Reine Chefsache

Produktionsnotizen

Regisseur Paul Weitz interessieren vor allem Geschichten, die die Ironie unseres modernen Alltags in überraschenden Wendungen aufblitzen lassen und unsere Sicht auf die Dinge verändern.

Diese Vorliebe kam bereits in seiner Oscar-nominierten Drehbuchadaption von Nick Hornbys Kultbestseller ?About a Boy? zum Ausdruck, die er gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder und ständigen Arbeitspartner Chris Weitz verfasste.

Wie schon in ABOUT A BOY und zuvor in den Teenagerkomödien der AMERICAN PIE-Reihe, bei denen er gemeinsam mit Chris Regie führte bzw. als Produzent auftrat, fühlt er sich in diesem Zusammenhang vor allem zu ungewöhnlichen Vater-Sohn-Beziehungen hingezogen.

Um die abgewandelte Form einer Vater-Sohn-Beziehung geht es auch in REINE CHEFSACHE (In Good Company), für dessen Originalskript er dieses Mal allein verantwortlich zeichnet.

Den Hintergrund der Geschichte bildet die durch große ökonomische Umbrüche in den letzten Jahren stark veränderte Arbeitswelt und der rasche Aufstieg und ebenso jähe Fall der Dot-Coms sowie die Formierung global agierender Großkonzerne, die die verschiedenen Generationen in durchaus unterschiedlicher Weise mit großen Problemen konfrontiert.

?Mit REINE CHEFSACHE?, so Paul Weitz, ?wollte ich einen Film machen, der, wie schon ABOUT A BOY, die Tradition Billy Wilders fortsetzt.

Während ABOUT A BOY etwas sehr Britisches anhaftet, wendet sich dieser Film nun den typisch amerikanischen Mythen von Karriereaufstieg und männlicher Selbstbehauptung zu.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Fragen, wie die veränderte ökonomische Lage unser Leben beeinflusst, und wie man an der Ökonomie partizipieren kann, ohne dabei der eigenen Menschlichkeit den Laufpass geben zu müssen.

Billy Wilder ist es in seinen Filmen, zum Beispiel in seinem Meisterwerk DAS APARTMENT (1960), gelungen, Zynismus und Optimismus miteinander auszubalancieren.

Ihn beschäftigte damals schon die Frage, wie berufliche Ambitionen und ein guter Charakter nebeneinander koexistieren können, eine Frage, die, wie ich glaube, heute aktueller denn je ist.?

Nach sechs Monaten, die mit der Ausarbeitung seiner Ausgangsidee, dem akribischen Feilen an Details und der Diskussion verschiedener Aspekte der Handlung mit seinem Bruder, dem Produzenten des Films, ausgefüllt waren, hatte Paul Weitz eine Geschichte.

Eine emotional sehr berührende, aber dennoch nicht humorlose Geschichte über die ungewöhnliche Beziehung zweier Menschen konzipiert, die zugeben müssen, über ihre berufliche und private Situation die Kontrolle verloren zu haben, und infolgedessen ihr Leben ganz neu überdenken müssen.

Damit trifft die Story genau den momentanen ökonomischen und emotionalen Zeitgeist und berührt eine Problematik, vor die sich viele Leute neuerdings gestellt finden.

So kennt in unserer im Zuge der Globalisierung von wachsender ökonomischer Unsicherheit geprägten Zeit doch nahezu jeder jemanden, ob nun Familienangehörige oder Freunde, die oder der gerade versetzt, degradiert oder sogar entlassen wurde.

?Viele Bekannte?, so berichtet Weitz, ?haben mir in letzter Zeit solche Geschichten erzählt, über Verwandte und Freunde, die ihren Job verloren haben, vor allem über solche mittleren Alters.

Und nun müssen sich diese zum Teil über 50-Jährigen um eine neue Arbeit bemühen, müssen sich nach all ihren erfolgreichen Arbeitsjahren völlig neu orientieren, sich vielleicht sogar umschulen lassen, in einer Lebensphase, von der sie sich eigentlich eine gewisse berufliche Sicherheit erhofft hatten.

All diese Geschichten haben mich in meinem Vorhaben bestärkt, einen Film über einen Mann im Alter von 51 Jahren zu machen, der aufgrund einer Firmenübernahme plötzlich einen nur halb so alten Chef vor die Nase gesetzt bekommt und ihm sein schönes Büro überlassen mußs.

Wie wird jemand mit solch einer Demütigung fertig? Diese Frage interessierte mich brennend.? Weitz gelingt es aber in seiner typischen Art, eine an sich sehr ernste Situation, die auch in eine waschechte Tragödie münden könnte, mit viel Humor zu beleuchten, ohne dabei die Sorgen und Nöte der Betroffenen lächerlich zu machen.

?Genau wie Tschechow finde ich?, erläutert er, ?dass allen ernsten Herausforderungen des Lebens auch eine komische Seite anhaftet, es sei denn, es geht um Leben oder Tod.

Der Unterschied zwischen Komödie und Tragödie liegt nicht im Thema begründet, sondern in der unterschiedlichen Herangehensweise an dieses Thema.?

Chris Weitz, der an diesem Projekt nicht wie sonst als Co-Autor und Co-Regisseur, sondern ?nur? als Produzent beteiligt war, erlebte die Entstehung des Films in einer ganz neuen Weise.

?Paul war es sehr wichtig, diese Geschichte aus der von freundlichen und feindlichen Firmenübernahmen, Rationalisierungs-, Synergie- und Profitmaximierungsmaßnahmen geprägten Wirtschaftswelt zu erzählen, einer Welt, die in unsere private, familiäre Welt hineinregiert und sie nachhaltig verändert.

Meine Aufgabe bestand zunächst darin, Diskussionspartner und Prüfstein für Pauls Ideen zu sein, ein fiktives Publikum zu spielen. An meinen Reaktionen konnte er erkennen, ob seine Pläne funktionierten.

Nicht an allen Projektphasen verantwortlich beteiligt zu sein, empfand ich als durchaus erholsam. Der Stress war im Unterschied zu sonst deutlich geringer. Viele der täglich anstehenden Entscheidungen konnte ich Paul überlassen.?

Die Rolle des Dan Foreman wirkt wie maßgeschneidert für Dennis Quaid, sofern er darin sein großes Talent, männliche Stärke und Entschiedenheit sowie Sensibilität und Verletzlichkeit gleichzeitig zum Ausdruck zu bringen, voll ausspielen kann.

Aus diesem Grund kürten die Filmemacher von Anfang an ihn zu ihrem Wunschkandidaten für diesen wichtigsten Part des Films. Und zu ihrem großen Glück konnte man ihn auch dafür gewinnen.

Der Regisseur merkt dazu an: ?Es war wirklich wichtig für uns, dass Dennis sofort zugesagt hat, und von seiner Seite war es, wie ich finde, ausgesprochen cool, da er nach wie vor auch in Actionfilmen als knallharter Typ agiert.

Viele andere Schauspieler hätten unser Angebot sicher ausgeschlagen, aus Angst, sich mit dieser Rolle ihr jugendliches Draufgängerimage kaputt zu machen.

Für die Figur Dan Foreman, der trotz seiner ungebrochenen Leistungsfähigkeit ins Abseits gedrängt zu werden droht, ist es aber nicht unwichtig, dass sie von jemandem verkörpert wird, der noch relativ jung und vital ist.

Glücklicherweise war Dennis so uneitel, einen Mann zu spielen, der ein Jahr älter ist als er. Oft sind Schauspieler ja noch nicht einmal bereit, Menschen ihres tatsächlichen Alters zu spielen.

Jeden Tag mußste sein Haar etwas grauer gefärbt werden. Gerne hätte ich zu diesem Zweck ein paar von meinen grauen Haaren abgegeben.?

?Dennis?, fügt Chris Weitz an, ?bringt durch seine bloße Präsenz diese typisch amerikanische Unkompliziertheit und Gradlinigkeit in die Rolle ein, Eigenschaften, die er gleichzeitig ironisch zu unterlaufen versteht.?

Sich den athletischen und immer noch sehr jugendlich wirkenden Quaid als 51-jährigen Businessman mit graumelierten Schläfen vorzustellen, fiel allen Beteiligten zu Beginn der Dreharbeiten ziemlich schwer.

Die Hairstylisten und Kostümbildnerin Molly Maginnis verstanden es jedoch, diese Bedenken eindrucksvoll zu zerstreuen.

?Dieser Filmcharakter ist kaum älter als ich, deshalb empfand ich es durchaus als sehr schmeichelhaft, dass sie solchen Aufwand betrieben, um mich älter aussehen zu lassen?, kommentiert Dennis Quaid lachend.

?Ich bin eigentlich eher froh darüber, alt genug für diese Rolle zu sein, denn ich liebe diese Rolle.? Quaid reizte an dem Projekt vor allem Paul Weitz vielschichtiges und wunderbar geschriebenes Drehbuch.

?Paul?, führt er aus, ?ist einer der talentiertesten jungen Autoren und Regisseure, die wir momentan haben. Nicht viele sind wie er in der Lage, eine so treffsicher witzige und dabei so menschliche Komödie zu konzipieren.

Er erinnert mich sehr an den großen Mike Nichols, mit dem ich vor fünfzehn Jahren an GRÜSSE AUS HOLLYWOOD (Postcards from the Edge, 1990) zusammengearbeitet habe.

Außerdem versteht er es, auf dem Set eine angenehme und dabei sehr produktive Arbeitsatmosphäre herzustellen. Er nimmt seine Darsteller ernst, geht auf Vorschläge ein und klammert sich nicht an seine eigenen Formulierungen.?

?Dennis?, revanchiert sich Paul Weitz, ?macht seinen Job schon so lange, dass er mittlerweile auch die subtilsten Mittel der Darstellungskunst beherrscht.

Da ich als Regisseur immer in einem gewissen Abstand zu den vor der Kamera agierenden Darstellern positioniert war, konnte ich während des Drehs lediglich wahrnehmen, ob deren Aktion in der Szene funktionierte.

Erst im Schneideraum nahm ich dann die vielen kleinen Dinge wahr, die sich nur in extremen Nahaufnahmen zeigen. Und ich war überrascht und begeistert über Dennis? großartiges Spiel.

Er gehört zu denjenigen Schauspielern, die alles leicht, wie nebenbei erscheinen lassen, die ihre Virtuosität nicht aufdringlich zur Schau stellen und deshalb manchmal vielleicht unterschätzt werden.

In Wirklichkeit aber treffen sie sekündlich wichtige Entscheidungen über ihr Verhalten, die sich in winzigen Handlungen und Bewegungen artikulieren und ihre Rolle dem Publikum glaubhaft machen.?

Topher Grace und Scarlett Johansson bestätigen Dennis Quaids positives Urteil über den Autor und Regisseur des Films.

?Ich bin ja noch ziemlich neu im Filmgeschäft?, räumt Grace ein, ?aber ich wage zu behaupten, dass es für einen Schauspieler das Wichtigste ist, mit guten Regisseuren zusammen zu arbeiten.

Das Medium Film ist sehr auf die Person des Regisseurs ausgerichtet, mit dem alles steht und fällt. Paul weiß zwar ganz genau, was er will ? und das ist auch überaus wichtig - dennoch hat er sich eine gewisse Offenheit bewahrt.

Es macht großen Spaß, mit ihm zu drehen.? ?Paul ist einer der inspirierendsten Regisseure, mit denen ich bislang gearbeitet habe?, meint auch Scarlett Johansson. ?Er zeigt sich neuen Ideen gegenüber äußerst aufgeschlossen. Davon abgesehen beeindruckt mich sein Skript. Die Charaktere sind unglaublich ausgearbeitet und wirken deshalb so alltagsnah, nicht wie leblose Papierschablonen.? Topher Grace erlangte vor allem durch seine Mitwirkung in der beliebten US-Comedyserie ?Die Wilden Siebziger? (That ?70s Show) große Popularität, aber es war seine erste Kinorolle in Steven Soderberghs Oscar-nominiertem Drogen-Drama TRAFFIC (2000), mit der er sich den Filmemachern für die Rolle des jungen Aufsteigers Carter Duryea empfahl.

Grace stattet diesen Charakter, dessen Privatleben zu dem Zeitpunkt zerbricht, an dem sich seine beruflichen Träume erfüllen, mit einer gewissen Gewitztheit aus, die er durch eine äußerst charmant gespielte Tölpelhaftigkeit gekonnt und mit sehr viel Gespür für das richtige Timing konterkariert.

?Topher?, so Paul Weitz, ?verfügt über eine ähnliche Energie wie Dennis Quaid, ist aber ein vollkommen anderer Typ.

Dadurch entsteht im Film zwischen den beiden ein sehr interessanter Kontrast, der innerhalb ihrer situationsbedingt ohnehin heiklen Beziehung eine enorme Spannung erzeugt.?

?Topher Grace?, verrät Chris Weitz, ?erinnert mich sehr an den jungen Jack Lemmon, weil er einen zynischen Charakter durch eine große Portion jungenhaften Enthusiasmus ambivalent zu machen versteht.?

Und Paul setzt hinzu: ?Wenn ein Schauspieler eine wirklich gute Leistung abliefert, dann glaubt man, dass er in Wirklichkeit genauso ist wie seine Filmrolle. Aber weder Dennis noch Topher entsprechen dem, was sie vor der Kamera zum Besten gegeben haben.

Und dennoch kann ich mir jetzt keinen anderen Dan Foreman und keinen anderen Carter Duryea mehr vorstellen. Diese Tatsache spricht doch sehr für die beiden, die als Team, wie ich finde, einfach unschlagbar sind.?

Grace, der die Dreharbeiten für REINE CHEFSACHE in einer Pause seiner populären TV-Serie absolvierte, hat sich in der letzten Zeit mit so unterschiedlichen Filmen wie TOTAL VERKNALLT IN TAD HAMILTON (Win a Date with Tad Hamilton, 2004) und LIEBE AUF ANFANG (P.S., 2004), in dem er neben Laura Linney zu sehen ist, als ernstzunehmender Kinodarsteller profiliert.

Er betrachtet jede neue Filmrolle als Fortsetzung seiner Ausbildung und war deshalb begeistert, so nah neben Dennis Quaid arbeiten zu dürfen: ?Die Möglichkeit zu haben, drei Monate lang jeden Tag an der Seite eines solch erfahrenen Vollprofis agieren zu können, war für mich eine tolle Schule.

Ich habe ihn sehr oft genau beobachtet, um von ihm zu lernen. Er hat mir allerdings nicht besonders viele Ratschläge erteilt. Das finde ich?, wie er mit einem Lachen zugibt, ?im nachhinein ziemlich sympathisch.?

Quaid war von seinem jungen Kollegen äußerst angetan: ?Topher ist ungemein talentiert. Ich bin immer begeistert von Darstellern, die aus der Comedy-Szene kommen, denn die wissen, wie man mit Dialogen umgeht.

Topher hat den Text eingesogen und dann wieder ausgespuckt und zum Laufen gebracht. Er hat einige sehr wichtige Szenen mit sehr schwierigen Dialogen mit großer Präzision gemeistert.? Die Rolle der Alex, Dans und Anns älterer Tochter, die langsam auf eigenen Füßen stehen möchte und schließlich eine Liaison mit dem jungen Chef ihres Daddys eingeht, interessierte Scarlett Johansson sofort, denn die 19-Jährige erkannte sich teilweise durchaus darin wieder.

Außerdem hatte sie nach vielen sehr ernsten Filmen Lust, wieder einmal in einer Komödie mitzuspielen.

?Mit Alex habe ich vieles gemeinsam?, bestätigt Johansson, ?wir sind im selben Alter und die Probleme, die sie in ihrer Lebensphase beschäftigen ? der Abnabelungsprozess von ihrem Elternhaus, Herausfinden, was sie mit ihrem eigenen Leben anfangen möchte ? waren und sind zum Teil auch die meinigen.?

Die Filmemacher waren übrigens froh, Scarlett Johansson für ihr Projekt gewonnen zu haben, bevor der große Rummel um ihre Person ausbrach, den ihr immenser Erfolg mit den Filmen LOST IN TRANSLATION (2003) und DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING (Girl with a Pearl Earring, 2003) mit sich brachte.

?Beim Casting waren wir sehr kritisch?, berichtet Paul Weitz. ?Wir wollten bei der Rollenbesetzung nach Möglichkeit keine Kompromisse eingehen. Und, Gott sei Dank, mußsten wir das auch nicht. Scarlett entsprach genau unseren Vorstellungen.

Sie agiert vor der Kamera unglaublich natürlich und mit großer Wahrhaftigkeit. Deshalb ist sie auch so erfolgreich.?

Dennis Quaid, der als arrivierter Hollywoodstar mit dem jäh anschwellenden und manchmal ebenso rasch wieder abflauenden medialen Starkult bestens vertraut ist, äußert dazu: ?Scarlett ist tatsächlich eine außergewöhnlich begabte Darstellerin.

Medienaufmerksamkeit hin oder her, entweder kann jemand etwas oder nicht. Und Scarlett kann definitiv eine ganze Menge.?

Marg Helgenberger, die während der Dreharbeiten für REINE CHEFSACHE auch noch für ihre TV-Erfolgsserie ?CSI? vor der Kamera stand, spielt Dans in fortgeschrittenem Alter erneut schwangere Ehefrau Ann.

Ihre Entscheidung, trotz ihrer großen Arbeitsbelastung an dem Film mitzuwirken, begründet sie folgendermaßen: ?Ich wollte unbedingt bei diesem Projekt mit von der Partie sein, weil mich Pauls Drehbuch einfach begeistert hat.

Es ist so treffend und genau, und gleichzeitig stecken darin soviel Witz und menschliche Wärme. Darüber hinaus verknüpft es auf sehr kunstvolle Weise die Sphäre des Privaten mit der des öffentlichen Berufslebens.

Das Thema der Geschichte ist unglaublich aktuell und wichtig. Da ich selbst nicht mehr 20 bin, hat mich die darin angesprochene Altersproblematik besonders interessiert.

Paul hat es geschafft diese Problematik auf eine sehr lustige, humorvolle und dennoch sehr subtile Weise zu behandeln, ohne jedoch ihren Ernst zu leugnen. Das mußs ihm erst einmal jemand nachmachen.

Außerdem habe ich die Zusammenarbeit mit meinen ausnahmslos hervorragenden Kolleginnen und Kollegen sehr genossen. Projekte wie dieses sind der Grund dafür, warum ich mich einmal für die Filmbranche entschieden habe.?

Die Schauspieler David Paymer (SCHNAPPT SHORTY / Get Shorty, 1995) als verzagter und vorrübergehend gefeuerter Anzeigenaquisiteur Morty, Philip Baker Hall (BRUCE ALLMÄCHTIG / Bruce Almighty, 2003) als Sportartikelfabrikant Eugene Kalb, Clark Gregg (DER MENSCHLICHE MAKEL (The Human Stain, 2003) als ebenso ehrgeiziger wie opportunistischer Globecom-Manager Steckle sind mit von der Partie.

Selma Blair (HELLBOY, 2004) als Carter Duryeas vernachlässigte Kurzzeitehefrau Kimberly sowie Malcolm McDowell (UHRWERK ORANGE / A Clockwork Orange, 1971) als enigmatisch-charismatischer Globecom-Boss Teddy K. komplettieren die illustre Besetzungsliste von REINE CHEFSACHE.

Die Dreharbeiten für REINE CHEFSACHE begannen Mitte März 2003 in und um Los Angeles. Innenaufnahmen im Haus der Foremans sowie Außenaufnahmen vor dem Haus fanden im Vorort Pasadena statt.

Die City diente als Hintergrund für zahlreiche Straßenszenen. Dort befand sich aber auch das 6000 qm große Set, auf dem der Bürokomplex der ?Sports America?-Redaktion aufgebaut worden war.

Für die Konstruktion und Dekoration dieses, durch die Verwendung von einer Unmenge an Glas sehr transparent und modern wirkenden Filmsets benötigten der Produktionsdesigner William Arnold und sein Team volle drei Monate.

Als der Dreh begann, fühlte sich der Produzent Chris Weitz ein wenig fremd, da er nun erstmals seinen Bruder Paul allein Regieanweisungen geben sah. ?Ich war auf dem Set keine Respektsperson mehr?, scherzt er.

?Ich fühlte mich wie eine Art überflüssige Ehefrau, die untätig herumsteht, ihrem Mann bei der Arbeit zusieht, und mit der man nur aus Höflichkeit ein paar freundliche Worte wechselt.?

Aber Chris, der sein Solodebüt als Regisseur in Kürze mit dem Fantasy-Streifen HIS DARK MATERIALS: THE GOLDEN COMPASS (2006) geben wird, schätzt die Arbeit seines Bruders sehr: ?Paul ist fantastisch bei der Zusammenarbeit mit den Darstellern.

Man spürt dabei, dass er ursprünglich vom Theater kommt, denn er kann sich sehr gut in seine Schauspieler hineinversetzten, und die registrieren das mit großer Dankbarkeit.?

Der Ausführende Produzent Andrew Miano kann diesem Lob nur beipflichten: ?Schauspieler mögen es, wenn sie einerseits durch ihre Rolle herausgefordert sind, diese Rolle andererseits aber auch nach ihrem Geschmack ein Stück weit mitgestalten können.

Ich glaube, aus diesem Grund lieben sie Paul, denn er ermöglicht ihnen genau das. Er gibt ihnen Raum, um sich zu entfalten, er lässt sie strahlen.? Seine Wurzeln am Theater hat Paul Weitz keineswegs vergessen.

Schon im Februar 2004, während er noch mit der Post-Produktion von REINE CHEFSACHE beschäftigt war, erlebte seine schwarze Komödie ?Dark Roulette? ihre Uraufführung am renommierten New Yorker Ensemble Studio Theatre, an dem er bis 1993 beschäftigt war.

In seiner Zeit als Theaterregisseur verfasste und inszenierte er zahlreiche Stücke, darunter ?Mango Tea? und ?All for One?, für das Ally McBeal-Darstellerin Calista Flockhart und Liev Schreiber auf der Bühne standen.

Weitz neuestes Werk ?Privilege? hat im kommenden Frühjahr Premiere am Second Stage Theatre. Eine große Herausforderung für drei der Stars in REINE CHEFSACHE stellten gewisse athletische Aufgaben dar.

Um sich auf ihre Rolle als talentierte junge Sportlerin vorzubereiten, begann Scarlett Johansson im Januar 2004, Tennisstunden zu nehmen.

Ihr intensives Training gab sie auch dann nicht auf, als plötzlich der große Medienhype um ihre Filme LOST IN TRANSLATION und DAS MÄDCHEN MIT DEM PERLENOHRRING ausbrach, und sie verstärkt in Talk Shows eingeladen wurde und auf Preisverleihungen erscheinen mußste.

?Ich bin ein richtiges New-York-City-Girl und hatte zuvor noch nie einen Tennisschläger in der Hand?, sagt sie.

?Einer der schönen Vorteile unseres Berufes besteht darin, die Möglichkeit zu haben, ständig etwas Neues lernen zu dürfen und manchmal auch zu müssen. Ich bin jetzt eine begeisterte Tennisspielerin.?

Dennis Quaid und Topher Grace mußsten sich ebenfalls körperlich stählen, nämlich für das im Film stattfindende Basketball ??Freundschaftsspiel? zwischen der Anzeigenabteilung und dem Firmenmanagement.

Quaid, der bereits in vielen Sportfilmen mitgespielt hat, räumt unumwunden ein, dass Basketball nicht gerade seine große Stärke ist.

Grace hat in dieser Hinsicht von sich auch keine hohe Meinung: ?Ich bin leider ein ziemlich lausiger Basketballspieler.

Wir mußsten die Spielszene ziemlich oft wiederholen, bis wir etwas Brauchbares im Kasten hatten. Aber die gute Nachricht ist, dass Dennis sogar noch schlechter spielt als ich?, verkündet er grinsend.

Das Filmteam verbrachte acht Wochen in Los Angeles, bevor man nach New York umzog, um dort Außenaufnahmen von unverwechselbaren Originalschauplätzen zu machen: Madison Square Garden, Washington Square Park, Chinatown, TriBeCa und NYU.

Als die Dreharbeiten sich ihrem Ende zuneigten, konnte man wahrlich sagen, dass die harte Zusammenarbeit von mehreren hundert Leuten in 35 verschiedenen Abteilungen an der Ost- und an der Westküste, der im Film von den Globecom-Jüngern ständig wiederholten Hausphilosophie ironischerweise alle Ehre gemacht hat.

Denn wie sagt doch der milliardenschwere Globecom-Guru Teddy K. immer so schön: ?Ein nettes Resultat von Synergie.?

Szenenfoto
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