Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeit

Ausführlicher Inhalt

Becky Sharp (Reese Witherspoon), die aufgeweckte Tochter eines mittellosen englischen Künstlers und einer französischen Sängerin, verliert ihre Eltern bereits in jungen Jahren.

Nach dem Tod der Eltern bekommt das begabte Kind einen Platz in dem Pensionat von Miss Pinkerton (Ruth Sheen). Hier erhält sie eine Ausbildung und lernt dabei ihre Freundin fürs Leben, Amelia Sedley (Romola Garai), kennen.

Während Amelia mit dem wohlhabenden Kaufmannssohn George Osborne (Jonathan Rhys Meyers) verlobt ist, hält Becky noch Ausschau nach dem richtigen Partner, der ihr eine Zukunft in der englischen Gesellschaft bieten kann.

Amelias herzensguter, aber nai-ver Bruder Joseph (Tony Maudsley) wird geprüft und bald verworfen. Becky reist ab und tritt ihre erste Anstellung als Hauslehrerin im Hause der Familie Crawley an.

Die Crawleys sind zwar verarmter und ziemlich verwahrloster Landadel, aber Becky nimmt die Herausforderung an und macht sich mit Energie und Selbstbewusstsein bald für den gesamten Haushalt unentbehrlich.

Als die alte und vom Hausherrn für ihren Sarkasmus gefürchtete Erbtante Matilda Crawley (Dame Eileen Atkins) aus London eintrifft, hat sie den attraktiven zweiten Sohn der Familie dabei, Offizier Rawdon Crawley (James Purefoy), der bei ihr in London lebt.

Matilda findet Gefallen an der Gesellschaft der gebildeten und unterhaltsamen Becky und nimmt sie mit nach London. Ganz zum Wohlgefallen von Rawdon, der bereits bei seinem Besuch auf dem Land heftig mit Becky flirtete.

Endlich in London, im Zentrum ihrer Hoffnung angekommen, trifft Becky auch Freundin Amelia wieder samt ihrem arroganten Verlobten George.

Während Georges Vater Mr. Osborne (Jim Broadbent) die inzwischen verarmte Sedley-Familie als nunmehr indiskutabel für eine Ehe seines Sohnes mit Amelia ablehnt, und Amelia entgegen aller Anzeichen an ihrer Liebe zu George festhält, heiratet Becky heimlich Rawdon Crawley und mußs wenig später erleben, dass Erbtante Matilda nun ihr wahres Gesicht offenbart.

Von der für ihren Neffen unpassenden Beziehung schockiert, verweist sie die beiden des Hauses und enterbt ihren Neffen. Das frischgebackene Paar steht mittellos auf der Straße - und Becky ist schwanger.

Der Krieg mit Frankreich kann nun jeden Moment ausbrechen, Napoleon ist aus Elba entkommen. George, der aus Trotz gegen seinen Vater die überglückliche Amelia doch noch geheiratet hat, Rawdon und Dobbin (Rhys Ifans), Georges Freund und ganz unbemerkt Amelias treuer Verehrer, werden zu den Waffen gerufen.

Mit Becky und Amelia fahren sie nach Brüssel und stürzen sich in den Ausnahmezustand der Vorkriegstage. Mit rauschenden Festen feiern High Society, Offiziere und Bürgertum den bevorstehenden Feldzug.

Becky erobert in Brüssel das gesellschaftliche Parkett, sie ist mit ihrem Charme und ihrem Selbstbewusstsein gleich nach ihrer Ankunft schon Stadtgespräch und Darling der Bälle, während Rawdon die Gelegenheit nutzt, um am Spieltisch das Familieneinkommen aufzubessern.

George hingegen ist der Hingabe seiner Frau bereits überdrüssig und macht Becky den Hof, die aber kühl und distanziert bleibt, als er ihr eine eindeutige Nachricht zusteckt.

Amelia, ebenfalls schwanger, beobachtet George und Becky. Und als in dieser schicksalsträchtigen Ballnacht der Krieg ausgerufen wird, hat die innige Freundschaft von Becky und Amelia einen Riss bekommen.

George fällt in der Schlacht von Waterloo. Zurück in London erleben Becky und Rawdon, der ein liebevoller Vater für seinen kleinen Sohn Rawdy (William Melling) wird, eine schwere Zeit.

Tante Matilda und Sir Crawley haben ihr gesamtes Vermögen Raw-ons Bruder Pitt (Douglas Hodge) vermacht. Rawdon, der immer noch gern dem Glücksspiel frönt, hat eine Pechsträhne nach der anderen und schon bald kann das Paar seine Schulden nicht mehr bezahlen.

In dieser Zeit lernt Becky einen Mann kennen, der ihr in seiner herrschaftlichen Stadtresidenz immer unerreichbar schien, obwohl er eine Verbindung zu ihrer Kindheit verkörperte. Der Marquis von Steyne (Gabriel Byrne) hatte einst ein Gemälde ihres Vaters gekauft.

Und nun nimmt er die junge, ehrgeizige Frau voller Elan und Lebensfreude wahr, interessiert sich für sie, hilft ihr aus finanziellen Engpässen und verspricht ihr, sie bei einer Einladung in seine Residenz in die Londoner High Society einzuführen, auch wenn er selbst mit zynischer Distanz deren Oberflächlichkeit und Bigotterie anprangert.

Aber er will mehr Zeit mit Becky verbringen. Rawdon warnt seine Frau vor von Steyne, weil er dessen Absichten ahnt. Aber Becky hat sich ein Ziel gesetzt - Teil der gehobenen Gesellschaft zu sein, und davon kann sie niemand abhalten.

Rawdon ist zusehends eifersüchtig, denn im Leben seiner Frau führt er längst nur noch eine Randexistenz. Als er wieder einmal im Schuldgefängnis sitzt und nicht Becky ihn befreit, sondern überraschend seine Schwägerin für ihn bürgt, kommt es zum Bruch.

Zuhause hebt der Marquis von Steyne gerade an, nun seinen Liebeslohn von Becky zu fordern, als Rawdon eintrifft. Beckys Beteuerungen, dass nichts zwischen ihnen geschehen sei, will Rawdon nicht mehr hören.

Er verlässt seine Frau und bringt den gemeinsamen Sohn auf das Landgut der Crawleys zu seinem Bruder und seiner Schwägerin. 12 Jahre später. Ein Casino in Baden-Baden im Schwarzwald.

Eine immer noch schöne, aber vom Leben gezeichnete Becky wird von Männern umschwärmt. Sie trinkt mit ihnen, spielt für sie den Croupier, ist vielleicht auch gelegentlich nach Dienstschluss für sie da.

Ein hübscher junger Mann kommt auf sie zu, plaudert mit ihr. Und plötzlich steht William Dobbin in der Tür, sieht die beiden und will den Kontakt des Jungen mit Becky sofort unterbinden.

Der junge Mann ist der Sohn von Amelia und George Osborne, der seinem Vater sehr ähnlich sieht. Er kennt Becky aus den Erzählungen seiner Mutter.

Doch Dobbin bricht das Gespräch ab, will mit Becky nichts zu tun haben. Bevor die beiden Männer gehen, lädt George Jr. Becky ein, am nächsten Morgen seine Mutter Amelia im Kurhotel zu besuchen.

Die beiden früheren Freundinnen treffen sich am nächsten Tag. Schon bald sprechen sie über alte Zeiten und Amelia trauert immer noch um ihren gefallenen George. Becky klärt ihre Freundin auf.

Sie erzählt ihr, dass er nie der Mann war, der sie geliebt hat, dass sie ihn vergötterte, ohne ihn wirklich zu kennen, und dass Dobbin der Mann sei, der sie seit Jahren aufrichtig liebt.

Als Amelia Becky der Lüge bezichtigt, zieht Becky die freche Liebesnotiz hervor, die George ihr einst gab. Jetzt erst erkennt Amelia ihre eigene Lebenslüge, kann sich mit Dobbin versöhnen und ihre eigenen Gefühle für ihn wahrnehmen.

Becky kehrt zurück in ihre trostlose Spielhölle, erschöpft und traurig über ihre Einsamkeit. In diesem Moment taucht Joseph Sedley im Casino auf, der sie schon vor vielen Jahren verehrt hatte, der in Indien Karriere gemacht hat, und seit langem nach ihr gesucht hat.

Offenbar hat er von Amelia einen Hinweis erhalten. Und noch einmal fragt er Becky, ob sie mit ihm nach Indien kommen möchte. ... Und ob Becky nach Indien kommen mag!

Ein Strahlen zieht über ihr Gesicht. Dorthin wollte sie schon immer, zu Licht, Farben, Wärme, neuem Leben und üppiger Pracht ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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