Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee

Produktionsnotizen

Selbst die, die den Dschungel ihre Heimat nennen, sind nicht vor ihnen sicher. Und für jene, die als ungebetene Eindringlinge kommen, sind die Folgen umso schrecklicher.

Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee ist ein Horrorthriller, der im tiefsten Dschungel Borneos spielt, wo eine extrem seltene rote Orchidee - die "Blut-Orchidee" - vielleicht den Schlüssel für die ewige Jugend birgt.

Eine entschlossene Gruppe junger Wissenschaftler macht sich auf die gefährliche Reise in den Dschungel Borneos, um eben diese Orchidee zu finden und vielleicht den Jungbrunnen zu entdecken, der ihnen und ihren Firmenbossen einen Haufen Geld bringen würde.

Doch schnell wird klar, dass sie mit mehr als nur schlechtem Wetter und undurchdringlichem Gestrüpp zu kämpfen haben, um diesen Schatz zu bergen.

Auf die Truppe wartet im Dickicht des Dschungel ein tödlicher Jäger, der das Geheimnis der Orchidee bewacht und jeden Eindringling ebenso gnadenlos wie endgültig aufhält.

Screen Gems präsentiert eine Middle Fork Production, Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee ist die Fortsetzung des Kinoerfolges Anaconda von 1997. Der Film wurde auf den Fidschiinseln gedreht und die Hauptrollen spielen Johnny Messner ("Keine halben Sachen 2", "Tränen der Sonne"), KaDee Strickland ("The Grudge", "Was das Herz begehrt"), Matthew Marsden ("Helen of Troy", "Black Hawk Down"), Eugene Byrd ("8 Mile"), Salli Richardson-Whitfield ("Biker Boyz", "Antwone Fisher"), Nicholas Gonzalez ("Resurrection Blvd.", MTV's "Undressed"), Karl Yune" ("Forbidden Warriors") und Morris Chestnut ("Einheit 49", "Confidence").

Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee ist eine Regiearbeit von Dwight Little. Das Drehbuch zu diesem Film stammt von den beiden Autorenteams John Clafin & Daniel Zelman und Michael Miner & Ed Neumeier nach einer Story von Hans Bauer und Jim Cash & Jack Epps, Jr. Als Produzentin war sofort Verna Harrah mit an Bord des Teams, die schon im ersten Teil in dieser Funktion agierte.

Ausführender Produzent des Films ist Jacobus Rose. Außerdem mit im Team waren Kameramann Stephen F. Windon und die Cutter Marcus D'Arcy und Mark Warner. Bryce Perrin übernahm die Aufgabe des Produktionsdesigners und Terry Ryan die der Kostümdesignerin. Die Musik zum Film stammt von Nerida Tyson-Chew.

Über die Produktion Produzentin Verna Harrah sagt, dass sie schon immer den ersten Teil des Filmes Anaconda (1997) weiterdenken wollte, bei dem sie ebenfalls Produzentin war. Entscheidend war aber, dabei trotzdem eine neue Geschichte zu erzählen.

"Ursprünglich hatten wir die Idee, dass einige Anakondas mit einem Boot vom Amazonas in die Gewässer von New Orleans geraten. Es war eine witzige Idee, wurde aber zu kompliziert.

Also blieben wir in der Dschungelumgebung und änderten die Handlung dementsprechend. Jetzt ist es die Geschichte einiger Pharmakologen, die entdecken, dass es in Borneo eine Orchidee gibt, die in der Lage sein könnte, das Leben zu verlängern."

Ausgangspunkt dieses neuen Abenteuers ist das Projekt einer Gruppe motivierter Wissenschaftler aus New York, die von ihrer Firma die Finanzierung für eine Forschungsreise nach Borneo erhalten, um einige Exemplare einer seltenen Blume zu bergen, die nur alle sieben Jahre für zwei Wochen blüht.

"Und natürlich handelt es sich dabei um keine leichte Aufgabe, denn es ist nicht nur gerade Monsunsaison, sondern auch noch Paarungszeit der Anakondas", so Harrah.

Regisseur Dwight Little hat das Projekt vor allem gereizt, weil er ein großer Fan von Abenteuergeschichten ist, insbesondere wenn sie exotische Elemente und Spannung miteinander verbinden. "Es geht doch nichts über einen guten Abenteuerfilm", so Little, "und genau das ist das doch.

Selbst ohne die Monsterschlangen ist es immer noch eine wirklich gute Story über eine Expedition auf einem verschlungenen Fluss in eine sehr gefährliche Region. Dann addiert man die Schlangen und man bekommt wieder etwas anderes!"

Verna Harrah war begeistert, Dwight Little dafür gewinnen zu können: "Er hatte eine wirkliche Vision für den Film. Er ist ruhig, talentiert und kooperativ. Ist das nicht wirklich eine Mischung, die schon an ein Wunder grenzt?

Bei einer Horrorstory, die zu mehr als 90 Prozent unter freiem Himmel spielt, ist die Auswahl der perfekten Locations entscheidend und die Filmemacher waren begeistert, als sie ?ihren' Dschungel auf den malerischen Fidschiinseln fanden. Die Vorzüge waren sowohl kreativer als auch finanzieller Natur.

"Fidschi bietet viele verschiedene und spektakuläre Drehorte, die man bislang noch nicht so häufig in Filmen gesehen hat", erklärt Verna Harrah. "Aber wir haben auch einige Steuervorteile bekommen, die selbstverständlich sehr wichtig für uns waren."

Darüber hinaus sind die Behörden der Fidschiinseln extrem entgegenkommend zu Arbeitsteams aus dem Ausland. "Hinzu kommt", so Verna Harrah, "das es sehr sicher auf den Fidschiinseln ist. Es ist einer der wenigen Plätze auf der Welt, an denen man in einer Dschungelumgebung arbeiten kann, ohne sich über Terrorismus oder regionale Bürgerkriege sorgen machen zu müssen."

Über die Auswahl der Besetzung Für Regisseur Dwight Little war schon früh klar, dass der Schlüssel zum Erfolg von ANACONDAS: DIE JAGD NACH DER BLUT-ORCHIDEE in der Besetzung liegen würde.

"Ich glaube wirklich, dass jeder Thriller oder Horrorfilm zuallererst Charaktere braucht, die für die Zuschauer glaubhaft sind und mit denen man sich identifizieren kann", so Little.

"Anschließend kann man mit dem Aufbau der Spannung beginnen. Wenn das Publikum nicht mit den Charakteren fühlt, gibt es keine Spannung und keine Schauer, die einem über den Rücken laufen würden."

Jedes Mitglied des Ensembles wurde nach seinem Talent ausgewählt und dem, was er in die Rolle einbringen konnte. Schließlich hatte man eine Gruppe frischer und energetischer Schauspieler auf dem Dienstplan, die bereit waren, sich auf die Herausforderung einzulassen, einen Charakter unter physisch anstrengenden Bedingungen darzustellen.

Verna Harrah sagt: "Sie sind alle sehr talentiert und haben eine wundervolle Leinwandpräsenz. Sowohl jeder einzelne als auch das gesamte Ensemble zeigt eine wahre Persönlichkeit und wir hatten unerhörtes Glück, so eine tolle Besetzung zu finden."

Johnny Messner spielt Bill Johnson, einen rauen Einzelgänger, der im Dschungel auf seinem Boot lebt. Für ein saftiges Honorar lässt er sich trotz widrigster Umstände darauf ein, die Wissenschaftler flussab zu bringen. "Bill ist ein Wrack", gibt Messner zu.

"Er endete in Borneo, um ein neues Leben zu beginnen, konnte aber seinen Dämonen nicht entfliehen. Er trinkt, er ist ein Spieler und er hat Schulden. Alles, was er besitzt, ist sein altes, verfallenes Boot. Er ist ein interessanter Charakter, weil er nicht nur schlechte Seiten hat.

Er hat ein ziemlich gutes Herz unter seiner rauen Fassade - er hat nur ein paar falsche Entscheidungen in seinem Leben getroffen."

Little schreibt es Messners Talent zu, dass aus seiner Rolle, einen Amerikaner im Exil im Dschungel von Borneo zu spielen, kein Klischee geworden ist. "Er ist ein so bodenständig als Schauspieler, dass er den Film nicht in die reine ?Filmwelt' abgleiten ließ", so Little.

Bills verletzliche Seite zeigt sich durch seine Gefühle für seinen kleinen Affen, der mit ihm auf seinem Boot lebt. Für Messner kann die Art und Weise, wie ein Mensch von einem Tier behandelt wird, sehr viel über einen Charakter aussagen.

"Kong ist das Einzige, worum sich Bill wirklich sorgt und umgekehrt ist der Affe ein wirklicher Freund für ihn", sagt Messner, "was dem Charakter eine interessante Dimension hinzufügt."

Die Arbeit mit Kong erwies sich als eine bemerkenswerte Erfahrung für den Schauspieler: "Ich habe diesen Affen einfach geliebt. Er kletterte mir auf die Schulter, küsste meine Ohren, und er war einfach unglaublich klug. Er hatte die Menge einfach im Griff und sorgte für einige tolle Momente im Film."

Morris Chestnut spielt Gordon Mitchell, den Finanzmann des Forschungsteams, der ständig ein Auge auf dem möglichen Profit der Expedition hat.

Morris erklärt: "Mitchell hat den ganzen Film über mit einem inneren Konflikt zu kämpfen. Obwohl er am liebsten so schnell wie möglich abhauen würde und nach Hause will, ist ihm sehr wohl klar, dass seine Firma einen gigantischen Gewinn machen wird, falls sie die Orchidee finden können.

Er ist ein Mann, der seine eleganten Anzüge und seine glänzenden Schuhe liebt, also fühlt er sich nicht gerade wohl, wenn er sich durch einen unwirtlichen Dschungel schlagen mußs und dabei jederzeit im Magen eines riesigen Reptils landen könnte.

Es war ein Abschnitt während des Drehs, der mir viel Spaß gemacht hat, und ich hatte eine tolle Zeit auf den Fidschiinseln - es ist ein unglaublicher Ort."

Für Little wurde Chestnuts Charisma zu einem unersetzlichen Teil des Ensembles. "Morris hat eine überragende Präsenz auf der Leinwand - er hat eine wahre Starqualität", sagt der Regisseur.

"Als sein Charakter am Anfang des Filmes den Konferenzraum betritt und sagt, was er machen will und welche Vision er hat, glaubt man ihm jedes Wort."

Der britische Schauspieler Matthew Marsden wurde für die Rolle des Dr. Jack Byron ausgewählt, dem Chefwissenschaftler des Teams. "Jack ist ein sehr guter Wissenschaftler, ein Experte in seinem Fach", so Mardsen, "aber er ist auch der Star in seinem eigenen Film.

Er ist nicht unbedingt ein Egoist. Er steht unter großem Druck, diese Orchidee zu finden und Resultate für seine Firma zu erzielen. Das macht ihn zwar noch nicht zu einer schlechten Person, aber auf jeden Fall ist er ziemlich ehrgeizig. In der Vergangenheit habe ich immer den Helden gespielt und so war das eine nette Abwechslung für mich."

Nach der anstrengenden Suche nach einem Schauspieler, der Jack nicht als Klischee-Schurken spielt, war Marsden eine frische Entdeckung. "Matthew war eine wundervolle Überraschung", sagt Verna Harrah.

"Wir fingen langsam an, nervös zu werden, da Dwight und ich schon auf den Fidschiinseln waren, und wir immer noch nicht den Richtigen für die Rolle hatten. Matthew brachte eine sensible Seite in den Charakter ein und gab ihm eine Tiefe, die nicht unbedingt im Drehbuch war."

Für die Rolle von Gail Stern, einer weiteren Wissenschaftlerin des Expeditionsteams, besetzten die Filmemacher Salli Richardson-Whitfield.

"Gail ist die Chefwissenschaftlerin der Firma, die den Auftrag für die Expedition erteilt hat. Im Grunde ist sie also mit dabei, um sicher zu gehen, dass ihre Firma davon profitiert, wenn etwas gefunden wird", erklärt Salli Richardson-Whitfield.

"Und das, obwohl sie es für Unsinn hält, und die Expedition als Geld- und Zeitverschwendung ansieht. Von Anfang an merkt man, dass sie der ganzen Sache nicht traut. Sie kommt aus der Business-Welt New Yorks und mag es gerne komfortabel.

Sich also in den Dschungel Borneos zu begeben, um einem Hirngespinst hinterherzujagen, ist überhaupt nicht ihr Ding. Es hat unglaublichen Spaß gemacht, einen Charakter wie sie zu spielen, die den ganzen Film über immer wieder anfängt zu schreien, wenn sich irgendwas irgendwo bewegt!"

Salli Richardson-Whitfield sagt, dass ihre Lieblingsfilme schon immer die wirklich gruseligen waren, und so ließ sie sich die Chance, in einem mitzuspielen, natürlich nicht entgehen. Sie fügt hinzu: "Es ist ein tolles Drehbuch und wenn du Lust auf Nervenkitzel hast, dann ist das genau der richtige Film für dich!"

KaDee Strickland wurde als Sam Rogers besetzt, ein Mitglied des Forschungsteams und Assistentin von Jack Byron. Für Strickland repräsentiert Sam das Herz des Filmes.

"Sam ist im Team, weil Jack schon vorher mit ihr gearbeitet hat und ihr vertraut. Sie liebt ihre Arbeit und ist begeistert davon, Teil einer wissenschaftlichen Expedition zu sein, doch sie hat einige Probleme damit, wem sie im Team wirklich vertrauen kann und wer nur versucht, die Situation zu seinem eigenen Vorteil auszunutzen."

Little lobt Stricklands Fähigkeit, die richtige Balance für eine Rolle zu finden, die Geist und Sportlichkeit verlangte. "Sie ist sehr körperbetont, sehr bodenständig und gleichzeitig bekommt sie auch die New Yorker Studiumsabsolventin und Debütantin hervorragend hin", so Little.

Strickland erzählt, sie sei mit einem Faible für Horrorfilme aufgewachsen. "Das hier ist der erste Horrorfilm, bei dem ich dabei sein konnte, und ich war außerdem wirklich froh über die Möglichkeit, drei Monate auf den Fidschiinseln verbringen zu können", sagt Strickland.

"Am angenehmsten war, dass die Besetzung so hervorragend miteinander auskam. Wir wurden wirklich zu Freunden. Wir sollten uns im Grunde in einem dauerhaften Angstzustand befinden und das kann sehr Kräfte zehrend sein. Aber am Ende des Tages haben wir trotzdem alle gemeinsam gegessen, obwohl wir schon den ganzen Tag unter Stress miteinander verbracht hatten."

Eugene Byrd spielt Cole Burris, den technischen Experten oder ?Computerfreak' - wie er ihn nennt - des Teams. "Er ist die Art Mensch, die es gerne lässig hat.

Er will seinen Job machen, ein paar Witze reißen und Spaß haben. Jedenfalls solange, bis er mit ansehen mußs, wie sein Freund von einer unglaublich riesigen Schlange verspeist wird. Danach will er nur noch so schnell wie möglich abhauen und wieder nach Hause."

Byrd hatte die Freiheit, für seinen Charakter, ein paar witzige Sprüche zu improvisieren, wodurch er zu einer entscheidenden Komponente in einem Film wird, dessen Ziel es eigentlich ist, Angst einzujagen.

"Eugene ist unsere komödiantische Abwechslung. Er ist einfach wunderbar. Er hat seinen Charakter hervorragend eingefangen und seine Dialoge waren immer perfekt und witzig - selbst wenn er improvisierte. Er ist wirklich die amüsante Ablenkung des Filmes und das braucht man in einem Horrorfilm."

Nicholas Gonzalez erklärt, dass sein risikobereiter Charakter Dr. Ben Douglas sich nicht von Umständen abschrecken lässt, die den meisten Menschen eine höllische Angst einjagen würden. "Ben ist immer mit von der Partie, wenn man ihn braucht", so Gonzalez.

"Sie brauchen einen Doktor für die Expedition und er ist ein Freund von Jack Byron, also ist er der Richtige. Er ist an Abenteuer gewöhnt, und so stören ihn die Entbehrungen und Härten der Expedition nicht sonderlich. Und spätestens dann, als er die teilnehmenden Ladies sieht, ist ihm klar, dass er eine gute Zeit haben wird. Er geht alles mit guter Laune und viel Humor an."

Auch Gonzalez nahm sich Zeit, seinen Aufenthalt auf den Fidschiinseln zu genießen. "Wir waren Hochseeangeln und fingen genug Fische, um Besetzung und Crew eine Woche lang füttern zu können!", erinnert er sich.

Für die Rolle des Tran, dem einheimischen Freund von Bill, besetzten die Filmemacher den Newcomer Karl Yune. "Bill und Tran sind Partner, weil sich Bill auf Tran verlässt", erklärt Yune. "Tran kennt jeden Winkel und jeden Typen in der Stadt. Wenn du etwas oder jemanden brauchst, dann gehst du zu Tran.

Bill und Tran leben ihr Leben beide am Abgrund und sie sind beide etwas verrückt. Tran interessieren die Wissenschaftler nicht - alles was ihn interessiert, sind die 50.000 Dollar, die sie bieten, um ein Boot zu chartern. Das ist selbst in der Flutsaison ein Haufen Geld."

Yune sagt, dass er die Möglichkeit, mit Regisseur Dwight Little zu arbeiten, sehr genossen hat: "Dwight ist der gelassenste Regisseur, den man sich vorstellen kann. Er ist ein wahrer Regisseur und er hat eine unheimlich starke Vision, wenn er einen Film verwirklicht.

Er mußste sich um eine Menge Schauspieler kümmern und hat sich trotzdem immer Zeit für jeden von uns genommen, wenn wir es brauchten. Er hörte unseren Ideen wirklich zu und ging gerne auf sie ein. Er war toll und ich denke, dass ich mich glücklich schätzen kann, an diesem Punkt meiner Karriere mit arbeiten ihm zu können."

Die Schlangen erwachen zum Leben Beim ersten Film Anaconda (1997) waren Animatronics die angesagte Technik. Aber durch die gewaltigen Fortschritte bei Computer generierten Geschöpfen konnte sich der neue Film natürlich die moderne CGI-Technik zu Nutze machen, um die gigantischen Reptilien zu pulsierendem Leben zu erwecken.

Produzentin Verna Harrah beschreibt es so: "Was die Weiterentwicklung der CGI-Möglichkeiten angeht, mußs man sagen, dass wir in einer anderen Welt leben als beim ersten Film vor sieben Jahren. Die Actionszenen mit den Schlangen sind besser als alles, was wir damals hätten machen können. Es ist wirklich spektakulär, was unser Visual-Effects-Team erreicht hat."

Regisseur Little erläutert den komplizierten Entwicklungsprozess der Schlangen, der mit einigen Skizzen eines Künstlers begann: "Wir haben uns Anakondas angeschaut, aber wir haben uns auch Pythons, Klapperschlangen und viele andere Schlangenarten angesehen.

Wie sehen die Augen aus, was für Zähne haben sie, was für einen Gaumen, welches Größenverhältnis und was für eine Zeichnung? Wir wollten auf keinen Fall, dass sie aussehen wie eine Art Seemonster.

Ich wollte es so echt wie möglich, aber ich wollte, dass unser Anakondakopf etwas klüger aussieht als es der echte scheint, und ich wollte, dass sie wacher und lebendiger wirkt. Also haben wir ein paar subtile Änderungen vorgenommen, die dafür sorgen, dass unsere Anakondas wie denkende Geschöpfe wirken."

Aber die Zuschauer bekommen nicht nur visuelle Effekte zu sehen, wenn es um die Titelraubtiere des Filmes geht. "Zur gleichen Zeit haben wir einen großen Teil des Filmes mit echten Anakondas gedreht", so Little, "und diese Aufnahmen kann man im Film genauso sehen. Ich glaube nicht, dass jemand einen Unterschied zwischen den echten und den CGI-Schlangen entdecken wird."

Little war sich mit dem Visual Effects Supervisor Dale Duguid einig, wie die Schlangen aussehen sollten - es sollten keine surrealen Kreaturen sein, sondern ?natürliche' Wesen. "Die perfekte CGI-Schlange ist eine, die man nicht von der Realität unterscheiden kann.

Und das ist eine ziemliche Herausforderung! Eine 12-Meter-Schlange hat hunderte Rippen und Muskeln und Organe, die man hinter Millionen von unterschiedlich großen Schuppen sehen kann. Diese Schuppen bewegen sich unterschiedlich, je nachdem, wie sich der Körper in welche Position begibt.

Alles ist sehr dynamisch bei einer Schlange. Sie ist ein sehr komplexes Tier und nur schwierig nachzuahmen. Wir haben dafür eine Kombination von Technologien genutzt - natürlich mit einem großen Gewicht auf CGI, aber wir haben daneben ebenfalls prothetische Komponenten eingesetzt. Letztlich ist aber CGI die einzige Möglichkeit, um die Geschwindigkeit und Brutalität eines solch massiven Tieres darzustellen."

Little und Duguid diskutierten, ob die Schlange eine Persönlichkeit haben sollte, aber Little bestand darauf, dass die Schlange kein berechnendes Monster ist.

Duguid erklärt: "Sie ist ein Maschine mit einem winzigen Hirn, die sich immer wieder fragt: ?Was gibt's zu essen?' Weil sie keine menschlichen Züge wie Niedertracht, Eifersucht oder Wut zeigt, ist sie sogar noch Furcht einflößender. Sie erscheint einfach und mußs sich nur noch entscheiden, wen sie zuerst frisst.

Ich bin im Dunklen noch nie über eine 12-Meter-Anakonda gestolpert, aber ich bin mir sicher, wenn mir das passieren sollte, hätte ich eine Heidenangst. Alles, was wir also tun mußsten, war die Schlangen in den Kontext der Darstellungen einzupassen. Allein die Assoziation macht es dann schon gruselig."

Trotz all der Arbeit, die in die Schöpfung einer Grauen erregenden Schlange gesteckt wurde, wusste Dwight Little, dass es wichtig ist, die Zuschauer anfangs nur mit der Erwartung der Schlange zu necken.

Deswegen bekommen die Kinobesucher die Schlange erst nach einer gewissen Zeit wirklich gut zu sehen. "Bis dahin", so Little, "haben wir eine soliden Grundstein gelegt, um dem Publikum einen gehörigen Schrecken einzujagen."

Der Look der Anakondas Alle waren sich einig, dass die visuellen Elemente entscheidend waren, damit der Film so eindrucksvoll wie möglich funktioniert. Regisseur Dwight Little arbeitete eng mit Produktionsdesigner Bryce Perrin und Kameramann Stephen F. Windon zusammen, um den richtigen Look für den Film zu finden.

Dwight Little sagt: "Natürlich wollte ich es atmosphärisch und möglichst reell. Mich haben bestimmte Artikel und Bilder in National Geographic inspiriert, die das Leben von Eingeborenen im brasilianischen Regenwald beschreibt, die fast keine Berührung mit der westlichen Zivilisation haben.

Es scheint ein Nebel über dem Dschungel zu liegen und ein Rauchschleier durch all die Feuer, die sie abbrennen. Diese Fotos haben mich sehr berührt und waren eine Inspiration für den Look, den ich erzeugen wollte."

Die nächste Quelle der Inspiration war Fidschi selbst, wie Verna Harrah erklärt: "Es gefiel uns, dass wir während der kälteren und regnerischen Zeit auf Fidschi drehen konnten - wir wollten diesen eher düsteren und geheimnisvolleren Look.

Wir beginnen sehr hell und sonnig und dann wird der Look im Laufe des Filmes immer dunkler und bedrückender, während die Charaktere mehr und mehr von der Furcht gepackt werden.

Die Stimmung wird angespannter und beklemmender auf dem Weg durch die Höhle in die Schlangengrube - und dass wir in der Nacht und im Regen gedreht haben, hat alles nur noch Furcht erregender gemacht."

Die größte Herausforderung für das Designteam war der Bau von Bills Boot, der Bloody Mary - einem seetauglichen Schrotthaufen. Produktionsdesigner Bryce Perrin hatte vorher noch kein Boot entworfen und ist mit der Aufgabe gewachsen.

"Das Boot sollte aussehen, als wäre es sehr alt und kurz vor dem Auseinanderbrechen, mußste aber sicher genug sein, um darauf zu filmen und es zu Wasser zu lassen", so Bryce Perrin. "Wir mußsten das Innere mit Trägern verstärken, so dass wir es an die verschiedenen Drehorte schleppen konnten."

Dwight Little nennt das Boot eine wahre Ingenieursleistung. "Die Flüsse sind sehr flach auf den Fidschiinseln und dementsprechend mußste natürlich das Boot konstruiert sein. Es war bemerkenswert, dass wir solch ein großes Boot an alle Locations bringen konnten - das hätten wir mit einem echten Boot niemals geschafft."

Bryce Perrin sagt, dass die Bloody Mary von der ?African Queen' inspiriert wurde, dem berühmten Boot aus dem gleichnamigen Humphrey Bogart/Katharine Hepburn-Film. "Das Boot hat die gewisse Romantik eines alten "Dschungeltourboots" und ist gleichzeitig ein sehr praktischer Bergungsschlepper, weil Bill damit oft genug Schmuggelware über den Fluss transportiert.

Das Boot ist zusammengeflickt aus alten Reifen, Plastikteilen, Metallstücken und sonstigen Sachen, die er aus dem Fluss geborgen haben mag."

Dreharbeiten auf dem Wasser sind niemals einfach und zum Glück wusste Dwight Little das, da er zuvor die Killerwal-Fortsetzung Free Willy 2 (Free Willy 2 - Freiheit in Gefahr, 1995) gedreht hatte.

Die Vorbereitung ist entscheidend, wenn man sich auf eine "Seeschlacht" einlässt, erklärt Little: "Im Grunde mußs man alles, was man braucht, auf riesigen Flößen und Pontons auf den Fluss bringen, vom Licht über die Kameras und aller sonstigen Technik.

Am Ende sieht das aus, als wäre man mit einer kleinen Armada unterwegs. Angeführt vom Filmboot Bloody Mary, folgten bis zu dreißig andere Boote, jedes mit einer eigenen Filmabteilung an Bord. Wir drehten auf dem Navua River auf den Fidschiinseln und nutzten die Erfahrung und das Wissen der Einheimischen, um alles so realitätsnah wie möglich aussehen zu lassen."

Eine der spannendsten Szenen des Filmes zeigt die Bloody Mary, wie sie einen Wasserfall hinabstürzt und dabei ihre gesamte Besatzung in die Fluten verliert. Mutig stimmte die gesamte Besetzung der Arbeit in den Stromschnellen zu, um eine Authentizität zu erreichen, die mit Stuntleuten nicht möglich gewesen wäre.

Johnny Messner, der den Bootsbesitzer Bill spielt, erinnert sich: "Es war ein ereignisreicher Tag. Es war extrem anstrengend, gegen die Strömungen anzukämpfen, aber es hat gleichzeitig auch großen Spaß gemacht.

Wir bildeten eine Reihe und hielten uns an den Händen fest - man mußste sich auf seinen Nebenmann verlassen, sonst wäre man untergegangen. Es gab Kameras im Wasser und darauf bewegten wir uns ziemlich schnell zu, aber es sind großartige Aufnahmen geworden."

Regisseur Little erklärt: "Wir sorgten für eine ganze Menge Gischt speiendes Wasser und die Schauspieler mußsten eine ziemlich heftige Strömung durchqueren, um zum Ufer zu kommen. Aber sie stürzten sich sofort hinein und waren voll bei der Sache. Mit Stuntleuten ist es einfach nicht das Gleiche und so waren wir natürlich begeistert, dass sie sich alle darauf einließen."

Außerdem wurde ein riesiges Zelt aus Australien an den Drehort gebracht und diente als Sound Stage. "Das Zelt war großartig", sagt Produktionsdesigner Perrin.

"Ein vorgefertigtes Studio zum Mitnehmen. Auf den Fidschiinseln gibt es keine Studioateliers, also brauchten wir genau so eine Lösung." Einige Innenansichten der Bloody Mary wurden so im Zelt gebaut wie auch das Höhlen- und das Schlund-Set.

Anacondas: Die Jagd nach der Blut-Orchidee auf der Leinwand zum Leben zu erwecken, war eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Der ausführende Produzent Jacobus Rose fasst die Schwierigkeiten zusammen: "Wir mußsten entweder unsere eigenen Straßen bauen, um an die Drehorte zu kommen oder über Berge klettern.

Es regnete lange Zeit und wir drehten bei Nacht und im Dschungel. Es war sehr heiß, es war feucht und überall waren Moskitos. Trotzdem waren das Team und die Schauspieler unglaublich. Sie ertrugen die Strapazen mit einem Lächeln und gaben ihr Bestes. Wir hätten uns nicht mehr wünschen können."

Und als Ergebnis, so Dwight Little, "haben wir einen großartigen Abenteuerfilm, der einem das Fürchten lehrt."

Szenenfoto
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