After The Sunset

Produktionsnotizen

Auf Paul Zybszewskis Originaldrehbuch "After the Sunset" wurden die Produzenten Beau Flynn und Tripp Vinson aufmerksam - sie haben sich mit berühmten Filmen wie "Tigerland" und "Requiem for a Dream" einen Namen gemacht. New Line Cinema erwarb das Skript, und die Produzenten engagierten den australischen Drehbuchautor Craig Rosenberg, um es zu überarbeiten. Das Studio und die Produzenten waren sich von Anfang an einig: Ihre erste Wahl für die Darstellung des Meisterdiebs Max Burdett war Pierce Brosnan, der weltweit vor allem als "James Bond, Agent 007" geschätzt wird.

Produzent Beau Flynn berichtet: "Als wir uns Max vorstellten, dachten wir sofort an Pierce - allerdings war uns klar, dass er wohl kaum zusagen würde. Als Pierce dann aber Interesse bekundete, haben wir ihn mit allen Mitteln bearbeitet und erklärt, warum für Max Burdett niemand außer ihm in Frage kommt. In diesem Moment nahm das Projekt konkrete Gestalt an." Pierce Brosnan erinnert sich: "Als ich von meinen Agenten ein Paket mit zwölf Drehbüchern bekam, die zeitlich in meinen Terminplan gepasst hätten, gefiel mir ,After the Sunset' auf Anhieb sehr gut. Ich mag Filme mit genialen Coups besonders - dies ist mein dritter (nach ,The Heist'/Der Gentleman-Coup 1989 und ,The Thomas Crown Affair'/Die Thomas-Crown-Affäre 1999). Mir war sofort klar, das daraus ein solider Ensemble-Film entstehen kann."

Salma Hayek, die mit ihrer Titelrolle in "Frida" eine Oscar-Nominierung verbuchte, stieß als nächste zum Darstellerteam. Dazu Produzent Beau Flynn: "Wir wollten Max eine Partnerin an die Seite stellen, die es mit ihm aufnehmen kann und die ihn durchschaut. Salma Hayek ist sehr direkt - wir konnten uns gut vorstellen, dass sich ihre Leinwandbeziehung mit Pierce zu etwas ganz Besonderem entwickeln würde. Als wir mit Pierce über die Besetzung der Lola sprachen, erwähnten wir Salma, und er stimmte sofort zu. Wir hatten Glück: Sie mochte das Drehbuch sehr und freute sich auch riesig darauf, mit Pierce zu arbeiten."

"Ich bin schon immer ein Fan von Pierce gewesen und wünsche mir seit langem, einen Film mit ihm zu machen. Er ist eine große Begabung, und in diesem Film darf er sehr locker, spontan und manchmal sogar albern auftreten. So unrasiert und mit strubbeligen Haaren wie in dieser Rolle sieht er umwerfend aus - das passt wunderbar zu ihm!"

Brosnan erwidert das Kompliment: "Salma gehört zu den schönsten Frauen des Kinos - und sie hat ungeheures Talent. So wie hier haben wir sie noch nie erlebt: Sie spielt die Hauptrolle in einem Popcorn-Film. Für sie ist das genauso spannend wie für uns, die wir ihr dabei zuschauen dürfen."

Als nächstes kam Regisseur Brett Ratner an Bord: Der junge Filmemacher hat mit seinen fünf bisherigen Filmen - den beiden äußerst erfolgreichen "Rush Hour"-Filmen, "Red Dragon" (Roter Drache), "Family Man" (Family Man) und "Money Talks" (Money Talks - Geld stinkt nicht) für fast eine Milliarde Dollar Umsatz an der Kinokasse gesorgt. Ratner erzählt: "Pierce hatte zwar schon unterschrieben, als ich zum Team stieß, aber dennoch war ich ganz aufgeregt, weil ich gern einen James-Bond-Film mit ihm gedreht hätte. Tatsächlich war er derjenige, der mich anrief und sagte: ,Ich will, dass du die Regie übernimmst.'"

Auf die Frage, was ihn an diesem Film besonders reizt, sagt Ratner: "Ich finde Gaunerkomödien toll. Denn dieses Genre hat sehr viele Klassiker hervorgebracht. Doch ,Sunset' unterscheidet sich dadurch, dass hier die Komödie Platz lässt für wunderbar entwickelte Beziehungen und sehr viel Herz. Es gibt die Beziehung zwischen Max und Stan, die sich nicht ausstehen können ähnlich wie in ,Midnight Run' (Midnight Run - Fünf Tage bis Mitternacht), dann die Liebesbeziehung zwischen den Dieben Max und Lola, und das Verhältnis von Stan zu Sophie (dargestellt von Naomie Harris). Sie alle tragen zu der interessanten und spannenden Mischung in diesem Katz-und-Maus-Spiel bei."

Außerdem war Ratner sofort Feuer und Flamme, weil der Film ihn vor ganz neue Aufgaben stellte: "So einen Film habe ich noch nie gemacht, das hat mich sofort interessiert. Hier mischen sich etliche Genres, wir wagen eine Gratwanderung zwischen Action, Drama, Humor und Herzschmerz: eine Gaunerkomödie, die auf allen Ebenen ins Schwarze trifft."

Der Regisseur äußert sogar die Hoffnung, dass "die Zuschauer den Coup einfach vergessen und nur mit den Paaren, mit den Helden fiebern. Ich hoffe, dass die Leute am Ende mit einem Lächeln aus dem Kino kommen, weil sie sich gut unterhalten haben - sie werden unsere Helden ganz bestimmt in ihr Herz schließen."

"Mir gefiel das Projekt sehr, und ich bewundere Brett Ratner - tatsächlich hätte ich ihn gern als Regisseur eines James-Bond-Films gewonnen", sagt Pierce Brosnan. "Also freute ich mich, dass er jetzt für diesen Film in Frage kam. Mit ihm an Bord nahm das Projekt auf dem Weg nach oben gleich zehn Stufen auf einmal!"

Als Regisseur Ratner das Ruder übernommen hatte, konnte die restliche Besetzungsphase für "After the Sunset" beginnen. "Die Besetzung zählt zu Bretts starken Seiten", sagt Produzent Beau Flynn. "Er lässt 50 Darsteller hintereinander vorsprechen und gibt sich erst zufrieden, wenn er die perfekte Wahl getroffen hat."

Ratner erklärt: "Egal, wie groß die Rolle ist - immer versuche ich, der Figur Nachdruck zu verleihen. Jede Filmfigur mußs sich durch etwas Besonderes auszeichnen - sonst könnten wir sie gleich streichen. Am liebsten mag ich Rollen, auf die die Schauspieler sofort anspringen: ,Die will ich unbedingt spielen! Die mußs ich einfach spielen!' Zusammen mit den Drehbuchautoren schreibe ich die Rollen dann den Darstellern auf den Leib."

Pierce Brosnan und Salma Hayek hatten bereits unterschrieben, als Woody Harrelson die Schlüsselrolle von Max' Widersacher FBI-Agent Stanley P. Lloyd übernahm. Über Harrelsons Besetzung, der in letzter Zeit die Theaterbühne der Filmkamera vorgezogen hat, sagt Produzent Flynn begeistert: "Es war ein Geniestreich, Woody Harrelson die Rolle des Stan zu übertragen. Er spielt komische Rollen stilsicher und organisch, ganz ,ernsthaft' und real. Man nimmt ihm den FBI-Agenten absolut ab, der nur noch ein Lebensziel kennt: nämlich Max Burdett das Handwerk zu legen."

"Als mir dieser Film angeboten wurde, war ich sofort begeistert", berichtet Woody Harrelson. "Eine erstklassige Gaunerkomödie. Außerdem fand ich es sehr interessant, einen FBI-Agenten darzustellen!"

Don Cheadle spielt bereits seine dritte Rolle für Ratner (nach "Family Man" und "Rush Hour 2") - er stellt den Schurken Henry Mooré dar, einen Gangster aus Detroit, der sich auf den Bahamas eingenistet hat. "Als ich das Drehbuch las, war für mich völlig klar, dass nur Don Cheadle Henry Mooré spielen kann", verrät Ratner. "Denn er macht die Figur lebendig. Ursprünglich sollte es ein einheimischer Gangster sein. Aber dann hatte Don die Idee, der Typ könnte doch aus Detroit stammen und sich auf den Bahamas niederlassen, um den Einheimischen Zugang zu Lebensbereichen zu verschaffen, die ihnen bisher versagt waren."

Cheadle ließ sich die Chance für diese wichtige Nebenrolle nicht entgehen. Ohne eine Miene zu verziehen, berichtet er: "Brett weiß, welche Leichen ich im Keller habe - ich mußs also immer wieder in seinen Filmen mitmachen, sonst verpfeift er mich. Wäre mir das egal, könnte ich einfach sagen: ,Na, dann verrat' mich doch, dreh' den Film ohne mich, dann kann ich endlich zu Hause bleiben.'"

Als Nächstes wurde die Rolle der Sophie besetzt: Sie ist die örtliche Polizistin, die bei der Jagd auf Max mit Stan zusammenarbeitet. Die begehrte Rolle wurde der britischen Schauspielerin Naomie Harris anvertraut, die kürzlich in Danny Boyles Horror-Thriller "28 Days Later" (28 Days Later) zu sehen war.

Regisseur Ratner berichtet: "Bei meinem Film ,Family Man' ist dasselbe passiert: Jede Menge großartiger Schauspielerinnen sprachen vor, und Tea Leoni riss sich den Part einfach unter den Nagel; jetzt hat Naomie Harris es hier genauso gemacht! Entscheidend war dabei, dass die Chemie zwischen ihr und Woody Harrelson wirklich stimmt. Die Zuschauer werden es auf der Leinwand erleben!"

Eine weitere wichtige Nebenrolle fiel Troy Garity quasi in den Schoß. Er ist ein enger Freund von Ratner und wurde vor kurzem für seine Nebenrolle im Showtime-Film "A Soldier Girl" für den Golden Globe nominiert. "Wir haben schon oft darüber gesprochen, dass wir endlich mal zusammen arbeiten sollten", grinst Garity. "Und als Brett dann anrief und von einer schönen Nebenrolle schwärmte, konnte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Ich habe mich anfangs noch gewehrt - schließlich fesselten und knebelten sie mich und schickten mich per Luftfracht ins Paradies."

Russell Hornsby ist amerikanischen Fernsehzuschauern durch seine Hauptrolle in der ESPN-Serie "Playmakers" bekannt. Er wurde als einer der Letzten besetzt und übernimmt die Rolle von Jean-Paul, der als Henry Moorés rechte Hand fungiert.

Selbst bei den Gastauftritten legte Brett Ratner großen Wert darauf, dass die Darsteller perfekt in die Geschichte passten. Eine kleine, aber unverwechselbare Rolle übernimmt Chris Penn. "Chris legt einen tollen Auftritt hin", sagt Ratner. "Er spielt zwar einen ganz bestimmten Typen, tarnt sich aber mit unterschiedlichen Akzenten - ich will jetzt nicht zu viel verraten. Aber egal welche Rolle er spielt - immer bringt er sich hundertprozentig ein. Wie Philip Seymour Hoffman erreicht er immer sein Ziel."

Pierce Brosnan hatte die Qualität des Skripts sofort richtig eingeschätzt - außerdem weiß er, wie präzise Ratner seine Filme besetzt: "Jeder Darsteller in diesem Ensemble ist mit gutem Grund ausgewählt worden - in jedem Fall werden sie ihren Rollen durch ihr Äußeres, ihre Stimme, durch ihre gesamte Persönlichkeit vollkommen gerecht. Innerhalb der Filmstory gehen sie ihren logischen Weg. Der Effekt: Jede Szene wird so erheblich intensiver. Genau das ist Brett Ratners Markenzeichen. Er pflegt als Filmemacher seinen eigenen Stil. Er geht nicht unbedingt konventionell oder stur nach den Regeln vor. Vielmehr lebt, atmet, isst und träumt er das Kino, er setzt sich leidenschaftlich und sehr ernsthaft für seine Schauspieler ein - das wirkt ungemein ansteckend."

Brosnans Kollegen und die anderen Filmemacher würdigen Ratner ähnlich wie er. Produzent Beau Flynn berichtet begeistert: ",Leidenschaftlich' ist das Attribut, was mir zu Brett als erstes einfällt - er reißt uns alle mit. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so begeisterungsfähig ist. Wenn er sich einmal auf eine Sache einlässt, dann setzt er sich mit aller Kraft dafür ein. Sein Enthusiasmus überträgt sich auf alle Beteiligten - sie wachsen über sich hinaus? und staunen über ihre eigenen Leistungen. Ich bin überzeugt, dass unser Film richtig toll wird, und das haben wir nur Bretts Leidenschaft zu verdanken."

Woody Harrelson fügt hinzu: "Ich kenne niemanden, der sich mit Brett vergleichen ließe - er steckt nicht nur voll unbändiger Energie, sondern hat auch Grips im Kopf, er versteht sein Handwerk. Bei der Arbeit spüre ich genau, dass er instinktiv richtig entscheidet. Er ist noch jung, hat aber schon viele Erfolge verbucht, und ich freue mich, schon in dieser Phase mit ihm arbeiten zu dürfen."

Und Salma Hayek schließt sich an: "Bretts Persönlichkeit wirkt wie ein Magnet. Er hat ein scharfes Auge und ist außergewöhnlich instinktsicher. Ich vertraue ihm vollkommen, weil er uns ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Ich habe nicht den Eindruck, dass er geradlinig auf ein bestimmtes Ziel lossteuert. Vielmehr hält er sich alle Möglichkeiten offen und will alle Alternativen durchprobieren. Für ihn zu spielen bringt echt Spaß, weil ich exakt dieselbe Szene, dieselben Dialogen mit den unterschiedlichsten Emotionen ausprobieren und vorführen darf."

Das Drehbuch siedelt den größten Teil der Handlung auf einer karibischen Tropeninsel an. Deswegen beschlossen die Filmemacher, auf einer der 700 Bahamas-Inseln vor der Küste von Florida zu drehen. In Nassau richtete das Team sein Produktionsbüro im Atlantis Resort, einem Kerzner-International-Hotel ein - dort kamen die Darsteller und Mitarbeiter aus Los Angeles, Miami und New York zusammen.

Die Dreharbeiten auf den Bahamas dauerten von Ende Oktober 2003 bis kurz vor Weihnachten (weitere Innenaufnahmen entstanden Anfang 2004 in Los Angeles), wobei der Drehplan mehr als einmal durch die für die Jahreszeit ungewöhnlich heftigen Regengüsse geändert werden mußste.

Laut Produzent Beau Flynn "war die Planung wirklich äußerst knifflich, aber die Crew hat wunderbar durchgehalten, und die Darsteller ließen sich die Stimmung nicht verderben. Brett war gnadenlos, er ließ sich durch nichts aufhalten - nicht mal von Gott oder dem Wetter. Fast jeden Tag mußsten wir aus den widrigen Umständen das Beste machen."

Pierce Brosnan in der Hauptrolle, Salma Hayek als seine Komplizin und der coole Woody Harrelson als ihr Erzfeind werfen sich gegenseitig die Bälle zu und erweisen sich als eine Kombination, die den Zuschauern vor der atemberaubenden Kulisse der Bahamas eine unwiderstehliche Mischung aus Action und Komik garantiert.

Salma Hayek meint: "Abenteuer wird eindeutig groß geschrieben. Es geht um eine sexy Gaunerkomödie, bei der man sofort Sehnsucht nach Urlaub bekommt. Das ist jedenfalls ein Film, der allen gefällt und Spaß macht. Kurz: ein Film für jedermann!"

Woody Harrelson fügt hinzu: "Ich mochte Gaunerkomödien schon immer. Die Handlung ist voller Haken und Ösen und unerwarteten Wendungen, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Außerdem dürfen wir Salma Hayek und Naomie Harris nicht vergessen, die für eine gehörige Prise Erotik sorgen. Und nicht zuletzt Pierce. Der Film hat also alles: eine interessante Story, Spaß und Spannung."

"Im Kino geht es nach wie vor darum, die Zuschauer mitzureißen", sagt Pierce Brosnan. "Das wird uns mit vereinter Kraft hoffentlich gelingen - Brett, mir, Salma, Woody, Don Cheadle und all den anderen mit ihren solide ausgearbeiteten Rollen. Wenn die Zuschauer den Film sehen, dann wünsche ich mir, dass sie sagen: ,Das geht ja richtig ab - überzeugende Helden, denen ich ihr Spiel abnehme. Immer war ich gespannt, was wohl als nächstes passiert, immer wieder war ich überrascht. Ich fand den Film mitreißend und bewegend.'"

Produzent Beau Flynn stellt fest: "Wir haben uns von vielen filmischen Vorbildern inspirieren lassen - von Klassikern der 1930er- und 1940er-Jahre, von den Dialogduellen à la Hepburn/Tracy, die in unserem Film auf Pierce und Salma abfärben. Ich weiß, dass Brett Ratner sich gut genug auskennt, um diesen Film unterhaltsam, smart und unverwechselbar zu gestalten."

Dazu abschließend Regisseur Ratner: "Unsere Geschichte endet fast wie ein französischer Film - wir fordern das Publikum auf, die Geschichte weiterzudenken: Was könnte als Nächstes passieren? Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung: ,After the Sunrise'!"

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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