Final Call

Produktionsnotizen

Klingeling ... klingeling ... klingeling ...

Mit einem banalen Telefonanruf beginnt das temporeiche, lebensgefährliche Abenteuer im Action-Thriller "Cellular" (Final Call). Darin verwandelt sich ein gemütlicher 20-jähriger Tagträumer und Surf-Fan in einen dynamischen Helden, denn das Schicksal klopft an: Er mußs das Leben einer entführten Frau retten - in einem Wettlauf gegen die Zeit rast er durch die Straßen von Los Angeles, um sie zu finden.


Ironischerweise enthält die Entstehungsgeschichte des Films "Final Call" fast genauso viele überraschende Wendungen wie der fertige Film: Das Projekt entstand vor etlichen Jahren, als Larry Cohen ein Drehbuch verfasste - er hatte bereits den berühmten Telefon-Thriller "Phone Booth" (Nicht auflegen!) geschrieben. Lauren Lloyd, damals Managerin bei Sony Pictures, las das Skript. Es gefiel ihr sehr gut, doch sie konnte ihre Kollegen nicht dazu bringen, den Stoff zu erwerben. Dennoch blieb ihr ein Schlüsselelement der Story immer vor Augen.

"Als ich das Skript damals las, ging es um einen Typen, der sich nicht sonderlich heldenhaft verhält", sagt Lloyd. "Er war der Fahrer einer Bankräuberbande, und die Frau wurde eigentlich auch nicht gekidnappt. Aber die eine zentrale Idee gefiel mir intuitiv und unmittelbar: Er mußs die Verbindung über das Handy aufrecht erhalten, weil ein Menschenleben in Gefahr ist, er kann einfach nicht auflegen."

Bald nachdem Lloyd das Originaldrehbuch zu "Final Call" gelesen hatte, gab sie ihre Stellung bei Sony auf und arbeitete fortan als unabhängige Produzentin. Weil ihr klar war, welches Potenzial das Skript barg, erwarb sie es selbst und zeigte es ihrem engen Freund Dean Devlin, der mit Action-Blockbusters wie "Independence Day" (Independence Day) und "The Patriot" (Der Patriot) bekannt geworden ist. Devlin gefiel das Konzept ebenfalls, er wollte das Projekt mit Lloyd weiterentwickeln.

Um das Konzept mit neuen Ideen auszubauen, engagierten Devlin und Lloyd den Drehbuchautor Chris Morgan - gemeinsam entwickelten sie die Story, aus der schließlich "Final Call" entstand. Morgan bekam dadurch endlich die Gelegenheit, einen Action-Film nach seinem Geschmack zu schreiben: nämlich eine Geschichte über einen durchschnittlichen Typen, der sich unter extremen Bedingungen als Held bewährt.

"Mir gefallen besonders Filme, in denen der Held nicht von vornherein intelligenter und stärker als alle anderen ist, sondern vor allem das Herz auf dem rechten Fleck hat - jemand wie Indiana Jones zum Beispiel", sagt Morgan. "Und wir hatten großes Glück, dass Chris Evans die Rolle des Ryan übernahm, denn genau in diesem Aspekt wirkt er so überzeugend. Wir glauben ihm wirklich, dass er Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um Jessica zu helfen. Als er dann richtig loslegt, ist er ein waschechter Held."

Morgan sorgte auch dafür, dass der Humor im Drehbuch nicht zu kurz kam. Obwohl sich der Film vor allem auf temporeiche Action und fast unerträgliche Spannung konzentriert, bleibt doch auch Zeit für einige lustige Momente.

"Ich mag Situationskomik sehr und merke immer wieder, dass Humor am besten funktioniert, wenn er zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt wird - es geht eben nicht darum, jemanden irgendwann Witze reißen zu lassen", sagt Morgan. "Ein Beispiel: "In ,Raiders of the Lost Ark' (Jäger des verlorenen Schatzes) steht Indiana Jones einem Schwertkämpfer gegenüber, zieht einfach seine Kanone und schießt ihn über den Haufen. Das ist eigentlich kein Gag, aber ein echter Lacher. Diese Art Humor versuchten wir in unser Drehbuch einzuarbeiten."

Nach Abschluss der Arbeit am Skript suchten die Produzenten den passenden Regisseur: Er mußs Gespür für originell gestaltete Actionsequenzen haben und sie auch mit den im Skript angelegten, dynamischen Suspense-Elementen verbinden können. Der Richtige dafür war David R. Ellis: Er kann eine Menge Erfahrung als Stunt-Coordinator und Regisseur des 2. Drehteams vorweisen und hatte sich kürzlich beim Publikum und den New-Line-Cinema-Studiochefs als Regisseur des erfolgreichen Thrillers "Final Destination 2" (Final Destination 2) profiliert.

Ellis war sofort Feuer und Flamme - er stellte sich der Herausforderung, realistische Action zu inszenieren, die nicht nur aus aneinander gereihten Explosionen besteht. "Der Film zeigt eigentlich einen Wettlauf mit der Zeit - allerdings steht ein ganz normaler College-Student im Mittelpunkt", sagt Ellis. "Ryan ist durchaus kein Superheld - ich bin also gefordert, die Action so zu gestalten, dass sie zu dieser Hauptfigur passt."

Um dieses Ziel zu erreichen, mußsten die Filmemacher mit den Situationen und Szenenfolgen des Helden kreativ umgehen. "Natürlich befindet er sich in einer extremen Lage, aber wir wollten doch vermeiden, dass er Passanten in Gefahr bringt, wenn Autos sich überschlagen, Feuer fangen oder ähnliches", sagt Ellis.

Also probierte Ellis bei den zahlreichen Action-Szenen und Verfolgungsjagden des Films einen neuen Ansatz aus: Gerade die allseits bekannten Blechorgien und Zusammenstöße wollte er vermeiden.

"David filmt etliche dieser Sequenzen völlig anders als die Verfolgungsjagden, die ich bisher aus dem Kino kenne", sagt Produzent Dean Devlin. "Es geht nämlich nicht um Kollisionen, sondern vielmehr um im letzten Moment verhinderte Zusammenstöße. Das erwies sich als sehr interessanter Ansatz für die gesamte Sequenz."

Auch die Darsteller des Films waren von Ellis' Stil sehr angetan. "David steht mit beiden Beinen auf der Erde, und er weiß die Fähigkeiten seiner Mitarbeiter zu schätzen", sagt Kim Basinger, die Jessica Martin spielt. "Allein vom Regisseur hängt die Arbeitshaltung und Stimmung am Set ab. Ich habe noch nie erlebt, dass sich ein Regisseur so intensiv um uns kümmerte wie David - er sorgt dafür, dass jeder Mitarbeiter in jeder Abteilung mit Respekt behandelt wird. Und außerdem bringt es echt Spaß, mit ihm zu arbeiten!"

Als der Regisseur an Bord war, galt es zu entscheiden, wo "Final Call" gedreht werden sollte, und das Produktionsteam bemühte sich sehr um Dreharbeiten innerhalb der Vereinigten Staaten. Ursprünglich war als Drehort Boston und Umgebung vorgesehen, doch Änderungen im Drehbuch und das wenig verlässliche Wetter dort führten dazu, dass der Film schließlich in Los Angeles entstand.

"Heute werden enorm viele Filme in Kanada und Übersee gedreht, um Geld zu sparen", sagt Dean Devlin. "Deswegen sind wir sehr stolz darauf, dass wir tatsächlich den gesamten Film in Los Angeles gedreht haben. Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute, selbst Spitzenleute der Branche, Probleme haben, Arbeit zu finden, weil so viele Produktionen ins Ausland ausweichen. dass wir in Los Angeles drehen konnten, macht uns wirklich sehr stolz."

Die Dreharbeiten in Los Angeles erwiesen sich als Segen für die Produktion - in Bezug auf die Logistik, aber auch vom künstlerischen Standpunkt her.

"Weil wir ,Final Call' in Los Angeles drehten, konnten wir recht verlässliches Wetter erwarten, aber wir zeigen die Stadt auch in halsbrecherischem Tempo, denn dieser Film kommt nie zur Ruhe", sagt Devlin. "Chris Evans rast als Ryan ohne Pause vom Airport zum Strand und weiter in die Innenstadt. Es macht ausgesprochen Spaß, Los Angeles auf diese Weise neu zu entdecken."

Als entschieden war, den Film in Los Angeles zu drehen, suchten die Filmemacher Schauplätze aus, die die Stadt für die Zuschauer in neuem Licht zeigten.

"Unser Ansatz: Am Anfang zeigen wir die Stadt in den Farben, wie man sie tagtäglich erlebt", sagt Produzentin Lauren Lloyd. "Meist werden die Filmbilder in Los Angeles von typischen Motiven bestimmt, die wir alle schon tausendmal gesehen haben: Das Hollywood-Zeichen und der Sunset Strip. Doch wir wollen einfach nur die Schönheit dieser Stadt zeigen, vor allem an der Seebrücke in Santa Monica - das Blau des Himmels trifft auf die Bäume, alles ist in leuchtende Farben getaucht."

Dennoch sind die Farben von Los Angeles nicht so leicht ins Bild zu bringen, wie sich das anhört - denn die Filmstory spielt sich innerhalb nur eines Tages ab.

"Die Zuschauer würden darüber wahrscheinlich nie nachdenken, wenn sie den Film sehen, aber die Filmemacher stehen vor einem großen Problem, wenn die Story innerhalb eines Tages abläuft, denn die tatsächliche Drehzeit umfasst mehrere Monate", sagt Devlin. "Es also extrem schwierig, wenn zwei Monate wie ein einziger Tag aussehen sollen, denn der Film spielt fast ausschließlich an Außenschauplätzen. Produktionsdesigner, Regisseur und Kameramann müssen sich sehr genau abstimmen, um diese Einheitlichkeit zu erreichen. Obwohl das Wetter in Los Angeles vergleichsweise stabil ist, gibt es natürlich neblige Tage, dann wieder Sonne, dann Wolken, es regnet auch mal - aber all das konnten wir in unserem Film nicht brauchen. Also mußsten wir alle verfügbaren Tricks anwenden und sehr genau überlegen, wie wir die Schauplätze so ins Bild bringen konnten, dass der Eindruck eines einzigen Tages entsteht."

Die Filmemacher hatten zwar alle Hände voll zu tun, den einheitlichen Look des Films zu gewährleisten, um ihre fähigen Darsteller mußsten sie sich aber keine Sorgen machen.

Bei der Besetzung von "Final Call" galt es von vornherein, Schauspieler auszusuchen, die den im Drehbuch angelegten, außergewöhnlich anspruchsvollen Rollen gerecht werden. Sie müssen die Spannung in isolierter Umgebung ebenso vermitteln können wie völlig entfesselte Action. So kam eine höchst unterschiedliche Gruppe zusammen - und jeder Darsteller bereicherte die Produktion auf ganz individuelle Weise.

Für die Hauptrolle der Jessica Martin, deren Entführung und prekäre Situation die Story ins Rollen bringt, engagierten die Produzenten die Oscar-Preisträgerin Kim Basinger. Die anspruchsvolle Rolle verlangt von Basinger, die ganze Bandbreite menschlicher Emotionen darzustellen - von Angst und Schwäche bis zu Mut und Stärke -, als sie aus unverständlichen Gründen gekidnappt wird und nun um ihr Leben und das ihrer Familie kämpfen mußs.

"Die Rolle war schwer zu besetzen, weil wir eine Frau suchten, für die wir Sympathie empfinden, die aber auch die traumatische Erfahrung überzeugend darstellen kann", sagt Produzentin Lauren Lloyd. "Denn Jessica steht in jeder Szene unter furchtbarem Druck, und das müssen wir ihr wirklich glauben."

Basinger bewies, dass sie der Anforderung gewachsen war. "Ich war überrascht, wie weit sich Kim bei ihrer Darstellung exponierte", sagt Produzent Dean Devlin. "Ihr Ego stand ihr dabei nie im Weg. Sie machte keinerlei Anstalten, schön auszusehen oder als Heldin aufzutreten. Sie versetzte sich einfach in Jessicas Situation - mit all den unangenehmen, ja brutalen Konsequenzen."

Um der Rolle gerecht zu werden, wollte Basinger unbedingt nachvollziehen, wie eine Frau in Jessicas Lage empfinden würde - nur so konnte sie mit dem Spannungselement der Story konstruktiv umgehen.

"Die Geschichte handelt von einem Albtraum, den wir alle nachvollziehen können: bedroht und entführt zu werden, ohne zu wissen, warum", sagt Basinger. "Als Mensch reagiert man darauf natürlich mit der Frage: ,Wie kann ich meine Angst in den Griff bekommen, damit ich einen klaren Gedanken fassen und mir selbst helfen kann?'"

Um sich in ihre Rolle zu versetzen, stimmte sich Basinger intensiv mit Regisseur David R. Ellis ab: Gemeinsam schufen sie eine Arbeitsatmosphäre, die Jessicas extremer Situation nahekommt.

"Ich wollte unbedingt, dass meine Umgebung realistisch wirkt", sagt Basinger. "Deswegen bat ich David, alle Leute vom Set zu verbannen, die nicht unbedingt für die Aufnahmen erforderlich waren. Ich wollte mich völlig allein dieser emotionalen, mentalen und physischen Tortur aussetzen - und so das Publikum in meine Situation mit einbeziehen."

Während Basinger sich intensiv mit ihrer Isolation auseinandersetzte, sah sich ihr Filmpartner Chris Evans mit ähnlich großen Problemen konfrontiert, die allerdings völlig anderer Natur waren.

Evans ist ein vielversprechender Nachwuchsstar, der zuvor in "Not Another Teen Movie" (Nicht noch ein Teenie-Film) aufgetreten ist und ab Juli als Johnny Storm im Film "Fantastic Four" zu sehen ist. In "Final Call" übernimmt er die Rolle des Helden wider Willen - ein sorgloser Herumtreiber, den Jessica anruft und um Hilfe anfleht - plötzlich ist er ihre letzte Hoffnung. Evans mußste also eine Menge schauspielerisches Talent mitbringen, denn wir erleben ihn vorwiegend mit dem Handy am Ohr. Andererseits wurde der Schauspieler körperlich bis zum Anschlag gefordert, weil er auch im Mittelpunkt der Action-Szenen steht.

"Besonders schwierig empfand ich, dass ich über weite Teile der Handlung völlig panisch und außer Atem sein mußs", sagt Evans. "Vor jeder Aufnahme sprang ich also auf und ab und machte Liegestütze. In einigen Szenen mußs ich auch Treppen hinaufrasen oder durch den Autoverkehr sprinten - mein Jogging-Pensum kam also auch während des Drehs nicht zu kurz!"

Evans absolvierte schließlich sogar einen einwöchigen Kurs in einer Spezialschule für Stunt-Fahrer, um in einigen Autoszenen selbst das Steuer zu übernehmen. "Ich habe in dieser Schule eine Woche lang trainiert - das war die schönste Woche meines Lebens", sagt Evans. "Ein riesiger Spaß. Alles durfte ich ausprobieren - Drehungen um 180 und 360 Grad, in eine Parkbucht schleudern, einfach alles."

"Ich platziere die Schauspieler gern mitten ins Geschehen", sagt Regisseur David R. Ellis. "Mir lag also sehr viel daran, dass Chris alle Stunts tatsächlich selbst ausführte, die unter den Sicherheitsvorgaben vertretbar waren. Weil Chris diese intensive Fahrausbildung gemacht und sich dabei bestens bewährt hat, konnten wir sogar Einstellungen drehen, in denen er auf die Kamera zufährt und den Wagen schleudernd auf der Markierung zum Stehen bringt. Das hat er wirklich selbst fertiggebracht. Wir müssen also keine Zwischenschnitte einfügen, um dann sein Gesicht zu zeigen - echt cool."

Abgesehen von dem Spaß in der Stunt-Schule weiß Evans genau, wie gut sich die Zuschauer in seine Rolle hineinversetzen werden. "Ryan ist eigentlich ein ganz normaler Typ, und gerade dadurch wirkt er so sympathisch", sagt Evans. "Man kann sich leicht mit ihm identifizieren, weil er sich wie ein typischer Junge Anfang 20 verhält - ohne langfristige Ziele, mit einer eher teilnahmslosen Lebenseinstellung. Er denkt ausschließlich an sich, will einfach nur seinen Spaß haben."

Die Produzenten sind allerdings überzeugt, dass man in Bezug auf Evans' Leistung in diesem Film keineswegs von "typisch" oder "normal" sprechen kann.

"Er hat das Zeug, der nächste Tom Cruise zu werden", sagt Lauren Lloyd. "Man findet Filmstars nicht auf der Straße, aber wir suchen immer Typen, die den Jungs im Publikum als Vorbild dienen und mit denen die Mädchen ausgehen wollen. Genau diese Eigenschaften bietet Chris. Außerdem ist er sehr neugierig auf Menschen, auf das Leben - das macht ihn zu einem sehr aufmerksamen Beobachter. Dadurch verleiht er seiner Filmfigur die nötige Tiefe."

Ungewöhnlich für Kim Basinger und Chris Evans war der Umstand, dass sie die meisten Dialoge am Telefon führen mußsten. Beide Darsteller legten ganz bewusst Wert darauf, sich bis zum Ende der Dreharbeiten nicht persönlich kennen zu lernen, um die Fremdheit der Figuren nachzuempfinden. "Meistens mußsten Kim und Chris ihre Szenen spielen, ohne dass der Partner anwesend war", sagt Regisseur David R. Ellis. "Chris spielte seine Szenen als Erster und mußste sich dabei genau an den Dialog des Drehbuchs halten - was oft extrem schwierig war, wenn er mit einer Hand mitten durch eine Action-Sequenz steuerte und mit der anderen das Handy hielt. Kim spielte ihre Szenen dann in den letzten Drehwochen und reagierte auf das, was er bereits gesagt hatte."

Und der Regisseur fährt fort: "Was sich zwischen den beiden abspielt, kann man teilweise erst im Schneideraum herstellen - es hängt sehr davon ab, wann man zu welchem der beiden Dialogpartner schneidet, wie man das Timing setzt, damit beide Seiten zu einer Einheit verschmelzen und wir das Gefühl bekommen, dass sie wirklich kommunizieren. Denn die meisten Telefonszenen mußsten sie ohne den Gesprächspartner auf der anderen Seite drehen."

Im Film taucht auch das allen Zuschauern vertraute Gesicht von William H. Macy auf: Er spielt einen erfahrenen Cop - vielleicht ist er der Einzige, auf den Ryan sich verlassen kann, wenn er nur rechtzeitig dahinter kommt, worum es in diesem Fall überhaupt geht. Der für den Oscar nominierte Schauspieler ist bekannt für seine schrulligen Auftritte in "Fargo" (Fargo) und "The Cooler" (The Cooler - Alles auf Liebe) - in rasanten Action-Filmen wie "Final Call" sieht man Macy dagegen selten.

"Ein Arthouse-Film ist es diesmal nicht, solche Rollen spiele ich tatsächlich nur selten", sagt Macy. "Allerdings erkannte ich beim Lesen des Drehbuchs sofort, dass es sich nicht um einen dieser sinnlos brutalen Filme handelt. Die Bösewichte bekommen, was sie verdienen, die Guten siegen, also habe ich nichts dagegen. Gleichzeitig ist es ein regelrechter Krimi, bei dem man sich ständig fragt, was dahinter steckt - es geht mit einem großen Knall los, und von da an lässt die Spannung keine Sekunde nach."

Außerdem freute Macy sich sehr über die Gelegenheit, vor der Kamera etwas ganz Neues auszuprobieren: eine Kampfszene.

"Ich bin wirklich stolz auf die Kampfszene, weil sie wunderbar choreografiert ist", sagt Macy. "Mir gefällt vor allem, dass es hier echt unfair und hart zur Sache geht - das sieht überhaupt nicht schick aus. Wir tauschen keine Kinnhaken aus, sondern verkeilen uns echt ineinander. Das empfand ich als sehr realistisch - vor allem, als ich abends in meine Badewanne stieg und all die blauen Flecken spürte."

Macy kann im Action-Genre bisher wenig Erfahrung vorweisen - dennoch zweifelten die Filmemacher keinen Augenblick daran, dass er in seiner Rolle überzeugt.

"Bill Macy geht völlig in seinem Beruf auf. Vor der Kamera hat er zwar noch keinen Typen gespielt, der Prügel austeilt, aber wir trauten ihm auch das von vornherein zu", sagt Produzent Dean Devlin. "Denn wenn jemand derartige Fähigkeiten mitbringt, kann er praktisch alles spielen. Man mußs ihm nur die Gelegenheit dazu geben."

Regisseur David R. Ellis gibt zu, dass ihm bei der Vorstellung, mit Macy zu arbeiten, ursprünglich etwas mulmig wurde. "Ich finde ihn in jeder Rolle großartig", sagt Ellis. "Jede Figur, die er darstellt, zeigt eine neue Facette von ihm. Und ich war schon begeistert, als er überhaupt Interesse an unserem Film bekundete. Meine Schüchternheit ihm gegenüber löste sich dann sofort, als er am Set erschien und selbst tolle Ideen mitbrachte. Er ist sehr angenehm im Umgang und jederzeit zu vollem Einsatz bereit."

Jason Statham ist Action-Fans dagegen bestens bekannt. Der britische Schauspieler war zuletzt in Hits wie "The Italian Job" (The Italian Job - Jagd auf Millionen) und "The Transporter" (The Transporter) zu sehen. In "Final Cut" übernimmt er jetzt eine Schurkenrolle - Ethan, den Anführer der Kidnapper.

"Böse Buben zu spielen bringt mir besonders Spaß, weil sie kaum berechenbar sind - das kann man sehr schön ausspielen", sagt Statham. "Sie bewegen sich nicht in so engen Bahnen wie die meisten anderen Figuren."

Bei der Gestaltung ihrer intensiven gemeinsamen Szenen wendeten Statham und Kim Basinger eine interessante Methode an. "Als es zwischen Kim und Jason physisch richtig zur Sache gehen sollte, haben wir diese Szenen vorher überhaupt nicht geprobt", sagt Ellis. "Denn Kim wollte nicht wissen, was er ihr antun würde. Ich sprach also nur mit Jason über die Richtung, die die Szene ungefähr nehmen sollte." In einer Sequenz eröffnet Ethan Jessica, dass er weiß, wo sich ihr Sohn aufhält und dass er ihn entführen will. Dazu der Regisseur: "Als Jason dann seinen Gürtel abnahm, ihn Kim um den Hals legte und sie würgte, hatte sie vorher keine Ahnung davon - der Effekt war so, dass es uns kalt den Rücken herunterlief. Zum Glück wussten beide, wie weit sie dabei gehen konnten."

Neben den Hauptdarstellern sind in "Final Call" außerdem fähige Darsteller wie Noah Emmerich ("The Truman Show"/Die Truman Show), Eric Christian Olsen ("Dumb and Dumberer: When Harry Met Lloyd"/Dumm und dümmerer) und Richard Burgi ("24") zu sehen.

"Final Call" weist also eine mehr als überzeugende Darstellerriege auf, doch wirklich ungewöhnlich ist vor allem sein Tempo. Die lebensgefährliche Situation und das drängend-pulsierende Stakkato der Story werden auf der Leinwand in ständige Bewegung umgesetzt, und zwar derart rasant, als wolle man die Zuschauer testen, ob sie damit Schritt halten können. "Dieser Film bleibt ständig in Bewegung", sagt Produzent Dean Devlin. "Wobei es weniger um Action als um Suspense geht. Ungewöhnlich an diesem Film ist die Dynamik, die - wenn auch vergleichbar mit einem Film wie "Speed" - dennoch nicht so sehr im Mittelpunkt steht wie der Suspense, der sich aus der Spannung zwischen den Figuren, aus ihrer Situation ergibt. Der Film funktioniert also wie ein Thriller, tarnt sich aber wie ein Action-Film, was ihn meiner Meinung nach einzigartig macht."

Auch wenn es sich um einen als Action-Film getarnten Thriller handelt, so spielt die Action durchaus eine Hauptrolle.

"Das Tempo des Film ist unglaublich hoch, Verschnaufpausen gibt es nicht", sagt Chris Evans, der in fast allen Action-Sequenzen mitten im Geschehen steckt. "Den wohl einzigen verhaltenen Moment erleben wir auf den beiden ersten Seiten des Drehbuchs - da spaziere ich nämlich einfach über die Seebrücke am Strand. Aber sobald das Handy klingelt, gibt es keine Atempause mehr. Wahrscheinlich ist das wieder ein Film, bei dem die Zuschauer nach Ende der Vorstellung glauben, er hätte nur eine halbe Stunde gedauert."

Mit hervorragenden Darstellern, einer ausgeklügelten Story und der außergewöhnlichen Balance zwischen Action und Suspense bietet "Final Call" für alle etwas - sogar eine Botschaft. ",Final Call' macht als Action-Film echt Spaß, aber er sagt auch etwas aus über unsere soziale und moralische Verantwortung", sagt Produzent Dean Devlin. "Aus der Story ergibt sich die Frage: Was bringt uns dazu, anderen zu helfen? Was haben wir davon? In diesem Film besteht die Belohnung darin, dass die Bedürftigen tatsächlich Hilfe bekommen - schon das ist Belohnung und Grund genug, es zu versuchen. Hoffentlich unterscheidet sich der Film von anderen darin, dass wir nach der Vorstellung etwas mitnehmen, was tiefer geht als nur die Action, der Kinospaß. Spannung und Komik werden groß geschrieben, aber ich denke mir, dass der Film die Zuschauer auch dazu anregt zu überlegen, wie man anderen helfen kann und warum das wichtig ist."

Botschaft hin oder her - letztendlich sind die Produzenten überzeugt, dass der Film beim Publikum sein entscheidendes Ziel erreicht, nämlich bestens zu unterhalten.

"Der Film ist äußerst dramatisch, spannend und wirklich sehr gut nachvollziehbar", sagt Produzentin Lauren Lloyd. Und Regisseur David R. Ellis fügt hinzu: "Unser Film wirkt wie eine atemberaubende Achterbahnfahrt, aber neben der Action bietet er auch viel Herz. Vor allem aber ist er ständig in Bewegung? und zwar mit rasender Geschwindigkeit!"

Szenenfoto
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