Coach Carter

Produktionsnotizen

Basketball in der High School zu spielen, bedeutet mehr als nur Talent, Ausdauer, Disziplin und Teamarbeit, vor allen Dingen, wenn man für Coach Ken Carter (Samuel L. Jackson) spielt. Um in seiner Mannschaft zu spielen, mußs man einen Vertrag unterschreiben, der ihm zusichert, nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der Schulklasse der Beste zu sein. Ihm geht es nicht nur um den Gewinn des Basketballspiels - nein, ihm geht es um die Zukunft seines Teams.

Das ist auch der Grund, warum Carter die Sporthalle schließen lässt, da sich einige seiner Spieler nicht an die Abmachung halten. Er bleibt auch hart, als sich die Schulleitung sowie die sehr aufgebrachten Eltern gegen ihn stellen. Die meisten von ihnen glauben, dass nur durch Basketball der Weg raus aus der Stadt Richmond führt. Carter selbst war auf der Richmond High School und war in der selben Situation wie die Schüler heute. Auch er liebte das Basketballspiel. Obwohl er ein sehr guter Spieler war und bislang immer noch einige Rekorde dieser Schule hält, bestand seine Erziehung nicht nur aus Basketball --und das machte ihn zu dem Mann, der er heute ist.

Sein Vermächtnis ist es, andere davon zu überzeugen, dass Ausbildung wichtiger ist als Freizeitgestaltung. Er will, dass die Spieler über ihre Träume hinaus sehen, wo sich eine Zukunft mit vielen Möglichkeiten bietet.

"Das ist definitiv keine typische Story und Coach Ken Carter ist auch kein typischer Mensch", sagt Oscar-Gewinner Samuel L. Jackson über seine Rolle. "Die Geschichte als solche sowie Ken wollen zeigen, dass junge Menschen mehr von sich erwarten sollten, als es ihnen selbst momentan scheint."

Der mit drei Emmys ausgezeichnete Regisseur Thomas Carter ("Save the Last Dance", "Hill Street Blues") stimmt Jackson bei und fügt hinzu, dass Jackson die perfekte Wahl war, Ken Carter auf der Leinwand darzustellen.

"Es ist sehr selten, für solch eine zwingende Story den richtigen Hauptcharakter zu finden", sagt Carter. "Kens unerschütterliche Hingabe und sein Enthusiasmus an das, was er glaubt, ist außergewöhnlich. Wir brauchten jemanden, der diese Leidenschaft für die Kids wie auch für Basketball auf die Leinwand übertragen konnte - und da war Sam Jackson genau der richtige Mann."

Ken Carter kann dem nur zustimmen: "Ich hatte eine sehr kurze Liste mit Schauspielern, die ich gerne für die Darstellung meiner Person gesehen hätte", lacht Carter. "Samuel L. Jackson war der einzige auf dieser Liste".

Die Idee, die Geschichte des Mannes und der bemerkenswerten Aktion, am 4. Januar 1999 die Sporthalle zu schließen, auf die Leinwand zu bringen, wurde geboren, als die Produzenten Brian Robbins und Mike Tollin einen Artikel darüber in der Los Angeles Times lasen. Umgehend kontaktierten sie Ken Carter.

"Wir wussten, dass dies eine besonders erfrischende Story war, denn es ging nicht nur um Basketball sondern auch um menschliche Beziehungen", sagt Tollin. "Coach Carters glühende Leidenschaft, zu helfen, dass das Leben der jungen Männer in seinem Team besser wird, gebührt schon einer großen Aufmerksamkeit."

"Es ist auch außergewöhnlich, dass diese eine Tat die gesamte Kommune von Richmond aufschreckte", fügt Robbins hinzu. "Es brachte die Leute nicht nur auseinander - sie fanden auch wieder zueinander."

Der ausführende Vice President von MTV Films, David Gale, meint, dass die Story fesselnd aber auch wichtig ist. "Dieser Film handelt nicht nur vom Erwachsenwerden, sondern die Zuschauer können sich auch in diese Geschichte hinein versetzen."

Regisseur Carter, dessen erfolgreicher Film "Save the Last Dance" davon handelte, auch entgegen der Meinung anderer zu versuchen, sich seine Träume zu erfüllen, sagt, dass einer der Gründe für die Inszenierung von "Coach Carter" der sei, sich von den üblichen Themen abzusetzen.

"Ich wollte die guten und die schlechten Dinge des High School-Sports aufzeigen, wie der Sport für die Kids das einzig Wahre ist, aber auf der anderen Seite auch den Blick für die Realität verschließen kann", sagt Carter.

Einer von Coach Carters Star-Spielern ist Kenyon Stone, dargestellt von Rob Brown, der seiner Freundin Kyra, gespielt von Sängerin Ashanti, sehr eng verbunden ist. Als er aber von Kyras Schwangerschaft erfährt, ist er im Zweifel, ob er in Richmond bleiben soll, um sein Kind aufwachsen zu sehen, was aber bedeutet, dass dies seine Zukunft beeinträchtigen könnte.

Bekannt aus dem Film "Forrester - gefunden!", sagt der Schauspieler, dass er das Angebot dieser Rolle keinesfalls ausschlagen konnte. "Ich lese eine Menge an Drehbüchern und suche sehr sorgfältig aus, aber als "Coach Carter" kam, wusste ich sofort, wie wichtig diese Geschichte für mich ist", erinnert sich Brown.

"Mein Charakter, wie viele andere in dem Team, hat seine eigenen Probleme, aber er ist ein kluger Junge und er möchte nicht die gleichen Fehler, wie sie die anderen in seiner Situation machen würden, begehen. Aber er liebt Kyra über alles, und so fällt ihm seine Entscheidung sehr schwer. Es ist ein großes Problem, mit dem sich viele jungen Leute auseinander setzen müssen, bevor sie soweit sind, damit umzugehen."

Grammy-Gewinnerin Ashanti, die mit dieser Rolle ihr Debüt in einem Major-Film gibt, sagt, dass sie sehr stolz war, mit diesem großartigen und wichtigen Projekt den Einstieg in die Filmwelt zu schaffen. "Das Drehbuch war großartig. Es geht sehr in die Tiefe und in das Innere dieser Leute. Du fühlst dich für jeden einzelnen verantwortlich", sagt Ashanti. "Ich glaube, dass dieser Film sehr viele Menschen berührt, da er auf der wahren Geschichte von Ken Carter, der einfach eine gute Seele ist und sich um die Zukunft seiner Jungs Gedanken macht, basiert."

Über ihr Gefühl, den Sprung von der Musik zum Filmgeschäft, sagt Ashanti: "Es war eine großartige Sache. Ich war sehr glücklich darüber, mit solchen Profis zusammenarbeiten zu können. Thomas Carter ist ein sehr hilfsbereiter Regisseur, und so waren auch all die Schauspieler. Und Sam Jackson - meine Güte - Sam ist einfach der Mann! Alles in allem war es eine wunderbare Erfahrung".

"Coach Carter" befasst sich nicht nur mit dem Thema Ausbildung, sondern auch mit dem negativem Einfluss und dem Erwartungsdruck durch Gleichaltrige und dem Problem der Drogen, da sich die Eltern nur bedingt um ihre Kinder kümmern. Da gibt es zum Beispiel Rick Gonzalez ("Biker Boyz", "Laurel Canyon"), der den Timo Cruz porträtiert, ein junger Mann, der nicht weiß, ob er die richtige Entscheidung fällt.

"Timo kämpft für alles, was er hat und das zeigt sich auch in seinem Auftreten, er markiert den wilden Mann", bemerkt Gonzalez. "Er ist definitiv ein Opfer des Erwartungsdrucks und der Drogenszene, und so wird er schon zum Außenstehenden. Dabei hat er eigentlich ein wirklich weiches Herz. Er braucht einfach jemanden, der an ihn glaubt - und das ist Coach Carter".

Ein junger Mann, der den Coach am besten kennt, ist sein Sohn Damien Carter, dargestellt von Emmy-Gewinner Robert Ri`chard ("In His Fathers Shoes"). Der junge Carter sagt, dass sein Vater nicht nur auf dem Spielfeld ein besonderer Mensch war.

"Mein Vater war ein Coach auf dem Spielfeld und ein Vater zuhause", erinnert sich Damien. "Er behandelte mich so wie all die anderen. Ich mußste auch diese Vereinbarung unterschreiben, da ich die Privatschule verlassen wollte, um nach Richmond zu gehen und für ihn zu spielen. Ich hatte einen Notendurchschnitt von 3,7 zu halten!"

Damien Carter wollte unbedingt Arzt werden. "In unserer Familie gibt es keine Ärzte, ich wollte unbedingt der erste sein", sagt Carter, der sich ein wenig anhört wie sein vom Ehrgeiz getriebener Vater.

Den jungen Carter zu spielen, war für Ri`chard, wie er sagt, eine große Ehre. "Damien hat es nicht leicht, im Team anerkannt zu werden, doch er setzt sich durch. Sein Charakter zeigt verschiedene Dimensionen auf", bemerkt Ri`chard. "Der Film stellt die verschiedenen Seiten dar. Das ist sehr eindrucksvoll. Man kann sagen, er hat 2.000 Volt Energie!"

Der Mann hinter der Story Man könnte ihn als "einen kleinen Jungen aus Macomb, Mississippi" beschreiben. Ken Carter wuchs mit sieben Schwestern und einem Bruder auf. Als die Familie nach Richmond, Kalifornien, zog, spielte Carter von 1973-1977 für genau dieselbe High School Basketball, die durch ihn am 4. Januar 1999 in die Schlagzeilen geriet und somit Richmond in die nationalen Nachrichten brachte.

"Wir führten mit 13 Punkten und waren ungeschlagen in allen Universitätsligen, die Stadt war schier aus dem Häuschen", erinnert sich Carter. "Als ich die Jungs von den Spielen ausschloss, weil sie ihre Noten nicht hielten bzw. nicht verbesserten, geriet die Kommune in Rage. Verschiedene der Kids hatten die Vereinbarung nicht eingehalten, die sie und ihre Eltern unterschrieben hatten. Da wir ein Team waren, mußsten leider alle daran glauben".

Der Vertrag verlangte den regelmäßigen Schulbesuch, das Sitzen in der ersten Reihe, das Tragen von Hemd und Krawatte an die Spieltagen und das Erreichen eines Notendurchschnittes von 2,3. "Meine Idee war einfach, Bälle durch Bücher zu ersetzen", sagt Carter, der den Notendurchschnitt von 2,3 wählte, da bei einem 2,0 SAT-Ergebnis die Möglichkeit für ein Sport-Stipendium bestand.

So wollte er den Kids helfen, für sich selbst und ihre Teammitglieder Respekt zu erlangen und die Verantwortung für ihre Zukunft zu übernehmen.

"Richmond ist eine Arbeiterstadt mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Demzufolge gibt es eine Menge an Armut und Stress" bemerkt Carter. "Viele der Kinder wachsen nur bei einem Elternteil auf. Nur vier von 45 Kids meines Basketballprogramms lebten in einer Familie, in der auch der Vater mit der Familie lebte. So hatte ich als ihr Coach nicht nur die Aufgabe eines Psychologen, sondern war auch manchmal Vaterersatz".

Carter glaubte, dass diese benachteiligten Kinder jemanden brauchten, der sich um sie kümmerte. Und er war davon überzeugt, dass sie ihren Weg gehen können, wenn jemand an sie glaubt. "Alles, was man braucht, ist Führung und eine Karte, die den Weg zeigt", sagt Carter. "Und das war die Vereinbarung, die den Kindern helfen sollte, ihr Leben zu ändern."

Carter weiß auch, dass Dinge sich nicht über Nacht ändern lassen, es mußs Schritt für Schritt vor sich gehen. "Wenn du jeden Tag 1 % verbesserst, bist du in 100 Tagen soweit. Weißt du, was ich meine? Man sieht, es mußs einfach in Fahrt kommen. Wenn du einmal eine gute Entscheidung getroffen hast, folgt die nächste, dann wieder eine weitere - und bevor du es merkst, kannst du den Unterschied in deinem Leben entdecken."

Er lehrte die Jugendlichen, nicht nur auf dem Spielfeld die Bälle scharf zu werfen, er wollte, dass sie auch in ihrem Leben sich an die Spitze werfen. "Du sollst nicht nur einfach ein großes Bild sehen, du sollst das ganze Bild sehen", sagt Carter. "Wenn die Kids zu mir kommen und sagen, sie wollen berühmt werden und eine Menge Geld verdienen wie zum Beispiel Kobe oder Shaq, dann sage ich ihnen, dass der Nachtisch zum Schluss kommt, davor kommt erst einmal das Hauptgericht. Außerdem gibt es nur einen Kobe und einen Shaq. Denke weiter und glaube daran, dass du eines Tages der Typ bist, der Kobes und Shaqs Scheck unterschreibt!"

Die Umsetzung Als die Filmemacher sich entschlossen, einen Film zu machen, der durch Ken Carters Leben inspiriert ist, war eines für sie klar: Dieser Mann war nicht nur ein Vorbild für die Erziehung, er war auch ein Experte in Basketball. So war es sehr wichtig, dass jede Basketball-Szene authentisch auszusehen hatte. Dafür war Mark Ellis von Reel Sports als Basketball-Koordinator für den Film zuständig.

Die Auswahl der Spieler war ein langwieriger Prozess, Ellis war sehr anspruchsvoll. Die Spieler mußsten bereits in der High School Basketball spielen und zu den All Conference und/oder zu den All Star Players gehören.

"Es war sehr zermürbend", erinnert sich Ellis. "Wir suchten innerhalb von vier Tagen 85 Spieler aus 500 Bewerbern aus, um dann pro Stunde auf je 10 Spieler zu kommen. Als dann ein Spieler auserwählt wurde, begann er ein intensives Trainingsprogramm. Ich sage dir, diese Kids arbeiteten Monate lang nonstop, um für die Spielsequenzen perfekt zu sein. Ihre harte Arbeit hat sich bezahlt gemacht, die Szenen auf dem Spielfeld sind wirklich mit Vollgas gedreht!"

Die Szenen wurden mit drei oder vier Kameras gedreht und tausenden von Extras. So kamen die großen Dunks, die Block Shots und all die Spielzüge, die es bei einem Basketball-Game gibt, real rüber. "Man mußs heutzutage diese Dinge so wahrheitsgetreu wie möglich rüber bringen, die Zuschauer lassen sich da auf nichts ein", sagt Ellis. "Der Film handelt von Teamwork, Entschlusskraft und Schweiß, und so war es sehr wichtig, den körperlichen Einsatz der einzelnen Spieler sowie der gesamten Mannschaft zu zeigen".

Für Regisseur Thomas Carter war es aber auch wichtig, das persönliche Umfeld jeden Spielers zu zeigen. Die Zuschauer sollten sich in das Jahr 1999 nach Richmond und in die Richmond High School zurückversetzt fühlen. Dafür war Produktionsdesigner Carlos Barbosa, bekannt für seine Arbeit an solch beliebten Serien wie "Lost", "24" und "CSI: Miami", verantwortlich.

Barbosa gestaltete jede Sporthalle in ihrem eigenen Look, sodass der Zuschauer das Gefühl hat, er geht mit dem Team von Spiel zu Spiel. Coach Ken Carter war davon sehr beeindruckt. "Als ich den Job an der Richmond High annahm, waren die Konditionen nicht sehr perfekt und ich hatte das Gefühl, diese Kids waren bereits abgeschrieben", erinnert sich Carter. "Ich glaube, die Produktionsdesigner haben einen tollen Job gemacht, die Unterschiede zwischen Richmond und einigen anderen Schulen, die einfach einen besseren Background haben, aufzuzeigen".

Carter fand außerdem, dass Location Manager Kokayi Ampah ("Mystic River", "Blood Work") ebenso gute Arbeit bei der Suche nach der richtigen Umgebung für Familie Carters Haus geleistet hat. Angesiedelt im West Adams District von Los Angeles, wo es die schönsten Arbeiterhäuser gibt, war Carters Heim. "Als Ken Carter in das von uns auserwählte Haus kam, setzte er sich auf die Couch und erzählte uns, das es genau so aussah wie sein Haus in Richmond", erinnert sich Kokayi. "Wir wollten es einfach richtig machen. Und er ist jemand, der es uns sagen würde, wenn etwas nicht stimmt."

Über die Musik Der Soundtrack, der genau auf die Basketball-Sequenzen abgestimmt ist, beinhaltet 14 neue Songs, darunter die Lead-Single "Hope" von Hip-Hop Artist Twista mit dem R&B Sänger Faith Evans, ebenso wie Tracks von Ciara, Fabolous, The Game, Chingy, Kanye West, Red Café und viele andere. Der bekannte Musikvideo-Regisseur Chris Robinson drehte das Video mit der Hauptsingle "Hope", in welchem Samuel L. Jackson und Rick Gonzales mitspielen.

Auf dem Soundtrack findet man einige Highlights der R&B und Rap-Szene ebenso wie eine Anzahl an neuen, aufkommenden Künstlern. Es gibt die zweite Single "All Night Long" von Brooklyn`s Red Café; "Roll Wit You" von Crunk & B Star Chiara; "No Need for Conversation" von Fabolous featuring Mike Shorey, "Southside" von The Game featuring Lil Scrappy, "Professional" von dem dreifach Platin-ausgezeichneten Rapper Chingy featuring GIB und "Wouldn`t You Like To Ride" von Kanye West, Malik Usef & Common.

"Bevor wir das Projekt angingen, zeigten wir den Film einer großen Gruppe von Künstlern, von denen wir dachten, dass sie vom Thema her zu dem Film passten", sagt Andrew Slater, President und CEO von Capitol Records. "Das Resultat ist ein Soundtrack, der den Film genau reflektiert und unterstützt. Es zeigt, wie die Künstler von der Kraft und Ehrlichkeit des Films inspiriert wurden".

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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