Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee

Ausführlicher Inhalt

Wie das Fressen und Gefressenwerden in den Regenwäldern Borneos gehört im Großstadtdschungel von New York der Kampf um Margen und Ideen zum Überlebensalltag. Es geht um neue Geschäftsfelder, gute Einfälle oder einschlagende Produkte, die Geld und Ruhm versprechen.

Und kaum etwas wäre besser geeignet, die Herzen jedes Investors höher schlagen zu lassen, als die realistische Aussicht auf ein Leben verlängerndes Medikament im eigenen Unternehmensportfolio. Mit genau dieser Idee beginnt das mörderische Abenteuer eines wissenschaftlichen Expeditionsteams in einem Konferenzraum irgendwo in Manhattan.

Im tiefsten Dschungel von Borneo gibt es eine extrem seltene Orchidee - die Blut-Orchidee -, die in ihrer Blütephase alle sieben Jahre einen Stoff freisetzt, der als natürlicher und extrem wirkungsvoller ?Jungbrunnen' funktionieren soll.

So gelingt es dem Finanzchef einer Pharmaziefirma, Gordon Mitchell (Morris Chestnut), mit der Hilfe seines Freund und Kollegen Dr. Jack Byron (Matthew Marsden) tatsächlich, seine Finanziers ein weiteres Mal von einem seiner gewagten Projekte zu überzeugen, denn zu überwältigend wären die Gewinne, die sich einem solchen Fund machen ließen.

Ein Team aus Spezialisten für die Expedition ist schnell zusammengestellt: Gordon Mitchell, der Finanzmann des Unternehmens, der ehrgeizige Chefwissenschaftler Dr. Jack Byron (Matthew Marsden), Byrons ebenso hübsche wie patente Assistentin Sam Rogers (KaDee Strickland), die skeptische Unternehmens-?Babysitterin' Gail Stern (Salli Richardson-Whitfield), das vorlaute Computergenie Cole Burris (Eugene Byrd) sowie der charmante Arzt Dr. Ben Douglas (Nicholas Gonzalez).

Doch was auf dem Papier wie eine simple Dschungeltour aussah, entpuppt sich vor Ort als enorm schwieriges Unterfangen. Für den Plan, mitten in der Regensaison über die gefluteten Landschaften Borneos in den Dschungel eindringen zu wollen, erntet das Team nur fassungsloses Kopfschütteln von den einheimischen Bootsanbietern.

Nur ein gewisser "Yin Sun" wird ihnen als letzte Hoffnung empfohlen und der stellt sich schließlich als Exilamerikaner mit astronomischen Honorarwünschen vor.

Zusammen mit seinem Helfer Tran (Karl Yune) erklärt sich Bill "Yin Sun" Johnson (Johnny Messner) bereit, das Team für 50.000 Dollar auf seinem Boot flussabwärts zu bringen, auch wenn die "Bloody Mary" nicht wirklich diesem Preisniveau entspricht.

Sie stellt sich als wenig Vertrauen erweckende Mischung aus Hausboot und motorisiertem Schmugglerfloß heraus, aber eben auch als einzige Möglichkeit, das Ziel rechtzeitig zu erreichen. Mit unterschiedlicher muße richten sich die Mitglieder auf ihrem schwimmenden "Zuhause" für die nächsten Tage ein.

Cole Burris installiert seine Satelliten gesteuerte Navigation auf dem Notebook, Douglas scheitert mit einem Flirtversuch bei Sam Rogers und Gail Stern macht Bekanntschaft mit Kong, dem kleinen Äffchen des Kapitäns, bevor sie nochmals klar macht, wie wenig sie von dem ihrer Ansicht nach absurden Projekt und ihrem Aufenthalt im Dschungel Borneos hält.

Tatsächlich kommt es auch ausgerechnet für sie schon nach kurzer Zeit zu einem fürchterlichen Zwischenfall, als sie ins Wasser fällt und von einem Krokodil angegriffen wird. Entschlossen springt Bill mit einem Messer hinterher und lässt sich auf den mutigen Kampf mit dem Krokodil ein und rettet sie.

Nicht ahnend, dass sich unter der Wasseroberfläche ein noch viel größeres Ungeheuer verbirgt, geht danach die Reise etwas ernüchtert weiter. Das nächste Problem, das sich ihnen nicht ganz unerwartet in den Weg stellt, sind unberechenbaren Flüsse, die eine gefahrlose Weiterfahrt unmöglich machen.

Johnson erwägt einen Kurswechsel, der viel Zeit in Anspruch nehmen würde, lässt sich aber vom Drängen Byrons sowie einer heimlichen Abmachung und saftigen Gefahrenzulage doch überzeugen, das Risiko einzugehen.

Ein fataler Entschluss, denn durch ein kleines Missgeschick gerät die "Bloody Mary" kurz darauf in eine starke Strömung, die sie einen turmhohen Wasserfall hinunterreißt.

Wahrend vom Boot nur Treibgut übrig bleibt, überleben alle Besatzungsmitglieder unverletzt und nach dem Einsammeln einiger Vorräte und Ausrüstungsgegenstände entbrennt eine Diskussion über das weitere Vorgehen.

Byron will trotz allem weiterhin die Orchidee pünktlich zur Blütezeit erreichen und sich damit als Wissenschaftler unsterblich machen, während fast der gesamte Rest der Truppe nur noch zurück nach Hause und in die sichere Zivilisation will.

Für Byron scheint es nichts anderes zu geben, als ?seinen' Erfolg der Mission - koste es was es wolle - während Bill Johnson es bereut, sich auf Jack Byrons Pläne eingelassen zu haben und eindringlich zum sofortigen Abbruch rät.

Die nächsten Schritte, egal in welcher Richtung, liegen aber zunächst auf dem gleichen Weg, denn durch den Funkkontakt zu Bills Kollegen und Bootskapitän Livingston gibt es die Möglichkeit nach einem kurzen Landmarsch, per Boot weiter zu reisen.

Mittlerweile aber hält der Dschungel eine weitere, noch viel grausamere Überraschung parat. Lautlos nähert sich eine über 12 Meter lange und baumdicke Anakonda dem Team, als es ein geflutetes Feld durchwatet, und verschlingt unbarmherzig den Expeditionsarzt Ben Douglas.

Auch Livingston schafft es nicht zum verabredeten Treffpunkt und sein Boot geht nach dem Angriff einer gewaltigen Anakonda in Flammen auf. Mehr und mehr erscheint die Mission zum Scheitern verurteilt und eigentlich sollte es nur noch ums Überleben gehen.

Doch Byron will noch immer nicht von seinem Plan ablassen, die Orchideen pünktlich zur Blüte zu erreichen. Er will keine weiteren sieben Jahre auf die nächste Phase warten und fühlt sich in seinem Plan, wie gehabt weiter zu machen, dadurch bestärkt, dass Anakondas zum einen territoriale Einzelgänger sind und zum anderen Wochen brauchen, um eine üppige Mahlzeit zu verdauen, so dass dieses Tier keine weitere Gefahr mehr darstellen dürfte.

Bald darauf mußs die Gruppe allerdings am eigenen Leib die mörderische Ausnahme dieser Regel erfahren: Es ist nicht nur Regensaison in Borneo und Blüte der Blut-Orchidee - es ist auch Paarungszeit für die Anakondas und alle männlichen Tiere bewegen sich auf einen dunklen, feuchten Ort zu, um sich mit den wartenden Weibchen zu paaren.

Und dieser Ort liegt offensichtlich genau in der gleichen Richtung, in die sich auch der Rest des Teams bewegt - dorthin wo die Blut-Orchideen längeres Leben verheißen, dorthin, wo die Anakondas es vorzeitig beenden.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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