The Girl Next Door

Produktionsnotizen

Regisseur Luke Greenfield wünschte sich für The Girl Next Door eine explosive Mischung aus Humor, Abenteuer und Liebe. Leicht hätte die Story - ein unschuldiger junger Mann verliebt sich in seine schöne Nachbarin und entdeckt ihr Vorleben als Pornodarstellerin - zu einer zotigen Teenager-Komödie geraten können.

Doch Greenfield hatte anderes im Sinn: "Ich liebe es, die wilde Seite des Lebens zu erkunden. Deshalb konzipierte ich den Film als Abenteuer, in dem ein normaler Typ in eine gefährliche Situation gerät", erzählt er.

"Die Geschichte sollte realistisch und impulsiv sein. Natürlich sollte sie komische Elemente enthalten, doch gleichzeitig wollte ich den Film mit Herzenswärme, rasant und spannend gestalten."

Greenfield entschloss sich zu einer quirligen Komödie, die ihren Humor aus den Unzulänglichkeiten der Charaktere und ihren vielseitigen Herausforderungen entwickelt.

Die Hauptfigur, der angehende Highschool-Absolvent Matthew, strebt eine politische Karriere an. Doch plötzlich verliebt er sich in Danielle und wird dadurch zum ersten Mal in seinem Leben aus der Bahn geworfen.

Das Projekt - ein Schüler geht eine Beziehung mit einer ehemaligen Pornodarstellerin ein - begann vor vier Jahren mit einem Konzept und später dem ausgearbeiteten Skript des Autorenduos Brent Goldberg und David T. Wagner.

Augenblicklich waren die Produzenten Charles Gordon, Harry Gittes und Mark Sternberg Feuer und Flamme und zogen nach dem Screening seiner zehnminütigen Komödie "The Right Hook" Luke Greenfield als Regisseur zu dem Projekt hinzu. "Ich sehe mir jährlich Tausende von Kurzfilmen an", erzählt Gordon, "doch kaum einer ist so gut wie Lukes Film."

Greenfield machte sich an die Arbeit, das nach seinen Worten "großartige Konzept" nach seinen Vorstellungen zu gestalten und der Geschichte Realismus, Spannung und überraschende Wendungen hinzuzufügen.

Während der Entwicklungsphase von The Girl Next Door heuerte Adam Sandler Greenfield als Regisseur der Rob-Schneider-Komödie "The Animal" ("Animal - Das Tier im Manne", 2001) an, die Sandlers Firma produzierte.

"Ständig rief ich bei Chuck Gordon an und bettelte ?Bitte warte auf mich!'", erinnert sich Greenfield. "Das Projekt beschäftigte mich permanent. Als ich "The Animal" fertig hatte, traf ich mich sofort mit Chuck, um gemeinsam über die Umsetzung von The Girl Next Door nachzudenken."

Greenfield und die Produzenten versicherten sich der Hilfe des Autors Stuart Blumberg, der die Handlung unter Greenfields Aufsicht realistischer entwickelte, manche Charaktere detaillierter ausarbeitete und andere hinzufügte.

Langsam entwickelte sich das Projekt, bis das Drehbuch schließlich nach einer Leseprobe beinahe vier Jahre nach der Konzepterstellung grünes Licht erhielt.

Schauspielerin Elisha Cuthbert, eine der Hauptdarstellerin des Fox-Serienhits "24", gehörte zu den Teilnehmern der Leseprobe - obwohl man ihr den Part der mysteriösen Danielle, des Mädchens aus der Nachbarschaft, das sein Leben umkrempeln möchte, noch nicht einmal angeboten hatte.

"24"-Fan Charles Gordon hatte Cuthbert vom ersten Tag an auf seiner Wunschliste. Obwohl Greenfield die Serie nicht kannte, überzeugte ihn Cuthberts Leistung bei der Leseprobe und ihre Energie, mit der sie sich als Danielle profilierte. "Elisha arbeitet sehr gern im Team und das gemeinsame Lesen profitierte enorm von ihr", schwärmt er.

"Sie brachte so viele Fassetten in ihre Figur ein und überzeugte uns davon, Danielle sei genau das Mädchen, von dem wir alle wünschen, es eines Tages zu treffen. Das Mädchen, das mit beiden Beinen im Leben steht und dich dazu bringt, ungeahnte Dinge zu vollbringen - und für das man alles geben würde."

Cuthbert stellte die Rolle vor neue Herausforderungen, aber auch neue Möglichkeiten: "Danielle unterscheidet sich von all meinen früheren Rollen", erklärt sie, "sie ist sehr anspruchsvoll. Danielle verändert sich grundlegend und der Unterschied zwischen Athena (dem Pornostar) und Danielle (dem Mädchen von Nebenan) ist gewaltig."

Danielle ist das komplette Gegenteil von Matthew. Er ist ebenso unschuldig wie sie erfahren. Doch überraschenderweise sehnt sich jeder der beiden danach, so zu sein wie der andere. Luke Greenfield verdeutlicht: "Danielle erscheint äußerlich stark, innerlich aber ist sie ein kleines Mädchen, das sich nach Akzeptanz sehnt.

Matthew dagegen kann es nicht erwarten auszubrechen, Abenteuer zu bestehen und Neues zu erleben. Doch als er Danielle trifft, überfordert ihn das doch ziemlich."

Nach Greenfields Meinung kann man nicht oft genug betonen, wie wichtig Emile Hirschs Zusage für die Rolle des Matthew war. "Ohne Emile hätten wir den Film wahrscheinlich nicht gemacht", gesteht er. Zuerst zögerte der junge Darsteller, der das Skript noch nicht gelesen hatte, da er hinter dem Projekt eine Teenie-Komödie vermutete.

"Emile nimmt sein Handwerk ernst - schließlich kopiert er Brando, seit er neun Jahre alt ist! - und wollte keinen Film nach Schema F drehen", erinnert sich der Regisseur. "Doch als er das Skript las, überraschte ihn seine Offenheit und er akzeptierte."

"Stimmt, das Drehbuch war ein bisschen schockierend", bestätigt Hirsch. "Schließlich ist es clever und kantig und spielt zum Teil in der Welt der Sexfilme. Doch ich lachte viel während des Lesens und fand Matthew von Anfang an sympathisch.

Er beginnt als Streber, als ziemlich ängstlicher Streber. Das Nachbarmädchen hilft ihm dabei, aus seiner Rolle auszubrechen und der zu werden, der er schon immer sein wollte. Als angehender Politiker lernt er endlich etwas über das richtige Leben."

Als Gefahr für Matthews Beziehung zu Danielle entpuppt sich ihr früherer Produzent Kelly, der seine Lieblingsschauspielerin nicht aus dem Geschäft aussteigen lassen will.

Kelly sieht gut aus, ist cool und geheimnisvoll, kurzum: das genaue Gegenteil von Matthew. Kelly stellt Matthew knallhart vor die Frage: Rechtfertigt das Ergebnis die Mühen? Ist Matthew dazu bereit, alles für Danielle zu riskieren?

So wie ihn Greenfield und sein Koautor charakterisieren, unterscheidet sich Kelly grundlegend von den typischen Gaunern. "Er ist ein charmanter Schurke", erklärt Blumberg. Greenfield fügt hinzu: "Kelly gehört nicht zu den typischen Bösewichten.

In mancher Hinsicht übernimmt er für Matthew die Funktion des großen Bruders, den er nie hatte. Schließlich nimmt er ihn unter seine Fittiche - zumindest bis Matthew darauf besteht, weiter um Danielle zu kämpfen."

Greenfield bewundert, wie glaubwürdig Timothy Olyphant die Rolle angelegt hat. Olyphant selbst sieht in Kelly Matthews besten Freund - und ärgsten Feind.

"Die schlimmsten Feinde in deinem Leben sind die besten Freunde, die dich und deine Schwachstellen kennen." Auch Kellys Geschäftsrivale, der Sexfilm-Produzent Hugo Posh spielt eine große Rolle in Matthews Leben und seinem Kampf um Danielle.

"Hugo unterscheidet sich von Kelly in vielerlei Hinsicht", verdeutlicht Schauspiel-Veteran und "Sex and the City"-Ensemble-Mitglied James Remar, der den Part übernommen hat. "Hugo hat es geschafft: Er ist sehr erfolgreich, besitzt eine riesige Villa, Autos usw. Dagegen nimmt sich Kelly wie ein kleiner Fisch aus."

Matthew hat zwei gute Freunde, den Möchtegern-Filmemacher Eli, gespielt von Chris Marquette, und Klitz, der Matthew an Verklemmtheit noch übertrifft und von Paul Dano gespielt wird. Die drei verbindet eine so enge Freundschaft, dass sie von sich als "Dreifuß" sprechen. Wenn einer fällt, gehen die anderen auch unter.

Deshalb tun Klitz und Eli alles in ihrer Macht stehende, Matthew in seinem Werben um Danielle zu unterstützen. Eine weitere Schlüsselrolle spielt die Musik in The Girl Next Door. "Luke hatte von Anfang an den Film und den Soundtrack im Kopf", erinnert sich Charles Gordon.

Die 37 von Greenfield und seinen Musik-Supervisoren Peter Afterman und Chris Douridas handverlesenen Songs sorgen ebenso wie Paul Haslingers Score während des gesamten Films für unerwartete Stimmungen und Emotionen.

Unter den auf dem Soundtrack vertretenen Künstlern, die stellvertretend für mehrere musikalische Epochen stehen, finden sich Bands wie The Who und The Verve sowie David Gray, Donovan und David Bowie.

"98 Prozent der Songs, die ich wollte, haben es tatsächlich in den Soundtrack geschafft - es war wie ein Wunder", schwärmt Greenfield, der einige seiner Wunsch-Songs bereits in das Skript integriert hatte.

"Die Lieder, die ich nicht im Drehbuch erwähnte, spielte ich trotzdem ständig am Set, so dass Emile und Elisha andauernd von der Musik umgeben waren, die ich mir für die Szene vorstellte."

Zu den Schlüsselelementen, die zum Gelingen des Films beitrugen, zählt auch die Leistung des Produktionsdesigners Stephen Lineweaver, der unter anderem den Look von "Jerry Maguire" ("Jerry Maguire - Spiel des Lebens", 1996) verantwortete.

Obwohl er Matthews Heimatstadt nie benennt - "Ich wollte es als ?Irgendwo, USA' anlegen", verdeutlicht Greenfield -, gesteht der Regisseur, dass seine Heimatstadt Westport, Connecticut, für große Teile des Films Pate stand. The Girl Next Door entstand gänzlich in Südkalifornien und doch fühlt man sich, als stehe man mitten in einer Ostküstenvorstadt.

"Eigentlich existieren solche Gemeinden mit so einem Flair nicht in und um Los Angeles, doch irgendwie hat Stephen eine ?entdeckt'", lobt Greenfield. "Er fing die Atmosphäre von Westport perfekt ein."

Als Matthew sich mit Danielle zusammentut, bricht die Welt der Pornoindustrie in seine sichere, gutbürgerliche Existenz ein. Später besuchen er, Klitz und Eli eine Porno-Messe in Las Vegas.

Auch dort gelang Lineweaver eine gestalterische Meisterleistung, denn das gesamte Messe-Set entstand in einem Studio in Los Angeles. "Das Set gehörte sicherlich zu Stephens größten Herausforderungen", erklärt Greenfield. Auch Chefkameramann Jamie Anderson leistete in den Augen des Regisseurs einen großen Beitrag zum einzigartigen Look des Films.

Nachdem Lineweaver, Anderson sowie der Rest des Teams und die Darsteller die Hauptdreharbeiten beendet hatten, begann die Postproduktion, während der die Mammutaufgabe bewältigt werden mußste, die 37 Songs in den Soundtrack zu integrieren.

Je mehr das Werk Formen annahm, desto ersichtlicher wurde bei den Test-Screenings: Es war dem Team gelungen, einen klugen und wagemutigen Film zu drehen. "Wir wussten, The Girl Next Door würde Männer ansprechen", erzählt Charles Gordon.

"Schließlich geht es im Kern um eine Männer-Fantasie. Deshalb freuten wir uns umso mehr, dass auch Teenager und erwachsene Frauen damit ihren Spaß hatten."

Luke Greenfield fügt hinzu: "The Girl Next Door stellt die Frage, wie weit man für die erste Liebe seines Lebens zu gehen bereit ist. Wer könnte sich damit nicht identifizieren?"

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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