Das Schwiegermonster

Produktionsnotizen

Drehbuchautorin Anya Kochoff ließ sich bei ihrem Kinodebüt "Monster-in-Law" (Das Schwiegermonster) von unzähligen Gesprächen mit ihren Freundinnen inspirieren.

Sie tauschten Erfahrungen mit anderen frisch verheirateten Paaren aus, und Kochoff sammelte die komischen und manchmal auch sehr traurigen Anekdoten wie in einer Schatztruhe.

Fast ein Jahr reifte die Story in ihrem Kopf, dann setzte Kochoff sich an ihren Computer und schrieb die erste Fassung des Drehbuchs in nur einem Monat nieder.

Als Kochoff während dieser Arbeit von den Familienquerelen in der Story erzählte, merkte sie, dass ihre Zuhörer sich meist auf die Seite der Mutter schlugen. Sie wollte ihre Geschichte aber aus der Sicht der Braut erzählen.

"Die Zuschauer sollen miterleben, was es heißt, wenn man eine Mutter oder eine ganze Familie adoptiert", erklärt Kochoff. "Das Publikum soll begreifen, wie schwierig es sein kann, wenn Frauen die Söhne ihrer zukünftigen Schwiegermütter heiraten."

"Ein Sprichwort sagt: Wer einen Mann heiratet, heiratet seine Familie", fährt sie fort. "Ich wollte das nicht glauben, bis ich selbst geheiratet habe.

Es ist schon schwer genug, mit den Macken der eigenen Verwandten umzugehen - auch ohne die Probleme, die eine ganz neue Familie mit sich bringt.

Und darum geht es in unserem Film - die Euphorie, den Mann seiner Träume kennen zu lernen ... und dann die Erkenntnis, dass dies eine Menge Konsequenzen hat, denn auch die vollkommene Liebe hat ihre Schattenseiten.

In unserer Geschichte geht es darum, wie man mit diesen Schattenseiten umgeht - es ist die Story der Braut als Underdog."

Die Produzenten Chris Bender und JC Spink fanden die Geschichte sehr ansprechend und wollten den Film machen, sobald sie das Buch gelesen hatten.

"Ich fand schon den Titel interessant", sagt Spink. "Oft funktionieren die besten Filme einfach dadurch, dass man schon am Titel ablesen kann, was uns erwartet.

Natürlich klappt das am besten, wenn sich wirklich jeder Zuschauer angesprochen fühlt, weil das Thema alle angeht - wie in ,Meet the Parents' (Meine Braut, ihr Vater und ich) zum Beispiel.

Da werden diese allgemein gültigen Erfahrungen schon im Titel angesprochen. In diesem Sinne erfüllt das Drehbuch zu ,Das Schwiegermonster' die Erwartungen, die durch den Titel geweckt werden: Es ist witzig und erzählt eine mitreißende Geschichte."

"Wenn man ein großartiges Drehbuch vor sich hat, kommt man sich vor wie in der Schule: Man liest einen faszinierenden Text und merkt plötzlich, dass man ja nicht wie üblich einen Comic oder eine Zeitung freiwillig liest, sondern eigentlich ,arbeitet': ,Mein Gott, ich mache ja Hausaufgaben!'

Genauso geht es mir auch mit guten Drehbüchern - ich vergesse die Welt um mich herum, ich vergesse den beruflichen Aspekt."

Als die Produzenten das Projekt bei New Line Cinema vorstellten, fragte das Studio bei der ehemaligen Agentin und heutigen Produzentin Paula Weinstein an, ob sie an dem Film mitwirken und zum schon vorhandenen Produktionsteam stoßen wollte. Weinstein sagte begeistert zu.

"Wenn man das Wort Schwiegermonster nur erwähnt, reagieren alle Leute sofort: ,Mein Gott, da kann ich auch eine Geschichte erzählen!'" sagt Weinstein.

"Dabei ist völlig egal, ob es um die Schwiegermutter oder die Schwiegertochter geht - alles hängt vom Standpunkt ab."

Bob Shaye, Vorsitzender und Chief Executive Officer bei New Line Cinema, glaubte fest daran, dass Weinsteins gute Freundin und ehemalige Klientin Jane Fonda (die Weinstein und Shaye einst miteinander bekannt gemacht hatte) den Stoff möglicherweise so überzeugend finden würde, dass sie sich zur Rückkehr auf die Leinwand entschließen könnte.

Fonda bekam in den vergangenen Jahren ständig Drehbücher ins Haus geschickt, war aber mit anderen Projekten derart beschäftigt, dass sie nie über eine Rückkehr nach Hollywood nachdachte.

Ob man es nun als Kismet und die richtige Planetenkonstellation bezeichnen will - jedenfalls befand Jane Fonda in diesem Fall, sie sollte es wieder einmal als Schauspielerin versuchen.

Als der Brief mit dem Drehbuch zu Fonda unterwegs war, bemühten sich die Filmemacher gleichzeitig um Jennifer Lopez, die schließlich Anfang Mai 2003 zusagte.

Ab diesem Zeitpunkt arbeitete sie auch aktiv im Produktionsteam mit und war entscheidend an der Vorbereitung und der Produktionsphase beteiligt.

"Eine Liebeskomödie mit originellem Ansatz findet man nicht jeden Tag", sagt Lopez, die bereits Erfahrung in dem Genre vorweisen kann.

"Die Zuschauer wissen genau, wie die Geschichte ausgehen wird - es geht also viel mehr darum, was auf dem Weg zum Finale passiert.

Unsere Geschichte handelt von einer selbstständigen jungen Frau, die sich bisher nie festgelegt hat, weil sie viel zu viel Angst vor dem Leben, vor Verpflichtungen hat.

Aber der Film konfrontiert auch die heutige Moral mit den Ansichten, die von Violas Generation vertreten werden. Frauen wie Viola waren äußerst zielstrebig, regelrecht getrieben.

Alles mußste auf ganz bestimmte Weise und zu vorgegebenen Zeiten abgewickelt werden. Die komischen Momente ergeben sich also aus der Reibung zwischen den beiden Generationen, wobei sich die beiden Frauen als Rivalinnen in der Arena gegenüber stehen. Richtig witzig wird es vor allem, wenn die Mutter ihre Fassung verliert und völlig ausrastet."

Die Mutter erscheint zwar als Titelheldin, doch der Film erzählt eigentlich die Geschichte der zukünftigen Schwiegertochter. "Charlie bildet den Mittelpunkt der Story", erklärt Drehbuchautorin Anya Kochoff.

"Das Publikum ist auf ihrer Seite und wünscht sich, dass sie Erfolg hat - eine Rolle, die Jennifer absolut ausfüllt: Sie ist das schöne, liebe, sehr unschuldige Mädchen, das sich Hals über Kopf in Kevin verliebt."

"Charlie ist eine Frau des Jahres 2005", fährt die Autorin fort. "Sie weiß eigentlich nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen will, und eine Ehe kommt schon gar nicht infrage - was sie natürlich besonders attraktiv macht.

Wenn ihre Beziehungen zu intensiv und zu kompliziert werden, wirft sie üblicherweise das Handtuch. Sie mußs also erst lernen, sich den Problemen zu stellen und mit ihnen umzugehen.

Und weil sie den Mann wirklich liebt, setzt sie alles daran, dass die Beziehung funktioniert. Also mußs sie Viola mit deren eigenen Waffen schlagen - und genau das hat mir am meisten Spaß gemacht."

Lopez war begeistert, dass sie mit Jane Fonda arbeiten durfte. "Ihr Name war im Gespräch, und ich konnte mir niemanden sonst in der Rolle vorstellen - dann nahm Jane die Rolle an, und die Sache war perfekt", sagt Lopez.

"Ich fand es natürlich sehr aufregend, mit einer legendären Schauspielerin dieses Kalibers aufzutreten." Die beiden Schauspielerinnen fanden sich auf Anhieb sympathisch. "Wir mochten uns sofort", sagt Lopez. "Denn wir respektieren uns.

Jane macht keine halben Sachen - immer bringt sie sich hundertprozentig ein, bei jedem Dialogsatz, in jeder Szene. Ich bewundere, wie sie sich vorbereitet, mit welcher Leidenschaft sie arbeitet, obwohl sie doch schon so viele Jahre in der Branche arbeitet.

Sie erscheint am Set und nimmt jedes Risiko auf sich, ohne sich darum zu scheren, was die anderen denken - das ist Jane Fonda. Sie entspricht genau dem Ideal, von dem angehende Schauspieler träumen.

Alles an ihr ist echt. Dafür schätze ich sie umso mehr." Aber auch Jane Fonda zeigt sich von ihrer Partnerin beeindruckt. "Eines mußs ich sagen - Jennifer Lopez hat eine Menge Talent", sagt Fonda.

"Sie weiß genau, worauf es ankommt. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie eines Tages im Regiestuhl sitzt, denn sie hat von jeder Szene ganz genaue Vorstellungen und scheut sich nicht, alles Mögliche auszuprobieren. Sie ist ein kluger Kopf."

"Jennifer hat mir sehr geholfen, vor allem in den überdrehten Slapstick-Sequenzen", fährt Fonda fort. "Das fand ich großartig.

Wir haben sehr gut zusammengearbeitet - obwohl ich ein bisschen eifersüchtig bin, seit [Regisseur] Robert Luketic ihr Foto als Bildschirmschoner in seinem Computer benutzt!"

Die Produzenten waren doppelt begeistert - nicht nur darüber, dass Fonda sich so gut mit Lopez verstand, sondern dass die legendäre Schauspielerin überhaupt mitmachte.

"Die meisten Menschen kennen Leute wie Viola - viele können sich mit ihr identifizieren", sagt Produzent JC Spink. "Diese Rolle mußs von einer Ikone gespielt werden, und Jane Fonda ist eine der besten Schauspielerinnen unserer Zeit.

Durch ihre Präsenz wird sie dieser überdimensionalen Rolle gerecht, aber dennoch ist jedermann überrascht, sie als Viola zu erleben, denn sie ist zwar in der Öffentlichkeit durchaus präsent, hat aber seit Jahren keine Filmrollen mehr gespielt.

Außerdem hat Jane noch nie eine ausgesprochene Schurkenrolle gespielt. Und dennoch wirkt sie darin überzeugender als alle anderen."

Drehbuchautorin Anya Kochoff stimmt ihm zu: "Jane lässt sich von ihrem Instinkt leiten, bringt aber auch ihre umfassenden Erfahrungen mit ein. Viola ist Janes langjährige Freundin."

Fonda erzählt, dass sie nicht genau erklären kann, warum sie gerade jetzt auf die Leinwand zurückkehrt. "Ich verstehe es selbst nicht ganz, aber irgendwie war ich bereit, und das schien sich atmosphärisch mitzuteilen, denn plötzlich klingelte ständig das Telefon meines Agenten", sagt sie.

"Ich bin heute ein anderer Mensch als vor 15 Jahren, und ich bin neugierig, wie ich auf der Leinwand wirke und ob das Konsequenzen für meine Arbeit hat. Bis jetzt hatte ich nie das Bedürfnis, wieder zu arbeiten. Ich habe nicht mal darüber nachgedacht."

Kurz nachdem beide Hauptdarstellerinnen unterschrieben hatten, engagierte das Produktionsteam den Regisseur Robert Luketic. Er ist ein ausgesprochener Teamarbeiter und erwies sich als der sprichwörtliche Leim, der alle Mitarbeiter zusammenhält.

"Offensichtlich hat Robert Spaß an seiner Arbeit - man sieht es all seinen Filmen an", sagt Spink.

"Unser Film zeigt zwar den Kampf Schwiegermutter gegen Schwiegertochter, aber dabei geht es natürlich sehr lustig zu, aus den drastischen Gags ergeben sich intime, komplexe Situationen.

Wir brauchten also einen Vollblut-Komödienregisseur, und Robert erweist sich gerade in diesem Genre als sehr fähig. Bei ihm sieht alles kinderleicht aus.

Wahrscheinlich weiß er gar nicht, wie sehr sich andere Regisseure mit Komödien abmühen müssen, denn für ihn ist das ein Selbstgänger."

Aber Luketic hat nicht nur die Komödie fest im Griff, er versteht das Projekt vor allem als Teamarbeit, was sich am Set als absolut entscheidendes Plus erweist.

"Roberts größte Begabung besteht darin, alle Mitarbeiter einzubeziehen", sagt Produzent Chris Bender. "Er ist zwar der Chef, aber er reißt nie die Kontrolle an sich, und er hält niemanden davon ab, eigene Meinungen und Ideen anzubieten.

Er weiß die Mitarbeiter mit ihren besonderen Fähigkeiten zu schätzen und gesteht jedem seine Meinung zu; er hört sich an, was sie beizutragen haben, und integriert diese Ideen in den Film - deshalb genießen alle Beteiligten die gute Atmosphäre bei diesen Dreharbeiten."

Man würde erwarten, dass ein junger Regisseur, der erst seinen dritten Film inszeniert, ein wenig unsicher wird, wenn er es mit zwei der größten Hollywood-Stars zu tun bekommt.

Aber Luketic ließ sich nichts anmerken. Im Gegenteil: Er war Feuer und Flamme, und von ihrem ersten Treffen an zogen die drei während des Drehs an einem Strang.

"Robert ließ sich überhaupt nicht einschüchtern", erinnert sich Bender. Luketic las das Drehbuch bereits, als die Stars noch nicht unterschrieben hatten. Sofort ließ er sich vom Potenzial der Geschichte inspirieren.

"Ich war hellauf begeistert von den Möglichkeiten, die sich auf der Leinwand aus derart starken Persönlichkeiten ergeben", sagt er.

Luketic lernte Jennifer Lopez bei ihr zu Hause kennen und erzählt heute noch gern, wie beeindruckt er von ihrer Schönheit und ihrem Duft war.

"Ich war wie verzaubert. Unser Gespräch verlief hervorragend, aber sie hat mir bis heute nicht verraten, welches Parfüm sie benutzt", lacht er.

"Jennifer ist eine unglaublich beeindruckende Persönlichkeit, die mit vielen Karrieren gleichzeitig jongliert. Aber vor allem überzeugt sie durch ihren immer freundlichen Umgangston. Wir sind während der Dreharbeiten gute Freunde geworden."

Beim Arbeitsessen mit Jane Fonda war Luketic genauso beeindruckt. "Jane zeigte sich interessiert, hatte aber noch nicht unterschrieben, obwohl ihr die Aussicht eines Films mit Jennifer offenbar sehr gefiel", sagt Luketic.

"Wahrscheinlich wollte sie mal den Knaben kennen lernen, der sie inszenieren sollte - ich trug also mein bestes Hemd und fuhr zum Restaurant.

Dann kommt Jane Fonda herein, und plötzlich sitze ich Barbarella und Bree Daniels und all den anderen Frauen gegenüber, die sie gespielt hat. Ich habe sie ständig nur angestarrt - sie sieht nicht nur toll aus, sie ist eine absolut faszinierende Persönlichkeit."

Fondas erster Eindruck von Luketic hört sich etwas anders an. "Mir kam es anfangs so vor, als könnte Robert mein Sohn sein", sagt Fonda.

"Ich habe noch nie mit einem Regisseur gearbeitet, der mein Sohn sein könnte - er trägt eine Zahnspange, fährt Roller, spielt den ganzen Tag an seinem Computer und lacht bei den Aufnahmen die ganze Zeit. Wie ein kleiner Junge."

Doch sobald die Dreharbeiten begannen, überzeugte Luketic alle Mitarbeiter sehr schnell von seiner Kompetenz. "Am ersten Tag von Janes Kamera-Testaufnahmen habe ich mich zum 50. Mal in Robert Luketic verliebt", sagt Produzentin Paula Weinstein.

"Die wichtigsten Mitarbeiter waren versammelt, Jane kam an den Set, die Kamera lief, und nach der ersten Einstellung sagte Robert: ,Cut! Willkommen daheim, Ms. Fonda.'

Alle applaudierten. Es war sehr schön, dass er sie willkommen hieß, und auch, dass die Crew es wagte, ihr zu applaudieren."

Sowohl Fonda als auch Lopez zollen Luketics Teamgeist Tribut: Durch sein lockeres Auftreten am Set klappt alles reibungslos - Stress ist für ihn ein Fremdwort.

Beide vermerken, dass er durchaus in der Lage ist, auf Anregungen und Kritik zu hören. Luketic ließ sich von den Superstar-Kollegen nie ins Bockshorn jagen.

"Robert ist selbstbewusst, weil er kompetent ist", sagt Lopez. "Und wer selbstbewusst ist, lässt sich vom Lebenslauf eines Kollegen nicht einschüchtern.

Seit unserem ersten Treffen habe ich das Gefühl, mit ihm reden zu können - was ich zu sagen habe, fällt bei ihm auf fruchtbaren Boden. Daher nehme ich auch alles auf, was er vorschlägt, und nutze es für meine Darstellung."

Luketic zeigt sich besonders deshalb beeindruckt von seinen Stars, weil sie völlig in ihren Rollen aufgingen - ihr überdimensionales Regenbogenpresse-Image war plötzlich abgemeldet.

"Sowohl Jennifer als auch Jane haben ihre Rollen absolut glaubwürdig gestaltet - man vergisst völlig, dass sie auch eine eigene Persönlichkeit haben", sagt er.

"Doch wer etwas zu bieten hat, wird auch unterschiedliche Meinungen provozieren; Stars regen zu Diskussionen und Kontroversen an - sonst gäbe es keine Kultfiguren."

Luketic forderte alle beteiligten Schauspieler auf, sich einzubringen, aber im komischen Fach übertraf die begabte Schauspielerin und Komikerin Wanda Sykes alle Kollegen.

Jeden Tag erfand Sykes irrwitzige Gags, über die Darsteller und Team Tränen lachten. Aufgrund ihres Talents kürte Luketic sie "zur komischen Muse des Films" - bald trug sie nur noch den Spitznamen "die unaufhaltsame Wanda Sykes".

"Wanda hat all unsere Erwartungen bei weitem übertroffen", sagt Produzent Chris Bender. "Es war wohl [New-Line-Produktionschef] Toby Emmerich, der ihren Namen ins Spiel brachte.

Wir kannten sie alle aus der TV-Show "Curb Your Enthusiasm", fanden sie umwerfend, und einige im Team hatten auch ihre Standup-Auftritte gesehen, und als Wanda dann die Ruby spielte, erwachte die Figur plötzlich zu ganz neuem Leben - sie sprang praktisch aus den Drehbuchseiten heraus.

Mit Jane bildet sie ein unglaubliches Duo. Die beiden gehen durch dick und dünn, was uns nicht nur Viola besser verstehen lässt - sie bilden ganz für sich ein umwerfendes Comedy-Team."

Unter den Hauptdarstellern fehlte also nur noch der richtige Schauspieler für die Rolle des Kevin Fields. "Kevin ist der Traumprinz par excellence", sagt Anya Kochoff.

"Er ist ein toller Typ, eine echt gute Partie. Er sieht gut aus, ist schlagfertig, hat Erfolg als umsichtiger Arzt. All seine Persönlichkeitsmerkmale sind genau das, was die meisten Frauen in einem Mann suchen. Er hat nur einen Fehler - seine Mutter."

Das Team fand den Mann, der dieser Beschreibung vollkommen entspricht: Michael Vartan. Lopez kann die Entscheidung für Vartan nur bestätigen.

"Die Beziehung zwischen Charlie und Kevin zieht sich wie ein roter Faden durch den Film. Der Mann mußs also eine starke Persönlichkeit mitbringen, um den ausgeflippten Damen Paroli zu bieten - sonst würde alles auseinander fallen", sagt sie. "Michael hat das voll im Griff."

Vartan war begeistert von der Chance, die diese Rolle ihm bot, und ihm gefiel vor allem die allseits beliebte Fantasy-Sequenz, in der er wie alle anderen richtig ausflippen darf.

"Eigentlich spiele ich ja den Typ, der immer vernünftig bleibt, ich darf also meist gar nicht witzig sein", sagt er.

"Aber dann kam die Szene, in der Kevin Charlie in Gegenwart seiner Mutter einen Heiratsantrag macht, und Viola stellt sich vor, dass sie Charlies Gesicht in die Torte drückt - da durfte ich mich richtig austoben.

Ich konnte mich endlich einmal gehen lassen und den Irren spielen. Wahrscheinlich werden meine besten Einstellungen herausgeschnitten."

Frisch verliebt: Die Filmhelden Jennifer Lopez bringt bereits Erfahrung in diesem Filmgenre mit - sie ließ sich von der starken Rolle überzeugen, die sie in "Das Schwiegermonster" spielt.

"Charlie ist wirklich sympathisch, einer der Menschen, die so lieb und nett sind, wie man es sich kaum vorstellen kann", sagt Lopez.

"Sie möchte mit jedermann auskommen, ihr eigenes Leben leben. Doch dann lernt sie Kevin kennen - und plötzlich ist es mit der Sicherheit und dem einfachen Leben vorbei."

Lopez fand Charlies Vorgeschichte besonders interessant: "Charlie hat ihre Eltern schon früh verloren, ist es also gewohnt, allein zu sein und selbstständig zu handeln. Deshalb ist sie besonders vorsichtig und scheut Bindungen.

Wer mit Verwandten oder in einer Liebesbeziehung schlechte Erfahrungen gemacht hat, riskiert ungern, so etwas noch einmal zu erleben. Bei Charlie bleibt alles im Fluss, sie nimmt die Dinge sehr locker, hält also nichts von Zielsetzungen, von Karriere.

Sie würde nie versuchen, Kinder, Haushalt und sozialen Status unter einen Hut zu bringen. Das entspricht ihr nicht."

Obwohl Charlie sich ungern festlegt, hat sie im Freundeskreis durchaus so etwas wie Familienbande geknüpft - ähnlich wie auch Jennifer Lopez, als sie von New York nach Los Angeles zog.

"In Los Angeles trifft man nicht ständig auf Bekannte wie in New York, wo man auch an der Bushaltestelle oder auf der Straße sofort mit Fremden ins Gespräch kommt", sagt sie.

"In Los Angeles findet man nur schwer neue Freunde. Als ich hierher zog, merkte ich wie Charlie, dass man kleine Gruppen kennen lernt - die Nachbarn oder die Arbeitskollegen, die eine Ersatzfamilie bilden.

Genau das erlebt Charlie. Remy scheint eher in Charlies Apartment zu wohnen als in seinem eigenen, und ihre Freundin Morgan lebt im selben Wohnblock."

"Sie alle gehen eher ziellos durchs Leben", fährt Lopez fort. "Sie sind alle um die 30 und klopfen sich gegenseitig auf die Schulter. Morgan möchte einen Catering-Service aufmachen, Charlie versucht sich im Design, ohne das besonders ernst zu nehmen.

Und Remy - wir haben uns überlegt, dass Remy wahrscheinlich geerbt hat. Er arbeitet eigentlich nicht - das bleibt ein Geheimnis. Aber diese Leute bilden Charlies Familie, ersetzen ihr die Eltern."

Charlie und Viola unterscheiden sich auf den ersten Blick total voneinander, aber im Grunde gibt es wohl doch mehr Gemeinsamkeiten, als sie sich eingestehen wollen.

"Sie sind beide sehr intelligent", sagt Produzentin Paula Weinstein. "Beide sind sie sehr gerissen, und sie kämpfen für das, was sie sich in den Kopf gesetzt haben.

Beide hängen sehr an Kevin - dadurch lernen sie sich kennen, um ihn streiten sie sich, ohne auch nur einen Schritt zurückzuweichen."

Drehbuchautorin Anya Kochoff fasst zusammen: "Die beiden Frauen sind sich ähnlicher, als sie je zugeben oder sich selbst eingestehen würden."

Die junge Charlie geht ziellos durchs Leben, ohne sich auf eine Richtung festlegen zu können. Doch plötzlich gibt es nichts Wichtigeres als ihre Auseinandersetzung mit Viola.

"Hier kommt Charlies Unsicherheit zum Vorschein", sagt Lopez. "Sie möchte unbedingt, dass Kevins Mutter sie akzeptiert, und um das zu erreichen, nimmt sie einiges in Kauf.

Dann zweifelt Charlie, ob sie wirklich in Kevins Familie passt, sie glaubt, es könnte an ihr liegen. Doch diese Zweifel wischt sie beiseite, weil sie sehr in Kevin verliebt ist. Sie will sich unbedingt irgendwie mit Viola arrangieren."

"Charlie schenkt Kevin ihr volles Vertrauen", fährt Lopez fort. "Das spielt im Film eine große Rolle. Sie weiß, dass sie mit Kevin durch ihre große Liebe verbunden ist und ewig mit ihm zusammenbleiben will.

Dieses Band gibt ihr die Kraft, um die Auseinandersetzung mit seiner Mutter zu einem positiven Ende zu bringen."

Nicht nur Jennifer Lopez war beeindruckt von ihrer Rolle. Auch Fonda freute sich sehr, eine Figur spielen zu dürfen, die sich deutlich von allen ihren bisherigen Rollen unterscheidet.

"Jemanden wie Viola habe ich noch nie gespielt", sagt Fonda. "Glücklicherweise mußs ich nach 15 Jahren Pause keinen sauertöpfischen Griesgram darstellen, ich darf ausflippen und völlig übertreiben.

Ich glaube, keiner meiner 50 Filme hat mir derart viel Spaß gemacht. Das habe ich wirklich nicht erwartet."

Fonda gefiel besonders, dass Viola von der berühmten Nachrichtenmoderatorin Barbara Walters inspiriert ist.

"Viola ist eine bekannte Fernsehpersönlichkeit, eine renommierte Journalistin, die Staatsoberhäupter interviewt, doch das Network will eher Infotainment, und dafür ist sie nicht zu haben", sagt Fonda.

"Man hält sie für zu alt, deshalb wird sie brutal gefeuert, bricht zusammen. Dann kehrt sie von ihrer Therapie zurück und entdeckt, dass sie auch ihren Sohn verliert." Diese Umstände erhöhen die Spannungen. "Violas Sohn will gerade in dem Moment heiraten, als sie jeden Halt verloren hat", sagt Paula Weinstein.

"Kevin ist ihr letzter Fixpunkt, denn ihr bleibt jetzt nur noch die Mutterrolle, und der drohende Verlust löst in ihr eine Panikattacke aus."

Dadurch kommt es zu einem Konflikt, in dem "Fonda die Schurkenrolle zugewiesen wird - aber auch da gibt es Grauzonen", sagt Robert Luketic.

"Viola fühlt sich von allen verlassen, was ihr Verhalten erklärt, denn die Zuschauer müssen auch für sie Mitgefühl und Verständnis aufbringen. Wir lernen sie in einer Krise kennen, der sie überhaupt nicht gewachsen ist."

Egal, ob sie nun durchgedreht ist oder nicht - lustig wird es, als Viola beschließt, dass Kevins neue Liebe keine Rolle spielt - vielmehr weiß sie selbst am besten, was ihrem Sohn gut tut - und Charlie gehört eindeutig nicht dazu.

"Violas Verhalten lässt sich mit nichts entschuldigen, aber sie reagiert derart übertrieben, dass man ihr das nachsieht", sagt Fonda. "Gerade weil sie sich so fürchterlich aufführt, bringen wir Verständnis für sie auf.

Sie ist ein Vulkan - oder ein Tier, das überall hinpinkelt, um sein Territorium zu markieren - sie kann einfach nicht anders. Genau das gefällt mir an ihr."

Fonda ließ sich bei ihrer Darstellung der großen Dame von etlichen Vorbildern inspirieren: Mae West, Ted Turner oder auch ihrem Enkel Malcolm, um nur einige zu nennen.

"Viola ist exaltiert, liebt die große Pose, aber sie hat Mumm in den Knochen und steht zu ihren Überzeugungen", sagt Fonda. "Sie wäre in ihrer Karriere nie so weit gekommen, wenn sie nicht diese Qualitäten hätte - egal, wie man sie bewerten will."

Weil die beiden weiblichen Hauptfiguren einen derartigen Gegensatz bilden, mußsten die Filmemacher darauf achten, dass Kevin nicht zwischen den Fronten zerrieben wird.

"Kevin darf auf keinen Fall wie ein Underdog und Loser wirken - die Zuschauer müssen ihn ernst nehmen und seine Situation zwischen den beiden geliebten Frauen respektieren", sagt Produzent Chris Bender.

"Er kann dabei nicht Partei ergreifen, er mußs auch unter immensem Druck immer diplomatisch bleiben. Wir mußsten also sehr vorsichtig zeigen, dass er bestimmte Dinge verdrängt."

Laut Bender beobachteten er und seine Produzentenkollegen Michael Vartan am Set, um als Hobby-Psychologen Kevins Innenleben zu analysieren.

"Wir überlegten, wie wir Kevins Position stärken könnten, und ließen uns von Michaels Spiel inspirieren. Er legt einen natürlichen, cleveren Sarkasmus an den Tag, und diese Eigenart haben wir dann in das Drehbuch eingearbeitet", sagt Bender.

"Es ist nie einfach, im Team der Komiker den Normalo zu spielen, aber durch den Sarkasmus wirkt er glaubwürdig, ohne zu emotional oder zu empfindlich zu erscheinen, was seiner Rolle nicht entsprechen würde.

Als der Druck schließlich unerträglich und Kevin zur Entscheidung gezwungen wird, erleben wir, was wirklich in ihm steckt."

Obwohl Kevin ganz offenbar ein kluger Kopf ist und normalerweise auch mit Stresssituationen umgehen kann, die ein erfolgreicher Chirurg regelmäßig erlebt, nimmt er lange Zeit einfach nicht wahr, welches Unwetter sich zwischen seiner Lebensgefährtin und seiner Mutter zusammenbraut.

"Kevin verhält sich wie viele Männer - er glaubt, was man ihm erzählt", lacht Paula Weinstein. "Beide Frauen spielen ihm etwas vor, deshalb kann er die Anzeichen des Problems leicht übersehen.

Selbst als Charlie andeutet, dass seine Mutter durchgedreht ist, empfindet Kevin das nur als weitere schwierige Phase."

Fondas Interpretation bezieht sich weniger auf die Geschlechterrollen. "Ach, wir wissen doch alle, wie man Dinge verdrängt", sagt sie.

Weinstein fügt hinzu: "Wir leben in einer Welt, in der sich die Menschen entweder völlig gehen lassen oder ihre wahren Gefühle verleugnen.

In ihrer Fantasiewelt würden sich die beiden Frauen wohl nie so verhalten - obwohl Viola nahe dran ist." Doch was Viola wirklich bewegt, erfahren wir dank ihrer Assistentin Ruby.

"Ruby erlaubt den Zuschauern, Viola auch abseits ihrer irren Eskapaden zu erleben", sagt Chris Bender. "Durch sie erfahren wir, wieso Viola sich so verhält. Mit Ruby begreifen wir, warum Viola sich verlassen fühlt und Angst hat."

Ruby fungiert aber gleichzeitig auch als Charlies geheime Doppelagentin. "Es ist nicht verwunderlich, dass Charlie bei Ruby Rat sucht", sagt Lopez.

"Denn Ruby ist nicht nur Violas Assistentin, sondern auch ihre beste Freundin. Sie rät Charlie, sich von Viola nichts gefallen zu lassen, und Ruby erklärt auch, warum Viola sich so verhält."

Luketic empfindet Ruby als Violas jüngere Schwester. "Sie hat ein schlechtes Gewissen, das sie nie ruhig schlafen lässt - in ihr konkurrieren widersprüchliche Gefühle", sagt er. "Richtig lustig wird es immer dann, wenn diese Widersprüche zutage treten."

Leben am Set Der Drehstart zu "Das Schwiegermonster" hätte vor keiner schöneren Kulisse stattfinden können: Die erste Szene entstand im historischen Huntington Gardens & Museum.

Viola lädt Charlie zum Lunch in ihrem exklusiven Club ein - Charlie nimmt an, dass Viola ihre zukünftige Schwiegertochter besser kennen lernen will. Doch es kommt anders - mit den Worten von Anya Kochoff: "Hier werden nur die Fronten abgesteckt."

Ehrfürchtig beobachtete Kochoff, wie die fünfseitige Szene vor ihren Augen lebendig wurde - keine Geringeren als Jennifer Lopez und Jane Fonda sprachen Kochoffs Dialoge. Dies vor Ort am Set zu erleben, war für die Autorin die Erfüllung eines Traums.

"Mich hat das besonders befriedigt, weil ich beim Schreiben die meiste Zeit allein in meinem Arbeitszimmer eingesperrt bin", sagt Kochoff.

"Jetzt konnte ich die Schauspielerinnen dabei beobachten, wie sie das geschriebene Wort gestalten, in Verhaltensmuster umsetzen, mit den Augen rollen, Grimassen schneiden oder überhaupt Dinge tun, an die ich nie gedacht hätte.

Das war echt verblüffend. Und es war um vieles überzeugender als meine ursprünglichen Ideen. Jennifer und Jane haben meine Geschichte erheblich verbessert."

Nach Drehstart überließ es Kochoff den Darstellern, ihr eigenes Verständnis vom Innenleben der Figuren auszugestalten.

Lopez hörte sich gern die Reaktionen der anderen auf die einzelnen Szenen an, und die Filmemacher freuten sich, wie genau sie wusste, was Charlie tun würde und was nicht. "Sie kennt Charlies Charakter besser als ich!" stellt Kochoff fest.

Fonda analysiert sich ständig selbst und war gespannt, ob sich zwischen ihr und Lopez eine Konkurrenzsituation ergeben würde und ob der angesagte Jungstar das Gefühl bekäme, die Oscar-Preisträgerin würde sie an die Wand spielen. Weder das eine noch das andere trat ein.

"Alles hat seine Zeit", zitiert Fonda ein altes Gedicht. "Ich bin der Herbst, und wir befinden uns in Jennifers Jahreszeit, damit habe ich keinerlei Probleme.

Jennifer ist sehr begabt, hat einen klugen Kopf - sie begreift schnell. Und sie scheut sich nicht, etwas zu riskieren. Sie weiß genau, was sie will."

Fonda gefiel es, diesmal nicht die Hauptrolle, sondern eine Nebenrolle zu spielen. "Das nimmt mir die Last von den Schultern", sagt sie. "Ich bin gern Charakterdarstellerin und übernehme Nebenrollen, vor allem so wunderbare Parts wie diesen."

Es gibt zwar auch romantische Momente im Film, doch die meisten komischen Situationen enden in handfesten Slapstick-Sequenzen.

"Mir gefällt es, wenn es bei den Dreharbeiten handfest zur Sache geht", sagt Lopez. "Nichts bringt mehr Spaß als Komödien mit Stuntszenen.

Dafür sind umfangreiche Vorbereitungen nötig, und die vielen Wiederholungen können ermüdend sein, aber ich staune immer wieder, wenn das Team spontan auf unser Spiel reagiert."

"Wenn die Crew losprustet, empfinde ich das als höchste Auszeichnung, denn die haben wirklich schon eine Menge erlebt", fährt sie fort.

"Wenn sie lachen, weiß man, dass auch die Zuschauer im Kino so reagieren werden. Richtig kompliziert wird es, wenn man bei den Aufnahmen sehr konzentriert darauf achtet, nicht selbst loszulachen und die Einstellung zu schmeißen - aber damit hatte vor allem Robert echte Probleme."

Tatsächlich lachte Robert Luketic sehr oft herzlich los, wenn er eine besonders gelungene Einstellung im Kasten hatte.

"Es ist einfach toll, wenn Robert ganz überschwänglich hinter seinem Monitor hervorgerannt kommt", sagt Lopez. "Ich hätte ihn oft erwürgen können!

Denn er fing mitten in der Einstellung an zu lachen, und ich fuhr ihn an: ,Wenn wir mit Ton drehen, darfst du nicht lachen - hast du das nicht auf der Filmschule gelernt?'

Aber wenn er loslachte, wussten wir natürlich, dass wir richtig lagen. Und wenn alles still blieb, was irgendwas nicht in Ordnung!"

Luketic prägte den Ausdruck "die Wanda-Einstellung" und meinte damit die letzte Wiederholung einer Szene, bei der er die Darsteller aufforderte, "mit dem Text und der Handlung zu improvisieren und einfach ihren Eingebungen zu folgen, sobald die Kamera lief".

Es ging ihm darum, die Schauspieler in ihren Rollen instinktiv auf die Umstände reagieren zu lassen.

"Für großartige Comedians wie Wanda gehört das praktisch zur Grundausstattung - egal, was sie macht, immer liefert sie hervorragende Resultate", sagt Luketic. "Wanda fügt der Szene am Schluss mit ihren klugen Sprüchen das i-Tüpfelchen hinzu."

Doch Luketic schätzte nicht nur Sykes' eigene Ideen und Beiträge. "Er hörte sich gern alles an, was Jennifer und ich vorschlugen", sagt Fonda.

"Dabei war unwichtig, ob das dem Drehbuch entsprach oder ob wir in eine unerwartete Richtung vorstießen. Er nimmt solche Ideen gern auf und lässt uns auch wissen, was er davon hält. Denn Robert erklärt genau, was er vorhat und warum."

Wenn sie nicht mit Luketic die nächste Szene vorbereitete, kümmerte sie sich am Set gern um ihre Familie.

Ständig kamen Verwandte und Freunde vorbei: ihr Sohn Troy Garity ("Barbershop"), ihre Tochter Vanessa Vadim mit den Enkeln, aber auch ihre Stiefmutter Shirley.

Immer wieder begrüßte sie neue Besucher und stellte sie den Darstellern und dem Team vor. Gern erinnert sie sich daran, wie ihr Sohn die Dreharbeiten besuchte - er half ihr tatkräftig mit, die Rolle zu entwickeln.

"Troy hat mir sehr wertvolle Tipps gegeben und Vorschläge gemacht", sagt Jane Fonda. Obwohl sie am Set regelmäßig von ihrer Familie beansprucht wurde, entwickelte Fonda dennoch ein gutes Verhältnis zu ihren Kollegen und den technischen Mitarbeitern.

"Als Jane sich vorstellte, hat sie jedem Teammitglied die Hand geschüttelt", sagt Weinstein. "Falls anfangs noch Ehrfurcht und Nervosität im Team herrschte, wich das bald einer lockeren Atmosphäre - sie pflegt mit jedermann sehr persönliche Beziehungen."

Jane Fonda hielt sich zwischen den Einstellungen kaum in ihrem Wohnwagen auf - Kollegen und Team staunten, wie zugänglich sie war.

Während der Dreharbeiten war sie in ihrer Freizeit auch weiterhin für karitative Institutionen tätig, und sie schloss die Arbeit an ihren Memoiren ab, die im April 2005 unter dem Titel "My Life So Far" im Verlag Random House erschienen sind.

Diesmal gab es einen wesentlichen Unterschied zu ihren früheren Filmen: Jane Fonda entschloss sich, keine Muster anzuschauen.

"Als ich mit Bruce Gilbert ,On Golden Pond' (Am goldenen See) produzierte, fragte ich mich, warum Katharine Hepburn nie an den Mustervorführungen teilnahm", sagt Fonda.

"Katharine sagte: ,Jane, als ich merkte, dass ich mehr auf meine Falten achte als auf das Wesentliche des Films, habe ich es einfach gelassen.' Sie hatte Recht - erstmals in meiner Karriere schaue ich mir keine Muster an."

Fonda räumt ein, dass sie auch weiterhin Filme machen will, falls sich ein passendes Projekt findet, aber sie hat nicht vor, sich nochmals ganz der Schauspielkarriere zu widmen.

"Meine Karriere habe ich gehabt", sagt sie. "Vielleicht interessiert mich der eine oder andere Film, wenn alle Umstände stimmen, aber eine neue Karriere strebe ich nicht an."

Fonda und Sykes verstanden sich derart prächtig, dass schon bald Gerüchte auftauchten, sie planten eine Fortsetzung, die Fonda "Viola and Ruby Do Rome" nennt.

"Die beiden haben eine tolle Beziehung", sagt Fonda. "Ich finde Wanda einfach umwerfend, oder besser alle beide: Ruby und Wanda.

Wir kommen bestens miteinander aus, und Viola kann Ruby jederzeit alles in die Schuhe schieben - sogar wenn es nicht im Drehbuch steht - ihre komische Reaktion kommt wie das Amen in der Kirche."

Das richtige Ambiente für das Schwiegermonster Als erfahrene Filmschauspielerin weiß Jennifer Lopez genau, wie sehr der Erfolg eines Films vom Kamerastil, den Drehorten und der Ausstattung beeinflusst wird.

"Komödien wirken schnell uninteressant, wenn man sie nicht mit einer spezifischen Atmosphäre ausstattet - man mußs alle verfügbaren Ressourcen aktivieren, Schauplätze, Studiosets, um dieser Art Film den rechten Look zu verpassen", sagt sie.

Deswegen engagierte Robert Luketic den Oscar-preisgekrönten Kameramann Russell Carpenter, A.S.C. ("Titanic"). "Unser Kameramann soll die Schönheit der Frauen betonen, künstlerisch einen ausgeprägten Stil haben und ein gewisses Flair besitzen", sagt Luketic.

"Es ist erstaunlich, welch unterschiedliche Filme Russell gedreht hat. Aber jede Szene seiner Filme gestaltet er sehr poetisch. Sie wirken wie Gemälde, und doch besitzt jeder Film seine unverwechselbare Eigenart und Struktur.

Diese Art Bandbreite beeindruckt mich kolossal, denn er kann eine eher klassisch funktionale Szene ebenso meisterhaft ausleuchten wie ein raueres, nervöseres Ambiente mit modernem Anstrich.

Innerhalb jedes Films kreiert er verschiedene Stimmungen, und er lässt sich dabei von der unbestechlichen Ästhetik seines Auges leiten. Wenn ich Russell für alle meine zukünftigen Filme unter Vertrag nehmen könnte, würde ich das sofort tun."

Für Carpenter unterscheidet sich "Das Schwiegermonster" deutlich von den epischen Action-Filmen, für die er bisher bekannt war.

Aber der Kameramann nahm die neue Herausforderung gern an und konnte sich endlich einmal intensiver auf die Darsteller und die Story konzentrieren.

"Stilistisch versuche ich hier einen ganz neuen Ansatz", sagt Carpenter. "Ich merke immer häufiger, dass ich in Hollywood zur alten Schule gehöre.

Ich mag nämlich die Filme, die Schauspieler zu Ikonen machen, in denen schon eine einzige Einstellung das Geld für die Kinokarte wert ist.

Die Chance, mit Jennifer Lopez und Jane Fonda zu arbeiten, konnte ich mir also auf keinen Fall entgehen lassen."

Doch selbst bei der Arbeit mit zwei der schönsten Frauen der Welt weist Carpenter schnell darauf hin, dass in seinem Job nichts selbstverständlich ist.

Seine Aufgabe sieht er darin, jeden Darsteller im besten Licht zu präsentieren, wobei es sehr auf die individuellen Eigenarten und Nuancen ankommt.

"Kameramänner haben das im Blut - sie versuchen von Natur aus, jeden Star so vorteilhaft wie nur möglich ins Bild zu bringen", sagt Carpenter.

"Doch Jane Fonda schaute sich ihre Kameratests an und sagte: ,Bitte übertreibe es nicht mit der Kosmetik und all den Filtern. Ich will so alt aussehen, wie ich wirklich bin.

Es geht nicht darum, mich als 25-Jährige zu zeigen. Ich will meinem Alter entsprechen und stolz darauf sein.' Das habe ich mir zu Herzen genommen - ich vermeide also jede Übertreibung.

Es ist äußerst erfrischend, mit jemandem wie Jane zu arbeiten, die so viel Erfahrung mitbringt und derart viele Filme gemacht hat. Aber Eitelkeit ist für sie ein Fremdwort. Ich würde sie eher als ,intelligent wie ein Kind' bezeichnen.

Sie scheut sich nicht, Fragen zu stellen und Vorschläge zu machen. Sie hat jedes Mal das Gefühl, ganz von vorn anzufangen - auch ein Zeichen dafür, wie begabt und charakterstark sie ist."

Luketic und Carpenter konzentrierten sich zunächst auf die Ausleuchtung der Darsteller und kümmerten sich erst dann um die Kulissen.

Ganz bewusst vermieden sie Großaufnahmen, um für die Zuschauer auch die Kleidung der Stars und ihre Umgebung ins Bild zu bringen.

"Wir wollten durch den Bildaufbau ein wenig die Atmosphäre eines Kostümfilms vermitteln", sagt Carpenter. "Was auch stimmt, denn unsere hervorragende Kostümbildnerin Kym Barrett hat sich richtig ins Zeug gelegt."

Für Charlie und Viola entwarfen die Filmemacher eine genau umrissene Farbskala. Charlie trägt vorwiegend Pastelltöne, Fleischfarben, Limone, Orange, was fast einen karibischen Eindruck vermittelt.

Viola ist dagegen in Weiß, Altweiß, cremefarbene Töne und Schwarz gekleidet. Kevin soll laut Carpenter eher robust und stabil auftreten und sein charmantes Lächeln einsetzen, dem Charlie immer wieder erliegt.

Schon zu Beginn der Vorbereitungen stimmte sich Luketic mit der Produktionsdesignerin Missy Stewart und Kostümbildnerin Kym Barrett über die Farbpalette ab - beiden blieben nur sechs Wochen Vorbereitung bis zum Drehstart.

Produktionsdesignerin Missy Stewart stützte sich bei ihrer Arbeit auf Ausstatter Jim Truesdale und Innendekorateurin Susan Eschelbach - bei ihren Entwürfen ließ sie sich von ihrer Fantasie leiten, um die Schauplätze möglichst aussagekräftig und doch elegant zu gestalten.

"Missy und ihr Team haben die Sets mit derart vielen Details ausgestattet, dass die Zuschauer schon dadurch sehr viel über die Figuren erfahren", sagt Luketic.

"Das bezog sich sogar auf Set-Details, die später dann gar nicht ins Bild kamen. Jeder Schauplatz war minuziös eingerichtet, um jeder handelnden Person einen individuellen Hintergrund, ein unverwechselbares Ambiente zu geben.

Und das betrifft alle Rollen gleichermaßen. Ich kann solch ein großes Engagement nur bewundern. Diese Wohnungen sind nicht nur Fassade - hier kann man wirklich wohnen."

Stewart hat alle drei Filme ausgestattet, die Luketic bisher gedreht hat, doch erstmals soll Los Angeles wirklich als Los Angeles erkennbar sein. Deswegen nahm Stewart sich vor, ein paar Highlights der Stadt ins Bild zu bringen, deren Schönheit oft übersehen wird.

"Ich möchte der Architektur von Los Angeles ein Denkmal setzen", sagt sie. "Das Beste war gerade gut genug. Viola sollte in einem Haus von Wallace Neff wohnen, und wir suchten ganz Pasadena und Beverly Hills ab, um etwas Passendes oder Entsprechendes zu finden.

Im letzten Moment entdeckten wir dann ein prächtiges Haus mit Rosengarten und wunderbaren baulichen Eigenarten - zum Beispiel einem ovalen Eingangsbereich, der Neffs Markenzeichen ist."

"Unsere Auswahl orientiert sich sehr genau an den Vorgaben für die Filmfiguren", sagt Stewart. "Viola ist draufgängerisch, ungezügelt und schlau - deshalb soll sie ein Haus bewohnen, das ihr gerecht wird."

Über Kevins traumhaftes Craftsman-Haus sagt sie: "Kevin ist Mediziner und hat einen guten Geschmack. Er ist dort wahrscheinlich kurz vor Beginn der Filmhandlung eingezogen.

Als Violas Sohn ist er viel gereist und mit Kultur aufgewachsen, wahrscheinlich hat er in seiner Jugend viele Interviewpartner von Viola kennen gelernt. Wir wählten das Craftsman-Haus aus, weil es einen maskulinen Touch hat.

Auch darin zeigt sich wieder die prächtige kalifornische Architektur mit einigen asiatischen Einflüssen nach Entwürfen der Heineman Brothers, die in ihren Häusern unterschiedliche Hölzer verwenden und klare horizontale Linien bevorzugen."

Charlies Apartmentblock entdeckten Stewart und ihre Motivsucher im Herzen von Hollywood, obwohl sich ihre Wohnung laut Drehbuch in Venice Beach befindet. Die tatsächliche Wohnanlage wurde während der Dreharbeiten gerade grundlegend renoviert.

Das Gebäude ist typisch für die Bauweise zu Hollywoods Glanzzeiten, mit geräumigen Zimmern, Parkettfußboden, Stuckornamenten und handbemalten Kacheln im Badezimmer. "Oft hatte ich ein richtig surreales Gefühl", berichtet Drehbuchautorin Anya Kochoff.

"Zum Beispiel, als ich Kevins Haus betrat und sein Sofa und seinen gewaltigen Esstisch bewunderte, oder auch Charlies Wohnung zum Innenhof, oder Violas Haus, das genauso aussieht, wie ich es mir ausgemalt und im Drehbuch beschrieben hatte.

Eine echt coole Erfahrung. Wenn ich begreifen müsste, wie die Ausstatter es schaffen, dass die Sets und Drehorte so wunderbar aussehen, würde ich durchdrehen."

Kostümbildnerin Kym Barrett wird oft engagiert, wenn es sich um futuristische Filme handelt. Wie für Russell Carpenter war "Das Schwiegermonster" auch für sie eine ungewohnte Aufgabe im Vergleich zu den Superhelden-Epen, mit denen sie es sonst zu tun hat.

"Wahrscheinlich werde ich immer wieder zu solchen Filmen geholt, weil ich eigene Kostüme schneidern kann", sagt sie.

"Auch bei diesem Film war den Produzenten offensichtlich klar, dass man die Kleidung genau auf eine Filmfigur zuschneiden sollte, um der Rolle völlig gerecht zu werden.

Die meisten glauben, es wäre einfacher, Kleidung fertig zu kaufen, besonders wenn es sich um eine Komödie handelt. Aber wenn man die Kostüme selbst anfertigt, kann man sie buchstäblich auf die Rolle zuschneiden und alle Drehbuchvorgaben erfüllen.

Genau das haben wir gemacht, und oft ist es auch ökonomisch sinnvoller. Und diese spezielle Story hat einen ausgeprägten Hang zum Surrealen - das empfand ich als perfekte Gelegenheit, die Kostüme, Accessoires und den Schmuck etwas schräger zu gestalten."

"Ich mag es, wenn die Filmfigur vor unseren Augen langsam Gestalt annimmt", fährt Barrett fort. "Eine Idee bringt die Sache ins Rolle, dann verwandelt sie sich langsam.

Diese Art Design unterscheidet sich also von Modeentwürfen, wo es ja darum geht, den Look für eine ganze Generation oder eine Saison zu kreieren.

Ich gestalte mit den Kostümen die Entwicklung der Filmhelden; Sie entwickeln sich im Laufe des Films, und im Idealfall ändert sich dadurch auch ihr Stil."

Die Kostüme spielen in der Handlung selbst eine entscheidende Rolle, denn sie werden im Krieg zwischen Charlie und Viola als Waffe eingesetzt.

Charlie versucht sich als Designerin, hat einen ausgeprägten Geschmack, ein Auge für Farben und kann außerdem in Rekordtempo nähen. Viola hat dagegen ihre Schränke voll mit exquisiter Haute Couture und ist auf jede Gelegenheit perfekt vorbereitet.

"Viola kämpft um die Gunst ihres Sohnes", sagt Barrett. "Sie versucht also immer besonders glamourös, jung und umwerfend auszusehen.

Sie gibt mächtig an. Sie spielt außerdem das Unschuldslamm, das niemandem ein Haar krümmen könnte, und das möchte ich auch mit ihrer Garderobe ausdrücken.

Viola gehört zu den oberen Zehntausend, sie ist so bekannt, dass sie ihr eigenes öffentliches Image kreiert hat. Inzwischen glaubt sie selbst an ihren Mythos. Mehr als einmal erinnert sie bei ihren Auftritten an die Garbo."

Jane Fonda erkannte sofort, wie entscheidend die Kostüme die Gestaltung der Viola unterstützen. "Viola weiß, wie man Trümpfe ausspielt", sagt Fonda.

"Sie lernt diese Kreatur kennen, die ihren Sohn heiraten will, und mußs sie irgendwie aus dem Feld schlagen. Also trägt sie spektakuläre Hüte, einen traumhaften Rock und behängt sich mit Schmuck, so wie man sich zu stark schminkt, wenn man unsicher ist.

Und beim Polterabend trägt sie ein schwarzes Abendkleid mit einem Gesteck von Calla-Lilien - der Totenblume. Einfach unbezahlbar!" Lopez sieht das ähnlich: "Viola sieht genauso aus, wie man es von ihr erwarten kann.

Auch im Alltag trägt sie ständig Kostüme, die jedermann einschüchtern. Sie ist immer wie aus dem Ei gepellt - selbst wenn sie zu Bett geht."

In Bezug auf Charlie ging es Barrett nicht nur darum, ihre Charakterentwicklung zu unterstützen, sondern sie mußste auch zeigen, wie Charlie als Designerin Fortschritte macht.

"Wir waren schon eine Weile bei der Vorbereitung, als sie mir plötzlich unterjubelten, dass Charlie sich insgeheim als Modedesignerin versucht", sagt Barrett.

"Ich überlegte mir, dass sie dabei auf die für L.A. typische Weise vorgeht - mit einem Touch des klassischen Hollywood. In ihren Entwürfen mußs man den Alltag spüren, sie selbst mußs sich darin spiegeln, und Jennifer Lopez ebenfalls.

Ich ging also davon aus, was Jennifer steht, und überlegte dann, wie sie wohl beim Marketing einer Kollektion vorgehen würde, die zu ihrer Rolle passt.

So haben wir, glaube ich, das Ambiente eines kalifornischen Blumenkindes mit dem Image der Naiven aus den klassischen Hollywood-Filmen kombiniert."

Lopez beschreibt Charlies Stil als "typisch für L.A., unkonventionell und hip, aber funktional." "Durch Kym bekommen die Figuren den letzten Schliff", sagt Robert Luketic.

"Bei Viola spüren wir ihnen Wahnsinn, ihre Exzentrik. Sie erinnert uns deutlich an ,Sunset Boulevard' (Boulevard der Dämmerung).

Entsprechend arbeitete Kym eng mit Jennifer zusammen, um einen originellen, zeitgemäßen Look für Charlie zu kreieren, der nachvollziehbar und nicht allzu elegant wirkt - Kleider, die eine junge Frau in Venice Beach tragen würde. Da schwingt Jugend und Lebensfreude mit."

Fonda hat mit etlichen der besten und berühmtesten Kostümbildner der Branche gearbeitet, von Edith Head über Orry Kelly bis zu Ann Roth, Pierre Balmain und Paco Rabanne.

Doch heute sind viele Kostümbildner kaum mehr als hochgelobte Einkäufer, die oft genug von Kunst und Design keine Ahnung haben - umso mehr freute Fonda sich, mit Barrett zu arbeiten.

"Ich schaute mir ihre Entwürfe an und lernte sie dann kennen: ein junger Punk mit struppigem Blondschopf - zu ihrem Kleid trug sie Springerstiefel", sagt Fonda.

"Ihre Entwürfe entführen in eine neue Welt - einfach traumhaft. Viola trägt den Stil der 50er-Jahre, ähnelt darin Suzy Parker: einfach perfekt. Ich stehe auf Kleider - und auch auf Kym."

Fast alles, was Viola trägt, wurde speziell für sie entworfen. "Kym schneidert Kleider noch so wie damals, als ich anfing", sagt Fonda. "Das war in Hollywood damals eine aufregende Sache.

In der Kostümabteilung war man von 40 Näherinnen umringt, von jedem Star gab es eine Modepuppe, von schmal bis kurvig, von Audrey Hepburn bis Marilyn Monroe. Ich schaute sie mir an und fragte: ,Wer ist das? Und das?' Alle wurden sie dort eingekleidet."

Auch den größten Teil des Schmucks entwarf Barrett speziell für diesen Film. Zwei Stücke spielen in der Handlung eine besondere Rolle: eine Nilpferd-Brosche und ein Kruzifix.

"Die hat Dana Schneider für mich angefertigt", sagt Barrett. "Die Nilpferd-Brosche war besonders seltsam, und ich legte Wert darauf, dass sie nicht allzu hässlich wirkt, denn sie soll ja getragen werden.

Aber natürlich sollte sie auch komisch und sehr merkwürdig aussehen. Auch bei dem Kruzifix mußsten wir sehr übertreiben, um den gewünschten Effekt zu erreichen."

Und wenn sie nicht gestorben sind ... "Am Ende des Films haben Viola und auch Charlie dazugelernt", sagt Lopez. "Charlie kommt auch ohne Violas Zustimmung aus, und Viola begreift, dass sie loslassen und nicht über jedes Detail ihres Lebens bestimmen mußs.

Nach der geschlagenen Schlacht treten beide geläutert in die nächste Phase ihres Lebens ein." In "Das Schwiegermonster" geht es um zeitlose Themen: Wie verändert sich eine Familie auf traditionelle Weise? Wie gehen die Beteiligten damit um?

"Jedermann mußs lernen, Veränderungen in der Familie zu akzeptieren, statt sie nur als Aufspaltung der Kernfamilie zu empfinden, die zum Verlust eines Familienmitglieds führt", sagt Lopez.

"Eltern, die wie Glucken über ihre Kinder wachen, haben damit die größten Probleme. Es kommt auch vor, dass die Eltern-Kind-Beziehung zu intensiv ist. Mir ist heute schon klar, welche Dämonen ich später einmal bekämpfen mußs, wenn es um meine eigenen Kinder geht."

Jane Fonda bringt ihre Erlebnisse auf den Punkt: "Mir hat der Film großen Spaß gemacht. Ich spiele eine Traumrolle, ich schätze den Regisseur, habe sehr gern mit Jennifer gearbeitet.

Wir wurden von einer fabelhaften Crew unterstützt, der Kameramann ist ein Genie, meine beste Freundin gehört zum Produzententeam. Außerdem drehten wir in Los Angeles, wo meine Familie zu Hause ist. Besser könnte es doch gar nicht laufen!"

Auch für die Zuschauer hat Fonda einen Ratschlag parat. "Denkt nicht so viel darüber nach, holt euch einfach eine Riesenportion Popcorn und dann rein ins Vergnügen", sagt sie. "Und bringt eure Schwiegermütter mit? oder vielleicht doch besser nicht."

Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto
Szenenfoto

Dirk Jasper FilmLexikon

© Fotos: Warner Bros. © 1994 - 2010 Dirk Jasper