Die wilden Kerle 2

Produktionsnotizen

Alles ist gut, solange du wild bist! Alles ist gut, solange du wild bist! Dieser Schlachtruf schallte in den Sommerferien 2004 durchs niederbayerische Land, als der Produktionstross von "Die Wilden Kerle 2" in der ansonsten so beschaulichen Gegend ankam. "Weil wir die Förderung vom FilmFernsehFonds Bayern erhalten haben, drehten wir natürlich auch in Bayern," erklärt Regisseur Joachim Masannek den Ortswechsel von Prag, wo der erste Teil gefilmt wurde, nach Niederbayern.

Wieder wild - und stolz darauf Beinahe die gesamte Crew vom sensationell erfolgreichen Vorgängerfilm "Die Wilden Kerle" fand sich denn auch wieder am Set ein, das von dem kreativen Team rund um Szenenbildner Winfried Henning im Vergleich zum ersten Teil noch einmal gewaltig aufgepeppt wurde. "Die Kulisse von Camelot gefällt mir am besten, sie ist größer als die erste und richtig geil geworden, mit einer Zugbrücke über den See und einer Seilbahn," lobt Marlon Wessel. Doch nicht nur die Kinder zeigten sich begeistert von "ihrem" vergrößerten Teufelstopf und den anderen tollen Kulissen.

"Da noch einen draufzulegen, ist natürlich immer eine Herausforderung," gibt Ulmke-Smeaton denn auch zu. "Aber wir sind guten Mutes, dass wir mit der Geschichte und den neuen Settings vom Production Value her noch mehr Dampf machen und fürs Auge noch mehr bieten können als im ersten Teil." Und so legten sich die Künstler wieder richtig ins Zeug und beeindruckten mit ihren Werken auch Sarah Kim Gries, die als Vanessa als einziges Mädchen von den Wilden Kerle akzeptiert und verehrt wird. "Ich fand die dreieinhalb Meter hohen Donnerschlagriesen voller Lederbänder und allem möglichen Drum und Dran klasse. Außerdem gefällt mir der neue Teufelstopf besser als der alte."

Adnan Maral - ein Coach in besonderer Mission Doch die aufwändigen Kulissen machten die Arbeit nicht für alle leichter. "Gerade bei großen Sets mit vielen Bildern mußs man schnell einen Weg finden, die Kinder auf ein Bild zu fokussieren, damit der Take auch klappt," erklärt Adnan Maral, der wie schon bei "Die Wilden Kerle" die jungen Darsteller als Kinder-Coach betreute. Er arbeitete mit den Kindern bereits im Vorfeld in München, gab Konzentrationshilfen und achtete neben Körperhaltung und Stimmgebung insbesondere darauf, dass die Kinder bei aller Professionalität den Spaß am Spielen nicht verloren.

"Ich lerne sehr viel von ihm und komme super mit ihm aus," freut sich Konrad Baumann, einer der Neuzugänge bei den Wilden Kerlen, der erst eine Woche vor Drehbeginn von seinem Einsatz in Niederbayern erfuhr. "Ich fand das Wiedersehen mit Adnan super, weil ich ihn mag und er sich immer neue Sachen ausdenkt," lobt auch Sarah Kim Gries. "Man mußs die Kinder immer wieder in das momentane Geschehen zurückholen und spontan auf die gegebenen Situationen eingehen," verdeutlicht Maral seine Arbeitsweise. So arbeitet er z.B. mit seinen Schützlingen die Texte auf und bespricht die dargestellten Situationen, um den Kindern die Motivation ihrer eigenen und der anderen Figuren zu veranschaulichen.

Potzteufelscoole Teamarbeit "Der Dreh klappt superklasse," freut sich Tim Wilde und schickt gleich noch ein großes Lob an seine Kollegen hinterher. "Der Coach Adnan Maral macht einen tollen Job mit den Kindern und er und Joachim Masannek haben die Aufgaben super verteilt. Die Jungs arbeiten dank den beiden wirklich superprofessionell, wie erwachsene Kollegen, und sie wissen genau, worauf es ankommt. Manchmal können sich die Kleinen sogar besser konzentrieren als ich." Auch Joachim Masannek, dem seine Produzenten eine immens gewachsene Routine bescheinigen, merkt die Veränderungen bei seinem Umgang mit den kleinen Stars. "Ich kann mit den Kindern viel besser arbeiten und teilweise sogar Takes, die vier oder fünf Minuten dauern, in einem durchdrehen. Beim letzten Mal hätte ich stückeln müssen." Wild - vor und hinter der Kamera Dennoch durften sich die Kinder in ihren Sommerferien auch zahlreicher Freiheiten erfreuen. "Sie sind definitiv so wild wie im Film und manchmal eine richtig wilde Horde. Das dürfen sie aber auch sein," bestätigt Kinderbetreuerin Saskia Grabow, die sich fühlte, als hätte es nie eine Drehpause zwischen den Filmen gegeben und die Vorbereitungszeit mit den Kids als "bezaubernd, wunderschön und liebevoll" bezeichnet. Joachim Masannek steht voll hinter der Freiheit, die seine jungen Protagonisten beim Dreh genossen.

"Kinder wachsen in der modernen Gesellschaft viel zu behütet auf und insbesondere die Jungs sind oft viel zu lieb." Also lebten die Kinder - sowohl Flammenmützen als auch Wilde Kerle - zusammen in einem Appartementhaus, wo nächtens viel Trubel herrschte. "Abends, wenn sie ins Bett sollen, wird viel rumgesprungen und man mußs jedem Einzelnen gute Nacht sagen ... es werden viele Briefe hin- und hergeschickt, deren Inhalt wir natürlich nicht kennen. Aber ich glaube, den kann man sich denken. Das echte Leben läuft parallel zum Film. In Teil eins ging es hauptsächlich um Fußball, jetzt dreht sich eindeutig alles mehr um die Liebe." lacht Grabow.

Bigger, better, erwachsener Tatsächlich wuchs die Story mit seinen gewaltig in die Höhe geschossenen Hauptfiguren mit. "Wir haben die Handlung älter gemacht, denn wenn man zu kindliche Themen behandelt hätte, wäre das angesichts unserer Darsteller einfach unglaubwürdig geworden," erklärt Produzentin Ewa Karlström. Lennard Bertzbach, der den blassen Vampir verkörpert und aus dem Urlaub zum Casting nach München eingeflogen wurde, empfindet Teil 2 "durch die Liebesgeschichte ein bisschen anspruchsvoller" und denkt, dass sich "Die Wilden Kerle 2" deutlich vom Vorgänger unterscheidet: "Die Bösen sind diesmal viel cooler." Regisseur Joachim Masannek stimmt ihm in diesem Punkt eindeutig zu. "Gonzo Gonzales ist so cool, dass er sich erlauben kann, zum Clown zu werden." Eine wilde Zeit Die Kinder, die zum Teil befürchteten, wie Constantin Gastmann, der Fabi-Darsteller aus Teil 1, in den Stimmbruch und somit für den Dreh nicht mehr in Frage zu kommen, freuten sich jedenfalls immens darüber, ein zweites Mal dabei zu sein. Jimi Blue Ochsenknecht, der vom geplanten Sequel erfuhr, als "Die Wilden Kerle" die Eine-Million-Zuschauer-Marke anpeilte, dachte sogleich "Wow, endlich wieder schöne Ferien." Und die wurden es auch, denn die Kinder gingen Schwimmen und Gokart-Fahren, ins Kino und - eine grassierende Leidenschaft am Set- mit ihren Modellflugzeugen zum Fliegen. Eine verteufelt uncoole Aufgabe Ein paar Szenen stellten die drei Haupt-Beteiligten trotz allem Spaß an der Sache vor eine kleine Herausforderung: Die Kuss-Szenen. "Ich finde, die gehören zum Film einfach dazu und ich hab´ sie gemacht, weil sie später bestimmt gut aussehen," erklärt Sarah Kim Gries vollkommen professionell. Ihr Filmpartner Lennard Bertzbach mußste seine Hemmungen erst überwinden, meisterte seine Sache aber ebenso wie Jimi Blue Ochsenknecht schließlich perfekt. "Ich fand das Küssen nicht schlimm. Man kann schließlich nicht davon krank werden," konstatiert der Leon-Darsteller trocken. Wilde Kerle - Reloaded Und so wartet endlich das zweite Abenteuer von "Die Wilden Kerle" darauf, die Augen der Kids vor der Kino-Leinwand zum Leuchten zu bringen. Tim Wilde hält große Stücke auf das Werk. "Wir kriegen den nächsten Bundesfilmpreis," verkündet er im Brustton der Überzeugung.

Na klar, schließlich ist alles gut, wenn man wild ist!

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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