Napola

• Inhalt • Darsteller & Stab • Filmkritiken • Ausführlicher InhaltProduktionsnotizen • Interviews mit Max Riemelt, Tom Schilling, Dennis Gansel • Filmplakate im Großformat: Deutschland

Titel Deutschland: Napola
Genre: Drama
Farbe, Deutschland, 2004

Kino Deutschland: 13. Januar 2005
Kino Österreich: 14. Januar 2005
Laufzeit Kino: 115 Minuten, FSK 12



Inhalt Deutschland 1942. Das Hitler-Regime ist auf dem Höhepunkt seiner politischen und militärischen Macht. Der 17-jährige Friedrich Weimer aus dem Berliner Arbeiterbezirk Wedding ist ein begabter Boxer.

Sein Talent öffnet ihm die Türen zu einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt, der NAPOLA Allenstein, wo die zukünftige Elite des großdeutschen Reiches herangezogen werden soll.

Friedrich sieht die Chance seines Lebens, sich von seinen Klassenschranken zu befreien und meldet sich gegen den Willen seiner Eltern in der alten Ordensburg an.

In der ihm fremden Welt, beherrscht von nationalsozialistischer Zucht und Ordnung, erfährt er harten Konkurrenzkampf und unerwartete Kameradschaft.

Bis ein grausamer Einsatz gegen entflohene Kriegsgefangene und die wachsende Freundschaft zu dem stillen und sensiblen Albrecht Stein, dem Sohn des Gauleiters, ihn vor eine Wahl stellen, die auch das Ende seiner Jugend bedeutet.


Darsteller & Stab Darsteller: Max Riemelt (Friedrich Weimer), Tom Schilling (Albrecht Stein), Devid Striesow (Heinrich Vogler), Joachim Bißmeier (Dr. Karl Klein), Justus von Dohnányi (Gauleiter Heinrich Stein), Michael Schenk (Josef Peiner), Florian Stetter (Justus von Jaucher), Alexander Held (Friedrichs Vater), Sissy Höfferer (Friedrichs Mutter), Jonas Jägermeyr (Christoph Schneider)

Stab:Regie: Dennis Gansel • Produktion: Molly von Fürstenberg, Viola Jäger, Harald Kügler • Drehbuch: Dennis Gansel, Maggie Peren • Vorlage: - • Filmmusik: Normand Corbeil • Kamera: Torsten Breuer • Spezialeffekte: - • Ausstattung: Matthias Müsse • Schnitt: Jochen Retter • Kostüme: Natascha Curtius-Noss • Make Up: Josef Lojik, Nana Chlostovà • Ton: Eckhard Kuchenbecker • Ton(effekt)schnitt: - • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Ein brisantes, bislang wenig beachtetes Thema greift Regisseur und Drehbuch-Autor Dennis Gansel ("Das Phantom", "Mädchen Mädchen") mit seiner bewegenden und spannenden Geschichte um Menschlichkeit und Zivilcourage auf. Denn auch wenn viele, darunter Meinungsträger und Multiplikatoren wie der frühere Sprecher der Bundesregierung, Rüdiger von Wechmar, "Zeit"-Herausgeber Dr. Theo Sommer oder Publizist Dr. Hellmuth Karasek, die Kaderschmieden des Dritten Reiches durchliefen, wurde über die Vorgänge in Hitlers Eliteschulen lange Stillschweigen bewahrt. Napola liefert nicht nur beklemmende Erkenntnisse über das Erziehungskonzept des Führers für seine "gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend" (Zitat von Adolf Hitler). Der Film besticht vor allem durch die universelle Geschichte einer tiefen Freundschaft über soziale Barrieren hinweg und schildert den schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens und den Kampf um die Wahrung der Menschenwürde in extrem schwierigen Zeiten.

Reinhard Kleber (Rhein-Zeitung 14. Januar 2005): In der Tat nutzt Regisseur Dennis Gansel handwerklich geschickt die Mittel des Hollywood-Melodrams, um den inneren Zwiespalt der Protagonisten zwischen der Faszination durch flatternde NS-Fahnen und dem zunehmenden Abscheu vor der Unmenschlichkeit der Napola-Lehren anschaulich zu machen. Krasse sozialdarwinistische Thesen zur Überlegenheit des Stärkeren liefern dabei die Folie für die emotional packende und solide gefilmte Geschichte einer Internatsfreundschaft. Seine Wirkung entfaltet Napola nicht zuletzt durch ein souverän geführtes junges Ensemble, in dem neben Max Riemelt als proletarische Sportskanone noch Tom Schilling als weitsichtiger Jungintellektuellere herausragt.

film-dienst 01/2005: Um den Fallstricken des Sujets zu entgehen, nimmt der Film Anleihen beim aktuellen Schul- und Internatsfilm, womit die kritische Distanz zur Nazi-Ideologie auf Dauer einem psychischen Drama weicht. Spannend inszeniert, in den Hauptrollen überzeugend gespielt und nicht ohne interessante Untertöne, irritiert der unbedarfte Umgang mit der NS-Zeit.

Filmplakat
Szenenfoto
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