Die Reise des jungen Che - Motorcycle Diaries

Produktionsnotizen

"Wenn ich Ihnen ein Foto zeige und sage, zum Beispiel, dass es bei Nacht aufgenommen worden ist, dann können Sie mir glauben oder nicht. Es ist mir ziemlich egal, denn wenn Sie nicht zufälligerweise das Szenario kennen, das ich in meinen Notizen "fotografiert" habe, werden Sie schwerlich eine Alternative finden für die Wahrheit, die ich Ihnen erzählen werde. Aber ich lasse Sie jetzt allein, mit mir, dem Mann, der ich einmal war..." - Ernesto Guevara da la Serna

Ernesto Guevaras "The Motorcycle Diaries" ist nicht das Reisetagebuch eines Mannes, der zu einer der "Ikonen des Jahrhunderts" wurde, wie ihn das "Time Magazin" bezeichnete. Von Guevara einige Jahre nach der Reise neu geschrieben, sind es eher seine Memoiren.

Die Einträge seines Reisetagebuchs, die die Ereignisse und Begegnungen mit Menschen während der Reise schildern, werden in Verbindung gebracht mit seinen Gedanken über deren spätere Bedeutung. Dies eröffnet die seltene Gelegenheit, das Schicksal eines bemerkenswerten Mannes nachzuvollziehen und die Festigung seiner Identität zu einem frühen Zeitpunkt zu beobachten.

Die filmische Version der Die Reise des jungen Che entstand bei South Fork Pictures mit Unterstützung von Robert Redford als ausführendem Produzenten, Michael Nozik und Karen Tenkhoff von Wildwood Enterprises fungierten als Produzenten.

Sie sahen das Projekt als großartige Gelegenheit zur Zusammenarbeit mit Regisseur Walter Salles, der 1996 mit seinem Drehbuch zu "Central Station" in Sundance zu den Preisträgern gehört hatte.

Dazu Robert Redford: "Die Reise des jungen Che bot die ideale Gelegenheit, mit Salles zusammenzuarbeiten, vor allem, weil Che Guevara so ein heikles Thema sein kann. Ich wusste, Walter würde die Geschichte eher lyrisch und voller Menschlichkeit behandeln als sich auf die politische Debatte einlassen, wer Ernesto später wurde."

Regisseur Walter Salles war bereits sehr vertraut mit dem Buch, als die Produzenten ihm die Regie antrugen. Salles erzählt: "Das Buch hat mich wirklich beeindruckt, weil es von einer Reise handelt, die nicht nur dazu dient, die eigene Identität und den Platz in der Welt zu finden, sondern auch von der Suche nach dem, was man, wie ich meine, als lateinamerikanische Identität bezeichnen kann.

Ich war sehr bewegt von der Verknüpfung dieser persönlichen Suche mit einer, die eine größere Bedeutung für uns alle hat, die aus diesen Breiten kommen."

Salles fährt fort: "Wenn du das Buch gelesen hast, hast du das Gefühl, dass du wirklich etwas in der Welt verändern kannst, durch Verständnis und Anteilnahme. Die Schönheit der Reise liegt in der Tatsache, dass sich dadurch die Wahrnehmung der Protagonisten veränderte.

Sie haben sich nicht geweigert zu sehen. Im Gegenteil, sie gehen heraus und versuchen, die Welt zu verändern, so wie sie es im Verlauf dieser Reise als richtig erkannt haben."

Um diese Geschichte eines Reifeprozesses auf die Leinwand zu bringen, sicherten sich die Filmemacher die Hilfe eines Mannes, der seit der ersten Veröffentlichung mit dem Material vertraut war - des italienischen Journalisten und Dokumentarfilmers Gianni Miná, europäischer Herausgeber von "Mi Primer Gran Viaje", Che Guevaras Reisetagebuch durch Lateinamerika.

Miná blieb während der Produktion als künstlerischer Berater dem Projekt verbunden. Mit ihm unternahmen die Filmemacher auch den ersten von mehreren Trips nach Havanna, Kuba, um ihre umfangreichen Recherchen zu beginnen und sich mit Guevaras Familie zu treffen. Außerdem interviewten sie Granado, mit seinen über 80 Jahren lebhaft wie eh und je, sowie Guevaras Witwe Aleida March, ihre Tochter Aleida und die Söhne Camilo und Ernesto.

Als Drehbuchautor wurde José Rivera verpflichtet, ein junger, preisgekrönter puertoricanischer Dramatiker, der am Sundance Institut studiert hatte. Regisseur und Autor recherchierten gemeinsam und lasen alle verfügbaren Biografien über Guevara. Es brauchte zwei Jahre und zahlreiche Neufassungen, bis das Skript fertig war.

Um sicher zu gehen, dass die Geschichte beide Hauptcharaktere ausgewogen porträtiert, zog Rivera sowohl Guevaras Reisetagebuch als auch Granados eigene Reiseerzählung, "Con el Che por Sudamérica", hinzu.

Im Gegensatz zu "The Motorcycle Diaries" ist Granados Version kein Memoiren-Buch. Es schildert die tatsächlichen damaligen Begebenheiten und seine Beobachtungen während der Reise. Die Direktheit des Tagebuchs und sein durchgängiger Humor waren von großer Hilfe nicht nur für die Rekonstruktion der Ereignisse, sondern auch um der Persönlichkeit des charismatischen Mannes, der sie schrieb, gerecht zu werden.

Salles erläutert: "José lässt den jungen Guevara nie in Konflikt kommen mit seinem zukünftigen mythologischen Image. José hat mehr die menschliche Seite dieser beiden einzigartigen Charaktere interessiert. Er hat versucht, diese jungen Männer als das zu sehen, was sie zu diesem Zeitpunkt hätten sein können.

Er behält den Humor bei, der in Guevaras Buch ebenso präsent ist wie in Granados Erzählung. Am wichtigsten ist, dass er dem Ganzen mehr Ernsthaftigkeit verleiht, je mehr die beiden in ihrer Reise voranschreiten - ähnlich wie Ettore Scolas Drehbuch zu ?Il Sorpasso'."

Rivera erklärt: "Dieses Drehbuch zu schreiben war eine schwierige Aufgabe. Wie fängst du überhaupt an, dich einer Ikone wie Ernesto Guevara zu nähern? Wie verleihst du dem Mythos ein menschliches Gesicht? Wie ehrst du seine Erinnerung und wirst der Geschichtsschreibung gerecht? Wie seinem Gefährten Alberto das gleiche Gewicht verleihen?

Wie das Innerste eines Jungen einfangen, der zum Mann wird? Wie das flimmernde Vor-60er-Jahre Lateinamerika, das zwischen den Jahrhunderten zu balancieren scheint? Wie die irrsinnige Vielfalt von Gesichtern, Temperamenten, Kulturen, Rassen und Stimmen?

Ernesto Guevara schrieb einmal, dass ein echter Revolutionär von einem großen Gefühl der Liebe geleitet wird. Letztlich ist das größte und einzigartige Geschenk, das ein Autor einem Film machen kann, seine Liebe zu den Themen und Menschen des jeweiligen Projekts.

Ich hatte großes Glück. Das Drehbuch zu schreiben und seine vielfältigen Anforderungen zu beachten erforderten viel harte Arbeit - aber den Geschichten des jungen Ernesto Guevara und Alberto Granado meine Liebe entgegen zu bringen, war einfach."

Unterstützung bereits zu einem frühen Entwicklungsstadium fanden die Filmemacher bei FilmFour. 2001 kamen Paul Webster und Rebecca Yeldham als ausführende Produzenten zum Entwicklungsprozess von DIE REISE DES JUNGEN CHE dazu, und das Unternehmen finanzierte den Film.

In der Zwischenzeit war der Regisseur selbst zu einer Reise aufgebrochen durch die Städte und Orte, von denen in den Büchern die Rede ist, um aus erster Hand die Route nachzuvollziehen, die Guevara und Granado fünfzig Jahre zuvor genommen hatten.

Diese erste Fahrt ermöglichte Salles, das Abenteuer zu rekonstruieren und den heutigen Zustand der Orte zu erkunden, die in Guevaras und Granados Reiseberichten beschrieben sind.

Salles erzählt: "Mein erster Eindruck, als ich ihren Spuren folgte, war, dass die strukturellen und sozialen Probleme, die 1952 Ernestos und Albertos Aufmerksamkeit erregt hatten, auch heute noch existieren. Was auf den Buchseiten vermittelt wird, konnte ich heute noch während der Reise spüren.

Es war eine Offenbarung für mich zu sehen, wie modern und zeitgemäß die Bücher sind. Das hat seinen Grund vielleicht darin, dass sich die politischen und sozialen Realitäten der lateinamerikanischen Kultur von den 50er Jahren bis heute nicht wesentlich verändert haben."

Nachdem das Drehbuch fertig gestellt war, begannen die Vorbereitungen für die Produktion. Um die Herkunft der Hauptfiguren des Films zu würdigen, waren die Filmemacher sich einig, dass Die Reise des jungen Che ein argentinischer Film werden sollte. Also wurde das Produktionsbüro in Argentinien errichtet, und BC Cine als argentinischer Produktionspartner engagiert. Ein chilenischer Partner kam mit Sahara Films ins Boot, und Inca Cine wurde als peruanische Partnerfirma ausgewählt.

Von Anfang an war Salles sich darüber im Klaren, dass die Glaubwürdigkeit des Films zu einem großen Teil davon abhing, dass an Originalschauplätzen gedreht werden konnte. Die erste Location-Suche fand im November 2001 statt, als das Produktionsteam in Argentinien unterwegs war. Intensive Ortserkundungen in den anderen Ländern dauerten von Januar des folgenden Jahres bis Mai.

Ebenso wichtig war für die Authentizität des Films und die verschiedenen dargestellten Kulturen die Entscheidung, einheimische Schauspieler aus jeder Region zu besetzen. Es wurden mehrere Casting-Sessions abgehalten und Schauspieler aus Argentinien, Chile und Peru ausgewählt.

Für die Rolle des Ernesto Guevara machte Salles indes eine Ausnahme, indem er den talentierten mexikanischen Schauspieler Gael García Bernal verpflichtete, laut Salles "einer der einzigartigsten und talentiertesten Schauspieler seiner Generation". Fasziniert von der Gelegenheit, den legendären Che in seinen früheren Jahren darzustellen, nahm Bernal an.

Bernal zu seiner Rolle: "Che hat einen großen Einfluss auf unser Leben ausgeübt, vor allem für die nach der Kuba-Revolution Geborenen... Meine Generation wuchs auf mit der Vorstellung eines modernen lateinamerikanischen Helden.

Er war ein Mann, der für seine Überzeugungen auf die Barrikaden ging, ein Argentinier, der in einem Land kämpfte, das nicht sein Land war, der ein Bürger Lateinamerikas, ja ein Weltbürger wurde. Ich glaube, diese Geschichte macht den Menschen Mut, für ihre Überzeugungen einzutreten."

Nachdem Guevara besetzt war, mußste ein Darsteller für die Rolle Alberto Granados gefunden werden. Während der Casting-Runden unter Leitung von Walter Rippel in Buenos Aires fiel ein Schauspieler besonders auf: Rodrigo de la Serna. In Die Reise des jungen Che gibt de la Serna, ein junger Darsteller, der hauptsächlich in seiner Heimat Argentinien Theatererfahrung sammelte, sein internationales Leinwanddebüt.

Salles zu der Wahl: "Seine äußerliche Ähnlichkeit mit dem jungen Alberto ist verblüffend, aber das gab nicht den Ausschlag. Ich sehe Rodrigo als jungen Schauspieler in der Tradition großer italienischen Darsteller wie Vittorio Gassman und Alberto Sordi.

Er schafft es, uns jederzeit zu überraschen, Humor und Dramatik in einzigartiger Weise zu mischen. Es gab außerdem einen unglaublichen Zusammenhang, den ich erst entdeckte, nachdem ich ihn besetzt hatte: Rodrigo de la Serna ist ein Cousin zweiten Grades von Ernesto Guevara de la Serna."

Die Besetzungsliste wurde mit erfahrenen Schauspielern komplettiert, darunter Mercedes Morán, Mía Maestro und Jean Pierre Noher. Daneben geben einige Schauspieler ihr Leinwanddebüt in Die Reise des jungen CheDIE REISE DES JUNGEN CHE.

Die beiden Hauptdarsteller bereiteten sich intensiv auf ihre Rollen vor, lasen Biografien und schauten Interview-Aufnahmen mit Granado an, die Salles und Miná während eines Kuba-Besuchs gedreht hatten.

Bernal las die Bücher, die Guevara damals gelesen hatte (französische Existentialisten, lateinamerikanische Sozial-Theoretiker), während de la Serna Granados unveröffentlichte Tagebücher las und langsam die 15 Pfund an Gewicht zulegte, die er für die Rolle brauchte.

Salles nahm die beiden Hauptakteure auch mit nach Kuba und brachte sie mit Granado und Guevaras Familie zusammen. Als die Produktion begonnen hatte, reiste Granado zum Set, um zusätzliche Inspiration zu geben.

Vierzehn Wochen vor Drehbeginn begann für Bernal und de la Serna ein Intensivtraining. Sie lernten, eine 1939er Norton 500 zu fahren und verfeinerten ihr Fußballspiel. Bernal nahm Unterricht in argentinischem Spanisch und trainierte täglich, um Guevaras charakteristische athletische Figur zu erlangen.

Sein Fitnessprogramm half ihm auch, die Szene zu meistern, in der Ernesto quer durch den Amazonas schwimmt. De la Serna nahm Mambo- und Tango-Stunden und lernte, den Akzent von Córdoba zu sprechen.

Außerdem besuchten die Hauptakteure zusammen mit dem Rest des Teams Seminare und Vorlesungen, um ihr Wissen zu vertiefen und ihre filmische Arbeit zu verbessern. Zu den Themen zählten: "Argentinien in den 50er Jahren", "Argentinischer Film", "Populäre Musik der 50er", "Das Inka-Imperium" und "Chile und Peru in den 50ern".

Als Berater für alle Fragen zum Thema Lepra, einem der zentralen Themen der Geschichte, fungierten Luis Valdez und Ricardo Achenbach, und Dr. Guillermo Menga als Spezialist für "Die Auswirkungen von Asthma in den 50ern".

Während sich die Schauspieler auf ihre Rollen vorbereiteten, legte der Regisseur die übergeordnete Ästhetik des Films fest. Salles und sein Team ließen sich von Fotografien inspirieren, die Guevara während der Reise gemacht hatte, und von der atmosphärischen Arbeit des Aimará-Fotografen Martin Chambi.

Produktionsdesigner Carlos Conti erweckte die gewünschte Epoche zum Leben, unter Anspielung auf den historischen Zusammenhang, während er gleichzeitig versuchte, der Produktion ein modernes Grundgefühl zu verleihen, um die Zeitlosigkeit der Thematik zu unterstreichen.

Conti erzählt: "Betrachtet man Che als modernen Helden, dann durfte das Produktionsdesign sich nicht auf eine bestimmte Periode beschränken. Alles sollte so zeitgemäß wie möglich erscheinen. Wir haben versucht, ein sehr unaufdringliches Set zu schaffen, bei dem die Dekoration nie die Schauspieler in ihrer Umgebung dominiert.

Kameramann Eric Gautier, die Kostümbildnerinnen Beatriz Di Benedetto und Marisa Urruti, sowie Walter Salles und ich haben uns auf eine begrenzte Farbpalette geeinigt. Während der vorbereitenden Location-Erkundungen stellten wir fest, dass der Zustand der verschiedenen Orte sehr chaotisch ist. Also versuchten wir, dem Film einen eher einheitlichen Look zu verleihen."

In Zusammenarbeit mit Kameramann Eric Gautier entwickelte der Regisseur einen optischen Look. Salles dazu: "Wir wollten eine simple, direkte Bildsprache, um diese Geschichte zu erzählen, und die Leichtigkeit des Super 16-Formats, gemischt mit einigen Nachtaufnahmen auf 35mm.

Meistens enthielt ich mich den Zwängen einer Kulisse und ließ mich von dem inspirieren, was wir auf dem Weg fanden, ohne das Korsett vorgefasster Ideen. Außerdem versuchten wir, das Gegenteil dessen zu tun, was man als ?herbeigeführte Dokumentation' bezeichnen könnte. Wir haben versucht, die Geschichte so zu filmen, als würde sie sich direkt vor unseren Augen entfalten."

Nachdem die ungewöhnliche Entscheidung gefallen war, in der chronologischen Abfolge des Drehbuchs zu filmen, arbeitete der Regisseur mit dem Kameramann an einem möglichst natürlichen Rhythmus für die Aufnahmen. Salles' Vorgehensweise war dabei ähnlich wie bei der Drehbuchentwicklung mit Rivera.

"Ich habe immer gedacht, dieser Film sollte in Schichten angelegt sein," erläutert Salles. "Ein Road Movie hat von Haus aus einen Episoden-Charakter, aber das kann gefährlich werden, wenn du den Informationen nicht die Zeit gewährst, langsam durchzusickern und sich zu setzen.

In unserer Geschichte wird die soziale und politische Realität Lateinamerikas immer wichtiger, gewinnt nach und nach an Bedeutung. Was ich versucht habe zu vermitteln, mit Hilfe so außergewöhnlicher Schauspieler wie Gael und Rodrigo, ist, dass es nicht den einen bestimmten Moment gibt, an dem sich alles ändert. Die Veränderungen geschehen behutsam, so dass klar wird, dass die Reise ausschlaggebend dafür ist.

In der Erzählung braucht man die Stille, damit man das Chaos hören kann, und man mußste die innere Zeit im Schicksal der Figuren respektieren. Wir wollten der Story keinen unnatürlichen Rhythmus aufzwingen, sondern sie sich ruhig bis zum Ende entwickeln lassen."

Durch die Entscheidung, in chronologischer Reihenfolge zu drehen, ergaben sich verschiedene Parallelen zwischen der nachgestellten und der tatsächlichen Reise.

Der Dreh an den jeweiligen Originalschauplätzen - die teilweise auf die Schauspieler ebenso exotisch wirkten wie auf die Charaktere, die sie verkörpern - trug nicht nur entscheidend zur Authentizität des Projekts bei, sondern erhöhte auch die kreativen Möglichkeiten.

Um den ursprünglichen Geist der Reise beizubehalten, ermunterte Salles die Schauspieler zu Improvisationen mit den Menschen, die sie unterwegs trafen. Das Material wurde im Film eingefügt.

"Nach und nach fügten wir in die filmische Struktur Szenen ein, die uns die Realität großzügigerweise anbot," erzählt Salles. "Diese Gelegenheiten boten sich besonders, nachdem das Motorrad zusammenbrach - was wiederum interessanterweise widerspiegelt, was Alberto und Ernesto in ihren jeweiligen Tagebüchern schildern.

Mit dem Motorrad hatten sie die Möglichkeit, sich von Punkt A zu Punkt B zu bewegen, aber nach dem Ausfall des Gefährts mußsten sie trampen oder laufen. Das brachte automatisch einen viel direkteren Kontakt zur Bevölkerung mit sich. Dasselbe passierte uns, als wir tiefer und tiefer ins Herz Lateinamerikas eindrangen, vor allem, als wir in Peru ankamen und mit dem Erbe der Inkas konfrontiert wurden.

Wir wurden von Einheimischen in Quechua angesprochen, die sich mit uns unterhalten wollten, und die Ergebnisse solcher Begegnungen haben Eingang in den Film gefunden. In mancher Hinsicht sind diese Szenen dem Geist der Reise, wie sie tatsächlich stattgefunden hat, näher als Szenen, die die im Buch geschilderten Ereignisse nachstellen."

Seit Mitte Juni 2002 liefen die Vorbereitungen dann auf Hochtouren. Sie dauerten 16 Wochen, und die Dreharbeiten konnten Mitte September beginnen.

Gedreht wurde an über 30 Originalschauplätzen, wo sich die meisten Ereignisse zugetragen hatten: In Buenos Aires und Bariloche in Argentinien, in Temuco, der Atacama Wüste und Valparaíso, ebenso in der Mine in Chile sowie in Iquitos und auf dem Machu Picchu in Peru. Die Reise des jungen Che wurde in 84 Tagen abgedreht.

Die Reise, die die Filmemacher unternahmen, um die Coming-of-Age-Geschichte zu verfilmen, wirkte sich auch auf sie selbst aus. Salles dazu: "Wenn ich eines festhalten kann über die Erfahrung, die wir gemacht haben - mit "wir" meine ich die Gruppe von Menschen, die sich zwei Jahre lang mit diesem Projekt beschäftigt hat - dann, dass auch wir uns verändert hatten, als wir am Ende unserer Reise ankamen.

Szenenfoto
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