Der Tod kommt krass!

Produktionsnotizen

Erkan, Stefan und Leiche ... Nach dem Erfolg der ersten beiden Filme war klar, dass Erkan und Stefan immer noch etwas zu erzählen haben. Die Frage war also weniger, ob es einen dritten Film geben wird, sondern nur, in welchen Schlamassel die beiden krassen Checker diesmal geraten.

Nachdem der Startschuss für die Entwicklung des Drehbuches gefallen war, hatten sie eigentlich sofort die Leiche am Hacken. ?Was hätten wir noch retten sollen??, so Stefan.

?Im ersten Film haben wir den europäischen Frieden gerettet, im zweiten Film die ganze Welt. Diesmal wollten wir etwas Kleineres retten. Unseren eigenen Arsch.

Außerdem gehören Hitchcocks ?Immer Ärger mit Harry? oder Louis de Funès´ ?Hasch mich, ich bin der Mörder!? zu unseren absoluten Lieblingskomödien. Tür auf, Tür zu und alle sind hysterisch.?

Der ausführende Produzent und Co-Autor Mathias Lösel sieht ?Erkan und Stefan ? Der Tod kommt krass? als Hommage an das europäische Kino der 60er Jahre: ?Wir stehen auf die Filme mit Lino Ventura, Pierre Richard, Bud Spencer und Terence Hill und Louis De Funés oder Franco Nero.

Diese Tradition fanden wir großartig und nachdem wir uns darüber einig waren, dass Erkan und Stefan es mit einer Leiche zu tun bekommen, sind wir auch relativ schnell auf das Kreuzfahrtschiff gekommen.?

?Erst gab es die Idee, die Geschichte in einem Haus spielen zu lassen und dass die Leiche beim Erkan im Bett liegt?, so Stefan.

Der nächste gedankliche Schritt war eine Hotelanlage mit Erkan und Stefan im Urlaub, und von dort aus war es nicht mehr weit bis zur Fahrt auf der TS Albatros.

?Wir wollten ja, dass wir nicht mehr wegkommen ? und ein Kreuzfahrtschiff ist tatsächlich ein schwimmendes Gefängnis? erinnert sich Stefan. ?Das haben wir auch bei den Dreharbeiten gemerkt und das Schiff umgetauft in TS Alcatraz.?

Erkan & Stefan auf großer Fahrt Die Hürde, die inhaltlich noch genommen werden mußste, war also, wie man Erkan und Stefan an Bord eines luxuriösen Tourendampfers bekommt, den die zwei Checker aus dem Münchner Hood unter normalen Umständen wohl kaum betreten würden.

?Gute Frage - wir sind ja auch noch vorbestraft?, so Stefan. ?Aber da ich ein Riesenfan von Gameshows bin, war auch das kein Problem. Der Überraschungspreis in der ?Die Dicke Hund?-Show? war die Lösung.?

Abgesehen vom ?Traumschiff? gab es so etwas in Deutschland noch nicht - ?Speed 2? und ?Titanic? wurden ja in Hollywood gedreht - und was die Macher da noch nicht ahnen konnten war, dass ein Kreuzfahrtschiff eine sehr eigene und eigenartige Welt sein kann.

?Klar war allerdings, dass wir auf einem echten Kreuzfahrtschiff drehen mußsten?, so Mathias Lösel. ?Bei den heutigen Sehgewohnheiten kommt man nicht mit Studioaufnahmen durch.?

Um sich auf das Abenteuer Seefahrt einzustimmen, stachen Erkan, Stefan und Mathias im Frühjahr 2003 mit der TS Albatros in See, schipperten 11 Tage über das Mittelmeer und sammelten Ideen und Charaktere für das Drehbuch.

?Nur die Leiche war nicht mit dabei?, so Stefan. ?Aber es gab Mutti und Vati oder die schwäbischen Tänzerinnen. Bei denen sind die Dialoge echt und leider auch das Furzen.?

Diese vorbereitende Kreuzfahrt war der Schlüssel, um den Film überhaupt machen zu können. Viele der Gags und viele Gestalten sind uns da begegnet. Nur die Leiche war nicht da. Die alten Leute, Mutti und Vati.

Auch die Tänzerinnen, auch die Dialoge und das Furzen ? leider echt. Es war sicherlich der Schlüssel, den Film überhaupt machen zu können.

Klappe auf hoher See Ein gutes Jahr nach dem Vorbereitungstrip durchs Mittelmeer, im Sommer 2004, wurde es schließlich ernst.

Von der Finanzierung bis zu den Glühbirnen mußste alles perfekt organisiert sein, damit es in Bremerhaven pünktlich zum Auslaufen der TS Albatros an Bord gehen konnte.

Von den insgesamt 36 Drehtagen sollten 14 auf hoher See stattfinden, was eine große Herausforderung für das Team bedeutete.

?Am 5. September standen wir morgens mit 5 Lkw in Bremerhaven am Kai und mußsten das gesamte Equipment innerhalb von vier Stunden aufs Schiff bringen?, erinnert sich der ausführende Produzent Mathias Lösel.

?Die hätten jedenfalls nicht auf uns gewartet oder ein paar Stunden später gesagt: ?Ihr habt eine Verlängerungsschnur vergessen? Kein Problem, wir drehen noch mal um.??

Von Bremerhaven ging es jedenfalls über Schottland, die Färöer Inseln, Island, Spitzbergen, Nordkap und dann nach Norwegen und wieder zurück nach Bremerhaven.

?Kim, unser Regieassistent hatte schon Erfahrungen mit Dreharbeiten auf einem Kreuzfahrtschiff?, erklärt Lösel. ?Er war drei Jahre Regieassistent beim ?Traumschiff? und hat mir einen wertvollen Tipp gegeben.

Ich sollte mich am ersten Abend beim Kapitänsempfang neben dem Kapitän auf die Bühne stellen und eine Rede halten, uns vorstellen und erklären, was wir machen.

Denn, wenn die Gäste morgens aufstehen und da steht ohne Ankündigung ein Kamerateam vor der Tür, dann gefällt denen das überhaupt nicht. Also habe ich das gemacht, ein paar lustige Sachen erzählt und es kam gut an.

Die Dreharbeiten wurden als zusätzliches Unterhaltungsprogramm verstanden und am nächsten Tag standen 100 ältere Leute neben der Kamera und wollten als Komparsen mitmachen.?

So verliefen die Dreharbeiten auf dem Schiff völlig reibungslos und sogar das Wetter spielte mit.

Während Erkan, Stefan und Mathias Lösel beim Drehbuchschreiben im Mittelmeer noch mit Windstärke 11 und 8 Meter hohen Wellen zu kämpfen hatten, wurde der Ausflug ins widerspenstige Polarmeer zur erfrischenden Spazierfahrt bei meist ruhigem Seegang.

Die geplanten 14 Drehtage an Deck konnten voll ausgenutzt werden und das Team ging von Bord, ohne auf eine einzige Szene verzichten zu müssen.

Ein Schiff an Land ... Die MS Albatros wurde 2004 komplett umgebaut, wiegt 25 000 Tonnen, ist 186 Meter lang und 25 Meter breit. 830 Passagiere können sich auf 10 Decks vergnügen und werden von 340 Besatzungsmitgliedern versorgt.

Die Sache hat nur einen Haken, wenn man Filmemacher ist. ?Auf so einem Schiff ist jeder Zentimeter ausgenutzt und es war teilweise schon schwer, die richtige Position für Kamera und Licht zu finden?, so Lösel.

Und genau aus diesem Grund wurden schließlich auch die meisten Innenaufnahmen nicht an Bord, sondern in der größten Halle der Münchner Bavaria Filmstudios gefilmt, wo Gänge und Kabinen der TS Albatros nachgebaut worden waren.

?An Bord eines Schiffes ist es ja viel zu klein, um wirklich Innenaufnahmen machen?, so Stefan. ?In eine kleine Kabine passt da doch gerade mal ein Handy und ein Handtuch. Wenn du da eine XBox anschließt, dann war?s das.?

Im Nachhinein ist jetzt nicht mehr der Unterschied zwischen den Aufnahmen an Bord und im Studio zu erkennen. ?Außer?, so Erkan, ?wenn man sich den Film das zehnte Mal anschaut. Dann kann man zumindest mal darauf achten. Erkennen wird man es trotzdem nicht.?

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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