Spanglish

Produktionsnotizen

Im wörtlichen Sinn ist SPANGLISH eine Mischung aus Spanisch und Englisch, der Dialekt, der von fast vierzig Millionen Latinos in den Vereinigten Staaten gesprochen wird. Im Titel von James L. Brooks neuester Komödie bezieht er sich darauf, wie sich die beiden Kulturen vermischen, wenn sie unter einem Dach zusammenleben.

Laut Brooks "gibt es viele erstaunliche Unterschiede zwischen diesen Kulturen. Dieser Film handelt in erster Linie davon, was geschieht, wenn diese aufeinander treffen, und davon, worin sie nicht auf einen Nenner kommen. Ein gemeinsamer Nenner, den die Figuren Flor und John finden, ist die Erziehung ihrer Kinder. Beide haben ihren Kindern die oberste Priorität in ihrem Leben eingeräumt."

Am Anfang des Films wird die Mexikanerin Flor mit ihrer innig geliebten sechsjährigen Tochter Cristina von deren Vater sitzen gelassen. Sie ist eine allein erziehende Mutter mit wenig Geld und wenigen Optionen. Brooks erklärt: "Flor fühlt eine große Schuld, weil sie einen Mann geheiratet hat, der kein richtiger Vater sein konnte. Sie stellt alle eigenen Bedürfnisse als junge Frau hinten an, um sich gänzlich ihrem Kind zu widmen. Diese Hingabe ist weder ein Opfer noch Märtyrertum sondern die natürlichste Sache der Welt für sie."

Weil sie auf ein besseres Leben für ihre Tochter hofft, flieht Flor aus Mexiko und lässt sich in einer Latino-Gemeinde von Los Angeles nieder, die sie nicht mehr verlässt. Sie bleibt in einer Welt und Sprache verwurzelt, die sie kennt und damit der amerikanischen Kultur völlig fern. Bis zu dem Tag, an dem sie von den Claskys als Haushälterin engagiert wird. Wie die Erzählerin erklärt: "Nach der ganzen Zeit, die sie in Amerika verbracht hat, betritt sie endlich zum ersten Mal ein fremdes Land."

John und Deborah Clasky (Adam Sandler und Téa Leoni) haben so ihre Schwierigkeiten in ihrer Ehe. John ist ein liebender, geduldiger und solider Vater und Ehemann, außerdem Chefkoch und Besitzer eines angesagten Restaurants. Deborah hat vor kurzem ihren Job als Werbedesignerin verloren und befindet sich auf dem besten Weg in die Identitätskrise. Ihre Karriere hatte ihr ermöglicht, einen Teil ihrer Nervosität zu kanalisieren. Jetzt wird ihre Unsicherheit zur Bedrohung der Stabilität der Familie. Wie Brooks betont: "Deborah erlebt sehr früh eine ernsthafte Midlife-Krise (sie ist erst Ende dreißig). Damit zieht sie alle um sich herum in Mitleidenschaft."

Deborah hat zwar keine schlechten Absichten, aber sie ist nervös und ihr ist nicht bewusst, wie verrückt sie ist. Sie strebt nach Selbstbewusstsein, aber verliert sich dabei immer wieder. Ihre zwei Kinder Bernice und Georgie (Sarah Steele und Ian Hyland) werden zu Opfern von Deborahs Idealvorstellungen davon, wie ihre Kinder sein sollen. Deborahs Mutter Evelyn (Cloris Leachman) ist sich dieses inneren Chaos' ihrer Tochter schmerzhaft bewusst - doch ihre Warnungen treffen auf taube Ohren. Evelyn war eine mittelmäßig erfolgreiche Jazzsängerin. Jetzt mußs sie als leidenschaftliche, aber liebenswerte Trinkerin mit ihrer eigenen Situation zurechtkommen: Sie lebt zum Missfallen ihrer Tochter unter demselben Dach. "Ab einem gewissen Punkt ist Evelyn diejenige, die alles kommen sieht", sagt Brooks. "Sie begreift, was geschieht, bevor es die Betroffenen tun. Es gibt da eine Textzeile, die sie an Flor richtet. Diese lautet: ,Ich liebe dich. Ich liebe uns alle. Das wird mich eines Tages umbringen.'"

Flor findet Deborahs gut gemeintes, verrücktes Verhalten anmaßend und merkwürdig. Durch ihre fehlenden Englischkenntnisse geschützt, beobachtet sie das Verhalten ihrer Arbeitgeberin aus stiller Distanz. "Privatsphäre und Würde sind in Flors Fall ein und dasselbe", erklärt Brooks. "Sie trennt ihr eigenes Leben und ihre Privatsphäre von dem der Claskys. Sie erzählt ihnen nicht einmal, dass sie eine Tochter hat, bis sie dazu gezwungen ist."

Aber es ist natürlich nicht zu vermeiden, dass Flor in das Leben der Familienmitglieder hineingezogen wird. Mit ihrem eher ungeschickten Bemühen, Bernice zum Abnehmen zu bringen, kauft Deborah ihrer Tochter Kleidung, die eine Nummer zu klein ist. Bernice ist am Boden zerstört. Flor gibt ihre Zurückhaltung auf und kommt Bernice zu Hilfe. Sie ändert die Kleidung, damit sie ihr passt, und opfert damit ihre letzte Verteidigungslinie.

Zur selben Zeit bekommt Johns Restaurant von einer populären Zeitung vier Sterne verliehen und er selbst die Auszeichnung "Bester Koch Amerikas". Seine Reaktion ist zwiespältig, weil er für ein Restaurant in New York gearbeitet hatte, das ebenfalls vier Sterne bekommen hat. Das war, wie er sagt, "die Voraussetzung dafür, ein Arschloch zu werden. Der Tonfall der Leute änderte sich." Er ist überzeugt, dass dreieinviertel Sterne perfekt wären. "Man hat genügend Respekt vor dir, so dass gute Leute mit dir arbeiten wollen. Das Geschäft läuft gut, aber nicht wie verrückt. Du bist gerade noch in dem Bereich, in dem man sich um seine eigenen Angelegenheiten kümmern kann. Das ist ein solides Leben."

Die Claskys mieten ein Sommerstrandhaus in Malibu, das mit dem Bus nicht erreichbar ist. Deborah will, dass Flor dort den Sommer über einzieht. Flor weigert sich und gibt ihre Privatsphäre auf: Sie erzählt der Familie zum ersten Mal, dass sie eine Tochter hat. Deborah findet, dass sie beide dort leben könnten. Wenn sie nicht umziehe, würde sie ihren Job verlieren. Flor hat keine andere Wahl. Sie zieht ein.

Deborah ist sofort von Cristina angetan und nimmt das leicht zu beeindruckende junge Mädchen unter ihre Fittiche. Brooks bemerkt: "Cristina ist ein Goldschatz. Sie ist brillant, schön und begeistert von Deborah. Zwischen den beiden Frauen entwickelt sich ein Wettbewerb um den Charakter und die Seele des Kindes."

Während Deborahs Verhalten immer unangemessener wird, wird dies für Flor und John zum gegenseitigen Prüfstein. Die Basis für ihre gegensätzliche Anziehung ist geschaffen. "Was Flor und John gemein haben, ist ihre Liebe zu ihren Kindern", sagt Sandler. "Sie wollen einfach nur, dass alle glücklich sind."

Brooks fügt hinzu: "John ist genauso ein hingebungsvoller Vater wie Flor dies als Mutter ist. Er demonstriert einen enormen guten Willen und Optimismus. Er versucht, für seine Kinder Mutter und Vater zugleich zu sein, als Deborahs Verhalten gefährliche Ausmaße annimmt und sie sich nur noch um sich selbst kümmert. Obwohl sie die Sprache trennt (bisweilen fungiert Cristina lustigerweise als Übersetzerin bei den beiden), finden Flor und John mit ihrem steten und ernsthaften Verantwortungsbewusstsein gegenüber ihren Kindern eine wichtige Gemeinsamkeit. "Anstand kann sehr sexy sein", witzelt Brooks. "Und das ist genau das, was zwischen diesen beiden Figuren passiert. Sie sind beide von der Offenheit und dem Anstand des anderen hingerissen. So wie ein tief ausgeschnittenes Kleid oder blendendes Aussehen Menschen im Kino normalerweise sprachlos machen. Sie sind sozusagen von der Güte des anderen außer Gefecht gesetzt."

Die Kommunikationsprobleme und sprachlichen Defizite belasten alle Beziehungen in SPANGLISH. Die ausführende Produzentin Christy Haubegger meint: "Es gibt überall in diesem Film Sprachprobleme - zwischen John und Deborah, Deborah und Flor, Flor und Cristina, John und Flor etc. Das Wort ,Spanglish' ist eine Metapher für die Kollision der Kulturen in diesem Haushalt. Es ist außerdem eine Metapher für die allgemeinen Unzulänglichkeiten der Sprache. Ob wir nun dieselbe Sprache sprechen oder nicht, wir müssen bis zu einem gewissen Grad das Verhalten des anderen immer interpretieren."

Obwohl John und Flor sprachliche Probleme bei ihrer Kommunikation haben, haben sie ein instinktives Verständnis für das Verhalten und zeigen echtes Einfühlungsvermögen und Mitgefühl für die Empfindungen des anderen. "Die kulturellen Schwierigkeiten in unserer multikulturellen Gesellschaft können tiefgreifend sein", sagt Brooks. "Bei Flor und John jedoch sind es die Gemeinsamkeiten, die so tiefgreifend sind."

Leoni bestätigt dieses Gefühl und fügt hinzu: "Kulturen kommen zusammen, treffen aufeinander. Das ist auf jeden Fall ein Aspekt dieses Films. Aber ich denke, worauf James anspielt, ist unsere Unfähigkeit, die Menschen in unserem Leben, die uns am nächsten sind, zu verstehen oder ihnen überhaupt zuzuhören."

Die Suche nach Flor und Cristina Am Anfang von SPANGLISH befinden wir uns in einem Vorort von Mexico City. Flor eilt nach draußen, um den Schulbus zu erwischen, der vor ihrem bescheidenen Haus hält. Cristina, eine liebenswerte Sechsjährige und Flors Augapfel, hält ihr Englischbuch in der Hand, als sie auf ihre Mutter zustürmt. Die gegenseitige Zuneigung der beiden ist ganz offensichtlich, als sie sich umarmen. Dann hören wir Cristinas Erzählstimme als junge Frau, die einen Brief mit der Genehmigung eines Stipendiums für die Princeton Universität vorliest.

Die Erzählerstimme begleitet Flors und Cristinas Reise von Mexiko in die Vereinigten Staaten. Dies war Brooks' Ausgangspunkt seiner Geschichte. "Ich begann mit zehn Seiten einer Erzählung, die für lange Zeit in meiner Schublade lag", berichtet er. Aber das hervorstechende Thema der Story war bereits in diesen wenigen Seiten angelegt: Wie weit wird ein Elternteil gehen, um die moralische Integrität seines Kindes zu schützen und zu lenken.

Es war notwendig, bei dem Film auf Untertitel zu verzichten, damit die Story authentisch wird. Möglich wurde dieser Verzicht durch den Einsatz der Erzählerin.

Die besondere Bande zwischen Eltern und Kind zieht sich durch viele von Brooks' Filmen, am stärksten natürlich durch Terms of Endearment (Zeit der Zärtlichkeit, 1983), I'll Do Anything (Geht's hier nach Hollywood?, 1994) und As Good As It Gets (Besser geht's nicht, 1990). Mit SPANGLISH fügt er diesem eine weitere Ebene hinzu: die komplexen Probleme kultureller Integration. Ansell erklärt: "Flor erzieht ihre Tochter nach einem bestimmten Muster moralischer Werte. Als sie nach Amerika kommt, insbesondere als sie ins Haus der Claskys kommt, geraten diese Moralvorstellungen in Gefahr. Flor befürchtet, dass ihre Tochter von ganz anderen Werten verführt werden könnte - Werte, an die sie weder glaubt, noch dass sie sie besonders achten würde.

Vor knapp fünf Jahren begann Brooks ernsthaft über die Charaktere Flor und Cristina nachzudenken. Auf der Suche nach ihnen wandte er sich an Christy Haubegger, Gründerin des "Latina Magazine". "Ich bekam einen Anruf von Julie Ansell, die sagte, dass Jim Brooks daran interessiert sei, eine Story mit einer lateinamerikanischen Heldin zu schreiben", erinnert sich Haubegger. "Als ich ihn das erste Mal traf, war ich unglaublich beeindruckt von diesem Wunsch, die Figuren präzise zu treffen - einschließlich aller Details ihrer Kultur und Geschichte. Als Latina habe ich selbst versucht, Karriere zu machen, indem ich unsere Geschichten erzählt und unsere Gesichter mit Würde und Authentizität gezeigt habe. Klar, dass ich große Lust darauf hatte, ihm dabei zu helfen, seine Story genauso gut zu erzählen."

Während des Schreibens verbrachte Brooks viel Zeit mit der Recherche für seine Figuren. Bei keiner seiner Filme war diese jemals so unerlässlich wie bei SPANGLISH. Denn bei der Figur von Flor konnte er sich nicht auf persönliche Erfahrungen verlassen. "Ich glaube, es gibt da einen Teil des Publikums, um den man sich am meisten kümmern sollte, wenn man an einem Film arbeitet. Nämlich genau jene Menschen, über die man schreibt. Sie werden wissen, ob man sich auskennt, oder nicht. In diesem Fall heißt das: Wenn Lateinamerikaner das Gefühl hätten, dass die Figuren nichts mit ihnen zu tun haben, dann wäre ich am Boden zerstört", gibt Brooks zu.

"Er wollte wissen, was Latinas wichtig ist und womit wir zu kämpfen haben", bestätigt Haubegger. "Latinos werden als Immigranten angesehen, obwohl Spanisch die erste europäische Sprache in Nordamerika war und die Hälfte von uns hier geboren ist. Trotzdem passen wir uns notwendigerweise nicht so an, wie es vorangegangene Gruppen von Immigranten getan haben. Es trifft eher zu, dass wir uns eine Kultur aneignen', was bedeutet, dass wir Elemente unserer neuen Kultur annehmen, während wir daran festhalten, wer wir sind. Das was Jim wirklich zu verstehen versuchte, war die Herausforderung, eine Latina zu sein, und diese zwei getrennten Welten und Sprachen in die Balance zu bringen."

Haubegger arrangierte für Brooks Treffen mit mehreren Gruppen junger spanischer Frauen mit lateinamerikanischem Ursprung und mit Kindern, die von Spanisch sprechenden Müttern erzogen wurden. "Ich verbrachte mehr als ein Jahr mit dem Versuch, diese Charaktere einzufangen und ihre Eigenschaften zu erkennen", sagt Brooks. "Ich wollte die lateinamerikanische Kultur nicht der sprachlichen Missverständnisse wegen darstellen oder irgendeine vage romantische Idee davon übermitteln. Also umgab ich mich mit Tag und Nacht mit Menschen, die über ihre Kultur sprachen."

Die Frauen, die er traf, waren sehr offen, was ihre persönlichen Erfahrungen als Immigranten angeht. Er war sehr bewegt von einigen seiner Unterhaltungen, in denen es um die Herausforderungen und die Enttäuschungen ging. Darum, wie es ist, ein neues Zuhause anzunehmen, um die Hoffnungen und Träume der Frauen für ihre Kinder. Ansell erinnert sich: "Es gab viele Tränen, weil Jim zum Kern dessen vordringen wollte, wie sie sich wirklich dabei fühlten, hier zu sein. Viele der Frauen hatten zwiespältige Gefühle. Sie fühlten, dass von ihnen erwartet wurde, froh zu sein, den ,amerikanischen Traum' leben zu können. Aber ihnen gefiel nun einmal nicht alles an Amerika. Zwar hatten einige wirklich schreckliche Orte hinter sich gelassen hatten, aber dennoch waren diese doch immer noch ihr Zuhause."

Eines der zentralen Themen innerhalb dieser Gruppen von Frauen war der Widerwille von einigen von ihnen, Englisch zu lernen. Sie hatten Angst, lächerlich zu klingen, vor allem vor ihren Kindern. Haubegger bemerkt: "Man kann unglaublich brillant sein und sich in seiner Muttersprache gut ausdrücken können. Aber dann spricht man in einer neuen Sprache plötzlich wie ein Kleinkind. Das kann sehr entmutigend sein."

Außerdem ist Englisch in Los Angeles gar nicht notwendig, wo es einige der Frauen es geschafft haben, ihr Leben in einer vollständig Spanisch sprechenden Welt zu managen. "Die Tatsache, dass man in L.A. und in vielen anderen Teilen der USA leben kann, in denen nur Spanisch gesprochen wird", setzt Haubegger fort, "zeigt zugleich die Vielfalt als auch die Isolation und Rassentrennung, die in diesem Land existiert."

Auf einer persönlicheren Ebene kann es die Eltern-Kind-Beziehung beeinflussen, wenn sich die Eltern auf ihre Kinder als Übersetzer verlassen müssen. "Das Verhältnis zwischen Kind und Erwachsenen kehrt sich um und verdreht sich ein wenig", stellt Brooks fest. Mit dieser Vorstellung im Hinterkopf schrieb der Filmemacher eine Szene, in der Cristina als Übersetzerin in einer sehr hitzigen Konversation zwischen ihrer Mutter und John Clasky fungiert. "Es ist in gewisser Weise alles verkehrt", erklärt Ansell. "Sie mußs diese sehr erwachsenen Gedanken und Gefühle für ihre Mutter übersetzen, obwohl sie so jung ist."

Die Latina-Frauen teilten Brooks außerdem ihre Gedanken über Rendezvous, Heiraten und die Unterschiede zwischen lateinamerikanischen und angloamerikanischen Männern mit. In einer ihrer Sitzungen hörte Brooks von der Fantasie einer jungen Frau, die den Film mehr als alles andere prägen sollte. "Eine 19-jährige, allein erziehende Mutter mit einem zweijährigen Kind vertraute mir an, dass sie bei ihrem nächsten Mann gerne die Möglichkeit haben würde, ihn aus der Distanz zu beobachten, wenn er mit ihrem Kind in einem Park spielt", erzählt Brooks. "Ob sie sich mit ihm treffen würde oder nicht, würde davon abhängen, wie er sich im Umgang mit ihrem Kind verhält."

Die Familie Clasky Bei der Entwicklung der Figur des John Clasky versuchte Brooks ein allgemeingültiges Leinwandklischee zu zerstören. "Es gibt so viele Filme, in denen der Vater ausschließlich mit seinem Job beschäftigt oder einfach nur in gewisser Weise ein Trottel ist, bis er erleuchtet wird und bemerkt, dass seine Kinder wichtig sind und dass er kein Problem damit hat, Vater zu sein. Aber der Typ in diesem Film ist von Anfang an ein großartiger, hingebungsvoller Vater. So sind die Männer, die ich sehe, die jeden Tag ihre Kinder von der Schule abholen. So ist die Wahrheit, die ich kenne. Also war es mir wichtig, diese Art von Mann zu porträtieren - einen männlichen amerikanischen Helden."

Sandler sieht Clasky als "einen Mann, der weiß, dass er verantwortlich für seine Familie ist. Dies ist seine vorrangige Leidenschaft".

"John verkörpert nicht gerade die traditionelle lateinamerikanische Vorstellung eines Machos. Überhaupt nicht", sagt Brooks. Als die frisch engagierte Haushälterin Flor John kennen lernt, bringt es sie eher aus der Fassung, wie verhältnismäßig schnell er Gefühle zeigt. Brooks beschreibt die Szene: "Sie hat gerade ihren neuen männlichen Boss kennen gelernt. Sie steigt mit ihm in sein Auto, und er bricht in Tränen aus, weil seiner Tochter irgendetwas passiert ist. Flor flieht aus dem Auto - sie springt förmlich heraus, nur um von ihm wegzukommen. Sie findet ihn merkwürdig und hat keine Ahnung, wie sie mit ihm umgehen soll." Wie die Erzählerin sagt: "Für jemanden, der lateinamerikanischen Machismo aus erster Hand kennt, schien er die Emotionen einer mexikanischen ... Frau zu haben."

Flor ist an stoische, lateinamerikanische Macho-Männer gewöhnt. Nachdem sie genau so einen geheiratet hat, der sich als unfähig erweist, Verantwortung für eine Familie und sein Kind zu übernehmen, entscheidet sie, dass sie "sich nicht länger von der harten Schale eines Mannes anziehen lassen und dass ein guter Kern ihre neue Passion werden würde", wie wir von der Erzählerin lernen.

Und John Clasky ist ein guter Mensch. Thomas Keller, der weltweit bekannte Chefkoch des berühmten Restaurants "The French Laundry" im Napa Valley und des kürzlich in New York eröffneten "Per Se" diente als Vorbild für Clasky, einen talentierten Koch, der trotz seines außerordentlichen Erfolgs niemals ein falsches Verständnis von seiner Arbeit haben würde: Trotz aller Optionen und aller Bitten, sich vermarkten zu lassen, geht es für ihn nur darum, für andere zu kochen. Vor vielen Jahren las Brooks eine glühende Kritik über Kellers Napa-Valley-Restaurant, die Keller als den besten Koch der Vereinigten Staaten lobte.

Seitdem war Brooks fasziniert von der bezaubernden Einrichtung und der eleganten Küche der "French Laundry". Als er SPANGLISH schrieb, besuchte Brooks das Restaurant. "Jim verbrachte zwei Tage mit uns in der Küche, was uns sehr beeindruckt hat", sagt Keller. "Er stand ungefähr vierzehn Stunden lang in einer Ecke. Es ist schon hart genug in der Küche eine so lange Zeit hin- und her zu laufen beim Arbeiten. Aber so lange in einer Ecke zu stehen und sich Notizen zu machen - das war rekordverdächtig. Er wollte alles wissen, was man braucht, um eine Küche auf diesem Niveau zu führen. Alles - Ausstattung, Geräte, Arbeitskleidung ..."

Die Entstehung der Figur der Deborah Clasky geht auf ein Gemälde von D.J. Hall zurück, eine Künstlerin aus L.A., deren Arbeiten Brooks sammelt. Das realistische Gemälde "Summer Pastime" zeigt eine Frau mit einem Kalabreser-Strohhut unter einem rot-weiß-gestreiften Sonnenschirm, die in einem Matisse-Kunstbuch blättert. Dieses Bild, wie so viele von Halls Werken, erlaubt einen Blick auf den besonders privilegierten "West-side"-Los-Angeles-Lifestyle und reflektiert "Traurigkeit unter der Fassade strahlender, schöner Farben", so Ansell.

Auf Brooks' Bitte hin kontaktierte Produzent Richard Sakai D.J. Hall. Die Künstlerin hatte keine Ahnung, wer James L. Brooks war, als sie den Anruf erhielt. Aber er weckte ihr Interesse, und sie stimmte einem Besuch des Regisseurs in ihrem Studio zu. "Er hat eine Affinität zu Künstlern und eine außergewöhnliche Arbeitsweise. Jim war gerade mit seinem Drehbuch halb fertig und formte noch immer an seinen Ideen. Aber er wusste, er wollte mein Gemälde nachbilden. Er schien auf die Künstlichkeit des scheinbar glücklichen Leben und die Trugschlüsse des Mythos' des südkalifornischen Lebensstils anzusprechen, die ich mit meiner Arbeit einzufangen versuche."

Jim beschloss, Halls Gemälde "Studying Matisse" in der Szene, in der Flor Deborah, Bernice und Evelyn im Garten der Claskys kennen lernt, nachzubilden. Vor den Dreharbeiten machten Brooks und sein Team Probeaufnahmen der Szene auf einer Bühne in den Sony-Studios in Culver City. Hall war begeistert von dem, was sie sah. "Mein Gemälde wurde zum Leben erweckt, und das hat mich umgehauen", sagt sie.

"Es war wie die historische Darstellung von Meisterwerken, bei dem die Gemälde lebensecht nachgestellt werden und dann plötzlich die Darsteller ihre Posen verlassen und alles in Bewegung gerät. Ich war so erstaunt darüber, wie (Kameramann) John Seale das Licht und die Optik gesetzt hatte. Er hat einen Herbstnachmittag auf einer Bühne in diesen leuchtenden, warmen Spätsommernachmittag verwandelt. Es war brillant, wie er mit dem Licht zeichnete. Ein großartiger Hollywoodmoment."

Über den Casting-Prozess So viele der Schauspieler in Brooks' Filmen haben entweder bereits einen Academy Award® gewonnen oder wurden für den Preis nominiert (Jack Nicholson gewann zwei Oscars® für seine Darstellung in Brooks' As Good As it Gets und Terms of Endearment). Es war also nicht überraschend, dass die Schauspieler von SPANGLISH angesichts der Gelegenheit, mit dem Regisseur zusammenzuarbeiten, nicht zögerten. Obwohl sie wussten, dass die Arbeit mit Brooks anstrengend sein kann.

James L.Brooks' offensichtliches Talent beim Entwerfen von dreidimensionalen, weiblichen Rollen hatte bereits Oscars® für Helen Hunt (As Good as it Gets) und Shirley MacLaine (Terms of Endearment) sowie Nominierungen für Debra Winger (Terms) und Holly Hunter (Broadcast News [Broadcast News - Nachrichtenfieber, 1987]) zum Ergebnis. Téa Leoni, die Deborah Clasky spielt, hatte das Gefühl, dass die Arbeit an SPANGLISH ihr bislang härtester Schauspieljob war.

"Am Anfang fragte ich mich, ob ich genug Energie, Intensität oder Finesse haben würde, um diese zwiegespaltene, egomane Neurotikerin in einem Film zu spielen, der im Grunde eine sehr berührende dramatische Komödie werden würde. Ich hatte noch nie einen Regisseur, der mich so sehr in Anspruch genommen hat. Manchmal hat es mich verrückt gemacht, manchmal war ich eingeschüchtert, aber meistens habe ich James bewundert."

Alle Figuren von Brooks sind als komplexe menschliche Wesen erkennbar, sobald sie auf der Leinwand erscheinen. Sie sind oft fehlerhaft, aber stets real und einnehmend. "Einige der Regieanweisungen in meinen Drehbüchern sind auch wie Anweisungen für die Schauspieler zu verstehen", verrät Brooks. Obwohl die Figuren bereits präzise auf dem Papier entworfen wurden, setzt der Regisseur die Entwicklung der Figuren mit seinen Schauspielern während der Dreharbeiten fort, um jede mögliche Nuance aus ihren Charakteren herauszulocken.

Paz Vega, die die Flor spielt, beschreibt ihre Erfahrungen mit Brooks folgendermaßen: "Er ist jemand, mit dem ich mich vom ersten Moment an perfekt verstanden habe. Am Anfang verlangte er, dass wir meine Figur gemeinsam entwickeln. ,Ich weiß Dinge über Flor, aber ich weiß nicht alles', sagte er zu mir. ,Ich brauche dich, damit du mir diese Dinge sagst.' Und das ist die Art und Weise, wie wir die ganze Zeit gearbeitet haben."

Brooks für seinen Teil sagt: "Mir ist das Offensichtliche nicht entgangen, dass Paz, die diese unglaubliche Performance im Film liefert, nicht ein Wort von dem verstanden hat, was ich gesagt habe."

Während er das Drehbuch zu SPANGLISH schrieb, stellte sich Brooks Adam Sandler als John Clasky vor. Er wusste, dass Sandler genau diesen Anstand besaß, der bei seiner Figur entscheidend sein würde. "Ich versuchte Adam für einen kleinen Part in einem Film zu casten, damals, als er noch bei ,Saturday Night Live' war. Er kam in mein Büro, und er hatte genau diese Eigenschaft, die mir in Erinnerung blieb." Mit unverändertem Urteil über sein Talent kam Brooks mit der Rolle des John auf Sandler zu. "Wir begannen, uns über diesen Film zu unterhalten, und ich sagte einfach: ,Es ist ein Schauspielerjob'. Ich denke, dass sich unsere kreative Diskussion genau darauf beschränkte."

Sandler katapultierte sich mit einer Reihe erfolgreicher Komödien zum Erfolg. Mit Paul Thomas Andersons hochgelobtem Punch-Drunk Love (Punch-Drunk Love, 2002) machte das Publikum die Bekanntschaft mit einer ernsthafteren Seite von Sandler. Leoni findet: "Adam war erstaunlich in Punch-Drunk Love."

Brooks sah Claskys Stärke in seiner Klarheit und in seiner Zufriedenheit mit sich selbst. "Er ist nicht verwirrt oder geplagt. Er ist in der Lage, seine Emotionen zu zeigen. Aber seine Umgebung verwirrt ihn ständig. Er bleibt jedoch immer stark dabei. Dagwood Bumstead war schon immer mein persönlicher Antiheld."

In dem Film hat Johns Familie ganz klar die Priorität in seinem Leben. An einem gewissen Punkt der Story entscheidet er, zwanzig Prozent seines Geschäfts aufzugeben, um zu vermeiden, zu viel Zeit von Zuhause fort zu sein. "Er braucht dazu keine Offenbarung, um zu dieser Entscheidung zu gelangen", stellt Brooks heraus. "Er ist einfach so und trifft ganz einfach die richtige Wahl."

Dieses solide, ruhige Selbstvertrauen hat auch Sandler selbst, findet Brooks. "Er ist einer der gütigsten Menschen, den ich je getroffen habe. Es ist sehr angenehm mit ihm zusammenzuarbeiten. Er gibt einem eine Lehrstunde darin, wie man miteinander umgehen sollte."

Sandler reiste ins Napa Valley, um Chefkoch Keller zu besuchen. Die erste Annäherung des Schauspielers an "The French Laundry" geschah als Gast im Speisesaal. "Adam und ein paar Freunde hatten ein Abendessen im Restaurant und wir servierten ihnen das typische Gericht, das ungefähr 18 Gänge hat", sagt Keller. "Ich denke, er hatte eine wunderbare Zeit, weil er nach hinten in die Küche kam und dabei strahlte." Sandler kam danach dann auch ins Restaurant und verbrachte, wie Brooks, einige Zeit in der Küche und arbeitete mit der Belegschaft zusammen. "Er begann, Zeit in der Küche zu verbringen und tatsächlich zu kochen", sagt Keller. "Ich mußs ihn wirklich loben. Er hat sehr hart gearbeitet und in einer sehr kurzen Zeit sehr viel gelernt."

"Keller hatte außerdem Ideen für die besonderen Gerichte, die im Drehbuch erwähnt werden - Bernices wunderbarer French Toast und das beste BLT-Sandwich der Welt. Der Gehimtipp dazu ist, die Eier nur kurz zu kochen, so dass sich das Eigelb dann über dem Sandwich verteilt", erklärt Ansell. "Ein anderer sehr wichtiger Teil seines Jobs war, Adam beizubringen, wie man all diese Gerichte zubereitet, so dass es aussieht, als wäre er der beste Koch der Welt", sagt sie.

Der Schauspieler konzentrierte sich darauf, die Techniken zu perfektionieren, wie man professionell mit einem Messer umgeht oder ein Gericht mit Finesse zu würzt, und zu lernen, wie man das Essen appetitlich auf einem Teller anrichtet. "Für jemanden, der noch nie ein Messer in die Hand genommen oder Wasser gekocht hatte, hat er einen ziemlich guten Job gemacht", sagt Keller.

Ähnlich wie bei Sandler sah Brooks auch Leoni schon sehr früh in der Rolle der Deborah, noch bevor er überhaupt das Drehbuch geschrieben hatte. "Téa ist etwas Besonderes", stellt Brooks fest. "Ich habe noch nie mit einer schönen Schauspielerin zusammen gearbeitet, die so eine großartige Slapstick-Darbietung beherrscht. Sie erinnert in ihrer Arbeit bisweilen an Lucille Ball."

Deborah Clasky ist eine gebildete, ehemalige Karrierefrau, die mit sich selbst und ihrem Platz in der Welt nicht im Reinen ist. "Sie befindet sich an einem höchst unsicheren Punkt in ihrem Leben. Ohne jede Böswilligkeit ringt sie mit ihren Dämonen. Der nette Ausdruck für Deborah wäre komisch, der böse neurotisch", erklärt Brooks.

Leoni fügt hinzu: "Deborah ist beinahe vollständig von sich eingenommen, auf gefährliche Weise unsicher. Es gibt niemanden, der sie mehr hasst als sie sich selbst ... Ich sehe das als ihre Eigenschaft an, die einen mit dem Rest versöhnt." Das komische Potential ihrer Figur war eine Herausforderung für Leoni. "Deborah ist so nahe daran, eine gute Mutter, eine gute Ehefrau, ein guter Mensch zu sein ... sie ist beinahe intelligent, beinahe angenehm und hat beinahe einen Sinn für Humor, aber eben nicht ganz. Nachdem ich herausgefunden hatte, dass es eben um dieses ,beinahe' geht, wurde sie für mich immer sympathischer und ihr Verhalten verzeihlich und lustig."

Deborah ist hilfsbedürftig und sehnt sich nach Liebe und Akzeptanz von allen um sie herum. Ihre Bemühungen werden aber von ihren eigenen Unsicherheiten gebremst, mit denen sie alle vertreibt. Sie ist ihr eigener, schlimmster Feind und bringt ihre Ehe und Familie in Gefahr. Sandler beobachtet: "John und Deborah sind zwei Menschen, die sich schon seit sehr langer Zeit kennen und lieben. Aber sie befinden sich jetzt an einem Punkt, an dem sie nicht mehr miteinander kommunizieren und sich schrecklich unwohl fühlen. John will es besser machen, aber Deb driftet langsam ab."

Ansell betont: "Deborah ist eine schwierige Figur, und es war ein langer Prozess, sie zu finden. Sie meint es gut, es ist nur so, dass ihr etwas fehlt. Ihre Ängste hindern sie daran, mit ihren Mitmenschen Mitgefühl zu empfinden."

Eine Demonstration dessen ist die Szene, in der Deborah einkaufen geht und mit Kleidung zurückkehrt, die zu klein für ihre Tochter ist. "Deborah glaubt wirklich, dass das, was sie tut, Liebe, Schutz und Unterstützung für ihre Tochter ist", sagt Leoni. "Obwohl ihrer Methoden ziemlich fies sind, habe ich ihre Liebe zu Bernie oder ihre Sorge um Bernies Wohlergehen nie angezweifelt. Jim hat eine paradoxe, ernsthafte Figur perfekt gezeichnet."

Nach einigen Jahren der Assistenz bei Brooks' Recherche bei den Latinas, stieß Haubegger in Vollzeit als ausführende Produzentin zum Team. "Wir brauchten jemanden, der uns über die Schulter sah und uns bei allen lateinamerikanischen Aspekten des Films half", sagt Ansell, "jemand, der uns hilft, authentisch und wahrhaftig zu bleiben."

Eine von Haubeggers wichtigsten Aufgaben war die Hilfe bei der Auswahl der lateinamerikanischen Schauspieler. Die Suche nach Flor verlief auf internationaler Ebene, wie Ansell sagt. "Wir hatten überall Castingagenten. Wir haben wahrscheinlich jede Spanisch sprechende Schauspielerin der Welt gesehen haben, von New York, Chicago, Miami, Texas, New Mexico, Mexiko, Südamerika und Spanien. Es war eine anstrengende Suche."

Brooks hatte gehofft, eine mexikanische Schauspielerin zu casten. Obwohl er einige unglaublich talentierte Frauen traf, war keine davon die Richtige für die Rolle von Flor. Während sie einen Film in ihrer Heimat Spanien drehte, flog Vega nach Los Angeles, um sich an einem Wochenende mit dem Regisseur zu treffen. "Als Jim Paz traf - die letzte Person, die er sah - wusste er, dass sie die Richtige war, in dem Moment, in dem sie durch die Tür kam", sagt Ansell. "Sie war ganz einfach Flor."

Vega kommentiert: "Ich wusste nicht, dass Jim bereits auf der ganzen Welt nach seiner Flor gesucht hatte, als ich nach L.A. kam. Ich kam um neun Uhr morgens in sein Büro, und ich verließ es nicht vor fünf Uhr nachmittags. Wir gingen praktisch das komplette Drehbuch durch. Es war ein wenig verrückt, aber als ich ging, war ich sehr, sehr glücklich."

Vega hatte das Gefühl, dass es keineswegs ein Hindernis war, Spanierin zu sein, um eine mexikanische Frau authentisch darzustellen. "Darum geht es beim Schauspielen. Was mich motiviert, ist die Gelegenheit, verschiedene Rollen zu spielen. Es ist sogar noch besser, wenn es um eine andere Kultur geht, weil das eine noch tiefer gehende Arbeit bei der Suche nach einem Charakter erfordert."

Da Vega kein Englisch sprach - und Brooks kein Spanisch konnte -, wurde eine Dolmetscherin, Dolores Aguirre, in das Team aufgenommen. Vor den Dreharbeiten stellte Brooks eine Regel auf, die nie gebrochen wurde: Es ging darum, immer direkt zu Paz zu sprechen. Ohne eine Pause, als gäbe es keinen Dolmetscher. Brooks zu übersetzen ist keine so leichte Aufgabe, da er sich häufig in abstrakten Sätzen ausdrückt und stets in einem ziemlich schnellen Tempo. "Übersetzen und Interpretieren sind nicht gerade dasselbe", bemerkt Haubegger. "Und bei Jim mußste Dolores wirklich interpretieren. Jim verwendet häufig Metaphern, und sie bedeuten gar nichts, wenn sie wörtlich übersetzt werden. Sein Kommunikationsstil ist ausschweifend, poetisch, fantasievoll. Das kann sehr oft verwirrend sein. Glücklicherweise hat Dolores die großartige Gabe, Jim zu verstehen und seine Gedanken in eine andere Sprache simultan übersetzen zu können."

Zusätzlich zu den Unterhaltungen mit dem Regisseur diente Aguirre Vega der Vermittlung zwischen den anderen Schauspielern und Crewmitgliedern. Vega war selten ohne Aguirre an ihrer Seite, so dass die Schauspielerin Aguirre "ihr Gewissen" nannte, wie Haubegger sagt.

Im größten Teil des Films spricht Flor ausschließlich Spanisch. "Die Sprachbarrieren zwingen meine Figur, sehr viele Emotionen ohne Worte auszudrücken", sagt Vega. "Da sie keine Stimme hat, mußste ich mit Gesten, Körperbewegungen und Gesichtsausdrücken arbeiten."

Vega gibt zu, dass sie Flor ein wenig ähnlich ist, eine Kämpferin und sehr leidenschaftlich ist, in dem, woran sie glaubt. "Meine Figur hat sehr klare Vorstellungen", sagt sie. "Sie nimmt keine Anweisungen von irgendjemandem an, und sie ist für ihr Leben selbst verantwortlich. Die Arbeit für die Claskys bedeutet einfach ein Mittel zum Zweck. Sie hat nicht die Absicht, lange bei ihnen zu bleiben. Sie will ganz einfach ein wenig mehr Geld verdienen, um ihrer Tochter eine gute Ausbildung zu ermöglichen und einen anständigen Start ins Leben. Dabei ist sie trotzdem leidenschaftlich und liebevoll gegenüber ihren Arbeitgebern."

Es ist diese freundliche und Anteil nehmende Seite, die John Clasky anspricht. "John kümmert sich sehr viel um seine Kinder. Er und Flor teilen die gleichen Probleme als Eltern. Er ist ein sehr kultivierter Mann, der seine Emotionen zeigt und in der Lage ist zu weinen", sagt Vega. "Dies ist etwas, woran sie bei Männern nicht gewöhnt ist. Zuerst findet sie es merkwürdig. Aber als sie ihn besser kennen lernt, wird dies die Grundlage für ihre Anziehung. Er wird Flors Freund, jemand, der sie versteht, ihr zuhört und sie respektiert."

Um sich an Brooks' Streben nach Details und Authentizität zu halten, lernte Vega mit Hilfe von Dialekttrainerin Adriana Barraza Spanisch mit einem mexikanischen Akzent. Während es für Englischsprachige vielleicht nicht hörbar ist, ist diese Variation in der lateinamerikanischen Welt offensichtlich. Die Schauspielerin erklärt: "Ich bin aus Sevilla und spreche Spanisch nicht wie die Kastillen aus dem Norden. Wir betonen das spanische ,Z' genauso wenig wie die meisten Lateinamerikaner, also war es einfach für mich, den mexikanischen Akzent zu lernen."

Zur selben Zeit war eine andere Dialektexpertin, Nadia Venesse, dabei, Vega bei ihrem Englisch zu helfen, so dass sie klang wie eine Mexikanerin, die die Sprache lernt. "Wir stellten sicher, dass sich Pazs englischer Akzent dementsprechend im Film entwickelt, während Flor die Sprache lernt", so Haubegger.

Brooks traf die Entscheidung, das Spanische im Film nicht zu untertiteln. "So hat man ein zusätzliches Element im Film, wenn man zweisprachig ist", sagt Haubegger. "Es gibt ein paar Witze mehr und ein paar Andeutungen. Wenn man Spanisch spricht, bemerkt man die Dinge, die passieren, früher als der Rest des Publikums. Aber natürlich verpasst man nichts, wenn man kein Spanisch spricht, es ist ein zusätzlicher Bonus, wenn man es tut."

Brooks und Cloris Leachman, die Deborahs Mutter Evelyn spielt, haben bereits einen langen Weg hinter sich. In der bahnbrechenden 1970er Fernsehserie "The Mary Tyler Moore Show", die Brooks produziert hat, spielte Leachman die liebenswerte, alberne aber nervende Nachbarin Phyllis. "Laut Mary (Tyler Moore), fragte ich beim Vorsprechen für Phyllis, wer die Entscheidungen hier treffen würde", erinnert sich Leachman. "Sie zeigten auf diesen Mann und ich ging zu ihm und setzte mich auf seinen Schoß. So haben Jim und ich uns kennen gelernt. Ich fand Jim und seine Art von Humor schon immer toll. Man kann sich glücklich schätzen, jemanden wie ihn in seinem Leben zu haben."

Brooks sagte Leachman, dass Evelyn die Figur im Film ist, die den Tag rettet. Sie ist eine freigeistige, ehemalige Jazzsängerin, die einem Drink nicht abgeneigt ist, aber dem Alkohol an einem heiklen Punkt entsagt, um volle Kontrolle über ihre Sinne zurückzugewinnen. Ihre Mission ist, die Schäden zu flicken, die in der Familie durch ihre kontrollierende Tochter entstanden sind. "Man kann Menschen nicht dazu zwingen, zusammen klar zu kommen oder sich zu lieben, aber jede Mutter wird bis ans Äußerste gehen, um die Familie zusammenzuhalten", sagt Leachman.

Shelbie Bruce, eines der ersten Mädchen, das für die Rolle der Cristina gecastet wurde, ragte sofort aus dem Rest heraus. "Eine der wirklichen Herausforderungen lag darin, ein Kind zu finden, das richtig Spanisch und fließend Englisch spricht. Viele Kinder, die hier aufwachsen, neigen dazu, ihr Spanisch zu verlieren. Shelbie ist perfekt zweisprachig und ein erstaunliches Kind mit großer Energie", schwärmt Haubegger.

Haubegger erinnert sich an Shelbie bei ihrem ersten Vorsprechen. "Wir ließen sie die Übersetzungsszene zwischen John und der Mutter ihrer Figur spielen. Erst als sie aus sich herauskam, James anschrie, der John Clasky war, während ich die Rolle ihrer Mutter übernahm, verstand sie die Szene und begriff, worum es in dem Film geht. Als wir fertig waren, sagte sie: ,Wow, Mr. Brooks, das ist eine großartige Szene.' Sie bekam den Job. Shelbie hat noch nie zuvor in einem Film gespielt, und nicht nur, dass sie die langen Stunden bemerkenswert gut ertrug, sie mußste sogar jeden Tag vom Set weg geholt werden. Sie wuchs über ihre Grenzen hinaus. Die Arbeit, die sie ablieferte, war wirklich komplexer, emotionaler Stoff."

Brooks fügt einfach nur hinzu: "Warten Sie, bis Sie das Kind spielen sehen."

Unter den wachsamen Augen ihres Vaters, eines Internisten, der auf Diät und Ernährung spezialisiert ist, nahm Sarah Steele 17 Pfund für die Rolle von Bernice in ihrem Filmdebüt zu. Sarah hatte nichts dagegen, da sie begeistert war, in Hollywood in einem Film mit Adam Sandler und Téa Leoni zu spielen, zwei Schauspieler, die sie verehrt. "Ich war am Anfang sehr nervös, aber alle waren so hilfsbereit", sagt Steele. "Téa hat mir so viele Tipps gegeben. Ich weiß nicht, was ich ohne sie getan hätte. Und Adam hat mich zum Lachen gebracht. Er ist so komisch. Und ich fand es aufregend, wenn er über meine Witze lachte."

Wie John Clasky ist Bernice eine liebenswerte und reine Seele, die nichts weiter will, als dass ihre Mutter sie liebt und akzeptiert. "Sie ist so ein süßes Kind. Sie könnte wirklich wütend darauf sein, wie ihre Mutter sie behandelt. Aber das ist sie nicht", sagt Steele. "Sie könnte auch wirklich eifersüchtig auf Cristina sein wegen der Aufmerksamkeit, die sie von Deborah bekommt. Aber stattdessen freundet sich Bernice mit ihr an. Es ist Flor, die Bernice wirklich versteht und ihr die Akzeptanz entgegenbringt, die ihr ihre eigene Mutter offensichtlich nicht geben kann."

Über die Produktion SPANGLISH wurde vollständig in Los Angeles gedreht, an Orten wie Beverly Hills, Bel Air, Malibu und auf der Bühne 27 auf dem Sony Pictures Gelände in Culver City.

Brooks versammelte ein talentiertes, kreatives Team um sich herum, das einen reichen Erfahrungsschatz mit sich brachte. An der Spitze dessen standen der mit dem Oscar® ausgezeichnete Kameramann John Seale, Szenenbildnerin Ida Random und Brooks' langjähriger Schnittmeister Richard Marks.

Seale und Brooks wollten schon seit vielen Jahren zusammen arbeiten. Aber ihre beiden Terminpläne kamen bislang nie überein. Als Brooks mit SPANGLISH auf Seale zukam, war der gerade in seine Heimat Australien zurückgekehrt. Vorher hatte er mehrere Monate an Cold Mountain (Unterwegs nach Cold Mountain, 2003) gearbeitet, der ihm eine Nominierung für den Academy Award® eingebracht hatte.

Random hatte noch nie mit Brooks als Regisseur zusammen gearbeitet, obwohl sie das Szenenbild für War of the Roses (Der Rosenkrieg, 1989) entworfen hat, den Brooks produzierte. Durch diese Erfahrung hatte Random ein Gespür dafür, was der Regisseur erwartete und erwies sich als versiert im Umgang mit der einzigartigen und häufig metaphorischen Art und Weise, mit der er seine Ideen vermittelt. "Seine Art zu sprechen ist manchmal schwierig zu verstehen", erklärt Random. "Aber schon sehr bald habe ich einen Weg gefunden, mit Jim auf eine Wellenlänge zu kommen, so dass alles im Film glatt verläuft und alles am richtigen Platz ist. Das passiert so nicht sehr oft. Es war eine großartige Erfahrung für mich, mit Jim Brooks zu arbeiten."

Brooks wollte, dass der Produktionsplan von SPANGLISH der chronologischen Reihenfolge des Drehbuchs folgt. Er hatte das Gefühl, dass sich das emotionale Tempo des Films steigern würde, wenn man die Kontinuität der Story nicht brechen würde. Einen Film auf diese Weise zu drehen, ist häufig unmöglich aufgrund der Begrenztheit der Terminpläne der Schauspieler und logistischer Zwänge der Filmproduktion. Glücklicherweise war die ausführende Produzentin Joan Bradshaw, die mit dem ersten Regieassistenten und Koproduzenten Aldric La'Auli Porter eng zusammenarbeitete, in der Lage, Brooks' Bedürfnisse mit wenigen Kompromissen zufrieden zu stellen. "Das Skript war auf eine klar definierte, lineare Art und Weise geschrieben und eignete sich von Natur aus zum größten Teil für diese Art Produktionsplan", sagt Bradshaw. Wir konnten uns nicht immer an die Drehbuch-Chronologie halten, aber wir waren meistens ziemlich nah dran."

Brooks wollte außerdem, dass SPANGLISH an so vielen realen Locations wie möglich statt im Studio gedreht werden würde. Er argumentierte, dass dies die Schauspieler davor bewahren würde, die Orientierung zu verlieren, wenn sie in realer Umgebung drehen würden und dann Wochen später im Studio daran ansetzen sollten. Random erklärt: "Bei der typischen Art Filme zu machen, werden die Dreharbeiten zwischen Originalschauplätzen und Studiosets aufgesplittet - man dreht Weitwinkel an Originalschauplätzen und baut die Innenaufnahmen auf der Bühne. Aber dieser Film ist sehr empfindlich, was die Gefühle angeht. Jim war unerbittlich darin, die Sequenzen nicht aufzubrechen und damit möglicherweise die Stimmung zu zerstören. Es ist viel besser für die Schauspieler. Aber wenn man an Originalschauplätzen in einem echten Haus dreht, kann es wiederum schwierig für das Team werden. Man ist bei bestehenden Strukturen weniger flexibel, was z.B. das Bewegen von Wänden angeht oder dem Kameramann die Möglichkeit gibt, frei herumzuwandern."

Seale ließ sich aber von diesen Begrenzungen nicht einschüchtern. "In kleinen Räumen zu arbeiten ist schwierig. Aber wir benutzten kurze Linsen, stellten die Kameras in die Ecken und nutzten jeden Trick. Um ehrlich zu sein, habe ich immer Befürchtungen bei der Möglichkeit, Wände herauszunehmen, wenn ich im Studio arbeite. Man macht dann möglicherweise Aufnahmen, die nicht der Logik gehorchen. Ich glaube, das Publikum spürt so etwas. Also versuche ich, die Linsen nie so zu positionieren, als befänden sie sich außerhalb des Raumes. Ich liebe es, die Realität bei allem zu erhalten."

Random begann mit der Suche nach Locations und dem Entwurf des allgemeinen Designs Monate bevor die Dreharbeiten begannen. Eines ihrer ersten Ziele war, für die Eröffnungssequenz ein Gebiet in Los Angeles zu finden, das einen Vorort von Mexico City ersetzen könnte. Auf der Suche nach einem Haus mit der Aussicht, die das Drehbuch verlangte, besuchten sie und Locationmanager Mark Benton Johnson Lincoln Heights, ein Wohnviertel östlich von Downtown.

"Der Locationmanager nahm mich mit nach Lincoln Heights und zeigte mir ein Haus, das er für brauchbar hielt", sagt sie. "Es war sehr gut, aber ich sagte: ,Lass uns noch weiter hoch und um diesen Hügel herumfahren'". Einmal dort angekommen, drehte sich Random um und wusste, dass sie den richtigen Ort gefunden hatte. Vor ihr breiteten sich weite offene Flächen, Hügel und Täler aus, komplett mit staubig-schmutzigen Straßen, die bemerkenswerterweise dem Stadtrand von Mexico City ähnelten - und sie waren nur Minuten vom Zentrum von L.A. entfernt. Obwohl Random vorhatte, ein schon bestehendes Haus zu finden, war sie so begeistert von dem Blick von dem unbebauten Hügelgelände, dass sie beschloss, Flors bescheidenes mexikanisches Haus hier selbst von Grund auf nachzubauen.

Randoms Team strich das Haus in leuchtenden Farben. "Eine Komödie ist nicht ernst und düster in ihren Farbtönen - sie ist immer fröhlich. Also ist dieses Haus bunt, blau und ockergelb. Mit der Erlaubnis der Besitzer wurden einige der anderen Häuser in der Straße in den gleichen leuchtenden Farben zur bessere Übereinstimmung gestrichen."

Als die Dreharbeiten begannen, brachten Tiertrainer Hühner, Hähne und Hunde in das Viertel. Statisten, einige der Latinas, die Haubegger währen Brooks Recherchezeit rekrutiert hatte, füllten die Straßen. Für eine kurze Zeit wurde Mexiko im Happy Valley zum Leben erweckt, in dem so passend benannten Mikrokosmos der Nachbarschaft von Lincoln Heights, in der sich die Kameras erstmals für SPANGLISH in Bewegung setzten.

Die Räume in Flors mexikanischem Haus waren winzig, wie die meisten Orte, an denen gedreht wurde. Aber das hinderte Seale nicht daran, mehrere Kameras in vielen Szenen zum Einsatz zu bringen. Diese anspruchsvolle Technik hatte er schon bei Barry Levinsons Rain Man (Rain Main, 1988) verwendet, nachdem er entdeckt hatte, dass eine einzige Kamera seine Fähigkeit, die Spontaneität zwischen Schauspielern einzufangen, hemmt.

Bei SPANGLISH ging Seale davon aus, dass es Brooks gefallen würde, den Vorteil von verschiedenen Kameras zu haben, insbesondere wenn es in den Schneideraum ging. "Gleich von Beginn an hatte ich das Gefühl, dass mehrere Kameras sinnvoll bei SPANGLISH sein würden, denn es ist ein Dialogfilm, in dem die Performances über allem stehen", sagt Seale. "Wenn die Schauspieler aufeinander treffen und in einer Szene wirklich zusammenkommen, wäre es eine Schande für einen Kameramann, nicht beide einfangen zu können. Ich gehe über zu größeren Linsen, um verschiedene Kameras einzusetzen, weil diese dem Schnittmeister die Möglichkeit geben, zwischen den Schauspielern nahtlos zu schneiden, was wiederum das Tempo und den Rhythmus des Films steigern kann."

"Aber je mehr Kameras man hat, umso heikler wird die Sache mit dem Licht", fährt Seale fort. "Mir machte es sehr viel Spaß, die Balance der Aufnahmen zwischen Kameras zu finden: Ich mußste ein Füll-Licht bei der einen Kamera setzen und dies zum Hintergrundlicht der anderen machen."

Da der größte Teil der Story in Deborahs Haus und in dem gemieteten Strandhaus spielt, wurde der allgemeine Look des Szenenbilds von Brooks' Charakteren diktiert. "Es war eine Herausforderung, denn Jim wollte den ganzen Kram, den eine Hausfrau haben würde und er wollte gleichzeitig, dass alles ein bisschen verrückt aussieht", sagt Random.

Die Produktion drehte die Innenräume des Hauses der Claskys und deren Garten in einem Haus am Beverly Glen Boulevard in Beverly Hills. Random riss Wände ein und baute Teile des Hauses nach und entwarf mit ihrer Setdekorateurin Leslie Ann Pope Deborah Claskys individuelles Nest.

Deborah hat einen Hang dazu, Dinge nicht fertig zu machen. Man hat den Eindruck, dass sie kaum ein Hausverschönerungsprojekt abschließt, bevor sie mit einem neuen beginnt - sei es Schablonen basteln, ein Neuanstrich oder das Aufpolstern von Möbeln. "Wir stürzten uns in die Arbeit. Es war ein schmaler Grad, auf dem wir wanderten. Man konnte leicht den Bogen überspannen oder lächerlich werden", sagt Random. "Aber ich denke, wir haben die richtige Balance gefunden."

Mit der Inspiration der Bilder der visuellen Beraterin D.J. Hall schien es ganz natürlich, dass Brooks sich an sie wandte, als er nach Ideen für die Kunstwerke suchte, die man im Haus der Claskys und in John Claskys Restaurant finden könnte. Hall lieferte viele Vorschläge, darunter die Arbeiten von modernen kalifornischen "Freiluft"-Künstlern wie Stephanie Sanchez und Arturo Tello sowie Arbeiten von Künstlern wie Shirley Pettibone, Astrid Preston, Cynthia Evans, James Doolin, Les Billder und Carlos Almarez. Zusätzlich schmückte die Setdekorateurin das Haus mit einigen von Halls Gemälden.

Random fand ein kleines Haus auf der Meeresseite des Pacific Coast Highway in Malibu für das von den Claskys gemietete Sommerstrandhaus. Früher im Besitz des legendären Entertainers Al Johnson, erbaut in den 1920er Jahren, ist das charmante zweistöckige Haus heute rustikal im Vergleich zum Standard der Nachbarschaft. Es zeigte enorme logistische Probleme für Seale auf. "Das Haus stand direkt am Strand und blickte nach Süden, so dass die Sonne direkt dort einfiel. Mittags fiel die Reflektion des Meeres direkt in den Hauptraum."

Seale und seine Crew reduzierten die Sonnenblendung auf dem Wasser mit einem nahtlosen 70 Fuß mal 20 Fuß großen so genannten "Shark Tooth Scrim", das von Türmen gehalten wurde und wenn nötig abgesenkt werden konnte.

Die letzten Wochen der Produktion waren für die Szenen reserviert, die im Restaurant stattfinden, das einzige aufwändigere Set im Film, das gebaut wurde. "The French Laundry" wurde detailgetreu nachgebaut, wofür Random und ihr Team Monate benötigten.

Obwohl der Entwurf für das Set beinahe identisch mit Kellers Restaurant war, wurde die Dekoration des Speisesaals in letzter Minute verändert. "Eigentlich sollte alles Thomas Kellers Restaurant ganz genau widerspiegeln", bemerkt Random. "Aber als Adam Sandler damit begann, seine Figur zu verfeinern, erkannte Jim, dass wir von der Idee abweichen mußsten und es weniger förmlich und mehr nach John Clasky aussehen lassen müssten."

Trotzdem war Keller ganz angetan, als er erstmals das Set betrat. "Durch den Haupteingang des Sets zu gehen, fühlte sich genauso an wie in der ,French Laundry'". Es war unheimlich: Die Decke, der Boden, die Bar, der Kamin und das Treppengeländer - es war genau wie in der ,French Laundry'." Keller war begeistert, wie sehr die Küche seiner eigenen glich - von den gestreiften Kacheln an der Wand bis zur Position des Herdes und der Deckenbeleuchtung.

Als Cast und Crew für die letzte Etappe der Dreharbeiten auf die Studiobühne 27 umzogen, nahm sich Keller frei, um der Authentizität der Küchenszenen nachzuhelfen. "Die Art, wie das Team arbeitet und in der Küche auf höchstem Niveau zusammenkommt, ist sehr reibungslos, eine orchestrierte Bewegung, die wir Tanzen nennen. Man weiß immer, wo jeder der anderen ist und was er tut." Keller positionierte die Schauspieler auf die Art, wie er seine Mannschaft in der "French Laundry" organisiert und platzierte Sandler genau an der Stelle, an der er selbst in der Küche beschäftigt ist.

Zusätzlich zur Anleitung der Schauspielerbewegungen beim Kochen hielt Keller auch ein wachsames Auge auf das Essen selbst - seine Handhabung, Vorbereitung und Anrichtung. "Alle Gerichte, die wir für Adams große Chefkochszene verwendeten, wurden in der ,French Laundry' gekocht - tatsächlich kommen das Karotten-und-Lauch-Gericht und der Hummer direkt aus dem Restaurant", bestätigt Keller.

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Dirk Jasper FilmLexikon

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