Der Flamenco Clan

Produktionsnotizen

Eine kleine Geschichte des Flamenco Wer ihn in eine Reihe stellt mit Teneriffa, Toreros und Tortilla irrt: Mit Spanien hat der Flamenco nur geographisch zu tun. Er ist die Musik der Gitanos, der Zigeuner Andalusiens. Ende des 18. Jahrhunderts entstand er, durfte jedoch noch lange Zeit nur hinter verschlossenen Türen gezeigt werden. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts wird er öffentlich aufgeführt.

So viele Kulturen wie in Andalusien zu Hause waren und sind, finden sich auch im Flamenco. Er enthält Elemente von Hindu und griechischen Psalmen, gregorianischem Gesang, persischen Melodien, arabischen Liedern, kastilischen Romanzen, afrikanischen Tänzen.

Im Laufe der Jahrhunderte verschmolzen diese Elemente mit den ursprünglich andalusischen Rhythmen und ließen eine neue Musik entstehen. Ihre Geschichte ist die berühmter Sänger und Tänzer. Ihre Namen haben Klang: El Farruco, Rafael El Negro, Juana Vargas La Macarrona, La Joselito.

Doch wer vor allem an feurige Blicke, Nelken im pechschwarzen Zopf und wallende Blumenröcke denkt, der irrt erneut. Im Mittelpunkt steht nicht der Tanz, sondern der Gesang. Auch wenn die Sänger, die Cantaores, im Hintergrund sitzen: Sie sind der Dreh- und Angelpunkt.

Erst ihre heiseren Stimmen bringen die andalusische Flamme zum Züngeln. Lange Zeit begleiteten die Cantaores sich ausschließlich mit einem Stock oder dem Klopfen ihrer Fingerknöchel auf den Tisch. Anfang des 19. Jahrhunderts trat die Gitarre als Begleitinstrument in Erscheinung, Jahrzehnte später kam der Tanz hinzu.

Entstand der Flamenco als ?Untergrund-Bewegung? der Gitanos, so ist er inzwischen längst offen für alle. ?Payos?, Weiße, nennen die Zigeuner die Spanier, und Payos sind längst auch im Flamenco zu Hause.

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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