Be Cool - Jeder ist auf der Suche nach dem nächsten großen Hit

Produktionsnotizen

Eine coole Produktion Der durchschlagende Komödienhit "Get Shorty" ("Schnappt Shorty", 1995) war in mehrerer Hinsicht ein riesiger Erfolg. Er zeigte eine hippe neue Art von Gangster und revidierte damit die alten Stereotypen.

Außerdem bedeutete der Film einen weiteren großen Erfolg für John Travolta und machte das Publikum mit einer der unvergesslichsten Filmfiguren seiner Karriere bekannt.

Und schließlich war der Film ein stimulierender Impuls für eine breitere Leserschaft, Elmore Leonards eindrucksvolles Gesamtwerk kennen zu lernen.

Wenn man in Hollywood einen solchen Riesenhit landen kann, mußs man in der Regel nicht lange auf eine Fortsetzung warten.

Doch im Falle von Be Cool dauerte es fast 10 Jahre, bis im Frühjahr 2004 endlich die Dreharbeiten an Originalschauplätzen in Hollywood beginnen konnten.

Was jetzt auf der Leinwand zu sehen ist, nahm seinen Anfang auf Papier. Elmore Leonard, der renommierte Autor, brauchte eine ganze Weile, bis er es sich zutraute, eine Fortsetzung zu "Schnappt Shorty" zu schreiben.

"Aber als ich darüber nachzudenken begann, auch über John Travolta, der als Chili Palmer in "Schnappt Shorty" so großartig gewesen war, fiel es mir nicht schwer, ihn erneut in dieser Rolle zu sehen.

Mir war auch sehr wohl bewusst", führt Elmore Leonard fort, "dass es eine Fortsetzung sein sollte, und die mußs das Original immer übertreffen. Deshalb mußste ich mir eine neue Idee, ein neues Umfeld einfallen lassen, in dem ich die Story ansiedeln konnte.

Ich dachte mir, dass Chilli, der immer noch im Filmgeschäft tätig ist, Ausschau nach etwas Neuem halten würde. So beschloss ich, dass er versuchen würde, sich im Musikgeschäft durchzusetzen.

Mit einem Schlag hatte ich jede Menge gutes Material, vielleicht, weil es in dieser Branche noch härter zugeht als in der Filmszene und es dort weitaus mehr Halunken gibt."

Sobald Leonard seinen Roman beendet hatte, wurde Peter Steinfeld engagiert, die Geschichte zu einem Drehbuch zu adaptieren.

Steinfeld hörte von Be Cool erstmals von seiner Frau und seinem Agenten: "Ich habe den Roman in etwa drei Stunden verschlungen und war restlos begeistert.

Danach mußste ich zu Jersey Films gehen und den Produzenten Danny De Vito, Michael Shamberg und Stacey Sher meine Ideen für das Buch präsentieren.

Wenn ich während einer Autofahrt für meine Präsentation, meinen Pitch, übe, dann spreche ich im Auto meistens laut mit mir selbst.

Ich fahre also durch Beverly Hills, halte vor einer Ampel und als ich so mit mir rede, sehe ich, dass der Typ im Auto neben mir mich anstarrt.

Ich schaue also hinüber und erkenne Delroy Lindo, der in "Schnappt Shorty" Bo Catlett gespielt hat. Wie es der Zufall wollte, lagen auf dem Beifahrersitz die Romanvorlagen zu "Schnappt Shorty" und Be Cool.

Ich griff also nach "Schnappt Shorty", hielt das Buch hoch und er signalisierte mit seinen Daumen Zustimmung. Da dachte ich, das ist ein Zeichen, das ist Vorsehung." Steinfeld bekam schließlich den Drehbuchauftrag.

Wenn man Leonards Bücher liest, hat man aufgrund seines Stils fast das Gefühl, als schaute man einen Film an, weil seine Dialoge so knackig sind und immer das richtige Tempo haben.

"Ein Buch von Leonard zu adaptieren", erklärt Steinfeld, "ist gleichermaßen Segen und Fluch, weil er so filmisch und dicht schreibt. Er ist so eine Art Shakespeare des Kriminalromans. Er kommt immer gleich zum Kern einer bestimmten Situation.

Am meisten fürchtete ich mich davor, ihm die erste Drehbuchfassung zuzuschicken. Als er mich dann anrief und sagte ?Peter, hier ist Elmore Leonard' antwortete ich ?Mr. Leonard, wie geht es ihnen?

Es mir eine Freude, mit ihnen sprechen zu können.' Und er antwortete: ?Ich liebe es, ich liebe das Skript.' Er hat mich so unterstützt bei meiner Arbeit."

Gregg Sutter, zuständig für die Recherche von Leonards Büchern, pflichtet Leonards Lob bei: "Peter brachte den Roman auf eine neue Ebene, ähnlich wie es Scott Frank bei "Schnappt Shorty" gelungen war.

Elmore vertraute Peter, da das Drehbuch im Kern dem Roman folgte, seinem Geist und seinen Dialogen. Aber Peter hat auch viel Neues beisteuern können."

"Natürlich ist auch die Besetzung einfach brillant", schwärmt Sutter. "John und Uma sind wieder zusammen auf der Leinwand, sie haben einige magische Momente.

Die Szene, in der sie zu den Black Eyed Peas und ihrem Song "Sexy" tanzen, werden die Fans sehen wollen. Sie wollen diese Wiederbegegnung, weil das in "Pulp Fiction" ("Pulp Fiction", 1994) ein so magischer Moment gewesen ist."

Einer der Gründe, warum F. Gary Gray als Regisseur von Be Cool unterschrieb, war, dass er ein großer Fan zweier anderer Filme ist, die auf Romanen von Elmore Leonard basierten: "Schnappt Shorty" und "Out Of Sight" ("Out of Sight", 1998).

Gray liebt die von Leonard erschaffenen Welten und auch, wie die Detailtreue in seinen Romanen sich wunderbar auf Film übertragen lässt.

Jeder, der den Regisseur kennt, spricht von seinen außergewöhnlichen Visionen und Vorstellungen bei der Realisierung eines Films und davon, dass er bei jeder Szene genau weiß, wohin er sie entwickeln will und ihm dabei immer etwas Überraschendes und Unerwartetes einfällt.

"Als ich von Be Cool hörte und erfuhr, dass Elmore die Romanvorlage schrieb", so F. Gary Gray, "dachte ich sofort? das mußs einfach witzig sein, das mußs ich lesen.

Und als ich dann Peter Steinfelds Drehbuch gelesen hatte, hielt ich es tatsächlich für außergewöhnlich komisch."

Mit John Travolta zusammenarbeiten zu können, betrachtet Gray als ebenso erstaunliche Erfahrung. "Wenn man mit jemandem dreht, der eine bestimmte Figur zum ersten Mal spielt, dauert es eine gewisse Zeit, bis diese Figur Form annimmt.

Das kann manchmal bis zur Mitte der Dreharbeiten dauern, bevor dieser Moment erreicht wird und es Klick macht", erklärt Gray. Doch der Regisseur wusste, dass es dieses Mal anders laufen würde.

"Am ersten Drehtag tauchte John auf dem Set auf und wurde auf Anhieb zu Chili Palmer. Genau das liebe ich an ihm. Er ist außergewöhnlich gut vorbereitet, versteht seine Figur bis ins kleinste Detail.

Nach 10 Jahren war ich mir nicht sicher, wie lange John brauchen würde, um wieder Chili zu sein, aber es funktionierte sofort. Er ist wirklich ein brillanter Schauspieler.

Obwohl ich weiß, wie schwer es ist, so eine unvergessliche Filmpersönlichkeit zu erschaffen, sieht alles bei ihm leicht aus. Er ist als Chili Palmer einfach perfekt und hat seine Arbeit vortrefflich gemacht."

Unter den vielen außergewöhnlichen Elementen in einem Leonard-Roman macht das Ensemble von Charakteren, die er kreiert, vielleicht am meisten Spaß. Die Figuren sind wirklich lebendig und unverwechselbar.

Jede ist auf ihre individuelle Weise einzigartig, besitzt eigene Vorstellungen, ist ungewöhnlich, liebenswert und unvergesslich.

Neben John Travoltas Chili Palmer gibt es die von Uma Thurman gespielte Edie - eine sexy Frau aus L.A. mit großem Stil und einer Plattenfirma, die keinen Erfolg hat.

Vince Vaughn spielt Raji, einen weißen Typen mit großstädtischer Affektiertheit, der verzweifelt den Respekt der "Straße" sucht.

The Rock ist als Rajis Bodyguard zu sehen, ein muskulöser harter Bursche, der unbedingt Schauspieler werden will und zufällig auch schwul ist.

Cedric the Entertainer verkörpert Sin LaSalle, einen Musikproduzenten, der zwar die renommierte Wharton-School besuchte, aber nicht davor zurückschreckt, seine Ziele mit Muskel- oder Kugeleinsatz zu erreichen.

André Benjamin, auch bekannt als André 3000 vom Hip-Hop-Duo OutKast, spielt Dabu, ein Mitglied von Sins Rap-Ensemble, den DubMD's. Er hat einen abgedrehten Humor und einen nervösen Zeigefinger.

Harvey Keitel spielt den bedrohlichen Chef einer Managementfirma, Steven Tyler spielt sich selbst mit einem Augenzwinkern und einer Verbeugung vor dem Rocker-sind-Götter-Phänomen.

Danny DeVito, Produzent des Vorgängers und der Fortsetzung, verkörpert wieder den schrulligen Regisseur Martin Weir, hat dieses Mal bei Anna Nicole Smith eingehakt.

Und die Liste ließe sich endlos weiterführen. Man weiß nie, was genau die Figuren jeweils vorhaben - und diese Unsicherheit garantiert aufregendes und hinreißend komisches Entertainment.

Auch Los Angeles ist eine Art Charakter in Be Cool. Die Metropole ist das Zentrum der Film- und Musikindustrie.

In diesem Film geht es auch um die Kollision von bestimmten Lebensstilen, wenn beide Unterhaltungsbranchen sich kreuzen und Chili quasi von der einen zu anderen wandert.

Die Filmemacher hielten es für elementar wichtig, diese verzerrte, nervöse Atmosphäre einzufangen, die Los Angeles ausstrahlt. Um das zu erreichen, drehte man an Schauplätzen, die diese Stadt definieren.

So etwa im Staples Center, wo die Promis am Spielfeldrand ein Spiel der Lakers beobachteten, außerdem im Viper Room am Sunset Boulevard, am Grauman's Chinese Theatre am Hollywood Boulevard, in den Hollywood Hills mit seinen schimmernden Stadtpanoramen und in den porentief reinen, gepflegten Vororten.

Mit diesen Originalschauplätzen, dem Produktionsdesign und den Kostümen waren die Filmemacher in der Lage, das Wesen und die Besonderheiten L.A.s mit ungewöhnlichen und beeindruckenden Bildern einzufangen und aus der Story und den Charakteren alles heraus zu holen.

Coole Zitate Barry Sonnenfeld, Regisseur von "Schnappt Shorty", hat kürzlich erzählt, dass John Travolta vor dem ersten Film Chili Palmer als eine Art "James Bond von der Straße" spielen wollte.

Darauf angesprochen erzählt Travolta: "Chili ist ein Gangster, aber er sieht sich als einen sehr coolen Gangster, mehr in der Art von James Bond.

Eines meiner größten Leinwandidole war Sean Connery, ganz besonders in der Rolle von Bond. Deshalb ließ ich mich davon für meine Interpretation von Chili Palmer inspirieren."

Ohne Zweifel ist Chili Palmer absolut cool. Er ist selbstbewusst, lässt sich durch nichts beunruhigen oder verwirren. Aber im Unterschied zu einem typischen Kredithai besitzt er ein ausgeprägtes Gefühl für Moral - er ist ein Gentleman-Gangster.

Ist Chili zu moralisch für das Film- und Musikgeschäft, für diese Halsabschneider-Branchen? "Moral ist subjektiv", erklärt Travolta. "Meiner Ansicht nach hat Chili ein Gefühl für Fairness und Gerechtigkeit.

Es mag ein bisschen unorthodox sein, wie sich das äußert, aber das Gefühl für diese Qualitäten steckt in ihm drin, und letzten Endes gehört Chili Palmer zu den guten Jungs."

Für viele gehört Chili Palmer zu den besten Charakteren, die Travolta je in einem Film gespielt hat. Stimmt er dem zu? "Für mich ist es eine von vielen wunderbaren Rollen in meiner Karriere.

Es hat Spaß gemacht, erfahren zu können, was Chili im Musikgeschäft, in einer ganz neuen Zeit, anstellt. Wie würde Chili auf diese neue Umgebung reagieren? Das in Erfahrung zu bringen, war die Herausforderung von Be Cool.

Tatsächlich fühlt er sich in der neuen Umgebung viel wohler, weil es in der Musikbranche mehr Gangster gibt als im Filmgeschäft", lacht Travolta.

"Wenn sich Chili eine Gelegenheit bietet, nutzt er sie", bemerkt Travolta. "Dabei zieht er zwei Dinge in Betracht. Ist es angemessen, Vorteil aus einer Situation zu ziehen und ist es fair und gerecht?

In dieser Hinsicht ist er einfach sehr clever, er macht sich um nichts Sorgen. Er ist eine erfundene Figur, die sich auf Selbstsicherheit gründet.

Und selbst wenn er in einer bestimmten Situation nicht besonders selbstbewusst sein sollte, würde man es ihm nie ansehen. Er analsiert ständig, wie man auf sehr coole Art und Weise in eine Situation kommt und auch wieder den Weg heraus findet."

Travolta war begeistert, als Uma Thurman die Rolle der Edie Athens annahm. "Uma und ich fühlen uns gemeinsam vor der Kamera ausgesprochen wohl", sagt Travolta.

"Unsere Charaktere in Be Cool unterscheiden sich sehr von den Figuren, die wir in "Pulp Fiction" spielten.

In "Pulp Fiction" verkörperten wir im Grunde zwei Menschen, die mit großer Geschwindigkeit auf ihren Tod zusteuerten. In Be Cool dagegen sind unsere Figuren cool und robust und nehmen lässig Kurs auf das Leben."

Als Travolta gefragt wurde, ob er und Uma für eine Szene in Be Cool auf die Tanzfläche zurückkehren würden, antwortete er: "Es mußs etwas sein, zu dem Chili wirklich gerne tanzen würde.

Also etwas mit einem brasilianischen Sound oder einem lateinamerikanischen Rhythmus oder etwas ähnliches.

Wahrscheinlich würde er einen Foxtrot, einen Cha-Cha-Cha, einen Samba oder einen Mambo tanzen - etwas jedenfalls, bei dem er seine unaufdringliche New-York-Coolness, so wie sie auch Sinatra zu seiner Zeit zeigte, beibehalten könnte.

Die Black Eyed Peas hatten gerade ein Rap-Cover von "Sexy" veröffentlicht, eines alten Songs von Joabim aus dem Jahr 1962. Und das war genau die Musik, zu der ich tanzen wollte."

Von seinen anderen Darstellerkollegen fand Travolta ganz besonders The Rock und die von ihm gespielte Figur des Elliot toll. "In diesem Film zeigt The Rock wirklich seinen Sinn für Humor", schwärmt Travolta.<<P> "Und er stellt seine schauspielerischen Fähigkeiten unter Beweis mit dieser einzigartigen Rolle. Seine Figur hat so viele wunderbare Momente und verhält sich oft so unangebracht.

Einer der Gründe, warum ich diesen Film drehen wollte, war eine Szene, in der er mit von der Partie ist.

The Rock zu sehen, wie er todernst eine Zweipersonenszene über Cheerleader aus "Bring It On" ("Girls United", 2000) als Monolog zitiert - die Komik, die in dieser Szene liegt, ist einfach großartig. Besser geht es nicht."

Bei der Szene, in der Chili und Edie bei einem Lakers Game versuchen, Steve Tyler, den Frontmann von Aerosmith, für ihren Plan zu gewinnen, ihre Plattenfirma zu retten, genoss es Travolta, die Reaktion der Zuschauermassen zu beobachten.

"Wir drehten im Staples Center bei einem Spiel der Lakers, und die Zuschauer sahen, wie Uma und ich die Halle mehrfach betraten und wieder verließen.

Man sah ihnen an, dass sie sich fragten, warum wir das machten, uns immer wieder auf die exakt gleiche Art zu Steven Tyler zu setzen, um mit ihm zu sprechen.

Sie hielten es für eine Szene aus dem wirklichen Leben", erinnert sich Travolta lachend. "Steven ist ein Naturtalent, und es war schon komisch, dass die Menge nicht begriff, dass wir einen Film drehten."

Auch für einen weiteren Kollegen, André Benjamin, findet Travolta lobende Worte: "Dieser Mann ist eine Entdeckung, so talentiert als Komödiant. Ich liebe ihn als Musiker, aber fast noch mehr als Darsteller.

Er hat mich zum Staunen gebracht, er ist unwiderstehlich komisch im Film." Nur Gutes hat Travolta auch über Cedric the Entertainer zu sagen: "Cedric spricht einen meiner Lieblingssätze im Film.

Er will gerade jemanden erschießen und sagt zu dem Opfer ?Und erzähl' mir bloß nicht, dass ich cool sein soll. Ich bin cool'. Fasst das nicht die Essenz unseres Films zusammen?"

Viele erfahrene Schauspieler im Film vertreten sind, doch Christina Milian ist ein relativ neues Kinogesicht. "Christina hat wirklich Talent", schwärmt Travolta.

"Nicht nur als Sängerin, sondern auch als Schauspielerin. Sie ist ein Naturtalent und besitzt alles, was man braucht. Ich bin sehr stolz auf sie in diesem Film."

Und schließlich äußert sich Travolta auch zu seinem Regisseur, zu dem Mann, der alles zusammenhielt. "Ich habe noch nie einen Regisseur erlebt, dem seine Arbeit so großen Spaß machte.

Für ihn waren wir Schauspieler und der Film nur ein Schachspiel der Meisterklasse und er hat alle Puzzleteile zusammengesetzt. Seine Freude zu beobachten, fand ich einfach toll.

Er hatte für diesen Film eine Vision und für einen Schauspieler ist das sehr beruhigend. Bei jeder Szene ließ er uns auch einen Take, bei dem wir unsere eigenen Ideen einbringen konnten oder er ließ uns improvisieren, wenn wir das wollten.

Wenn man improvisiert, wirkt die Szene lebendiger, weil die Schauspieler wirklich das Gefühl haben, etwas zu erschaffen. Gary hat sich auf diesen Prozess bereitwillig eingelassen."

Was war für Uma Thurman der entscheidene Grund, die Rolle der Edie Athens anzunehmen? "Das Drehbuch war einfach unglaublich komisch, ein richtiges Vergnügen", erzählt sie.

"Aber die Hauptattraktion war für mich, wieder mit John Travolta arbeiten zu können. Wir hatten vor 10 Jahren eine so tolle Zeit miteinander.

Als ich die Tanzszene gelesen hatte, kam mir das alles sehr vertraut vor. Und mit John Travolta zu tanzen, macht einfach so großen Spaß."

"John ist der beste Tanzpartner, den man auf der Welt bekommen kann", schwärmt Uma Thurman weiter. "Er sorgt dafür, dass alles so einfach ist.

Er ist leidenschaftlich und empfindet beim Tanzen so großes Vergnügen, dass ich, obwohl ich schüchterner und in diesem Punkt weit weniger selbstsicher bin, alles von mir abfallen lassen konnte. Ich konnte mich beim Tanzen mit ihm einfach großartig amüsieren."

Thurman liebt die Charaktere des Films und das Zusammenspiel der Figuren. "Elmore Leonard ist berühmt für seine frechen Figuren und seine unglaublich bissigen Dialoge", erzählt die Schauspielerin.

"Es macht einfach Spaß. Nichts ist gefühlsduselig oder grau, alles ist bunt und gewagt und jedem Schauspieler wird die Möglichkeit gegeben, etwas wirklich Einzigartiges zu machen."

Für ihren Regisseur hat Thurman nur lobende Worte übrig: "Gary ist unglaublich talentiert. Er steckt sich wirklich hohe Ziele und besitzt große Energie. Er ist leidenschaftlich und sehr lebhaft.

Man weiß, dass er unbedingt einen großartigen Film drehen will. Die Ideen, auf die er sich für den Dreh von Be Cool stützte, waren wie eine Hip-Hop-Ausgabe von "La Dolce Vita" ("Das süße Leben", 1960).

Es ist ein sehr aufregender Ansatz für die Realisierung eines Films, wenn man diese klassischen Kinobilder mit aktuellen ?Pop'-Elementen von der Straße vermischt."

In der Rolle des Raji konnte Vince Vaughn seine komödiantischen Fähigkeiten trainieren. Er genoß es, in diese Rolle zu schlüpfen. "Für einen Schauspieler ist es interessanter, Figuren zu verkörpern, die abseits der Norm und etwas verrückt sind.

Auf seine Art ist Raji wirklich einzigartig. Er ist ein Typ, der über das gesamte Hip-Hop-Vokabular verfügt und der sich mit seiner Kleidung auch eine Identität zulegt.

Ich habe Raji als einen sehr unsicheren, nicht gerade sehr starken Mann interpretiert, der sich eine Realität erschaffen hat, in der er sich sicher fühlen kann." Vaughn glaubt, dass Erfolg Rajis Hauptziel ist.

Er will nicht Beobachter, sondern Mitspieler sein und benimmt sich so, als wäre er tatsächlich auch einer, unabhängig davon, ob er Zeit investiert und das Talent hat oder seinen Status überhaupt verdient. Genau das, glaubt Vaughn, sieht man heute mehr und mehr.

"Alles konzentriert sich darauf, erfolgreich oder berühmt zu sein und weit weniger darauf, etwas wirklich gut zu machen. Jeder strebt nach schnellen Resultaten. Als ich ein Kind war, gab es nur "Entertainment Tonight".

Aber heute gibt es so viele Sender, Shows und Magazine, die sich nur mit dem Thema "Berühmtheit" beschäftigen und wenige Formate, die sich für die Arbeit interessieren, die dahintersteckt, wenn man ein großer Musiker, Schauspieler und Lehrer oder was auch immer ist."

Zur Vorbereitung für seine Rolle und um sozusagen authentisch zu bleiben, betrieb Vaughn Recherchen, um Rajis Stimme zu finden. "Ich lieh mir DVD's der Sitcoms "Sanford and Son" und "Good Times" aus und sah mir einzelne Episoden an", erzählt Vaughn.

"Mir ging es um das komische Timing, wenn man einen Dialekt spricht. Aktuellere Beispiele interessierten mich dabei nicht. Ich wollte etwas anschauen, dass in meiner Vorstellung auch Raji anschauen, dass irgendwie Grundlage seiner Persönlichkeit werden würde.

Um das komische Element zu forcieren, trieb ich das Ganze dann etwas weiter als in einem normalen Drama." Wenn es passte, brachte er am Set auch seine eigenen Ideen ein.

"Ich habe viel improvisiert. Wenn mir etwas einfiel, dass ich sagen wollte, setzte ich das um, sobald ich in meine Rolle schlüpfte. Je besser man sich vorbereitet, desto leichter kann man auf bestimmte Dinge reagieren und wissen, was die eigene Figur wohl sagen würde."

The Rock ist der Erste der zugibt, dass er sich wirklich einsetzte, um die Rolle Elliots, eines schwulen Bodyguards mit ausgeprägten Showbusiness-Ambitionen, zu bekommen.

"Ich wollte diese Figur wirklich spielen", sagt The Rock. "Gelegenheiten wie diese bieten sich einem nur selten, all diese außergewöhnlichen Schauspieler, die ich bewundere und respektiere, für einen Film zusammen zu bekommen.

Wir hatten am Set so viel Spaß. Ich fand es sehr aufregend", antwortet die Wrestling-Ikone auf die Frage nach einer Rolle, die einen so starken Kontrast zu seinem Image darstellt.

"Ich konnte mich über mich selbst lustig machen und mit dem Image spielen, das die Leute von mir haben. Weil ich halt nun einmal der bin, der ich bin, hieß es gleich ?The Rock spielt wirklich einen Schwulen?'

Warum denn eigentlich nicht? Wir sind alle gleich und es gibt so viele unterschiedliche Menschen. Als Schauspieler kann man die verschiedensten Typen verkörpern. Ich habe das geliebt."

Selbstverständlich ist dabei für The Rock nichts. "Es macht Spaß, mit einem Drehbuch wie diesem zu tun zu haben, weil es so smart geschrieben und so voller Tempo ist.

Dadurch kann man witzig sein, ohne dass es bemüht wirkt. Es ist einfach witzig geschrieben. Das hat mir sehr gefallen."

Cedric the Entertainer weiß, dass sein Satz, einer von Travoltas Lieblingsdialogen, ?Und erzähl mir nicht, dass ich cool sein soll. Ich bin cool', den ganzen Film definiert.

"Diesem Film mußs keiner sagen, dass er cool sein soll. Er ist es einfach. Ich hatte großen Spaß mit meiner Rolle. Es gibt so viele Widersprüchlichkeiten bei meiner Figur. Sie ist sehr seltsam.

Sin LaSalle hatte eine gute Ausbildung und besuchte die Wharton-School, aber jetzt ist er ein Verbrecher. Er hat Kinder, aber man weiß, dass er ohne Vorwarnung seine Kanone ziehen und einem eine überziehen würde.

dass ich für diese Rolle besetzt wurde, ist sehr ungewöhnlich und dafür ziehe ich meinen Hut vor Gary."

Cedric fand heraus, dass Gray ihn von Beginn an für diese Rolle vorgesehen hatte. "Er glaubte, dass ich etwas aus dieser Rolle machen konnte, das sich von anderen unterschied.

An einem typischen 0815-Bösewicht war er nicht interessiert, das fand ich bemerkenswert. Die meisten Rollen, die ich spiele, haben im komödiantischen Element ihre Antriebskraft. Dieser Film ist eine urkomische Komödie, aber verwurzelt in seinen Charakteren.

Es gibt nicht viele Gags. Für mich war diese Rolle einzigartig und außerdem konnte ich einen Bösewicht spielen. Sonst bin ich immer der Gute, aber in diesem Film kann ich richtig austeilen."

Cedric war von der Zusammenarbeit mit Gray begeistert. "Das Großartige an Gary ist, dass er genau weiß, was er als Regisseur auf der Leinwand sehen will.

Das dreht er dann auch, aber er weiß auch, dass es Schauspielern gefällt, wenn sie sich kleine Freiheiten nehmen dürfen, um für ihre Figuren biographische Hintergründe und all diese Sachen zu entwickeln.

Er sagt dann ?Okay, jetzt bist du dran. Fühl' dich frei und zieh' dein Ding durch. Das ist schon ziemlich cool."

Im Musikgeschäft sucht man immer nach einem neuen Gesicht. Für den Film fand man dieses in der 22-jährigen Christina Milian.

Die Tatsache, dass Milian im richtigen Leben selbst ein aufstrebender R&B-Pop-Star ist, erhöhte die Authentizität ihrer Figur und ihrer Darstellung.

"Ich kneife mich noch immer jeden Tag angesichts der Tatsache, dass ich diesen Film drehen konnte", erzählt Milian. "Die Besetzung ist erstaunlich."

Für eine junge Schauspielerin war es auch einfach eine wirklich tolle Rolle, bei der Milian ihre unterschiedlichen Talente einbringen und zeigen konnte.

"Ich bin Sängerin und Schauspielerin. Solange ich mich erinnern kann, habe ich davon geträumt, beides tun zu können. Und das auch noch im gleichen Film, das ist schon fantastisch.

Ich mußste für diesen Film üben und die unterschiedlichsten Dinge tun - singen, ins Studio gehen, als Schauspieler arbeiten und Klavierstunden nehmen. Es war eine großartige Erfahrung. Ich weiß nicht, was ich hiernach noch machen kann."

Milian weiß natürlich, dass Be Cool nur eine Komödie ist. Trotzdem glaubt sie, dass der Film "sehr nah an der Wirklichkeit des Musikgeschäfts ist. Ich bin in der Musikbranche, und hier hat wirklich jemand seine Hausaufgaben gemacht", lacht sie.

Ein anderer Musikstar, der die Gelegenheit zu einem Auftritt in einem Kinofilm genoss, ist André Benjamin. "Ich glaube, dass jedes Kind davon träumt, ein Filmstar zu werden", sagt Benjamin.

"Bei mir ging alles vor vier oder fünf Jahren los, als ich einige Anrufe von unabhängigen Produzenten und von Filmemachern aus dem Independentbereich erhielt, die mich besetzen wollten.

Ich kam also nach Kalifornien und sprach für diese Projekte vor. Es hat Spaß gemacht. Ich glaubte, dass ich zu diesem Business etwas beitragen konnte, deshalb blieb ich am Ball, weil ich zu dieser Zeit im Musikgeschäft ohnehin auf der Suche nach etwas Neuem war.

Als sich mir also die Rolle in Be Cool bot, rutschte ich einfach in diesen Job hinein."

Benjamin und Regisseur Gray kennen sich bereits seit einigen Jahren. "Gary arbeitete am zweiten Video, das zum Debütalbum von OutKast 1994 gedreht wurde, mit", erzählt der Musikstar. "Unsere Karrieren begannen etwa zur gleichen Zeit.

Einige Jahre später liefen wir uns am Set eines anderen Videos wieder über den Weg und er sagte mir ?Ich behalte dich im Auge. Ich habe ein paar Projekte in Vorbereitung, bleib also dran'.

Seitdem sind vier Jahre vergangen und Gary ist mittlerweile ein herausragender Regisseur. Er rief mich also an und sagt: ?Ich drehe diesen Film mit dem Titel Be Cool

Es ist eine kleine Rolle, aber wir werden das Optimale herausholen, ein paar Dialoge dazufügen und ich werde auf der Basis deiner Persönlichkeit diesen Charakter entwickeln.'

Ich habe Gary vertraut, und es hat mit großen Spaß gemacht, diesen völlig überzogenen Gangster zu spielen."

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