Die Tiefseetaucher

Ausführlicher Inhalt

Schiff ahoi und herzlich willkommen an Bord der Belafonte, dem mit allen Meereswassern gewaschenen Forschungsschiff von Steve Zissou (Bill Murray) und Heimat von Team Zissou, den allzeit bereiten Abenteurern, die die sieben Meere zu ihrem Zuhause erklärt haben.

Steves rechte Hand und bester Freund ist der furchtlose Esteban (Seymour Cassel). Steves Ehefrau Eleanor Zissou (Anjelica Huston) ist Vizepräsidentin der Zissou Society - und man munkelt, mit ihrer großen Intelligenz könne sie die wahre treibende Kraft hinter dem ganzen Unternehmen sein.

Immer mit an Bord sind Steves getreuer und gänzlich humorloser deutscher Ingenieur Klaus Daimler (Willem Dafoe), der Bordarzt und Komponist von Steves Filmmusiken, Vladimir Wolodarsky (Noah Taylor), sowie Pelé dos Santos (Seu Jorge), der brasilianische Sicherheitsexperte, der seine Zeit in erster Linie damit verbringt, als Schiffstroubadour traurige portugiesische Versionen klassischer David-Bowie-Songs zu intonieren.

Der Rest von Team Zissou besteht aus dem bevorzugt Oben-ohne gekleideten Skriptgirl Anne-Marie Sakowitz (Robyn Cohen), Kameramann Vikram Ray (Waris Ahluwalia), Taucher Bobby Ogata (Neils Koizumi) and Schnittmeister und Tonmann Renzo Pietro (Pawel Wdowczak).

Finanziert wird Team Zissou vor allem durch die Einspielergebnisse einstmals höchst erfolgreicher Meeresdokumentationen, die Steve und seine Leute bei ihren Missionen drehen und noch an Bord der entsprechend ausgestatteten Belafonte schneiden, vertonen und fertig stellen.

Doch immer schwerer fällt es Steves 70-jährigem Produzenten Oseary Drakoulias (Michael Gambon), Geld für die Seereisen und die Filme aufzutreiben. Steve Zissou, so heißt es, habe seine beste Zeit hinter sich.

Mit seiner exzentrischen und egoistischen Art, hart gegenüber anderen aber auch sich selbst zu sein, hat er sich zu viele Feinde gemacht, zu viele potenzielle Investoren verprellt.

Selbst sein Team soll nicht mehr voll und ganz hinter ihm stehen - von seiner Frau ganz zu schweigen, die sich immer wieder von Steves Erzfeind, dem weltgewandten und finanziell unabhängigen Alistair Hennessey (Jeff Goldblum) bezirzen lässt, mit dem sie vor ihrer Ehe mit Steve bereits einmal verheiratet war.

Es sieht nicht gut aus für Steve, Team Zissou und die gesamte Zissou Society. Sein Leben ein Trümmerfeld, sein Ego angegriffen, mußs Steve nun auch noch einen ganz privaten Tiefschlag verkraften, der ihn in seine tiefste Krise stürzt.

In Rom feiert Steves neueste Dokumentation Weltpremiere vor ausgesuchtem Publikum: "The Life Aquatic" erzählt in dem Kapitel "The Jaguar Shark" von einem tragischen Tauchgang Steves und seines Freundes und Partners Esteban.

Von der Kamera festgehalten ist der Moment, in dem Steve traumatisiert alleine wieder an die Wasseroberfläche zurückkehrt: Er wurde gerade Zeuge, wie Esteban von dem legendären Jaguar-Hai gefressen wurde.

Das Publikum im Kino lässt die Herz zerreißende Szene mit Gleichgültigkeit an sich vorüberziehen: so etwas hatte man sich von dem neuen Film von Steve Zissou nicht erwartet.

Im anschließenden Interview erklärt Steve, dass er den Hai, der seinen Freund getötet hat, zur Strecke bringen wird. Sein höchst wissenschaftliches Motiv: Rache.

Nach der deprimierenden Premierenparty, die Steve frühzeitig verlassen hat, bekräftigt er an Bord der Belafonte seine Absicht, den Hai innerhalb der nächsten zehn Tage zu töten - und die Jagd zum Thema des zweiten Teils von "The Life Aquatic" zu machen.

An Deck wird er von einem jungen Südstaaten-Gentleman in der Uniform der Fluglinie Air Kentucky angesprochen: Ned Plimpton (Owen Wilson). Er vermutet, Steves unehelicher Sohn aus einem One-night-stand zu sein. Seine Mutter ist gerade gestorben.

Steve gibt unumwunden zu, dass Ned mit seiner Vermutung Recht hat. Er sei tatsächlich der Vater des jungen Mannes. Er will wieder gutmachen, sich seit mehr als 30 Jahren nicht einmal bei ihm gemeldet zu haben, und ermutigt ihn, als gleichberechtigtes Mitglied zum Team Zissou zu stoßen.

Als Zeichen seiner Zuneigung bietet er Ned sofort seinen Nachnamen (und als neuen Vornamen "Kingsley", der ihm besser gefällt als "Ned") an. Mit dem Flugzeug geht es am nächsten Tag zum Zissou Compound auf einer einsamen Insel, wo sich das Team Zissou auf seine neue Mission vorbereiten soll. Die Journalistin Jane Winslett-Richardson (Cate Blanchett) stößt zur Gruppe hinzu.

Sie soll einen großen Artikel über die Mission für den Oceanographic Explorer schreiben und erregt sofort die Aufmerksamkeit von Steve wie auch Ned - obwohl sie offenkundig hochschwanger ist und auch ihr Auftrag mehr als mysteriös erscheint.

Ned lässt sich überreden, seinen Job als Pilot ruhen zu lassen, und tritt dem Team Zissou bei. Damit ergeben sich automatisch erste Konflikte: Klaus Daimler, der getreue deutsche Ingenieur, fühlt sich vernachlässigt und ungeliebt und sucht die Konfrontation mit Ned.

Der wiederum versteht sich zunehmend besser mit Jane, als es sein Vater gutheißen kann. Jane genießt Neds unaufdringliche Präsenz - und macht am Telefon endgültig Schluss mit dem Vater ihres Kindes - dem Herausgeber des Oceanographic Explorer.

Produzent Drakoulias wartet mit der schlechten Nachricht auf, dass auch der letzte Investor abgesprungen ist und keinerlei Geld für die nächste Expedition und den Film zur Verfügung steht. Ned entpuppt sich als Retter in der Not und schießt 270.000 Dollar seines Ersparten zu, um die Reise zu ermöglichen.

Damit kommen auch die Versicherungen wieder an Bord, stellen als Bedingung für ihre Unterstützung allerdings drei Forderungen: Steve mußs sich einem Urintest unterziehen. Er mußs versprechen, den Hai nicht zu töten. Und er mußs akzeptieren, dass ein Versicherungskontrolleur mit an Bord kommt.

Dabei entpuppt sich Bill Ubell (Bud Cort) nach anfänglicher Skepsis als überaus lockerer Typ, der trotz seines typischen Aussehens so gar nicht dem erwarteten Buchhalter-Klischee entsprechen will.

Nach erschöpfender Vorbereitung bricht die Belafonte zu ihrem größten Abenteuer auf. Für alle Beteiligten wird es eine Reise, die sie zu neuen Erkenntnissen über sich selbst und jeden Einzelnen an seine Grenzen führt.

Dazu kommen Momente des Verrats, der Eifersucht, der Krisen, der Erkenntnisse und der Geständnisse, eine erschütternde Meuterei - und eine Horde unberechenbarer philippinischer Piraten, die die ganze Mission an den Rand des Scheiterns bringt.

Und schließlich wartet der Jaguar-Hai auf Steve und alle anderen, die sich trauen, in die tiefsten Tiefen des Ozeans vorzudringen ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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