Jersey Girl

Produktionsnotizen

Elternschaft mit Tiefgang "Ich begann 1999 mit dem Drehbuch zu JERSEY GIRL", erinnert sich Autor und Regisseur Kevin Smith, der in dieser Zeit auch an den CLERKS Cartoons arbeitete und "deshalb zum Ausgleich etwas schreiben wollte, dass über ein wenig mehr Tiefgang verfügte." Seine eigene Tochter war damals ein halbes Jahr alt. "Mit ihr und meiner Frau wohnte ich für einige Monate in einer Mietwohnung. Ich dachte über meine Tochter nach und die Verantwortung, die man als Eltern für sein Kind trägt, ging nach oben in mein Arbeitszimmer und schrieb spontan los.

Nach zwei Stunden hatte ich die ersten fünfzig Seiten von JERSEY GIRL fertig." Smith erinnert sich weiter: "Von da an änderte sich an den Anfangsszenen einschließlich des ersten Drehs in der Handlung nichts mehr. Nur schlummerte der Text auf der Festplatte meines Computers, bis ich zwei Jahre später bei Ben Affleck auf einer Party zum Unabhängigkeitstag eingeladen war. Er bedrängte mich, ich solle endlich wieder etwas in der Richtung von CHASING AMY schreiben, einen Film, der sich mehr an den Hauptfiguren orientierte. Also erzählte ich ihm von dem was ich zum Thema Elternschaft geschrieben hatte und schickte ihm den Text. Nach der Lektüre, forderte mich Ben auf: "Schreib das Drehbuch zu Ende, diesen Film sollten wir als Nächsten drehen." Das war der Moment, an dem ich anfing, Ben die Rolle des Ollie Trinke auf den Leib zu schreiben. Im Januar 2001 war dann die erste Drehbuchfassung fertig.

Der erfahrene TV-, Film- und Comic-Autor Kevin Smith erreichte wohl die größte Bekanntheit mit seinen beiden Figuren Jay und Silent Bob, die ihre cineastische Odyssee in CLERKS begannen und zuletzt mit JAY UND SILENT BOB SCHLAGEN ZURÜCK einen eigenen Film bekamen. Mit JERSEY GIRL betritt Kevin Smith Neuland. Denn zum ersten Mal, treten die beiden skurrilen, immer wieder kehrenden Gestalten in einem seiner Filme nicht auf. Smith erklärt: "Die ersten Filme waren auf unterschiedliche Weise alle miteinander verwoben, die offensichtlichste Verbindung bestand in Jay und Silent Bob. Aber JERSEY GIRL ist anders als meine anderen Filme, schon deshalb, weil kein Haufen Typen darin vorkommt, die über Popkultur philosophieren oder sich über Comicbücher unterhalten. JERSEY GIRL erzählt eine sehr ehrliche und menschliche Geschichte. Ich arbeitete sozusagen ohne Netz und doppelten Boden, weil genau jene Art von Witzen und Humor fehlte, die für meine anderen Filme charakteristisch war. Aber obwohl der Film tragisch beginnt, enthält er viel Humor - so wie die meisten schmerzhaften Situationen in unserem Leben."

Auf zu fremden Orten Auch Ben Affleck erinnert sich an seinen ersten Blick auf JERSEY GIRL und das anschließende Drehbuch. "Mir gefielen schon die ersten Seiten, die mir Kevin schickte. Es ist ein sehr schönes Drehbuch und auf seine Weise sehr klassisch, traditionell und familientauglich. Das ist für Kevin eine Premiere. Aber es steckt dennoch Kevins ganz besondere Empfindsamkeit darin. Sie verleiht der Geschichte Ecken und Kanten und eine ganz besondere Perspektive auf die Welt. Und die ist dann wieder typisch Kevin." Für Ben Affleck ist JERSEY GIRL die fünfte Zusammenarbeit mit Kevin Smith, in der sich für ihn Herausforderung und das vertraute Gefühl des Bekannten verbanden. "Ich finde es spannend, mit Kevin so oft zusammengearbeitet zu haben und jetzt dabei sein zu dürfen, wie er auf unbekanntes Terrain vordringt", erläutert Affleck. "Ich wollte an diesem Prozess unbedingt teilhaben. Kontinuität durch die häufige Zusammenarbeit und zugleich eine ganz neue Erfahrung. Dieser Film ist für mich wie die Reise zu einem fremden Ort, aber mit einem alten Freund an meiner Seite. Unsere gemeinsame Vergangenheit vereinfacht die Zusammenarbeit. Wir haben gelernt gut miteinander zu kommunizieren und teilen eine bestimmte Art von Humor."

Produzent Scott Mosier stimmt dem zu. Er arbeitet mit Kevin Smith schon zusammen, seit die beiden sich vor über zehn Jahren an der Filmschule kennen lernten. Mosier sieht den Unterschied zu anderen Teams darin, "dass wir sehr jung waren, als wir begannen und uns mit den ersten drei oder vier Filmen gemeinsam auf unsicheres Terrain begaben. Bei diesem Film haben wir sicheren Boden unter den Füßen." Mosier, der mit seiner Firma View Askew Productions schon den sechsten Film für Smith produziert, sieht das Erfolgsgeheimnis darin, "dass wir sehr gute Freunde sind und ganz genau wissen, dass diese Freundschaft vor allem anderen kommt. Unsere Zusammenarbeit läuft ein wenig nach dem Yin-Yang-Prinzip. Unsere Persönlichkeiten sind verschieden. So gleichen sich Stärken und Schwächen des Einen durch den Anderen jeweils aus. Aber in letzter Konsequenz ist Kevin der Regisseur und es ist wichtig, dass er das bekommt, was er für seinen Film für nötig hält."

Die Figuren Klassische Story - neu erzählt In JERSEY GIRL spielt Ben Affleck einen Mann, der sich durch eine emotionale Odyssee enorm verändert. Der Schauspieler interpretiert seine Figur: "Als Ollie sich verliebt, verschieben sich auch seine Prioritäten vom Job zur Familie, besonders als er und Gertrude ein Kind erwarten. Er ist eigentlich jemand, der sehr auf seine Arbeit ausgerichtet ist und als PR-Fachmann viel Zeit mit Klienten aus der Musikbranche verbringt. Er ist sich der Dualität von Job und Familie noch nicht so recht bewusst. Auf der einen Seite ist sein Job interessant, glamourös und sexy, auf der einen Seite komplett irrelevant für die wirklich wichtigen, substantiellen Dinge des Lebens. Die besondere Beziehung zu seiner Tochter bringt ihn dazu, sein Leben neu zu bewerten. Für einen Kevin-Smith-Film klingt das eher nach einem unterschwelligem Subtext, statt der eigentlichen Story. Aber es ist eine sehr klassische Geschichte, die nicht abgedroschen wirkt, wenn man sie gut erzählt."

Liv Tyler hält ihre Rolle der Maya schauspielerisch für äußerst reizvoll. Ollie verliebt sich in Maya, nachdem er Gertrude verloren hat: "Wann bekommt man als Frau schon die Gelegenheit so etwas zu spielen. Maya ist witzig, unglaublich intelligent, empfindsam, äußerst weiblich und ebenso stark wie unabhängig - und das in einer Person. All das war schon im Drehbuch angelegt und ich konnte direkt in die Figur hineinschlüpfen." Was Mayas Beziehung zu Ollie angeht, konstatiert Liv Tyler: "Meiner Meinung nach versucht sie Ollie zu zeigen, dass das was er hat, völlig in Ordnung ist und er seine Fantasien über ein Hochglanzleben in New York nicht braucht. Sie fühlt sich in Ollies Nähe sicher und möchte ihm gleichzeitig helfen."

Nach ARMAGEDDON standen Liv Tyler und Ben Affleck für JERSEY GIRL zum zweiten Mal gemeinsam vor der Kamera. Liv Tyler: "Diesmal war es besonders toll, weil wir uns schon gut kennen und befreundet sind. Wir standen uns viel näher." Für sie "ragt Ben heraus aus all meinen Filmpartnern. Er ist wirklich präsent, wenn er spielt und kann hervorragend zuhören. Wir ergänzen uns genau und können deshalb auch Dinge ausprobieren und zum Beispiel Dialoge improvisieren. Ich vertraue Ben vollkommen." Der so Gelobte gibt das Kompliment zurück: "Liv ist in diesem Film wunderbar. Die Arbeit mit ihr ist immer sehr entspannt und bequem. Wir kennen uns eben schon eine ganze Weile. Unsere größte Schwierigkeit lag eher darin, all das zu vergessen, was uns verbindet, damit wir die Beziehung der beiden Figuren darstellen konnten. Die Dynamik zwischen uns sollte sich im Film ja erst entwickeln."

Küsschen und verbrannte Hinterteile Um das kleine Mädchen zu finden, das in die Rolle der Gertie schlüpfen sollte, starteten die Filmemacher landesweite Suchaktionen. "Auf Anraten von Miramax engagierten wir Amy Kaufmann, die bereits Filme wie THE SITH SENSE mit starken Kinderrollen besetzt hatte. Sie bereiste die gesamte USA, ließ Hunderte von Kindern vorsprechen und präsentierte mir eine Vorauswahl", erinnert sich Kevin Smith. "Auf Raquel stießen wir bereits ziemlich früh. Sie setzte sich schnell in unseren Köpfen fest. Denn ich wollte kein Kind, dass 'Hollywood-hübsch' und ein echtes 'Schätzchen' war", ergänzt Kevin Smith. "Mir schwebte ein natürlicher Auftritt vor und Raquel war ein ungeschliffener Rohdiamant. dass sie eine geradezu verblüffende Ähnlichkeit mit Jennifer Lopez besitzt, hat sicherlich nicht geschadet", schmunzelt der Regisseur.

"Sogar Ben ähnelt sie ein wenig. Wir haben Bilder von ihr neben Fotos der Beiden gelegt und es wirkte, als wäre Raquel das Kind, das sie einmal haben würden." Aber die Hauptsache war Raquels natürliches Spiel. "Das erwartet man fast nicht von einem Kind, das soviel Szenen laut Drehbuch hat. Sie spielte, als ob wir sie mal eben kurz aus ihrem eigenen Leben entliehen hätten".

Für Raquel ist Gertie "halb Lausbub, halb Girlie". Bei JERSEY GIRL dabei sein zu dürfen, kam für die Neunjährige der Erfüllung eines Traums nahe. "Ich wollte unbedingt mitmachen", erzählt sie. "Es macht nämlich riesigen Spaß mit großen Stars zu arbeiten und überhaupt ist Kevin der beste Regisseur. Er ist lustig und wenn ich Mist gebaut hatte, hat er trotzdem nett mit mir gesprochen." Auch ihren Filmpapa bewundert Raquel: "Ben habe ich schon in so vielen großen Filmen gesehen. Ich habe echt Glück gehabt, mit ihm zu arbeiten. Und außerdem ist er noch wahnsinnig lustig." Und dann verrät die Kleine ein Geheimnis: "Einmal, bei einer Szene in der Küche hat Ben vergessen, dass der Herd tatsächlich angeschaltet war. Er hat sich zurückgelehnt und prompt den Hintern angesengt. Außerdem hat er mich immer auf den Arm genommen und mir einen Kuss gegeben. Es hat sich wirklich angefühlt, als sei er mein Papa."

"Ich habe noch nie in einem Film gespielt, in dem so viel von einem Kind abhing", erzählt Ben Affleck. "Das ist insofern interessant, als dass ich selbst ein Kinderdarsteller war und an diese Zeit ebenso gute wie schlechte Erinnerungen habe. Ein Teil von mir empfindet also wie ein Vater für Raquel, der sein Kind beschützen möchte und ihr eine Perspektive vermitteln will für das was sie tut. Aber Raquel spielt einfach hervorragend, sie arbeitet zuverlässig wie ein Dieselmotor und ähnelt Jennifer auf erstaunliche Weise. Sie ist wirklich süß." Raquel bekennt, "dass meine Freunde schon ziemlich neidisch darauf waren, dass ich mit Ben Affleck und Liv Tyler arbeiten durfte. Aber der eigentliche Ober-Hammer war George Carlin!". Und auf die Frage, worum sich denn die Handlung dreht, kommt wie aus der Pistole geschossen: "Der Film heißt doch JERSEY GIRL - also wird er wohl irgendwie von mir handeln."

Quasselstrippen und Protégés Für Comedian George Carlin war die Rolle von Ollies Vater Bart "eine ganz neue Erfahrung, nämlich die längste Rolle, die ich je hatte." Außerdem ist sie wesentlich dramatischer als seine früheren Filmauftritte. "In der Beziehung zwischen Ollie und Bart erkennt man deutlich die Liebe, die hinter allen Sticheleien und Neckereien steckt." Carlin arbeitete zwar gern mit seinem Filmsohn, aber noch lieber mit seiner Filmenkelin zusammen: "Raquel ist eine echte Quasselstrippe, aber im netten Sinn. Sie ist für ihr Alter unheimlich clever und steckt voller Energie."

George Carlin spielt zum dritten Mal in einem Film von Kevin Smith mit, nach DOGMA und JAY UND SILENT BOB SCHLAGEN ZURÜCK. Die Vertrautheit erleichtert Carlin die Arbeit: "Kevin ist der einzige Regisseur mit dem ich überhaupt mehr als einmal zusammengearbeitet habe. Und ich fühle mich sehr wohl dabei, nicht zuletzt deshalb, weil er mir meine Rolle sozusagen in den Mund gelegt hat. Ich glaubte viel vom Hintergrund der Figur zu kennen und das erleichtert die Arbeit. Zur Andersartigkeit von JERSEY GIRL, im Vergleich zu Kevins früheren Filmen, meint Carlin: "Kevin hat diese typische Ostküsten-Sensibilität. Er empfindet exakt mit einer bestimmten Gruppe der Bevölkerung, vertritt auch eine bestimmte Altersgruppe. Und er übersetzt dieses Verständnis in seine Filme. JERSEY GIRL zeigt dagegen seine mehr menschliche, persönliche Seite im Sinn von Romantik und der Erfüllung von Träumen."

Jennifer Lopez, die Mutter, die Gertie niemals kennen lernt, stieß zu dem Projekt, nachdem Ben ihr das Drehbuch zur Lektüre gegeben hatte. Auch wenn die Rolle klein war, wollte Lopez sich nicht die Chance entgehen lassen, mit Kevin Smith zu arbeiten. "Das Drehbuch war so überzeugend! Kevin fängt die Momente des Lebens auf eine ganz besondere Art ein und die Figur der Gertrude war für mich eher untypisch und damit umso reizvoller." Auch die Botschaft des Films zog Jennifer Lopez in ihren Bann: "Es geht eben nicht darum, was man in der materiellen Welt gewinnt, sondern was dein Herz und deine Seele möchten - und dass man danach handeln sollte. Nur so findet man Erfüllung."

Jason Biggs rundet das Ensemble schließlich ab in der Rolle von Ollies loyalem Mitarbeiter und Protégé Arthur. Nach seinem Cameo in JAY UND SILENT BOB SCHLAGEN ZURÜCK wollte Biggs unbedingt noch einmal mit Kevin Smith zusammenarbeiten. "Als ich von seinem neuen Projekt hörte, besorgte ich mir umgehend ein Drehbuch und suchte nach einer Rolle für mich. Arthur entpuppte sich als perfekter Part. Kevin hat mit Arthur praktisch mich beschrieben", grinst der Schauspieler, der mit der AMERICAN-PIE-Trilogie seinen Durchbruch feierte.

Der Regisseur selbst lobt sein Ensemble enthusiastisch: "Alle Auftritte sind subtil angelegt. Ben und Liv haben in meinen Augen ihre besten Performances abgeliefert. George Carlin überschreitet Grenzen, in dem er etwas wesentlich Dramatischeres spielt, als er das jemals zuvor getan hat. Jason Biggs ist einfach super, ebenso wie Jennifer. Und Raquel ist natürlich absolute Spitzenklasse. Ich bin stolz, dass, durch die Bank weg, jeder sich derartig in dieses Projekt hineingehängt hat und bereit war, für diese Geschichte über sich selbst hinaus zu wachsen."

Der Look Die Dreharbeiten zu JERSEY GIRL fanden zum Großteil in Paulsboro, New Jersey statt. Produzent Mosier erklärt dazu: "Die Handlung spielt zumeist in Kevins Heimatstadt Highlands, New Jersey. Aber weil wir auch viele Szenen in New York zu drehen hatten, war Effektivität gefragt. Die Stadt Philadelphia hat uns enorm unterstützt und bot eine hervorragende Ausstattung. Also arbeiteten wir mit einer Crew von dort und schlugen in "Philly" unser Basislager auf. In fünf Minuten konnten wir ja über die Benjamin Franklin Brücke nach New Jersey fahren, um den authentischen Look zu bekommen, der benötigt wurde. Daneben gehörten natürlich das echte Highlands und natürlich der Big Apple zu den Hauptdrehorten.

An manchen Tagen belagerten Hunderte von Fans das Set von JERSEY GIRL, um einen Blick auf die Darsteller zu erhaschen und sie anzufeuern. Kevin Smith erinnert sich schmunzelnd: "Die Begeisterung hat uns völlig aus den Socken gehauen. Erst waren wir besorgt, ob die Dreharbeiten durch den Massenauflauf gestört wurden. Aber wir mußsten keine einzige Einstellung wegen der Zuschauer wiederholen. Die Leute waren sehr zurückhaltend, nur neugierig darauf zu erleben, wie ein Film entsteht. Bevor ich selbst welche gedreht habe, war ich das auch. Deshalb habe ich ja meinen Beruf!"

Der renommierte Kameramann Vilmos Zsigmond kreierte mit seinem Lichttechnikteam den Look von JERSEY GIRL. Produzent Mosier betont, dass Zsigmonds Art der Bildinszenierung für Regisseur Smith Neuland war: "Wir hatten mehr Budget und konnten mehr Zeit für die visuelle Seite aufwenden und haben Vilmos wegen seiner immensen Inspiration engagiert. Die Kamerabewegungen sind weicher, fließender und helfen die Figuren zum Leben zu erwecken." Für Kevin Smith ist "Vilmos ein Meister des Lichts, der einen wunderschönen Film fotografiert hat. Ich würde mir diesen Orden gerne selbst an die Brust heften, aber der Ruhm gebührt ihm. Er hat auf der visuellen Seite aus dem Drehbuch mehr herausgeholt, als darin stand.

Vilmos Zsigmond fügt hinzu: "Ich orientiere mich immer an den Stimmungen in jeder Szene. In diesem Fall gehörten all jene Szenen mit Raquel zu meinen Lieblingen, weil sie so bunt und fröhlich waren. Zum Beispiel die Leuchtturmszene und besonders jene im Central Park, denn dieser Ort versprüht Magie." Mit seiner langjährigen Erfahrung besteht Zsigmond darauf, dass verschnörkelte Kamerabewegungen nicht Sinn der Sache seien. "Es gibt in JERSEY GIRL keine besonderen Techniken in der Kameraführung. Mir lag mehr daran, die Geschichte ehrlich zu erzählen. Das Drehbuch hatte Tiefgang und Kevin hat mir erzählt, die Story entstamme seiner persönlichen Erfahrung, was mich sehr berührte. In diesem Film dreht sich alles darum, dass Menschen sich weiterentwickeln, Menschen, in denen wir uns wieder erkennen." Die Zusammenarbeit mit Kevin Smith war "von großem Respekt geprägt. Er erkannte an, was ich visuell für den Film leisten konnte und ich bewunderte seine Arbeit als Autor und Regisseur. Wir hatten zudem tolle Schauspieler. Und es lag mir viel daran, deren enorme Leistung auch zu 100 Prozent auf der Leinwand rüberzubringen."

Ausstatter Robert "Ratface" Holtzman, der schon an den letzten drei Filmen von Smith mitgewirkt hatte, lobt Vilmos Zsigmond ebenfalls: "Kevin konnte sich dank ihm visuell mehr öffnen. Mein Einsatz von Farben in Kombination mit Vilmos' Bildinszenierung vermitteln ein Gefühl des emotionalen Achterbahnritts, den Bens Figur erlebt." Auch die Kostüme von Juliet Polsca (DIE SOPRANOS) korrespondieren damit. "Wir bewahrten ein realistisches Element, damit alles natürlich wirkte und nicht überkandidelt". Die Eigenheiten der Kostüme für die einzelnen Figuren skizziert sie folgendermaßen: "Ollies Entwicklung schlägt sich auch in seiner Kleidung nieder. Liv Tyler als Maya trägt einen Bohemian-Look, der sehr entspannt wirkt. Und dann gibt es noch Gertrude. Sie wirkt wie der glamouröse Prototyp einer vergangenen Ära, der dennoch modern ist. Jennifer Lopez trägt in dieser Rolle vor allem zarte Farben."

Während der Entstehung erfüllte ihr "Filmbaby" Smith und Mosier mit Stolz. "An jeder Stelle im Team saßen höchst fähige Leute", lobt der Produzent. Für Smith war es rückblickend wichtig, "besonders wenn man Neuland betritt, ein vertrautes Team um sich zu haben. Ich arbeite am liebsten wieder mit Leuten, die schon in der Vergangenheit ihr Bestes für mich gegeben haben. Das mag klischeemäßig klingen, aber warum sollte man ein gutes Pferd wechseln?"

Und Ben Affleck fügt abschließend hinzu: "Ich schätze mich glücklich, dann und wann an einem Film mitarbeiten zu dürfen, für den alle Beteiligten soviel Freude und Energie aufbringen wie für JERSEY GIRL."

Szenenfoto
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