Terminal

Produktionsnotizen

Alles einsteigen Wenn man ab und zu Flugreisen unternimmt, dann stehen die Chancen gut, dass man auch schon irgendwann einmal auf einem Flughafenterminal festsaß. "Fast jeder saß schon mal auf einem Flughafen fest", meint Regisseur und Produzent Steven Spielberg. "Ich kenne niemanden, der nicht schon irgendwann einmal länger am Flughafen herumsaß, als dann die eigentliche Flugzeit dauerte. Flughäfen sind zu kleinen Mikrokosmen der Gesellschaft geworden. Dort kann man essen, einkaufen, Leute treffen ..."

Produzent Walter F. Parks meint: "Wenn man schon irgendwo festsitzen mußs, dann kann ein Flughafen ein faszinierender Aufenthaltsort sein. Fast jeder Airport ist ein emotionsgeladener Ort - Menschen begrüßen und verabschieden sich. Es gibt intensive Zusammenkünfte, ständig eine Vorahnung der Abwesenheit. Man bekommt einen Querschnitt der Menschheit zu sehen, die wie in einer Parade an einem vorbeizieht, und wenn man es unter diesem Blickwinkel betrachtet, dann ist der Flughafen nicht der schlechteste Ort, um einige Stunden zu verbringen."

Trotzdem empfinden die meisten Menschen eine stundenlange Verspätung am Flughafen als Ärgernis. Ganz zu schweigen von der Vorstellung, dass sich diese Stunden in Tage ... Wochen ... Monate verwandeln! Dieser unglaubliche Umstand ist der Ausgangspunkt von TERMINAL.

Der ausführende Produzent Andrew Niccol konzipierte die Idee der Geschichte eines Mannes, der am Flughafen aufgehalten wird und schließlich in dem Terminal lebt. Er entwickelte die Story mit Drehbuchautor Sacha Gervasi, der sich erinnert: "Ich fand die Ausgangsidee brillant, um ein Szenario zu erschaffen, von dem die meisten Menschen meinen, so etwas könne niemals wirklich geschehen."

So entstand das Drehbuch zu TERMINAL, der Geschichte von Viktor Navorski, einer vollständig fiktiven Figur aus dem ebenso fiktiven osteuropäischen Land Krakozhia. Er befindet sich auf seiner Reise gerade im Anflug auf New York City, als sein Heimatland in die Wirren eines Krieges verfällt. Viktor landet in New York, nur um herauszufinden, dass seine Staatsbürgerschaft diesem Krieg zum Opfer gefallen ist - und dass "Amerika geschlossen ist" ... zumindest für ihn.

Parkes sagt: "Es ist eine dieser Geschichten, in denen es um die kleinsten Momente menschlicher Interaktion geht, und Sachas Drehbuch hat die Story auf einer sehr intimen Ebene gehalten. Es geht um einen Mann, der in einer sehr hermetischen Umwelt auf eine Handvoll Menschen trifft - und doch entsteht der Eindruck, dass er an diesem Ort auf das trifft, was Amerika ausmacht. Meiner Meinung nach macht das die Geschichte wirklich interessant."

Gervasi fügt hinzu: "Es schien gleichzeitig sehr tiefsinnig und ironisch zu sein, dass ein Mann, der vielleicht niemals wirklich amerikanischen Boden betreten wird, trotzdem erfahren kann, wie das Leben in Amerika so spielt? und den amerikanischen Traum auf dem Terminal erlebt."

Tom Hanks, der Viktor Navorski spielt, stimmt dem zu: "Viktor taucht innerhalb der kondensierten Welt auf dem Terminal in die amerikanische Kultur ein. Dort ist ein großartiger Querschnitt von Amerikanern bei der Arbeit, dort werden ständig riesige Mengen amerikanischer Kultur präsentiert. Ethnische Vielfalt und Diskriminierung lassen sich am Flughafen leicht beobachten. Was Viktor durchmacht ist ein Crash-Kurs im Fach Schmelztiegel Amerika."

Irgendwann bekam Steven Spielberg das Drehbuch in die Hände - unter den vielen, die er las, weil das Studio eine Verfilmung in Betracht zog. "Es war das letzte Drehbuch, das ich las - und sofort vergaß ich die vorangegangenen fünf. Ich fand die Idee umwerfend", erinnert er sich.

Jeff Nathanson, der mit Spielberg bereits bei "Catch Me If You Can" zusammengearbeitet hatte, kam später an Bord um am Drehbuch mitzuwirken. "Das Projekt hat mich interessiert, weil dies eindeutig eine faszinierende Phase in unserer Geschichte ist", sagt Nathanson. "Diese Geschichte ermöglicht es uns, auf sehr unterhaltsame Weise einige Themen anzuschneiden, die bei den aktuellen Ereignissen in unserem Land eine herausragende Rolle spielen - als ich das Drehbuch bekam, war ich deshalb wirklich Feuer und Flamme."

Als Steven Spielberg dann die umgearbeitete Drehbuchfassung las, entschied er sich dafür, bei diesem Film auch die Regie zu übernehmen. "Ich fühlte sofort eine Affinität zu Viktors Geschichte. Ich glaube, jeder von uns hat sich irgendwann im Leben schon einmal ein bisschen wie Viktor gefühlt - ein Mensch an einem fremden Ort auf der Suche nach einem eigenen Leben."

"Steven war wohl sehr interessiert an der Herausforderung, die in der menschlichen Komödie dieser Story steckt", meint Parkes. "So etwas hat er nicht oft gemacht, aber er ist sehr gut darin. Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit zum Genre von "Catch Me If You Can" - es ist die Art Film, die es ihm ermöglicht, seine komödiantischen Muskeln spielen zu lassen."

"Nach "Catch Me If You Can" wollte ich gerne einen weiteren Film drehen, der einen zum Lachen und zum Weinen bringt, durch den man sich mit der Welt versöhnen kann", erläutert Spielberg. "Ich wollte wieder etwas drehen, das uns ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Wir leben in einer Zeit, in der wir öfter lächeln sollten, und Hollywood-Filme sollten den Menschen in schwierigen Zeiten genau das ermöglichen."

Die Passagiere Schon bevor Steven Spielberg beschloss im Regiestuhl Platz zu nehmen, hatte Tom Hanks bereits zugesagt Viktor Navorski zu verkörpern - den Mann ohne Heimatland, der sich in TERMINAL häuslich einrichten mußs.

"Ich las das Drehbuch und fand es zu gut um wahr zu sein", bestätigt Hanks, und fügt hinzu, dass jeder, der schon einmal in ein fremdes Land gereist ist, sich auf die eine oder andere Weise in Viktor hineinversetzen könne. "Ich denke, dass fast jeder, der in einem Land gewesen ist, dessen Sprache er nicht versteht - und sogar wenn man sie versteht - sicher schon einmal diese völlige Entwurzelung verspürt hat. Ich erinnere mich an meine erste Auslandsreise; sofort fühlte ich mich unglaublich verkrampft. Es machte mich schon nervös, jemanden anzusprechen? ganz zu schweigen davon, Probleme mit den Personalausweisen oder Einreisebeamten oder Sicherheitsbehörden zu haben! Also denke ich, mit dieser Situation kann sich jeder identifizieren."

Hanks beschreibt außerdem, dass Viktors missliche Lage nicht wirklich fern der Realität sei - gerade bei den derzeit herrschenden Sicherheitsbestimmungen an amerikanischen Flughäfen: "Man kann sich gut vorstellen, wie so etwas heute geschehen könnte. Jemand kommt aus einem Land, in dem etwas Furchtbares vorgefallen ist, und somit ist seine Heimat juristisch einfach nicht mehr existent. Seine Ausweispapiere sind nichts mehr wert - da wird eine Grenzschutzbehörde wie die Homeland Security Department nicht gerade sagen: "Wir wünschen einen schönen Aufenthalt in New York City"! Der Flughafen soll das Tor zur Welt sein, Menschen checken ein - doch in diesem Fall sitzt Viktor fest. Er darf weder einreisen, noch darf er zurück nach Hause, denn die Grenzen sind geschlossen."

Hanks fährt fort: "Was mir am Drehbuch gefiel war die Tatsache, dass Viktor irgendwann versteht, was auf dem Spiel steht. Er durchschaut den Mechanismus, wie die Welt in diesem Fall tickt. Es macht für ihn keinen Sinn, sich über die Regierung aufzuregen, denn die Sache ist zu groß, als dass er sie alleine lösen könnte - während er also hier ist, versucht er, das Beste daraus zu machen."

Jeff Nathanson fügt hinzu: "Viktors Leben in seinem kleinen Dorf in Krakozhia hätte ihn niemals auf so etwas vorbereiten können. Er beginnt als jemand, der unbedingt nach New York City gelangen will - er wird jedoch nicht betrügen oder das Gesetz brechen, um sein Ziel zu erreichen. Er will den Flughafen verlassen, sobald man es ihm gestattet - und er wird so lange warten, bis man es ihm gestattet."

In der Zwischenzeit richtet sich Viktor am Terminal nicht nur häuslich ein, sondern erschafft sich ein neues Leben - mit Freunden, einem Job und sogar mit einer zarten Liebesgeschichte. "Obwohl seine physische Welt sozusagen auf Eis gelegt ist, ist er emotional gesehen dennoch sehr aktiv", bemerkt Hanks. "Er entwickelt sich immer weiter. Er sitzt nicht einfach stumpfsinnig herum und bemitleidet sich selbst, sondern unternimmt vielmehr eine emotionale Reise, um alles zu erleben, was Amerika zu bieten hat."

Parkes meint: "Wenn man sich Toms Filme anschaut, dann findet sich ein roter Faden von Figuren, die sich mit ihrer Isolation auseinandersetzen: intellektuell wie Forrest Gump, oder physisch wie ein Schiffbrüchiger auf einer einsamen Insel in dem Film "Castaway - Verschollen". Wahrscheinlich gefiel ihm deswegen auch die Rolle des Viktor - ein Schiffbrüchiger, gestrandet in Amerika, ein Fremder in einem fremden Land."

Obwohl die von Hanks gespielte Figur räumlich eingeschränkt war, sieht Spielberg diese Rolle als eine der improvisationsreichsten und körperlich anspruchsvollsten Darstellungen in der Karriere des Schauspielers: "Von all den Filmen, die wir zusammen gemacht haben, war Tom in TERMINAL am erfinderischsten. Er hat wirklich Elemente in diese Figur eingebracht, die weder im Skript noch in meiner Fantasie vorkamen, Dinge, die niemand erwartet hätte.

Nach solchen Szenen, in denen er etwas Außergewöhnliches tat, fragte ich ihn: "Wann hast du dir das ausgedacht?", und er sagte: "Ungefähr zehn Minuten, bevor du "Action!" gesagt hast." Er hat eine Perlenkette hochkarätiger Momente aufgefädelt? und nicht nur einzelne Momente, sondern ganze Hintergründe zu seiner Figur. Und seine physische Präsenz war unglaublich. Er rutscht aus, er fällt hin, er dreht sich, er kann auf einem Sessel einfach keine bequeme Position finden? Aber es war nicht Tom Hanks, sondern Viktor Navorski, so wie Tom Hanks ihn sah, so wie er diese Figur verkörperte."

Dennoch merkt Spielberg schnell an: "Viktor ist kein Clown. Tatsächlich ist er ein sehr würdevoller Mensch, der großes Vertrauen in andere hat und immer voller Hoffnung ist. Er entdeckt an jedem Problem auch eine gute Seite und hat eine schier unendliche Geduld. Aber vor allem ist er von unersättlicher Neugier auf die Menschen beseelt."

Durch das Interesse an seinen Mitmenschen und seine offene Art gewinnt Viktor schon bald Freunde - und es entsteht sogar die Möglichkeit einer Liebesbeziehung, als eine United Airlines-Flugbegleiterin namens Amelia Warren sprichwörtlich in sein Leben platzt. Catherine Zeta-Jones spielt Amelia, die vom Regisseur als "Mädchen, die viel Pech in der Liebe hat" beschrieben wird. "Catherines Herausforderung lag darin, Amelias ganze Verletzlichkeit und Unsicherheit zu vermitteln", meint Spielberg, "und ich finde, sie hat einen tollen Job gemacht."

Zeta-Jones meint dazu: "Amelias Verletzlichkeit war es wohl, die mich für diese Rolle begeistert hat. Ich liebe das Vertrauen, das sie in die Menschen setzt; auch wenn sie verletzt wird, bewahrt sie sich doch eine kleine Portion Glauben an das Gute. Außerdem ist sie sehr offen - sie trägt ihr Herz auf der Zunge -; als sie dann auf Viktor trifft, hat sie keinerlei Schwierigkeiten damit, von ihrem eigenen Leben zu erzählen. Sie möchte so schrecklich gerne jemanden haben, der ihr einfach zuhört - und genau diesen Menschen findet sie in Viktor. Es ist ein wundervolles Zusammentreffen zweier einsamer Seelen, das sich zu einer charmanten Beziehung entwickelt."

Spielberg meint: "Amelia hat noch nie Kismet erlebt. Wenn Amor seine Liebespfeile auf sie abgefeuert hat, traf es sie eher intellektuell als emotional, denn sie glaubt, sie sei in Max verliebt, den Michael Nouri spielt. Max macht Amelia ständig Versprechungen, die er nie einhält. Viktor tritt in ihr Leben als jemand, dem sie sich anvertrauen kann - nicht als Liebhaber oder Ritter in der schimmernden Rüstung -, er hört ihr zu, und das ist der Beginn einer wundervollen Freundschaft."

Dazu Hanks: "Viktor denkt irgendwann, dass dieses Festsitzen auf dem Flughafen wohl eines der besten Dinge sei, die ihm jemals hätten passieren können - denn so hat er diese tolle Frau getroffen. Es ist aber keine verrückte Verliebtheit. Vielmehr basiert es meiner Meinung nach auf der Erkenntnis, einen Seelenverwandten getroffen zu haben, der ein wenig Hilfe gebrauchen könnte. Und obwohl sie nicht die gleiche Sprache sprechen, haben sie doch so vieles gemeinsam. Es ist eine sehr reife Beziehung, und dadurch hatten Catherine und ich eine für Schauspieler einzigartige Chance. Außerdem durfte ich so neben Catherine spielen, eine der ganz großartigen Schauspielerinnen."

"Ich liebe die Beziehung, die zwischen Amelia und Viktor entsteht, und es war so wundervoll, mit Tom zusammenzuarbeiten. Wenn man täglich mit ihm am Set ist, stellt man fest, wie meisterhaft er sein Handwerk beherrscht. Er ist wirklich ein Künstler. Was er tut ist so subtil und minimalistisch, aber gleichzeitig so klar und emotional. Tom hat alle Elemente seiner Figur so realistisch gestaltet, dass ich ab und zu meinen Text vergessen habe - einfach weil ich ihm fasziniert zugeschaut habe", fügt Zeta-Jones lachend hinzu.

Über die Merkmale ihrer eigenen Rolle sagt sie: "Als ich darüber nachdachte, wie ich Amelia spielen sollte, überlegte ich, wie es wohl wäre, ständig unterwegs zu sein, und ein Adressbuch zu haben, das nach Städten geordnet ist. Amelia ist sehr mit ihrem Beruf verbunden. Immerzu ist sie auf dem Weg zu einem bestimmten Ort, und nie hat sie genug Zeit, um innezuhalten, durchzuatmen und die Art von Beziehung aufzubauen, die sie in ihrem Leben so verzweifelt will und braucht."

"Es war einfach eine wunderschöne Schauspielleistung", betont Spielberg. "Ich bin so stolz auf Catherine wegen ihrer Arbeit in diesem Film." Und er kann nicht nur deswegen stolz sein - denn er war der Erste, der die Begabung der Mimin in eine TV-Miniserie erkannte, was dazu führte, dass sie für "Die Maske des Zorro" engagiert wurde - ihre erste Hauptrolle in einem Spielfilm.

"Hier schließt sich für mich ein Kreis", meint Zeta-Jones. "Obwohl Steven bei "Zorro" ja Produzent war, hatte ich nie wirklich mit ihm zusammengearbeitet. Unter seiner Regie zu spielen ist ein endlich wahrgewordener Traum, und ich fühle mich geehrt, bei diesem besonderen Projekt mitwirken zu dürfen. Schon beim Drehbuchlesen war ich völlig davon begeistert, und die Dreharbeiten waren eine wunderbare Erfahrung."

Stanley Tucci, der den Flughafenbeamten Frank Dixon spielt, war ebenfalls von diesem Projekt hellauf begeistert - vor allem aufgrund des Drehbuchs sowie der Chance, endlich einmal mit Steven Spielberg zusammenzuarbeiten: "Schon immer wollte ich mit Steven drehen, und ein zweiter Film mit Tom, nach "Road to Perdition", war richtig aufregend. Und die Figur des Dixon ist hervorragend geschrieben, es ist eine wunderbare Rolle. Es ist ein vielschichtiger Charakter, und das finde ich immer anziehend."

Spielberg meint hierzu: "Stanley Tucci war meine erste Wahl für die Rolle von Frank Dixon. Ich hätte mir keinen anderen dafür vorstellen können. Dann kam er ans Set, und ich war überwältigt von der natürlichen Art, in der er seine Rolle spielte. Es war unglaublich, wie perfekt er sich in Dixon einfühlen konnte - und dabei hat Stanley als Mensch einen völlig anderen Charakter. Es war für ihn sicher anstrengend, diesen Dixon zu verkörpern, aber er hat es wunderbar gemeistert."

Dixon, der dem Flughafen vorsteht, weiß praktisch weder ein noch aus. Gesetze und Vorschriften untersagen es ihm, Viktor aus dem Flughafen herauszulassen; als jedoch Viktor beginnt, Dixons Karriere zu gefährden, würde der Beamte alles tun, um Viktor aus dem Terminal zu schaffen.

Spielberg erläutert: "Dixon ist kein Schurke. Er macht einfach seinen Job - aber den macht er so gut, dass wir alle davon überzeugt sind, er sei doch der Schurke. Für Dixon steht viel auf dem Spiel, gerade jetzt, da er an der Reihe wäre, den Job zu bekommen, den er sich schon immer gewünscht hat. Er weiß genau, dass Inspektoren beobachten werden, wie er sich bei der Arbeit macht - und plötzlich ist da dieser Kerl im Bademantel, der in den Restaurants des Terminals herumläuft."

"Dixon stellt für Viktor eher eine große Hürde als einen Bösewicht dar, obwohl Dixon nicht immer ein netter Kerl ist", gibt Tucci zu. "Zunächst will Dixon dem armen Viktor wirklich helfen, aber schon bald stehen sie im Konflikt miteinander. Die Situation spitzt sich immer weiter zu und verschlimmert sich zusehends."

"Ich denke, Dixon ist ein Opfer der fehlgeleiteten Bürokratie, die den menschlichen Aspekt vernachlässigt", meint Spielberg. Und Tucci fügt hinzu: "Es ist ein Einblick in die Niederungen des Bürokraten-Apparats in unserer Gesellschaft. Interessant finde ich, dass dieser Mann, der nach Amerika möchte, um ein einfaches Ziel zu erreichen, gerade durch all die typisch amerikanischen Dinge daran gehindert wird."

"TERMINAL ist eine Einwanderergeschichte", sagt Spielberg, obwohl Viktor Navorski nicht wirklich einwandern, sondern lediglich New York City besuchen will. "Es greift zurück auf das, was dieses Land so großartig und stark gemacht hat - Einwanderer aus der ganzen Welt, die in das Land kamen, "wo Milch und Honig fließt", an einen Ort, wo sie von einem besseren Leben träumen können. Auf gewisse Weise haben wir das Anliegen der Einwanderer aus den Augen verloren, denn heute sind die Sicherheitsvorschriften strenger denn je und das aus gutem Grund. Meiner Meinung nach zelebriert diese Geschichte den amerikanischen Schmelztiegel. Deshalb kann Viktor auch so mühelos mit Menschen aus unterschiedlichen Kulturen interagieren, und deshalb wollte ich auch eine internationale Besetzung für diesen Film."

Produzentin Laurie MacDonald bestätigt: "Von Anfang an haben wir bei der Entwicklung des Projekts darüber gesprochen, dass der Flughafen die gesamten USA durch ein multikulturelles Schauspiel-Ensemble widerspiegeln sollte. Außerdem gibt es den Aspekt des "Obergeschosses/Untergeschosses" innerhalb der Gruppe", wobei sie sich auf die Hierarchie der Flughafenmitarbeiter bezieht.

Parkes stimmt dem zu: "In vielerlei Beziehung ist die Welt, die Viktor am Flughafen umgibt, eine Art Miniatur-Amerika mit seiner ganzen Tiefe und dem Reichtum an Charakteren. Und er trifft diese Gruppe, die für ihn - und hoffentlich auch für die Zuschauer - das Beste und das Schlimmste repräsentiert, was dieses Land zu bieten hat."

Den Kern der großen Flughafen-Familie bilden u.a.: Chi McBride als Joe Mulroy, der im Gepäcktransport arbeitet und der geborene Anführer der Gruppe zu sein scheint; Diego Luna als Enrique Cruz, der im Catering-Service arbeitet und seinen Job dazu benutzt, mit Viktor ein Abkommen zum gegenseitigen Nutzen zu schließen; Kumar Pallana als Gupta, der Hausmeister, dessen Gefährt sein ganz privates Reich ist und der seine Macht auf einzigartige Weise auszuüben weiß; und Barry Shabaka Henley und Zoë Saldana, die als Zoll- und Einwanderungsbeamte Ray Thurman und Dolores Torres nicht umhin können, mit Viktor mitzufühlen, obwohl sie seine Situation nicht zu verbessern vermögen.

Barry Shabaka Henley meint: "Ray Thurman entscheidet sich dafür, sich an das zu halten, was er für seine höhere Pflicht hält. Pflichtbewusstsein ist seine Antriebskraft, verursacht aber auch einen Widerspruch in seinem Herzen, denn er fühlt mit diesem Menschen, dem er nicht helfen kann. Ray mußs eine neutrale Haltung einnehmen, denn wenn er sich nicht zusammennähme, könnte er schnell in diese Situation verwickelt werden. Er weiß genau, dass man sich manchmal von seinen Gefühlen distanzieren mußs, um den Job zu erledigen, den man ausüben soll."

Chi McBride, der Joe Mulroy spielt, fügt hinzu: "Viktor ist ein Typ, dessen Gutmütigkeit keinen wirklich kalt lässt. Meine Figur, Joe, hat den Großteil seines Lebens mit Kofferwuchten am Flughafen verbracht. Er ist etwas knurrig und ziemlich pragmatisch was seinen Job angeht. Er will nur seine Schicht hinter sich bringen und nach Hause gehen, wo er nichts anfasst, was mehr als eine Bierdose wiegt. Das Letzte was er will, ist von den Problemen eines anderen belastet zu werden - wenn man aber einen Typ wie Viktor lange genug um sich hatte, dann will man einfach, dass es ihm auch gut geht."

"Ich glaube, jede der Figuren verändert sich im Laufe der Ereignisse, und das hat viel mit Viktor Navorski zu tun", meint Zoë Saldana, die Dolores Torres spielt. "Jede Person in der Geschichte wird auf die eine oder andere Weise von diesem Mann berührt, der in einer scheinbar ausweglosen Situation völlig gefangen ist - und doch die Macht hat, den anderen für ihr jeweiliges Leben wieder Hoffnung zu geben."

Dolores ist es auch, deren Leben zugegebenermaßen von den Begegnungen mit Viktor am deutlichsten beeinflusst wird - was ihr Liebesleben betrifft. Die Beamtin Dolores Torres sitzt hinter einem Schalter und verfügt über zwei Stempel - GENEHMIGT und ABGEWIESEN -, die den Unterschied machen zwischen jemandem, der in die USA einreisen darf und jemandem, der am Flughafen festgehalten wird. Jeden Tag füllt Viktor die entsprechenden Formulare aus und wartet geduldig in der Schlange, in der Hoffnung, dass sie eines Tages den GENEHMIGT-Stempel benutzt.

Während Viktors täglicher Begegnung mit Beamtin Torres geschieht es, dass Catering-Mitarbeiter Enrique Cruz die Chance sieht, endlich Kontakt mit Dolores aufzunehmen, die er seit langem aus der Ferne anhimmelt. Er engagiert Viktor als Mittelsmann - als Lohn erhält dieser täglich eine Auswahl vom Flugmenü der First Class. Diego Luna, der Enrique Cruz spielt, erklärt: "Enrique bemerkt, dass Viktor Dolores zum Lachen bringt, und das sieht er als Chance, der Frau näher zu kommen, die er liebt. Er ernährt Viktor im Austausch für Informationen über Dolores, die Enrique einen Weg zu ihrem Herzen bahnen sollen."

Es gibt ein Mitglied der Gruppe, dessen Vertrauen sich Viktor hart erarbeiten mußs: der Hausmeister Gupta, der sich seine eigenen Gedanken über diesen Fremdling macht, der plötzlich ständiger Bewohner des Terminals wird. "Gupta ist misstrauisch", erläutert der Schauspieler Kumar Pallana. "Viktor könnte doch auch von der CIA sein und die Flughafen-Mitarbeiter bespitzeln oder so. Es ist eine Frage des Vertrauens."

"Kumar kam zur Tür herein, und wir haben ihn vom Fleck weg engagiert", sagt Spielberg über den 85jährigen Darsteller. Pallana ist in Indien geboren und blickt auf eine langjährige Karriere zurück, während der er u.a. als Jongleur und Tellerartist arbeitete. Jahrzehnte später kann Pallana noch immer seine Fähigkeiten unter Beweis stellen - in einer Szene, in der er für Viktor und Amelia während des Abendessens ganz besondere Künste zur Schau stellt.

Tom Hanks Figur trug ebenfalls zum internationalen Flair der Schauspieltruppe bei - obwohl sein Heimatland Krakozhia niemals wirklich existiert hat. Hanks sagt: " Krakozhia ist wahrscheinlich eine dieser Republiken, die einst Teil der Sowjetunion waren. Es gibt einen gemeinsamen Pool slawischer Sprachen, also begannen wir damit und entwickelten es weiter. Es geht nicht nur um den Akzent, es gibt auch andere Merkmale der Sprache, die vom Englischen abweichen. Wenn wir z.B. Fragen stellen, geht die Satzmelodie am Ende nach oben, bei den slawischen Sprachen aber nach unten. Es ist eine ganz andere Sprachlogik, also geht es hier eher um Verhaltensforschung und nicht nur darum, "lustig" zu sein."

Das Bodenpersonal Im Einklang mit dem Filmtitel war das zentrale Element der Produktion das Terminal selbst. Die Filmemacher erkannten bereits früh, dass es unmöglich sein würde, an einem echten Flughafen zu drehen - aufgrund der Sicherheitsbestimmungen. Stattdessen wurde Produktionsdesigner Alex McDowell damit beauftragt, ein funktionierendes, maßstabsgetreues Flughafenterminal zu errichten, in dem fast die gesamten Dreharbeiten stattfinden sollten. Einige Innen- und Außenaufnahmen wurden anschließend am Mirabel Airport von Montreal gedreht, wo die Fluggesellschaft United Airlines den Filmemachern für eine entscheidende Szene eine Boeing 747 zur Verfügung stellte.

Spielberg, der mit McDowell bereits in "Minority Report" zusammengearbeitet hatte, erläutert: "Die einzige Bedingung, die ich Alex mit auf den Weg gab, lautete: "Also, der Star des Films ist Viktor Navorski. Und es handelt sich um ein lupenreines Drama. Aber der Titel des Films lautet TERMINAL, also mußs die Umgebung des Protagonisten wie ein moderner internationaler Flughafen aussehen."

McDowell entwarf das Terminal-Set zuerst am Computer, dann als dreidimensionales Modell, anhand dessen Spielberg seine Kameraeinstellungen vorab mit einer Miniatur-Periskopkamera planen konnte, mit der er visuell durch das Flughafen-Set "spazieren" konnte.

Im Laufe der Design-Phase arbeitete Spielbergs langjähriger Kameramann Janusz Kaminski eng mit Designer McDowell bei der Ausarbeitung des Beleuchtungssystems zusammen, das auf dem neuesten Stand der Technik ist. McDowell sagt: "Allem voran ist das Set eine gigantische Lichtbox, deshalb war es äußerst wichtig, das Lichtdesign von Anfang an mit einzuplanen. Es war eben nicht so, dass das Set fertig ist, der Kameramann dann dazukommt und sagt, "Hier, hier und dort will ich Beleuchtung"; in unserem Fall war Janusz bei der Planung der Beleuchtung von Anfang an mit von der Partie."

Das Terminal, an dem Viktor festgehalten wird, soll der internationale Flughafen JFK in New York sein - doch McDowell wollte es als Amalgam verschiedener internationaler Terminals darstellen, um es für jeden Fluggast nachvollziehbar zu machen. Mit seinem Team untersuchte er Flughäfen in den gesamten Vereinigten Staaten und in etlichen europäischen Hauptstädten.

Das Film-Terminal wurde von Grund auf in einem massiven Hangar in der Ortschaft Palmdale, Kaliforniens wichtigstem Luftfahrtstandort, errichtet. Der Bau dauerte ca. 20 Wochen und wurde von über 200 Fachleuten und Arbeitern ausgeführt. Anders als bei einem typischen Soundstage-Set wurde dieses Terminal als reales, freistehendes architektonisches Bauwerk errichtet, ein dreistöckiges Gebäude im Atrium-Stil innerhalb des Hangar-Gebäudes.

Die selbsttragende Struktur wurde ganz aus Stahl errichtet, mit Glasfronten und 18.000 Quadratmetern echtem Granitfußboden. Eine gesamte Infrastruktur mit Strom- und Glasfaserkabeln, die für die Versorgung des Sets und der Informationstafeln des Flughafens benötigt wurden, war unter der Bodenschicht verborgen und erstreckte sich über die gesamte Fläche des Sets. Zu den vielen bemerkenswerten Ausstattungselementen gehörten vier funktionierende Rolltreppen, die tatsächlich zu den ersten echten Rolltreppen gehören, die ausdrücklich für ein Filmset errichtet wurden.

Die Realitätsnähe des Terminals verlangte nach einem weiteren Team. McDowell erläutert: "Wenn man ein temporäres Set baut, mußs man sich normalerweise nicht viele Gedanken und die Bauaufsicht machen. In diesem Fall aber mußste jede Schweißnaht inspiziert werden. Jeder Entwurf des Art Department mußste von einem Ingenieur-Team abgezeichnet werden - das war für uns alle eine ganz neue Erfahrung."

Das Design endete aber nicht bei den großen Panorama-Fenstern des Terminals. Denn diese geben den Blick auf die Flugbahnen frei - abgebildet auf einem der größten Kulissen-Gemälde, das je geschaffen wurde. Das gigantische Bild, das sich um drei Seiten des Sets zog, wurde mit 2.000 Miniaturglühbirnen ausgestattet, die für die Nachtszenen angeschaltet wurden. Das Blue-Screen benutzte man nur, wenn ein Flugzeug gezeigt wird, das am Terminal andockt.

Zu den erstaunlichsten Elementen gehörten auch die Dutzenden von Restaurants und Läden, die im Terminal angesiedelt sind. Ausführende Produzentin Patricia Whitcher war dafür verantwortlich, all diese Markengeschäfte mit an Bord zu holen - und so sind über 35 Unternehmen im Zentral- und Gaststättenbereich des Terminals zu sehen, von Fast-Food-Ketten bis hin zu Edelboutiquen.

"35 Geschäfte, das ist wie 35 verschiedene Sets", betont McDowell. "Jedes einzelne hat seine eigenen Besonderheiten, vom Licht bis hin zu den Vorgaben der Firmen, also war dies ein sehr kompliziertes Unterfangen."

Neben dem unverzichtbaren Duty Free Shop und den CitiGroup-Geldautomaten finden sich u.a. Marken wie Verizon Wireless, Dean & Deluca, Discovery Store, Brookstone, Cambridge SoundWorks, Hugo Boss, La Perla, American Express, Hudson News, Borders Books, Paul Mitchell, Godiva, Swatch, Harry and David's, Origins und Smarte Carte.

Zu den Gaststätten gehören u.a. Burger King, Auntie Anne's Pretzels, Baskin-Robbins Ice Cream, Baja Fresh, Panda Express, Nathan's Famous, Au Bon Pain, Yoshinoya, S'Barro, Krispy Kreme, The Daily Grill und natürlich das allgegenwärtige Starbucks.

Manche dieser Einrichtungen, darunter Starbucks, Auntie Anne's und Baja Fresh, wurden mit eigenem Service-Personal ausgestattet. In anderen Geschäften wurde man von Statisten bedient, die von den echten Unternehmen ausgebildet worden waren, als würden sie demnächst wirklich diesen Job übernehmen.

Um dem Terminal noch mehr Realismus zu geben, waren auf den Informationstafeln und Monitoren echte Flugpläne des internationalen Terminals des JFK-Flughafens zu sehen. Die Firma Solari Di Udine lieferte und installierte die große Informationstafel mit der Split-Flap-Technologie. Zusätzlich war am Terminal die neu eingeführte, passagierfreundliche farbkodierte Beschilderung zu sehen, die man "Wayfinding System" nennt. Entworfen hat dieses System die preisgekrönte niederländische Designfirma Bureau Mijksenaar - das System ist zukunftsweisend und wurde erst kürzlich auf dem JFK und anderen internationalen Großflughäfen eingeführt.

Nachdem das Terminal-Set stand, übte es dann auch genau die gewünschte Wirkung auf alle Schauspieler und Mitarbeiter aus. Catherine Zeta-Jones erinnert sich: "Als ich zum ersten Mal ans Set kam - man mußs es mit eigenen Augen gesehen haben, um es zu glauben -, drehte ich mich zu Steven um und sagte: "Ich bin sprachlos." Es hat mir einfach die Sprache verschlagen. Es war vollkommen realistisch. Es roch sogar wie ein echter Flughafen."

"Das Set war magisch", sagt Tom Hanks. "Als ich es zum ersten Mal sah, war es sechs Mal größer, als ich erwartet hatte. Man konnte kaum nachvollziehen, wie sie das alles erschaffen hatten."

Sogar Spielberg war von den Dimensionen überwältigt. Whitcher gibt es preis: "Als Steven zum ersten Mal über das Set ging, sagte er: "Ich liebe es. Es ist erstaunlich. Ihr habt mir Kino geschenkt." Das war für alle eine echte Belohnung."

Die Ausleuchtung des gigantischen Sets war in sich selbst eine besondere Herausforderung. Spielberg meint dazu: "Ich hatte zu Janusz gesagt, dass ich es so aussehen lassen wollte, als würden wir an einem echten Flughafen drehen - und genauso hat Janusz es auch gemacht."

Das klingt viel einfacher, als es war. Um eine Ausleuchtung zu erschaffen, die wirkt wie durch die Fenster einfallendes Sonnenlicht, wurde entlang Stahlkonstruktion der Decke des Terminals eine Batterie von 100.000-Watt-Lampen aufgestellt. Sie waren nach oben sowie nach außen gerichtet, auf eine riesige Leinwand aus weißem ultrareflektierendem "Ultrabounce"-Gewebe, das das ganze Set wie ein Kokon umhüllte. Wie der Name schon verrät, spiegelt dieser Stoff das Licht wider und erzeugt eine lichtdurchflutete, sonnige Umgebung.

Kaminski setzte auch Farbveränderungen ein, um so auf subtile Art und Weise die Entwicklung von Viktors Geschichte zu vermitteln. Spielberg erläutert: "In den ersten Szenen des Films benutzte Janusz kühle Blau-Töne und Grünnuancen, denn man empfindet den Flughafen und die Zollbehörde ja nicht gerade als gemütlichen Aufenthaltsort. Die kühleren Nuancen sind deutlich, bis Viktor sich in die neuen Bedingungen einfindet und feststellt, dass er auf unbestimmte Zeit in diesem Terminal bleiben wird. Wenn man dann beginnt, Viktor besser kennen zu lernen und er sich häuslich einrichtet, werden auch die Farben des Films langsam wärmer."

Viktors allmähliche Eingewöhnung an seine neuen Lebensumstände wird auch durch seine Garderobe verdeutlicht. Kostümbildnerin Mary Zophres ging davon aus, dass jemand wie Viktor bei seinem ersten Besuch in den Vereinigten Staaten einen Anzug tragen würde. Viktor kommt aber aus einem kleinen Dorf in Krakozhia, "wo es keine Maßanzüge gibt", sagt Zophres. "Also fand ich, es müsste ein Anzug von der Stange sein, den er schon seit mindestens fünf Jahren hat und der nicht wirklich gut sitzt. Er ist eckig geschnitten, gefertigt aus dickem, europäischen Stoff, und ich habe alle modischen Details wie Brusttasche oder Verzierungen weggelassen."

Dieses erste Outfit steht in starkem Gegensatz zum Hugo Boss-Anzug, in dem wir Viktor später sehen. Dazwischen liegt eine graduelle Verwandlung seiner ganzen Garderobe, die nicht nur das Verstreichen der Zeit verdeutlicht, sondern auch Viktors Anpassung an seine neuen Lebensumstände. "Er verwandelt sich von einem Neuankömmling in einen ziemlich amerikanisch aussehenden Typ", sagt Zophres.

Die Kostümbildnerin hat bereits die farbenfrohen Stewardess-Uniformen der 60er für "Catch Me If You Can" entworfen; für Amelia, die Flugbegleiterin von United Airlines, war ein konservativer, aber dem 21. Jahrhundert angemessener Look gefragt. Ausgehend von der echten Uniform dieser Fluggesellschaft nahm sich Zophres einige kreative Freiheiten. Sie erklärt: "Wir haben diese Uniform so genau wie möglich nachgebildet, aber so geschnitten, dass sie an Catherine besser sitzt. Sie sollte so aussehen, als trüge sie eine Uniform, die aber gleichzeitig vorteilhaft wirkt."

Bei den anderen Uniformen, die am Terminal zu sehen sind, arbeiteten Patricia Whitcher und die Kostümabteilung eng mit der Sicherheitsbehörde Department of Homeland Security zusammen, um so die jeweiligen Abzeichen und Stile akkurat abzubilden.

Weitaus größere künstlerische Freiheit besaß Zophres bei den unterschiedlichen Ausstattungen der Tausenden von Statisten, die auf ihrer Reise von oder zu den fünf Kontinenten der Welt durch das Terminal strömen. Wochenlang stöberte sie in den verschiedenen Stadtteilen in und um Los Angeles nach Kleidungsstücken, die farbenfroh und gleichzeitig den vielfältigen Kulturen angemessen waren.

"Mary hat sich bei der Garderobe der Statisten richtig ausgetobt", kommentiert Spielberg. "Es war sehr gewagt, wie sie einige eingekleidet hat, denn - sprechen wir es offen aus: Man weiß ja nie so genau, was einem auf einem Flughafen über den Weg laufen kann."

Auch Komponist John Williams fügte eine multikulturelle Komponente in die Musik zu TERMINAL ein. Er erzählt: "Ich wollte ein musikalisches Porträt für Viktor erschaffen, das ethnische Klänge beinhaltet. Wir wissen, dass Krakozhia in Osteuropa liegt, also hören wir in seinen Themen eine Klarinette, die Stimme der osteuropäischen Musik. Außerdem habe ich eine Zimbel eingefügt, das in Ungarn ganz typisch ist, sowie subtile Akkordeon-Stimmen, die in das Gesamtorchester eingewoben wurden, um auf Viktors Herkunft und Kultur zu verweisen."

Spielberg, dessen Zusammenarbeit mit Williams bereits in seinem ersten Spielfilm "Sugarland Express" begann, fügt hinzu: "Die Musik fängt die osteuropäische Würze in Viktors Charakter ein, vernachlässigt aber nie die üppigen amerikanischen Klänge von Amelias Geschichte. Und dann hat John ein anderes, wundervolles Stück geschrieben, das beide Charaktere vereint."

TERMINAL ist Spielbergs 18. Zusammenarbeit mit Cutter Michael Kahn, obwohl der Regisseur meint: "Michael und ich empfinden uns nicht als Team. Wir sind eher eine außergewöhnliche Bruderschaft. Wir können jeweils die Gedanken des anderen lesen, wir treffen gleichzeitig dieselben Entscheidungen. Eigentlich teilen wir uns im Schnittraum ein Gehirn."

Spielberg und Kahn haben eine dynamische Story erschaffen, die im Widerspruch zum Wahlspruch des Films zu stehen scheint: "Das Leben wartet". Doch der Regisseur kontert: "Obwohl Viktor auf dem Terminal festsitzt, scheint alles um ihn herum wie in einem Wirbel zu schwirren. Eine Menge Passagiere bewegen sich hin und her während Viktor, ganz im Gegensatz dazu, der einzige ist, der still steht. Es gibt eine Einstellung, in der Viktor einfach dasteht, und die Kamera zieht sich zurück - da wird er unsichtbar. Man verliert ihn in der Menschenmenge, die sich in alle Himmelsrichtungen bewegt - jeder bewegt sich, außer er. Also hat diese Geschichte eine ganz bestimmte Energie. Warten kann aufregend sein. Warten kann unterhaltsam sein."

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