Nachbarinnen

Produktionsnotizen

Die Schauspieler Die junge Regisseurin Franziska Meletzky, Jahrgang 1973, macht mit diesem Film ihr Diplom an der Hochschule für Film und Fernsehen (HFF) ?Konrad Wolf? in Potsdam-Babelsberg. Drehbuchautorin Elke Rössler schlug ihrer Regie-Kollegin Franziska Meletzky zunächst ein Roadmovie mit zwei Frauen vor.

Doch bald entwickelte sich die jetzige Geschichte, ein Kammerspiel, in dessen Zentrum die ungewöhnliche Beziehung zweier Frauen in den Vierzigern steht. Für Franziska Meletzky stand die Idealbesetzung für ihren Film von Anfang an fest: Dagmar Manzel, die polnische Schauspielerin Grazyna Szapolowska und Jörg Schüttauf.

DAGMAR MANZEL konnte schnell für die Rolle der Dora gewonnen werden. Ihre eigenen Ideen und Vorstellungen von dieser Rolle fanden Widerhall bei der Regisseurin und wurden im Drehbuch umgesetzt. So stellte sich Dagmar Manzel die Rolle der Dora als zurückgezogene und abgeschiedene Frau vor. Die Schauspielerin interessierte an der Figur Dora vor allem deren stille Seite.

Manzel wollte eine Frau darstellen, die nicht von einer großen Dramatik betroffen ist, sondern die in einem normalen Leben kleine Rückschläge erleidet, die jeder aus dem Alltag kennt, und die dadurch berühren. ?Hinter diese vermeintliche Leere zu kommen ist für mich das Interessante an der Rolle.? erklärt Dagmar Manzel.

Auch JÖRG SCHÜTTAUF mußste nicht lange überredet werden. Seine Begeisterung für die Zusammenarbeit mit jungen talentierten Regisseuren und Filmschaffenden machte ihm die Entscheidung leicht: ?Junge Regisseure brennen noch und sind voller Tatendrang. Die Arbeit mit ihnen ist spannend und vor allem macht sie Spaß.?

Für die Rolle der Jola wollte Franziska Meletzky von Anfang an die Polin GRAZYNA SZAPOLOWSKA. ?Ich verehre sie, seit ich sie in Kieslowskis Film ?Ein kurzer Film über die Liebe? gesehen habe.? Deshalb ist die junge Regisseurin extra nach Warschau gefahren und hat sich dort mit Grazyna Szapolowska zu einem Gespräch getroffen. Mit Erfolg, denn die Polin stand nun in der Rolle der Jola vor der Kamera.

Die Dreharbeiten Gedreht wurde in Leipzig-Mockau. Hier ist die Regisseurin in einem Plattenbau aufgewachsen und genauso stellte sie sich die Atmosphäre des Films vor. Am Dreh in einer ?Platte? reizte Meletzky die neue Perspektive, die dieses Motiv bietet. ?Bisher wurden Plattenbauten nur für ?Dogmafilme? genutzt.? erläutert die Regisseurin. Mit ihrem Film will sie aus diesem Klischee ausbrechen. Bewusst spielt die Geschichte nicht in einer großen geräumigen Altbauwohnung.

Eine Plattenbauwohnung mit ihren engen, niedrigen Räumen spiegelt die bedrückende Lage der Gefangenschaft, in der sich Jola befindet, viel besser wieder. Um diese beinahe klaustrophobische Atmosphäre mit der Kamera festhalten zu können, entschied sich das Filmteam dafür, die Wohnungsszenen im Studio zu drehen.

Im Studio 3 der Media City in Leipzig wurde dafür die Wohnung der Dora nachgebaut. Den Vorteil des teureren Studiodrehs sieht Produzentin Anke Hartwig darin, dass ein Studio mehr Freiheiten bietet. Wände können im Studio entfernt und somit mehr Platz für die notwendige Technik geschaffen werden:

?Ein Originalschauplatz schränkt einfach zu sehr ein.? Außerdem haben dadurch die Schauspieler mehr Freiheit beim Spiel ihrer Rollen, denn sie haben die Kamera nicht direkt ?vor der Nase? ergänzt Franziska Meletzky.

Nachbarinnen ist der Diplomfilm von Franziska Meletzky, Alexandra Czok (Kamera), Elke Rössler (Drehbuch) und Anke Hartwig (Produktion) an der Hochschule für Film und Fernsehen ?Konrad Wolf? in Potsdam-Babelsberg.

Die Regisseurin über ihren Film "Ich glaube an die Liebe und ihre Möglichkeiten ... aber wie sehen diese Möglichkeiten aus? Wenn ich von jemandem fasziniert bin, ihn vielleicht liebe, möchte ich denjenigen einfach halten. Wenn ich sage 'Bleib' ? werd' ich wahrscheinlich nicht gewinnen.

Wenn ich sage 'Geh' werd' ich verlieren. Schweigen ist die schlechteste aller Möglichkeiten. - Damit beschäftigt sich auf tragische wie auch komische Weise mein Erstling Nachbarinnen."

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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