Mean Creek

Ausführlicher Inhalt

Es ist ein Tag wie jeder andere. Sam (Rory Culkin) hatte eigentlich nur einen neugierigen Blick auf die Videokamera werfen wollen, mit der sich sein Schulkamerad George (Josh Peck) selbst beim Basketballspielen filmt.

Doch kaum wagt er es, die Kamera zu berühren, stürzt sich der kräftige George schon auf den wesentlich schmächtigeren Sam und verprügelt ihn.

George ist das, was man an amerikanischen Schulen einen "Bully" nennt - ohne ersichtlichen Grund schikaniert und drangsaliert er seine Mitschüler, sowohl psychisch als auch physisch.

Mit einem Eisbeutel auf dem Gesicht sitzt Sam abends bei seinem älteren Bruder Rocky (Trevor Morgan) im Zimmer und berichtet von den schmerzlichen Erfahrungen des Schulalltags.

Auch seiner Freundin Millie (Carly Schroeder), zu der er erste zarte Bande knüpft, klagt Sam am nächsten Tag sein Leid, während George auf dem Schulhof mal wieder ein neues Opfer gefunden hat.

Wäre es nicht herrlich, einfach mit dem Finger schnippen zu können und George würde einfach tot umfallen? So weit will niemand gehen, doch Rocky - ganz der große, beschützende Bruder - macht sich Gedanken, wie man George endlich einmal heimzahlen könnte, was er Sam und vielen anderen Schülern angetan hat.

Natürlich dürfte man ihn nicht körperlich verletzen, sonst wäre man schließlich keinen Deut besser als er, aber einer kleinen, gemeinen Racheaktion wäre auch Sam nicht abgeneigt.

Auch Rockys Freunde, der schüchterne Clyde (Ryan Kelley) und der draufgängerische Marty (Scott Mechlowicz), finden Gefallen an der Idee - schließlich haben auch sie schon so ihre Erfahrungen mit dem berüchtigten Schulschläger gemacht.

Bald sind sich alle einig und unter dem Vorwand, dass Sam Geburtstag habe, lädt Rocky George zu einem kleinen Bootsausflug ein.

Sobald sie erst einmal ein wenig den Fluss hinuntergerudert sind, wollen sie George dazu zwingen, sich auszuziehen und ins Wasser zu springen, um ihn dann so zurückzulassen.

Der ahnungslose George ist begeistert von der unverhofften Einladung und steht samt Geschenk und Videokamera zum verabredeten Zeitpunkt abholbereit.

Im heimlich ?geborgten' Auto von Martys Mutter brechen die Jungs zu ihrem Ausflug auf, und auch Sams Freundin Millie, die von den anderen nicht in den Plan eingeweiht wurde, ist mit von der Partie.

Die strahlende Sonne bietet beste Voraussetzungen für einen Paddeltrip und so sind alle bester Laune, auch wenn nun der eigentlich verhasste George zu Millies großer Verwunderung mit im Auto sitzt.

Selbst ein zufälliges und unerfreuliches Aufeinandertreffen mit Martys pöbelndem, herablassenden Bruder und dessen Kumpel an der Tankstelle kann nur kurzzeitig die Stimmung trüben.

Nach der Ankunft am Fluss nimmt Millie Sam zur Seite, um ihn zu fragen, was da eigentlich vor sich gehe. Als Sam ihr von dem Plan erzählt, ist sie alles andere als begeistert.

Auch ein Fiesling wie George habe eine solche Gemeinheit nicht verdient, findet sie und verlangt Sam das Versprechen ab, dass ihm niemand etwas tun werde. Ohnehin ist sich Sam seiner Sache schon längst nicht mehr so sicher.

Er versucht seinen Bruder davon zu überzeugen, das Vorhaben abzublasen, denn im Grunde sei George auch nur ein einsamer Junge auf der Suche nach Freunden, der hinter seinem groben Verhalten nur die eigene Unsicherheit zu verbergen sucht.

Nachdem sie abgelegt haben, werden im Boot die ersten Bierdosen geöffnet, zückt Marty einen Joint und geben sich alle cool und gelassen.

Nach einiger Zeit legen sie für eine kleine Pause am Ufer an und Rocky nutzt die Gelegenheit, Marty vorzuschlagen, ihr Vorhaben lieber abzubrechen.

Sein Kumpel will sich aber nicht davon abbringen lassen, George all seine Gemeinheiten endlich einmal heimzuzahlen. Während sie weiter den Fluss abwärts rudern, wirft Marty irgendwann den Anker aus und schlägt vor, eine Runde ?Wahrheit oder Pflicht' zu spielen.

Alle ahnen, worauf das hinauslaufen soll und zeigen sich daher wenig begeistert, nur George ist gleich Feuer und Flamme.

Während sich die anderen nur mühsam zum Mitspielen überreden lassen, kommt plötzlich Georges aggressives Naturell wieder zum Vorschein und in seinem unvermittelten Wutausbruch beschimpft er seine Kameraden gleich als Schlappschwänze und Angsthasen.

War die Racheaktion vielleicht doch keine so schlechte Idee? Nun sind jedenfalls alle sofort bereit, sich doch an dem Spiel zu beteiligen.

Schnell hat sich George in Rage geredet, eine Gemeinheit jagt die nächste. Es dauert nicht lange und Marty platzt der Kragen.

Ausziehen und ins Wasser springen, verlangt er von George und macht unmissverständlich klar, dass aus dem Spiel nun Ernst geworden ist, und enthüllt den eigentlichen Grund für den Bootstrip.

Sam, Rocky, Clyde und Millie wollen ihn unterbrechen und beteuern, dass sie ihre Meinung längst geändert haben, doch es nützt nichts.

Nachdem George erst in Tränen ausbricht, dann aber seine Enttäuschung in Wut umschlägt, ist nun kein Halten mehr, denn zielsicher findet er die wunden Punkte der anderen: Clyde beschimpft er wegen seiner beiden schwulen Väter, während er Marty mit Wonne an den Selbstmord seines Vaters erinnert.

Nur mit viel Mühe gelingt es den anderen, Marty zurückzuhalten, der sich am liebsten auf George stürzen und ihn verprügeln würde.

Doch dabei gerät das kleine Boot so ins Wanken, dass George stolpert und mitsamt seiner Kamera ins Wasser fällt.

Entgeistert verharren die Fünf zunächst einige Augenblicke, während der Überbordgegangene immer weiter abtreibt; erst viel zu spät erkennen sie, dass George gar nicht mehr an der Wasseroberfläche auftaucht.

Rocky springt noch hinterher, doch es ist zu spät: Die Freunde können George nur noch tot aus dem Wasser bergen. Alle Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos und auch ihre Hilferufe kann so weit ab der Zivilisation niemand hören.

Geschockt und fassungslos stehen sie um den Ertrunkenen. Trägt die Gruppe die Verantwortung für Georges Tod oder war es ein Unfall? Weiß jemand, dass er mit ihnen den Tag verbringen wollte? Wie verhält man sich in einer solchen Situation moralisch richtig?

Keiner ist sich sicher, welche Antworten die richtigen sind. Was auch immer sie nun tun - sie wissen, dass ihre Entscheidung ihr Leben für immer verändern wird ...

Szenenfoto
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Dirk Jasper FilmLexikon

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