Vom Suchen und Finden der Liebe

Produktionsnotizen

Die Dreharbeiten zu VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE fanden in Berlin, Griechenland und in den Bavaria Film-Studios in München statt und dauerten insgesamt 62 Tage.

Erster Drehtag war am 30. März 2004 in Berlin. Aufgrund anderweitiger terminlicher Verpflichtungen von Anke Engelke wurden zunächst alle Helena-Szenen abgedreht sowie aus Witterungsgründen die ersten Szenen des Kennenlernens zwischen Mimi und Venus. Die Motive für diese Eingangssequenz waren: die Brücke am Pergamon-Museum, die alte Nationalgalerie und die Deutsche Staatsoper.


Die Dreharbeiten auf griechischem Boden begannen am 14. April 2004 in Piräus, wo nachts am Hafen gedreht wurde und die Dialogsequenzen mit Alexandra Maria Lara und Anke Engelke auf dem Schiff zu den griechischen Inseln entstanden. Noch in der Morgendämmerung fuhren Team, Darsteller und der LKW-Tross - mit der Fähre nach Ios. Auf dieser Insel wurde ca. 4 Wochen lang gefilmt - ein kompliziertes Unterfangen, da die Insel über keinen Flughafen verfügt.

Nach ausführlicher Motivsuche nicht nur in Griechenland, sondern auch in Kroatien und Italien war die Wahl auf das Privathaus eines Berliners auf Ios als griechisches Domizil der Familie Stokowski gefallen. Lediglich ein größerer Mauerdurchbruch war nötig, um den Ausblick aufs Meer vom Innenraum aus zu gewährleisten. Die Terrasse über dem Meer und der schön angelegte, blühende Garten - eine Seltenheit auf der kargen Insel - waren bereits vorhanden.

Neu geschaffen wurde der Brunnen, der direkt in den Hades führt. Der Schacht wurde mit Schaumgummi ausgefüllt, damit die Schauspieler hineinspringen konnten.

Die Außenaufnahmen in Griechenland gestalteten sich aufgrund der schwankenden Wetterlage extrem schwierig, die Lichtverhältnisse waren nur vormittags und am späten Nachmittag gut, wenn die Sonne tief steht.

Nach Abschluss der Dreharbeiten in Griechenland kehrte das Team nach Berlin zurück. Besonders aufwändig waren die zwei großen Dialogszenen zwischen Mimi und Venus am Gendarmenmarkt. Für die drei Tage der Dreharbeiten - die Szenen spielten nur nachts - mußste ein Großteil des Gendarmenmarkts abgesperrt werden, das Areal vor dem Konzerthaus bis zum Deutschen Dom wurde für eine Nacht komplett eingeschneit. Als sehr hilfreich bei den Drehgenehmigungen erwies sich die gute Kooperation mit dem Filmboard Berlin Brandenburg und der Berliner Film Commission. Kompliziert waren auch die Dreharbeiten in der Orangerie im Schlosspark Sanssouci in Potsdam, die als Weltkulturerbe strengen Auflagen unterliegt. Dort entstanden die Szenen im Tempel, dem Unterwelt-Ort, wo Hermes seine Verführungskünste an Mimi erprobt. Da im Winter in der Orangerie Pflanzen untergestellt sind, konnten die Dreharbeiten erst Ende Juni stattfinden.

Daher zog die Produktion zunächst nach München in die Halle 12 der Bavaria für die Außenaufnahmen der Unterwelt und kehrte später noch einmal in die - inzwischen leere - Orangerie zurück. Im Studio entstanden auch die Flugsequenzen mit Heino Ferch als fliegender Gott Hermes, an einem "flying rig" in einer Höhe von 5 - 6 Metern über dem Boden.

Jürgen Jürges, der bewährte Fassbinder-Kameramann, drehte auf der neuen Arri-Cam in Super-35mm für eine Cinemascope-Auswertung. Helmut Dietl und Norbert Preuss hatten zuvor in Indien Florian Gallenbergers "Schatten der Zeit" produziert, mit Jürgen Jürges hinter der Kamera. Dietl suchte für VOM SUCHEN UND FINDEN DER LIEBE nach besonderen Bildern, hatte eine "märchenhafte" Lichtgestaltung im Sinn, die er in den Mustern von "Schatten der Zeit" sah. Jürges entpuppte sich als wahrer "Zauberer des Lichts"- während andere Kameraleute mit dem Belichtungsmesser am Set arbeiten, nimmt er einen Farbtemperaturmesser zu Hilfe, um die richtige Farbstimmung innerhalb seines entworfenen Bildes zu schaffen.

Das Lichtkonzept für die Unterwelt sah eine Beleuchtung vor wie in einer Gewitter-Atmosphäre, eine Art poröse Erdkruste, durch die nur wenig Licht durchscheint. Da solche Aufnahmen nicht bei Sonnenlicht, sondern nur nachts möglich sind, mußsten die Landschaftsaufnahmen am Fluss Styx entgegen der ursprünglichen Planung im Studio vor Bluescreen gedreht werden. Die Ausleuchtung dieser gewaltigen Landschaften mittels Filmlampen wäre viel zu aufwändig und kostenmäßig nicht möglich gewesen.

Die Landschaft des Hades entstand nach den Dreharbeiten in dreidimensionaler Animation am Computer. Als Vorbild dienten Fotos aus der jordanischen Wadi-Rum Wüste, wo "Lawrence von Arabien" gedreht wurde. Um den speziellen Look der Hades-Welt zu erzeugen, der zugleich realistisch und fremd aussehen sollte, ohne jedoch in eine Fantasy-Welt abzudriften, war eine digitale Farblichtbestimmung notwendig. Nach den ersten positiven Erfahrungen mit der digitalen Lichtbestimmung der Unterweltsequenzen wurde entschieden, den gesamten Film zu digitalisieren und farblich digital zu bearbeiten.

An der Postproduktion waren die beiden großen Post-Produktionshäuser in München beteiligt: Scanline besorgte die Unterwelt-Effekte, Arri das digitale Colorgrading des Realteils.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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