Alfie

Produktionsnotizen

Der Originalfilm "Alfie", der eine Mischung aus Dichtung und Realität zeigte, wurde zu der damaligen Zeit als schockierend empfunden, brachte er jedoch auch dem jungen Michael Caine weltweite Anerkennung als Schauspieler.

Die heutige Verfilmung zeigt Alfie als unwiderstehlichen Londoner, den es nach Manhattan zog, um dort sein Glück zu versuchen. Was für ihn heißt: möglichst viele hübsche Frauen aufzureißen.

New York City scheint wie geschaffen für Alfie, der weiß, dass es dabei wichtig ist, die richtige Umgebung für ein Schäferstündchen zu finden. Das ganze mußs verbunden sein mit Reichtum, Pracht und Vielseitigkeit. Alfie nutzt jede Gelegenheit, all die schönen Frauen zu erobern.

Alfie Elkins (Jude Law) arbeitet als Limousinen-Chauffeur und fährt die Reichen durch die Straßen Manhattans. So kommt es schon mal vor, dass er die einsamen Ehefrauen seiner männlichen Kundschaft auf dem Rücksitz vernascht. Das hat den Vorteil, dass er seinen Spaß hat - jedoch keine weiteren Verpflichtungen eingehen mußs.

Für Jude Law, wohl einer der angesagtesten Schauspieler seiner Generation, war die Darstellung von Alfie eine einzigartige Herausforderung.

Nicht nur, dass der Schauspieler in jeder Szene zu sehen ist und oftmals einen vertrauten Dialog mit dem Zuschauer hält, so spielt er auch die Rolle eines Mannes mit sehr fragwürdiger Integrität.

"Die Rolle des Verführers verheirateter Frauen, der ihnen den Vormittag verschönt, des Frauenverstehers, ist definitiv eine Herausforderung für jeden Schauspieler. Aber das Drehbuch war so gut, dass ich sie annehmen mußste", sagt Law.

"Eigentlich hat Alfie mehr Fassetten, als man denkt. Er ist ein nachdenklicher Kerl, der versucht, die eigenwilligen Wege seines Lebens in den Griff zu bekommen."

Regisseur Charles Shyer und Ko-Autorin und Produzentin Elaine Pope entschieden sich dafür, Alfie seine Geschichte in eigenen Worten erzählen zu lassen.

Um das umzusetzen, verwendeten sie die herausfordernde Technik, wie sie in dem Klassiker der 60er Jahre benutzt wurde, wo Alfie direkt zu uns, den Zuschauern, spricht.

"Mir war völlig klar, dass der Charakter schamlos sein sollte, nicht nur wegen der Dinge, die er tut, sondern auch in seinen Gedanken", sagt Shyer.

"Indem Alfie zu dem Zuschauer spricht, ist er in der Lage auszudrücken, was er wirklich denkt ... das ist der erste von vielen weiteren Schritten auf dem Weg zu entdecken, was er wahrlich in seinem Herzen fühlt."

Pope meint, dass die Art, wie Alfie seine Gedanken in die Kamera spricht, eine einzigartige Gelegenheit für ihn ist, zu sich selbst zu finden.

"Alfie ist ein außerordentlich interessanter Charakter, andere und auch sich selbst verletzend, aber sehr offen", sagt Pope.

"Ob das Publikum seine Philosophien akzeptiert oder nicht, sie werden auf jeden Fall zum exklusiven Vertrauten. Dies gab uns sicherlich die Chance, die normalerweise unausgesprochene Wahrheit über Beziehungen, die jeder nachvollziehen kann, darzustellen".

Law bemerkt, dass das Durchbrechen dieser Wand zwischen Fantasie und Wirklichkeit normalerweise einem Schauspieler nicht leicht fällt. "Anfangs tat ich mich damit ziemlich schwer, aber nach einer Weile hatte ich das Gefühl, dass da niemals diese Wand existierte", sagt Law.

"Es wurde zweitrangig für mich, und ich glaube, den Zuschauern geht es nach einiger Zeit genau so. Sie haben das Gefühl, dass Alfie zu jedem einzelnen als Freund spricht."

Wenn man den Film als Entwicklung eines Mannes, der völlig sorglos lebt, und der versucht, sich nun Gedanken um sein Leben zu machen, betrachtet, stellt man fest, dass Regisseur Charles Shyer sehr sorgfältig die Linie zwischen Comedy und Drama entlang schreitet.

Eigentlich sind es beide, er sowie Darsteller Jude Law, die sehr gewandt Alfies dunkle Seiten mit dem Spaß an seinem Leben ausbalancieren.

"Charles ist ein Regisseur, der viel von Comedy versteht", sagt Law. "Ich versuchte immer, etwas von der Dunkelheit Alfies wegzunehmen, doch Gott sei Dank, war Charles hilfreich, das Licht wegzunehmen. So war es dann die perfekte Mischung."

Shyer begrüßte es, dass Law sich mehr um die seriöse Seite des Charakters bemühte, doch ermunterte er ihn, dies mit subtilem Humor auszugleichen.

"Es gibt definitiv eine dunkle Seite in Alfie", sagt der Regisseur, "seine Blindheit, seine Ignoranz und seine Grausamkeit; Eigenschaften, denen er sich offensichtlich nicht bewusst ist - bis er in die Lage gerät, wo er selbst Schmerz zugefügt bekommt."

Alfies Schwarm von Geliebten Mit Jude Law als Alfie an Bord, begann das Projekt auch Schauspielerinnen wie die talentierten und vielseitigen Oscar-Gewinnerinnen Marisa Tomei ("Mein Cousin Vinny", "In the Bedroom") und Susan Sarandon ("Dead Man Walking", "Annies Männer") sowie Nia Long ("Boyz N the Hood", "Third Watch") und die Tony Award-Preisträgerin und Golden Globe nominierte Jane Krakowski ("Nine", "Ally McBeal") zu interessieren.

Dazu kam eine von Englands heißesten jungen Schauspielerinnen, Sienna Miller. Somit war die Besetzung von Weltklasse Darstellerinnen perfekt.

So unterschiedlich diese Schauspielerinnen auch sind - die Frauen, die in Alfies Leben eine Rolle spielen, sind am besten durch die Charaktere selbst vorgestellt.

Julie (Marisa Tomei) ist eine allein erziehende Mutter, die Alfie besucht, wenn er sich mal wieder nach Trost und einer guten Hausmannskost sehnt. Wie Alfie sagt `sie ist quasi meine feste Fast-Freundin`.

Wie auch Tomei ist Julie eine Überlebenskünstlerin. Sie liebt Alfie, aber sie fängt an, sich etwas davon zu befreien. "Ich liebe es, diese Charaktere, die aus sich herauswachsen, darzustellen", sagt Tomei.

"Ich glaube, dass sich viele Frauen in Julie wiederfinden. Sie sehnt sich nach einem Mann, der zu ihr steht, aber andererseits mag sie diesen spitzbübischen jugendlichen Charme - bis sie merkt, dass sie älter wird".

Liz (Susan Sarandon) ist eine sexy wie auch erfolgreiche Frau, die auch nur aus einem Grund mit Alfie zusammen ist: Sex.

Alfie erklärt `Sie ist jemand, der dich einerseits bemuttert, aber andererseits auch auf deine sexuellen Bedürfnisse eingeht. Für ihre fünfzig Jahre hat sie sich gut gehalten und sie hat ein Dekolleté wie der Holland Tunnel`.

"Ich finde es toll, wie meine Rolle in dem Drehbuch beschrieben ist: `Eine sinnliche (manche würden sagen überreife, die meisten würden sagen sexy) Frau, gekleidet in Chanel. Ich meine, wer würde denn nicht gerne so ein Weib spielen", lacht Sarandon.

"Aber eigentlich mochte ich die Rolle, weil hinter der körperlichen Beschreibung noch viel mehr steckt. Sie ist es schließlich, die Alfie abserviert, so wie er es Jahre lang mit den Frauen gemacht hat".

Lonette (Nia Long) ist eine Frau, die eigentlich nicht zu Alfies Bettgespielinnen gehört. Sie ist tabu, denn sein bester Freund Marlon, gespielt von Omar Epps, möchte sie gerne heiraten.

Noch sieht Alfie, wie Lonette ist ... hinreißend, klug, witzig, sie kann ein Dutzend Drinks auf einem Tablett balancieren und sich dabei traumhaft bewegen. "Niemand durchschaut Alfie besser als sie, doch auch sie erliegt seinem Charme", bemerkt Long.

"Ich war sehr angetan von ihrer Geschichte in dem Drehbuch, denn ihr Leben geht eine ganz andere Kurve als die der anderen Frauen. Die Tatsache ist, dass das, was zwischen ihr und Alfie passiert, ihm ein wenig die Augen öffnet ... wenn nicht sogar sehr viel".

Dorie (Jane Krakowski) ist eine frustrierte Hausfrau, deren Höhepunkt das wöchentliche Treffen mit Alfie ist. Ihr alter Ehemann hat sie seit sechs Monaten nicht mehr angerührt.

Was Alfie zu dem Gedanken führt, dass er dem Ehemann damit einen Gefallen tun würde, wenn er die "ehelichen Pflichten" für ihn übernimmt. Zu Dorie sagt er: `du verdienst es, anerkannt zu werden`. Zur Kamera sagt er: `im Moment ist sie in ihren besten Jahren`.

"Das Interessante an Alfie ist, dass er einerseits ehrlich und offen ist, aber sich nicht bewusst ist, dass er Menschen damit verletzt", erkennt Krakowski.

"Deshalb hält Dorie ihre Augen immer weit geöffnet ... außer vielleicht für einen Moment oder auch zwei, wenn sie sich vorstellt, dass ihre Beziehung zu Alfie mehr sein könnte als sie ist. Aber macht das nicht jeder manches Mal in einer Beziehung?"

Nikki (Sienna Miller) platzt in Alfies Leben, als er gerade auf einem Tiefpunkt ist und alleine in seiner Limo am Heiligabend durch die Straßen kreuzt. Vielleicht beschreibt er deshalb Nikki als sein "Weihnachtswunder".

Nach einer Weile allerdings kommen Nikkis Probleme trotz ihres tollen Äußeren sehr schnell zum Vorschein. Alfie erinnert sie an eine griechische Göttin, in Marmor gemeißelt: `Das ist Nikki, eine wunderschöne Statue, aber wenn du nahe an sie heran trittst, siehst du, wie kaputt sie ist.

Sienna Miller, die in "Alfie" ihre erste Hauptrolle hat, sagt: "Jude und ich hatten einige ziemlich heiße Szenen, die uns viel Spaß machten - und das meine ich nicht nur, weil er so großartig ist, sondern weil er mir ein sicheres Gefühl während der Szenen gab. Das war eine wunderbare Erfahrung".

Marlon (Omar Epps) gehört zwar nicht zu Alfies Gespielinnen, aber zu den Menschen, die oft mit ihm zusammen sind. Marlon ist Alfies bester Freund und zukünftiger Geschäftspartner. Er ist das Gegenteil von Alfie, der ihn "Iceman" nennt.

Marlon kann seinen Freund nicht verstehen, wie der so kaltherzig mit seinen Beziehungen umgeht, doch Alfie bewundert umso mehr Marlons Warmherzigkeit in dessen Partnerschaft.

Alfie wird Zeuge von Lonettes Gefühlszustand, nachdem sie mit Marlon Schluss gemacht hat: `sie kommt sich vor, als ob sie von einem Lastwagen überrollt wäre und stirbt. Die Beerdigung fand am Nachmittag statt. Alle haben sich ausgeheult. Das Leben geht weiter`.

"Marlon ist ein moralischer Mensch, der leidet - so wie es Männer und Frauen erfahren haben - unter dem `was hat der, was ich nicht habe`-Syndrom", erkennt Epps.

"Aber als er realisiert, was er eigentlich an Lonette hatte, ist er bereit, ihr zu verzeihen. Viele sehen in Alfie einen glücklichen Typen, aber der Film zeigt ein ehrliches Bild, wie einsam er in Wirklichkeit ist.

Alles über Alfie Während er den Film drehte, überlegte Jude Law, was es wohl ist, das Alfie so attraktiv für die Frauen macht. Law ist großer Fan des Originalfilms und Michael Caines, der die Hauptrolle damals spielte. Der heutige Alfie, den er darstellt, ist aber unterschiedlich zu dem swinging Playboy, den 1966 Caine porträtierte.

"Es gibt keinen Zweifel, dass Typen wie Alfie damals existierten und ebenso in der heutigen Zeit", bemerkt Law. "Manche würden sogar behaupten, dass es Typen mit dieser Einstellung heutzutage noch mehr gibt, da das Thema Sex freier behandelt wird".

Law gibt auch zu bedenken, dass damals, als der Film auf die Leinwand kam, es viele Leute schockierte, konnte man sich doch nicht vorstellen, dass es wirklich Männer gibt, die so denken.

"Es ist nun fast 40 Jahre her und auch die Frauen haben sich verändert. Alles, was sie heute machen und was sie seit den 60ern gelernt haben, ändert den Tonart des heutigen Films".

Jedoch die Frage bleibt: Warum lassen sich intelligente Frauen in der ganzen Welt auf solche Typen wie Alfie ein?

Mit ihrem rücksichtslosen Anspruch auf Partnerschaft, mit ihrer Verachtung gegenüber fester Beziehungen und ihrer Missachtung der Gefühle anderer wird es diese Alfies immer wieder geben - trotz ihres bad-boy-Verhaltens gewinnen sie die Herzen aller Frauen.

"Deshalb ist diese Story so allgemein und klassisch", sagt Regisseur Charles Shyer. "Es ist eine moralische Geschichte, die besagt, dass man aufwachen und erkennen soll, dass dein Benehmen andere Personen verletzt.

Unser moderner Alfie lernt auf seiner Reise, wie jemand, der blind für seine Aktionen ist und langsam beginnt, über sein Leben nachzudenken. Es wird ihm nach und nach klar, dass vielleicht er es ist, der am meisten leidet".

Kleider machen Leute Für Regisseur Charles Shyer war es sehr wichtig, dem Film ein bisschen was vom Stil des ursprünglichen Films und speziell der "Swinging 60s" zu verpassen. Für Kostümdesignerin Beatrix Aruna Pasztor ("Der gute Will Hunting", "Drugstore Cowboy", "König der Fischer") war dies eine faszinierende Herausforderung.

"Die Idee war eine Mischung aus Designelementen der 60er, immer noch stylisch, zeitgenössisch und für alle Zeiten real", sagt Pasztor. "Jude Law kennt sich wirklich mit Klamotten aus und er ist immer gut gekleidet.

Jedoch konnten wir ihn nicht in brandneue Designeranzüge stecken, da seine Charakterrolle über nicht sehr viel Geld verfügt. Schließlich fanden wir einen hervorragenden belgischen Designer, Martin Margiela, dessen Kleider einfach aber wundervoll sind - mit einem Hauch von Retro".

Das bemerkenswerteste Outfit ist das, was Alfie an Heiligabend trägt - ein schwarzer, handgefertigter Anzug und ein gewagtes pinkfarbenes Hemd des talentierten englischen Designers Osward Boateng.

"Wir hielten Ausschau nach einem Einreiher, schmal geschnitten, einem Anzug, der den Stil der 60er Jahre widerspiegelt", erinnert sich Pasztor. "Dann fügten wir das pinkfarbene Hemd hinzu, das mit seinem kühnen Ausdruck für sich selbst sprach sowie silberne Würfelmanschettenknöpfe von Yves Saint Laurent.

Alfie hat immer einen einzigartigen Kleidungsstil. Dazu ist zu sagen, dass Alfie, wenn er sich leger kleidet, nicht die typischen Levis-Jeans trägt. Nein, es sind Rogan-Designer-Jeans, und davon kann er sich allerdings nur ein Paar leisten".

Bei den Kleidern der Frauen konnte Pasztor eine größere Auswahl treffen. Zum Beispiel Liz, die reiche Kosmetikunternehmerin, dargestellt von Susan Sarandon, ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die in Chanel, Gucci und Donna Karan gewandet ist.

Ihre Juwelen waren aus purem Gold und mit echten Steinen besetzt und wurden von Top-Designer Solange Azagury entworfen; und ihre antike Halskette war von Steinberg und Tolkien, die die größte Kollektion der Welt von Antik-Schmuck haben.

"Liz ist eine Frau mit Understatement, mit sehr feinem Geschmack", erklärt Pasztor. "Sie trägt gewöhnlich Schwarz und Weiß, niemals grelle Farben, mit Ausnahme ihres japanischen Kimonos im Stil der 20er Jahre.

Susan Sarandon liebte es absolut, diese Outfits zu tragen", fügt Pasztor hinzu. "Ganz speziell liebte sie die enganliegenden Teile wie den Bleistiftrock von Gucci. Das erinnert an den Stil, den Sophia Loren immer trug".

Ganz im Gegensatz dazu ist Julie, dargestellt von Marisa Tomei, die weit davon entfernt ist, Chanel und Gucci zu tragen. "Wir kauften auf Flohmärkten Julies Kleider und Accessoires, einfache Klamotten, die sie sich als allein erziehende Mutter leisten kann", erinnert sich Pasztor.

Als Nia Long, die Rolle der Lonette verkörpernd, mit Alfie sehr verführerisch Poolbillard spielt, trägt sie einen sexy schwarzen Rock im Vintage-Stil und eine Bluse von Costume National mit einem wahnsinnig tiefen V-Ausschnitt vorne und hinten, die nur Frauen wie Nia sie tragen können, wie Pasztor meint.

"Dieses Outfit kleidet Nia ganz toll, und es war klassisch, aber sexy genug für die Art, wie sie tanzt und sich bewegt in dieser Szene".

Für Nikki, Sienna Millers Rolle, suchte Pasztor ein fabelhaftes Kostüm des französischen Designers Roland Mouret aus.

"Sie trägt dieses Outfit, als sie Alfies "Weihnachtswunder" wird, und sie sieht geheimnisvoll aus mit ihrem langen schwarzen Oberteil mit silbernen Pailletten besetzt, ihrer schwarzweißen Pelzjacke von Armani sowie den hohen schwarzen Stiefeln mit Highheels von Donna Karan".

Der einzige Charakter, der in grellen Farben gekleidet ist, ist die gelangweilte Hausfrau Dorie, dargestellt von Jane Krakowski, die wir zu Anfang in einer kompromittierenden Position auf der Rückbank von Alfies Limousine erleben.

"Janes Rolle soll eine bestimmte Aussage machen, und das tut sie in ihrem orangefarbenen und roten Dress von Diane von Fürstenberg, ihren Jimm Choo-Schuhen und ihrer Halskette von Vivienne Westwood", sagt Pasztor.

"Aber nichts ist mehr zum Schreien als ihre roten Slips, die sie in Alfies Jackentasche steckt. Diese sind von Agent Provocateur, wo es die verrückteste und provokativste Unterwäsche gibt. Alles in allem macht das die Mode im Film aus - stylisch und provokativ".

Drehorte und Ausstattung Charles Shyer und Elaine Pope siedelten ihren modernen Film "Alfie" gänzlich in Manhattan an. Pope erklärt: "Um den Film einer völlig neuen Zuschauergruppe nahezubringen, versetzten wir "Alfie" nach New York. Hier ist er so eine Art von "a fish out of the water".

Oder um mit Sting zu sprechen - "an Englishman in New York". Er lebt seinen Traum, doch fühlt er sich ein wenig verloren in der großen Stadt. Er hat keine Familie hier, nur ein paar wenige Freunde - völlig ohne emotionalen Halt".

Berühmte Gebäude und Plätze in Manhattan und Umgebung bilden den "Spielplatz" für Alfies Wirken. Sei es das Waldorf Astoria Hotel in der Park Avenue, die Chanel-Boutique in der Madison Avenue, verschiedene Plätze in SoHo und Greenwich Village sowie der spektakuläre Blick auf Manhattans Skyline von der Brooklyns DUMBO Sektion.

Während die Außenbauten des Films die spannende Seite von Alfies Lifestyle widerspiegeln, sind die Innenbauten sowie das Kostümdesign auf Alfies Charakter und die seiner Frauen, mit denen er sich umgibt, abgestimmt.

Verantwortlich für alle Sets, angefangen von Alfies eigenem kleinen Apartement in der mietgünstigen Gegend von Manhattans Lower East Side bis hin zu Liz` ultra-vornehmen Penthouse an der Upper East Side, war Sophie Becher (BAFTA-nominiert für "Die Borger").

"Als Engländer in New York müsse Alfie ganz spezielle Elemente in seiner Umgebung haben, dachte Jude Law", erinnert sich Becher.

"Zum Beispiel dachte er, dass Alfie vielleicht einige Dinge mit aus England gebracht hätte - das könnten englische Comicbücher sein: `Dandy`, das auch heute noch auf dem Markt ist oder `Roy of the Rover`, das ganz berühmt in den 60er und 70er Jahren war.

Außerdem schlug er vor, dass Alfie eine Ausgabe von David Nivens Memoiren, "The Moon`s a Balloon" besitzt und einen Orangefarbenen 60er Jahre Plattenspieler zu Hause hat".

Beim Suchen eines Apartements für einen männlichen Single kam Becher die Idee für eine Blechdecke und Mansardenfenster, die gaubenartig unter dem Dach angebracht waren. Wichtig waren auch die persönlichen Dinge, die Alfies vorübergehenden Lebensstil symbolisierten.

"Eigentlich besitzt Alfie nicht sehr viel", sagt Becher. "Er verbringt selten die Nacht in seinem eigenen Apartement, so ist es nicht verwunderlich, wenn man sieht, dass seine Handtücher aus verschiedenen teuren Hotels, wie dem Soho Grand, stammen".

Während Alfies mitgebrachten Dinge aus England wichtig für die Darstellung seines Lebensstils sind, spiegeln die teuren Möbel und Accessoires in Liz` elegantem Umfeld den Charakter seiner Geliebten wider.

Ihr Penthouse-Apartement ist mit exquisiten Swarowski-Kristall-Kronleuchtern, die von dem schwedischen Designer Tjord Bjornson kreiert wurden, ausgestattet. Moderne Stoffe von Textildesigner Neisha Crosland, eklektische Kunst, darunter ein Porträt von der 20 Jahre jüngeren Liz (Susan Sarandon) von Russell Oxley befinden sich hier.

"Liz´ Penthouse ist der Ausbund an Dekadenz, extrem sinnlich und luxuriös", sagt Becher. "Es mußste etwas sein, das einen Typen wie Alfie, den so schnell nichts beeindrucken kann, umhauen sollte."

Als Besitzerin ihrer eigenen Kosmetikfirma reist Liz viel in der Welt herum. Sie ist eine selbstbewusste Frau mit ihrem eigenen Stil. Genau wie auch Becher dachte Charles Shyer bei Liz´ Umgebung an Goldie Hawns Apartement in New York.

"Der goldene Buddha, der mitten in ihrer Wohnung steht, weist auf Liz´ spirituellen Hintergrund und ihre weltliche Gesinnung hin", bemerkt Becher.

"Ihr Geschmack reflektiert auch in den Blumenarrangements, vor allem die grünen Orchideen, die mit japanischem Bambus verknüpft sind. Ebenso die Absinth-Gläser, die Liz während ihrer sinnlichen Stunden mit Alfie benutzt, sind von antikem Wert.

Es war wirklich sehr wichtig für Charles, dass Liz´ Charakter wirklich ihrem teuren Geschmack gerecht wird, sodass er für einige Tage am Set einen Absinth-Experten hatte, der die Schauspieler in das Ritual des Absinth-Trinkens einwies".

Gänzlich entgegengesetzt ist das Zuhause von der allein erziehenden Mutter Julie (Marisa Tomei), die sich irgendwo zwischen Alfies spärlicher Umgebung und Liz´ großartigem Umfeld bewegt.

"Marisa wollte, dass die Umgebung ihrer Rolle ihre Unabhängigkeit ausdrückt. So dekorierten wir ihre Wohnung mit einer geschmackvollen Kombination aus Billigladen-Gegenständen, Geschenken von Freunden und Dingen, die sie selbst gemacht hat", erinnert sich Becher.

"Ihr Platz ist nicht nur eine weiße Schachtel. Es ist eine Mischung aus pflaumenblau und olivgrün. Es ist für die Stimmung zu Anfang des Films bezeichnend, der hell und dynamisch in Soho beginnt, und der gedämpft und gedrückt, so wie Alfie selbst, endet".

Die Musik Die Themenmusik sowie drei Originalsongs wurden speziell für den Film von den Grammy-Gewinnern Mick Jagger und Dave Stewart geschrieben. Die Musik und die Songs illustrieren die verschiedenen Themen, die sich durch den Film ziehen.

Die Songs "Old Habits Die Hard", "Blind Leading the Blind" und "Let`s Make It Up" wurden in dem berühmten Abbey Road Studio 2 in London aufgenommen, wo die Beatles damals die meisten ihrer legendären Songs einspielten. Zusätzlich zu den beiden Rocklegenden war der Oscar-ausgezeichnete Komponist John Powell dabei, der den Score schrieb.

"Es gibt einen stilistischen, thematischen und visuellen Klang in diesem Film, den Mick und Dave perfekt in ihren Songs aufgefangen haben. Ich glaube, dass die Zuschauer in einer sehr persönlichen Weise mit der Musik verbunden sind", sagt Regisseur Charles Shyer.

"Die Zusammenarbeit mit Mick Jagger war einfach außergewöhnlich - er ist mein größtes Idol. Ich fühle mich sehr geehrt, dass er und jemand vom Kaliber eines Dave Stewart der Zusammenarbeit bei diesem Film zugestimmt haben".

Mick Jagger, Lead-Singer und Boss der Rolling Stones, sagte bei dem Projekt sofort zu, nachdem er Shyers Film gesehen hatte. "Ich denke, dass Charles die Erfahrungen Alfies gut im Film umsetzt", sagt Jagger, "es war eine Freude, mit ihm zu arbeiten".

Stewart, der als Part der Eurythmics zu Ruhm gelangte, konnte dem nur zustimmen. "Mick und ich hatten eine großartige Zeit, als wir die Songs für den Film schrieben. Ich habe es genossen, vom ersten Tag des kreativen Prozesses dabei zu sein", sagt Stewart. "Ich glaube, dass die Songs genau zu den Szenen und zu Alfies Charakter passen".

Mick Jagger war Lead-Singer der Rolling Stones, seit die Band 1962 gegründet wurde. Nach mehr als 40 Jahren gehört die Band immer noch zu den größten Rock`n`Roll Bands aller Zeiten.

Ihre großartigen Songs und ihre absolut einzigartige Performance führen auch heutzutage noch zu ausverkauften Konzerten in der ganzen Welt. 1989 wurden die Rolling Stones in der Rock`n`Roll Hall of Fame aufgenommen.

Dave Stewart gründete zusammen mit Annie Lennox in den 80er Jahren die Eurythmics. Songs wie "Sweet Dreams (Are Made of This)", "Her Comes the Rain Again" und "Missionary Man" machten die beiden zu Superstars in der Welt der Popmusik.

Stewart hatte schon früher mit Jagger zusammen gearbeitet, wie auch mit Bob Dylan, Tom Petty, Carly Simon, Lou Reed, Laurie Anderson, Al Green und Aretha Franklin, um nur einige zu nennen.

Vor kurzem schrieb Stewart zusammen mit Gwen Stefani von der Gruppe No Doubt den beliebten Song "Underneath It All".

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