Trouble ohne Paddel

Produktionsnotizen

Über die Story Für Seth Green (?The Italian Job?, ?Scooby-Doo 2?, ?Austin Powers in Goldständer?), der den neurotischen, aber liebenswerten Dr. Dan Mott spielt, waren Drehbuch und Rolle einfach zu witzig, um sie sich entgehen zu lassen.

?Dan ist der Trauerkloß dieses Abenteuers?, lacht Green. ?Er ist derart von Gesundheitsfragen besessen und davon, wie die Dinge sein sollten, dass er nicht besonders sorglos und abenteuerlustig ist. Alles mußs genau geplant sein für Dan.

Und dieser Ausflug verläuft nun wahrlich alles andere als geplant.? Matthew Lillard (?Scooby-Doo?) spielt Jerry Conlaine, der großen Erfolg als Geschäftsmann hat, aber in der Beziehung mit seiner Freundin versagt. Lillard hält seinen Charakter für den Katalysator aller Katastrophen, in die das Trio gerät.

?Ich bin der Typ, der die Karawane in die Wildnis führt und dafür sorgt, dass sie sich mitten im Nirgendwo verirrt?, so Lillard. ?Auf der Habenseite bin ich derjenige, der den Geist unserer Kindheit am Leben hält, was sich als wundervolles Motiv durch den Film zieht.?

Der rastlose Tom Marshall hat schließlich einen Hang dazu, sich sein Leben selbst in den gewünschten Farben auszumalen, weil er immer noch nicht erwachsen ist. Dax Shepard spielt ihn in seiner ersten großen Kinorolle. Für Shepard ist Marshall ein Improvisationstalent.

?Tom ist jemand, der seinen Weg im Leben bislang noch nicht gefunden hat?, sagt Shepard. ?Er legt sich die Dinge unterwegs zurecht, also waren die Freiräume, die uns Steven Brill bei der Darstellung gelassen hat, perfekt für den Charakter und genau das, was ich als Schauspieler am besten beherrsche.?

Für die Rolle des Del Knox, einem exzentrischen alten Mann, der seit 30 Jahren in den Bergen lebt, gelang Regisseur Steven Brill und Produzent Donald De Line ein meisterlicher Besetzungsstreich, der die Hommage des Filmes an ?Deliverance? noch stärker heraus arbeitet.

Sie konnten den Starveteran Burt Reynolds gewinnen. Jemanden zu spielen, der seit 30 Jahren ein Eremitendasein in den Bergen führt und dabei trotzdem nicht verrückt geworden ist, war für Reynolds eine faszinierende Vorstellung.

Außerdem reizten den Schauspielveteran die Naturkulisse des Filmes und vor allem die jungen Talente, mit denen er arbeiten würde. ?Ich habe schon eine ganze Reihe von Ensemblefilmen gedreht und es immer wieder eine angenehme Überraschung, wenn man dabei so viel Spaß hat wie wir bei diesem Film?, so Reynolds.

?Schon vor den Dreharbeiten wurde mir klar, dass ich bei diesem Projekt wirklich dabei sein mußs, denn mein 15jähriger Sohn war völlig begeistert, als er hörte, dass ich mit Seth, Matthew und Dax arbeiten würde.

Es ist ihm egal, dass ich mit Henry Fonda und Jimmy Stewart gearbeitet habe, aber er ist völlig aus dem Häuschen, weil ich mit diesen Typen in einem Film spiele... und ehrlich gesagt geht es mir genauso.?

Wenn Brill über Reynolds und seine jungen Stars spricht, gibt er zunächst zu zu, dass der Casting-Prozess extrem anstrengend war, aber dass es das eben auch mehr als wert war. ?Zunächst einmal brauchten wir drei Schauspieler, die sowohl die Comedy-Anforderungen des Filmes als auch die Action-Seite beherrschen?, sagt Brill.

?Und dann mußsten die drei Jungs ebenfalls in der Lage sein, viel Gefühl in ihrer Darstellung zu zeigen, da die Geschichte einen starken emotionalen Hintergrund hat. Ganz ehrlich, ich bin begeistert von Seth, Matthew und Dax.

Ihre individuellen Leistungen und ihr Zusammenspiel als Team sind wundervoll. Und natürlich hat es großen Spaß gemacht, Burt Reynolds als ironisches Augenzwinkern an Bord zu haben. Er ist eine unbezahlbare Zutat.?

Donald De Line erinnert sich, dass Reynolds ihnen für die Rolle sofort in den Sinn kam: ?Wir wollten einen Schauspieler, der ein gewisses Gewicht und viel Würde mitbringt?, so De Line, der ?Die Frauen von Stepford?, ?The Italian Job? und zahlreiche andere Hits produziert hat.

?Reynolds hat genau diese unglaubliche Präsenz, nach der wir gesucht haben. Und was Seth, Matthew und Dax angeht ? Sie haben sich im Zusammenspiel mit einem echten Veteran hervorragend geschlagen.?

Wenn man eine tolle zentrale Besetzung hat, so Regisseur Brill, dann hat man mit den starken Charakteren des Skripts und der spannenden Abenteuergeschichte im Hintergrund die perfekte Vorlage für eine großartige Komödie.

?Diese Typen geraten mitten im Nirgendwo in den tiefsten Schlamassel, und weil ihre Charaktere so kraftvoll und ausführlich gezeichnet wurden, sorgen wir uns darum, was mit ihnen geschieht?, erklärt Brill.

?Natürlich war es absolut dämlich von ihnen, so unvorbereitet in die Wildnis zu stapfen, aber sie sind gute Jungs, und als die Dinge anfangen aus dem Ruder zu laufen, fragen wir uns wirklich, ob sie jemals heil zurück in die Zivilisation kommen.?

Brill fügt hinzu, dass er die Idee mochte, dass die Jungs schon in ihren Dreißigern und an einem Punkt in ihrem Leben sind, wo sie die Dinge neu bewerten.

?Auch wenn es sich um eine Komödie handelt, gibt es eine Menge Gefühl in der Geschichte, und ich denke, dass die Menschen sich stärker mit diesen drei Typen verbunden fühlen werden, als sie es vermuten.?

Produzent De Line fügt zustimmend hinzu, er glaube, dass sich auch das Publikum mit der Geschichte identifizieren werde. ?Wir alle haben uns doch irgendwann in unserem Leben schon mal wie ein Fisch auf dem Trockenen gefühlt?, so De Line, ?und in diesem Fall machen diese Typen eine Städter-trifft-Wildnis-Erfahrung.

Es ist eine brillante Mischung aus Komik, Abenteuer und sogar einigen emotionalen Elementen. Im Grunde werden die Jungs durch den Tod ihres Freundes aufgeweckt, und ihr gemeinsames Abenteuer zwingt sie, sich den Dingen zu stellen, die in ihrem Leben nicht so gelaufen sind wie geplant.?

Die Autorenpartner Jay Leggett & Mitch Rouse geben mit dem Film ihr Kinodebüt. Sie stammen aus Orten, die der fiktionalen Filmstadt in Oregon nicht unähnlich sind ? respektive Oakridge, Tennessee und Tomahawk, Wisconsin.

Leggett und Rouse haben als Autoren und Darsteller einen kraftvollen Comedy-Hintergrund, und zudem haben sie beim Schreiben auf ihre eigenen Erfahrungen zurückgegriffen.

Der Autor und Darsteller für die TV-Show ?In Living Color?, Jay Leggett, jagt und angelt häufig in den Wäldern Wisconsins, und Mitch Rouse, Darsteller und Autor von zweier Comedy Central-Kultshows (?Exit 57? und ?Strangers With Candy?), meisterte mit seinem Kanu einen Wildwasserfluss in den Bergen Tennessees.

?Mein Vater, mein Bruder und ein paar andere Typen sind oft zu dieser Hütte mitten im Nirgendwo gewandert, die meiner Familie gehört?, erzählt Legget. ?Sie ist fünf Meilen von der nächsten geteerten Straße entfernt und der nächste Ort hat ungefähr 15 Einwohner.

Wenn ich also über abgelegene Wälder und hinterste Provinz schreibe, dann beziehe ich mich auf echte Erlebnisse und echte Menschen, denen ich begegnet bin.? Nachdem sie den fertigen Film gesehen haben, waren sich beide Autoren einig, dass die natürliche Chemie zwischen Green, Lillard und Shepard wirklich von Anfang rüber kommt.

Und später, als Reynolds ins Spiel kommt, interagieren die drei derart gut mit ihm, dass der Film umso witziger wird. Rouse stellt heraus, dass der Humor zwischen den Hauptcharakteren seine Wurzeln in seinem und Leggetts Umgang mit ihren Freunden hat.

Auch die der kleinstädtischen, seltsamen Charaktere des exzentrischen Bergvolks wurde von echten Leuten inspiriert, denen sie auf ihren Reisen begegnet sind. ?Falls ihr euch also jemals in diese entlegenen Provinzen verirrt?, warnt Rouse mit einem Grinsen, ?behaltet die Umgebung im Auge und den Fuß auf dem Gas!?

Ein bäriger Nebendarsteller Während ihres spannenden Abenteuers in den Wäldern Oregons begegnen die Helden von ?Trouble ohne Paddel? mehr als nur einem raffiniertem Bergeinsiedler (Burt Reynolds), verärgerten Marihuana-Farmern mit Maschinenpistolen, (Ethan Suplee, ?Unterwegs nach Cold Mountain? und Abraham Benrubi, ?ER?) und Baum umarmenden Hippie-Mädchen (Rachel Blanchard, ?7th Heaven? und Christina Moore, ?Mad TV?).

Der größte Star im Film ist zweifellos Bart, der Bär, ein 500 Kilo schwerer Braunbär aus Alaska, der Dan (Seth Green) für ein Bärenkind hält, weshalb Jerry und Tom (Matthew Lillard und Dax Shepard) versuchen müssen, den Halbtonner und Möchtegernpapa von dieser Idee wieder abzubringen.

Trainiert und abgerichtet wurde der Bär vom legendären Tiertrainer Doug Seus. Der vierjährige Bart wurde nach dem verstorbenen Bärenstar benannt, der über ein Dutzend Filme gemacht hat, darunter ?The Edge? und ?Legenden der Leidenschaft?.

Der junge Bart tritt in seiner zweiten großen Filmrolle auf und begann seine Entertainmentkarriere als kleiner Bär in einem Cameo-Auftritt an der Seite seiner Zwillingsschwester Honey Bump in ?Dr. Doolittle 2.?

Als Nächstes wird man ihn in ?An Unfinished Life? an der Seite von Jennifer Lopez, Robert Redford und Morgan Freeman sehen können. Seth Green, der wahrscheinlich die meiste Zeit in der Nähe von Bart verbrachte, war völlig überwältigt von seinem flauschigen Kollegen.

?Ich war einem Bär noch nie so nahe und es war unglaublich, einem Tier dieser Größe so nah zu sein?, so Green. ?In Wirklichkeit ist Bart sehr verspielt und vorsichtig, aber natürlich darf man nicht vergessen, dass er im Grunde ein wildes Tier ist ? gut trainiert, aber wild.?

Shepard spielte in einer Szene gerade mal anderthalb Meter von Bart entfernt und erinnert sich, wie viel Spaß es gemacht hat, einen Bär am Set zu haben. ?Es war faszinierend, ihm zuzuschauen. So wie ich, kann er sich ungefähr 18 Sekunden lang konzentrieren, bevor er einfach in eine andere Welt wandert?, lacht Shepard.

?Z. B. läuft er eine zeitlang mit und macht, was er tun soll, und dann auf einmal bleibt er einfach stehen und nimmt einen Baum auseinander, sodass sie ihn erst wieder einfangen müssen. Es war eine echte Erfahrung.?

Wenn er auf seinen Füßen aufrecht steht, was er auf Kommando macht, ist Bart über zweieinhalb Meter groß, und laut seinem Trainer Doug Seus wird er noch weitere Zentimeter und ungefähr 150 Kilo zulegen, bis er ausgewachsen ist.

Er ist ein Allesfresser, aber er bevorzugt Fleisch, Geflügel, bestimmte Fruchtsäfte und als besondere Spezialität Schlagsahne. Bart und seine Schwester Honey Bump wurden von Wildhütern in Alaska gerettet, nachdem Wilderer ihre Mutter töteten, als sie gerade drei Monate alt waren.

Doug und Lynn Seus wurden gefragt, ob sie sich um die kleinen Bären kümmern würden, um sie vor dem Einschläfern zu bewahren. Doug Seus, der seit dreißig Jahren nordamerikanische Tiere für Dreharbeiten trainiert, beschreibt Bären als sehr robuste, taktile Tiere, die gerne spielen.

?Wenn man einen Bär trainiert, übertragen sich deine Gefühle auf den Bären, glaube ich?, so Seus, ?und man kann mit ihm über Atem oder Körperspannung kommunizieren. Es gibt einen ständigen Austausch zwischen dem Trainer und dem Bär.

Jeder gibt ein bisschen von seinem Geist für den anderen. Sie müssen verstehen, Bären sind sehr überschwängliche Tiere und sie sind so intelligent wie Affen.?

Seus fügt hinzu, dass sich Bart schnell mit den Parametern der Setumgebung vertraut machte und lernte, was man während des Drehens von ihm erwartet. ?Die Arbeit mit einem jungen Bären wie Bart ist wie die Arbeit mit einem Kind oder mit jemanden, den man in seinen prägenden Jahren Manieren beibringen will?, erklärt Seus.

?Wie Kinder müssen Bären die Grenzen erlernen, innerhalb derer sie sich bewegen dürfen, sowohl emotional als auch körperlich, und das erreichen wir zunächst damit, dass wir ihnen Würde geben.? ?Indem man die Intelligenz eines Bären respektiert, gibt man ihm diese Würde?, so Seus.

?Bären sind so intelligent, dass sie manchmal, wenn man etwas von ihnen verlangt, es auf eine Art und Weise durchführen, die für sie körperlich angenehmer ist. Ein Bär wie Bart setzt dann seinen Charme ein, um mich von meinen Forderungen an ihn abzubringen?, lacht Seus.

?Theoretisch sollten sich Trainer auf so ein Verhalten gar nicht einlassen, aber ich tue es trotzdem, weil es tatsächlich charmant ist und man ihm gleichzeitig seinen Stolz lässt und dafür sorgt, dass er sich gut fühlt. Das erhält seinen Geist gesund.?

Wilde Stunts in der Wildnis Gedreht wurde ?Trouble ohne Paddel? auf echten Flüssen mit minimaler Green-Screen-Unterstützung. So finden sich eine Reihe großer Stunts im Film, die zum großen Teil von den Schauspielern selbst übernommen wurden.

Tatsächlich wollte Regisseur Brill, dass Green, Lillard und Shepard wirklich in dem Kanu sind, wenn es den Fluss hinab rast, und so mußsten die Schauspieler einen zweiwöchigen Kanukurs belegen, mit dazugehörigem Sicherheitstraining unter verschiedenen Wasser- und Wetterbedingungen.

Stunt Koordinator Augie Davis erklärt, dass der ursprüngliche Plan vorsah, die Schauspieler ein paar kleine Stunts machen zu lassen und dann an die Stuntdoubles zu übergeben.

Doch Green, Lillard und Shepard zeigten so viel Mut und Entschlossenheit, die Stunts selbst zu machen, dass sie am Ende die meisten gefährlichen Szenen selbst darstellten. ?Wir haben auf jeden Fall eine Menge für unser Geld bekommen?, so Davis.

?Sie haben meine Erwartungen bei weitem übertroffen, vor allem bei der Arbeit im Fluss, wo sie im Kanu einige heftige Wildwasser-Passagen elegant meisterten. Ein Wildwasserfluss verzeiht meistens keine Fehler und wir haben darauf geachtet, Seth, Matt und Dax mit den nötigen Fähigkeiten auszustatten, um klarzukommen.

Und sie hielten sich sehr gut! Sie haben ihr Boot teilweise in recht heikle Positionen manövriert, aber schafften es jedes Mal, sich aus dem Schlammassel zu befreien.? Laut Davis, werden Stromschnellen in ihrer Stärke von eins bis fünf eingeordnet, wobei fünf die härtesten und gefährlichsten sind.

Die drei Stars ruderten und schwammen durch die Kategorien zwei, drei und vier, aber einmal ging es mit dem Kanu einen kleinen Wasserfall namens Geoff?s Joy hinunter und sie sprangen aus dem Boot.

In genau dieser Szene schwamm Green durch Schnellen der Kategorie drei und in einer anderen Szene nutzte Lillard das gekenterte Kanu als Surfboard und jagte damit eine Kategorie drei hinab.

Beide Szenen waren ursprünglich als Jobs für die Stuntdoubles und die Abteilung für visuelle Effekte angedacht, aber sowohl Green als auch Lillard bestanden auf den Stunt.

?Ich kann mich noch an unseren ersten Trainingstag auf einem so genannten harmlosen Fluss erinnern. Wir sollten Neoprenanzüge und Schwimmwesten anziehen, aber da der Fluss völlig ruhig war, habe ich dafür überhaupt keine Notwendigkeit gesehen?, erinnert sich Lillard, der sich bei der Sicherheits-Crew den Spitznamen ?Sinker? verdiente.

?Egal, jedenfalls bestanden die Lehrer darauf, und ich habe mich mürrisch in meinen Anzug gepellt. Anschließend ging es ins Kanu und keine 30 Sekunden später sind Dax und ich gekentert!? Shepard erinnert sich, dass er froh war, den Neoprenanzug zu tragen: ?Das Wasser hatte etwas über 3 Grad und es war grausam?, erinnert er sich.

?Ich habe immer gerne mit meinen körperlichen Fähigkeiten und meiner Sportlichkeit kokettiert, aber diese Erfahrung hat mir einen ordentlichen Dämpfer aufgesetzt.?

Dank des ausgiebigen Trainings wurden die Szenen so aufregend wie sie schließlich zu sehen sind, so Green, aber das Kanu fahren stellte sich als schwieriger heraus als er sich jemals hätte vorstellen können. ?Ein Kanu ist sowieso schon unstabil, aber mit uns drei an Bord war es wirklich haarig?, erinnert sich Green.

?Zum Glück hatten wir Augie, der früher ein Weltklasse-Ruderer war. Er gab uns die richtigen Anweisungen und sorgte dafür, dass wir uns wirklich sicher fühlen.? Lillard sieht im Training auch einen anderen Vorzug. ?Das Rudern brachte uns zusammen?, stellt der Schauspieler fest.

?Gleich zu Beginn lernten Dax, Seth und ich, dass uns Teamarbeit beim Überleben helfen würde, und das brachte uns nicht nur als Schauspieler zusammen, sondern auch als Charaktere im Film und Freunde danach.?

Obwohl die Schauspieler alle Erwartungen der Filmemacher mit ihrer Stuntarbeit übertrafen, war es sehr wichtig, Augie Davis und ein erfahrenes Wildwasserteam an Bord zu haben, die für Sicherheit und Kontrolle sorgten.

Mit Stunts, die von der Arbeit mit einem riesigen Bär bis zum Sprung in eiskalte Fluten reichten, gab es am Set aber trotzdem immer eine gewisse Nervosität, wenn einige dieser schwierigeren Szenen auf dem Drehplan standen.

Dax Shepards Herz schaltete beispielsweise einen Gang höher, als er einen Tag lang angeschnallt in einem 30 Meter hohen Baumhaus in den Ästen eines gigantischen Mammutbaumes hing.

Im Film haben die Hippie-Mädchen (Rachel Blanchard und Christina Moore) den Baum Earth Child genannt, und Shepards Charakter versucht, ihn vor Holzfällern zu schützen.

?Das Sicherheitsseil war im Grunde ein Gurt um meine Hüften, und dann ging es mindestens vier Stunden auf und ab an diesem massiven Baum?, erinnert sich Sheppard. ?Ich war fix und fertig am Ende des Tages und hatte einen Heidenrespekt vor Stuntleuten, die sehr viel härtere Dinge ständig wiederholen müssen.?

Burt Reynolds ist bekannt dafür, seine Stunts alleine zu machen, und es hat ihm Spaß gemacht zu sehen, wie die jüngeren Darsteller buchstäblich eintauchten in die Arbeit.

?Schauspieler wachsen, wenn sie sich aufregenden Stunts aussetzen, und sie gewinnen einfach ein größeres Verständnis für die Rollen, die sie spielen?, sagt der Schauspielveteran.

?Niemand, der es nicht selbst durchmacht, kann verstehen wie es ist, mitten im Nirgendwo einen Fluss hinab zu rasen, und diese drei Jungs, Seth, Matt und Dax, haben sich als wahre Profis erwiesen und am eigenen Körper erlebt, was ihre Charaktere durchmachen müssen.?

Auch Reynolds erleichterte seinem Stuntdouble die Arbeit, indem er bei der Schießerei-Szene seinen eigenen Sturz machte. ?Ich sende meine Stuntdoubles seit Jahren nach Hause?, lacht Reynolds. ?Das Publikum passt sehr genau auf und es gefällt mir nicht, ihnen etwas vorzumachen.

Außerdem sorgt es für bessere Einstellungen und größere Spannung, wenn die Leute sehen, wie du auf eine Klippe zu rennst und es keinen Schnitt gibt. Wenn sie sehen, wie du losläufst und direkt im Blick der Kamera runter fällst, dann sagen sie, ?Wow, das war wirklich er!?

Regisseur Steven Brill konnte nicht zufriedener mit der Stuntarbeit aller Schauspieler sein, und dass auch Reynolds seine eigenen Stunts machte, war ein zusätzlicher Bonus.

?Als wir die Schießerei drehten, dachte ich, dass es cool wäre, wenn Burt seinen eigenen Stunt machen würde, aber ich wollte ihn nicht fragen. Dann tauchte er auf und meinte, dass er den Stunt machen will und sagt: ?Ich biete die besten Stürze im Geschäft.? Und wissen sie was? Es stimmt.?

Die nicht besonders schlauen Brüder, Marihuana-Farmer Elwood und Dennis, gespielt von Ethan Suplee und Abraham Benrubi, bekamen ebenfalls ihren Stuntanteil in der Wildnis.

Rennen und Stolpern über schweres Gelände mit einem Waffenarsenal in den Händen oder Parcours durch dichten Wald in einem Geländewagen, waren alles andere als ein Zuckerschlecken, aber Suplee und Benrubi waren bereit für die Herausforderung.

?95 Prozent der Verfolgungsjagd im Geländewagen wurde von den Schauspielern selbst dargestellt?, erinnert sich Stunt-Koordinator Augie Davis.

?Wir waren uns sicher, eine ganze Menge mit Doubles machen zu müssen, aber diese Jungs und die ganze Besetzung verkauften ihre Stürze und Sprünge einfach perfekt. Fast alles sieht echt aus, weil fast alles auch echt war.?

Über die Produktion Kameramann Jonathan Brown sagt, dass die natürliche Umgebung zahlreiche Möglichkeiten bot, große Schönheit für die Leinwand einzufangen, aber auch einige Herausforderungen bereit hielt.

?Weil wir es mit einem Film zu tun hatten, der fast nur außen spielt, und weil wir einen sehr engen Drehplan für Regenund Sonnenszenen hatten, drehten wir beispielsweise bei Regen auch Szenen, in denen es sonnig sein sollte?, erinnert sich Brown (?Im Dutzend billiger?).

?Letztlich funktionierte es gut, weil wir uns im dichten Wald befanden und die Stimmung noch düsterer wurde. Außerdem haben wir gehofft, dass durch die unterschiedlichen Wetterbedingungen deutlich wird, wie sich die Jungs durch eine Reihe unterschiedlicher Umgebungen bewegen.?

Brown erinnert sich, dass die Filmemacher einen natürlichen und realen Look mit einer leichten Überhöhung wollten. ?Zum Beispiel gab es bestimmte Fantasieszenen, wie die Mädchen im Baumhaus, also haben wir die Einstellung von hinten beleuchtet und sehr langsame Kameraführung genutzt, um einen magischen Eindruck zu erwecken?, sagt Brown.

?Die Actionszenen sind auf der anderen Seite wieder sehr unverfälscht und ungestüm, also haben wir mit einer Handheld-Kamera gearbeitet, um zusätzliche Spannung zu erzeugen, wenn die Jungs durch die Stromschnellen jagen.?

Browns Vater Garrett Brown, Erfinder eines revolutionären Steadicam-Körpergeschirrs, besuchte den Set und brachte seine jüngste Kameraerfindung mit: die Superflycam.

Eine ultraleichte, stabilisierte 35mm kabelgeführte Kamera, die sich als ideale Lösung für die Jagd durch den Wald erwies, für den Sturz aus der Baumkrone und für die Wildwasseraufnahmen. Die Superflycam ist eine revolutionäre Kamera für die Aufnahmen von Actionsequenzen und die einzige Kamera ihrer Art auf der ganzen Welt.

Neben ?Trouble ohne Paddel? wurde sie nur bei vier anderen Filmen bislang eingesetzt. Auch für Produktionsdesigner Perry Andelin Blake brachte die natürliche Umgebung vieles für den Film mit sich, das die Reise der Helden visualisiert.

Außerdem bekommen ihre Aufgaben, Prüfungen und Fettnäpfchen dadurch ein emotionaleres Gesicht. ?Für einige der Flussszenen haben wir die Jungs an einer weiteren, offeneren Stelle des Flusses gefilmt, sodass es wirkt, als hätten sie eine gute Zeit?, erläutert Blake.

?In anderen Szenen haben wir bewusst engere Flussabschnitte gewählt, um das Gefühl zu erzeugen, dass die Situation haariger, schwieriger und beunruhigender wird.? Ein Set, bei dem sich Blake dann ausleben konnten, war das Baumhaus in der Spitze von Earth Child.

Das Baumhaus war ein wundervoller handgefertigter Bau, der aus hölzernen Plattformen bestand, die mit Seilen befestigt wurden, und mit Flachspanelen und riesigen Segeln vervollständigt wurde, die aussahen, als hätten die Mädchen sie mit natürlichen Farben von Beeren gefärbt.

Utensilien aus den 60er Jahren ? Kristalle, Traumfänger, Perlen und ein farbenprächtiger Sonnenschirm ? vollendeten die Fantasiewelt der Hippie-Mädchen.

In Wirklichkeit bauten Blake und sein Team zwei Versionen des Baumhauses der Mädchen: das eine 20 Meter hoch in einem 75 Jahre alten Mammutbaum, das für die Purzelszenen genutzt wurde, und ein weiteres, das fachgerecht in einen Baum an der Seite eines Hügels gebaut wurde, sodass man auf der einen Seite bequem zum Arbeiten hinein kam und auf der anderen Seite einen schönen Blick über den Wald hatte.

Für das Baumhaus, in dem die Hauptcharaktere spielten als sie Kinder waren, baute Blake ein konventionelleres Gerüst in einer alten Eiche und dekorierte es mit Jungskram wie Radkappen, Nummernschildern, Star Trek-Andenken und Postern von Kung Fu-Stars oder Sportidolen.

?Das hat eine Menge Spaß gemacht, weil ich einfach nur über Dinge nachdenken mußste, die ich selbst als 10jähriger mochte?, erinnert sich Blake. ?Und um sicher zu gehen, habe ich meinen ungefähr gleichaltrigen Sohn an den Set geholt, damit er das Baumhaus begutachtet.?

Blakes anderer großer Set war Dels Hütte, das Bergversteck, in dem Burt Reynolds Charakter seit 30 Jahren lebt. ?Aus der Story geht hervor, dass er die Hütte selbst gebaut hat und dafür Materialien verwendete, die er im Wald gefunden hat.

Also gaben wir der Hütte einen sehr rustikalen Look?, so Blake. ?So benutzten wir unbearbeitetes Holz, an dem noch die Baumrinde war, und wir ließen Gras, Weinreben und Moos auf dem gesamten Bau wachsen.?

Blake fügt hinzu, dass die Hütte außerdem Dels Schrulligkeit wiedergibt und zeigt, wie viel Zeit er hatte. Zum Beispiel sieht man geschnitzte Totempfähle, die mit Tierknochen, Geweihstücken, Kiefernzapfen und anderen Fundstücken geschmückt sind.

Darüber hinaus machte Reynolds Vorschläge zur Innendekoration der Hütte, die sein Charakter so lange Zeit bewohnt haben sollte, sozusagen Indizien, die das Publikum auf die Spur von Dels Vergangenheit bringen.

?Burt und ich haben einige Stunden über diesen Charakter geredet und er schlug vor, dass er sein früheres Leben als Flugzeugingenieur noch im Blut haben müsste?, erinnert sich Blake.

?Als wir all diese Gegenstände anfertigten, die Del geschnitzt haben sollte, bauten wir auch ein paar kleine Flugzeuge aus Ästen, Zweigen, Holz, Federn und Steinen, die in der Hütte herum hängen. Sie wirkten etwas verrückt und sahen seltsam aus, so als wäre der Kerl beim Basteln aus der Haut gefahren, aber sie gaben dem Charakter tatsächlich mehr Tiefe.?

Mit Perry Andelin Blakes Setdesign, das den Film zusätzlich mit etwas Humor ausstattete, Ngila Dicksons Kostümdesign und Dominie Tills Make-up, die Stadtmenschen buchstäblich in Hinterwäldler verwandelten, sowie einer Besetzung, die zu allem bereit war, waren die Dreharbeiten zu ?Trouble ohne Paddel? somit auf dem allerbesten Weg.

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: UIP © 1994 - 2010 Dirk Jasper