Old Men In New Cars

Ausführlicher Inhalt

Endlich ist es soweit. Gangster Harald (Kim Bodnia) wird aus dem Knast entlassen, wo er die letzten Jahre wegen eines Raubüberfalls einsaß.

Statt seiner Freunde erwartet ihn vor den Gefängnistoren jedoch die örtliche Balkan-Mafia mit Anführer Ratko (Slavko Labovic), dem Harald eine Menge Geld schuldet, inklusive der Wucherzinsen.

Unmissverständlich wird Harald von seinen Geschäftspartnern an seine Verbindlichkeiten erinnert: Für die Beschaffung von 3,5 Millionen dänischer Kronen bleibt ihm wenig Zeit.

Wütend kommt Harald nach einstündiger Busfahrt im Restaurant an, das in seiner Abwesenheit von seinen Kumpanen Peter (Thomas Villum Jensen) und Martin (Nikolaj Liee Kaas) betrieben wurde, und beschwert sich darüber, nicht von ihnen abgeholt worden zu sein.

Die beiden hatten seine Haftentlassung schlichtweg vergessen. Und außerdem pflegen sie inzwischen ganz andere Neigungen: Statt des perfekten Verbrechens suchen sie nach dem perfekten Kochrezept und wollen einen wichtigen Konditoreiwettbewerb gewinnen.

Als sie dem eher groben Harald einen deliziösen Happen Sushi kredenzen, schmeißt der den feinen Fisch angewidert in die nächste Pfanne: Rohheiten beim Essen sind seine Sache nicht ? und Veränderungen liebgewordener Gewohnheiten auch nicht.

Da durch diese innovationsfeindliche Haltung seine Autorität angekratzt ist, setzt Harald alle neuen Küchen-Pflanzen und das Faktotum Vulk (Brian Patterson), das als glückloser Elektriker zur Chaostruppe gestoßen war, achtkantig vor die Tür.

Dadurch scheint, zumindest vorerst, endlich alles wieder beim alten. Am Telefon erfährt Harald, dass sein Ziehvater Munken (Jens Okking) im Sterben liegt.

Der war stets davon ausgegangen, wie er Harald im Krankenhaus erzählt, standesgemäß in einem Feuergefecht zu sterben, doch nun macht seine Leber schlapp und er hängt sogar am Tropf.

Harald verspricht, ihm seinen sehnlichsten Wunsch zu erfüllen. Denn Munken möchte nicht nur sein Ziehkind Harald um sich haben, sondern endlich auch einmal seinen leiblichen Sohn Ludvig (Torkel Petersson) kennen lernen.

Der soll allerdings wegen ?einer Kleinigkeit? in Schweden im Knast einsitzen, so dass die Truppe sich flugs per Flieger nach Schweden aufmacht, um ihn dort zu befreien.

Natürlich reist Harald erster Klasse, während sich die beiden Köche in der Holzklasse inmitten tobender Schulklassen behaupten müssen.

Ein echter Däne hat für die haltlosen Zustände im liberalen Nachbarland nur wenig übrig. Diese Abneigung stößt auch umgekehrt auf Gegenliebe. So kommt es gleich an der Hotelrezeption zu einigen Missverständnissen.

Der Concierge weigert sich, dänisch zu sprechen, und nur Martins englischen Sprachkünsten ist es zu verdanken, dass die drei bei der Reservierung eines ?meat room? im Konferenzsaal landen und nicht im Schlachthof.

Später hecken sie einen reichlich verwegenen Befreiungsplan aus, der dann umgehend in die Tat umgesetzt wird: Mit Hilfe eines an einer nahen Brücke befestigten Bungee-Seils, das in den Innenhof des Gefängnisses harpuniert wird, sollen Harald und Ludvig aus dem Gefängnishof herausgezogen werden.

Dummerweise hängt noch ein Gefängniswärter an Harald sowie ein Schäferhund mit den Zähnen an Ludvigs Bein - dies führt zu einer wesentlich längeren Ausdehnung des Seils als zuvor berechnet.

Beim schmerzlichen Zusammenstoß mit diversen Hindernissen gehen dann aber Hund und Wärter Gott sei Dank verloren, und Harald und Ludvig erreichen mit mehr Glück als Verstand und erstaunlich unversehrt ihr Ziel.

Ludvig hatte nie zuvor von seinem Vater etwas vernommen und ist seiner Entführung gegenüber entsprechend skeptisch eingestellt. Auf einer Autobahn-Raststätte wird er, um zu verhindern, dass er flieht, mit Klebeband am Autositz festgeschnallt.

Seine Kidnapper erfahren wenig später in der Raststätte, wo ein Fernseher läuft, weshalb Ludvig hinter schwedischen Gardinen saß: Er hat fünf Frauen auf dem Gewissen; bald werden es sechs sein.

Denn Ludvig hat sich aus dem Auto befreien können... Seiner ruchlosen Tat wegen zur Rede gestellt erklärt er in seiner ganz eigenen Sprache, wie es zu dem ?Unfall? kam: ?Sie stand da am Telefon. Dann kam ein Windstoß ? und sie fiel um.?

Obwohl Munken seinen verlorenen Sohn Ludvig nun endlich in den Armen halten kann, verschlechtert sich sein Gesundheitszustand dramatisch.

Doktor Erling (Jacob Haugaard), Kuchenfan und Freund der Truppe, wird zu Rate gezogen und schlägt eine Lebertransplantation in Ekuador vor.

Die soll dort nur 300.000 Dollar kosten, und Erling ist sich sicher, die Kosten auf 280.000 Dollar herunterhandeln zu können. Anstatt sich um die Schulden bei der Balkan-Mafia zu kümmern, heckt das das gutmütige Gangstertrio einen neuen Plan aus.

Denn Mafia hin, Angst her: Munken mußs geholfen werden. Deshalb überfallen sie die nächstbeste Bank und halsen sich dabei die todessehnsüchtige Mille (Iben Hjelje) auf, die sich bereitwillig als Geisel anbietet.

Die dänische Ordnungsmacht lässt sich von der Geiselnahme allerdings nicht einschüchtern. Es kommt zu einem wilden Schusswechsel und einer brachialen Verfolgungsjagd, bei der jede Menge fahrender Polizeiwagen und geparkter Volvos zu Bruch gehen.

Leider konnte die Truppe bei ihrem Beutezug nicht allzu viel Geld ergaunern. Da ist die Versuchung, den Einsatz beim Fußball-Toto zu vervielfachen, natürlich sehr groß. Die Chancen stehen, wie Peter Harald plausibel vorrechnet, immerhin 9 :1.

Es kommt dann allerdings, wie es kommen mußs: Der FC Jütland-Stürmer Dan Hanson (Thomas Rode) vermasselt den Sieg durch ein Eigentor, wofür er anschließend vor dem stinksauren Harald persönlich geradestehen mußs.

Nach einem weiteren Besuch bei Munken, der für die Krankenschwester leider tödlich endet, stoßen Harald und Ludvig erneut auf Mille, die vom Banküberfall noch lädiert ist und mit Harald eine offene Rechnung zu begleichen hat.

Mille landet einen gekonnten Haken in Haralds Gesicht, woraufhin Harald sie kurzer Hand über den Haufen schießt.

Die drei neuen zu beklagenden Opfer - der Stürmer, die Schwester und die ehemalige Geisel - werden in der Kühlkammer des Restau-rants zwischengelagert, doch Mille hat den Angriff überlebt.

Ludvig bringt Mitleid mit der renitenten Mille auf und begleitet sie nach Hause, da sie ja wirklich ?eine schlechte Woche hatte?. Anstatt des zu erwartenden lustvollen achten Frauenmordes kommt es zu einer zarten Romanze zwischen Ludvig und Mille.

In der Zwischenzeit ist Ratko etwas ungehalten geworden und will endlich seine Schulden beglichen sehen. Er gibt Harald eine letzte Chance und drückt ihm den bereits ausgearbeiteten Plan für den Überfall eines fliegenden Geldtransports in die Hände.

Am Flughafen soll ein Herkules-Frachtflugzeug samt Geldcontainer umgeleitet, die Ladung über dem Meer abgeworfen und von einem wartenden Fischkutter eingesammelt werden.

Grandioser Plan ? eine Kleinigkeit für die schlecht organisierte Bande. Allerdings mußs dazu erst der todkranke Munken per Morphium reaktiviert werden, denn er ist der Einzige, der ein Flugzeug steuern kann.

Und auch Mille ist mit von der Partie ? als Anhängsel von Ludvig. Der hat ihr die Ehe versprochen. Nur deshalb erklärt sie sich bereit, die Erster-Klasse-Tickets für die angebliche Reise nach Brasilien zu kaufen, die Ludvig als Zugang zum Terminal benötigt.

Von hier aus hat er gute Sicht auf den Transportflieger und kann die entscheidenden Kommandos per Telefon übermitteln.

In einem furiosen Showdown bietet OLD MEN IN NEW CARS noch einmal alles, was von einer dänischen Action-Komödie zu erwarten ist: Peter und Martin steuern einen Krankenwagen über mehrere Polizeiautokolonnen hinweg quer über den Flugplatz direkt in die Herkules.

Harald hält mit seiner Handfeuerwaffe eine komplette Hundertschaft Polizisten in Schach. Munken steuert den schwerfälligen Flieger in heiklen Flugmanövern mehr tot als lebendig hinaus aufs Meer.

Der Plan geht wider Erwarten auf: Die Ladung, sieht man von einem gesunkenen Geldcontainer ab, gelangt sicher an Bord des Kutters.

Als Harald sich dann auch noch gegen Ratko stellt und ihn zur Herausgabe des einzig verbliebenen Geldcontainers zwingt, kann er sich nicht lange gegen die Balkan-Mafia halten.

Beim letzten Schusswechsel stirbt Munken wie erhofft im Kugelhagel. Harald gibt auf: Da sein Ziehvater keine neue Leber mehr braucht, benötigt er auch kein heißes Geld mehr ... Auf der Beerdigung des Altganoven beschließt die Gaunertruppe, wenigstens Ludvig mit Mille zusammen zu bringen. Dies war schließlich auch Munkens letzter Wille.

Im allerletzten Moment gelangen sie zu Milles Wohnung ? just in dem Augenblick, als diese aus Enttäuschung über die geplatzte Hochzeit ihrer Todessehnsucht nachgibt und vom Balkon springt.

Das Schicksal aber meint es gut mit ihr: Sie landet auf dem Stoffdach von Haralds Fiat Cinquecento. Bald darauf brechen Ludvig und Mille in die Flitterwochen auf und ein schwermütiger Harald träumt im Oldtimer-Mercedes von Munken und von besseren Zeiten.

Kurz darauf sind die vorbei. Harald hat Martin und Peter unterwegs aufgegabelt und liegt sofort wieder mit ihnen in einem heftigen Streit ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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