offenbar eine Saite zum Klingen: Inzwischen hat Baumgart etliche Fortsetzungen herausgebracht, es gibt "Lauras Stern" auch als Hörbuch, Puzzle, Poster, Memospiel und Quartett. Die Bücher wurden in 25 Sprachen übersetzt und von Fans in über 30 Ländern verschlungen.

"Zufällig kenne ich Baumgart aus der Zeit, als er seinen Hochschulabschluss machte", berichtet Rothkirch. "Als Abschlussarbeit gestaltete er damals das Bilderbuch ,Tobi - Das kleine grüne Ungeheuer', über das ich ihn kennen lernte und das sein erster großer Erfolg wurde. Damals arbeitete ich in dem Studio, das sein Buch als ,Sandmännchen'-Film adaptierte."

"Ich habe Baumgarts Werdegang verfolgt, traf ihn immer mal wieder auf Messen, zum Beispiel auf der Kinderbuch-Messe in Bologna", fährt Rothkirch fort. "Als meine Frau und ich dann hörten, dass er ,Lauras Stern' vorbereitete, produzierten wir dazu den Serienpilotfilm fürs Fernsehen. Den stellten wir auf dem Cartoon-Forum vor, und wir merkten sofort: Dieser Stern ist von einer magischen Aura umgeben."

Aus der Vorarbeit entstand dann eine Zeichentrickserie für das ZDF und den Kinderkanal. Es war in der Folge nicht mehr schwer, Willi Geike von Warner Bros. Pictures Germany als Produzenten der Kinofassung zu gewinnen, denn Geike hatte bereits Rothkirchs frühere Kinoprojekte co-produziert und verliehen. Und Klaus Baumgart begleitete Lauras Reise ins Kino auch weiterhin als künstlerischer Berater.

Allerdings kann ein Bilderbuch von etwa 30 Seiten zwar die Grundidee für einen Spielfilm vorgeben, mehr aber auch nicht. Dazu Rothkirch: "Wir sprachen also jenen Drehbuchautor an, der bereits die Fernsehserie zu ,Lauras Stern' geschrieben hat: Michael Mädel. Mit dabei im Entwicklungsteam waren auch mein langjähriger Partner Piet de Rycker aus Brüssel und der Autor Alexander Lindner.

Ein Zeichentrickfilm kann eigentlich nur von Autoren geschrieben werden, die auch in der Storyboardregie und als Zeichner versiert sind. Genau diese Fähigkeiten bringen unsere Autoren mit: Mädel ist Drehbuchautor im klassischen Sinne, de Rycker Regisseur, Lindner Zeichenkünstler. Sie haben die Geschichte von Lauras Stern so kreiert, wie wir sie auf die Kinoleinwand bringen."

Wie bringt man einen Stern zum Strahlen? Im Original-Bilderbuch "Lauras Stern" sind die Abbildungen des Sterns mit einer glitzernden Diffraktionsfolie beschichtet - schon dadurch erleben die Kinder den Stern als etwas ganz Besonderes. Die Bilder des Films übersetzen diese außergewöhnliche Eigenschaft in computergenerierte Effekte.

"Der Zauber des Sterns liegt nicht in seiner Form, sondern in seinen Eigenschaften", sagt Regisseur Rothkirch. "Was stellen wir uns unter einem magischen Stern vor? Er leuchtet und gleißt von innen, und seine Bewegung wird von Sternenstaub unterstützt, den der Stern wie ein Komet absondert und als gleißenden Schweif hinter sich herzieht. Nicht nur der vom Computer in 3-D optisch aufgepeppte Sternenstaub macht die Lebendigkeit des Sterns aus, sondern auch akustische Effekte unterstützen diese magischen Bilder: Dadurch lebt er, und zwar nur dadurch, denn er spricht ja nicht. Und weil er keine Stimme hat, verwenden wir sehr viel Mühe auf seine äußerst komplizierte visuelle Brillanz und Animation - sie ist seine Sprache, so kommuniziert er mit Laura."

Aber wie unterstützt dieses visuelle Konzept die eigentliche Geschichte? "Der Stern leuchtet und glitzert sogar tagsüber, wenn auch etwas feiner", erklärt Rothkirch. "Und sobald er gesund ist, kann er wieder fliegen, und zwar auch gemeinsam mit Laura fliegen - durch diese Fähigkeiten erreichen wir eine wahrhaft zauberhafte Sphäre, die natürlich bei Nacht eine viel größere Wirkung entfaltet. Der leuchtende Stern vor den nächtlich-blauen Dächern der Stadt und dem dunklen Himmel wird also zum Zentralmotiv."

Die Filmemacher legen bewusst Wert darauf, Lauras neue Heimat nicht in einer bestimmten Stadt anzusiedeln: "Es sollte keine spießige Kleinstadt sein, auch keine riesige Metropole. Unsere Stadt wird jedoch durch spezifische Elemente geprägt, und diese Elemente bringen die Workbook-Zeichner ein. Wer zum Beispiel (wie unser Zeichner Matthias Lechner) in Hamburg zu Hause ist, wird die berühmte Speicherstadt und auch den Fernsehturm wiedererkennen." Aber auch Brüssel, die Heimat von Co-Regisseur Piet de Rycker, steuert bauliche Aspekte zu Lauras Wohnort bei. Dadurch entsteht eine mitteleuropäisch geprägte, "universelle" Stadt. "Denn es geht ja nicht um einen eindeutig an einem Schauplatz festzumachenden Konflikt, den Laura durchleiden und durchleben mußs, sondern um etwas Allgemeingültiges, was uns allen schon einmal passiert ist oder passieren könnte", sagt der Regisseur.

Poesie aus dem Rechner Vom Computer generierte Bilder sind heutzutage auch aus einem Zeichentrickfilm nicht mehr wegzudenken. "Wir verwenden die neue Technik so, dass sie sich der Geschichte unterordnet - sie soll weder Selbstzweck noch als solche erkennbar sein", beschreibt Rothkirch seinen Arbeitsstil. "Der Computer hilft, viele der Gegenstände, aber auch mechanische Figuren wie die Robocat im Film dreidimensional zu gestalten - auch alles, was sich im Weltraum abspielt, unterstützt der Rechner."

Die gesamte Herstellung eines Zeichentrickfilms läuft mittlerweile auf digitaler Ebene ab, allerdings werden die traditionell animierten menschlichen Figuren weiterhin zunächst auf Papier gezeichnet und dann erst gescannt und koloriert. Auch die Hintergründe werden per Hand gemalt und dann in den Computer eingescannt, um sie dort anschließend per Photoshop zu bearbeiten. Schließlich fügen die Computerexperten digitale Effekte in die Hintergründe, die Figuren und die Objekte ein.

Bei der etwa dreijährigen Arbeit an "Lauras Stern" konnten sich Regisseur/Produzent Rothkirch und seine Firma Rothkirch/Cartoon-Film auf eine ganze Reihe inzwischen bewährter Partner und Mitarbeiter verlassen, die alle auch schon bei seinen früheren Projekten mitgewirkt haben.

"Die Zusammenarbeit mit meinem Brüsseler Freund Piet de Rycker hat sich inzwischen kongenial weiterentwickelt, nachdem wir bereits bei ,Tobias Totz und sein Löwe' bzw. bei ,Der kleine Eisbär' bestens harmoniert haben", berichtet Rothkirch. "Piet vertieft sich so in den Stoff, als ob es seine eigene Geschichte wäre - idealer könnten wir nicht kooperieren."

Wie schon der Zeichentrick-Hit "Der kleine Eisbär" entstand auch "Lauras Stern" ausschließlich in deutschen Animationsstudios. Insgesamt haben 250 bis 300 Zeichner und Computerexperten an der Herstellung des Films mitgewirkt. "Wir stützen uns auch weiterhin auf bewährte Partner, Zeichentrickstudios, die als Zulieferer Teile der Animationsarbeit übernehmen. Bei Animagix in Köln werden die handgezeichneten Phasenzeichnungen eingescannt und koloriert.

Hinzu kommen MotionWorks in Halle/Saale unter Tony Loeser, mit dem wir seit ,Tobias Totz' zusammenarbeiten und mit dem wir uns sehr gut verstehen, sowie zwei Firmen in Hamburg: erstens das ASL·Animationsstudio Ludewig, das ebenfalls schon seit langem an den Cartoon-Film-Projekten beteiligt ist.

Und zweitens intensivieren wir diesmal die Kooperation mit der Animationsfabrik GmbH: Dort werden die von Animagix gefertigten Bilder weiter verarbeitet, in die Hintergründe eingepasst ("Compositing") und mit zusätzlichen Effekten versehen. Die Animationsfabrik ist für den Look des Films verantwortlich, der durch das End-Compositing der verschiedenen Elemente entsteht.

Das Engagement dieser Firma geht weit über das hinaus, was man von einem Dienstleister erwarten würde: Auch dort hat man sich ,Lauras Stern' ganz groß auf die Fahnen geschrieben. Es ist uns also gelungen, den Zauber, der von Laura und ihrem Stern ausgeht, auf die Firmen zu übertragen, die mit uns arbeiten."

Die Stimmen: Seelen der Animation Aufgrund seiner langen Erfahrung mit der Filmanimation weiß Regisseur Rothkirch, wie wichtig es ist, geeignete Sprecher für seine Zeichentrickhelden zu finden. Seit Jahren verlässt er sich bei der Besetzung der Sprecherrollen und bei der Aufnahme der Dialoge auf den Synchronregisseur Michael Braun. Die Hauptrolle der Laura vertrauten die beiden der 13-jährigen Céline Vogt an.

"Céline hatte noch nie vor dem Mikro gestanden, aber sie ist Balletttänzerin", berichtet Rothkirch. "Das bedeutet für uns: Sie bringt die nötige Disziplin und auch Emotionalität mit. Sie spricht einfach zauberhaft - sie ist Laura! Und aufgrund ihrer Disziplin macht sie uns die Arbeit sehr leicht."

Natürlich engagieren die Filmprofis gern Kinder, die schon Erfahrung mitbringen, aber das ist durchaus nicht immer ausschlaggebend. Dazu Rothkirch: "Wenn wir wie in Célines Fall eine derartige Verschmelzung von Filmfigur und Stimme erleben, dann ist die Erfahrung plötzlich nicht mehr das Entscheidende. Denn Erfahrung bedeutet immer auch Routine. Und eine Nachwuchssprecherin, der die Routine noch fehlt, kann manchmal viel mehr ausdrücken als eine routinierte Synchronstimme. Im Zweifelsfall entscheiden wir uns also für die Natürlichkeit."

Das trifft ebenso auf den fünfjährigen Sandro Iannotta zu, der den Tommy spricht. "Sandro kann noch nicht lesen, wir müssen ihm die Texte vorsprechen", berichtet Rothkirch. "Sein älterer Bruder Kevin ist bereits in ,Wilde Kerle' auf der Leinwand zu sehen gewesen - Kevin und auch sein anderer Bruder Marco dienen dem kleinen Sandro als Vorbild, denn beide arbeiten bereits seit längerem als Synchronsprecher. Wir konnten es kaum fassen, wie spontan Sandro vor dem Mikro agiert."

Die Kinder sind natürlich die eigentlichen Stars des Films - zu ihnen gehört auch Maximilian Artajo, der als Sprecher des Seehunds Robby in Rothkirchs "Der kleine Eisbär" mit neun Jahren sogar schon den Synchron-Nachwuchspreis gewonnen hat. "Alle drei Kinder drücken durch ihre Stimmen sehr viel Persönlichkeit aus - und damit verleihen sie den Figuren ihr Eigenleben. Eben das liegt uns ganz besonders am Herzen", sagt der Regisseur.

Heinrich Schafmeister ("Wilsberg", "Harald", "Der bewegte Mann") spricht Lauras Vater, einen handwerklich und überhaupt technisch nicht gerade begabten Menschen, der für etliche komische Momente in der Geschichte sorgt. "Einfach urkomisch, wie er das macht", freut sich Rothkirch.

Mit Comedian Mirco Nontschew ("Samstag Nacht", "Voll witzig") hat Rothkirchs Team schon früher gearbeitet: Als Schurke war er in "Tobias Totz und sein Löwe" zu hören. "Mirco übernimmt die ehrgeizige Aufgabe, unserer ,Robocat', der mechanischen Katze, eine Seele zu geben. Außerdem spricht er den Minibär, der durch den Zauberstaub des Sterns zum Leben erwacht." Von richtigen "Dialogen" kann zwar eigentlich keine Rede sein, aber der Minibär verschafft sich brummend doch so Gehör, dass man einen Meister-Komiker wie Nontschew benötigte, um die lustigen Bären-Beiträge auf der Tonspur festzuhalten. "Mirco malt die Töne mit dem Mund, er kann Comic-Situationen in Geräusche und Klänge umsetzen - einfach genial!"

"Wir möchten selbst die kleinsten Rollen zwar nicht notwendigerweise prominent, aber auf jeden Fall exzellent besetzen", fährt Rothkirch fort. "In diesem Sinne freuen wir uns zum Beispiel besonders, dass die renommierte Schauspielerin Hildegard Krekel bereit war, allein wegen der zwei Dialogsätze der Putzfrau ins Studio zu kommen. Uns war das sehr wichtig, und für mich hat sich ihre Mühe hundertprozentig gelohnt."

Die Sonne und der Mond haben im Film zwar etwas mehr zu sagen, spielen aber ebenfalls eigentlich nur Nebenrollen. Rothkirch: "Deswegen war ich ganz begeistert, als wir für diese ,himmlischen' Auftritte hochkarätige Darsteller wie Eva Mattes und Peter Fitz gewinnen konnten. Eva ist ganz einfach die geborene ,Sonne' - natürlich sind wir mit ihrer Besetzung mehr als zufrieden." Die berühmte Eva Mattes hat schon als Kind synchronisiert, und auch der versierte Theaterdarsteller Peter Fitz bringt bereits Erfahrung als Sprecher von Zeichentrickfiguren mit.

Rothkirch stellt in solchen Fällen fest, dass allein die Qualität seiner Filmprojekte ausreicht, um die Stars zu begeistern: Sie erklären sich gern zur Mitwirkung bereit, und sei es auch nur in winzigen Rollen.

Das ehrlichste Testpublikum: die Kinder Wie schon bei "Der kleine Eisbär" profitierte Regisseur Graf Rothkirch davon, dass er auf ein erstes Testpublikum zurückgreifen kann, das ihm besonders am Herzen liegt: seine beiden Töchter, die zehnjährige Vera und Marlene, inzwischen acht Jahre alt. "Sobald wir eine vorführbare Storyboard-Arbeitsfassung erstellt hatten, schauten meine Frau Maya und ich sie uns zusammen mit unseren Kindern an", erzählt der Regisseur. "Und natürlich freuten wir uns, als die Kleinen am Ende der 75 Minuten sagten: ,So kurz?' Das heißt, es kam keine Langeweile auf, und sie haben die Geschichte verstanden. Allerdings gab es auch Aspekte, die sich nicht begriffen haben, und darauf reagierten wir sofort. Denn wir nehmen die Reaktion der Kinder sehr, sehr ernst - sie sind nämlich verdammt ehrlich."

Das beteiligte Hamburger Trickfilmstudio Animationsfabrik hat die Arbeitsfassung des Films ebenfalls einem Kinderpublikum vorgeführt. "Auch diese Reaktionen haben uns zu Änderungen veranlasst", sagt der Regisseur. "Es stellte sich nämlich heraus, dass die Kleinen die Umzugssituation am Anfang nicht ganz verstanden hatten. Meist reagieren die Kinder spontan und erzählen uns über den Film, und was wir außerdem wissen müssen, das erfragen wir von ihnen. Generell haben ihre Reaktionen uns eindeutig eher beruhigt als beunruhigt - wir wussten jetzt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden."

Rothkirchs Frau und langjährige Mitstreiterin Maya Gräfin Rothkirch zeichnet diesmal als Produzentin verantwortlich. Dazu der Regisseur: "Meine Frau hat die schwierige, aber wichtige Aufgabe, die Vertragsverhandlungen mit den Investoren, mit Warner Bros. abzuwickeln, aber teils auch mit den Filmförderungsinstitutionen, sie ist zuständig für den gesamten Produktionsablauf und das Budget. Weil sie sich diese Verantwortung auf ihre Schultern lädt, kann ich mich auf inhaltliche Dinge konzentrieren, auf die Optik und die Akustik des Films."

Himmlische Klänge: Oscar®-Preisträger Hans Zimmer schreibt für Laura Maya Gräfin Rothkirch ist außerdem sehr musikalisch, und nicht zuletzt deswegen war sie dabei, als es darum ging, über den Score zu "Lauras Stern" zu sprechen - und zwar mit Starkomponist Hans Zimmer. Der aus Frankfurt/Main stammende Zimmer gewann mit seiner Musik zu "The Lion King" (Der König der Löwen) den Oscar® und hat in nur zwei Jahrzehnten in Hollywood über 100 Spielfilme musikalisch untermalt.

"Zimmer trat vor längerer Zeit mal im deutschen Fernsehen auf und wurde gefragt, ob er denn auch mit deutschen Filmemachern zusammenarbeiten würde", erinnert sich Thilo Graf Rothkirch. "Seine Antwort: Im Prinzip ja - man müsste ihn halt ansprechen. Das allein hat uns aber noch nicht dazu gebracht, einen Versuch zu starten. Im Januar, als es für "Lauras Stern" wirklich Zeit wurde, schaute ich mir ,Last Samurai' an, und wieder erschien sein Name im Abspann. Da sagte ich mir: Jetzt schreibe ich ihm endlich. In meinem Brief sprach ich davon, dass wir uns hierzulande wie die letzten Samurai fühlen, und wenn er als Samurai zu uns stoßen würde, dann könnten wir im deutschen Kinderfilm wirklich etwas erreichen.

Dieser Brief hat ihn wohl nicht allein überzeugt, aber wir schickten ihm auch Ausschnitte aus unserem Film, und er erkannte sofort, was wir mit ,Lauras Stern' erreichen wollen: Wir schaffen eine ganz eigene Welt, die ihn sofort faszinierte." "Zimmer sagte also tatsächlich ja", freut sich Rothkirch. "Wir setzten uns zusammen und gingen den Film Bild für Bild mit ihm durch - eine unvergessliche Erfahrung. Wie er an die Arbeit herangeht, habe ich noch bei keinem anderen Komponisten erlebt: einerseits Sachverstand, andererseits pures Gefühl, das Gespür für die wesentlichen Dinge. Wir merkten an seinen leuchtenden Augen, wie sehr er sich für Laura begeistert - und das, obwohl er in diesen Tagen gerade am Soundtrack zu ,King Arthur' arbeiten mußste. Einfach grandios."

"Wir haben das Gefühl: Diesmal ist uns ein Film gelungen, der sich wirklich auf die kindlichen Zuschauer einstellt", resümiert der Filmemacher. "Bei ,Der kleine Eisbär' mußsten wir feststellen, dass wir die Kleinsten mit dem dort auftauchenden bedrohlichen schwarzen Schiff ein wenig überfordert haben - für die sensibleren Kinder waren diese Sequenzen zu gruselig. So etwas tut uns natürlich sehr Leid. Bei ,Lauras Stern' verzichten wir also ganz bewusst auf Aspekte, die Kinder als unheimlich empfinden könnten. Deshalb sind wir überzeugt, dass die Kleinen unseren Film lieben werden.

Er funktioniert nicht nur für das junge Publikum, sondern auch für die Eltern. Nicht so sehr Action und Spannung stehen im Vordergrund, es geht viel mehr um Poesie, Gefühl und um den ,kleinen' Humor. Wir entführen die Zuschauer in eine Fantasiewelt, die aber recht nah an der Realität bleibt - so etwas kann sich jedermann in seinem Kinderzimmer vorstellen. Und alle schauen auch auf zu den Sternen? während wir mit Laura und Max ins Weltall aufbrechen, nicht nur in das sichtbare Universum, sondern auch in die Heimat des Sterns - das Sternenstaub-übersäte Nonplusultra unserer Vorstellungskraft."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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