Die kalte See

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Die kalte See ist ein Familiendrama, das in einer kleinen abgelegenen Stadt auf Island spielt. Die Lebensgrundlage der Stadt basiert allein auf dem lokalen Fischfang. Mit zunehmender Globalisierung und technologischer Entwicklung haben es die Fischereibetriebe aber immer schwerer, sich mit dem Fischfang und der Fischverarbeitung über Wasser zu halten.

Deshalb verkaufen die alternden Besitzer von Fischerbooten ihre Fangquoten an größere Firmen in anderen Teilen der Insel, so dass die Fischereibetriebe vor Ort immer mehr Arbeitsplätze verlieren.

Thordur (Gunnar Eyjólfsson), der Besitzer des größten Fischereibetriebes der Stadt und tyrannischer Patriach seiner Familie weigert sich beharrlich, diese Entwicklungen, die sein Lebenswerk bedrohen, einfach hinzunehmen.

Wenn er seinen Betrieb an eine größere Firma verkaufen würde, bedeutete dies das Ende der ganzen Stadt. Doch da er merkt, dass seine Kräfte schwinden, ruft er seine Kinder zu sich, um die Nachfolge zu klären, in der Hoffnung, dass sie sein Lebenswerk weiterführen.

Von seinen drei Kindern ist Haraldur (Sigurdur Skulason) der älteste, und arbeitet bereits in der Firma. Allerdings nicht zur Zufriedenheit des Vaters. Dazu kommt, dass er stets finanzielle Probleme hat, die auch von seiner Frau Aslaug (Elva Osk Olafsdottir), einer Alkoholikerin, mit verursacht sind.

Seine Schwester Ragnheidur (Gudrun Gisladottir) ist vor Jahren ausgewandert, studierte Film und ließ sich in Reykjavik nieder, wo sie mit dem gutmütigen Norweger Morten (Sven Nordin) verheiratet ist, auf dem sie bei jeder Gelegenheit herum hackt. Agúst (Hilmir Snaer Gudnason) ist der Jüngste und der Liebling des Vaters. Thordur wünscht sich, dass er den Betrieb übernehmen wird, sobald er sein Ökonomiestudium in Paris beendet hat.

Doch ohne das Wissen des Vaters studiert Agúst längst nicht mehr, sondern übt sich im Schreiben von Musikstücken. Er hat überhaupt nicht vor, dem Ruf des Vaters nach Island zu folgen. Doch seine schwangere Freundin Françoise (Hélène de Fougerolles) zerrt ihn förmlich auf den Flughafen, nicht zuletzt in der Hoffnung, etwas über die Vergangenheit ihres Freundes zu erfahren und dadurch vielleicht ihre Beziehung zu retten.

Die drei Kinder sind nicht die einzigen Familienmitglieder. Nachdem ihre Mutter vor Jahren gestorben ist, heiratete Thordur deren Schwester Kristín (Kristbjörg Kjeld), die mit ihrer neu geborenen Tochter namens María (Nina Dögg Filippusdottir) damals ins Haus einzogen. Wer ihr Vater ist weiss niemand so genau. Zudem lebt die 80-jährige, unzufriedene Großmutter Kata (Herdis Thorvaldsdottir) bei ihnen, die stets am Lästern ist.

Die Kinder haben andere Vorstellungen von der Zukunft als ihr Vater. Sie möchten, dass er den Betrieb verkauft und scheuen sich nicht vor extremen Taten zurück, um ihre Wünsche umzusetzen. Ihre Begründungen sind sehr eigennützig. Die Diskussionen mit dem Vater arten aus, und bald wird schmerzhaft klar, dass es weniger die Zukunft der Firma, sondern vielmehr die tragischen und düsteren Geheimnisse der Vergangenheit sind, welche Hass, Wut und Ohnmacht jahrelang geschürt haben.

Thordur fühlt sich gezwungen seiner eigenen Familie den Kampf anzusagen, um sein Lebenswerk zu verteidigen. Es kommt zum Eklat, bei dem alle mehr verlieren werden als sie gewinnen können.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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