Wenn Träume fliegen lernen

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Für den angesehenen schottischen Autor J. M. Barrie (JOHNNY DEPP) ist die Uraufführung seines jüngsten Theaterstücks eine Enttäuschung: Gequält mußs der erfolgsverwöhnte Schriftsteller miterleben, wie sein neuestes Werk von der höflichen Gesellschaft des edwardianischen Englands der Jahrhundertwende mit wenig Begeisterung aufgenommen wird.

Er gilt als einer der großen Literaten seiner Zeit, aber er ist gelangweilt von den immer gleichen vorgegebenen Themen und schlittert am Rande einer Schaffenskrise entlang. Was Barrie dringend braucht, ist Inspiration. Die findet er unerwartet eines Tages im Park beim Spaziergang mit seinem Hund Porthos, als er die Bekanntschaft der Llewelyn-Davies-Familie macht: vier vaterlose Jungen und ihre bezaubernde Mutter Sylvia Llewelyn Davies (KATE WINSLET), die seit kurzem verwitwet ist.

Trotz der offensichtlichen Missbilligung von Emma du Maurier (JULIE CHRISTIE), Sylvias kühler Mutter, setzt Barrie sich über alle sozialen Schranken in einer prüden Gesellschaft hinweg und freundet sich mit der Familie an. Er besucht die Jungen zu Hause, bringt sie mit immer neuen Tricks zum Lachen und schafft für sie Spielwelten voller Burgen und Könige, mit Cowboys und Indianern, Piraten und Ausgestoßenen. Hügel werden zu Galeeren, Stöcke zu mächtigen Schwertern, es wimmelt von Drachen und Feen, und die Llewelyn-Davies-Kinder werden zu den "Verlorenen Jungen von Nimmerland".

In dieser Zeit, in der sie einfach nur Unsinn machen dürfen, vergessen die Kinder ihre schlimmen Sorgen, denn ihr Vater ist an Krebs gestorben.

Barries Frau (RADHA MITCHELL) reagiert tief gekränkt auf seine Zuneigung zu den Kindern einer anderen Frau. Immer deutlicher spürt sie die Entfremdung von ihrem Mann, stürzt sich in eine Affäre mit einem befreundeten Schriftsteller und lässt sich schließlich scheiden. Aber auch Barrie ist in seinen Emotionen gefangen: Er möchte nicht nur den Jungen Vater-Ersatz und Hilfe sein, er erlebt durch sie auch die ersehnte Inspiration. Angeregt durch die Spiele mit den Kindern erschafft er sein bedeutendstes Werk, "Peter Pan".

Doch er fühlt sich auch unwiderstehlich zu der charmanten, bildschönen und freigeistigen Sylvia hingezogen. Ihre Liebe bleibt unausgesprochen, und sie bleibt letztlich auch unerfüllt, denn auch Sylvia ist an Krebs erkrankt. Um ihren Söhnen die Sorgen um die Mutter und die Qualen ihrer Behandlung zu ersparen, ignoriert sie ihre Krankheit, solange es möglich ist. Sie versucht, ein normales Leben zu führen, aus dem sie sich so unauffällig wie möglich verabschieden will. Natürlich entgeht Barrie ihr Zustand nicht, und er versucht, sie zu einer Behandlung zu überreden.

Währenddessen kämpft Barrie außerdem darum, sein Werk auf die Bühne zu bringen. Das ist alles andere als leicht, denn ein Stück mit fliegenden Menschen, Feen und einem Hund als Kindermädchen hat man noch nie gesehen. Sein loyaler Produzent Charles Frohman (DUSTIN HOFFMAN) glaubt nicht an einen Erfolg des Stücks, das alle Theaterkonventionen sprengt, unterstützt aber dennoch seinen Protegé, auf den er große Stücke hält. Die Schauspieler sind verunsichert, fühlen sich im Hunde- oder Krokodilskostüm der Lächerlichkeit preisgegeben. Dennoch kommt es zur Aufführung, die, in Gegenwart u. a. des kleinen Peter Llewelyn Davies und anderer kindlicher Zuschauer, ein überwältigender Erfolg wird.

Zur gleichen Zeit verschlechtert sich Sylvias Zustand zusehends. Weil sie die Premiere nicht besuchen kann, überrascht Barrie sie mit einer Privataufführung in ihrem Haus. Sylvia erkennt die Bedeutung von Nimmerland und folgt Barrie, erleichtert und bereitwillig, in seine Traumwelt, in der es keinen Schmerz und kein Leid gibt.

Nach ihrem Tod kümmert sich Barrie weiter um die verwaisten Jungen. Ihr größter Trost aber ist das Land der Fantasie, das Barrie für sie und alle Kinder dieser Welt errichtet hat, ein Land, in dem der Glaube an das Unmögliche alles überwindet.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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