Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns

Produktionsnotizen

Mit der Erschaffung von Bridget Jones und ihrem geheimen Tagebuch traf die Romanautorin Helen Fielding einen kulturellen Nerv. Single-Frauen in der ganzen Welt fanden sich in diesem Charakter wieder.

Bridget, die mit umwerfend witzigen, unverfrorenen und unzensierten Worten ihr Tagebuch füllt, spricht die geheimsten Wünsche dieser Singles aus ... auch sie träumen davon, schlank zu sein, klug, verführerisch und sexy zu sein, nicht mehr zu rauchen und vor allem - endlich die ganz große Liebe zu finden, und das möglichst sehr schnell.

So wurde Bridget zum Symbol und kulturellen Phänomen für Millionen von Single-Frauen in den 30ern. "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" begeistete die Zuschauer in der ganzen Welt, spielte weltweit mehr als 280.000.000 Dollar ein und etablierte den Film als einen der erfolgreichsten in der britischen Filmgeschichte - und Bridget Jones wurde zur Heldin ihrer Zeit.

Nach all diesem Erfolg dachte Fielding, dass Ms. Jones sicherlich noch einige Geschichten mehr zu erzählen hätte. So schickte sie Bridget auf eine neue Reise - sie transportierte sie direkt von ihren romantischen Fantasien in das Chaos der romantischen Wirklichkeit.

Der im Jahr 2000 erschienene Roman "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" brachte Bridget zurück als glücklich verliebte Frau, die fast dem Chardonnay- und Zigarettenkonsum abschwor, überwältigt von ihrem neuen Leben an der Seite eines angesehenen Anwalts.

Alles scheint perfekt zu sein. Aber Fielding war sich klar, dass nach einigen Wochen voller Romantik Bridget im täglichen Umgang mit ihrer neuen Situation in Schwierigkeiten geraten würde.

Denn den Zustand der Liebe im Alltag zu erhalten, bedarf schon einiger Anstrengungen und Erfahrungen. Also ließ Fielding in der Fortsetzung Bridget nicht nur glückliche Zeilen in ihr Tagebuch schreiben.

So brachten die Produzenten mit "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" eine andere, nicht minder komische Bridget als Zentrum des Films auf die Leinwand.

"Wir hatten anfangs keine Ahnung, wie Bridget auf die Leute wirken würde", erinnert sich Produzent Eric Fellner, "deshalb waren wir total überrascht, wie viele Menschen sie in ihr Herz geschlossen haben.

Mit "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns", fanden wir einen ungewöhnlichen Weg, den geliebten Charakter in einer neuen Art zu zeigen. Bridget stand immer für Träume und Fantasien, aber jetzt hat sie einen festen Freund und sie lebt mehr und mehr in der Realität.

Ich finde das Faszinierende an Fieldings - und Bridgets - Art, die neue Geschichte zu erzählen, ist das Bild einer Frau, die alle Facetten der Liebe erlebt und der es gelingt, trotz aller Pannen niemals das Lachen zu verlernen."

Produzent Jonathan Cavendish fügt hinzu: "Wir hatten etwas Angst vor diesem neuen Film, da wir wussten, welch ein Erwartungsdruck darauf lag, und viele Menschen in der ganzen Welt hatten ihre eigene Beziehung und Vorstellung von Bridget.

Wir wussten aber auch, dass dies ein anderer Film werden mußste, der immer noch sehr lustig ist (in Bridgets Art...), aber auch das Thema Liebe und Glück zum Thema hat. Es gibt einige ähnliche Elemente, die den Zuschauern bekannt vorkommen werden, aber auch einige Schocks und Überraschungen."

Auf der Suche nach einem neuen Regisseur, der Brigdet Jones frisch angehen sollte, waren sich die Produzenten sicher, eine passionierte und stylistische Frau zu finden, die ihre eigene Perspektive in die Story einbringen würde.

Sie fanden sie in Beeban Kidron, die erstmals von der Kritik für ihren mit dem BAFTA ausgezeichneten Film "Oranges are Not the Only Fruit" gelobt wurde, und die Filme wie die britische Comedy "Antonia and Jane", den Film "Herbstzeitlose" (mit Shirley MacLaine und Marcello Mastroianni) und den für den Golden Globe nominierten "To Wong Foo, Thanks for Everything! Julie Newmar" bereits inszeniert hatte.

Die Regisseurin war dem berühmten Charakter bereits schon verfallen. "Was ich so sehr an Bridget mag, ist die Tatsache, dass ein wenig von Bridget in jedem von uns steckt", sagt Kidron.

"Sie sagt, was viele von uns im Geheimen nur denken, und ihre Ängste vor absurden Dingen sind die gleichen, die wir haben und sie schmuggelt sich durchs Leben wie viele von uns. Trotz alledem bewahrt sie sich ihren Humor und ihre Wärme.

Sie hat das Problem, das viele von uns haben, egal ob Männer oder Frauen: Wie schafft man es, eine erfolgreiche Beziehung zu erhalten.

Bridgets träumt von der perfekten Liebe zu einem perfekten Mann, ohne jegliche Konflikte. Sie glaubt, dass nur sie allein perfekt sein mußs, aber je intensiver sie daran arbeitet, um so schlimmere Dinge passieren."

Kidron erklärt: "Für mich ist es das Interessanteste an "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns", dass wir Bridget erkennen sehen, dass Perfektion nicht alles ist, was für eine Liebe wichtig ist - es ist das Sichkümmern, Freundlichkeit, Verständnis ... all diese Dinge, die langsam wachsen müssen. Bridget wächst in diesem Film heran, aber in ihrer sehr eigenen Art".

Mit ihrem eigenen Enthusiasmus und der ihr eigenen Perspektive orientierte sich Kidron eigentlich nicht wirklich an dem ersten Film.

"Ich denke, es ist gut und eine Herausforderung, dass ich mit dem ersten Teil nichts zu tun hatte. So mußste ich meinen eigenen Weg gehen und versuchen, die Magie vom ersten Film zu wiederholen", bemerkt sie. "So dachte ich, wie es am besten ginge, Bridget in ihr neues Leben zu begleiten."

Eines war sehr wichtig, als "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" in Angriff genommen wurde: würde Oscar-Preisträgerin Renée Zellweger wieder für die Rolle, die sie zu Berühmtheit brachte, zur Verfügung stehen? Würde sie wieder für den Film an Gewicht zulegen können, sich den britischen Akzent wieder aneignen und Bridget den gleichen Charakter verpassen können?

Zellweger überlegte sich ihre Antwort sehr genau. Am Ende jedoch, war sie sich sicher, wieder in die Rolle der Bridget zu schlüpfen. "Ich nahm mir einige Zeit für die Entscheidung", sagt Zellweger.

"Ich wusste zwar, dass ich wieder eine Menge Spaß haben würde - das war nicht die Frage. Es war einfach die Tatsache, dass ich den Charakter sehr liebte und ich eine persönliche starke Beziehung zu ihm aufgebaut hatte und ich ihn beschützen wollte.

Sie war einfach ein Glück für mein Leben und sie ist etwas Besonderes für viele Menschen auf der ganzen Welt, sodass ich nichts tun wollte, was ihr schaden könnte".

"Ich mag Geschichten, die niemals zuvor erzählt wurden, und Bridgets Erfahrungen hatte man vorher niemals so dargestellt gesehen", führt sie fort.

"Als wir Bridgets Reise fortsetzten, war mir klar, dass das nicht einfach eine Fortsetzung war, denn wir erlebten einen neuen Abschnitt in Bridgets Leben. Das war es, was mich interessierte. Es kommt selten vor, dass man einen Charakter wiederholt spielt, der sich derartig weiterentwickelt.

Allerdings hatte ich auch ein klein wenig Angst davor, diesen neuen Prozess zu entdecken. Diese Bridget ist defintiv in vielen Dingen gewachsen, sie ist nicht mehr so naiv, sie wählt ihre Worte besser, aber doch hat sie noch sehr viele Fehler, was aber gerade die Menschen an ihr lieben."

In "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" findet die Titelheldin in einer neuen Beziehung sowie auch in einem neuen Job ihre Herausforderung, immer in der Gewissheit, dass Glück und Erfolg an der nächsten Ecke auf sie warten.

Dieser ständig hoffnungsvolle Aspekt ist es, von dem Zellweger glaubt, dass er es ist, der immer wieder zur Bauchlandung führt. "Eines der wundervollen Eigenarten an Bridget ist, dass sie, obwohl sie immer wieder auf die Nase fällt, niemals ihren Optimismus verliert", stellt Zellweger fest.

"Zu Beginn der Story sieht es so aus, als ob sie in einer glücklichen Beziehung lebt und als Journalistin erfolgreich ist. Sie kann sich nicht vorstellen, dass etwas schief gehen könnte ... bis es dann passiert."

Nachdem sie in "Unterwegs nach Cold Mountain" eine Südstaatlerin gespielt hatte, und dafür einen Oscar als Beste Nebendarstellerin gewann, mußste sie sich erneut der psychischen und physischen Herausforderung der Rolle als Britin Bridget Jones stellen.

Sie mußste sich wieder einen britischen Akzent zulegen - und was das Schlimmste war, sie mußste auch wieder an Gewicht zulegen. Von Kleidergröße 6 auf Größe 14, so wie sie es schon einmal getan hatte, mußste sie sich etliche Pfunde anessen, um sie nach Drehschluss wieder zu verlieren.

"Es war für mich wichtig, um mich in Bridget hineinversetzen zu können", bemerkt die Schauspielerin. "Wenn ich mich nicht in ihrem Körper und in ihrem Geist wiederfinde, könnte ich die Rolle nicht voll ausspielen."

Zusätzlich zu dem Gewichtsproblem mußste sie sich auch auf einige Stunts vorbereiten. Zum Beispiel mußste sie mit einem Paraglider direkt in einen Schweineferch springen, wobei sie einen quietschgelben und orangefarbenen Anzug trug.

"Das war ein verrückter Tag", erinnert sich Zellweger, "ein Tag, an dem ich mehr über Schweine lernte, als ich es jemals gewollt hätte!"

In einer anderen Szene mußste sie sich auf Skiern die österreichischen Berge herunterquälen, und in einem Frauengefängnis in Bangkok imitierte sie einen Madonnaauftritt, bei dem sie ein enges Goldlamè-Kleid trug, das ihre Hüftbewegungen etwas einschränkte.

"Für mich war diese Rolle die große Chance, meinen vollen Körpereinsatz zu geben", kommentiert sie. So mußste sie öfters hinfallen, stolpern und sich weiteren Peinlichkeiten hingeben. Aber das ist eben typisch Bridget!

In "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" ist Bridget nicht nur verliebt, sie pendelt zwischen zwei Männern, die ihre romantischen Gefühle unterschiedlich berühren.

Der eine ist ein "Zu-gut-für-diese-Welt-Anwalt", ein außergewöhnlicher Gentleman und möglicher Heiratskandidat namens Mark Darcy, dargestellt von Colin Firth, und der andere ein total unwiderstehlicher Zyniker mit viel Sexappeal namens Daniel Cleaver, der wiederum mit gewohnter Coolness von Hugh Grant verkörpert wird.

Beide Männer fanden die Idee toll, wieder in diese Rollen zu schlüpfen, um diese neu zu entdecken und aber auch gegenüber Bridget zu vertiefen. Für Colin Firth war es eine Chance, Mark Darcys märchenhaftes Auftreten aufzulösen.

Diesmal brachte er den vormals unerschütterlichen Darcy soweit, dass er sich schließlich öffnete und seine wahren Gefühle für Bridget Schritt für Schritt zuließ.

Firth sieht das neue Bridget Jones-Kapitel als spielerische Windung hin zum typischen klassischen Liebesfilm. "Es gibt einen Grund, warum romantische Märchen irgendwann enden, denn, wenn sie weitergehen würden, entwickeln sie sich in eine grässliche Richtung", lacht er.

"Aber wir wissen alle, dass die Realität ganz anders ist. Wir wissen, dass die Dinge, die dir anfangs in einer Beziehung gefallen, später auf die Nerven gehen können. Wir wissen, dass zwei Menschen, die einen total verschiedenen sozialen Background haben, oft nicht in der Lage sind, sich gegenseitig zu helfen oder zu beurteilen.

Und da "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" diese Dinge offenlegt, denke ich, dass der Film ein Portrait einer Beziehung zeigt, die einerseits sehr komisch und andererseits sehr lebendig und real ist."

Firth war immer sehr von Darcys Zuneigung zu Bridget fasziniert, die ihn an viele wahre Beziehungen erinnert, die er selbst erlebt hat. "Bridget und Mark sind offensichtlich nicht gerade ein perfektes Paar", sagt er, ´"aber ich glaube, es gibt viele Menschen, die sich aus nicht zu erklärenden Gründen sehr mögen.

Ich glaube, dass Mark es nicht genau weiß, warum er sich in Bridget verliebt hat, ich denke aber, er findet sie einfach sehr erfrischend. Er selbst kommt aus einer Welt, in der es immer nur um seriöse Auftritte geht. Ihm gefällt ihr Witz und ihre Cleverness, sogar dann, wenn er sieht, wie sie sich in katastrophale Situationen bringt".

Solch eine katastrophale Situation entsteht durch Bridgets Selbstzweifel und ihre Eifersucht - Gefühle, die bei einer anbahnenden Beziehung nicht nur auf die weibliche Seite begrenzt sind.

Darcy selbst findet sich manchmal als Opfer am Ende des romantischen Spektrums wieder - vor allen Dingen, wenn der frühere aalglatte Boss aus der Vergangenheit seiner Freundin wieder auftaucht. Und gemäß der großen Tradition englischer Ritterlichkeit, kommen die beiden Kontrahenten nicht umhin, den Konflikt mit Handgreiflichkeiten aus der Welt zu schaffen.

In der Tat erfolgt hier eine sehr witzige Wiederholung aus dem ersten Bridget Jones-Film. Darcy und Cleaver kämpfen wieder miteinander und bieten eine meisterliche, nicht sehr brutale Rangelei, die sich als eine der ausgedehntesten Kampfszenen der heutigen Filmgeschichte herausstellt.

Diese Farce eines Kampfes legten Firth und Grant ohne vorherige Übung hin. Produzent Jonathan Cavendish sagt: "Ich kann nur sagen, dass Colin und Grant die miserabelsten Kämpfer sind, die ich je gesehen habe. Deshalb sind sie so großartig in dieser Szene."

"Das lustige an der Sache ist, dass Hugh und ich uns nur bei diesen Kampfszenen getroffen haben", sagt Firth. "So entschieden wir uns dieses Mal, nicht lange zu probieren. Wir trafen uns einfach am Morgen, zupften einander an den Haaren, traten und beschimpften uns, dann kam alles von ganz alleine.

Mittlerweile glaube ich, dass Hugh mehrmals die Krankenschwester aufsuchte, um nach einer Wärmflasche und Medikamenten zu fragen", witzelt Firth.

"Aber ernsthaft, ich glaube, das ist mittlerweile ein Ritual - die beiden werden noch kämpfen, wenn sie schon 103 Jahre alt sind. Ich glaube, man kann sagen, dass diese Daniel- und Mark-Geschichte sich immer als körperlicher Spielplatz entfalten wird."

Hugh Grant fügt hinzu: "Mittelklasse Engländer kämpfen nicht. Und wenn sie es dann tun, sieht es ziemlich erbärmlich aus - mädchenhaft, unordentlich, eigentlich harmlos - und so wollten wir es darstellen."

Gegenüber des ersten Films, in dem Grant als gezierter, schäbiger und irgendwie unbeschreiblich verführerischer Daniel Cleaver zu sehen war, ändert sich im neuen Film sein Charakter total.

Jedoch war die Rolle in Helen Fieldings Roman sehr klein ausgefallen, sodass die Drehbuchautoren den Charakter des Daniel Cleaver etwas größer schrieben. Sie brachten Cleaver und Bridget wieder als Journalisten-Partner zusammen, die für eine Reise-TV-Show namens "The Smooth Guide" arbeiten.

Man braucht nicht zu sagen, dass Bridgets letzte Liebelei mit Cleaver nicht gerade sehr geschmeidig verlief ...

Beebon Kidron, die Regisseurin des Films, nennt Grant das dunkle Herz dieser Komödie."Er ist in dieser Rolle einfach unschlagbar", sagt sie.

"Er ist einfach ein wundervoller Schauspieler, der oft sehr lakonische Rollen spielt. Aber in 'Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns' spielt er so leicht mit einem außergewöhnlichen Comedy-Timing.

Er spielt den bad boy, der aber auch gleichzeitig ein Schwarm der Frauen ist. Ein Mann, den man nicht heiratet, aber, um es mit Bridgets Worten zu sagen, ein Mann, mit dem man eine Nummer schieben kann."

Eine Neuigkeit und gleichzeitig eine Schlüsselfigur in der Geschichte um Bridget ist der Charakter von Rebecca, Mark Darcys mysteriöse neue Kollegin, die nicht reicher, schöner und langbeiniger sein könnte, um Bridgets Vorstellung von romantischer Seligkeit zu entsprechen.

Rebecca wird dargestellt von der australischen Schauspielerin Jacinda Barrett, die es genoss, Teil einer Episode in Bridgets Leben zu sein. "Ich habe beide Bücher gelesen, habe den ersten Film gesehen, und war total aufgeregt, in dem neuen Film mitspielen zu können", sagt sie.

"Am besten war es für mich, Renée beim Spielen zuzuschauen. Sie bringt soviel Angstlosigkeit in diese Rolle ein. Ich habe mich dabei erwischt, sie mit Rebeccas Augen zu beobachten, wie sie sich selbst zum Narren macht, und ich fand sie einfach inspirierend und unglaublich liebenswert."

Colin Firth sagt über Jacinda Barretts Rolle: "Das lustige an ihrem Part ist, dass sie überhaupt nicht so ist, wie man eigentlich über sie denkt."

Als Bridget gegen ihre Eifersucht ankämpft und sie über den Sinn ihrer eigenen Herzensaffäre nachdenkt, bemerkt sie, dass sich ihre Eltern gerade auf ihrem eigenen romantischen Trip befinden.

Jim Broadbent und Gemma Jones spielen auch in "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" wieder Dad und Mum. "Ich finde es so liebenwert an Bridgets Eltern, dass sie wissen, dass manche Dinge zwischen ihnen niemals vollkommen sind, aber dass sie es ohne einander auch nicht besser hätten."

Jones fügt hinzu: "Ich glaube, Pam hat es schließlich eingesehen, dass ihr Ehemann eigentlich ein ganz guter Typ ist.

Wichtig in Bridgets Leben sind auch ihre loyalen Freunde, die sie mit mehr oder weniger guten Ratschlägen unterstützen. Für Sally Phillips, Shirley Henderson und James Callis, die als Shazzer, Jude und Tom zurückkehren, bedeutete die Rückkehr in "Bridget Jones - Am Rande des Wahnsinns" erneuter Spaß.

"Wir sind die typischen betrunkenen, nutzlosen Freunde, die jede Menge fürchterlicher Ratschläge geben", sagt Henderson. "Und jetzt, da Bridget mit jemanden befreundet ist, der völlig anders ist als wir, bestärken wir sie auch noch in all ihrer Paranoia und ihren Neurosen!"

In der Rolle von Bridgets herzlosem und nur in Zuschauerraten denkendem Boss Richard Finch sehen wir erneut Neil Pearson. "Richard sieht Bridget nur als Vehikel zum Erfolg - die Ratings müssen stimmen", erklärt Pearson. Er weiß, die Leute wollen Bridget nur sehen, weil sie auf ein Desaster warten, und er in seinem Job immer erfolgreicher wird."

Bridget verbringt ein Wochenende beim Skifahren in Österreich und geht nach Thailand auf eine Geschäftsreise, bei der sie ihre alte Liebe Daniel Cleaver wiedertrifft und schließlich in einer Zelle in einem thailändischen Frauengefängnis landet.

Um diese Reise rund um die Welt in einer klaren, klassischen aber modernen Art einzufangen, arbeitete Regisseurin Beeban Kidron eng mit Kameramann Adrian Biddle und Produktionsdesigner Gemma Jackson zusammen.

Der Film zeigt Bridget in ihrer bunten kleinen Ecke in London, und plötzlich kommt sie aus dieser heraus und entdeckt eine völlig neue Welt. "Die Story beginnt in London, in Bridgets Welt, wo sie ihre Freunde trifft, wo sie zur Arbeit geht und wo peinliche Familientreffen stattfinden", erklärt sie.

"Aber plötzlich wird sie aus ihrer gewohnten Umgebung gerissen - sie geht nach Österreich zu einem Skiwochenende und dann sogar nach Thailand. Jetzt haben wir die Chance, Bridget in der weiten Welt zu sehen.

Ich sah sie als eine Art James Bond an. Sie erlebte Abenteuer, die auch nur Bridget erleben kann. Weit von Zuhause entfernt, bietet sich ihr die Chance, über ihr Leben und ihre Gefühle für Darcy nachzudenken."

Für die London-Szenen suchten sich Kidron und die Crew solche klassische Locations wie die Tower Bridge, die Oxford- und Regent Street, den Picadilly, The Temple und Chiswick (wo ein modernes Bürogebäude zum Sit Up Britain Headquarter wurde).

Weitere bekannte Orte für Londonbesucher sind die italienischen Fontänen im Hyde Park, der Platz, an dem Cleaver und Darcy ihren Kampf ausfochten.

Die Paragliding-Szene wurde in der Nähe des Buckinghamshire gedreht. Renée Zellweger hing an einem sieben Meter hohen Kran an Drähten und verbrachte Stunden in einem schlammigen Schweineverschlag. Das machte sie ohne Stuntfrau.

"Renée beeindruckte mich mit ihrem Willen, nicht nur ihre Stunts selbst zu machen, sondern sie fiel auch mit ihrem Gesicht voll in den Schlamm und tobte mit den Tieren rum", lacht Kidron.

Bridgets Wohnung wurde auf der Ealing Bühne nachgebaut. Produktionsdesignerin Gemma Jackson fügte einige Neuheiten bei dem Design des Appartement hinzu, zum Beispiel eine große Kollektion von Selbsthilfe-Büchern.

"Wir wollten Bridgets Wohnung eigentlich so lassen, wie sie im ersten Film aussah, da sie ihren Charakter reflektiert", erklärt sie.

"Sie hat das Aussehen eines Platzes, der jemandem gehört, der auf der Suche ist. Es gibt keinen speziellen Stil - es ist angefüllt mit verschiedenen Ideen, die Bridget im Laufe der Zeit in den Sinn kamen."

Aber dieses Mal mußste sich Jackson einer neuen Herausforderung stellen: Marcys Heim. "Ich glaube, es gibt eine Menge Unterschiede zwischen Bridget und Marks Wohnung", sagt Jackson.

"Bridgets Zuhause ist ein warmer, gemütlicher Platz, vielleicht ein bisschen chaotisch, aber voller Farben und Leben - und Dingen, die sie in ihrem Leben gesammelt hat.

Mark allerdings besitzt eine Wohnung, die ziemlich leer, gepflegt ist - aber eigentlich nicht komfortabel und gemütlich. Ohne Seele. Aber die findet Mark in Bridget."

Darcy nimmt allen Mut zusammen und lädt Bridget zu ihrem ersten Skiwochenende ein. Allerdings macht er den Fehler, auch seine Kollegin Rebecca, die natürlich die Hänge wie ein Profi hinunter fährt, einzuladen.

Diese Szenen wurden in Lech am Arlberg in Österreich gedreht. Für die Skiszenen selbst wurde die Kamera selbst auf eine Schneekatze montiert. Renée mußste die Piste in typischer Bridget-Manier runter fahren.

"Renée bot an, selbst mit den Skiern zu fahren, aber wir hatten zuerst eine erfahrene Ski- und Stuntfrau dabei, um festzustellen, dass dies ein Fehler war", erinnert sich Beeban Kidron.

"Renée hat ihre eigene Körpersprache für Bridget. Das ist so komisch und stellt einen großen Teil der Rolle dar, sodass wir sie selbst die Stunts machen ließen. Sie zeigte sich sehr, sehr mutig. Es machte ihr Spaß, diesen völlig außer Kontrolle geratenen Slalom den Berg hinunter, zu fahren. Fantastisch!

Eigentlich schämte ich mich ihr gegenüber, denn ich nahm den Skilift, um den Berg wieder herunter zu kommen."

In Thailand fanden die Filmemacher ein anderes Klima als das im verregneten London. "Wir kamen aus dem Regen und grauem Licht in ein Land mit leuchtend blauem Himmel und weitläufigen Stränden" kommentiert Kidron.

"Für den Film war es großartig, plötzlich diese Weite zu haben, offene Landschaften, die einen Unterschied zu Bridgets normalem Leben darstellten. Es gab dem Film einen total neuen Look und eine völlig neue Perspektive für Bridget."

Die Locations in Thailand beinhalteten das idyllische Beach Resort von Phuket, die 200 Jahre alte muslimische Stadt auf Pfählen, Ko Panyee, den uralten buddhistischen Tempel in Nakornpathom sowie einen belebten Markt in Bangkok mit Früchten, Kleidern und Kunsthandwerk - nicht zu vergessen Skorpione und Schlangen.

Für einige Strandszenen in Phuket, einschließlich der Szene, wo Bridget die Erfahrung mit LSD macht und in einer Woge des Glücks ins Meer watet, wurden die Kameras auf traditionellen Thai-Booten montiert.

"Das war eine ziemliche Herausforderung, denn der Bootsmann sprach keinerlei Englisch und fuhr nach rechts, wenn wir links meinten, und umgekehrt", erinnert sich Beeban. "Aber zum Schluss hat alles geklappt".

Im Pfahldorf von Ko Panyee, kreierten Gemma Jackson und ihre Crew ein Thai-Restaurant mit einem umwerfenden Blick, wo Bridget völlig hingerissen sich bei einem Dinner mit Daniel Cleaver trifft.

"Auf dem Platz, wo wir das Restaurant bauen wollten, war nur ein Betonfundament - kein Dach, keine Wände, nichts außer einem leeren Fleck", erklärt Jackson. "Wir bauten ein komplettes Restaurant im Thai-Stil.

Es war ein logistischer Alptraum, denn wir waren weit weg von jeglichen Baustofflieferanten. Wir mußsten das nehmen, was wir vor Ort finden konnten, aber es war es Wert, da es zum Schluss einfach toll aussah."

Jackson mußste auch einen thailändischen Straßenmarkt nachbauen. Nachdem sie einen in Bangkok außerhalb einer spektakulären Pagode gefunden hatten, den Kidron einfach liebte, baute Jackson einen noch schöneren nach.

"Wir kauften einfach die Stände, die billige Ware anboten, auf und bestückten sie mit wunderschönen Dekorationen und Mengen von Blumen und handgemachten Dingen", erklärt sie. "Und dann fügten wir noch schockierende Dinge wie Hühnerköpfe und Fischteile hinzu, um die Exotik Thailands darzustellen."

Aber Jacksons größte Herausforderung war das Erbauen der Gefängniszelle in Thailand, in welcher Bridget eingesperrt war. Um das so authentisch wie möglich zu gestalten, besuchten Jackson und Kidron mehrere Gefängnisse in Thailand, wo sie ein sauberes, ziemlich nettes Gefängnis in Phuket und ein grausames Gefängnis in Bangkok fanden.

Sie entschieden sich für eines zwischen den beiden Extremen. "Beeban und ich wollten es schon ziemlich real gestalten, aber nicht zu extrem", sagt Jackson. "Die Idee war, dass Bridget gerade so weit getrieben wird, dass sie den Glauben an sich selbst wiederfindet."

Kidron unterbricht: "Uns war bewusst, dass die Realität in einem thailändischen Gefängnis in einer romantischen Komödie nicht gut ankommt."

Um die Realität in der romantischen Komödie zu erhalten, findet sich Bridget in der Gesellschaft von anderen inhaftierten Frauen wieder, was in einer Madonna-Aufführung endet und dazu führte, dass Jackson für dieses Shooting bewegliche Wände verwenden mußste.

"Dieser Teil war sehr lustig", sagt Jackson. "Zuerst wollten wir, dass das Gefängnis düster und einsam sein sollte, doch dann bekam es durch die große Tanznummer den berühmten Bridget-Touch."

Für Renée Zellweger zeigt sich durch diese Gefängnisszene sowie die triumphale Rückkehr nach London mit ihrem wiederbelebten Sinn, was Liebe wirklich ist, wie Bridget Jones es immer wieder schafft, sich selbst aus den absurdesten Situationen zu befreien.

"Ich hoffte, dass Bridget Jones manchmal die Resonanz von Lucille Balls Charakter, mit der ich aufgewachsen bin, besäße", fasst Zellweger zusammen.

"Das ist etwas, was ich immer in dieser Rolle gesucht habe, als ich versucht habe, meine eigenen Unzulänglichkeiten zu erkennen und über sie zu lachen, wie sie es immer tat.

Ich sehe Bridget, die so ist wie viele von uns, die sich stündlich in einer neuen Lebensphase bewegt, immer wachsend, ein bisschen weiser, aber für immer dieselbe bleibend, so wie sie ist - eben Bridget".

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