Hide And Seek - Du kannst Dich nicht verstecken

Produktionsnotizen

"Ich hatte mir vorgenommen, einen wirklich angsteinflößenden Film zu schreiben" erzählt Drehbuchdebütant Ari Schlossberg über HIDE AND SEEK - DU KANNST DICH NICHT VERSTECKEN. "Ich wuchs in New York City auf und fand Wälder deshalb immer ein wenig beängstigend. Also ließ ich meine Story in einem ländlichen, von Wäldern umgebenen Städtchen spielen."

Passend zur spannenden, unheimlichen Natur seiner Geschichte schrieb Schlossberg oft nachts in einem dunklen Raum und übernahm während der Drehbuchentwicklung jede seiner Rollen selbst. "Die Stimmen meiner Figuren zeigten mir, wohin die Handlung führen sollte", erklärt er seine Arbeitsweise. Mit der Zeit nahm die Geschichte so konkrete Formen an, dass sich Schlossberg entschied, seine Story der Filmwelt vorzustellen.

Produzent Barry Josephson gehörte zu den ersten, die Schlossbergs Skript zu Gesicht bekamen. "Beim Lesen bekam ich Gänsehaut", erinnert sich Josephson. "Ich konnte es einfach nicht mehr aus der Hand legen." Der Produzent war so beeindruckt, dass er das Drehbuch nicht nur augenblicklich kaufte und bei Twentieth Century Fox unterbrachte, sondern Schlossberg darüber hinaus versprach, nur ihn allein mit zukünftigen Überarbeitungen zu beauftragen - eine Seltenheit im heutigen Hollywood, wo man zur Verbesserung von Skripts oft mehrere Autoren hinzuzieht.

Die Besetzung von Leinwandlegende Robert De Niro war für Josephson von entscheidender Bedeutung "De Niro hinterlässt in jedem seiner Filme einen bleibenden Eindruck beim Publikum", erklärt er. "HIDE AND SEEK - DU KANNST DICH NICHT VERSTECKEN profitiert immens von De Niros eindrucksvoller Darstellung eines sorgenvollen Vaters, der fassungslos mit ansehen mußs, was seiner Tochter passiert."

John Polson schloss sich dem Projekt an, nachdem er zuletzt den Fox-Thriller SWIMFAN ("Swimfan", 2002) inszeniert hatte. Für Robert De Niro, so der Regisseur, bot HIDE AND SEEK - DU KANNST DICH NICHT VERSTECKEN die Gelegenheit, einmal eine andere Facette seines Könnens zu zeigen: "Wir haben Bob noch nie einen Vater spielen sehen, der um das Fortbestehen seiner Familie kämpft. Dabei mußs er eine große Verletzlichkeit ausstrahlen. Es war spannend, ihn dabei zu beobachten."

Die Spannungs- und Thriller-Elemente des Drehbuchs faszinierten Polson an dem Projekt besonders. Doch sein Interesse für die Vater-Tochter-Beziehung war noch viel größer. "Ich finde die Grundkonstellation um einen Vater, der seine Tochter vor jemandem - oder etwas - schützen möchte, das keiner von beiden versteht, ziemlich aufregend", verdeutlicht Polson, selbst ein renommierter Autor.

"Davids verzweifelte Versuche, seiner Tochter zu helfen und die Beziehung zu ihr zu retten, sind sehr emotional", fügt Polson hinzu. "Ihre Beziehung zueinander ist das, was das Publikum als erstes berührt und ist die Grundlage für alle weiteren Zwischenfälle."

Die Suche nach Emily, einer komplexen und anspruchsvollen Rolle, endete unweigerlich bei Dakota Fanning. "Ich glaube, es gibt derzeit keine bessere Schauspielerin in ihrem Alter", schwärmt Josephson. "Sie besitzt eine immense Begabung, weit mehr als ihrem Alter entsprechend."

"Dakota überrascht mich jedes Mal aufs neue. Ich kann das nicht anders beschreiben", fügt Polson hinzu. "Mit ihr zu arbeiten ist wie mit einer talentierten 35-Jährigen zu drehen."

Fanning erinnert sich ebenfalls lebhaft an ihre erste Begegnung mit dem Stoff. "Ich fing an, das Drehbuch oben in meinem Zimmer zu lesen. Bald fürchtete ich mich so, dass ich zum Weiterlesen runter gehen mußste, wo mein Vater und meine Schwester waren", erzählt sie.

Für die Rolle der verstörten Emily mußste die von Natur aus blonde Dakota eine braune Perücke und Make-up unter den Augen tragen, um ihr den gewünschten Ausdruck zu verleihen. Die Perücke half Dakota dabei, sich an die für sie ganz ungewohnten Anforderungen anzupassen. "Eine Rolle wie diese habe ich noch nie gespielt", erklärt Fanning. "Zunächst einmal sehe ich völlig anders aus, aber das ist nur Nebensache. Emily hat unglaubliche Angst und steckt in ziemlichen Schwierigkeiten, aber man hat lange Zeit keine Ahnung, wer - oder was - diese unheimlichen Ereignisse um sie herum auslöst."

Fanning entwickelte eine freundschaftliche Beziehung zu Robert De Niro - ähnlich wie mit Sean Penn bei I AM SAM ("Ich bin Sam", 2001) und Denzel Washington bei MAN ON FIRE ("Mann unter Feuer", 2004). "Mit Robert De Niro an meiner Seite ging ein Traum in Erfüllung", schwärmt Fanning. "Er ist so nett und ich habe jeden Tag etwas von ihm gelernt."

Zu Beginn ist Emily eine ganz normale, fröhliche Neunjährige mit einer engen Beziehung zu ihrer Mutter. Kurz nach deren Tod ziehen Emily und ihr Vater in ein Mietshaus in einer verschlafenen, etwas unheimlich wirkenden Kleinstadt im nördlichen Teil des Bundesstaats New York. Von da an wandelt sich Emily zu einem schweigsamen, geheimniskrämerischen Mädchen mit einem bedrohlichen ?Freund' namens Charlie. "Zuerst scheint es eine positive Entwicklung zu sein, dass Emily einen imaginären Freund hat", erklärt Fanning. "Dann aber wird es schlimm - und bald wird es ganz schrecklich."

Zur Untermalung von Davids und Emilys sich stetig verschlimmernder Situation - und der langsam ansteigenden Spannung - setzten Polson und sein Team ganz gezielt Produktionsdesign, Beleuchtung, Kamerabewegungen, Geräusche und Musik ein. "Wir bedienen uns dieser Elemente ebenso wie des wunderbar zurückhaltenden Spiels von Bob und Dakota, um in den ersten zwei Dritteln des Films einen stillen ?psychologischen' Grusel zu erzeugen, der die Zuschauer den Atem anhalten lässt", erklärt Polson. "Im letzten Akt gibt es dann Nonstop Action und Schrecken."

Zu Beginn der Handlung nutzt Kameramann Dariusz Wolski Licht, um eine optimistische Stimmung zu erzeugen. Doch im Zuge der schwindenden Hoffnung auf ein neues Leben für David und Emily führt uns auch Wolskis Lichtsetzung immer tiefer in Davids Alptraum. "Tief in Emily ist irgend etwas zerbrochen", verdeutlicht Wolski, "und David versucht sie zu heilen." Dabei befindet sich adäquat zu Davids und Emilys stets wandelnden Ängsten auch die Kamera ständig in Bewegung.

Zu den Aufgaben des Produktionsdesigners Steven Jordan zählte auch die Gestaltung von Emilys Zeichnungen. Am Anfang strotzen ihre Bilder nur so vor Unschuld und Charme, doch in dem Maße, wie sich Emilys Verbindung zu ihrem imaginären Freund manifestiert, werden auch die Bilder immer bedrohlicher. In einem Arbeitsprozess, den Polson als "Casting-artig" bezeichnet, besahen sich Jordan und Polson Hunderte von Zeichnungen. "Wir hatten für unsere ´Star´-Zeichnungen sogar Doubles", erinnert sich der Regisseur.

Komponist John Ottman, der bereits die Musik zu X-MEN 2 ("X-Men 2", 2003) geschrieben hatte, sorgt mit seinem aufwändigen Orchesterscore für noch mehr Grusel im Film. In das immer wiederkehrende Hauptmotiv des Scores integrierte er zum Beispiel Dakota Fannings Stimme. "Man kann Dakota während des gesamten Films singen hören", verdeutlicht Ottman. "Sie trägt also sehr viel zu der unheimlichen Stimmung bei."

Auch die anderen Hauptdarsteller wussten die höchst spannenden Elemente des Films zu schätzen, zeigten sich aber auch insbesondere über die Charakterzeichnungen erfreut. Amy Irving spielt Emilys Mutter Alison, deren plötzlicher Tod Davids und Emilys Leben auf schreckliche Weise aus der Bahn wirft. "Alison ist der fröhliche Elternteil und hat eine besonders enge Beziehung zu ihrer Tochter", erklärt Irving. "Ihr Tod trifft Emily hart."

Zu den weiteren entscheidenden Personen in HIDE AND SEEK - DU KANNST DICH NICHT VERSTECKEN gehört die Kinderpsychologin Katherine (FAMKE JANSSEN). Sie baut eine sowohl professionelle als auch mütterliche Beziehung zu Emily auf. Katherine lebt in New York City und spricht oft mit David über seine Tochter. Als sie von den seltsamen Vorkommnissen in deren neuem Heim erfährt, besucht sie die beiden und riskiert schließlich ihr eigenes Leben, um dem kleinen Mädchen zu helfen.

"Katherine kennt sich in ihrem Fach aus und engagiert sich sehr für David und Emily", verdeutlicht Janssen. "Katherine weiß, dass das simple Spiel, das Emily mit ihrem imaginären Freund Charlie spielt, weitaus mehr bedeutet, als es zuerst scheint. Doch die ?Hide and Seek'-Mentalität trifft nicht nur auf Emily, sondern auch auf alle anderen Charaktere zu, in Bezug auf ihre Identität und das, was sie durchmachen."

Die neue Frau in Davids Leben ist die kürzlich geschiedene Elizabeth, die ihrem Leben einen neuen Impuls geben möchte. Elizabeth ist die Erste, die David und Emily in deren neuem Heim begrüßt, und es entsteht eine enge Freundschaft mit David. Als die Freundschaft jedoch romantische Züge annimmt, wird Elizabeth plötzlich zum Ziel eines unbekannten Angreifers. "Steckt nun Charlie, Emily oder ein gänzlich Unbekannter hinter diesen Attacken?", fragt sich Elizabeth-Darstellerin Elisabeth Shue. "Das gehört zu den großen Mysterien dieses Films."

Dylan Baker übernimmt die Rolle von Sheriff Hafferty und verstrickt sich ebenfalls in die zunehmend furchterregend werdenden Ereignisse, die im Haus der Callaways vor sich gehen. "Das Haus und die ländliche Umgebung sind schön, wirken aber manchmal sehr desolat", erzählt Baker. "Wir haben es mit einer wirklich hübschen, aber irgendwie unheimlichen Kleinstadt zu tun. Ich empfinde es mehr als beunruhigend, in diesem ziemlich gruseligen "Paradies" alleine festzusitzen."

Gruselig ist beinahe eine Untertreibung. John Polson hofft, dass HIDE AND SEEK - DU KANNST DICH NICHT VERSTECKEN mit all seinem Grauen und Schrecken und der schier unerträglichen Spannung dem Publikum gefällt. Doch er wünscht sich zudem, dass die Zuschauer auch etwas mehr aus dem Kino mitnehmen. "Wir wollten einen Thriller drehen, der das Publikum ernst nimmt", verdeutlicht er. "Ich wünsche mir, dass die Leute sich blendend amüsieren, aber diese Beziehung zwischen Vater und Tochter dennoch als etwas Bewegendes, Komplexes empfinden."

Außerdem sollen sie sich über ihren neuen, unheimlichen Freund Charlie freuen ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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