Samaria

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Titel Deutschland: Samaria
Titel Korea: Samaria
Genre: Drama
Farbe, Korea, 2004

Kino Süd Korea: 4. März 2004
Kino Deutschland: 9. Dezember 2004
Laufzeit Kino: 96 Minuten, FSK 16



Inhalt Yeo-Jin, noch keine zwanzig, lebt mit ihrem verwitweten Vater zusammen. Ihre beste Freundin Jae-Young arbeitet als Prostituierte. Yeo-Jin ist so etwas wie ihre Managerin ? sie hat ein Auge auf ihre Kunden und ihre Einnahmen. Als sich Jae-Young in einen Freier verliebt und ein Abendessen zu dritt verabredet, reagiert Yeo-Jin sehr verärgert auf diese Intimität, Jae-Young sagt daraufhin die Verabredung ab.

Kurz darauf unterläuft Yeo-Jin ein verhängnisvoller Fehler. Wie üblich steht sie Schmiere, als Jae-Young mit einem Mann im Motel verschwindet. Doch diesmal übersieht sie die Polizisten, die nach minderjährigen Prostituierten fahnden. Um nicht von ihnen geschnappt zu werden, springt Jae-Young aus dem Fenster und verletzt sich dabei schwer.

Auf dem Sterbebett bittet sie Yeo-Jin, den Mann herbeizuholen, mit dem sie zum Essen verabredet waren. Nach kurzem Zögern willigt Yeo-Jin ein, doch der Mann will Jae-Young nicht sehen ? es sei denn, Yeo-Jin ginge mit ihm ins Bett. Ihrer Freundin zuliebe tut sie es. Doch als die zwei im Krankenhaus eintreffen ist Jae-Young schon tot.

Von nun an trifft sich Yeo-Jin mit allen ehemaligen Freiern ihrer Freundin und schläft mit ihnen. Verdienen will sie dabei nicht, im Gegenteil: Sie gibt ihnen ihr Geld zurück. Eines Tages kommt Yeo-Jins Vater hinter das Doppelleben seiner Tochter. In seiner Wut beginnt er, sich an ihren Freiern zu rächen. Bis er einmal zu hart zuschlägt ...


Darsteller & Stab Darsteller: Lee Uhl (Young-Gi), Kwak Ji-Min (Yeo-Jin), Seo Min-Jung (Jae-Young), Kwon Hyun-Min (Verkäufer), Oh Young (Musiker), Im Gyun-Ho (Ordentlicher Typ), Jung Yoon-Soo (Harter Typ), Lee Jong-Gi (Glücklicher Typ), Shin Taek-Ki (Selbstmörder), Park Jung-Gik (Ermordeter), Kim Gui-Seon (Zweiter Verkäufer), Seo Seung-Won (Mann in den 30ern), Yoo Jae-Ik (Passant), Jung In-Gi (Ki-Su), Jeon Jin-Bae (Polizist), Yook Sae-Jin (Polizist)

Stab:Regie: Kim Ki-Duk • Produktion: Jae Jeong-Min • Drehbuch: Kim Ki-Duk • Vorlage: - • Filmmusik: Park Ji • Kamera: Sun Sang-Jae • Spezialeffekte: - • Ausstattung: - • Schnitt: Kim Ki-Duk • Kostüme: Lim Seung-Hee • Make Up: - • Ton: - • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Der koreanische Regisseur Kim Ki-Duk, mit Samaria Gewinner des Silbernen Bären für die Beste Regie bei der Berlinale 2004, kann ohne Übertreibung als Shooting-Star der internationalen Filmkunstszene bezeichnet werden. Nach dem großen Erfolg mit ?Frühling, Sommer, Herbst, Winter...und Frühling? konnte Kim Ki-Duk beim Filmfestival von Venedig mit seinem allerneuesten Film ?3-Iron (Binjip)? den Regie-Preis gewinnen. Diese Bilanz innerhalb eines Jahres spricht für die Qualität dieses Regisseurs. Mit ?Samaria?, einer humanisitschen und verstörenden Parabel über Schuld, Erlösung und Barmherzigkeit präsentiert sich Ki-Duk Kim als einer der interessantesten Autorenfilmer seiner Generation.

Berliner Morgenpost: Samaria ? Kim Ki-Duks fast philosophische Reflexion über den Verlust der Kindheit. Kim Ki-Duk besitzt einen scharfen Blick für die Perversitäten der koreanischen Gesellschaft und die Fähigkeit, sie zum bitterstmöglichen Ende voranzutreiben. Auch in Samaria rast der Zug des Verhängnisses wie auf Schienen des Schicksals auf den Abgrund zu, dock Kim Ki-Duk gestattet ihm diesmal kurz davor einen Zwischenhalt.

Film O1 (Sonderausgabe Berlinale Zeitverlag): Der Einfluss der Malerei weht in den verwaschenen pastelfarbenen Bildern nach, aus denen in gedehnten Einstellungen eine Poesie des Erbarmens ensteht, die Elend und Brutatlität nie romantisiert, sondern stes auf die Verhältnisse zurückverweist, denen sie geschuldet sind.

Die Welt: Samaria stellt sich weniger als Drama über das Übel der Kinderprostitution heraus denn als fast philosophische Reflexion über Dinge, die sich nicht rückgängig machen lassen, über den Verlust der Kindheit und den einzigen Weg aus der Misere ? den Weg nach vorn.

Süddeutsche Zeitung: Der neue Film ist durchsetzt mit Bildern christlicher Mythologie ? aber sollte eine Botschaft der Erlösung darin versteckt sein, dann verschwindetr sie hinter der überwältigenden Fremdheit, mit der wir diesem gewaltigen Essay gegenüberstehen.

Frankfurter Rundschau: Zutiefst human, aber ohne moralischen Zeigefinger, stilistisch ruhig und elegant, mit vielen Anklängen an das französische Kino [...], belegt dieses Kinowerk einmal mehr die Stärke des asiatischen Kinos.

ZDF.de: ...zuverlässig wirft Kim Ki-Duk wieder einmal einen genauen, mitunter surrealen Blick auf die dunklen Ecken der Gesellschaft seiner Heimat. Eine bittere Geschichte, stilsicher und spannend bis zum Ende.

Tagesspiegel: Kim Ki-Duks bestechend schöne Tragödie Samaria. In diesem Moment fühlt man etwas von der Wucht, mit der der koreanische Regisseur Kim Ki-Duk seine Filme komponiert: unerbittlich, monumental;...

Neues Deutschland: Woran lag es bloß, dass der koreanische Film mich immer mehr fesselte, während diese Geschichte (Anm.: Before Sunset) mir zunehmend belanglos wurde?

Süddeutsche Zeitung: Die Kommunikationslosigkeit, die Lakonie der Gewalt, die nun kommt ? das erinnert an den japanischen Meister Takeshi Kitano.

Frankfurter Rundschau: Auch hier kommt es auf jede Nuance an, auch hier werden Zumutung und Tabubruch zur künstlerischen Tugend.

Tageszeitung: Seoul ist trostlos, betongrau und fast menschenleer in diesem schön rhythmisierten Film,...

ZDF.de: Das alles erzählt Kim Ki-Duk in gnadenlos metallischen Bildern voll kühler Farben.

Neues Deutschland: Bis zum bitteren Ende. So ein Film kann nicht glücklich machen.

Filmplakat
Szenenfoto
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