Zimt & Koriander

Produktionsnotizen

Zimt & Koriander, die erste griechische Produktion von Village Roadshow, ist auf dem besten Weg, der erfolgreichste Kinofilm in Griechenland zu werden. Der in Athen und Istanbul gedrehte Film wurde am 24. Oktober 2003 in die griechischen Kinos gebracht und erreichte dort einen Rekordwert von 65.000 Besuchern, obwohl er nur in 41 Kinosälen gezeigt wurde. Am zweiten Wochenende wurde ein Anstieg der Zuschauerzahlen um 53 Prozent registriert, was noch kein Film je zuvor geschafft hatte.

Als ?mediterrane Antwort? auf Filme wie ?Bittersüße Schokolade? konnte Zimt & Koriander auch amerikanische Kassenschlager wie ?Master and Commander? und ?Findet Nemo? in den Schatten stellen, um sieben Wochen hintereinander die Rangliste der Besucherzahlen in Griechenland anzuführen.

Zimt & Koriander hat mittlerweile die Marke von 1,2 Mio. Zuschauern überschritten und läuft immer noch sehr gut. In allen Altersgruppen gab es Besucher, die den Film mehrmals gesehen haben, ein Phänomen, das sich in Griechenland zuletzt bei TITANIC beobachten ließ.

Zimt & Koriander hat acht griechische Filmpreise gewonnen, nämlich für den besten Film, die beste Regie, das beste Drehbuch, die beste Kamera, den besten Schnitt, den besten Ton, die beste Musik und die beste Ausstattung. Darüber hinaus erhielt er beim Filmfestival von Thessaloniki den Publikumspreis. Jetzt wurde er als offizieller Beitrag Griechenlands für den Oscar als bester ausländischer Film 2005 ausgewählt.

Notiz von Drehbuchautor und Regisseur Tassos Boulmetis ?Ich wurde im Jahr 1957 in Istanbul geboren und bin mit meiner Familie nach den Vertreibungen von 1964 nach Griechenland ausgewandert. Dreißig Jahre später bin ich nach Istanbul zurückgekehrt, um unser altes Haus und die Läden meines Vaters und meines Großvaters wiederzusehen.

Als ich an der Tür meiner Schule läutete, öffnete mir Frau Emilia, meine Grundschullehrerin. Ich hatte sie seit damals nicht mehr gesehen. Meine Großväter haben beide von ihrer Geburt an bis zu ihrem Tod in Istanbul gelebt. Ich merkte erst sehr spät, dass ich mich nicht als ganzer Mensch fühlte, bevor ich wieder nach Istanbul fuhr. Die Reise dorthin hat mein Leben verändert. Mit sieben konnte ich fließend Türkisch sprechen, aber nach dem Trauma des Weggehens habe ich alles vergessen. Ich bin zu unserem früheren Haus in Kadikoy am asiatischen Bosporusufer gefahren, aber ich konnte mich nicht dazu überwinden, an der Tür zu klingeln. Aber dort gewesen zu sein hat mein Leben verändert.

Die in Istanbul lebenden Griechen waren aktive und tüchtige Mitglieder einer gesunden, dynamischen Gesellschaft, und keineswegs nur passive Angehörige irgendeiner Minderheit. Nichtsdestotrotz hatten sie das Pech, am eigenen Leib die Folgen eines politischen Konflikts spüren zu müssen. Einerseits verfolgte die Türkei hartnäckig und systematisch eine Politik der Vertreibung, die einen Großteil der griechischen Minderheit zum Verlassen des Landes zwang, andererseits führte aber auch die kurzsichtige Politik Griechenlands, bar jeder Strategie und Vision, zur völligen Auflösung der griechischen Gemeinde in Istanbul. Aus diesem Grund richtet sich der Groll, der in meinem Film bisweilen durchschimmert, mehr gegen die Griechen als gegen meine ?Feinde?.

Mein Vater ist immer noch wütend über das, was passierte, aber ich kann nicht wütend sein. Der Film wird im März in der Türkei laufen, und ich möchte, dass sie fühlen, was wir empfanden; sie sollen sich nicht als Monsterkarikaturen sehen.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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