Maria voll der Gnade

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Titel Deutschland: Maria voll der Gnade
Titel USA: Maria Full of Grace
Genre: -
Farbe, Kolumbien, USA, 2004

Kino Kolumbien: 4. April 2004
Kino USA: 16. Juli 2004
Kino Schweiz (D): 26. August 2004
Kino Deutschland: 21. April 2005
Laufzeit Kino: 101 Minuten, FSK 12



Inhalt Die 17-jährige, temperamentvolle Maria fühlt sich von ihrem Dasein in einer kolumbianischen Kleinstadt eingeengt und möchte der häuslichen Armut, ihrem tristen Job als Arbeiterin auf einer Rosenplantage und ihrem ungeliebten Freund Juan, von dem sie schwanger ist, entfliehen.

Sie lässt sich von dem charmanten Franklin als Drogenkurier anwerben und fliegt zusammen mit drei weiteren Kurieren mit 62 Drogen-Päckchen im Bauch nach New York. Die Reise wird zu einer leidvollen Erfahrung für Maria - aber auch zur Herausforderung, einem neuen Leben entgegenzublicken ...


Darsteller & Stab Darsteller: Catalina Sandino Moreno (Maria Alvarez), Yenny Paola Vega (Blanca), Virgina Ariza (Juana), Johanna Andrea Mora (Diana), Wilson Guerrero (Juan), John Álex Toro (Franklin), Guilied Lopez (Lucy), Patricia Rae (Carla Aristizábal), Orlando Tobon (Don Fernando), Fernando Velasquez (Pablo Aristizábal)

Stab:Regie: Joshua Marston • Produktion: Paul S. Mezey • Drehbuch: Joshua Marston • Vorlage: - • Filmmusik: Leonardo Heiblum, Jacobo Lieberman • Kamera: Jim Denault • Spezialeffekte: Adam Hawkey (visuelle Effekte) • Ausstattung: Debbie DeVilla • Schnitt: Anne McCabe, Lee Percy • Kostüme: - • Make Up: Renee Didio, Flore Marina Sandoval (Make Up), Dallas Hartnett, Flore Marina Sandoval (Frisuren) • Ton: Unsun Song • Ton(effekt)schnitt: Allan Zaleski • Stunts: - •


Filmkritiken Dirk Jasper FilmLexikon: Maria voll der Gnade ist eine Geschichte aus tausend wahren Geschichten, eine Geschichte, die jeden Tag passiert. Joshua Marston hat das dramatische Schicksal von Drogenkurieren, die ihre tödliche Fracht im eigenen Körper über Grenzen schmuggeln, auf mitreißende und tief bewegende Art umgesetzt.

film-dienst 08/2005: Erstlingsfilm, der nach dem Vorbild der neorealistischen Schule Beobachter und Zeuge eines persönlichen Schicksals sein will. Dank einer immens ausdrucksfähigen Hauptdarstellerin und einer selbstsicheren, auf dramatische Effekte verzichtenden Inszenierung erreicht der Film sein Ziel der Humanisierung einer hochpolitischen Situation.

Steffen Becker (Rhein-Zeitung 22. April 2005): Die oft verwendete Handkamera konzentriert sich ganz auf Maria. Regisseur Marston lässt seine Schauspieler viel improvisieren. Diese Spntaneität macht Marias Geschichte überzeugend und nachvollziehbar. Eine Geschichte, die zwar nicht wahr ist, aber jeden Tag passiert.


Oscar®
  • Oscar-Nominierung für 2004: Catalina Sandino Moreno (Beste Hauptdarstellerin)

Hintergrund Der Großteil des Weltbedarfs an Opiummohn und Cocapflanzen wird in Südamerika (Opiummohn und Cocapflanzen) sowie Südost- und Südwestasien (Cocapflanzen) produziert. In den USA, Kanada oder Europa werden die Pflanzen in keinen nennenswerten Mengen angebaut und müssen daher importiert werden. Neben Cannabis, sind Opiummohn und Coca die bekanntesten Betäubungsmittel auf pflanzlicher Basis.

Der Ausbau des internationalen Flugstreckennetzes hat einer neuen, effizienten Methode des Drogenschmuggelns von Erzeugerländern zu Verbrauchermärkten die Türen geöffnet. Eine Methode, die Drogen zu verstecken, so dass sie nicht leicht entdeckt werden, besteht darin, diese in kleinen Päckchen verpackt zu schlucken oder in den Körper einzuführen. Das erste Mal, dass so ein Fall an die Öffentlichkeit trat, war 1973 in Toronto: ein Mann wurde mit Darmverschluss ins Krankenhaus eingeliefert - 13 Tage nachdem er ein Kondom gefüllt mit Haschisch geschluckt hatte. Beamten des JFK International Airport haben erst seit Anfang der 1980er mit "Schluckern" und "Einführern" zu tun.

Da Drogenhandel gesetzwidrig ist, sind sämtliche Angaben in Bezug auf Drogenkuriere per se unvollständig. Die unten angeführten Statistiken sollen nur dem Zweck dienen, Hintergrundinformationen zu der Geschichte in Maria voll der Gnade zu geben.

  • Durchschnittsmenge Heroin oder Kokain, die in einem Drogenpäckchen enthalten ist, das von einem Drogenkurier geschluckt wird: 10 Gramm
  • Anzahl der Päcken, die ein durchschnittlicher Drogenkurier schlucken kann: 80-125 (800 Gramm - 1.25 Kilogramm)
  • Möglicher Verdienst eines Drogenkuriers auf einer Reise: 5.000 - 8.000 Dollar
  • Durchschnittliches Jahreseinkommen in Kolumbien 2002: 1.830 Dollar
  • Ein Kilo Heroin, das aus Opium im Wert von 4.000 Dollar gefördert wurde, bringt in New York 75.000 - 100.000 Dollar ein. Es wird dann in eine "Drogenmühle" gebracht, wo es mit verdünnenden Substanzen gestreckt und in ca. 35.000 Briefchen à zehn Dollar verpackt wird. Auf der Straße ist das ursprüngliche Kilo jetzt 350.000 Dollar wert
  • Geschätzte Summe, die Amerikaner jährlich für Kokain und Heroin ausgeben: 46 Millarden Dollar
  • Geschätzte Anzahl an Amerikanern, die "chronische" oder gelegentliche Abnehmer von Kokain und Heroin sind: sechs Millionen
  • Südamerikanisches Heroin überwiegt im nordostamerikanischen Markt, in vielen Städten des Südens (Baltimore, Atlanta, Miami, Washington DC) und im mittleren Westen (Chicago, Cleveland, Detroit)
  • Prozent der kolumbianischen Landbevölkerung, die 2001 in Armut lebt: 80 %
  • Offizielle Arbeitslosenquote in Kolumbien, 2002 : 15,65 %
  • Anzahl der Drogenkuriere ("Schlucker" und "Einführer"), die im Rechnungsjahr 2003 (01.10.2002 - 30.09.2003) am JFK abgefangen wurden: 14.512
    • Davon: 38 weiblich (26 %)
    • Davon: 107 männlich (74 %)
    • Jüngster: 17 Jahre alt
    • Ältester: 65 Jahre alt
  • Anzahl der Drogenkuriere ("Schlucker" und "Einführer"), die im Rechnungsjahr 2004 (01.10.2003 - 30.04.2004; Festnahmen ab Zeitpunkt der Erhebung nicht mitgerechnet) am JFK abgefangen wurden: 5.713
    • Davon: 23 weiblich (40 %)
    • Davon: 34 männlich (60 %)
    • Jüngster: 16 Jahre alt
    • Ältester: 72 Jahre alt
Oscar®
Filmplakat
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