First Daughter - Date mit Hindernissen

Produktionsnotizen

Über das Ensemble First Daughter-Produzent John Davis beschreibt die Titelrolle des Films als die einer amerikanischen Prinzessin, die ein behütetes, geschütztes Leben geführt hat, das sie sich jedoch nicht selbst ausgesucht hat.

"Sie geht zum College und möchte einfach eine ganz normale Studentin sein, aber sie ist nun mal eine bekannte Persönlichkeit.

Sie hat die schwer zu lösende Aufgabe vor sich, mit der sich jeder Jugendliche auseinandersetzen mußs, der zum College geht: sich von seinen Eltern lösen und eine eigenständige Person werden. Der Film handelt von diesen Prüfungen und Schwierigkeiten - komisch und anrührend zugleich."

Das Projekt erforderte einen Regisseur mit einem feinen Gespür für die Inszenierung romantischer Komödien und Forest Whitaker brachte genau diese Qualität mit - und noch viele andere dazu. "Forest ist ein großartiger Regisseur für romantische Filme und er arbeitet hervorragend mit den Schauspielern," sagt Davis.

"Er bekommt mehr aus den Schauspielern heraus, als fast jeder andere Regisseur, mit dem ich je gearbeitet habe. Er ist geradezu akribisch bis in die Details und erfüllt die Szenen mit viel Leben."

Whitaker wollte, dass First Daughter anmutet wie ein Märchen, das voller kleiner Zeichen und Referenzen steckt. "In allem, was ich tue, steckt Symbolik, so sehe ich nun mal die Welt," sagt Whitaker. Daher ergänzte er das Drehbuch mit Bildern, Symbolen, spezifischen Farben und einer märchenhafteren Storyline.

"Es ist die Geschichte einer Prinzessin, die das 'Schloss'[das Weiße Haus] verlässt, um in die Welt hinauszugehen und zu entdecken, wer und was sie ist," sagt Whitaker.

"Sie verliebt sich und wird betrogen, aber sie gibt nicht auf. Sie kommt an einen Punkt, an dem sie zu sich selbst findet und begibt sich dann auf die Reise, um das Gefundene zu komplettieren.

Sam versucht, zu ihrer eigenen Meinung, zu einem eigenen Standpunkt zu finden, und sich ohne ihre Eltern zu definieren - einen Platz für sich zu finden, der sich gut und richtig anfühlt."

Whitaker erklärt, dass er sich niemand anderen als Katie Holmes in der Titelrolle vorstellen konnte. "Ich war in der Jury des Sundance Film Festivals, wo ihr Independent-Film "Pieces of April" ("Pieces of April - Ein Tag mit April Burns", 2003) vorgeführt wurde," erinnert er sich. "Und ich war fasziniert von ihrer Ausstrahlung."

"Katie ist eine Frau, die sehr erwachsen, aber auch sehr jugendlich wirken kann," fährt Whitaker fort. "Und First Daughter handelt von Samanthas Erwachsenwerden.

Ich dachte, Katie könnte sich gut in beiden Welten bewegen. Außerdem ist sie eine klassische Schönheit und ich wollte einen Film im klassischen Stil drehen. Katie ist zudem sehr humorvoll und kann sich über sich selbst lustig machen. Und all das bringt sie in unseren Film ein."

Holmes reizten vor allem die Veränderungen der Personen an diesem Projekt. "So wundervoll es sein mag, Erste Tochter zu sein, eine solche Position kann ganz schön nervig sein," sagt die Schauspielerin.

"Zu Beginn des Films ist Sam sehr unerfahren. Sie wurde von Gleichaltrigen abgeschirmt und isoliert und hat ihr ganzes bisheriges Leben mit Erwachsenen verbracht. Sie steht dauernd im Rampenlicht und sie macht bei allem mit, womit die Erste Familie den Präsidenten unterstützen kann."

Trotz der Herausforderung, Erste Tochter zu sein, sehnt sich Samantha nach einem normalen Leben - und sie nimmt einiges auf sich, damit sie es auch führen kann.

"Was ich an Samantha mag, ist ihr Mut," sagt Holmes. "Sie ist entschlossen, ein Leben außerhalb der Sphäre ihrer Eltern zu leben, und dafür wird sie alles tun, was in ihrer Kraft steht. Ich liebe Leute, die Risiken eingehen - und das gefällt mir auch an Sam."

So begierig sie ist, den Zwängen des Lebens als Präsidententochter zu entkommen, hat Samantha doch eine starke Bindung an den Vater. Er ist ein charmanter, empathischer Mann, mit dem man viel Spaß haben kann und der zufällig auch noch der mächtigste Mann der freien Welt ist.

"Ich wollte, dass dieser Präsident Humor hat, mit den Füßen auf dem Boden geblieben ist, aber auch die Sensibilität hat, einige der emotionalen Szenen zu tragen," erklärt Whitaker. "Michael Keaton macht das ohne Anstrengung - und er macht noch viel mehr."

Keaton verstand seine Rolle sofort. "Ich habe für diesen Präsidenten kein Vorbild gehabt, ich wollte, dass er ein Original ist," sagt er.

"Er hat Mitgefühl, Verständnis und ist klug. Und er hat ein großes Maß an Integrität. Er sieht all diese Eigenschaften auch an seiner Tochter, sie sind Geistesverwandte."

Die Vater-Tochter-Bindung hat beiden Schauspielern in ihren gemeinsamen Szenen viel Spaß gemacht. "Katie ist authentisch und echt," sagt Keaton.

"Das sind zwei Adjektive, die ich selten für andere Menschen benutze. Ich habe mehr als einmal erlebt, wie sie bei der gemeinsamen Arbeit sehr kluge, manchmal sehr vorsichtige, instinktive Entscheidungen traf. Ich war beeindruckt."

Der andere Mann in Samanthas Leben ist ihr Studienberater James Lamson, den Whitaker mit Verweis auf seine Vision des Films als Märchen, als "einen Lancelot für Samanthas Guinevere" bezeichnet. Marc Blucas spielt diese Rolle. Whitaker kannte den Schauspieler nicht und hatte auch noch nie etwas von seiner Arbeit gesehen.

Eine zufällige Begegnung vor dem Casting-Büro zwischen Regisseur und Schauspieler faszinierte Whitaker bereits vor Blucas' Vorstellung.

"Ich sah Marc und sagte zum Casting-Leiter 'Wer ist dieser Typ da draußen? Das ist doch der Hauptdarsteller unseres Films,'" erinnert sich Whitaker. Blucas unterschrieb den Vertrag nach einem beeindruckenden Vorsprechen.

Was Whitaker am meisten an Blucas gefiel, war wenig auffällig. "Ich war begeistert von Marcs Elan und der Tatsache, dass er von Natur aus guter Stimmung, charmant und einfach eine ehrliche Haut ist," sagt der Regisseur.

"Und das ist wichtig, denn was James am Schluss des Films macht, ist eine sehr noble Geste und ein Verzicht zugunsten einer größeren Sache. Und Marc brachte das glaubhaft in seine Rolle ein."

Als sich Samantha in James verknallt, passiert das nicht mit Pauken und Trompeten - es ist eher eine bodenständige Romanze. "Ich denke Sam mag an James besonders die normalen, alltäglichen Umgangsweisen - dass er ein Sweatshirt nach ihr wirft oder sie mit ihrem Nachnamen ruft," sagt Blucas.

"Sie wurde nie zuvor so behandelt. Sie denkt, 'hier ist jemand, der mit mir wie mit einem normalen Menschen umgeht und nicht wie mit der Präsidententochter.'"

Blucas gefiel, dass James in vielen Szenen so tapfer und aufrecht ist. Aber seine heroische Haltung forderte dem Schauspieler mitunter einigen physischen Tribut ab.

"Für eine Szene trug ich Katie aus einer Bar, 100 Meter eine Straße runter, dreißig Treppenstufen hoch und einen Wohnheimflur runter.

Wir wiederholten das wahrscheinlich 25 Mal. Und mir wurde klar, dass das Schleppen einer Schauspielerin einfach sehr anstrengend ist.

Da mag sie auch noch so attraktiv sein. Und ich bin mir sicher, dass es für Katie auch nicht einfach war. Ich warf sie mir über die Schulter - wahrscheinlich kriegte sie keine Luft und ich rammte ihr meinen Ellbogen die meiste Zeit in den Magen."

Während James und Samantha versuchen, ihren Weg durch ihre Romanze und das College-Leben zu finden, genießt auch Samanthas Mitbewohnerin Mia ihre neu gewonnene Freiheit und ihr Studentenleben.

Die R&B-Künstlerin Amerie gibt ihr Schauspieldebüt in der Rolle der Mia, die Amerie als eine "draufgängerische, besserwisserische und etwas affektierte Person" charakterisiert."

Whitaker hatte sich eine Menge Kandidatinnen für diese Rolle angesehen, bevor er Amerie traf, deren Natürlichkeit und Persönlichkeit für den Regisseur unwiderstehlich waren. "Amerie ist von Natur aus sehr respektlos und komisch, genau wie Mia laut Drehbuch sein sollte," sagt er.

Die junge Schauspielerin ergänzt, sie sei sehr glücklich, Whitaker, der selbst Schauspieler ist, an der Seite gehabt zu haben, um sie durch ihren ersten Job als Darstellerin zu begleiten.

"Meine Erfahrung als Sängerin zeigte mir, dass die Arbeit mit Produzenten, die selbst auf der Bühne stehen von Vorteil ist. Da Forest ein wundervoller Darsteller ist, konnte er mir in einer sehr verständlichen Art erklären, was er von meiner Darstellung erwartete."

Weitere Hauptrollen in First Daughter spielten Margaret Colin als Melanie Mackenzie, die First Lady und Lela Rochon Fuqua als Liz Pappas, die Pressereferentin des Präsidenten.

Produktionsnotizen Forest Whitaker ist bekannt für seine akribische Vorbereitung als Regisseur. Für First Daughter studierte er Präsidententöchter quer durch die amerikanische Geschichte.

Zusätzlich traf er sich mit dem Senator (und früheren Präsidentschafts-Kandidaten) Richard Gephardt, sprach mit Secret Service-Agenten, beschäftigte sich mit Farben und ihren Bedeutungen und sah sich Filmmaterial von Bällen und Tanzveranstaltungen an. "Ich habe mir jeden Tanzfilm angeschaut, den ich finden konnte," sagt er.

Whitaker sah Samantha Mackenzie ähnlich der jungen Audrey Hepburn - so wie die berühmte Schauspielerin in den Filmen "Roman Holiday" ("Ein Herz und eine Krone", 1953) und "Sabrina" ("Sabrina", 1954) zu sehen war.

Außerdem hatte er eine sehr spezifische Farbgestaltung für Samantha und den ganzen Film vor Augen, mit einem Schwerpunkt auf allen Schattierungen von Violett.

"Violett ist eine kraftvolle Farbe, sie hat Heilkraft und Leidenschaft," sagt Whitaker. "Es eine königliche Farbe und repräsentiert die Göttin des Windes und der Veränderung."

Wenn wir Samantha zum ersten Mal sehen, ist sie in gedämpften Erdtönen gekleidet: braun, beige, schwarz und dunkelgrün. Als sie am College ist, wird ihre Kleidung farbiger: erst korallenrot, dann lavendelblau.

Es kamen noch weitere Themen und Farben in den Film. Produktions Designer Alexander Hammond erklärt: "Forest war sehr entschieden, dass dieser Film ein Märchen oder eine Fabel sein sollte.

So war es eine meiner Herausforderungen, die romantischen und schönen Qualitäten des Weißen Hauses, das eigentlich ja sehr streng und offiziell ist, zu entdecken und herauszustellen."

"Das Weiße Haus ist, nun ja, sehr weiß," fährt Hammond fort. "Wir wollten einerseits der Aussage seiner Architektur treu bleiben, andererseits wollten wir, dass es einladender aussieht. Daher benutzten wir viele warme Farbtöne. Und wir wollten, dass Samanthas Schlafzimmer aussieht wie das einer Prinzessin.

Ich studierte die Geschichte des Weißen Hauses und entdeckte, dass der Raum, der jetzt als privates Esszimmer der Präsidentenfamilie dient, umgebaut wurde, als Jackie Kennedy dort lebte. Vorher war darin ein Schlafzimmer gewesen.

Das bauten wir sozusagen wieder zurück und dekorierten die Wände mit den damals verwendeten sehr schönen, warmen französischen Tapeten aus der Zeit des Revolutionskrieges. Dadurch bekommt Sams Schlafzimmer die Großzügigkeit und Würde, die das Drehbuch verlangte."

Außerdem stattete Hammond den Raum mit einem gigantischen Bett aus Mahagoniholz aus, um Samanthas Kleinmädchen- und Prinzessinnen-Status, den sie hat bevor, sie zum College geht, hervorzuheben.

Whitakers Vision für First Daughter - konzeptionell, physisch, emotional - entwickelte sich auch während der Produktion und der Postproduktion noch weiter.

Gegen Ende des ganzen Prozesses äußerte er sich zu den Themen und seinen Hoffnungen bezüglich First Daughter. "Ich wünsche mir, dass die Leute mutigere Entscheidungen treffen, wenn sie nach ihrem eigenen Weg suchen. Und ich möchte, dass Leute an Romantik glauben. Ich hoffe, dass der Film das den Zuschauern vermittelt," sagt er.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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