Alles auf Zucker!

Produktionsnotizen

Der jüdische Humor im Film hat eine lange Tradition. Woody Allen, Ernst Lubitsch, Mel Brooks ... Doch eine deutsche Komödie, die sich über den jüdischen Humor definiert, gab es schon lange nicht mehr. Aber was ist das Besondere am jüdischen Witz? ?Juden können mit sich schonungslos umgehen, politisch unkorrekt, selbstironisch. Jüdischer Humor betrachtet Menschen liebevoll, ist frech ohne dabei in die Klamotte abzugleiten,? so der Regisseur Dani Levy.

Mit ALLES AUF ZUCKER! widmet sich der in Basel geborene und in Berlin lebende Autor und Regisseur einem ganz zentralen Thema des jüdischen Humors: Der Familie. Im Berlin von heute lässt er zwei zerstrittene Familienzweige aufeinander treffen, die seit dem Mauerbau voneinander getrennt waren - und schildert damit liebevoll einen Zusammenprall der Kulturen.

Eine jüdische Komödie aus dem heutigen Alltag ? von diesem Thema war Dr. Barbara Buhl vom WDR Fernsehspiel schon länger angetan. Die Idee hierzu wurde durch eine Anregung von Paul Spiegel, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, bekräftigt. Bei einem Treffen mit dem WDRFernsehspielchef Gebhard Henke betonte er, dass er es begrüßen würde, wenn das Jüdische Leben in Deutschland nicht immer nur aus historischen Blickwinkeln gezeigt würde ? selbst wenn die Geschichte unkonventionell und nicht 100 Prozent politisch korrekt sei. Rückenwind also für die Redakteurin Dr. Barbara Buhl und den Gebhard Henke, der für die Umsetzung einer solchen Idee sofort an Dani Levy als Regisseur dachte ? schließlich blickten die beiden mit Filmen wie STILLE NACHT und MESCHUGGE auf eine mehrjährige und fruchtbare Zusammenarbeit zurück.

Und bei Dani Levy lagen sie genau richtig, denn der hatte mit ALLES AUF ZUCKER! parallel dazu bereits einen Stoff entwickelt, der dem gewünschten Profil entsprach. Er handelte von zwei zerstrittenen Brüdern, die sich ? getrennt durch die Mauer - unterschiedlich entwickeln: Der eine wird ein fast orthodoxer Jude, der andere lernt den Glauben nie kennen und wendet sich dem durch und durch weltlichen Leben zu. Dani Levy und Holger Franke, die das Script für X FILME erarbeitet hatten, waren erfreut, dass der WDR den Mut bewies, sich dieser Thematik anzunehmen: Einer Komödie, die es wagt, genau zu sein und sich nicht scheut, humorvoll und selbstironisch mit Vorurteilen und Klischees umzugehen.

Nun aber kam die Sache ins Rollen und die Zusammenarbeit zwischen X FILME, dem WDR und den Co-Partnern des federführenden WDR ? Bettina Ricklefs vom Bayerischen Rundfunk und Andreas Schreitmüller von arte ? trug entscheidend zum Entstehen und Gelingen von ALLES AUF ZUCKER! bei: Nicht nur in finanzieller, sondern auch in inhaltlicher und dramaturgischer Hinsicht.

ALLES AUF ZUCKER! sollte der erste Prime-Time-Fernsehfilm von X FILME für den WDR werden. Als ALLES AUF ZUCKER! im Sommer in einer Testvorführung das erste Mal vor großem Publikum gezeigt wurde, waren die Reaktionen so überwältigend, dass der WDR und X FILME entschieden, diese unorthodoxe Familienkomödie ins Kino zu bringen. ?Was den Zuschauern nach der Vorführung vor allem im Kopf blieb, war die Familiengeschichte. Zwei Familien müssen zusammenfinden, obwohl sie miteinander verzankt sind, das kann jeder nachvollziehen?, erklärt die Produzentin Manuela Stehr den Erfolg.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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