Chucky's Baby

Produktionsnotizen

Lucky Chucky: Die Erfolgsgeschichte In den sechzehn Jahren, seit er erstmals auf der Leinwand wütete (und in den Leibern seiner Opfer) und sein feuerroter Haarschopf das Blut seiner Opfer widerspiegelte, entwickelte sich Chucky zu einer wahren Horror-Ikone.

Von HipHop-Referenzen über Fernsehserien bis hin zu Radiosendungen - Chucky ist einer der Antihelden der Popkultur und besitzt weit mehr Strahlkraft als die meisten seiner Horror-Kollegen.

Jetzt schickt ihn das Kreativ-Team, das ihn seit seinem Entstehen begleitete, auf ein neues Abenteuer mit CHUCKY'S BABY.

Chucky erblickte Ende der 80er Jahre das Licht der Welt, als Drehbuchautor Don Mancini und Produzent David Kirschner, der auch die tatsächliche Chucky-Puppe gestaltete, ihre Zusammenarbeit für DIE MÖRDERPUPPE ("Child's Play", 1988) begannen und damit ein bis dato ungebrochenes Chucky-Fieber auslösten.

Im November 1988 in den USA gestartet, entwickelte sich DIE MÖRDERPUPPE zu einem Sleeper-Hit, der auch heute noch weltweit die Fans begeistert.

In seinem ersten Abenteuer lernte man Chucky als "netten Jungen" kennen, der irgendwann einmal psychopatisch wird.

Als die Polizei den Serienkiller Charles Lee Ray (gespielt von Brad Dourif) nämlich in einem Kaufhaus stellt und niederschießt, beschwört der sterbende Mörder das uralte, um seinen Hals hängende Voodoo-Amulett.

Daraufhin überträgt sich seine Seele in den nächststehenden Körper - den der 60 Zentimeter großen "Chucky"-Puppe. Sofort beginnt die Puppe, unbeteiligte Unglückliche anzugreifen - zum Schrecken seines neuen "Besitzers" Andy Barclay (zunächst von Alex Vincent gespielt, dann von Justin Whalin).

Wohin Andy auch immer flieht, Chucky ist auf seinen Fersen, in der festen Absicht, seine Seele zum Überleben - und Morden! - als Mensch in Andys Körper zu übertragen.

Auch CHUCKY 2 - DIE MÖRDERPUPPE IST ZURÜCK ("Child's Play 2", 1990) und CHUCKY 3 ("Child's Play 3", 1991) thematisierten den immerwährenden Kampf zwischen den beiden "Freunden auf ewig" und zementierten Chuckys Ruf als einzigartigem Leinwandbösewicht, dessen Laune schlagartig von humorvoll auf mörderisch umschlagen kann.

Später erfuhren Mancini und Kirschner Verstärkung durch Kirschners Produktionspartnerin Corey Sienega und machten sich gemeinsam daran, mit Chucky und seiner erfolgreichen Filmserie bei CHUCKY UND SEINE BRAUT ("Bride of Chucky", 1998) eine neue Richtung einzuschlagen.

Darin spricht Charles Lee Rays liebeskranke und ebenso todbringende Freundin Tiffany einen Voodoo-Zauber aus, um Chucky von den Toten zu erwecken.

Anschließend bemächtigt sie sich selbst des Körpers einer Puppe, die Chucky an Mordlust in nichts nachsteht. Die beiden Killerpuppen heiraten und Tiffany wird schwanger. Dummerweise überlebt das Kind die beiden ...

... bis jetzt.

Chucky - Forever Nach der Wiederbelebung, Neuorientierung und Umbenennung der Chucky-Serie mit CHUCKY UND SEINE BRAUT - die Idee, dem kleinen Maniac eine Freundin an die Seite zu geben, stammt von Produzent David Kirschner - erhielt die Serie eine ganz neue Facette.

"Mit Tiffany als Chuckys Freundin und späterer Frau konnten wir eine neue Seite der Puppe zeigen, die man so nicht kannte," erinnert sich Drehbuchautor Don Mancini.

"Ich strukturierte die Beziehung zwischen Chucky und Tiffany so, dass sie jede Phase einer normalen Romanze durchlief. Sie umwarben sich, gingen zusammen aus, hatten Sex, heirateten, stritten sich und brachten sich dann um."

Bei CHUCKY UND SEINE BRAUT schloss sich erstmals auch Corey Sienega dem erfolgreichen ?Team Chucky' an und Mancini bekam die Gelegenheit, während der Dreharbeiten bei der Second Unit Regie zu führen.

Kirschner erinnert sich. "Ich zog Don auch deshalb als ausführenden Produzenten hinzu, weil ich wusste, dass er schon immer Regie führen wollte.

Also sagte ich ihm: ?Leb dich in das Projekt ein, beschäftige dich mit dem Stoff und wenn wir dann das fünfte Chucky-Abenteuer drehen, darfst du inszenieren'.

Ein fünfter Einsatz der Psycho-Puppe schien gar nicht so abwegig, schließlich kennt auch Jennifer Tilly die eherne Regel der Branche: "In erfolgreichen Horror-Serien stirbt der Bösewicht nie wirklich".

Trotz des enormen Aufwands, den die Dreharbeiten zu CHUCKY UND SEINE BRAUT ihm abverlangten, stellte sich Mancini jeder Herausforderung.

"Don hat so viel zu dem Film beigetragen. Beinahe in jedem Frame sieht man seine Anstrengungen. Als Erfinder des Projekts kennt er die Mythologie seiner Kreatur in- und auswendig und fühlt sich leidenschaftlich mit ihr verbunden.

Als wir endlich CHUCKY'S BABY in Angriff nahmen, war klar, dass er nicht nur schreiben, sondern auch inszenieren würde," erklärt Kirschner.

"David hat alle Chucky-Filme produziert," bemerkt Mancini. "Und bei jeder Produktion durfte ich am Set mit dabei sein, wo ich natürlich viel lernte.

Nur wenige Hollywood-Autoren bekommen die Chance, hautnah dabei zu sein - und ich habe wirklich viel davon profitiert."

Sienega stimmt Mancini zu: "Keiner kennt Chucky besser als Don, also war es nicht nur eine ganz natürliche Sache, ihn für CHUCKY'S BABY als Regisseur auszuwählen - er war der einzige, der dafür in Frage kam.

David hatte das schon länger geplant. Er glaubt an Don und teilt mit ihm seine Faszination für das Kino und insbesondere für Genre- und Horrorfilme. Uns drei verbindet eine bizarre Zuneigung für Chucky."

Aufgrund der Liebe zu Chucky mußste die Serie eine Entwicklung durchmachen, um fortbestehen zu können. "Schon bei CHUCKY UND SEINE BRAUT änderten wir die Stimmung ein bisschen," verdeutlicht Mancini.

"Die ersten drei Filme waren ziemlich schnörkelloser Horror. Auch früher hatte man schon in Filmen und Fernsehformaten das Konzept der ?Killerpuppe' behandelt, doch nie zuvor galten die Puppen als eigenständige Charaktere mit eigenen Dialogszenen.

Beim vierten Film mußsten wir uns etwas Neues einfallen lassen, um das Überleben der Marke zu gewährleisten."

"Bei CHUCKY UND SEINE BRAUT fällten wir ganz bewusst die ziemlich weitreichende Entscheidung, auch Humor mit einzubinden," erinnert sich Sienega.

"Die Fans kannten die bisherige Serie in- und auswendig und deswegen brachten wir sie mit der Kombination aus Horror und Humor ein bisschen aus dem Takt.

Ich finde es ganz gut, zwischen den Produktionen ein paar Jahre Pause einzulegen, um die Spannung zu steigern. Bei CHUCKY'S BABY nahmen wir uns vor, das Ganze auf die Spitze zu treiben.

Wir wollen den Fans geben, was sie wollen, aber auch Kinogänger ansprechen, die Chucky zwar als Horror-Ikone kennen, seine früheren Filme aber nicht gesehen haben.

Ich denke, die Art von Humor, wie sie CHUCKY'S BABY besitzt, wird weit mehr Leuten gefallen als nur den hartgesottenen Chucky-Fans."

Obwohl man schon bei CHUCKY UND SEINE BRAUT den Anspruch erhöht hatte, kamen Mancini immer neue Ideen, um den Charakteren, die er so gut kennt, neue Facetten hinzuzufügen.

Schließlich kommt erst die Liebe, dann die Hochzeit und dann... kommt etwas ganz Neues. "CHUCKY UND SEINE BRAUT parodierte das Genre der Romantik-Komödien, also mußsten wir uns für CHUCKY'S BABY einen neuen Kniff einfallen lassen.

Deshalb schien es nur natürlich, in diesem Fall die bekannten Familiendramen auf die Schippe zu nehmen und Filme wie EINE GANZ NORMALE FAMILIE ("Ordinary People", 1980) und KRAMER GEGEN KRAMER ("Kramer vs. Kramer", 1979) zu persiflieren."

Mancinis jüngster Neuzugang bei der Ray-Familie ist Glen, den Sienega als "komplett gegensätzlich zu seinen Eltern" beschreibt.

"Glen sucht seinen Vater und seine Mutter, ist schüchtern und introvertiert und so wie die typischen Findelkinder, die man aus den Dickens-Romanen kennt."

Als Waise aufgewachsen, weiß Glen nichts von den mörderischen Neigungen seiner Familie und erträumt sich eine glückliche Familie.

Chuckys und Tiffanys Sohn als liebevollen Pazifisten zu gestalten, der seine Eltern in dem Glauben rettet, das beste für sie zu tun, gab Mancini die Gelegenheit, innerfamiliäre Dynamiken zu erforschen sowie eine ganz neue Quelle für seine humoristischen Absichten auszuschöpfen.

"Natürlich erwartet man, dass Glen nach seinen Eltern kommt," erklärt Mancini, "also eine Mörderpuppe ist. Ich fand die Idee aber viel interessanter, Glen quasi als ?schwarzes Schaf' der Familie zu beschreiben, das Gewalt verabscheut.

Sein passives, friedliches Naturell macht Chucky wahnsinnig, äh, noch wahnsinniger."

"Außerdem erfahren wir von einer unglücklichen genetischen Fehlentwicklung Glens. Sein Hermaphroditismus sorgt in seiner Familie für zusätzliche Spannung," enthüllt der Regisseur und Drehbuchautor.

"Glen sitzt zwischen den Stühlen," erklärt Sienega. "Chucky wünscht sich Glen als den Sohn, von dem er immer geträumt hat, während Tiffany in ihm die Wunsch-Tochter sieht."

Mancini gefiel die neue Entwicklung, die den zwergenhaften Eltern und ihrem wiedergefundenen Sohn mehr Menschlichkeit verleiht.

Weil sie sich schon so lange Nachwuchs gewünscht hatten, fühlen sich Chucky und Tiffany nun von all den typischen Emotionen überwältigt.

"Das kennt man ja, Väter und Söhne geraten immer aneinander. Im wahren Leben geht es um die Ausbildung oder Drogen oder was auch immer. In CHUCKY'S BABY sind es eben die mörderischen Neigungen, die in der Familie zu Ärger führen."

"Ich finde, Don übertrifft sich mit CHUCKY'S BABY selbst," schwärmt Kirschner. Der Film ist so wild und absolut witzig.

Seltsamerweise findet jeder sich irgendwie darin wieder, denn obwohl beide Eltern geisteskranke Mörder sind, bilden sie dennoch eine Familie. Okay, die durchgedrehteste 60 Zentimeter große Familie aller Zeiten, aber immerhin eine Familie..."

"Viele der langjährigen Chucky-Fans haben mittlerweile selbst Kinder, erklärt Kirschner. "Und Chucky steht jetzt als Vater vor den selben Prüfungen und Problemen wie seine ersten Fans, wenn es auch bei ihm mit größeren Blutlachen und schrilleren Schreien einher geht. Unter Don ist Chucky herangereift."

"Natürlich haben wir es bei Chucky mit einem Monster zu tun," bekräftigt Sienega. "Und doch hat er sich zu einem echten Charakter entwickelt. In CHUCKY'S BABY steht er vor Problemen, die viele auch aus ihrer eigenen Familie kennen.

Wie befürchtet beseitigt er die Probleme auf seine ganz persönliche Weise, während die meisten von uns da doch etwas mehr Zurückhaltung zeigen."

"Chucky existiert schon so lange, dass die Leute diesen schrecklichen kleinen Gremlin mittlerweile sogar mögen," verdeutlicht Tilly.

"Sie identifizieren sich mit ihm, weil sie durch Chucky ihre Aggressionen ausleben können. Und er entschuldigt sich nicht für seine Handlungen."

"Ich vermute, Don benutzt Chucky, um all die Dinge zu sagen, die er sich selber nicht zu äußern traut," bemerkt Sienega. "Don ist ein liebeswürdiger Mensch, besitzt aber einen fiesen Sinn für Humor. Ich denke, Chucky ist Dons Alter Ego ..."

"Für Don sind diese Filme eine Art von Therapie," vermutet Tony Gardner, der das Puppenspielerteam leitet. "Ständig dreht er irgendwelche Familienfilme, aber alle fünf Jahre macht er eine Art Katharsis durch, an der wir alle teilhaben dürfen. Na ja, so lange er die Killerpuppe als Ventil benützt..."

Ob nun therapeutisch oder nicht, schon bald nach Produktionsbeginn erwies sich die Entscheidung der Filmemacher, Don zum Regisseur zu bestimmen, als richtig.

"Jeder sagte? Don würde so entspannt wirken," erinnert sich Sienega. "Ich weiß nicht, wie relaxed er wirklich war, aber er machte einen unglaublich gut vorbereiteten Eindruck.

Er bestreitet, ein Künstler zu sein. Und doch skizzierte er jede Einstellung und erarbeitete daraus dann zusammen mit den Zeichnern die Storyboards."

"Das Gute daran, dass Don sein eigenes Drehbuch inszenierte, bestand in dem genauen Wissen über die Schnitte, die er im Anschluss machen wollte," erklärt Gardner.

Immer öfter sagte er während der Dreharbeiten ?Ich werde hier schneiden, deshalb können wir die Einstellung so enden lassen'."

"Er wusste genau, wer die Charaktere sind und warum sie das tun, was sie tun. Er sprach beinahe die Gedanken der Puppen aus - ?Sie hat Todesangst, weil...', ?Er denkt sich ?Siehst du!'''. Sein Detailwissen half uns auch beim Bedienen der Puppen."

"Weil Don die Charaktere so genau kennt," verdeutlicht Kirschner, "weiss er, was funktioniert und was nicht. Er konnte den Film vorab in seinem Kopf schneiden, und das schaffen nicht viele Regisseure. Darüber hinaus kennt er sich mit Situationskomik aus."

"Das einzige Mal, bei dem ich mit einem Regiedebütanten etwas Ähnliches erlebt habe wie mit Don, war damals mit den Wachowski-Brüdern bei BOUND - GEFESSELT ("Bound", 1996).

Don kam äußerst gut vorbereitet ans Set und wusste genau, was er wollte. Er hatte jedes Detail vorher geplant, zeigte aber dennoch große Flexibilität."

"Don gehört zu den professionellsten Regiedebütanten, die mir in meinem Leben begegnet sind," bestätigt auch der ausführende Produzent Guy Louthan.

"Und ich habe das bereits 17 mal durchgemacht! Er hat sich schon so lange mit diesen Figuren beschäftigt - und jetzt endlich ist er da angelangt, wo er immer hin wollte und auf was er immer hingearbeitet hatte."

Jennifer Tilly - zu allen Schandtaten bereit Corey Sienega erinnert sich, wie sie 1998 zusammen mit dem Rest vom Team Chucky beim nächtlichen Abmischen von CHUCKY UND SEINE BRAUT feststellte, "dass es uns wirklich leid tat, Jennifer Tilly in dem Film umgebracht zu haben." Schließlich profitierte das Werk ungemein von Jennifers Beitrag als Schauspielerin und Synchronsprecherin.

"Ich kannte Jennifer vor CHUCKY UND SEINE BRAUT nicht persönlich, hatte sie beim Schreiben des Drehbuchs aber immer im Hinterkopf," erklärt Don Mancini.

"Ich gehöre seit BOUND - GEFESSELT und BULLETS OVER BROADWAY zu ihren größten Fans. Die Arbeit mit ihr an CHUCKY UND SEINE BRAUT gefiel uns allen total gut.

Trotz ihres komödiantischen Talents besitzt Jennifer Tilly auch jede Menge Sex-Appeal und eine tolle Körpersprache. Sie vermenschlicht diese Puppen - das können nicht viele Schauspieler, viele würden sie eher herablassend behandeln.

Jennifer gibt einem das Gefühl, dass sie die Leinwand mit einer echten Persönlichkeit teilt, nicht einer Roboterpuppe. Diese Fähigkeit gehört zu den wichtigsten Grundvoraussetzungen, auf denen wir CHUCKY'S BABY aufgebaut haben."

"Wenn sie eine Liebeszene mit einer Puppe spielt," schwärmt Sienega, "dann haucht sie dieser Puppe Leben ein. Wir lieben Jennifer und wollten sie deshalb unbedingt wieder dabei haben."

Mancini stimmt Sienega zu: "In dem Zeitraum zwischen CHUCKY UND SEINE BRAUT und CHUCKY'S BABY haben Jennifer und ich uns richtig angefreundet. Ich kann mir kaum etwas Witzigeres vorstellen, als Jennifer dabei zuzusehen, wie sie sich selbst persifliert."

"Wer könnte ?Jennifer Tilly' besser verkörpern als Jennifer Tilly?," freut sich auch Sienega. "Jennifer hat viel Sinn für Humor. Als ich das Drehbuch zum ersten Mal las, fragte ich mich, ob Don da nicht zu viel von ihr erwartete.

Schließlich macht sich der Film auch ziemlich über sie lustig. Aber Jennifer hat das alles ganz locker genommen und sogar noch einen draufgesetzt."

Mancinis Einfall, Tilly eine überspitzte, zickige Version von sich selbst spielen zu lassen, erwies sich für Tilly als Kinderspiel. "Ich hätte niemand anderen an diese Rolle herangelassen und damit herumexperimentieren lassen.

Ich finde, ich habe genau den richtigen Zugang zu dieser Figur gefunden: sanft, und doch so realistisch...," lacht die Schauspielerin.

"Als Don mir von seinem neuen Drehbuch erzählte, bettelte ich ihn an: ?Bitte mach´ mich zu einer richtig nervigen Diva!'. Also schrieb er einen Entwurf, in dem ich einfach die fieseste Zicke der Welt war.

Aber die Leute reagierten darauf mit ?Oh, sie ist viel zu gemein, mach sie liebenswerter!' - und ich dachte nur ?Ah, sie mögen mein wahres ICH nicht'," scherzt Tilly.

Die in CHUCKY'S BABY dargestellte Jennifer Tilly wirkt zum einen sehr real, andererseits aber auch wieder vollkommen surreal.

"Der Spaß an einer Selbst-Persiflage liegt darin, dass man das eigene Image übertrieben darstellen und die Selbstverliebtheit der meisten Schauspieler auf die Schippe nehmen kann," verrät Tilly.

"Also laufe ich im Film ständig in hautengen Kleidern, mit Push-up-BHs und falschen Wimpern herum, schließlich stelle ich die glamouröse Jennifer Tilly dar und nicht die, die wie jeder andere auch verpennt im Schlafanzug aus dem Bett krabbelt. Ich will die Jennifer sein, die die Leute lieben - oder hassen!"

"Don und ich dachten uns beim Mittagessen immer neue skurrile Dinge aus. Manches davon war natürlich zu Insider-mäßig für einen Mainstream-Film, aber wir haben noch genügend drin gelassen, über das sich die Leute freuen können.

So ließ ich zum Beispiel einige meiner eigenen gerahmten Fotos aus meinem Haus herbeischaffen und auf dem Set aufhängen. Dennoch habe ich versucht, meine Szenen realistisch zu spielen - sonst würde alles wie ein verlängerter Sketch wirken."

"Viel humoristisches Potenzial entstand allein dadurch, dass Jennifer Tilly plötzlich ihrem Alter Ego Tiffany aus CHUCKY UND SEINE BRAUT von Angesicht zu Angesicht gegenübersteht," bemerkt Mancini.

"Tiffany bewundert Jennifer Tilly," so die Schauspielerin, "weil sie sie wahnsinnig glamourös findet und ihre Stimme für die schönste der Welt hält.

Tiffany entscheidet sich dafür, dass sie, sobald sie wieder menschliche Gestalt angenommen hat - die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt -, Jennifer Tilly sein möchte.

Sie hält mich in Hollywood für unterschätzt und glaubt, sie könne meine Karriere auf Vordermann bringen, sobald sie meine Identität übernimmt."

"In einer Szene verfolgt und bedroht mich Tiffany - mit meinem eigenen E! Television Golden Hanger Award! - und beschimpft mich wegen meiner Rollenwahl.

Das fantastischste Element des Films sind nicht die lebendigen Puppen oder der Rapper, der die aufwändigste Bibelverfilmung der Geschichte inszenieren will, sondern, dass ich für dieselbe Rolle wie Julia Roberts vorgeschlagen werde. Allein für diesen Einfall liebe ich Don!"

Für CHUCKY'S BABY brauchte auch Tiffany eine Generalüberholung - wie sonst hätte sie sich die Leinwand mit der glamourösen Jennifer Tilly teilen können? "Ich freute mich über die Verschönerungskur für sie," gesteht Tilly.

"Sie weckt natürlich meinen Beschützerinstinkt. In CHUCKY UND SEINE BRAUT wirkte sie in ihrer Mimik sehr eingeschränkt, beinahe versteinert. Aber die neue Tiffany gefällt mir, sie wirkt wesentlich süßer und hat wesentlich mehr Gesichtsausdrücke drauf."

"Was ihrem Charakter betrifft, mag Tiffany noch immer harmlose Comicserien und sie steht auf Martha Stewart, wie im letzten Film eben auch. Sie fühlt mit Martha Stewart und all dem, was sie derzeit durchmacht."

Einmal mehr kollidieren Tiffany und Chucky in ihren Ansichten bezüglich der Hausarbeit und traditionellen Familienwerten. "Tiffany tötet noch immer Leute, fühlt sich aber schlecht dabei.

Chucky hingegen findet das Töten prima, weswegen sie sich über Gut und Böse in die Haare kriegen - insbesondere in der Frage über die Erziehung ihres wiedergefundenen Sohnes. In Glen sehen beide nur das, was sie sehen wollen."

Am Set stand Tilly in mehreren Szenen den Puppen gegenüber. "Man fühlt sich sehr bizarr, wenn man einer kleinen Puppe mit blinzelnden Augen gegenübersteht und sie sagen hört ?Miss Tilly, sie können es sich leicht machen, oder es auf die harte Tour haben'," erinnert sich Tilly.

"Ist die Arbeit mit Objekten schwierig? Nein, ich tue so etwas die ganze Zeit. Wenn man mit großen Stars dreht, kommen die auch nur für die Nahaufnahmen und verschwinden danach wieder. Die Crew klebt dann einfach einen Zettel irgendwo hin und man mußs dann mit diesem als ?Partner' vorlieb nehmen."

Zu den Schwierigkeiten für Jennifer Tilly gehörte zudem das Abwägen, wann es mit dem Geschrei zu viel wurde.

"Als ich vor Tiffany fliehen mußste, überlegte ich mir immer, wie ich wohl reagieren würde, wenn mich plötzlich eine Killerpuppe verfolgen würde, die meine eigene Stimme besitzt," erzählt Tilly.

"Ich versuchte zwar, nicht zu laut zu kreischen, aber je mehr ich schrie, desto mehr profitierte der Film davon. Ich schreie in mehreren Szenen - aus Angst, wegen meiner Wehen und bei kurzen Kreischanfällen. Dabei versuchte ich immer, mein Gesicht so wenig wie möglich zu verzerren, um auch weiterhin gut auszusehen."

In CHUCKY'S BABY bekommen die menschlichen Darsteller im Vergleich zu den früheren Filmen mehr Raum zum Interagieren mit ihren Puppen-Kollegen.

"Als eitle Schauspielerin kann ich nur eines sagen: bei CHUCKY UND SEINE BRAUT merkte ich schon sehr bald, dass es nichts Schlimmeres gibt, als niedrige Kamerawinkel.

Von unten gefilmt zu werden, bedeutet ein echtes Fest für Doppelkinn-Freunde. Also versuche ich, wo es geht, Chucky hochzuheben und auf Armlänge vor mir zu halten, wenn ich mit ihm als Jennifer spreche.

Eine weitere Lösung ist, sich einfach zusammen mit den Puppen auf den Boden zu begeben, damit die Kamera nicht nach oben zu filmen braucht."

Bei CHUCKY UND SEINE BRAUT lernte Jennifer Tilly auch Don Mancini kennen. "Wir drehten eine Szene, als er plötzlich von der Seite hereinrief ?Jennifer, kannst du bitte den Dialog so sprechen wie er im Drehbuch steht?' und ich dachte mir nur ?Wer hat denn den Autor ans Set gelassen?'.

Aber ich lernte ihn besser kennen und merkte, dass er eigentlich mit seinen Anweisungen immer richtig lag. Denn er arbeitet sehr präzise und nimmt sich viel Zeit für die Dialoge.

Als Autor und Regisseur von CHUCKY'S BABY trödelt er zwar nicht, nimmt sich aber die Zeit zuzuhören, wenn jemand eine Idee hat."

"Meiner Einschätzung nach wird CHUCKY'S BABY ein breites Publikum ansprechen," vermutet Tilly im Hinblick auf die Zuschauer.

"Man bekommt einen perfekten Mix aus anspruchsvoller Parodie und flachem Witz serviert - für mich bedeutet das sowieso das Gleiche. Es gibt üble Schreckensmomente, aber auch ein wenig Glamour.

Ich spiele keine einzige Szene ohne Riesen-Dekolletee - selbst als Schwangere. Das Publikum kriegt also genau das, was es sich wünscht."

"Ich wünschte, Jennifer könnte bei jedem meiner Filme mitspielen," verrät auch Guy Louthan. "Sie ist einfach fantastisch, unkompliziert und privat ebenso witzig wie vor der Kamera. Außerdem schmeißt sie fürs Team immer ´ne Runde Bier!"

Große Fangemeinde Unterstützt wird das Ensemble von CHUCKY'S BABY durch drei Talente, die eines gemeinsam haben: Ein Faible für Chucky.

Verschiedene Namen tauchten auf, als das Team über der Frage brütete, wer wohl den Regisseur spielen sollte, in dessen Bibelepos Jennifer Tilly auf Biegen und Brechen die Hauptrolle spielen will.

Corey Sienega erklärt: "Don Mancini wünschte sich immer jemanden, der sich selbst spielt, ob nun Regisseur oder nicht."

Als die Filmemacher von einem Studiomitarbeiter erfuhren, dass der Rapstar Redman zu Chuckys großen Fans zählt, fiel die Wahl logischerweise leicht - Redman bekam die Rolle des Film-im-Film-Regisseurs.

Mancini und die anderen sahen sich dessen Erfolgskomödie SO HIGH ("How High", 2001) an und bemerkten "dass er eine natürliche komische Begabung besaß, die sich gut für das Zusammenspiel mit Jennifer Tilly eignete.

Zusammen sind sie einfach zum Schreien, weil bei ihnen Welten aufeinander prallen. Sie widersprechen sich derart, dass sie schon wieder perfekt zusammen passen."

"Es macht mich irgendwie jünger und hipper, wenn ich mit Redman spiele," grinst Tilly. "Außerdem besitzt er einen guten Geschmack."

Redman hatte Chucky und CHUCKY UND SEINE BRAUT bereits in einem seiner Songs erwähnt. "Ich wollte unbedingt dabei sein," gesteht Redman.

"Als man mir die Rolle anbot, habe ich mich sofort darauf gestürzt. Mann, ich werde in die Geschichte eingehen als Darsteller in einem Chucky-Film. Ich lebe immer noch hier in meiner ?hood', also kann ich nicht ungestraft irgend einen Kitsch machen.

Als ich meinen Nachbarn aber von CHUCKY'S BABY erzählte, kriegten die sich gar nicht mehr ein. Und ich habe nur genickt und gemeint ?Yeah, so kann's gehen, Jungs!'"

"Chucky ist ziemlich hart, ein fieser kleiner Kerl - stellen Sie sich einfach einen etwas kürzeren Joe Pesci vor, okay?<Ü> Nicht umsonst gehört er zusammen mit Jason, Michael Myers, Pinhead und Freddy Krueger zu den Top Fünf der Filmkiller. Ich mochte CHUCKY UND SEINE BRAUT, schließlich hielt der Neuzugang Tiffany Chucky in bester Killer-Kondition auf Trab!

Don Mancini schrieb außerdem einen tollen Plot für CHUCKY'S BABY - er mußste sich was Gutes einfallen lassen, denn Chucky ist so was wie der letzte Mohikaner; er ist der letzte verbliebene Über-Mörder. FREDDY VS. JASON ("Freddy vs. Jason", 2003) hat mich nämlich ziemlich enttäuscht."

"Ich habe mir von Don nicht viel Improvisations-Spielraum erwartet," gesteht Redman. "Also hörte ich genau auf seine Anweisungen. Trotzdem ließ er mich wissen, wenn ich manche Dialoge etwas freier gestalten konnte.

Ich schlug ihm dieses oder jenes vor und er stimmte einfach zu oder lehnte ab. Er hielt mich an einer lockeren Leine. Außerdem verbreitete er super Stimmung am Set, so dass jeder morgens voller Energie und bester Laune zum Drehen eintraf."

"Am schwierigsten finde ich beim Schauspielen, einfach nichts zu sagen und nur durch Gestik zu sprechen. Ich versuchte, mich beim Drehen zu konzentrieren und nicht als Musiker aufzutreten, schließlich wollte ich auch was lernen.

Jennifer gab mir ein sehr angenehmes Gefühl in all unseren Szenen und in der Art, wie sie mit mir unsere Texte durchging. Sie ist eine tolle Lady und strahlt etwas sehr Positives aus - mir machte es Spaß, mit ihr herumzumachen...!"

Als Chucky-Fan stand Redman bei den Szenen mit den Killerpuppen vor einer weiteren Herausforderung: "Beim Betrachten der ersten vier Filme wunderte ich mich immer darüber, wie zum Teufel die das mit den Puppen hinkriegten.

Ich machte mir vor Angst nämlich fast in die Hose! Als ich dann beobachtete, wie die Crew eine Stunde lang die Puppen-Szenen vorbereiteten, wurde mir bewusst, dass auch ich mein Bestes geben mußste, um die Leute so richtig erschrecken zu können."

Zu den weiteren Schauspielern mit musikalischem und filmischem Hintergrund zählt das britische Jungtalent Hannah Spearritt von der Popgruppe S Club 7.

Für die Rolle von Jennifer Tillys loyaler Assistentin Joan suchten die Filmemacher "nach jemandem, der seinen Mann stehen und mit Jennifer mithalten kann," lacht Sienega.

"Hannah hat Chuzpe, aber ihr liebenswertes und lammfrommes Wesen scheinen dennoch immer durch. Außerdem kann sie über sich selbst lachen."

"Hannah ist die Idealbesetzung für Joan, eindeutig die bodenständigste Figur des ganzen Films, mit den stärksten Wurzeln in der Realität."

"Ich bewundere sie," schwärmt Jennifer Tilly. "Hannah strahlt irgendwie von innen. Auch visuell geben wir einen guten Kontrast ab, weil sie neben mir fast verschwindet."

Selbst als sie noch jünger war, zählte Hannah bereits zu Chuckys Fans. "Als ich von CHUCKY'S BABY erfuhr, hat es mich total gepackt," erzählt Spearritt.

"Ich habe DIE MÖRDERPUPPE als Kind gesehen und bin dabei vor Angst beinahe gestorben, hatte danach Alpträume. Ich konnte kaum glauben, dass ich jetzt quasi zur Chucky-Familie gehöre, die seit ihren Anfängen ziemlich viel mitgemacht hat."

"Ich identifiziere mich total mit Joan, die alles für Jennifer tut. Dabei lässt sie sich - wie viele andere im Showbusiness - einiges gefallen.

Ich persönlich wäre zwar schon längst abgehauen ... Im echten Leben bringt Jennifer aber jede Menge Energie und Enthusiasmus mit ans Set.

Nach CHUCKY UND SEINE BRAUT dachte ich mir schon, dass die Arbeit mit ihr bestimmt fantastisch sein mußs. Auch Don hatte nie schlechte Laune beim Dreh.

Alle Probleme scheinen an ihm abzuperlen - er weiß einfach, was er will, weil er den Film geschrieben hat und den Stoff so gut kennt."

Wie auch bei Redman zeigten sich Spearritts Freunde überrascht von ihrer Rolle in CHUCKY'S BABY. "'Endcool!' war ihre erste Reaktion," erzählt Spearritt.

"Sie freuten sich unglaublich für mich. Ich fiebere schon jetzt darauf hin, CHUCKY'S BABY endlich im Kino anzuschauen und die ängstlichen und fröhlichen Reaktionen der Leute um mich herum zu beobachten."

"Obwohl alle Beteiligten von der Puppe schwärmten, war der allergrößte Chucky-Fan am Set eindeutig John Waters. Die erklärte Bewunderung des berüchtigten Filmers für den kleinen Serienkiller macht Team Chucky schon seit langem sehr stolz.

"Vor mehr als zehn Jahren," erinnert sich Mancini, "drehte Justin Whalin - der Hauptdarsteller aus CHUCKY 3 ("Child's Play 3", 1991) - mit John Waters dessen SERIAL MOM - WARUM LÄSST MAMA DAS MORDEN NICHT? ("Serial Mom", 1994). Danach erzählte mir Justin, dass John ein großer Chucky-Fan sei und sogar eine Chucky-Puppe zu Hause hat."

"Über die Jahre habe ich immer wieder Interviews mit John gehört, in denen er erklärte: ?Meine Tage als Schauspieler sind gezählt, ich werde ab jetzt nur noch inszenieren. Aber ich wünsche mir nichts sehnlicher als eine Rolle in einem Chucky-Film!'.

Solch eine Gelegenheit kann man nicht verstreichen lassen... also schrieb ich die Rolle des schleimigen Paparazzo Pete Peters speziell für ihn. Seine Zusage machte mich ganz besonders glücklich!"

"Wir hatten John zusammen mit Jennifer Tilly bei den Independent Spirit Awards gesehen," erzählt Sienega. "Und er brachte eine Chucky-Puppe mit in die Show! Gibt es einen besseren Beweis für seinen Fanatismus?"

"Alles fing mit CHUCKY UND SEINE BRAUT an," verrät Tilly. "John erzählte mir, dass er den Film sehr mag, gern bei einer Chucky-Produktion mitmachen würde und wenn es sein müsste, an Ort und Stelle einen Vertrag auf einer Serviette unterschreiben würde.

Ich rief sofort Don an, der hatte allerdings schon davon gehört und schrieb bereits an einer Rolle für John."

"Er ist genau der kleine fiese Freund, den ich mir als Kind immer gewünscht habe," bemerkt Waters in Bezug auf seine Faszination für Chucky. "Ich finde Chucky von all den Bösen am Besten.

Er ist auf jeden Fall besser als Freddy Krueger und Norman Bates. Er besitzt meines Erachtens den besten Stil - und jetzt vermehrt er sich auch noch, das ist prima."

"Neben ein paar Sätzen aus VOM WINDE VERWEHT ("Gone with the Wind", 1939) stammt mein Lieblings-Filmdialog aus CHUCKY UND SEINE BRAUT.

In der Szene wollen Chucky und Tiffany gerade zusammen ins Bett gehen und sie bittet ihn ?Nimm einen Gummi' und er antwortet ?Ich bin aus Gummi!". Das kann man kaum toppen, oder?"

Die beiden Filmemacher trafen sich erstmals am Set, als Waters als Schauspieler zur Arbeit erschien. "Don hat CHUCKY'S BABY geschrieben," erklärt Waters.

"Und ich bin der Meinung, dass diejenigen Regisseure, die ihr eigenes Material verfilmen, die beste Arbeit leisten - schließlich beschäftigen sie sich monatelang mit dem Stoff, bevor ihn überhaupt jemand zu Gesicht bekommt."

"Ich finde es einfacher, einen schmierigen Fotografen zu spielen, als einen Footballer. Deshalb bekomme ich wohl auch immer einschlägige Rollen angeboten; pädophile Priester, Hotelbesitzer, Gebrauchtwagenhändler, Pornoregisseure, Barmänner... ich habe anscheinend ein Charaktergesicht, das man trotz meiner verschwindend kleinen Schauspielkarriere kennt."

Auf dem Set von CHUCKY'S BABY trafen sich Waters und Tilly schließlich wieder, und Waters geriet ins Schwärmen: "Sie ist eine tolle Schauspielerin und eine fantastische Komödiantin.

Sie weiß genau, wie aberwitzig eine Schauspielkarriere eigentlich ist und deshalb freut sie sich darüber und hat ihren Spaß. Sie beschwert sich nie."

Für John Waters erwies sich die Arbeit mit dem Regiedebütanten, dem er eine "tolle Arbeit" bescheinigt, als Spaziergang. "Don glaubt an das, was er tut.

Ein schlechter Regisseur kann sich dagegen nie für etwas entscheiden. Das ist auch der Alptraum eines jeden Produzenten."

"Ich verstehe, was Don jeden Tag durchmachen mußste. Normalerweise bin ich morgens als erster am Set, gehe die Einstellungen durch, schaue ständig auf die Uhr, treibe die Leute an und habe ständig Angst davor, dass etwas mit den Drehs nicht klappt - all diese Dinge konnten mir bei CHUCKY'S BABY völlig egal sein!"

Während Redman und Spearritt ihre Freunde durch ihre Rollen in einem Chucky-Film beeindrucken konnten, machte Waters gänzlich konträre Erfahrungen.

"Ich erzählte meiner Putzfrau Rose von diesem Film und sie antwortete sofort ?den werde ich mir nicht anschauen'. In meinem Haus steht eine Chucky-Puppe.

Rose betritt das Zimmer nicht, solange diese dort ist, weil sie glaubt, die Puppe sei vom Teufel besessen. Ich fragte sie ?Rose, du glaubst das doch nicht wirklich?' und sie sagte nur ?Naja, nicht wirklich, aber trotzdem werde ich das Zimmer nicht betreten, wenn die Puppe drin ist.'"

Über die Leute, die sich mit Chucky in einen Raum trauten, um ihn zu ?animieren', erzählt Waters: "Chucky hat eine größere Entourage als jeder andere Star, mit dem ich je gearbeitet habe. Er mußs von derart vielen Leuten bedient werden, das ist wirklich kompliziert."

Der Höhepunkt kam für Waters allerdings ich der Szene "in der ich Chucky, seine Frau und seinen Sohn zusammen sehe. Das sind genau die Momente, die mich immer wieder absolut glücklich machen, im Showbusiness zu arbeiten."

Lucy und Dario tun es "Die Idee, Chucky und Tiffany nach Hollywood zu schicken, gefiel mir," erzählt Mancini. Von diesem Ausgangspunkt manövrierte der Autor und Regisseur seine Charaktere liebevoll durch einige typische Horror-Szenarien - und Hollywoods Vergangenheit.

"Don liebt Horrorfilme und kennt sich mit der Geschichte und der Entwicklung des Genres bestens aus," verdeutlicht David Kirschner.

"Natürlich existiert bereits ein Sub-Genre der Horrorparodien, aber bei CHUCKY'S BABY treiben wir es wirklich auf die Spitze," erklärt Corey Sienega.

"Don besitzt einen guten Geschmack, was die visuellen Stimmungen angeht. Man spürt sein Film-Faible in jedem Set-Design. Der Look wirkt vielschichtig und detailverliebt - und das Ganze hilft natürlich dabei, die Puppen als echte Figuren wahrzunehmen.

Dons Querverweise strotzen nur vor tiefem Verständnis für Filmgeschichte. So werden Horrorfans viel zum Staunen finden.

Natürlich handelt es sich bei den Chucky-Filmen um echte Popcorn-Movies, aber dennoch werden auch wahre Cineasten dank Dons Referenzen bestens bedient."

"Jeder, der italienische Horrorfilme wie etwa die von Dario Argento liebt, wird gewisse Details und Einflüsse erkennen. Man wird etwa an dessen SUSPIRIA ("Suspiria", 1976) erinnert. Auch Brian De Palma übte großen Einfluss auf Don aus.

In den grellen Farben von CHUCKY'S BABY wird man den Einfluss beider Regisseure wiederfinden." Auch Pino Donaggio, für seine langjährige Zusammenarbeit mit De Palma und Argento bekannt, trägt mit seinem Score von CHUCKY'S BABY zu dieser starken Verbindung bei.

"Von der Stimmung her orientierte ich mich an Vorbildern wie John Landis' AMERICAN WEREWOLF ("An American Werewolf in London", 1981) und Sam Raimis TANZ DER TEUFEL ("The Evil Dead", 1982). Natürlich kann man über diese Horrorkomödien lachen - aber Furcht und Schock spielen auch mit in das Vergnügen hinein.

Manche Zuschauer werden auch Zitate aus FREDDYS NEW NIGHTMARE ("Wes Craven's New Nightmare", 1994) in Bezug auf die Film-im-Film-Konstruktion und die Tatsache, dass echte Schauspieler sich selbst spielen, erkennen.

Obwohl sich CHUCKY'S BABY natürlich auch selbst auf die Schippe nimmt, erkennt man doch deutliche Unterschiede zu anderen Horrorparodien, weil wir uns selbst absolut nicht schonen. Innerhalb der Film-im-Film-Szene macht sich jeder nur lustig über das ganze Projekt."

"Ich habe mich aber nicht nur an Genrefilmen orientiert, sondern auch an jenen Episoden aus der TV-Serie "I Love Lucy", die in Hollywood spielen.

In diesen Folgen trafen echte Stars wie John Wayne und William Holden auf die fiktiven Figuren von Ricardo und Mertz. Tiffany erinnert mich insbesondere in ihrer Sehnsucht nach Hollywood-Ruhm an Lucy Ricardo. Wie auch Lucy verfolgt sie ihren Lieblingsstar - Jennifer Tilly."

"Tiffany ist eine Puppen-Stalkerin!" lacht Tilly. "Also nehmen wir auch WEIBLICH, LEDIG, JUNG SUCHT... ("Single White Female", 1992) ein bisschen aufs Korn - im Sinne von ?SINGLE WHITE DOLL' .... Außerdem fällt mir auch noch De Palmas DER TOD KOMMT ZWEIMAL ("Body Double", 1984) ein - insbesondere wegen Pino Donaggios Musik ..."

"Don kennt sich mit den Konventionen des Genres aus. In einer Szene hat er besonders darauf geachtet, hinter einer Figur einen leeren Raum zu zeigen, weil das Publikum einfach erwartet, dass eine Puppe von hinten angreift."

Als Filmemacher hatte auch John Waters während der Dreharbeiten zu CHUCKY'S BABY einige Geistesblitze und Déja-vu-Erlebnisse. "Zu jeder Szene, die ich sehe, entwickle ich automatisch meine ganz eigenen Vorstellungen," verdeutlicht er.

"In einer Szene bin ich beim Betreten eines Raums an Jennifers Seite, sie gekleidet wie ein typischer Filmstar, mit Nerzmantel und Sonnenbrille. Mir fiel spontan DAS SÜSSE LEBEN ("La dolce vita", 1960) ein.

Außerdem mußste ich ständig an einen Russ-Meyer-Film namens WIE DIE MÜTTER SO DIE TÖCHTER ("Good Morning... and Goodbye!", 1967) denken, in dem die Schauspielerin nackt und sexgierig in einem Nerzmantel im Cabrio zu einer Baustelle fährt und so lange hupt, bis jemand Sex mit ihr hat ..." "Ich will ja nichts verraten, aber in einer Szene bekomme ich Schwefelsäure ins Gesicht geschüttet - definitiv eine tolle Referenz an meinen eigenen Film FEMALE TROUBLE ("Female Trouble", 1975), in dem Edith Massey Divine mit Schwefelsäure übergießt.

Zusammengefasst kann man also sagen, dass das Säure-Verschütten zu den großen Filmtraditionen zählt - der man im wahren Leben Gott sei Dank seltener begegnet ..."

In Bezug auf Chuckys mögliche weitere Gefährtinnen bemerkt John Waters: "Als Kind habe ich die Figur der kleinen Mörderin Rhoda Penmark aus BÖSE SAAT ("The Bad Seed", 1956) sehr gemocht. Ich finde, die beiden hätten gut zusammen gepasst."

Nicht nur seine Darsteller, auch das Team ließ sich von Mancinis Begeisterung für Filmgeschichte anstecken. Viele der Mitarbeiter beteiligten sich rege am Suchen neuer Filmzitate.

So erinnert sich der Visual Effects Supervisor Graham Christie: "Ich mag dieselben Filme wie Don, weshalb wir uns bei der Arbeit super verstanden haben.

Bei den Gesprächen über die Einstellungen nannte er mir einige Referenzen und ich wusste sofort, was er wollte. Wir sprechen quasi dieselbe kinematografische Sprache."

"Don geht nicht herablassend mit den Horrorfans um," bemerkt auch Tilly. "Er gehört selbst dazu, liebt, vergöttert, verehrt das Genre. Ich denke, bei CHUCKY'S BABY wird das mehr als deutlich."

Das Gras von unten und oben wachsen sehen Während der Arbeit an CHUCKY'S BABY "existierte eine komplette, 1,80 Meter hohe Unterwelt," enthüllt Corey Sienega.

Die Produzentin verrät dabei eines der Geheimnisse der Chucky-Produktion: viele der Kulissen, darunter auch die des Hollywood-Anwesens, in dem Jennifer Tilly lebt, entstanden beinahe zwei Meter über der Erde.

Unterhalb des Fußbodens befanden sich die Räume für die Puppenspieler, die die einzelnen Figuren bedienten. Um dem Geist der Original-Filme sowie dem Charakter von Chucky treu zu bleiben, spielt die physikalische Glaubwürdigkeit eine große Rolle - und gibt so den Puppen-Actionszenen genügend Freiraum zum Agieren.

Deshalb baute man für CHUCKY'S BABY Sets mit großer Raumtiefe. "Wegen der Puppen mußs man das Beste aus der Größe und dem Raum jedes Sets herausholen," verdeutlicht Sienega.

"Einer ihrer schrecklichen Eigenschaften besteht darin, dass sie wegen ihrer Größe auch in engen Räumen wendig sind. Man sollte sie also nicht einschließen, sondern ihnen zusammen mit den echten Schauspielern genügend Bewegungsfreiheit ermöglichen."

"Die Puppen zum Leben zu erwecken ist ziemlich aufwändig," erklärt Don Mancini. "Ganze Puppenspieler-Teams arbeiten daran.

Ein Großteil der Arbeit besteht darin, Charakter und Emotionen in ganz spezifischen Gesten festzumachen - bis hin zu einem Runzeln einer Augenbraue oder dem Verziehen des Mundwinkels."

Bei diesen Details orientierten sich die Puppenspieler oft an den auf Video aufgezeichneten Synchron-Aufnahmen der Schauspieler. "Im Endeffekt beginnt der gesamte Arbeitsprozess damit," meint Sienega. "Die Puppenspieler studieren zuallererst die Mimik von Jennifer, Brad und natürlich insbesondere von Billy."

"Man beginnt mit dieser Gummi-und-Stahl-Kreatur mitzufühlen, sobald die Emotionen durchscheinen. Man spürt quasi die Darsteller in diesen Puppen. Das finde ich bemerkenswert - und ziemlich furchterregend."

CHUCKY'S BABY steuert dem derzeitigen Trend in Sachen Special Effects entgegen, in dem man sich größtenteils für aufwändige Robotertechnik statt für CGI-Effekte entschied.

Weil Mancinis Drehbuch unter anderem von einer sprechenden und gehenden Puppe ausging, mußste eine von Grund auf neue Puppe entworfen werden.

Erneut übernahm David Kirschner - wie auch schon in all den vorherigen Jahren bei den Chucky- und später den Tiffany-Puppen - die Aufgabe, Glen zu entwerfen und zu konzipieren.

Später stieß Tony Gardner hinzu und kümmerte sich um die Animatronik und die Effekte. Mit ihm hatte Kirschner bereits an zwei früheren Projekten, HOCUS POCUS ("Hocus Pocus", 1993) und SECONDHAND LIONS ("Secondhand Lions", 2003), gearbeitet.

"David hatte bereits mehrere Bilder fertig," erinnert sich Gardner, "darunter auch einige Zeichnungen, so dass wir von Anfang an genau wussten, was er sich vorstellte.

Unser Ziel bestand darin, seine Entwürfe in dreidimensionaler Weise umzusetzen und gleichzeitig einen zu Tiffany und Chucky passenden Look zu erreichen.

Außerdem mußsten wir genug Raum für all die mechanischen Elemente lassen. In den Jahren seit CHUCKY UND SEINE BRAUT hat sich jedoch im Bereich der Kontrolltechnik für die Puppen einiges getan."

"In Bezug auf Chucky gab es für uns immer einen Referenzpunkt: er sollte aussehen wie in CHUCKY UND SEINE BRAUT - haargenau so, und das machte es für uns beinahe noch schwerer.

Das Endergebnis mußste auf jeden Nadelstich, jedes Haar genau übereinstimmen. Chuckys Narben und Schnitte erscheinen rötlich wie echte Haut.

Seine Haare sind wie bei einer Puppe in die Kopfhaut eingestanzt, aber dennoch haben wir einen Look erreicht, der erscheint, als würde Chucky seine eigenen Haare besitzen - strähniges, langes, dünnes Haar, das er bereits wieder zu verlieren beginnt."

Tiffanys Runderneuerung wurde dem Hollywood-Setting angepasst. "Bei ihr hatte jeder das Gefühl, es müsse etwas verbessert werden," verdeutlicht Gardner.

"Wir haben damit begonnen, ihre Darstellungsmöglichkeiten zu erweitern und zu verbessern - also mußsten wir an ihrem Körper Veränderungen vornehmen, um Platz für die zum besseren Ausdruck nötigen Schaltkreise und Motoren zu schaffen."

"Jetzt ist Tiffanys Entourage beinahe so groß wie die von Chucky," freut sich Tilly über die Masse an Puppenspielern, die für sie unter dem Kulissenboden herumkriechen müssen.

"John Waters fand die neue Tiffany sexuell ansprechender und verführerischer," erinnert sich Gardner. "Auch für die ruhigen, unbewegten Szenen konzipierten wir sie freundlicher, attraktiver als zuvor."

"Für die Entwürfe zu Glen arbeiteten Gardner und sein Team das Drehbuch durch und notierten seine Aktionen, die emotionalen Regungen und seine Gesamtpersönlichkeit.

"Bei Glen versuchten wir die gestalterische Mitte zwischen Tiffany, Chucky und dem jungen Chucky zu finden - und das alles in einen schlaksigen Körper zu packen, der zu den anderen passt.

Glen besitzt laut Drehbuch einen erstaunten Gesichtsausdruck mit weit aufgerissenen Augen, also bekam er auch tatsächlich größere Augen als seine Eltern."

Auf der Basis von Kirschners Zeichnungen kreierte Gardners Team "sieben oder acht verschiedene Roh-Puppen. Natürlich hielten wir uns an die Vorgaben, schauten aber gleichzeitig, wie weit wir gehen konnten.

Don, David und Corey favorisierten alle dasselbe Modell, also wussten wir, wie es weitergehen sollte.

Daraufhin fütterte man einen Computer mit dem Foto des Modells und experimentierte an der digitalen Figur von Glen mit Haarfarbe, Haarlänge ebenso wie mit seinen Sommersprossen, Augenbrauen und den sich weitenden Pupillen."

"Wir passten die Kleidung seiner Haut- und Gesichtsfarbe an," fügt Gardner hinzu. "Dafür versuchten wir zeitlos wirkende Kinderkleidung einzusetzen. Auch sein Haarschnitt ähnelt dem eines durchschnittlichen Achtjährigen."

"Bei der Arbeit an den ganzen Puppen fertigten wir Hände und Köpfe separat an. Weil man sie im Film definitiv sehen kann, verwendeten wir hierzu andere Materialien.

Der Körper mußste die richtige Form besitzen, aber auch Platz für die gesamte Mechanik bieten. Also besteht der Körper aus dem dünnst-möglichen Plastik, um ohne die Kleider nicht gleich die Motoren erkennen zu können.

Wir überwachten per Kontrolllämpchen, die überall am Körper befestigt waren, ob eine Steuereinheit ausgefallen war oder sich eine Kabelverbindung gelöst hatte."

Die Köpfe und Hände fertigte man aus einer Mischung aus gehärtetem Schaumstoff und Silikon, die bei Bewegungen keine Falten oder Knicke warf. "Man kann nicht einfach künstliche Haut über eine Maschine stülpen," führt Gardner aus.

"Außerdem versuchten wir die größtmögliche Natürlichkeit der Haut zu erreichen. Schließlich hat die Art, wie eine Oberfläche das Licht aufnimmt, einen großen Einfluss darauf, ob ein Material als echte Haut wahrgenommen wird.

Man strapaziert bei diesem Film die Fantasie schon genug, also versuchten wir zumindest den Eindruck zu erwecken, als seien die Puppen echt. Ich fand die Arbeit an CHUCKY'S BABY ziemlich surreal!"

Alles in allem hielt die kleine Familie aus CHUCKY'S BABY eine ganze Menge Leute auf Trab: 53 Personen zum Bau der Puppen, sieben, die die Figuren auf das Set brachten und dort herumtrugen, sowie 15 Mann, die pro Puppe den Aufbau und die Steuerung während der Dreharbeiten übernahmen.

Letztere "hatten zum Großteil noch nie zuvor zusammengearbeitet," erklärt Gardner, und "mußsten sich plötzlich auf engstem Raum unter Gerüstteilen oder hinter Sofas zusammenpferchen.

Manchmal befanden sie sich auch in den Szenen, in denen man den Boden nicht sieht, im Zimmer und innerhalb der Kulissen." "Man lernt dabei die Stärken eines jeden kennen und versucht sie dementsprechend einzusetzen.

Manche der Leute arbeiten bereits seit 20 oder 30 Jahren als Puppenspieler und scheuten sich nicht davor, mit der Puppe herumzuhechten oder was auch immer zu tun, um die bestmögliche Darstellung der Figur zu erreichen."

Jede Puppe besaß zwei neutrale Köpfe und einen schreienden, die man jeweils mechanisch in Gang setzte. Während des ursprünglichen Gestaltungsprozesses hatte man außerdem - in Vorbereitung auf die Verletzungen und Verwüstungen, die Mancinis Drehbuch vorschrieb - mehrere zusätzliche Armpaare und Ersatzkörper gebaut.

Obwohl sich die Technik seit CHUCKY UND SEINE BRAUT weiter entwickelt hatte, führten noch immer Kabel aus den Puppenrücken zu den Kontrolleinheiten, die die Arm- und Beinbewegungen steuerten.

Allein für die Köpfe setzte man je drei Puppenspieler ein, die per Fernbedienung jeweils Augen, Augenbrauen bzw. Mund bewegten.

Für eine bessere Steuerung der Mundbewegungen bediente sich Gardner zudem eines neuartigen Computersystems, das erst seit kurzem im Film eingesetzt wird.

"Wir brauchten das System, um Chucky, Glen und Tiffany Dinge tun zu lassen, die noch niemandem zuvor im Film gelungen sind," verdeutlicht er.

"Die drei fungierten quasi als unsere Versuchskaninchen und sorgten so zusätzlich für Aufregung und ein befriedigendes Gefühl nach der Arbeit."

Für die neuartige Technik, die die Puppenmünder steuerte, diente eine CD mit den von den Schauspielern gesprochenen Dialogen als Grundlage. Anschließend wandelte man die Aufnahmen in reine Daten um und fütterte sie in den Computer.

"Man konnte die Dialoge daraufhin entweder als Audio-Datei hören oder die Frequenzen auf dem Bildschirm sehen - sie wissen schon, diese Zickzacklinien, wenn jemand spricht," verdeutlicht Gardner.

Anschließend beschäftigte sich ein Puppenspieler mit einer so genannten "quad box", mit Hilfe derer man mit Finger- und Handbewegungen den Mund der Puppe - inklusive der Lippen - bewegen kann.

Gleichzeitig steuert man damit auch den Kiefer der Puppe, damit der Puppenspieler keinen zusätzlichen Kopfapparat tragen mußs, um mit den eigenen Kieferbewegungen die der Puppe zu kontrollieren.

Man spielt den Dialog Satz für Satz ab und "spricht" dazu quasi mit den Händen. Daraufhin speichert das System die Bewegungen synchron mit dem Dialog ab.

Bemerkt man, dass sich zum Beispiel der Kiefer nicht weit genug öffnet, kann man einfach zurückgehen und diese Bewegung extra noch mal ändern, ohne den gesamten Dialog neu einspielen zu müssen."

"Wir bekamen beim Betrachten der Dailies und des bereits gedrehten Materials schnell einen guten Überblick. Schon bald zeichnete sich ein Muster ab, wie Don seine Elemente einsetzt und der Kameramann Vernon Layton die Puppen ausleuchtete, um das Silikon/Haut-Problem zu lösen."

Gardner vergleicht den Prozess mit der Aufnahme eines Songs. "Auch wir nahmen mehrere Spuren gleichzeitig auf, für jede Muskelgruppe des Mundes ... die Oberlippe, das Hochziehen der Mundwinkel, einen Schmollmun d... Danach konnten wir all diese Tracks nach unserem Geschmack manipulieren, um die Mimik den Synchronaufnahmen anzugleichen. Braucht man etwas, kann man es auf der Stelle hinzufügen."

Während die Schauspieler und der Großteil der Crew in den Kulissen arbeiteten, schufteten die mit "quad boxes", Kabeln, Funkfernsteuerungen, Kopfhörern und Videomonitoren bewaffneten Puppenspieler knapp zwei Meter darunter. Jeder Puppenspieler bediente ein Körperteil - Finger, Augen, Arme, Kopf oder Torso.

"Man mußs sequenziell arbeiten, um glaubwürdige Bewegungen zu kreieren," verdeutlicht Gardner. "Don, David und Corey begreifen das anders als viele andere in der Branche. Im Endeffekt müssen mehrere Menschen wie ein einzelner denken, damit es funktioniert."

Mancinis Regieanweisungen erreichten die Puppenspieler via Gardner, der sich bei diesem Arbeitsschritt als "Botschafter einer guten darstellerischen Leistung" versteht.

"Auch wir sind Schauspieler, empfangen Anweisungen wie ?Okay, bei drei soll er aus dem Fenster schauen' ... wir arbeiteten hier unten mit Fernsprechanlagen und Monitoren, schließlich befanden wir uns in einem völlig abgeschlossenen Bereich."

Auf das Kommando "Action!" hin faszinierten die fließenden Bewegungen und die darstellerische Leistung der Puppen des öfteren alle Umstehenden auf - und unter - dem Set.

"Bei CHUCKY'S BABY haben wir es nicht mit diesen typischen Billig-Puppen zu tun wie in vielen anderen Genreproduktionen. Unsere Charaktere sind wirklich der letzte Schrei, und passen sich dem Geschehen um sie herum perfekt an, was das Ganze natürlich glaubwürdig erscheinen lässt.

Unsere Puppenspieler bewältigten teilweise Szenen, in denen alle drei Figuren in der selben Einstellung agierten, mit solcher Perfektion, dass es spontanen Applaus gab."

"Die Puppenspieler haben tolle Arbeit geleistet," lobt auch Redman. "Hut ab! Sie sind da unter dem Fußboden eingequetscht, kauern auf ihren Knien - ich kann mir vorstellen, wie ihnen der Rücken weh tun mußste ..."

Als Produzent zahlreicher Fantasy- und Abenteuerproduktionen gehört David Kirschner seit langem zu den Fans der Puppenspieler. Er feiert sie als "eine wunderbare Armee.

Sie müssen genau auf den Punkt arbeiten - und das sind immerhin 15 Leute mit Joysticks und Fernsteuerungen - und sobald einer aus dem Takt kommt, kann man den ganzen Take vergessen."

"Wenn es klappt, ist es fantastisch," verrät auch Gardner. Ein besonders deutliches Beispiel der guten Arbeit seiner Puppenspieler sieht man bei CHUCKY'S BABY in einer Szene mit allen drei Puppen. Gardner selbst bediente dabei die Steuerungen - ganz der Perfektionist.

Chucky Forever Nun, da das kleine Monster sich zu einem tödlichen Duo und schließlich zu einem abartigen Trio entwickelt hat, hat sich auch die charakteristische Mischung aus Horror und Komödie durch die Leistungen von Team Chucky, von dessen Puppenspielern bis hin zum Autor, verfeinert und erweitert.

"Gelächter und Geschrei sind zwei tolle Zutaten für einen guten Film," erklärt Don Mancini. "Ich hoffe, das erreiche ich auch mit CHUCKY'S BABY."

"Im Laufe der Jahre hat Chucky stets mit seinem Dasein als Puppe gekämpft. Jetzt erlebt er eine Erleuchtung und viele Zuschauer - nicht nur die Fans - werden sich damit identifizieren," bemerkt Corey Sienega.

"Dank Glen haben wir mehr Handlungsspielraum. Und Don geht bereits mit der Idee zu einem sechsten Film schwanger - sogar der Prolog steht schon! Ich will nichts verraten, aber es wird fantastisch," schwärmt Jennifer Tilly.

"Ich glaube, es wird einen sechsten und siebten Teil geben," verrät John Waters. "Und meiner Meinung nach sollte zumindest einer davon ein Musical sein. Vielleicht könnte sich Chucky ja mit Jason und Freddy und Gorgo und Hulk - also allen Bösewichtern - anlegen.

Er könnte so lange weitermachen, bis er die Welt beherrscht und schlussendlich nur noch Chucky übrig bleibt. Ich würde immer wieder Eintritt bezahlen - bis zum bitteren Ende!"

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Dirk Jasper FilmLexikon

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