Mean Creek

Produktionsnotizen

Mit seinem ersten Film hat Autor und Regisseur Jacob Estes zusammen mit einer Gruppe vielversprechender Jungschauspieler eine prägnante Geschichte geschaffen, die die morali-schen Konflikte untersucht, denen Teenager in unserer modernen Gesellschaft gegen-überstehen.

Mit MEAN CREEK stellt Estes die klassische amerikanische Geschichte einer Schikane durch einen Schulschläger auf den Kopf. Als eine Gruppe Teenager spielerische Rache an einem Jungen, der sie drangsaliert hat, nehmen wollen, geht die Sache anders aus als sie erwartet hatten.

Was als Ausflug auf dem Fluss und als kindischer Streich beginnt, endet in einem tragischen Unfall - ein Ereignis, das sie zwingt, sich mit der Bedeutung von Freundschaft und Verantwortung zu befassen.

Estes (der für sein Drehbuch das prestigeträchtige Nicholl Stipendium für Screenwriting bekam) und seine Besetzung haben mit MEAN CREEK nicht nur eine spannende Geschichte über Moral, sondern auch das aufschlussreiche Porträt einer neuen Generation geschaffen, das alle Facetten der Jugend einfängt: die Prahlerei und die verborgenen Unsicherheiten, das Posieren und das Bedürfnis dazuzugehören, die kaum beherrschte Aggression und die Peinlichkeit der ersten Liebe.

Durch den Einsatz einer Handkamera und eines rohen visuellen Stils, der das Publikum mit den Charakteren treiben lässt, wird der Film zu einem ehrlichen, authentischen und nachdenklich machenden Einblick in die Zeit des Heranwachsens.

Alles beginnt in einer kleinen Stadt in Oregon, als der schüchterne Sam (Rory Culkin) seinem fürsorglichen älteren Bruder Rocky (Trevor Morgan) von George (Joshua Peck) erzählt, der in der Schule alle quält.

Gemeinsam schmieden sie einen perfekten Plan, um es ihm heimzuzahlen. Sie wollen George zu einem Bootsausflug auf dem Fluss einladen, wo sie seinen Erniedrigungen ein Ende setzen wollen.

Auch Rockys Kumpel Clyde (Ryan Kelley) und Marty (Scott Mechlowicz) und Sams Freundin Millie (Carly Schroeder) kommen mit auf den Trip, der sofort mit ersten Zweifeln beginnt.

Als Sam George in einem neuen Licht sieht - als einsamen Jungen, der verzweifelt um Freundschaft und Aufmerksamkeit ringt - möchte er den Plan abblasen. Doch das Boot und der Plan sind nicht mehr aufzuhalten - und niemand ahnt, welche fatalen Folgen noch bevorstehen.

Wie eine jugendliche Variante von Joseph Conrads "Herz der Finsternis" ist dieses Abenteuer flussabwärts eine bittersüße Geschichte mit einer Moral, die jeder Zuschauer nachfühlen kann.

Das Porträt eines Bullys Das in den USA ,Bully' genannte Phänomen - also körperliche und verbale Marter auf dem Schulhof - hat es immer schon gegeben.

Doch jüngste Medienberichte haben gezeigt, wie ernst das Problem extremer und gewalttätiger Schikanen an amerikanischen Schulen ist, die von Cliquenbildung und sozialem Druck beherrscht werden.

Die letzten Zahlen der American Medical Association lassen vermuten, dass einer von zehn Schülern Opfer eines Schulschlägers ist und beinahe 15 % aller amerikanischen Teenager an der systematischen Schikanierung eines anderen teilgenommen haben.

Ironischerweise sind die Täter meistens Kinder, die nicht dazugehören. Und genau das kompensieren sie, in dem sie selbst andere Außenseiter verprügeln, verhöhnen, bedrohen und quälen.

Es ist ein Teufelskreis, der angeheizt wird durch eine Jugendkultur, die sich auszeichnet durch steigende Konsumorientiertheit, Sexualität und vor allem einen überwältigenden Druck genauso auszusehen, sich anzuziehen und sich so zu verhalten wie alle anderen.

Autor und Regisseur Jacob Estes spürte am eigenen Leib den Horror so tyrannisiert zu werden, als er als junger Autor in San Francisco lebte.

Auf einem Basketballplatz in der Nachbarschaft mußste sich Estes mit einem aggressiven Gegenüber auseinandersetzen, der ihn verspottete und bei jeder Gelegenheit zu verletzen versuchte.

Jedes Mal wenn Estes Basketball spielte, versuchte der gleiche Typ ihm das Leben zur Hölle zu machen. "Dieser Kerl kam betrunken aufs Feld und beschimpfte mich", sagt Estes.

"Er war ein hassenswerter Kerl, der in mir viel Ärger auslöste." Doch Estes' Ärger wich bald immer raffinierteren Rachefantasien.

"Natürlich habe ich nur Rachepläne ausgeführt, die einfallsreich und gewaltlos waren, aber je mehr ich mich rächte, desto schlimmer wurde alles", erinnert er sich.

"Die Sache lief aus dem Ruder und plötzlich fing ich an, über den Kerl, der mich bedrohte, nachzudenken: Wer war er? Warum tat er das?

Und warum hatte ich zugelassen, dass er mich so beeinflusst? Diese Fragen interessierten mich wirklich sehr - mehr, als sich nur an dem Typ zu rächen."

Estes fährt fort: "Zur gleichen Zeit versuchte ich, ein Drehbuch über das Leben von Jugendlichen in der heutigen Welt zu schreiben - wie sie damit klarkommen, schwierige Entscheidungen treffen zu müssen; wie sie ein wirkliches Gespür für Moral entwickeln in einer Welt voller moralischer Unklarheiten.

Und ich erkannte, dass das gut zu dem Thema des ,Bully' passt. So kam mir die Idee von dem Racheplan, der total schief geht."

Während er schrieb, fing Estes an, die gängige Vorstellung einer stereotypen Schikane auf den Kopf zu stellen.

Er erschuf die höchst komplexe Rolle des George, der zunächst als hassenswerter Fiesling erscheint, dann als bemitleidenswerter sozialer Außenseiter und schließlich zum Motor wird, der die Leben aller um ihn herum verändert, ganz gleich wie sie sich zu ihm verhalten.

"Ich wollte den ?Bully' eher als Menschen und nicht als typisches Feindbild untersuchen", sagt er. "George ist jemand, der verzweifelt irgendwo dazugehören will - er ist genau wie alle anderen Kids."

Inspiriert von klassischen Kinogeschichten über moderne Adoleszenz - von DIE OUTSIDER über DAS MESSER AM UFER bis STAND BY ME - DAS GEHEIMNIS EINES SOMMERS - wollte Estes, dass seine Geschichte die Komplexität, Integrität, Intimität und Intelligenz von Jugendlichen aufzeigt.

Estes erklärt: "Teenager werden so oft unterschätzt und in den Medien zu Unrecht als verantwortungslos dargestellt.

Ich wollte Jugendliche portraitieren, wie ich sie aus meiner Jungendzeit kenne - intelligente und sensible Wesen, die wissen, dass ihr Handeln Konsequenzen hat.

Ich wollte zeigen wie solche Teenager sich unter äußerst schwierigen Umständen verhalten würden. Wie ihr Pflichtgefühl, ihre Beziehung und Loyalität untereinander in einer Extremsituation auf die Probe gestellt wird. Ich denke, das sind Geschichten, die Teenager und auch Eltern momentan sehen wollen."

Estes' erster Entwurf zu MEAN CREEK brachte ihm eine Einladung zur namhaften Eugene O'Neil Theater Center's National Playwright Conference ein, wo Estes das Drehbuch weiterentwickelte und vollendete.

Er wurde anschließend in das Regieprogramm des American Film Institutes (AFI) aufgenommen, was sich als schicksalhafte Wendung in der Entstehung von MEAN CREEK erweisen sollte.

Dort nämlich knüpfte Estes enge Beziehungen zu den späteren Produzenten des Films: zu Rick Rosenthal, der am AFI Vorsitzender des Regieprogramms am Center for Advanced Film and Television Studies (CAFTS) war, und zu Susan Johnson sowie Hagai Shaham, die seine Klassenkameraden waren.

Rosenthal las Estes' Drehbuch tatsächlich als Teil seiner Bewerbung am AFI und erinnert sich: "Ich fand das Drehbuch wirklich großartig.

Mich faszinierte diese Entwicklung, die diese jungen Charaktere in weniger als 90 Minuten durchmachen. Als Zuschauer wird man von der Spannung mitgetragen, während die Kids diesen komplexen Prozess durchleben und ihre eigenen moralischen Grundsätze bilden.

Aber weil das Drehbuch Teil des Bewerbungsvorgangs war, hielt ich es nicht für richtig, Estes zu sagen, wie großartig es war. Was wäre gewesen, wenn er gar nicht angenommen worden wäre?"

Nichtsdestoweniger gewann das Drehbuch zu MEAN CREEK noch während Estes' Regiestudium am AFI das renommierte Nicholl Stipendium für Screenwriting.

Mit dieser Auszeichnung erlangte Estes Aufmerksamkeit aus Hollywood und ein anderer Regisseur optionierte bald das Drehbuch.

Doch nach den Ereignissen von Columbine wurde Estes' schonungslose Geschichte über die mit Gewalt konfrontierten Jugendlichen wieder fallengelassen. Diese Reaktion motivierte Estes nun erst recht an seiner eigenen Vision des Films festzuhalten.

Estes und Shaham brachten das Drehbuch zurück zu Rick Rosenthal und Susan Johnson, die gerade Whitewater Films gegründet hatten, eine Produktionsfirma, die es sich zur Aufgabe macht, jungen Talenten eine Stimme zu geben.

Sie waren begeistert von der Idee mit Estes als Autor und Regisseur zusammenzuarbeiten. Estes erzählt: "Nach sieben Jahren voller Ungewissheit, Absagen und Fehlstarts freute ich mich natürlich riesig über die Zusage von Whitewater Films MEAN CREEK mit mir zu realisieren.

Ich mußs ihnen wirklich für den Mut danken. Sie gingen mit mir als Regiedebütant ein großes Risiko ein." "Ich sagte Jacob, dass wir genau die Richtigen wären, wenn er einen kompromisslosen Independent-Film drehen wolle", sagt Rosenthal.

"Obwohl wir ein sehr niedriges Budget hatten, konnten wir eine sehr talentierte, erfahrene Mannschaft gewinnen, die die Geschichte mit außerordentlichem Geschick zum Leben erweckte."

Da alle vom AFI kamen, stimmte die Basis. "Wir alle teilen eine sehr starke Liebe zum Filmemachen und sprechen die gleiche künstlerische Sprache", sagt Rosenthal.

MEAN CREEK passte auch perfekt zu der Art von Projekten, die Whitewater zu produzieren hoffte. "Wir sind interessiert an Geschichten, die etwas zu sagen haben", sagt Rosenthal.

"MEAN CREEK ist eine sehr unterhaltsame Geschichte, die aber auch einen intensiven Blick auf die großen Entscheidungen wirft, die wir im Leben treffen.

Der Film ist sehr mutig und real, und er hat eine sehr positive Botschaft im Hinblick auf die Schwierigkeit, das Richtige zu tun. Das wird bei jeder Art von Publikum Anklang finden."

Eine Gruppe furchtloser junger Schauspieler Von Anfang an wussten Estes und die Produzenten, dass das Gelingen des Films zu großen Teilen davon abhängen würde, eine Gruppe junger Schauspieler zu finden, die die physische und psychische Natürlichkeit und kindliche Furchtlosigkeit der Charaktere verkörpern konnten.

Die Sache ließ sich gut an, als der hochgelobte Jungschauspieler Rory Culkin an Bord kam. Er spielt Sam, einen gutherzigen Schüler, der unabsichtlich einen Racheplan auslöst, der außer Kontrolle gerät.

Nachdem Culkin besetzt war, begann das Vorsprechen mit etwa 500 jungen Schauspielern und Schauspielerinnen, um die anderen Hauptdarsteller zu besetzen.

Schon früh wurde der Newcomer Scott Mechlowicz für die Rolle des problembelasteten, aber höchst charismatischen Marty entdeckt. "Wir waren unglaublich begeistert von Scott", erklärt Rosenthal.

"Er hat diese Star-Qualität, ähnlich wie Brad Pitt und Matt Dillon in jungen Jahren, und obwohl wir viele wunderbare junge Schauspieler sahen, wirkte niemand auf der Leinwand so wie er.

Ich denke, diese Rolle ist ein echter Durchbruch für ihn. Er und Rory waren beide so starke Persönlichkeiten, dass wir den Rest der Besetzung an sie anpassten."

Für Estes war der größte Triumph während des Besetzungsprozesses Joshua Peck zu finden, der den großmäuligen, emotional unberechenbaren ?Bully' George spielt von dem die ganze Geschichte abhängt.

"Ich wusste, dass ich einen brillanten jungen Schauspieler für George brauche", sagt Estes, "und ich bin sehr glücklich, dass wir ihn gefunden haben."

Er fährt fort: "Ich weiß jetzt, dass wenn ich Josh nicht gefunden hätte, ich den Film niemals hätte machen können.

Niemand anderes in seinem Alter, den ich gesehen habe, konnte annähernd die Kombination aus fühlbarer Traurigkeit, Hässlichkeit und Bedürftigkeit einfangen, die es brauchte, um George darzustellen.

Josh konnte das und noch viel mehr. Er hat sogar seine eigene Kameraarbeit gemacht und Georges Video-Tagebuch selber gedreht. Er entpuppte sich als ziemlich guter Kameramann."

Das ganze Ensemble, zu dem auch Trevor Morgan als Sams älterer Bruder und Ryan Kelley als Clyde gehören, kam Stück für Stück zusammen.

Jeder junge Schauspieler wurde dabei für seine Fähigkeit, völlig natürliche und komplexe Darstellungen zu geben, ausgesucht.

Zu guter Letzt begannen die Filmemacher eine langwierige Suche nach einer Schauspielerin, die das einzige Mädchen zwischen den Jungs ist: Culkins gewissenhafte junge Freundin Millie.

"Wir suchten jemanden, der nicht nur körperlich zu Rory Culkin passt, sondern auch verkörpern kann, was es bedeutet, 13 zu sein", sagt Estes. "Das letzte Mädchen, das wir sahen, war Carly Schroeder (aus "Lizzie Maguire") und sie war unglaublich.

Sie vereint eine ungewöhnliche Kombination aus Selbstbewusstsein, Reife und Kindlichkeit, die es ihr ermöglichte, im Verlauf der Geschichte große Veränderungen durchzumachen."

Produzentin Susan Johnson erinnert sich, dass Schroeder sofort Mut bewies. "Als wir Carly fragten, wie sie sich dabei fühlen würde, den ganzen Sommer nur mit Jungs zu verbringen, informierte sie uns darüber, dass sie im Besitz des Braunen Gürtels in Karate sei", erinnert sich Johnson.

"Wir wussten sofort, dass Carly die richtige Einstellung für Millie hatte. Und ich denke, auch für sie war es eine großartige Erfahrung.

Wir amüsieren uns heute noch darüber, dass wir während des Drehs beide mehr über Jungs gelernt haben, als wir uns je hätten vorstellen können."

Nachdem die Besetzung endgültig feststand, war es für alle offensichtlich, dass man ein Ensemble mit einer ganz eigenen, energiegeladenen Dynamik geschaffen hatte.

"Wir hatten nicht nur eine Gruppe von Menschen zusammengestellt, bei denen die Chemie stimmte, sondern eine Gruppe, in die jeder seine eigene Facette einbrachte", sagt Johnson.

Und Estes fasst zusammen: "Ich war glücklich, mit so außergewöhnlichen Schauspielern zu arbeiten, die alle bereit waren, sich an schwierige und dunkle Orte zu wagen. Es war eine Freude, mit jedem einzelnen von ihnen zu arbeiten, weil alle sich so sehr auf das Projekt einließen."

Neben der Besetzung hatten die Filmemacher ein perfektes Team hinter den Kameras versammelt. Zu AFI-Absolventen Sharone Meir (Kamera) gesellten sich der erfahrene Greg McMickle als Produktionsdesigner, und Cynthia Morrill gab nach ihrer Assistenz bei LAST SAMURAI ihr Debüt als Kostümbildnerin.

Madeleine Gavin (MANIC, SIGNS & WONDERS, SUNDAY) stellte als Cutterin des Films ihre zahlreichen Erfahrungen mit Independent-Filmen zur Verfügung. "Madeleine hat ein enormes Auge fürs Geschichtenerzählen", sagt Johnson.

Schließlich komponierte Tom Hajdu den höchst emotionalen Score für MEAN CREEK. Dazu sagt Rosenthal: "Toms Musik unterstützt gleichzeitig die Geschichte, ist aber auch für sich genommen unwiderstehlich - sie ist unter beiden Gesichtspunkten optimal."

Auf dem Fluss Noch bevor die Produktion begann, wusste Estes, wie entscheidend es sein würde, seine jungen Schauspieler vollständig auf die bevorstehenden emotionalen und körperlichen Herausforderungen vorzubereiten.

Einen Independent-Film mit wenig Zeit und niedrigem Budget komplett mit minderjährigen Schauspielern zu drehen, würde nicht einfach werden, und Estes wollte, dass ihre Darstellungen trotz der bevorstehenden harten Arbeit instinktiv und spielerisch blieben.

Eine Woche bevor die Dreharbeiten begannen, brachte er die gesamte Besetzung in die Wildnis Oregons, wo er zunächst mit ihnen Theater spielte und der Schwerpunkt mehr auf Spaß und Kameradschaft lag.

"Ich wollte, dass sie mir auf Anhieb als Freund und Führer auf dieser Reise vertrauen, und so begannen wir unsere Probenwoche mit Ballspielen, wobei ich sofort die Rolle des Coachs übernahm", sagt Estes.

"Später begannen wir, über die Motivation der Charaktere und einige Themen der Geschichte zu sprechen. Wir probten einige der komplexeren Szenen, um die Blockaden zu lösen, aber die meiste Zeit hielten wir den Prozess zwanglos und entdeckerisch.

Als Ergebnis fühlten sich die Schauspieler frei genug, mit mir am Set spontan zu sein und das übertrug sich auch auf die Leinwand."

Produzent Hagai Shaham fügt hinzu: "Wir wollten ihnen Zeit geben, Schauspieler und Regisseur sollten zusammenfinden, aber wir mußsten ihnen auch den Umgang mit dem Fluss näher bringen.

Es war wichtig für den Film, dass gewisse Sicherheitsvorkehrungen sie nicht einschüchterten, sondern ganz selbstverständlich für sie wurden."

"Wir lebten alle zusammen in einem großen Appartementkomplex, und das trug zur einzigartigen Bindung zwischen den Schauspielern nur bei. Jede freie Minute wurde im Pool der Anlage verbracht.

Sie schufen sich ihre eigene Ferienlager-Atmosphäre. Es wirkte sofort, als seien sie schon immer Freunde gewesen - und dieses Gefühl zeigte sich in ihren Darstellungen", findet Johnson.

Nachdem die Produktion begonnen hatte wurde fast die Hälfte des Films auf dem Wasser gedreht, wobei sowohl der sumpfartige Lewis River in der Nähe der Grenze zwischen Oregon und Washington als auch Teile des Clackamas River südöstlich von Portland als Drehorte dienten.

Dreharbeiten zu Wasser sind immer eine Herausforderung, aber im Falle von MEAN CREEK sah sich die Crew ernüchternden Hindernissen gegenüber, die über die natürlichen hinausgingen: wenig Geld, kurze Tage und eine Besetzung, die unter strengen Kinderarbeit-Gesetzen arbeiten mußste.

"Die wohl größte Unterstützung bekamen wir von einigen Männern, die gewerbliche Fischerboote besaßen. Ohne sie wären wir im wahrsten Sinne des Wortes abgesoffen", lacht Estes.

Darüber hinaus war es der Gemeinschaftssinn, der Cast und Crew unter den schwierigen Umständen zusammenhielt.

"Es war eine altmodische Art des Independent-Filmemachens, wo sich jeder auf die unterschiedlichste Art und Weise ins Zeug legt, um zu helfen", sagt Rosenthal. "Sogar die Eltern der Schauspieler halfen aus."

Obwohl während der Produktion Flöße als Kameraboote verwendet wurden, verbrachte Estes eine beträchtliche Zeit des Drehs stehend im kühlen Wasser, um den Schauspielern im Boot nahe sein zu können.

"Ich hätte auch im Kameraboot bleiben können, aber ich empfand es als notwenig, nah bei den Schauspielern zu sein, wenn wir solch intensive und emotionale Szenen drehten", sagt er.

Kameramann Sharone Meir drehte MEAN CREEK fast ausschließlich mit natürlichem Licht und einer Handkamera, die eher einen Teil der inneren Welt der Teenager darstellt als einen regungslosen Beobachter.

"Ich wollte, dass der Film wie eine ungeschönte Erfahrung wirkt", sagt Estes. Ein Umstand, der sich zugunsten der Produktion auswirkte, war das üblicherweise lebhafte pazifische Wetter, das im Nordwesten herrscht.

"Es ist eigentlich ein Wunder, dass während der 24 Drehtage so gut wie kein Regen fiel", merkt Estes an.

"Aber noch erstaunlicher war, dass kurz bevor wir die letzte Szene drehten - also an dem Tag, als wir es wirklich brauchten - der Regen kam und noch dazu diese unglaubliche Nebelbank, die die Stimmung für den Höhepunkt bestimmte.

Wir hatten wirklich das Gefühl, dass da jemand ein Auge auf uns hat."

Szenenfoto
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