Cinderella Story

Produktionsnotizen

Ein Aschenputtel für das 21. Jahrhundert Wir kennen die Geschichte aus unseren Kindertagen: Die böse Stiefmutter zwingt das arme Waisenmädchen Aschenputtel, jeden Tag das Wasser vom Brunnen herbeizuschleppen und den Fußboden der trostlosen Hütte zu schrubben. Dabei träumt die Maid von dem schönen Prinzen, der sie von ihrem harten Leben erlöst und mitnimmt auf seine zugige alte Burg. Tiefstes Mittelalter.

Außerdem gibt es da noch eine gute Fee, die Zauberstaub versprüht, einen Kürbis, der sich in eine goldene Karosse verwandelt, und jede Menge sprechender Mäuse. Klar doch ... aber was hat das alles mit dem wirklichen Leben zu tun?

Augenblick mal - wie wäre es denn, wenn unsere noch ungeschliffene Prinzessin im Jahr 2004 die Abschlussklasse der Highschool besuchen würde, Sam Montgomery zum Beispiel: Statt Holz für den häuslichen Herd zu hacken, mußs sie nach der Schule im kitschigen 50er-Jahre-Restaurant ihrer herzlosen Stiefmutter das Geschirr von den Tischen räumen, den Linoleumboden wienern und für ihre gemeinen und verzogenen Stiefschwestern Besorgungen erledigen.

Wie wäre es, wenn sie nicht unbedingt auf den schönen Prinz wartet (obwohl sie prinzipiell nichts gegen ihn einzuwenden hätte), sondern für die College-Aufnahmeprüfung büffelt und von der Nobel-Uni Princeton träumt, die ihr eine Zukunft jenseits der Vorort-Idylle im kalifornischen San Fernando Valley ermöglichen soll? Was wäre, wenn sie statt Zauberkürbissen und geschwätzigen Nagern einer echt coolen und sehr vernünftigen guten Fee begegnen würde, die unserer modernen Cinderella Mut macht, sich selbst zu finden und ein Leben wie - nun ja - wie im Märchen zu führen?

Produzent Clifford Werber hat sich diese Geschichte einer "smarten, heutigen Cinderella mit komischen Anspielungen auf die klassische Vorlage" ausgedacht. Dabei legt er Wert darauf, dass der zeitlose Charme des Originals nach wie vor "Herz und Seele unserer Story bleibt: Es geht um den unsterblichen Traum, dass Wünsche wahr werden - unterschwellig handelt die Geschichte davon, die Energie zum Handeln zu mobilisieren. In diesem Sinn hat sie uns auch heute noch etwas zu sagen - genauso wie zu der Zeit, als sie niedergeschrieben wurde."

"A Cinderella Story" verzichtet also auf keines der lieb gewordenen Elemente, verlegt aber die Handlung in die Highschool eines Vororts von Los Angeles, wo junge Leute wie überall mit den Problemen der Identitätsfindung, Pflichterfüllung und Integrität zu tun bekommen, die schon immer in den verschiedenen "Cinderella"-Versionen eine Rolle spielten. Falls das etwas zu ernst klingt - keine Angst! Denn Werber versichert: "In erster Linie ist es eine Komödie."

Werber hat in den 80er- und 90er-Jahren in Hollywood als Filmmanager bei Warner Bros. Pictures und 20th Century Fox eine Menge Erfahrung in allen Genres gesammelt: von "Home Alone" (Kevin - allein zu Haus) über "Grand Canyon" (Grand Canyon - Im Herzen der Stadt) bis "Braveheart" (Braveheart), von "Trainspotting" (Trainspotting) bis "My Dog Skip" (Skip). Nun freute er sich darauf, als Produzent von "A Cinderella Story" in neue Gefilde vorzustoßen.

"Bisher stand ich immer auf der anderen Seite des Zauns, ich habe noch nie einen Film komplett von Anfang bis Ende betreut", sagt er, und schmunzelnd fügt er hinzu: "Die Botschaft des Films berührt Themen wie Tapferkeit und das Vertrauen auf Intuition, und das kann sich auch jeder Produzent hinter die Ohren schreiben." Glücklicherweise kam sein alter Freund, Produzent Dylan Sellers, mit an Bord, "dessen Erfahrung einfach unbezahlbar ist."

"Als meine kleine Tochter (übrigens ein riesiger Hilary-Duff-Fan) das Drehbuch für gut befand, wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin", berichtet Sellers, der ebenfalls aus dem Management zur Produktion wechselte und aktuell die erfolgreichen "Cody Banks"-Filme produziert hat. Über "A Cinderella Story" sagt er: "Die Themen sind ganz auf die Highschool zugeschnitten.

Im Mittelpunkt stehen Teenager, das Drehbuch lebt von coolen, provokanten Sprüchen, aber dennoch handelt es sich um eine klassische Liebesgeschichte, und dabei spielt das Alter der Helden bzw. ihre Epoche nur eine untergeordnete Rolle. Ob ,You've Got Mail' (e-m@il für DICH) oder ,Romeo and Juliet' (Romeo und Julia) - immer wieder lassen wir uns von zwei Helden mitreißen, die total gegensätzlich sind oder das zumindest von sich glauben."

Autorin Leigh Dunlap war Werbers erste Wahl für das Drehbuch - sie nahm die Originalidee auf und entwickelte laut Werber "die Geschichte in genau dem richtigen Ton, den sie ganz unverwechselbar zu gestalten versteht. Die komödiantischen Einfälle sprangen uns beim Lesen förmlich aus den Seiten entgegen."

"Im Herzen bin ich immer Teenager geblieben", gibt Dunlap zu. Sie ist selbst im San Fernando Valley aufgewachsen und studierte dann an der University of Southern California. Heute ist sie verheiratet und lebt mit Mann und Sohn in London. "Ich glaube, die Erinnerungen an die Schulerfahrungen vergisst man nie. Es ist wirklich erstaunlich, wie sehr die vier Highschool-Jahre in den späteren Jahren präsent bleiben."

Werber berichtet, dass er zusammen mit Regisseur Mark Rosman "für die Produktion umfangreiche Recherchen anstellte. Wir haben uns in öffentlichen und privaten Schulen im Valley umgesehen und mit den Kids gesprochen, weil wir sichergehen wollten, dass wir sie mit unserem Film auch erreichen. Wir schauten uns an, wie sie gekleidet sind, welche Musik sie hören, und dadurch bildete sich ein Hauptthema des Films heraus: Die meisten Menschen tragen mehr oder minder Masken - im übertragenen Sinn.

An einer Stelle im Film schreibt Held Austin anonym an Sam, er spricht davon, dass ,die Welt von Menschen bevölkert ist, die sich anders geben, als sie tatsächlich sind'. Austin ist der Held des Footballteams - seine Eltern, seine soziale Klasse setzen ihn in Bezug auf seinen Werdegang massiv unter Druck. Doch im Grunde möchte er einen ganz anderen Weg einschlagen."

"Die meisten Kids, mit denen wir sprachen, spürten sehr genau, dass sie in Bezug auf ihr Aussehen, ihre Kleidung und ihre soziale Stellung ständig beurteilt werden. Und die meisten hatten das Gefühl, ihre Persönlichkeit gegen diese Art Überwachung abschotten zu müssen", berichtet Rosman, der dieses Maskenmotiv im Film immer wieder auftauchen lässt. "Austin kann sein wahres Ich nur ausleben, wenn er sich im Chatroom hinter einem Decknamen versteckt.

Sam trägt auf dem Halloween-Ball sogar tatsächlich eine Maske, aber ihre wahre Maske ist die, hinter der sie tagtäglich ihre wahren Fähigkeiten, ihre echte Schönheit vor den anderen verbirgt. Der mit Sam befreundete Carter möchte Schauspieler werden und trägt mit Vorliebe ausgeflippte Kostüme, um ja nicht sein wahres Ich zu zeigen. Sogar Sams Stiefmutter, die sich zwanghaft immer neuen Schönheitsoperationen unterzieht, arbeitet ständig daran, ihr Äußeres zu verschönern - das hofft sie zumindest."

Für Produzent Hunt Lowry bilden solche Themen den entscheidenden Faktor des Filmemachens überhaupt. In den letzten Jahren hat er etliche Komödien und Dramen produziert, die junge Menschen mit ihren Problemen beim Erwachsenwerden zeigen - dieser Selbsterfahrungstrip lässt sie selbstsicherer und reifer werden.

Zu seinen Filmen zählen "A Walk to Remember" (Nur mit dir), "White Oleander" (Weißer Oleander), "Divine Secrets of the Ya-Ya Sisterhood" (Die göttlichen Geheimnisse der Ya-Ya Schwestern) und "What a Girl Wants" (Was Mädchen wollen). "Die Selbsterfahrung und das Lernen von anderen ist mit das Schönste im Leben", sagt er.

"Deshalb spielt dieses Thema in meinen Filmen häufig eine große Rolle, vor allem, wenn diese innere Reise am Ende zu einem positiven Ergebnis führt." Im Rückblick auf seine eigene Jugend gibt Lowry seinem 16-jährigen Alter Ego einen weisen Rat: "Mit der Zeit wird alles besser."

"Zwei Überlegungen haben mich beim Schreiben des Drehbuchs geleitet", sagt Dunlap. "Erstens: Hab Selbstvertrauen, mach dich nicht abhängig vom Urteil anderer, und zweitens: Fürchte dich nicht, am Leben teilzunehmen. Dein Aussehen ist kein Schicksal, keine Fessel - ebensowenig wie deine Herkunft oder dein Vermögen."

Derselben Meinung ist auch Produzentin Ilyssa Goodman, die bei Fox und dem Family Channel an der Entwicklung der Serie "Moolah Beach" beteiligt war - darin müssen Teenager-Teams mit Grips und Geschicklichkeit knifflige Aufgaben bewältigen. "Praktisch alle Projekte, mit denen ich zu tun hatte, werden unterschwellig von Themen bestimmt, die Kids inspirieren, aufbauen und unterhalten sollen.

Der Klassiker ,Cinderella' enthält derart viele zeitlose Themen, die uns alle angehen - es geht um Unterdrückung, um die Lektion, dass man langsam und beständig sicherer ans Ziel kommt, und dass man sich selbst treu bleiben soll. Trotzdem glaube ich, dass im Original die Rettung durch den Märchenprinzen ein zu großes Gewicht bekommt. Sam dagegen spielt in ihrem Leben eine aktivere Rolle und inspiriert ihrerseits Austin." "In unserer Geschichte rettet Cinderella sich selbst", sagt Rosman.

Rosman hat unter anderem viele Folgen der ungeheuer beliebten Serie "Lizzie Maguire" (Lizzie Maguire) mit Hilary Duff inszeniert, und sein hervorragendes Arbeitsverhältnis zu Duff führte letztlich dazu, dass er auf Platz eins der Regiewunschliste der "Cinderella"-Produzenten landete. Diese Wahl erwies sich aus verschiedenen Gründen sehr bald als goldrichtig. "Er hat ein echtes Gespür für den Stoff", stellt Sellers fest.

"Und er bemüht sich ernsthaft darum, jede Szene möglichst realistisch zu gestalten. Reden und reagieren die Kids in diesem Alter wirklich so? In welcher Stimmung befinden sie sich am Anfang einer Szene? Er lässt sich sehr von seiner Intuition leiten, wenn er die Schauspieler dazu anleitet, sich in die richtige Stimmung zu versetzen."

Genau das spürt auch Hilary Duff. Sie verweist auf Rosmans große Konzentrationsfähigkeit, seine unermüdliche Detailbesessenheit, und schließlich drückt sie ihre große Bewunderung für den Regisseur mit vier gewichtigen und von Herzen kommenden Worten aus: "Er ist echt cool." Die entscheidende Zutat zu dieser kreativen Mischung war natürlich Hilary Duff: Als sie rechtzeitig zusagte, lief alles, so Werber, "wie ein geölter Blitz".

Der quirlige Jungstar gab sein Debüt mit sechs Jahren in der "Nussknacker"-Inszenierung des Tournee-Ensembles BalletMet Columbus. Jetzt ist Duff 16, dreht Filme und Fernsehprojekte, arbeitet an ihrer Karriere als Sängerin, gibt Konzerte und schaffte es trotzdem, sich für den modernen Touch in "A Cinderella Story" zu begeistern.

Das Original gehörte in den Kindertagen zu Duffs Lieblingsmärchen - sie ist sich sicher, dass es auch die kommenden Kindergenerationen immer wieder in seinen Bann ziehen wird. Die neue Kinoversion wendet sich dagegen an eine schon aufgeklärtere Altersgruppe. "Was wir hier erleben, machen viele Schulkinder durch - das kann ebenso lustig wie brutal sein", sagt sie.

"Immer gibt es die Clique, die von allen bewundert wird. Viele versuchen sich selbst und anderen etwas vorzumachen, sie fühlen sich nicht frei genug, um sich einfach selbst zu verwirklichen. Dadurch kompliziert sich die Geschichte zusehends - manche Leute bekommen Klischees angehängt, oder sie unterwerfen sich selbst Klischees, die sie nachhaltig einschränken. Hoffentlich kapieren unsere jungen Zuschauer, was wir mit diesem Film sagen wollen: Sie sollen wissen, dass sie mit ihren Problemen nicht allein dastehen - so etwas passiert jedem."

Besetzungliste Gesucht werden: Eine bescheidene Prinzessin und ein edler Prinz mit Problemen, eine böse Stiefmutter nebst garstigem Nachwuchs und eine echt coole gute Fee!

Als Hilary Duff das Drehbuch las, merkte sie, wie wenig sie selbst mit der Figur Sam gemein hat, und gerade das machte die Rolle für sie interessant. "Ich bin ganz anders als Sam", überlegt sie. "Denn ich habe riesiges Glück gehabt. Ich bin ein weitgehend glücklicher Mensch, positiv eingestellt, spüre unbändige Energie in mir.

Ich pflege sehr enge Freundschaften, während Sam kaum Freunde hat und sich mit ihren Problemen manchmal allein gelassen fühlt. Während sie sich mit ihrem unglücklichen Familienleben und der wenig hilfreichen Stiefmutter auseinandersetzt, komme ich mit meiner Mutter bestens aus. Sie ist meine beste Freundin, wir gehen absolut ehrlich miteinander um. Eine tolle Beziehung. Davon ist Sam weit entfernt, sie fühlt sich also manchmal einsam und unsicher.

Bei den Dreharbeiten habe ich mich manchmal gefragt: ,Was würde Sam wohl in dieser Situation tun, wie würde sie das jetzt sagen?' Denn jeder drückt seine Gefühle anders aus."

Wenn man bedenkt, dass die energische Schauspielerin/Sängerin wohl gerade mal zehn Jahre alt war, als das Konzept zu diesem Drehbuch entwickelt wurde, mußs man wirklich von einer glücklichen Fügung sprechen, weil sie Sams Alter genau in dem Moment erreicht hatte, als es darum ging, "A Cinderella Story" zu besetzen.

"Zwischen dem Konzept eines Films und der Premiere auf der Leinwand vergeht immer eine Menge Zeit", stellt Goodman fest. "Letztlich haben wir diesen Film für Hilary gemacht, und weil sich das zeitlich so wunderbar gefügt hat, klappte alles bestens."

Zwischen dem Lebenslauf und den individuellen Problemen von Duff und Sam liegen natürlich Welten, aber beiden gemein ist ihr unverwüstliches Durchhaltevermögen, was Duffs Fans, Kollegen und Mitschülern natürlich nicht verborgen geblieben ist. "Wie Sam strahlt auch Hilary Entschlusskraft, Mumm und Tapferkeit aus", sagt Lowry. "Dabei ist sie überhaupt nicht unzugänglich. Wenn man ihr zuschaut, vermittelt sie uns das Gefühl, als ob wir sie schon lange gut kennen würden - wir drücken ihr die Daumen wie einer besten Freundin."

Rosman stellt fest, dass Duffs Wirkung auf ihre Fans wunderbar mit der Zeitlosigkeit der Geschichte zusammenpasst. "Das Märchen spricht menschliche Gefühle an, wird von dramatischen Konflikten bestimmt - es geht um Hoffnungen, Wünsche, Ängste, die jedermann vertraut sind", formuliert der Regisseur.

"Hilary verkörpert das auf vollkommene Weise. Obwohl sie so phänomenal populär ist, wirkt sie dennoch wie ein Mädchen, das man auf der Straße ohne weiteres begrüßen möchte. Denn sie ist ein Mensch aus Fleisch und Blut. Obwohl sie ein großer Star ist, bleibt sie mit beiden Beinen auf der Erde, sie weiß, was sie will, ist äußerst charmant, und diese Eigenschaften spiegeln sich auch in ihrer Darstellung wider."

Falls es jemanden gibt, der sich noch besser in die Rolle der Sam/Cinderella hineinversetzen könnte, dann wohl Chad Michael Murray, der den Märchenprinzen alias Austin Ames spielt - den Mannschaftsführer des Football-Teams, den populärsten Schüler der Schule und, wie Werber sagt, "der heißeste Typ überhaupt".

Die Ironie des Schicksals will es, dass der charismatische junge Star der Serien "Dawson's Creek" (Dawson's Creek), "One Tree Hill" sowie der aktuellen Hitkomödie "Freaky Friday" (Freaky Friday - Ein voll verrückter Freitag) gesteht: "In der Highschool war ich Sam - Sam der Freak, so haben mich alle gesehen.

Ich hatte keine Freunde, und wenn ich in der Schule durch den Flur ging, hatte ich immer Angst, dass man mich in einen Spind sperren würde. Deswegen finde ich es jetzt richtig komisch, wieder durch den Flur zu gehen - das Schulgefühl stellt sich wieder ein, nur dass ich jetzt der coole Typ sein darf."

Wie Duff mußste Murray sich in seiner Rolle also völlig verstellen - er spielt eine Figur, deren Herkunft sich total von seiner eigenen Kinderstube unterscheidet. "Austin passt vollkommen in sein perfektes Leben. Auf dem Footballfeld ist er der große Star; er hat jede Menge Freunde, Mädchen, einen Wagen, ist allseits beliebt.

Alles hat er von zu Hause mitbekommen, und jetzt wird dort auch seine Zukunft geplant. Interessanterweise ist er damit aber nicht zufrieden. Im Grunde will er nichts von alledem, in der Geschichte lehnt er sich also ständig gegen seinen Vater und Verwandte auf."

Dieser Gegensatz ermöglichte Murray, "gleichzeitig den Sportstar und den privaten Menschen zu spielen" - und auch diesen Aspekt des Projekts fand er faszinierend. "Das war eine tolle Gelegenheit, den stereotypen Supersportler vorzugeben und dabei die unterschwellige Sensibilität, seine Zerrissenheit darzustellen. Austin wirkt ständig traurig. Er hat alle Hände voll zu tun, den Erwartungen seiner Eltern und Freunde zu entsprechen, so dass er gar keine Zeit hat, endlich mal zu überlegen, was er selbst eigentlich will." Rosman formuliert das so: "Er ist ein Prinz, der kein Prinz sein will."

"Wir waren derart von Chad beeindruckt, dass wir den Drehstart verlegt haben, um ihn mit seinem Seriendrehplan zu koordinieren", erinnert sich Rosman. Er entschied sich für den Schauspieler nach einem "langen, umfangreichen" Auswahlprozess.

"Chad gelingt es, seine Figur reifer wirken zulassen und dennoch als Teenager zu überzeugen - gleichzeitig vermittelt er den romantischen Aspekt. Er nimmt seinen Schauspielerberuf sehr ernst und geht äußerst analytisch ans Werk. Sein Zusammenspiel mit Hilary hat wunderbar funktioniert."

Die beiden Stars arbeiteten hier erstmals zusammen, und zufällig erforderte der Drehplan, dass sie gleich zu Anfang eine sehr persönliche Szene gemeinsam zu spielen hatten. "Wir lernten uns kennen, hatten aber für lange vorbereitende Gespräche am Set keine Zeit", erinnert sich Duff. "Und am dritten Drehtag kam dann schon unsere große Kussszene."

"Wir kannten uns kaum", fügt Murray hinzu. "Das war eine wichtige Szene, sie spielt im Regen, also prasselten diese Riesentropfen aus der Regenmaschine auf uns nieder, denn Regentropfen von normaler Größe wirken auf der Leinwand nicht realistisch.

Das heißt, dass buchstäblich Tropfen in der Größe von 25-Cent-Münzen auf uns herabklatschten. Man mußs sich vorstellen, dass ein Wasserfall über mein Gesicht platschte, und wenn ich beim Küssen Luft holen wollte, atmete ich durch Mund und Nase Wasserblasen ein. Da möchte doch jeder mit mir tauschen, oder?"

"Alle haben sich respektvoll verhalten, und niemand war zuvorkommender als Chad - das lief also ganz gut, aber trotzdem schauten uns natürlich eine Menge Leute dabei zu", sagt Duff.

"Ja, ein bisschen peinlich war das schon" - aber ausgezahlt hat es sich, denn beide bestätigen, dass dieser Moment eine Schlüsselszene darstellt. "Eine wunderbare, großartige Szene, und ich weiß natürlich, dass unseren Zuschauern im Kino später völlig egal ist, in welcher Situation wir uns beim Dreh befunden haben", sagt Murray.

Doch ach, vor diesem alles entscheidenden Kuss mußs Cinderella ein langes Jammertal durchschreiten, dafür sorgen schon ihre Stiefmutter und die schrecklichen Stiefschwestern. Und zwar nicht zu knapp.

Auf die Frage, wieso er Jennifer Coolidge als Stiefmutter Fiona engagiert habe, lacht Werber und antwortet wie ein 15-Jähriger: "Mensch, die ist doch Stiflers Mama!" Damit spielt er natürlich auf Coolidges denkwürdige Auftritte in den frechen "American Pie"-Filmen an.

Coolidges Karriere ist von brillanten Komiker-Auftritten geprägt: Unvergesslich ist sie als Stiflers Mutter, als Maniküre Paulette Bonafonte in den "Legally Blonde"-Filmen (Natürlich blond) und als Sharri Ann Ward Cabot, die Vorzeigegattin des stinkreichen alten Kauzes in Christopher Guests gefeierter Doku-Parodie "Best in Show" (Best in Show). "In jeder Rolle verblüfft uns Jennifer aufs Neue", bescheinigt ihr der Produzent.

"So wie sie Fiona anlegt, erscheint sie ebenso komisch wie abgefeimt, und in ihrer eigenen unausstehlichen Art kann man sie sogar irgendwie bedauern", sagt Rosman.

Coolidge akzeptierte die Rolle mit großem Vergnügen - sie gesteht, dass sie schon immer mal eine Schurkenrolle spielen wollte. "In Interviews habe ich ständig gesagt, dass ich gern mal in die Rolle des Bösewichts schlüpfen möchte, weil mir das bisher versagt blieb - und jetzt geht mein Wunsch in Erfüllung", sagt sie. "Denn Schurken sind für Schauspieler immer die ergiebigsten Rollen. Das darf für mich gern noch lange so weitergehen."

Fiona hat zwar ein Herz aus Stein, aber im Lauf der Geschichte verändert sie sich äußerlich ganz entscheidend. Anfangs wirkt sie wie eine graue Maus mit Brille und Sackkleidern, doch als ihr die Lebensversicherung ihres verstorbenen Mannes ausgezahlt wird, beginnt sie zu protzen und lässt ihren Körper komplett überarbeiten: Augen liften, Nase richten, Lippen vergrößern, Brustimplantate, farbige Kontaktlinsen, Runzeln glätten, Fett absaugen und weitere Prozeduren, die nicht mal ein Nashorn aushalten würde.

"Die Hässlichkeit liegt im Charakter, aber stattdessen ist sie davon besessen, ihr Äußeres zu überholen", stellt Coolidge fest. Als ein Reporter sie eines Drehtages in vollem Fiona-Ornat mit Make-up vors Mikro bekam, sagte sie: "In dieser Szene sehe ich zum Fürchten aus, weil mir die Gesichtshaut mit unter dem Haar versteckten Drähten nach hinten gezogen wird. Weder die Nase noch die Lippen sind echt - alles ist angepappt."

Die Probleme mit einer derartigen Maske beschreibt Coolidge so: "Mit den falschen Lippen kann man nicht einfach mal zwischendurch ein Sandwich essen, und in die Sonne darf ich auch nicht, weil mir sonst die Nase schmilzt."

Fionas ganzer Stolz sind ihre (zweieiigen) Zwillingstöchter Gabriella und Brianna. Gespielt werden sie mit weinerlich-konspirativer Perfektion von (Filmdebütantin) Andrea Avery und Madeline Zima, die schon als Fünfjährige im Fernsehen auftrat und ihre wohl bekannteste Rolle als Gracie in der Serie "The Nanny" (Die Nanny) spielte.

"Fiona hat zwei schreckliche Töchter", sagt Coolidge. "Und sie setzt große Erwartungen in sie - wenn sie groß sind, sollen sie sich ihr Vermögen genauso ergaunern wie die Mutter. Fiona will sie als talentiert darstellen, indem sie ihnen Unterricht im Synchronschwimmen gibt."

"Doch in Wirklichkeit schwimmen sie absolut unsynchronisiert", grinst Rosman. "Aber natürlich halten sie sich für Olympia-reife Sportlerinnen von bezaubernder Anmut", während sie ständig zusammenstoßen und herumzappeln wie Fische auf dem Trockenen - jede versucht die andere auszustechen.

"Wir sind eher lachhaft als böse, echte Möchtegern-Hexen", sagt Avery - sie gibt zu, dass die untalentierten Zwei es oft nicht einmal schaffen, wirklich abgrundtief böse zu sein. "Wir stellen Sam Fallen, um sie in Verlegenheit zu bringen, spielen ihr Streiche und behandeln sie wie den letzten Dreck - das ist unser Job."

"Ich bin die dümmere der Zwillingsschwestern", beichtet Zima. "Und letztlich gehen etliche Gags im Film auf meine Kosten, aber genau genommen sind beide reichlich bescheuert, da nimmt die eine der anderen nicht viel."

Lachend verraten die Schauspielerinnen einige Highlights jener Komplotte, die sich die beiden Biester ausdenken, nur um dann selbst den Schaden davonzutragen: "Überlegen wir mal, was wir alles bei den Dreharbeiten ertragen mußsten", beginnt Zima. "Also, zum Beispiel wurden wir mit Wachs einbalsamiert.

In einer Autowaschanlage haben uns die Waschrollen mit Seifenschaum zwei Tage lang durchgewalkt." Und Avery fügt hinzu: "Immer wieder landen wir im Dreck, und wir werfen uns ständig gegenseitig durch die Luft. Dann mußsten wir im Katzenkostüm herumlaufen, einem schrecklichen Teil, das nur drei Beine hatte - darin steckten wir beide. Als wir mit dem Dreh fertigwaren, wollten wir es verbrennen."

Und ihre Lieblingsszene? "Ich finde: die Autowäsche", sagt Zima. "Auf jeden Fall", stimmt Avery zu. "Es war sehr lustig, als wir uns voller Seife oben auf den Lincoln Navigators und Jaguars balgten - egal was dabei zu Bruch ging. Darüber brauchten wir nicht nachzudenken, denn die Autos gehörten uns ja nicht."

In einer solchen Familie mußs Sam natürlich glauben, dass sich die ganze Welt gegen sie verschworen hat. Doch in Wahrheit hat sie eine wichtige Verbündete in Rhonda, die sie schon seit vielen Jahren gut kennt. Die von Regina King dargestellte Rhonda arbeitet als Bedienung im Restaurant von Sams Vater, das jetzt Fiona gehört.

Rhonda hat die ganze Geschichte miterlebt und kennt Sam von klein auf. Unzählige Stunden haben sie zusammen gearbeitet, und weil sie so gut miteinander auskommen, klappt die Arbeit wie am Schnürchen. Rhonda gegenüber kann Sam sich so geben, wie sie wirklich ist - diesen Luxus kennt sie sonst nicht mehr, seit ihr Vater gestorben ist.

"Ich bin jederzeit für sie da", sagt King über ihre Rolle. "Ich helfe ihr, wenn nötig, aber eigentlich möchte ich ihr begreiflich machen, dass sie im Leben für sich selbst eintreten mußs. Als sie so weit ist, diese Lektion zu lernen, unterstütze ich sie darin. Wahrscheinlich wäre Rhonda im Cinderella-Märchen die gute Fee, aber in diesem Fall trage ich weder ein rauschendes Kleid noch einen Zauberstab."

Ihr Kinodebüt gab King in John Singletons für den Oscar nominierten "Boyz N the Hood" (Boyz N the Hood). Anschließend übernahm sie Hauptrollen in hochkarätigen Filmen wie "Higher Learning" (Higher Learning - Die Rebellen), "How Stella Got Her Groove Back" (Stellas Groove - Männer sind die halbe Miete), "Mighty Joe Young" (Mein großer Freund Joe) und in der letztjährigen Hitkomödie "Legally Blonde 2" (Natürlich blond 2), in der auch ihre "Cinderella"-Partnerin Jennifer Coolidge mitwirkte.

Durch ihre Rolle als Cuba Goodings Frau in Cameron Crowes für den Oscar nominierten "Jerry Maguire" (Jerry Maguire - Spiel des Lebens) wurde Produzent Dylan Sellers auf sie aufmerksam. Er erinnert sich: "Diese Rolle prägte sich sofort ein - Regina war wunderbar, warmherzig, menschlich und äußerst komisch. Seitdem wollte ich unbedingt mit ihr arbeiten."

Natürlich gefiel King die Story - das gibt sie zu. Aber sie hatte noch einen anderen, zwingenderen Grund, bei "Cinderella" mitzumachen. "Mir war klar, dass mein Sohn begeistert sein würde, wenn ich einen Film mit Hilary Duff drehe. Mit seinen Worten: ,Sie ist nämlich echt süß.' "

Doch bevor Rhonda Sam ihre entscheidende Hilfestellung gibt, kann diese nur auf ihren besten (tatsächlich ihren einzigen) Freund Carter zählen, denn sie beide müssen sich der täglichen Tortur in der Highschool aussetzen, die sie als Außenseiter am Rande des sozialen Spektrums erleben.

Die Rolle des Carter übernimmt Dan Byrd aus der Serie "Any Day Now" (Alabama Dreams): Carter ist ein unbeirrbar optimistischer Schauspielschüler und Filmfan, der sich dadurch schützen will, dass er sich ständig als berühmte Film- oder Popstars verkleidet - manchmal ist es sogar Sam peinlich, mit ihm gesehen zu werden.

Zur Besetzung gehören außerdem Julie Gonzalo als Shelby, die Cheerleader-Anführerin mit perfekter Frisur, perfekter Kleidung und absolut unausstehlichem Charakter - sie ist die Schönheitskönigin der Schule und Austins sehr fordernde Freundin, Shelbys Hofdamen Caitlyn und Madison, dargestellt von Kady Cole und Erica Hubbard sowie Brad Bufanda und J.D. Pardo als Austins lockere Kumpels David und Ryan, die nicht die blasseste Ahnung haben, was ihn wirklich bewegt.

Kevin Kilner spielt Austins Vater, den Autowäsche-Tycoon "Big Andy", der die Karriere seines Sohnes bereits unumstößlich abgesteckt hat: Football an der University of Southern California und dann Einstieg ins Familienunternehmen; außerdem übernimmt Whip Hubley eine kurze, aber wichtige Gastrolle als Sams liebevoller Vater, der ihr ein paar entscheidende Ratschläge mit auf den Weg gibt.

Das Valley zum Funkeln bringen: Ausstattung, Locations und Kostüme im Märchenland "A Cinderella Story" ist zwar in der Realität angesiedelt (so wie man sie im südlichen Kalifornien erleben kann), aber ein wichtiges Element des Films liegt darin, den Alltag subtil durch die eher zauberhaften Aspekte des Lebens zu ersetzen.

Der Emmy-preisgekrönte Produktionsdesigner Charles Breen, der vor kurzem die trügerisch friedliche Wüstenstadt gestaltete, die in "Eight Legged Freaks" (Arac Attack - Angriff der achtbeinigen Monster) alsbald von 15 Meter großen Riesenspinnen aufgemischt wird, kam mit an Bord und entwickelte seine eigenen Ideen, wie man das San Fernando Valley "verzaubern" könnte.

"Wir wollten Hilary im ganzen Film schon dadurch zur Außenseiterin stempeln, dass wir ihr eine exklusive Farbe zuweisen - in diesem Fall war das Blau", sagt er. "Denn meine Recherchen ergaben, dass in den meisten Märchen Blau eine bedeutende Rolle spielt."

Aus diesem Grund trägt Duff nicht nur Kleidung in den unterschiedlichsten Blauschattierungen, sondern "auch ihre unmittelbare Umgebung ist in ihre ,Hausfarbe' getaucht, um so einen einheitlichen Stil zu kreieren - das gilt für die Räume ebenso wie für die Requisiten". Sogar ihr Handy, das sie zurücklässt, als sie vom Tanzball flieht, ist blau.

"Gleichzeitig haben wir Blautöne aus allen anderen Schauplätzen verbannt, und auch kein anderer Darsteller trägt blau - Sam allein hat das exklusive Anrecht darauf. Erst dann entwarfen wir eine Farbpalette für den Rest der Welt, die wir Valley World nennen - sie enthält ein Spektrum aus Erdfarben, Grün, Gelb und Rostrot, also sehr erdverbunden und natürlich.

Das Normale wird also immer mit dem Fantastischen ausbalanciert - jeder Schauplatz der Geschichte wird entweder dem einen oder dem anderen Reich zugewiesen. Sam verbringt ihre Tage praktisch ausschließlich in der Highschool und im Restaurant ihrer Stiefmutter - hinzu kommt das winzige Zimmer unter dem Dach, in dem sie schläft.

All das gehört zur Valley World, ebenso die Autowaschanlage von Austin Ames' Vater, wo Brianna und Gabriella ständig auftauchen, weil sie um jeden Preis Austins Aufmerksamkeit erregen möchten - selbst um den Preis, dass sie ihre Zwillings-VW-Käfer vorher sorgfältig mit Dreck beschmieren müssen.

Im Gegensatz dazu verbreiten der Hotel-Ballsaal, in dem der Halloween-Tanzball der Schule stattfindet, und die atemberaubend romantische Gartenanlage drum herum eine traumhafte, fast aus sich selbst leuchtende Atmosphäre, die an das alte Hollywood erinnert - auch ein glänzend weißer Pavillon darf nicht fehlen. Einen Moment lang stehlen sich Sam und Austin vom Ball fort - an dieser Stelle scheinen sie vorübergehend in eine andere Welt zu entschwinden.

Mithilfe des Motivsuchers Patrick Mignano fand das Produktionsteam im südlichen Kalifornien etliche Schauplätze, die perfekt zu Breens thematischen Vorgaben passten, angefangen mit der Vorort-typischen Monrovia High School im spanischen Stil, wo während der Sommerferien gedreht wurde - zahlreiche Schüler wurde als Statisten engagiert. "Wir brauchten etwa zehn Tage, um die Originalschauplätze des Films für unsere Zwecke auszustatten", sagt Breen. "Die Kids bewegen sich in einer normalen Welt - funktional und realistisch."

Das dramatische Finale findet auf dem Football-Platz der Highschool statt - über 200 Statisten bevölkerten die Tribüne, während das echte Football-Team des Citrus College der Los Angeles University den Platz beherrschte - es übernahm sowohl die Rollen von Austins Schulteam, den Fighting Frogs, als auch die der Gegner, den Lancers.

Die Schlüsselsequenz während des Halloween-Balls, auf dem sich Sam und Austin endlich kennen lernen, siedelten die Filmemacher im historischen Los Angeles Theatre mitten im Zentrum der Stadt an - einem majestätischen ehemaligen Filmpalast im neogotischen Stil. Das Foyer ist mit üppigen Ornamenten verziert und wird dominiert von einer geschwungenen Freitreppe - gerade die richtige Kulisse für Sams dramatischen Auftritt.

Die prächtigen Huntingdon Gardens in Pasadena benutzte man als Außengelände, in das sich Sam und Austin vom Ball zurückziehen, um endlich ungestört zu reden und unter den Sternen zu tanzen. "Auf dem Ball erscheinen dieselben Kids - aber diesmal in Kostümen", fährt Breen fort. "Und in dieser eleganten Umgebung, der prachtvollen Ausstattung des Gebäudes wechseln sie in eine andere Welt."

Anschließend drehte das Team gleich in Pasadena weiter - dort entstanden die Szenen in Sams Wohnhaus - ein Alta-Dena-Gebäude, das eine perfekte Märchenatmosphäre vermittelt.

Die Szenen außen vor dem Restaurant wurden an einer geschäftigen Straßenecke in Long Beach gedreht, während das Innere in der Halle 22 der Warner Bros. Studios nachgebaut wurde, denn die meisten Restaurants im Diner-Stil sind zu klein, um einem Filmteam genügend Platz zu bieten. In der Halle 22 entstand auch Sams enges Schlafzimmer.

Natürlich stellte sich auch Kostümbildnerin Denise Wingate auf Breens Generalkonzept ein. Sie hat mit Breen bereits 1999 an Robert Iscoves Komödie "She's All That" (Eine wie keine) zusammengearbeitet. Wingates Outfits für Hilary und ihre Kollegen wirken "hip, aber zeitlos. In einem Film wie diesem mußs die Mode aktuell wirken, aber sie soll sich nicht auf einen exakten Zeitraum beziehen", sagt sie. "Ich versuche immer konkrete Trends zu vermeiden, die nach kurzer Zeit schon wieder altmodisch wirken."

Die Designerin bezieht sich auf ihren Star, wenn sie zugibt: "Hilary selbst ist ein absoluter Trendsetter - sie ist völlig daran gewöhnt, ständig im Rampenlicht zu stehen, und hat deshalb ein unbestechliches Auge für Mode entwickelt, wobei sie bestimmte Designer besonders schätzt. Nur zu gern habe ich einige dieser Elemente in ihre Kostüme mit eingearbeitet."

Dazu Rosmans Kommentar: "Wir hatten nie vor, hier eine Geschichte vom hässlichen Entlein zu erzählen, es fehlt also jede physische Verwandlung auf dem Höhepunkt der Geschichte, die aus einem unattraktiven Wesen plötzlich ein schönes Mädchen machen würde. Tatsächlich ist auch die normale Sam schon auf ganz natürliche Art sehr hüsch.

Es geht uns vielmehr darum, dass sie selbst sich nicht für schön hält. Sie bezweifelt auch, dass sie klug ist und dass sie durchaus eine reelle Chance hat, ihren Lebenstraum zu erfüllen. Mit der Zeit lernt sie aber, an diese Dinge zu glauben, und darin besteht die eigentliche Verwandlung."

Entsprechend will Wingate Sams Entwicklung sehr subtil unterstreichen: "Anfangs verwende ich blasse Farben und sehr lockere Kleidung. Als Sams Selbstbewusstsein wächst, setzen wir stärkere Farben und enger anliegende Outfits ein, um zu zeigen, dass sie gewissermaßen ihre überflüssigen Häute ablegt."

Als weiteres Symbol ihres erstarkenden Selbstbewusstseins trägt Sam zum Halloween-Ball ein ausnehmend schönes Ballkleid - so tritt sie erstmals ihrem Seelengefährten aus dem Chatroom entgegen. Mit diesem außergewöhnlichen Kleid macht Sam bei ihrem spektakulären Auftritt besonders großen Eindruck auf ihre Mitschüler. (Oder wie die eifersüchtige Shelby bemerkt: "Das Kleid ist klasse, aber sie kann ich nicht ausstehen.")

Das weiße, trägerlose Kleid besteht aus einem perlenbesetzten Mieder und einem märchenhaften Rock aus Tüll. Es stammt aus der Kollektion der in Beverly Hills ansässigen Designerin Monique Lhuillier, die sich auf Hochzeits- und Abendkleider spezialisiert hat und für ihre elegante Einfachheit gerühmt wird.

Laut Wingate war es Susan Duff, Hilarys Mutter und Co-Executive Producer des Films, die das Kleid aus einer Anzahl von Fotos aussuchte, die die Kostümbildnerin zusammengestellt hatte. "Wir fanden es alle spektakulär", sagt Wingate. "Als Susan Moniques Kleid auf dem Foto entdeckte, sagte sie sofort: ,Das ist es, genau das.' Und sie hat absolut Recht. Es ist einfach perfekt - das Kleid für eine Prinzessin."

Wingate ergänzte den Look durch eine glänzendweiße Halbmaske, mit der Sam ihr Gesicht vor Austin, aber auch vor ihren Stiefschwestern und Mitschülern verbirgt. Anschließend widmete sie sich der umfangreichen Aufgabe, Hunderte von Schülern mit den unterschiedlichsten Ballkostümen einzukleiden.

Wochen vergingen mit Planen, Einkäufen, Anpassen, Ändern und erneutem Anprobieren, und die Kostümbildnerin empfand es als angenehme Abwechslung, sich ganz auf die spezifische Garderobe der ständig ihr Aussehen wechselnden Stiefmutter Fiona zu konzentrieren, die sie der berühmten Komödiantin Jennifer Coolidge auf den Leib schneiderte. "Sie ist nicht nur urkomisch, sondern kennt auch absolut keine Hemmschwelle", sagt die Designerin.

"Sie probiert einfach alles aus. Ich habe derart ausgeflippte Sachen mit ihr durchprobiert, dass man uns schon zügeln wollte. Aber uns beiden hat es riesig Spaß gemacht, die Stereotypen ihrer Figur durchzuspielen - und Jennifer war hundertprozentig bei der Sache."

Nachdem Fiona beim Fettabsaugen reichlich Gewicht verloren hat, investiert sie viel Geld in eine knallige neue Garderobe, die, wie Wingate spöttisch kommentiert, "das alte Sprichwort bestätigt, dass jemand mit viel Geld nicht auch automatisch einen guten Geschmack hat.

Nach dieser Verwandlung könnte man sie sich beim besten Willen nicht mehr schriller oder bunter vorstellen. Noch nie habe ich schlechten Geschmack so gut inszeniert! Es war so schlimm, dass es schon wieder gut war."

Musik für Cinderella Die vielseitig begabte Hilary Duff leiht der Filmheldin Sam/Cinderella auch ihre Singstimme - sie interpretiert im Film drei Songs, zwei davon sind brandneu: "Crash World" und eine Cover-Version des 80er-Jahre-Toptitels "Our Lips Are Sealed" von The Go-Go, den sie mit ihrer Schwester Haylie Duff singt. Außerdem steuert sie "Anywhere But Here" aus ihrem dreifach Platin-veredelten ersten Soloalbum "Metamorphosis" (2003) bei.

Der Track "Falling for You" der britischen Pop/Punk-Band Busted gibt den Rhythmus für Sams Hektik im Kostümladen vor, als sie ein Outfit nach dem anderen begutachtet - immer auf der Suche nach dem perfekten Look für den großen Abend. Und Edwin McCains sanftes Versprechen "I'll Be" wirkt wie das Echo von Sams und Austins Gedanken, als sie sich heimlich von der quirligen Halloween-Party absetzen, um im Mondenschein im Pavillon einen ganz privaten Tanz zu wagen.

Der Soundtrack ist im Juli bei Hollywood Records erschienen. Er enthält außerdem eine ganze Anzahl von Songs, die Music Supervisor Debra Baum zusammengestellt hat: zwei weitere Lieder von Hilary Duff sowie neue Titel von Jesse McCartney, Josh Kelly, Kaitlyn, MxPx, Wheat, Mya, The Goo Goo Dolls und Natalie Cole.

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Dirk Jasper FilmLexikon

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