Die Maske 2: Die nächste Generation

Produktionsnotizen

Das erste Konzept zu "Son of the Mask" (Die Maske 2) enthielt alles, was ein Filmemacherherz begehrt: Eine berühmte Vorgeschichte, die Gelegenheit, eine Welt zu erfinden, in der man die Grenzen der Realität buchstäblich sprengen kann, und die Chance, einen Film zu drehen, der die ganze Familie begeistert.

Aber Regisseur Lawrence Guterman interessiert sich besonders für einen weiteren Aspekt der Geschichte - wie nämlich der Film mit dem zeitlosen Thema Elternschaft umgeht.

"Meine Frau und ich bekamen drei Kinder innerhalb von drei Jahren - ich bin also Fachmann für das Thema: Wie wird man mit Babys fertig?" sagt Guterman.

"Hinzu kommt der ,Was wäre, wenn'-Faktor: Was wäre, wenn das Baby plötzlich ungeahnte Kräfte entwickelt, aufsteht, singt und tanzt und alles Mögliche macht, was sonst kein Baby zustande bringt? Wie geht man damit um? Mit diesen Fragen haben wir uns bei unserem Film köstlich amüsiert."

Guterman ließ sich auch von den schier endlosen Möglichkeiten inspirieren, die ihm die besonderen Zauberkräfte der Maske an die Hand geben. "Tim trägt die Maske auf der Halloween-Party seiner Firma, kommt danach zu seiner Frau nach Hause - neun Monate später wird Alvey geboren, und zwar mit außerordentlichen Fähigkeiten.

Die Entwicklungsabschnitte, die jedes Kleinkind durchläuft - das Nachahmen, die ersten Worte, sich durch Krawall bemerkbar machen -, werden in unserem Fall komisch übertrieben und in wenigen Augenblicken absolviert: Der Kopf des Babys bläst sich wie ein Ballon auf, das Baby singt, das Baby verlängert sein Ärmchen auf komische Weise, um dem Bösewicht eins überzubraten.

Mit acht Monaten hat der Kleine den Verstand eines Erwachsenen - eine Absurdität, die zu sehr lustigen Situationen führt."

Die Produzenten wussten, dass Guterman der richtige Mann im Regiestuhl war, weil es ihm gelingt, diese ungewöhnlichen Eigenschaften des Kleinen überzeugend auf die Leinwand zu übertragen.

"Sobald Larry am Skript mitarbeitete, entwickelte er Ideen, wie Baby Alvey sich verhalten sollte", sagt Produzentin Erica Huggins.

"Larry bringt eine Menge Erfahrung im Animationsbereich mit, er denkt quasi in Bildern. Er geht von völlig realistischen Grundvoraussetzungen aus und macht daraus die Cartoon-Version."

Außerdem verstand es Guterman wie kein zweiter, dem übrigen Team seinen innovativen Ansatz anschaulich zu vermitteln.

"Larry hat ein spezielles Verfahren entwickelt, mit dem er jede Einzelheit definiert, verarbeitet und in Konzept-Skizzen darstellt", fährt Huggins fort.

"Er steuert präzise auf ein Ziel zu - es gelingt ihm, das Bild vor seinem geistigen Auge für alle sichtbar zu machen, sich zu erklären. Oberstes Gebot war: Wir drehen eine Komödie, also mußs jede einzelne Szene komische Elemente enthalten."

Pausenlose Lacher waren also die Maxime - aber damit konnten sich die Filmemacher längst nicht zufrieden geben, als sie "Die Maske 2" auf die Leinwand brachten.

"Beim ersten Lesen des Drehbuchs war ich verblüfft, denn es handelt sich um einen äußerst komplizierten Film", sagt Executive Producer Beau Marks. "Die visuellen Effekte, die Monster-Effekte und Makeup-Effekte spielen den gesamten Film hindurch eine wesentliche Rolle.

Außerdem arbeiten wir mit Tieren - ein Hund übernimmt eine entscheidende Hauptrolle. Und die Krönung des Ganzen: Die eigentliche Hauptrolle spielt ein neun Monate altes Baby mit ganz außergewöhnlichen Eigenschaften."

Aufgrund des Drehbuchs wurden enorm viele und knifflige visuelle Effekte vorbereitet - nicht zuletzt ein komplett im Computer kreiertes fotorealistisches Baby. "Der Sohn der Maske" ist der erste Film, der sich diesem hohen Anspruch stellt - damit lagen aber auch die größten Probleme der Produktion bereits auf der Hand.

"Anfangs diskutierte ich mit Larry vor allem darüber, was überhaupt machbar ist", sagt James E. Price, der die Verantwortung für die visuellen Effekte übernahm.

"Das Drehbuch ist toll, die Story urkomisch. Aber das Ganze funktioniert nur, wenn uns das digitale Baby überzeugt, denn es mußs die abgedrehtesten Sachen machen - und diese Aktionen müssen unbedingt glaubwürdig wirken. Am Anfang ging es also nur darum, ob man so etwas realisieren kann."

Als Price und Guterman sich sicher waren, dass ihr ehrgeiziger Effekte-Plan funktionieren würde, kümmerten sie sich anschließend um die Stimmung des Films.

"Großen Wert legt Larry darauf, dass der Zuschauer die typische Situation erlebt, wie sie sich in jeder Familie mit einem Neugeborenen ergibt", fährt Price fort.

"Doch dann steht diese normale Welt plötzlich völlig Kopf, weil das Baby die Eigenschaften der Maske geerbt hat. Wir diskutierten also, wie sich dieser Wandel in der Story mit Effekten gestalten lässt, um eine möglichst dramatische Wirkung zu erzielen.

Wir überlegten, wie man beim Choreografieren des tanzenden Babys vom normalen Kind zum Maskenbaby überleitet. Wie gestalten wir Tims Situation dramaturgisch, wenn er die Verwandlung des Babys mitbekommt, und wie zeigen wir das dem Zuschauer?"

Immer wieder ließen sich die Effekte-Experten von den klassischen Zeichentrickfilmen inspirieren, mit denen sie alle aufgewachsen sind.

"Ein wichtiges Element der Story ist, dass das Baby aus den Aktionen lernt, mit denen es seinen Papa in den Wahnsinn treibt. Außerdem kopiert es die klassischen Cartoons, die es im Fernsehen sieht und die wir uns schon als Kinder angeschaut haben", sagt Price.

"Die Bilder dieser Zeichentrickfilme stellen also ein starkes Vorbild dar - sofort übernimmt das Baby diese Verhaltensmuster."

Es war aber gar nicht so leicht, die klassische Animation in die neue "Realität" zu übersetzen.

"Wir standen vor der schwierigen Aufgabe, die zweidimensionale Animation, die Bewegungsabläufe in eine 3-D-Umgebung zu übertragen. Das ist nicht so einfach, wie man sich das vorstellt, denn in den Cartoons vollführen die Figuren die verrücktesten Aktionen", sagt Price.

"Da wird gequetscht, auseinandergezerrt, die Bewegungen sind häufig so hektisch, wie sie in der Realität nie möglich wären. Wir mußsten also die extrem kinetische Energie dieser Vorlagen in unserem Film erhalten - denn sie soll den Zuschauer in unserer realistischen Umwelt überzeugen."

Dieses Verfahren gestaltet sich besonders schwierig, weil das Filmteam ständig auf dem schmalen Grat zwischen überdrehten Cartoon-Verrücktheiten und völlig inakzeptablen Übertreibungen balanciert.

"Bei der Verwendung der äußerst dramatischen, sehr extremen Gesten der alten Cartoons mußsten wir sehr vorsichtig verfahren, weil sie leicht ins Groteske umschlagen", sagt Price.

"Wenn das Baby zu sehr zum Zerrbild wird, wirkt es nicht mehr nett und lustig. Dann ist es kein süßes Baby mehr. Wir mußsten daher ganz spezifische Posen und präzise Bewegungsabläufe ausprobieren und festlegen, damit das Baby süß und lieb wirkt - gleichzeitig demonstriert der Kleine aber auch seine ausgeflippte, cartoonhafte Seite."

Die Effekte zu "Die Maske 2" brachten also jede Menge knifflige Probleme mit sich - am Ende ergaben sie aber einen einzigartigen Film, der dem Publikum eine Menge neuer Seherfahrungen bietet.

"So etwas hat noch niemand versucht", sagt Produzentin Erica Huggins. "Keiner hat einen Menschen so lebensecht dargestellt, wie unser Baby aussieht.

"Wir haben nicht nur ein CGI-Baby kreiert - wir wollten ein echtes Baby vor der Kamera. Es gibt nichts Herrlicheres als ein Baby, das direkt in die Kamera schaut und lacht oder weint oder uns zublinzelt.

Was ein süßes Baby ausmacht, lässt sich nicht künstlich reproduzieren. Die Experten im Effekte-Bereich waren also gefordert, sich einem real existierenden Wesen völlig unterzuordnen."

Der für die visuellen Effekte verantwortliche James E. Price fügt hinzu: "Ich bin überzeugt, dass die Kinobesucher hingerissen sein werden, denn sie erleben eine dramatische Verwandlung des Babys.

Zunächst weiß man nicht, was man davon halten soll. Uns sind einige Bilder gelungen, die es noch nie zu sehen gab? diese typischen Cartoon-Versatzstücke, an die wir uns aus unseren Kindertagen erinnern. Nur, dass wir sie jetzt in der Realität erleben."

Innerhalb der Filmstory kümmert sich auch Filmheld Tim Avery um ähnliche Cartoon-Bilder, er arbeitet in der Firma Animagine. Larry Guterman berichtet, wie eines der Schlüsselrequisiten entstand: "Die Lincoln-Statue am Empfang mit den Winzlingen im Kopf entstammt einer fiktiven Cartoon-Serie, die von Animagine produziert wird und ,Lincolns Winzlinge' heißt.

Zunächst sollte die Serie ,Einsteins Winzlinge' heißen - die Winzlinge in Einsteins Kopf beraten ihn in Liebesdingen. Aber Einsteins Erben wollten uns die Rechte an seinem Abbild nicht überlassen. Wir mußsten uns also mit der urheberrechtlich nicht geschützten Figur Abraham Lincoln begnügen."

Guterman erklärte diese Geschichte dem Comedian/Schauspieler Steven Wright, der den Chef von Animagine darstellt, und Wright fand die Story äußerst originell und komisch. "Was soll man vom Meister des trockenen Humors auch anderes erwarten", fügt Guterman hinzu.

Die Effekte für "Der Sohn der Maske" bereiteten den Filmemachern also manch schlaflose Nacht. Dafür fiel es ihnen umso leichter, die Rollen zu besetzen, weil von Anfang an klar war, wer Tim Avery spielen sollte: Jamie Kennedy.

"Wir wollten niemand anderen als Jamie Kennedy", sagt Produzentin Erica Huggins. "Er ist ein echtes Original, und aufgrund seiner Fernsehshow ,The Jamie Kennedy Experiment' wissen wir, wie überzeugend er Slapstick-Sequenzen bewältigt - und die spielen in unserem Film eine große Rolle.

Immer wieder mußs er auf das Baby reagieren, das die verrücktesten Dinge anstellt. Jamie bewies uns, dass er mit seinem Körper jenes Gefühl ausdrücken kann, das entsteht, wenn man von einem Baby mit übermenschlichen Fähigkeiten gepiesackt wird."

Kennedy wusste sehr genau, worauf er sich einließ. "Natürlich fordert mich eine solche Aufgabe bis zum Anschlag, denn es ist immer schwierig, mit Babys und Hunden zu arbeiten - und hier sind sogar beide gleichzeitig im Spiel."

Kennedy interpretiert den Film als eine Geschichte, in der ein Mann lernt, seine Ängste zu überwinden. "Vor allem hat Tim Angst vor seiner Verantwortung als Vater. Der Film handelt also von einem Typen, der gar nicht sicher ist, ob er dazu bereit ist; er hat einfach Muffensausen", sagt er.

"Aber sobald er die Maske anlegt, steigt sein Selbstvertrauen, er wird ein sehr fürsorglicher und verantwortungsvoller Vater. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was Tim durchmacht, obwohl ich selbst nicht verheiratet bin."

Lawrence Guterman begriff sehr schnell, welche Traumbesetzung er mit Kennedy gefunden hat. "Jamie wirkt von Natur aus sympathisch - man möchte ihn immer nur knuddeln", sagt er.

"Egal, wie schwer er sich an das Baby gewöhnen kann, in jedem Fall nehmen wir ihm ab, was in ihm vorgeht, und wir wünschen uns wirklich, dass das Baby ihn schließlich umstimmt."

Kennedy freute sich auch besonders auf die Gelegenheit, mit Alan Cumming zu arbeiten, der den nordischen Gott der Bosheit namens Loki spielt: Sein Vater Odin hat ihn gesandt, um die Maske zurückzuholen. Cumming begeisterte sich für die unendlichen Möglichkeiten, die ihm die Rolle bot.

"Loki ist ein wunderbarer Part, weil er sich in so viele verschiedene Leute verwandelt und ständig seine Verkleidung ändert", sagt Cumming. "Ich freute mich diebisch auf die vielen verrückten Typen, die ich darstellen darf. Ich habe sofort erkannt, welche tolle Rolle ich da übernehme."

Lawrence Guterman berichtet, wie spürbar begeistert Cumming in seiner Arbeit aufging: "Alan verbeißt sich als Bösewicht nach Herzenslust in jede einzelne Szene. Er packt diese wunderbaren Momente beim Schopf und holt das Letzte aus ihnen heraus."

Cumming fand auch die Vater-Sohn-Beziehungen in der Geschichte höchst interessant. "Mir gefiel, wie die Parallele zwischen den beiden Storys entwickelt wird: Tim und Alvey, Loki und Odin. Es geht letztlich darum, wie wichtig es ist, eine gute, offene Beziehung zu seinen Kindern zu pflegen", sagt Cumming.

Die Rolle von Lokis Vater Odin übernahm der erfahrene britische Schauspieler Bob Hoskins. Die Rolle machte Hoskins zwar Spaß, aber das nötige Spezial-Make-up dafür fand er weniger lustig.

"Das war mörderisch!" sagt Hoskins. "Odin soll blind sein, ich mußste also das eine Auge verkleben lassen. Dann wurde auch das andere Auge abgedeckt, und ich konnte nur durch ein winziges Loch hindurchschauen - alles sah aus wie in blaues Licht getaucht. Und das Kostüm wog eine Tonne! Abends wäre ich einmal fast ohnmächtig geworden."

Traylor Howard spielt ihre bekannteste Rolle in der TV-Serie "Two Guys and a Girl" (Ein Trio zum Anbeißen) und übernimmt demnächst eine Serienrolle in "Monk" (Monk). Sie sagte sofort zu, als ihr die Tonya Avery angeboten wurde, denn sie unterscheidet sich deutlich von ihren bisherigen Rollen. Besonders gefiel ihr das Verhältnis zwischen Tonya und Tim.

"Am Anfang erleben wir mit, wie verliebt die beiden sind, sie verbringen harmonische Tage, doch sie merken auch, dass sie im Leben nicht dasselbe wollen - dieser Druck belastet sie beide", sagt Howard.

"Ich spiele eine Frau, die Karriere macht - letztlich habe ich mehr Erfolg als er. Und als ich dann schwanger werde, ist er total von der Rolle. Aber am Ende des Films mußs er um seinen Sohn kämpfen - erst dann wird ihm klar, wie sehr er ihn liebt, wie viel ihm die Familie bedeutet.

Er will sie beschützen. Und er begreift, dass er die Maske dafür gar nicht braucht - er ist nämlich schon ein guter Vater und Ehemann. Am Ende des Films sehe ich ihn mit anderen Augen - das macht uns alle glücklicher."

Regisseur Lawrence Guterman lobt Howards Leistung in den höchsten Tönen: "Durch Traylor verliert der Film nie seinen Bezug zur Wirklichkeit, aber sie ist selbst sehr komisch und hat ein ausgeprägtes Gespür für komödiantisches Timing", sagt er.

Als die Filmemacher eine Darstellerriege versammelt hatten, die hervorragend zueinander passte, konzentrierten sie sich auf die beiden schwierigsten Rollen des Films: Baby Alvey und seinen Erzfeind, den Hund der Averys.

Die australische Besetzungschefin Christine King bekam den Auftrag, geeignete Zwillinge zu suchen - was nicht einfach war, denn Baby Alvey spielt im Film die zentrale Rolle.

Ohne Zwillinge ging es nicht, weil die Kinderarbeit gesetzlich eingeschränkt ist - Kinder oder Babys dürfen täglich nur eine begrenzte Zeit eingesetzt werden.

"Ich bat die Multiple Births Association (Zwillingsvereinigung) um Hilfe, und die Mitarbeiter haben mich umfassend unterstützt", sagt Dawkins über ihre intensive Suche nach den perfekten Zwillingen.

"Wir riefen die Geburtsstationen der Krankenhäuser an und erkundigten uns, ob dort in den letzten sechs bis acht Monaten Zwillinge zur Welt gekommen waren."

Aufgrund dieser Suche fand Dawkins schließlich Liam und Ryan Falconer. Ihre ausgeprägte Persönlichkeit, ihre erstaunlich ausdrucksstarken Gesichter prädestinierten sie geradezu, Alvey zu spielen.

"Wir haben uns sehr lange mit Liams und Ryans Eltern unterhalten, denn sie mußsten sich darauf einstellen, dass ihre Kinder mehrere Monate auf dem Filmset verbrachten", sagt Produzentin Erica Huggins.

"Das dauert eben seine Zeit, und sie mußsten unsere Arbeit mit den Kindern aus vollem Herzen unterstützen. Auch sie selbst investierten eine Menge Zeit, denn sie mußsten ja immer vor Ort sein. Aber die Eltern sahen das ganz locker und haben uns unglaublich geholfen."

Auch Filmpartner Jamie Kennedy war beeindruckt vom ersten Auftritt der Kleinen. "Erstaunlicherweise haben die Babys kaum geschrien - sie sind immer zufrieden und echt süß", sagt er. "Ihre Eltern haben das wirklich fantastisch im Griff, und sie hatten auch nichts dagegen, dass wir verschiedene Dinge ausprobierten."

Die Babys waren zwar grundsätzlich zufrieden - aber dennoch mußste sich das Filmteam oft genug auf ihre Welt einstellen.

In einer Szene sollte Alan Cumming als Loki in das Zimmer des Babys schleichen, und die Filmemacher verlangten, dass das Baby wirklich seelenruhig schlief, obwohl sich 50 Mitarbeiter auf dem Set drängten und mit Scheinwerfern und anderer Ausrüstung hantierten.

Damit der Drehplan eingehalten wurde, brachten die Eltern das Baby schlafend ans Set, und über den Lautsprecher säuselte Dean Martin ein Wiegenlied.

Larry Guterman erinnert sich: "Mal von der Musik abgesehen konnte man eine Nadel zu Boden fallen hören, während wir mit der Kamera immer wieder heranfuhren, um etliche Einstellungen mit dem schlafenden Baby im Vordergrund aufzunehmen - Alan Cumming schlich dabei im Hintergrund herum, während Dean Martins beruhigende Stimme über den Set waberte.

Alan hat sich toll gehalten und dem schlafenden sechs Monate alten Kind neidlos die Szene überlassen." Produzentin Erica Huggins staunte nicht schlecht, was das Team alles mit Baby Alvey bewerkstelligte.

"Manchmal verzweifelten wir und dachten schon, dass wir bestimmte Einstellungen nie hinbekommen würden und im Notfall auf visuelle Effekte ausweichen müssten", sagt sie.

"Doch immer wieder konnten wir auf die visuellen Effekte verzichten und das echte Baby einsetzen. Es war wirklich zauberhaft. Wir haben riesiges Glück gehabt.

Aber man mußs sich mal vorstellen, wie irrwitzig das aussah, wenn wir alle uns bemühten, das Baby zufrieden zu stellen und es dazu zu bringen, in eine bestimmte Richtung zu schauen! Das bedeutete Stunden harter Arbeit!"

Neben Baby Alvey spielt der Hund der Familie eine weitere entscheidende Rolle. "Der Hund namens Bear war traumhaft, und zum Glück mochten ihn auch die Babys, was uns die Sache sehr erleichterte", sagt Huggins.

"Wenn das Baby unzufrieden war, mußsten wir nur den Hund hereinholen, und schon war das Baby sofort wieder glücklich."

Wochenlang übte Trainer Steve Berens mit Bear Szene für Szene durch. "Film-Trainer rufen immer ganz einfache Befehle: ,Sitz, steh auf, leg dich hin, bleib sitzen' - in der Art", sagt er.

"Unter diesen Voraussetzungen mußs man die Szenen in kleine Einheiten aufteilen und unverwechselbare Verhaltensmuster hinzufügen, damit alles glatt läuft, wenn die Szene gedreht wird. Bear wurde vorher also ganz spezifisch vorbereitet. Und wenn die Hunde im Voraus geübt haben, lassen sie sich recht gut ansprechen."

"Bear hat das toll gemacht", fährt Berens fort. "Wenn man bedenkt, dass er damit seine erste Rolle spielt, hat er sich hervorragend gehalten. Manchmal hatte er auch schlechte Tage. Aber vielleicht waren das auch gar nicht seine schlechten Tage, sondern meine!"

Jamie Kennedy arbeitete schon vor den Dreharbeiten intensiv mit Bear, damit sich die beiden aneinander gewöhnten. "Meine Szenen mit Bear waren echt kompliziert.

Deshalb sagte ich mir: Je besser wir uns kennen lernen, desto besser wird es beim Dreh laufen", sagt Kennedy. "Der Kleine hat echt was drauf - meist war ich es, der beim Drehen Patzer machte, nicht er!"

Obwohl der Umgang mit Hunden, Babys und die extrem umfangreichen und komplizierten visuellen Effekte die Arbeit erheblich erschwerten, hielt das Filmteam den Drehplan ein und schuf einen lustigen Familienfilm, der das Zeug zu einem Genre-Klassiker hat - jeder wird daran seinen Spaß haben.

"Wir bieten Babys, Hunde, Special Effects, irre Makeup-Effekte, gewaltige Action-Szenen, große Tanzeinlagen und die irrwitzigsten Kostüme", schwärmt Jamie Kennedy. "In diesem Film ist einfach alles vorhanden."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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